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Vergib mir Natascha

Eine Rezension von Miriam Schilling

„Und schließlich an Natascha, die ich fürchterlich geschlagen hatte und die willens war, sich für ihren Glauben ein drittes Mal schlagen zu lassen, ihr möchte ich sagen: „Natascha, hauptsächlich deinetwegen ist mein Leben verändert, und ich bin jetzt dein Bruder in Jesus Christus. Ein neues Leben liegt vor mir. Gott hat mir vergeben. Ich hoffe, du kannst es auch.“

Als einer der letzten Sätze in dem Buch „Vergib mir Natascha“ gibt diese Textstelle eine passende, wenn auch sehr knappe Zusammenfassung der Geschichte von Sergei Kourdakov, der sie in diesem Buch selbst erzählt.

1951 in der Sowjetunion geboren, wächst Sergei Kourdakov nach dem Tod seiner Eltern in verschiedenen Kinderheimen auf, in denen oft Gewalt und Kriminalität an der Tagesordnung sind. Auf der Suche nach einem Ersatz für fehlende familiäre Unterstützung findet Sergei diesen schließlich in engen Freundschaften und in den kommunistischen Jugendorganisationen wie den „Oktobristen“ oder den „Jungen Pionieren“. Er wächst auf mit den Idealen des Kommunismus, dem Marxismus-Leninismus und dem Atheismus. Mit Religion, die als „Opium für das Volk“ gilt, kommt Sergei kaum in Kontakt. Als er 1968 ein Studium zum Funkoffizier an der Marine-Akademie beginnt, ist Sergei 18 Jahre alt. Neben dem Studium gehört zu seinen Aufgaben als Führer der kommunistischen Jugendliga auch, die anderen Kadetten in Politik, Marxismus und Leninismus zu unterrichten, sie zu beraten und ihre „politische Einwandfreiheit“, d.h. ihre uneingeschränkte Ergebenheit der kommunistischen Partei gegenüber zu garantieren.

Wahrscheinlich hätte Sergei Kourdakov sein Studium als überzeugter Kommunist abgeschlossen und die Karriereleiter in Militär und Partei erklommen, hätte er nicht 1969 einen besonderen Auftrag angenommen: Die Geheimpolizei beauftragt ihn, einen „speziellen Aktionstrupp“ für Aufgaben, die die reguläre Polizei nicht ausführen kann, zusammenzustellen. In der Annahme, er solle mit dieser Einsatzgruppe wohl gegen Trunkenbolde, Schlägertypen oder Mörder vorgehen, stimmt Sergei zu, zumal die Bezalung für diese zusätzliche Arbeit sehr hoch ist.

Tatsächlich geht es bei diesem Geheimauftrag aber darum, gläubige Christen während ihrer heimlichen Treffen, Gebete und Gottesdienste zu überfallen und sie von einer Gruppe starker und gewaltbereiter junger Männer brutal und skrupellos zusammenschlagen und verhaften zu lassen.

Bei einem dieser Treffen begegnet Sergei Kourdakov Natascha Sdanowa zum ersten Mal. Wie die anderen Gläubigen wird auch die junge Natascha brutal geschlagen. Doch trotz der Schmerzen und der Angst vor einem erneuten Überfall geht Natascha weiterhin zu den geheimen Treffen der Gläubigen. Sergei und seine Gruppe finden sie einige Tage später ein zweites Mal bei einem der geheimen Treffen. Wieder wird sie zusammengeschlagen, diesmal sogar noch grausamer als zuvor.

Doch immer noch will Natascha an den Treffen mit anderen Gläubigen teilnehmen, weder die damit verbundenen Gefahren noch die ihr bereits zugefügten Schmerzen lassen sie davor zurückschrecken.

Als die Gruppe um Sergei sie wenig später ein drittes Mal bei einem Treffen der Gläubigen überrascht, geht jedoch eine Veränderung in den jungen Männern vor: Anstatt die junge Frau zu schlagen, beschützt sie einer von ihnen; anstatt sie zu verhaften, lässt Sergei sie fliehen. Er und seine Attackiergruppe haben erkannt, dass Natascha „etwas hat, was sie nicht haben“. Dieses „Etwas“ ist der Glaube an Gott, die damit verbundene Zuversicht, Hoffnung und Stärke. Sergei selbst schreibt über dieses Ereignis: „Natascha hatte all meine Vorstellungen über die Gläubigen ins Wanken gebracht“.

Die Begegnung mit einer Natascha, einer jugendlichen Gläubigen, die wie er selbst in der kommunistischen Sowjetunion aufgewachsen ist und deren Leben, ausgefüllt und bestimmt von dem Glauben an Gott, doch so anders ist als sein eigenes, weckt Sergeis Interesse für diesen, ihm fremden Glauben.

Als er in einer Bibel liest, die er bei einem Überfall beschlagnahmt hat, erreichen ihn die Worte, sie berühren und faszinieren ihn. Für ihn steht fest: Er muss der Sowjetunion und ihrem System entfliehen und Gott finden, ein neues Leben beginnen – sein altes kann und will er nicht mehr weiterleben.

1971 erhält er die Möglichkeit zur Flucht, als er als Funkoffizier auf dem sowjetischen Schiff „Elagin“ in der Nähe der kanadischen Küste unterwegs ist. Am 3. September springt Sergei Kourdakov ins Meer und versucht mit größter Anstrengung, Land zu erreichen. In seiner Verzweiflung wendet er sich in Gebeten an Gott, mit dessen Hilfe er schließlich die Küste Kanadas erreicht, nach fünf Stunden im eisigen, stürmischen Ozean.

Mit der Unterstützung gläubiger Christen aus Kanada gelingt es Sergei, in Kanada bleiben zu können. In einer christlichen Gemeinde findet er auch den Glauben, auf dessen Suche er sich in Lebensgefahr begeben hat. Er übergibt sein Leben ganz und gar Gott und wird an diesem Tag neu geboren.

In seinem neuen Leben setzt Sergei es sich zum Ziel, anderen Jugendlichen zu helfen, die genau wie er einmal verzweifelt auf der Scuhe nach etwas sind, was ihrem Leben Sinn gibt. Er hält Interviews, spricht in Radio und Fernsehen und tut alles, um sowjetische Jugendliche zum Glauben zu führen, wie es Natascha bei ihm getan hat.

Am 1. Januar 1973 stirbt Sergei durch eine Kugel aus seinem eigenen Revolver. Sein Tod wird als Unfall erklärt, daran gibt es aber Zweifel, nicht zuletzt, weil einige seiner Gegner ihm zuvor gedroht haben, den Mord an ihm wie einen Unfall aussehen zu lassen, wenn er weiterhin öffentlich auftrete und die Wahrheit über sein Leben in der Sowjetunion verbreiten.

Den Entwurf für das Buch „Vergib mir Natascha“ hatte Sergei Kourdakov zum Zeitpunkt seines Todes gerade fertiggestellt, es wurde noch im selben Jahr veröffentlicht.

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, weil es sehr mitreißend und fesselnd geschrieben ist.
Zum Einen gibt es einen erschreckend wahren Einblick in das reale Leben in der Sowjetunion in den 60er und 70er Jahren. Sergei Kourdakov beschreibt sein Leben und seine Jugend in einer nüchternen, fast neutralen Weise. Die detaillierte Beschreibung seiner Kindheit könnte meiner Meinung nach zwar etwas kürzer ausfallen, sie ist aber wichtig, um Sergeis Hintergründe und Motivationen nachvollziehen zu können.

Das Buch erinnert außerdem daran, dass die Zeit der Christenverfolgung keinesfalls vorbei ist. Es ruft einem ins Bewusstsein, dass es auch heute noch Menschen gibt, die für ihren Glauben große Gefahren und Leid auf sich nehmen müssen.

Außerdem ist das Buch sehr empfehlenswert, weil es neue Impulse für den persönlichen Glauben gibt. Nataschas beeindruckender Mut und ihr Wille, andere zum rechten Glauben zu bringen, ist wirklich faszinierend, und ihre selbstlose Bereitschaft, für ihre Überzeugung Schmerz und Hass auf sich zu nehmen, lässt den Leser darüber nachdenken, ob man selber bereit wäre, das gleiche zu tun: für seinen Glauben, für Gott Leid zu ertragen, sein Leben umzustellen, gedemütigt zu werden.

„Vergib mir Natascha“ ist die Erzählung eines modernen Wunders. Ein junger Mann, der Christus und seine Anhänger verfolgt hat, bittet Gott um Vergebung und ihm wird vergeben. Er bittet Gott um Hilfe und ihm wird geholfen, ja sogar das Leben gerettet. Er erkennt, dass sein Leben leer und sinnlos ist und Gott füllt es aus und gibt ihm einen Sinn.
Dieses Buch ist berührend, ergreifend und bereichernd zugleich, und kann nur empfohlen werden.

Sergei Kourdakov, Vergib mir Natascha; viele Auflagen seit 1975.


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