Das Portal
zur katholischen Geisteswelt


Zum
Inhalts-
verzeichnis
Zum
biographischen Bereich

Impressum

Das katholische Informationsportal kath-info
dient der theologischen Aufklärung
und bietet Ihnen Beiträge zu Themen der katholischen Welt.

Die Beiträge unterliegen in der Regel dem Urheberrecht.

Zum Autorenverzeichnis

Sie befinden sich im dritten Teil
des blauen Bereichs des PkG (Buchstaben N bis Z)
Zum ersten Teil
Zum zweiten Teil

Die neuesten Beiträge finden Sie jeweils auf der Startseite
Zum philosophischen Bereich
Zum
liturgischen Bereich

Links

Themen

Nächstenliebe
Normen-verschiebung
NS 1937
Offenbarung
Ökumene
Ökumene II
Osttimor
Pallium
Papstbesuch 06
Papstbesuch 11
Papstbesuch 11b
Papstrücktritt
Papstverleumdung
PAS
Pastoral
Persien
Petrusbruderschaft
Phobien
PID
Pille
Pius XII.
Piusbruderschaft
Plan
Pornographie
Portugal
Posener A.
Pränataldiagnostik
Predigtqualität
Preußen
Priester
Priester II
Priesterberuf
Priesterkleidung
Primat
pro familia
Progressismus
Prometheus
Pseudotheologie
Psychotherapie
Rahner K.
Randnotizen
Religion
Religionen

Katholisches Schriftprinzip?
Josef Rupert Geiselmanns These der materialen Schriftsuffizienz

Von P. Daniel Eichhorn

P. Daniel Eichhorn hat in Freiburg / Schweiz bei Prof. Dr. Barbara Hallensleben über das Thema promoviert.

1. Rudolf Bultmanns Neu-Interpretation von Bibel und Glaube

Die 1950er-Jahre sind theologisch stark geprägt durch Rudolf Bultmann. Gemäß dem evangelischen Marburger Gelehrten – ähnlich wie gemäß David Friedrich Strauß im 19. Jahrhundert – setzt die Bibel ein von heidnischen Göttermythen und antiken Denkmodellen geprägtes Weltbild voraus. Bultmann fragt daher nach der Bedeutung von Bibel und Glaube für den heutigen Menschen mit seinem völlig anderen, physikalisch geprägten Weltbild. Ihm sei so der Zugang zu Bibel und traditionellem Glauben völlig verwehrt. Der Wahrheitskern der Bibel könne heute allenfalls durch historisch-kritische Forschung und durch eine radikal neue, existenzialistische Deutung von Bibel und Glaube im Zeichen einer Ent-Mythologisierung freigelegt werden. Wegen ihres Weltbildes ist die Bibel für Bultmann als historische Quelle und als geschichtliche Grundlage des Glaubens fragwürdig geworden. Die Folge ist Bultmanns erklärte Interesselosigkeit gegenüber Bibel und Heilsgeschichte.

Bultmann vertritt einen bekannten Topos neuzeitlicher Theologie: Strikt trennt er irdischen und göttlichen Bereich, da er nicht mit einem Handeln Gottes in der Geschichte meint rechnen zu können. Laut Bultmanns Schüler Heinrich Schlier ist Bultmanns Ansatz „ungewollt geeignet [...], die Glaubenssubstanz der Evangelischen Kirche aufzulösen.“ [1] Geiselmann wird auf Bultmann in aller Deutlichkeit reagieren, wie zu zeigen sein wird.

2. Das Dogma von 1950 und der Theologe Geiselmann

Rom am 1. November 1950. Pius XII. dogmatisiert die leibliche Aufnahme Mariens in die himmlische Glorie. Dieses Assumpta-Dogma gibt Anlaß zur Neuauflage der bereits vierhundert Jahre alten Kontroverse über das Verhältnis von Heiliger Schrift und Tradition und entfacht eine der bedeutendsten theologischen Auseinandersetzungen in der Jahrhundertmitte über eine Frage, die an die Fundamente von Glaube und Kirche rührt. Die explizite biblische Grundlage dieses Dogmas – z. B. in der Apokalypse – ist durchaus mager. Die Gewißheit über diese Glaubenswahrheit muß also aus der Tradition stammen – so die damals gängige katholische Position. Erschwerend kommt hinzu: Die frühesten einschlägigen, uns vorliegenden Traditionszeugnisse stammen erst aus dem 5. Jahrhundert, die Assumptio-Lehre scheint somit nicht apostolischen Ursprungs zu sein. Entsprechend groß ist die Kritik von protestantischer Seite an der Dogmatisierung, etwa bei Edmund Schlink und Friedrich Heiler. Bereits Luther hatte Überlieferungen als adiáphora, als reine Menschensatzungen verstanden und als Widerspruch zum allein maßgeblichen Wort Gottes gesehen. Entsprechend massiv herausgefordert sah sich die katholische Theologie.

Hier schaltet sich der katholische Theologe Josef Geiselmann ein. 1890 in Neu-Ulm geboren, wurde er 1915 zum Priester geweiht. Den Großteil seines Lebens wirkte er als Professor für Fundamentaltheologie in Tübingen in seiner letzten akademischen Etappe ab Anfang der 1950er Jahre als Dogmatiker. In dieser Zeit publiziert er v. a. über das Assumpta-Dogma und über die biblische Christologie, über Bultmann und dessen Entmythologisierung, über die großen Tübinger Theologen des 19. Jahrhundert – und eben über Schrift und Tradition. 1958 emeritiert, verstarb er 1970.

3. Geiselmanns fundamentaltheologischer Neuansatz

Geiselmanns Ausgangspunkte sind vor allem das Assumpta-Dogma und Bultmanns Neuinterpretation der Bibel, die eine Abwendung von der heiligen Geschichte des Volkes Israel einschließe. Sein Ziel ist ein fundamentaltheologisch und ökumenisch verantworteter Beitrag, vor allem durch ein neues Verständnis der Bibel, einen genuin theologischen Traditionsbegriff und eine sachgerechte Verhältnisbestimmung von Schrift, Tradition und Kirche.

3.1 Status quaestionis: Schrift und Tradition als getrennte Wirklichkeiten

Seit 1956 tritt Geiselmann mit einer eigenen Konzeption an die Öffentlichkeit. Er reagiert auf die weitgehende Trennung von Schrift und Tradition in der katholischen Theologie seit dem Spätmittelalter. Seit Mitte des 16. Jahrhundert wurde die Überlieferung zunehmend als eine lehrmäßige Ergänzung der Bibel verstanden, die diejenigen katholischen Glaubenswahrheiten überliefert, von denen die Schrift zu schweigen scheint. Überlieferung im Sinne einer solchen ,Ergänzungstradition’ wurde laut Geiselmann zu einer konstitutiven „Materialquelle“ neben der Schrift. Fundamentaltheologisch ist die Rede von den zwei Quellen Schrift und Tradition, von der „Zwei-Quellen-Theorie“. Damit standen sich zwei Materialquellen praktisch unverbunden gegenüber: Die Zusammengehörigkeit beider Lehrquellen des Glaubens, ihre ursprüngliche Einheit im einen Wort Gottes, war nicht mehr ohne weiteres zu erkennen. Entsprechend dieser Trennung lösten sich Theologie und Verkündigung tendenziell von der Bibel.

3.2 Geiselmanns Hauptziele: Eine neue Verhältnisbestimmung von Schrift und Tradition

Angesichts dieser Situation will Geiselmann die Bedeutung der Schrift wieder stärken und zugleich Schrift und Paradosis zu jener Einheit zurückführen, die sie in der Theologie der Kirchenväter und bis ins Hohe Mittelalter hatten. Dafür findet er Anregung bei dem reformierten Kirchenhistoriker Jan Bakhuizen van den Brink (1896-1987), der sich dem Studium der Kirchenväter widmet und über Irenäus von Lyon und Tertullian arbeitet. Geiselmann stützt sich des Weiteren auf eine große Zahl von Gelehrten, auf Vinzenz von Lérins und Thomas von Aquin, auf das Tridentinum und Newman, v. a. aber auf Johann Evangelist Kuhn, seinen Tübinger Vorgänger im 19. Jahrhundert. Bei Kuhn sieht er seine eigene Konzeption vorgebildet. Diese Konzeption hat ihren articulus stantis et cadentis in der These von der materialen Suffizienz der Bibel, besonders seit 1962 einem breiteren Publikum bekannt unter dem Schlagwort „Schriftsuffizienzthese“.

4. Geiselmanns Konzeption

4.1 Scriptura materialiter sufficiens: Materiale Schriftsuffizienz

Gottes Offenbarung in der Geschichte in Tat und Wort, v. a. in Jesus von Nazareth gibt Kunde über alles, was wir über Gott, die Kirche und den Menschen wissen müssen, um zum Heil zu gelangen, sie ist insofern vollständig. Dieses Predigtwort Jesu wurde in soteriologischer Perspektive laut Geiselmann in „Fülle und Ganzheit“, d. h. inhaltlich vollständig und authentisch von den Aposteln verkündet: Auch deren mündliche Predigt ist lehrmäßig vollständig, sie enthält und vermittelt das gesamte depositum fidei, gestützt auf das Alte Testament, und dessen Deutung und Erfüllung in Jesus dem Christus. In einem dritten Schritt wird das Wort Gottes ebenfalls in ganzer Fülle im Neuen Testament aufgezeichnet. Daher enthält die Heilige Schrift die Fülle der geoffenbarten, heilsrelevanten Wahrheit des Glaubens und der Sitten.

Diese Wahrheiten sind jedoch laut Geiselmann in der Bibel nicht immer ausdrücklich enthalten, sondern – wie etwa im Assumpta-Beispiel – nur keimhaft, andeutungsweise oder zumindest einschlußweise. Die Bibel ist somit nicht schlechthin vollständig. Vielmehr bezeugt die Schrift manche Glaubenslehren nur in keimhafter, aber ausreichender Gestalt. Die Bibel ist somit in Hinblick auf die offenbarten Glaubenslehren hinreichend, suffizient. Das ganze apostolische Kerygma und damit die ganze christliche Glaubenslehre sind materialiter hinreichend in der Bibel enthalten. Es gibt in ihr Spuren aller heilsrelevanten Glaubenswahrheit, z. B. auch der Assumptio Mariens. Daher ist die Schrift das eine Materialprinzip des christlichen Glaubens, sie bedarf in Glaubensfragen keiner inhaltlich-materialen Ergänzung durch eine ihre äußerlich gegenüberstehende Tradition oder sonstige ihr äußere Prinzipien. Die Bibel ist in Glaubensdingen zwar nicht das entscheidende Formalprinzip, aber doch die materiale Grundlage des Glaubens, nicht eine materiale Grundlage unter anderen.

4.2 Traditio interpretativa: Überlieferung als Deutung

Wenn in der Bibel schon die ganze Glaubenslehre wörtlich oder sinngemäß enthalten ist, welche Aufgabe kommt dann der Überlieferung noch zu? Geiselmann sieht in ihr den Schlüssel zum richtigen Verständnis der Schrift, die rechte Auslegung der Bibel. Der Tradition von der apostolischen Zeit und den Kirchenvätern her ist traditio hermeneutica oder interpretativa. Mit dieser Deutungsfunktion ist sie ganz auf die Schrift verwiesen, ja, sie ist laut Geiselmann nicht mehr als ein „Annex zur Schrift“ [2]. Ihr komme in Glaubensfragen eine rein formale, deutende, hermeneutische Rolle zu. Die so verstandene Tradition ist – im Zusammenwirken mit der Kirche – das Formalprinzip des Glaubens. Auf dieser Grundlage beschreibt Geiselmann das Verhältnis von Schrift und Überlieferung: „So findet sich also ein und derselbe Inhalt sowohl in der Heiligen Schrift als ein noch zu interpretierender, als auch in der Tradition der Kirche bzw. der Väter als interpretierender“ (a.a.O. 150).

4.3 Die Einheit von Schrift, Tradition und Kirche

Wie Geiselmann mehrfach mit Möhler betont, gehören Schrift, Tradition und Kirche wesentlich zusammen. Die höchste und letztverbindliche Entscheidungskompetenz über Offenbarung, Schrift, Dogmen und moralische Fragen liegt für ihn beim Lehramt der Kirche. Dieses stützt sich auf Schrift und Tradition, aber auch auf das Glaubensbewußtsein der Gesamtkirche sowie auf Liturgie und Theologie. Seine Aufgabe ist nicht produktiv, sondern kritisch. Dieses Konzept findet Geiselmann zu Recht auch im Tridentinum [3].

Dritter Teil

4.4 Die Lebendigkeit der Überlieferung

Wie Geiselmann betont, ist Tradition ein lebendiger, kein statischer Vorgang – belebt durch die Wechselfälle der Geschichte und das Wirken des Heiligen Geistes. Auffällig ist in diesem Kontext jedoch: Die Lehre von der Inspiration der Schrift durch den Geist, ja generell das Wirken des Heiligen Geistes in der Geschichte und die Rolle der Kirche werden von Geiselmann in seinen Texten ab 1956 selten und meist eher beiläufig thematisiert. (Eine Ausnahme stellt der Text Schrift und Tradition dar, wo Geiselmann den katholischen Inspirationsbegriff ausführlich erläutert.) Sein Konzept ist auf Schrift und Tradition fokussiert – auch in Reaktion auf Bultmanns aktualistisches Konzept. Recht große Bedeutung kommt jedoch dem christlichen Glaubensbewußtsein (sensus fidelium) als einem subjektiven Element zu.

5. Theologische Wahrnehmung, Rezeption und verkürzte Rezeption

Die allgemeine theologische Wahrnehmung sah in Geiselmanns Konzeption zunächst einen durchschlagenden Neuansatz. Nun entstand der Eindruck: Thomas von Aquin und viele andere lehren im Grunde das Gleiche wie die Reformatoren, ein sola scriptura – nur ins Katholische gewendet, d. h. (nur) als materialer Befund, nicht als Formalprinzip des Glaubens. Die herkömmliche Zwei-Quellen-Theorie schien überwunden. Mit diesem dynamischen Konzept, dieser Stärkung der Schrift und Schwächung der Tradition, sah man die kontroverstheologische Gegenüberstellung katholischer und evangelischer Theologie in den vorausgehenden vier Jahrhunderten endlich durch einen neuen Ansatz abgelöst. Der Gordische Knoten schien gelöst – und Geiselmann war der Alexander, der ihn zerschlagen hatte. Katholiken konnten nun bestätigen, das biblische Gotteswort ebenfalls als die eine Quelle ihres Glaubens zu haben [5].

Andere, wie Hans Küng und Otto Hermann Pesch, gingen sehr schnell über Geiselmann hinaus. Aus Geiselmanns Schriftsuffizienz wurde eine angebliche Schriftvollständigkeit, und aus der Bibel als Materialprinzip wurde im Grunde die Bibel als Formalprinzip des Glaubens: Die Schrift bzw. die wissenschaftliche Schriftauslegung entsprechend der historischen Vernunft des Experten wurde mehr oder weniger ausdrücklich zur eigentlichen Entscheidungsinstanz in Glaubensfragen – eine Position, die Geiselmanns Denken diametral entgegensteht. Damit nochmals zurück zu Bultmann.

6. Geiselmanns These als Sicherung von Bibel, Glaube und Heilsgeschichte gegen Bultmann

Geiselmann hat starke Vorbehalte gegenüber Bultmanns Theologie, die die Mythentheorie des Tübingers David Friedrich Strauß aus dem 19. Jahrhundert aufgreift, den Geiselmann polemisch als ,großen Ketzer’ [6] kritisiert. Laut Geiselmann berichten die Apostel und folglich die Bibel gerade keine Mythen, sondern geschichtliche Wahrheit (facta historica); allenfalls kleiden sie dabei das geschichtliche Handeln Gottes in die äußere Form des Mythos.

Scharf kritisiert Geiselmann Bultmanns erklärte Interesselosigkeit gegenüber der erfolgten heiligen Geschichte und dessen Abwendung von der Bibel. In ausdrücklicher Reaktion auf Bultmann wendet er sich der Heilsgeschichte und der Bibel zu, und folglich stärkt seine These der Schriftsuffizienz die Bedeutung der Bibel. Geiselmanns Konzeption entsteht somit also nicht zuletzt als Widerstand gegen Bultmann, um gegen Bultmanns Entwertung der Geschichte das überlieferte Verständnis von Heiliger Schrift, Heilsgeschichte und Glaubenslehre zu sichern. Insofern hat Bultmann indirekt die Entstehung der These der Schriftsuffizienz begünstigt.

Generell wendet sich Geiselmann gegen jede Denkform, die nicht mit einem Wirken Gottes in der Geschichte rechnet. Eine solche Trennung des göttlichen Bereichs vom Natürlich-Irdischen bezeichnet er als „Naturismus“. Für Geiselmann beweist Israels Geschichte als Zeugnis für Gottes Handeln die Geschichtsmächtigkeit Gottes überhaupt. Umgekehrt begründet die Tatsache der göttlichen Selbstmitteilung die theologische Bedeutung der Geschichte. Das Faktum des Sprechens und Handelns Gottes in einem konkret benennbaren geschichtlichen Rahmen – dokumentiert in der material suffizienten Bibel – garantiert die geschichtliche Zugänglichkeit des Heils: Wo Gott sichtbar in die Geschichte eingegriffen hat – gemäß dem biblischen Zeugnis des auserwählten Volkes –, da ist erwiesen, daß Gott geschichtsmächtig ist bzw. daß Geschichte capax Dei ist und den Raum für Gottes Offenbarung und für den Glauben der Kirche darstellt. Geiselmann will begründen, was in unüberbietbarer Weise durch die Inkarnation geschah und sichtbar wurde: „Heilige Geschichte ist möglich, d. h. das Ewige kann sich verzeitlichen, erstens, ohne in seinem Wesen angetastet zu werden, und – was das größere Geheimnis ist – zweitens, ohne die Maße des Zeitlichen zu sprengen” (Erwin Iserloh, Kirchengeschichte – Eine theologische Wissenschaft, 12).

Anmerkungen:

[1] Heinrich Schlier, Kurze Rechenschaft, in: Karl Hardt (Hrsg.), Bekenntnis zur katholischen Kirche, Zürich 21955, 167-192, hier 174.

[2] Diese Aussage begegnet bei Geiselmann mindestens dreimal: Josef Rupert Geiselmann, Das Konzil von Trient über das Verhältnis der Heiligen Schrift und der nicht geschriebenen Traditionen. Sein Mißverständnis in der nachtridentinischen Theologie und die Überwindung dieses Mißverständnisses, in: Michael Schmaus (Hrsg.), Die mündliche Überlieferung. Beiträge zum Begriff der Tradition, München 1957, 123-206, hier 139 und 166. Sowie: Josef Rupert Geiselmann, Die Heilige Schrift und die Tradition. Zu den neueren Kontroversen über das Verhältnis der Heiligen Schrift zu den nichtgeschriebenen Traditionen (Reihe Quaestiones disputatae, Bd. 18), Freiburg i. Br. 1962, 109. Kurztitel: Josef Rupert Geiselmann, Die Heilige Schrift und die Tradition (1962).

[4] „im sensus, quem tenet ac tenuit ecclesia, und im unanimis consensus patrum liegt [...] die interpretative Tradition der Heiligen Schrift durch die Kirche bzw. durch die Kirchenväter vor. Den Sinn, den die Kirche in vergangenen Zeiten festgehalten hat (tenuit), und die übereinstimmende Schriftdeutung der Väter in Sachen des Glaubens und der Disziplin erfahren wir eben durch die Tradition. Dies hat fortan als Vorschrift zu gelten. Diese Bestimmung des Konzils von Trient nimmt das Vaticanum I auf. Indem diese aber jetzt in c. 2 De revelatione erscheint (Dz. 1788 bzw. 3007), hat sie dogmatischen Charakter angenommen.“: Josef Rupert Geiselmann, Schrift und Tradition, in: Lebendiges Zeugnis 19, Heft 2/3 (1964) 59-91, hier 62. Das Exemplar trägt den Titel ,Von der Wahrheit in Liebe’ und ist ökumenischen Fragestellungen wie dem Allgemeinen Priestertum und der Sichtbarkeit der Kirche gewidmet.

[5] Auch Geiselmann sieht in diesem erneuerten Verständnis der Schrift „eine Plattform geschaffen, die ein Gespräch zwischen den Konfessionen ermöglicht“: Josef Rupert Geiselmann, Schrift – Tradition – Kirche, ein ökumenisches Problem, in: Maximilian Roesle / Otto Cullmann (Hrsg.), Begegnung der Christen. Studien evangelischer und katholischer Theologen, Stuttgart / Frankfurt a. M. 1959, 131-159, hier 158.

[6] Josef Rupert Geiselmann, Die lebendige Überlieferung als Norm des christlichen Glaubens. Die apostolische Tradition in der Form der kirchlichen Verkündigung – das Formalprinzip des Katholizismus dargestellt im Geiste der Traditionslehre von Johannes Evangelist Kuhn (Reihe Die Überlieferung in der neueren Theologie, Bd. 3), Freiburg i. Br. 1959, 44.

Fortsetzung auf der Startseite


Eduard Kamenicky: Tradition der Kirche - und was sie unaufgebbar erscheinen läßt

Themen

Religionsunterricht
Ring-Eifel
Rosenkranz
Rosenkranz II
Rosenkranz III
San Bartolomeo
schlechte Priester
Schöpfung
Schweden
Schweigen
Seeleneifer
Selbstgerechtigkeit
Sexualerziehung
Silesius
Sinnthesen
Sixt. Kapelle
SJM
Spanien 711
Span. Bürgerkrieg
Span. Märtyrer
Stammzellen
Südsee
Sühnopfer
Theater
Theologenkongress
Theologie
Thomaschristen
Thomismus
Tier
Todesstunde
Todeswunsch
Toleranz
Tradition
Unauflöslichkeit
Urlaub
Urteilen
veilleurs
Veränderung
Verblendung
Vergebung
verlorenes Schaf
Vernunft
Verweyen
Verzicht
Vorsehung
Weihestufen
Weihnachten
Weihnachtsmann
Wiederverheiratete
WJT
Woche f. d. L.
Wunder
Wunder II
Wurzeln
Yad Vashem
ZdK
Zeugnis
Zölibat

Zu den neuesten Beiträgen