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Viganò auf deutsch

Am 26. August 2018 wurde das am 22. August verfasste, elfseitige Zeugnis vn Erzbischof Carlo Maria Viganò, ehemaliger Nuntius des Vatikans in Washington, veröffentlicht. Die Tagespost brauchte am 29. August eine deutsche Übersetzung.


Kampagnenjournalismus bei der dpa

Die dpa schweigt sich, so kann man nach einigen Tagen feststellen, über die Bombe, die Erzbischof Carlo Maria Viganò mit seiner Dokumentation und seiner Rücktrittsforderung an Papst Franziskus gelegt hat, aus. Als vor acht Jahren “Wir sind Kirche” Papst Benedikt XVI. wegen seines angeblichen Schweigens zum Missbrauchsskandal kritisierte, brachte die dpa diese Kritik fast im Stundentakt.


Die mediale Hölle

Wäre Viganos Brief gegen Benedikt XVI. gerichtet gewesen: Die Pforten der medialen Hölle hätten sich geöffnet.

Oliver Maksan in seinem Leitartikel Pontifikat in der Krise, Tagespost von heute.

Wäre dieser Skandal während der Regierungszeit von Benedikt XVI. derart hochgekocht, wären wir als katholische Kirche über Wochen hinaus nicht mehr aus den Schlagzeilen herausgekommen.

Petra Lorleberg heute auf kath.net


Petitionen

Ende August 2018 (spätestens am 2. September) wurden im Netz zwei Petitionen zur Viganosache veröffentlicht: Die eine Petition ist eine Solidaritätsadresse und Gebetszusicherung an Vigano, die andere eine Bitte an den Papst um Aufklärung. Die erste Petition wurde bis zum 28. November 2018 von 18.498, die zweite von 6927 Personen unterzeichnet.


Beunruhigend

Dass es Beobachter der kirchlichen Szene gibt, für die Viganos Bombe nicht überraschend kam, muss zutiefst beunruhigen. Tobias Klein berichtet darüber in seinem Blog. Dagegen wirken Zulehners Ablenkungsmanöver erbärmlich. Hier helfen nur radikale Aufklärung und Transparenz, aber keine Erklärungen. Ein Zitat aus dem Blogbeitrag:
"
Wenn ich mich in dieser Angelegenheit leidlich gut informiert fühle, dann verdanke ich das in erster Linie dem Blog meines Freundes Rod Dreher. Rod berichtet schon seit Ende Juni regelmäßig und ausführlich über den Fall McCarrick -- und daneben auch immer wieder über andere Fälle von systematisch vertuschtem Missbrauch, von "homosexuellen Subkulturen" in Priesterseminaren und dergleichen mehr."


Die FAZ über das päpstliche Schweigen

Soll auf jahrzehntelang beschwiegene sexuelle Gewalt nun wirklich wieder das Schweigen die offizielle Antwort sein? Welch eine Verhöhnung der Opfer! Die Fragen, welche sich aus dem elfseitigen, mit Anschuldigungen gegen die vatikanische Chefetage gespickten Pamphlet des emeritierten Vatikandiplomaten Carlo Viganò ergeben, verdienen allemal “schlüssige Antworten”, wie Daniel Kardinal DiNardo, der Vorsitzende der amerikanischen Bischofskonferenz, mitteilte.

Aus: Christian Geyer, Und sagte kein einziges Wort, FAZ vom 5. September 2018


Pressemanöver

Der Erzbischof von Phoenix fordert die vollständige Aufklärung der Vorwürfe, die Erzbischof Vigano erhoben hat. Er kenne diesen seit 39 Jahren als integre Persönlichkeit.
Nun könnte man meinen, dass die Presse ein ebensolches Interesse hat. Schaut man sich die Süddeutsche Zeitung vom 27. August 2018 an, bekommt man Zweifel. Dort weiß man es besser: “Intrige gegen den Papst”, lautet der Titel eines Artikels, der darauf abzielt, Vigano als unglaubwürdig hinzustellen. Kein Interesse an Aufklärung. Die Opfer sind vergessen. Es geht nicht um diese, sondern um die Konservativen in der Kirche. Zu denen gehört Vigano. Also wird ihm gerade daraus, dass er die Vertuschung anprangert, ein Strick gedreht. Man stelle sich vor, solche Aussagen wie die von Vigano seien zur Zeit Benedikts veröffentlicht worden. Gar nicht auszudenken, wie sehr sich gerade die Süddeutsche Zeitung darauf gestürzt hätte. So jedenfalls untergräbt die SZ ein weiteres Mal ihre Glaubwürdigkeit.


Korrupte Zustände

Der Herausgeber der amerikanischen Monatszeitschrift First things R. R. Reno hat kurz vor Veröffentlichung des Vigano-Zeugnisses einen bemerkenswerten Artikel geschrieben (Catholicism after 2018), der nun in der Oktoberausgabe erschienen ist. Er bestätigt darin die Existenz homosexueller Seilschaften in der Kirche und hält deshalb das Zeugnis Viganos für glaubwürdig. Hier zwei Ausschnitte. Ich empfehle die Lektüre des ganzen Artikels.
"
Since the revelations about McCarrick, a number of younger men have recounted hair-raising stories about their experiences in corrupt seminaries, events that took place after 2002 and public outrage about clerical sexual abuse. Whether or not things have gotten better—and, again, I think they have—the past shapes the present. It wasn’t long ago that homosexual sex wasn’t just tolerated among clergy; it was protected. And it still is in some quarters, as McCarrick’s career indicates. Were it not for revelations about sex with a minor and abuse of power, he would have remained a much-feted ecclesiastical eminence. He was part of a much larger quasi secret about gay clergy that implicates even the best of men, undermining them in the way that unaddressed, openly tolerated corruption destroys the morale of any unit.
(...)
We are moving toward an anti--establishment ecclesiastical culture, one in which the bishops have a less important role. Their canonical authority will remain intact. They are and will always be the governing authority in their dioceses. But they will lose their moral and spiritual authority. They already have."


Klerikalistisches Schweigekartell

“Ich bitte daher vor allem die Bischöfe eindringlich darum, das Schweigen zu brechen, um diese so weit verbreitete Kultur des Verschweigens zu besiegen” (Erzbischof Viganò). Der Theologe Rainer Bucher ist (am 10. September 2018) der Auffassung, dass Aufklärer, die das Schweigekartell in der Kirche aufbrechen, eine kirchliche Auszeichnung verdienen. Er meint aber nicht Vigano, sondern Pater Klaus Mertes SJ. Hatte Vigano das Pech, das “falsche” Schweigekartell aufzubrechen? Bucher kritisiert außerdem einen Klerikalismus, der den Priester unkritisierbar mache, weil dieser ein “Heiliger Mann” sei. Auf solch klerikalistischem Hintergrund kann eine Anklage tatsächlich nur noch als “blasphemisch” qualifiziert werden. Dabei muss nach Meinung Mertes’ ein guter Vater Anklagen doch grundsätzlich aushalten. Mit dem guten Vater meint er allerdings nicht den “Heiligen Vater”, sondern Gott.


Benedikts Kampf gegen den Missbrauch

Gänswein ist seit 2013 Diener zweier Herren und momentan ein Mann zwischen allen Fronten. Oben am Hügel, im Kloster Mater Ecclesiae, feiert er die Morgenmesse mit Benedikt, der mehr als jeder seiner Vorgänger gegen Missbrauch unternahm und an die 800 Priester aus dem Kirchendienst entfernte - was im Sturm deutscher Entrüstung über Skandale in Ettal oder am Canisius-Kolleg unterging.

Aus: Das Schweigen der Hirten, Der Spiegel vom 22. September 2018, S. 18. Schön, dass der Spiegel wenigstens im Nachhinein Papst Benedikt Gerechtigkeit widerfahren lässt, nachdem dieser im Jahr des deutschen Missbrauchsskandals 2010 von den Medien so sehr diffamiert wurde.


Nicht Glaubenslehre, sondern Glaubensleere ist verantwortlich

Das Ausmaß des Missbrauchs im Klerus zeugt von einer unermesslichen Glaubensleere und Gottesferne unter Priestern. Wer daran glaubt, den geopferten Leib Christi bei der Feier der Eucharistie in seinen Händen zu halten, kann nicht in der Lage sein, ihn mit dreckigen und blutigen Händen zu berühren. Mit dem offensichtlichen Glaubensmangel der Priester geht eine ausgeprägte Ausrichtung auf das Diesseits einher. Macht und Sex, sowie weltliche Anerkennung scheinen eine höhere Bedeutung zu haben, als rein und heilig vor Gott zu treten. Die Verdrängung der Dimension des gerechten Gerichts Gottes aus Predigt und Katechese, sowie die häufig bemerkbare vorrangige Ausrichtung der Kirche in Lehre und Liturgie auf den Menschen, anstatt auf Gott sind Gründe dieser fatalen Entwicklung.

Aus den Thesen zur Katastrophe des Sexuellen Missbrauchs in der Kirche, die das katholische Mediennetzwerk Pontifex vorgelegt hat. Der zitierte Passus scheint eine der wenigen Ursachenanalysen zu sein, die bei klarem Verstand geschrieben wurden. Auch Bernhard Meuser gehört dazu, der zur kirchlichen Missbrauchskatastrophe zu bedenken gab: “Wenn man sich fragt, wie all dieser klebrige Dreck sich in die Falten der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche einnisten konnte, möchte ich auf zwei merk- und denkwürdige Zahlen hinweisen: In der Seelsorgestudie der Deutschen Bischofskonferenz von 2015 liest man: ‘54 Prozent der Priester gehen nur jährlich (oder seltener statt häufiger) zur Beichte...’” Der manchmal genannte Klerikalismus dagegen ist eher verantwortlich für den Versuch, Aufklärung abzublocken und Geistliche gegen unliebsame Kritiker zu immunisieren, indem diese als Handlanger des Teufels dargestellt werden.

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