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“Die wahre Braut Jesu Christi”

Vor 250 Jahren, im Oktober 1760, erschien der erste Band des Werkes Die wahre Braut Jesu Christi (La vera sposa di Gesu Cristo) des hl. Alfons Maria von Liguori. Der zweite Band folgte im Mai 1761.

Es handelt sich um das klassische asketische Werk des großen Kirchenlehrers. Es ist, so schreibt sein Biograph Carl Dilgskron, “zunächst den Ordensfrauen gewidmet, bespricht aber nicht nur alles dasjenige, was Ordensfrauen zur Erlangung der klösterlichen Vollkommenheit benötien, sondern überhaupt alles, was zu wissen und zu tun ist, um die Tugenden zu üben; es dient daher nicht nur den gottgeweihten Jungfrauen, sondern bietet auch den nach Vollkommenheit strebenden Frommen der andern Stände eine nutzreiche Unterweisung, wenn auch jene immerhin den Löwenanteil aus der Lesung davontragen mögen. Alfonsens Braut Christi gehört zu jenen ascetischen Schriften, die wie das lehrreiche Werk Rodriguez’s, wie Juan d’Avilas’s Audifilia, des hl. Franz von Sales Theotimus, und einige wenige ähnliche nie gelesen werden, ohne tiefen, nachhaltigen und bildenden Einfluß auf das innere Leben des Lesers auszuüben.
Nachdem der Heilige in diesem Werke die Würde einer Braut Christi unt die Güter des Ordensstandes geschildert, wendet er sich zur Grundbedingung einer wahren Ordensperson: dem Verlangen nach Vollkommenheit und der Furcht vor den Unvollkommenheiten. Die Losschälung von sich selbst durch die innere und äußere Abtötung, die Losschälung von den Gütern der Erde durch die Armut und die Trennung von den Verwandten, endlich die Losschälung von der Ehre durch die Demut, bilden den Gegenstand der folgenden Capitel und wird hiervon aufs Ausführlichste gehandelt. Dem Unterbau läßt Alfonsus den Oberbau folgen. Er bespricht zu dem Ende
[= Zwecke] des Weiteren die Liebe und deren Übung; zuerst die Liebe zum Nächsten, dann die zu Gott. Bei den Lebensäußerungen derselben, der Geduld und der Ergebung in den Willen Gottes, beginnend, behandelt er ausführlich die Mittel, welche zur Weckung und Vermehrung der Liebe in Anwendung kommen müssen: das betrachtende Gebet, die Geistessammlung, die Lesung, die Andacht zu Maria, und kommt dann zur wesentlichen Übung derselben in dem Capitel: von der Liebe zu Jesu. Ein Anweisung für die Verwaltung der verschiedenen Ämter in einer klösterlichen Gemeinde und eine Lebensordnung für eine Seele, die besorgt ist, heilig zu werden, bilden den Schluß des Buches.
Alfonsus fällt über dieses Werk in einem Briefe an seinen Venediger Verleger folgendes Urteil:
‘Unter meinen ascetischen Werken ist dieses das schönste und zugleich dasjenige, welches mir am meisten Arbeit gekostet hat; es ist, um es sozusagen, ein Compendium von dem, was alle andern Autoren geschrieben haben, um eine Nonne zur Heiligkeit heranzubilden’ (Lett. di S. A. a Remondini 24. Lug. 1760).
Dieses Urteil wurde durch das Verlangen bestätigt, mit dem Alles nach dem Buche griff. Im October 1760 schreibt Alfonsus an Remondini, dass wegen der ‘vielen Anfragen, die von Neapel aus kommen,’ der Druck beschleunigt werde und am folgenden Jänner äußert er seine Unzufriedenheit darüber, dass sein Verleger in Neapel mit dem Drucke des zweiten Bandes nicht vorwärtskomme” (Carl Dilgskron C. Ss. R., Leben des heiligen Bischofs und Kirchenlehrers Alfonsus Maria de Liguori, I. Band, Regensburg, New York und Cincinnati 1887, S. 440 f).


“Von der Nachlässigkeit bei der hl. Messe”

Vor 250 Jahren, Ende 1760, erschien das Werk des hl. Alfons Maria von Liguori Von der Nachlässigkeit bei der hl. Messe und bei dem göttlichen Officium (La messa e l’officio strapazzati). Der heilige Alfons war damals 64 Jahre alt. Sein Biograph Carl Dilgskron schreibt darüber: “Mit Schmerz hatte der Heilige oft genug bemerkt, dass die zwei ehrwürdigsten Verrichtungen des Priesters, die heilige Messe und das Officium, nicht immer die ihnen gebührende Aufmerksamkeit erführen. So lange er dagegen die Stimme erheben konnte, tat er dies in den Exercitien und auf den [Volks]Missionen. Als ihm das nicht mehr möglich war, brachte er auch seine diesen Gegenstand betreffenden Mahnungen zu Papier und veröffentlichte sie Ende 1760 unter dem Titel La messa e l’officio strapazzati (Von der Nachlässigkeit bei der hl. Messe und bei dem göttlichen Officium). Das kleine Schriftchen schickte er in vielen Exemplaren den Bischöfen mit der Bitte, demselben einen Einblick zu gönnen und es den Untergebenen zu verteilen” (Carl Dilgskron C. Ss. R., Leben des heiligen Bischofs und Kirchenlehrers Alfonsus Maria de Liguori, I. Band, Regensburg, New York und Cincinnati 1887, S. 438 f).

Dieses Werk ist in Zusammenhang mit anderen praktischen Anleitungen für Priester zu sehen, die der hl. Alfons herausgab. Anfang 1760 veröffentlichte er seine Exerzitienpredigten für Priester. Dilgskron schreibt darüber: “Um den Priestern, namentlich den eigenen Mitbrüdern [im Redemptoristenorden] einen großen Eifer für das priesterliche und apostolische Amt einzuflößen, schrieb er die Gedanken, die er den Priestern zur Zeit der Exercitien ans Herz zu legen pflegte, in einem größeren Werke nieder, dem er den bescheidenen Titel gab: Selva di materie predicabili ed istrutive per dare gli esercizi ai preti (Sammlung von Materien, welche bei Priesterexercitien zur Predigt und Instruction verwendet werden können). Er hatte daran im letzten Teile des Jahres 1759 gearbeitet und im Monate Februar 1760 wurde es veröffentlicht. Das Buch zerfällt in drei Teile. Der erste handelt von der Würde und Heiligkeit des priesterlichen Standes, von der Größe der Sünde und Strafwürdigkeit der Lauheit des Priesters, endlich von den Folgen dieser; im zweiten Teile werden die priesterlichen Obliegenheiten, Predigt und Verwaltung der hl. Sacramente, sowie die dem Diener des Altars notwendigen Tugenden ausführlich erörtert. Der dritte Teil ist den Missionären gewidmet und enthält Anweisungen über die Art und Weise zu predigen und die Missionen zu halten. Einige kleinere Abhandlungen, eine Lebensregel für einen Weltpriester, eine Anweisung für einen Priester, der die höhere Vollkommenheit anstrebt, und eine Reihe geistlicher Grundsätze für einen Priester sind beigegeben.”

Dilgskron führt das Zeugnis an, das kein Geringerer als der berühmte Theologe Victor-Auguste Dechamps diesem Werk ausstellte: “Auf den ersten Blick und namentlich in Anbetracht des Titels möchte man glauben, dass das Buch eben nichts mehr sei als eine Sammlung von Texten; durchgeht man es jedoch mit Aufmerksamkeit, so findet man, dass ein Plan des Autors das Ganze wohl beherrscht und in harmonische Ordnung bringt und dass sich hier alles, was die Tradition über diese Dinge Kräftiges wie Liebliches enthält, weise zusammengetragen findet. Ein solches Werk, in dem die Texte nicht nebeneinandergestellt, sondern durch einen lebendigen und lebengebenden Gedanken ineinandergekettet sind, ist ein Problem, wie wir uns kein schwierigeres denken können. Wenn Alfonsus hier auch nur ein Echo ist, so ist er es nach Art eines heiligen Bernard” (Dilgskron 437 f).

Schließlich veröffentlichte der hl. Alfons 1761 ein weiteres Werk für Priester, nämlich über die Art und Weise, in einfacher, verständlicher Sprache zu predigen. Es hat die Form eines Briefes und trägt den Titel Lettera ad un religioso amico, ove si tratta del modo di predicare all’ apostolica, con simplicità, evitando lo stile alto e fiorito (Brief an einen befreundeten Ordensmann, in welchem von der apostolischen, einfachen und schmucklosen Predigtweise gehandelt wird). Auch diese Abhandlung sandte er an die Bischöfe mit Bitte um Weitergabe an die Priester. In seinem Begleitschreiben, das vom 10. Mai 1761 datiert, bittet er sie, “die Abhandlung zu lesen und den Predigern, auch denen, die zur Abhaltung der Fastenpredigten kommen, lesen zu lassen. ‘Es ist freilich wahr’, sagt er in Hinsicht auf letzter, ‘dass diese ihr Recept schon fertig mitbringen, aber wer weiß, ob sie sich nicht nach Lesung meines Briefes in der Zukunft mäßigen, indem sie die Rechenschaft bedenken, die jene Prediger, die sich dem armen Volke nicht verständlich machen, Gott werden ablegen müssen.’” (Dilgskron, S. 439).


Aus dem spirituellen Hauptwerk des hl. Alfons, Die Liebe zu Jesus Christus, gibt es auf kath-info einen Auszug, aus seinem Werk Elemente einer Spiritualität der Liebe vier Auszüge.

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