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Allah Mahabba

Eine Rezension von Elisabeth Pal

Die Frage nach Gott, nach der Religion und dem Sinn des Lebens – alles Fragen, mit denen jeder Mensch zu irgendeinem Zeitpunkt konfrontiert wird. So auch Leo, ein Slowake, der nun in Köln Medizin studiert. Leo ist als Atheist groß geworden, seine katholische Großmutter Anna versucht allerdings, ihm ihren Glauben näher zu bringen. Sie wird später zu seiner wichtigsten Ansprechpartnerin in Glaubensangelegenheiten. Sie nimmt sogar kurz vor ihrem Tod den weiten Weg nach Deutschland auf sich, um bei seiner Taufe dabei zu sein. Aber wie kommt es dazu?

Gleich zu Anfang seines neuen Lebensabschnittes trifft Leo einige Personen, die sein Leben stark beeinflussen werden. Da ist einmal Professor Bendixen, ein Norweger, der im Ministerium für Gesundheit in Bonn arbeitet. Er konfrontiert Leo auf dessen erster Zugfahrt nach Köln ziemlich direkt mit dem Thema Glaube, obwohl sich die beiden erst seit ein paar Minuten kennen. Dieses Gespräch bedeutet für Leo die erste Begegnung mit Gott. Dieser eigentümliche und gleichzeitig charismatische Professor hilft Leo auf seiner Suche nach der Wahrheit und wird später sogar sein Taufpate. Ihre Freundschaft vertieft sich schnell. Gerade wenn es um ethische Fragen in der Medizin - wie zum Beispiel Abtreibung - geht, kann Professor Bendixen seinen reichen Wissensschatz und seine Erfahrungen an Leo weitergeben. Auf besagter Zugfahrt lernt Leo auch Herrn Dubois kennen. Seine Frau und er stammen ursprünglich aus Frankreich und leben heute mit ihrer achtzehnjährigen Tochter Catherine und den zwei jüngeren Söhnen in Köln. Beide kommen sehr schnell ins Gespräch und beim Abschied wird Leo prompt von Herrn Dubois auf einen Besuch eingeladen. Diese unscheinbare Begegnung hat weitreichende Folgen. Zunächst einmal verliebt sich Leo in Catherine. Bei seinen immer häufiger werdenden Besuchen kommen sich die beiden näher. Außerdem ist die Familie Dubois katholisch. Sie versuchen, ihn in ihr Glaubensleben mit einzubinden. So gehen sie gemeinsam an Weihnachten zur Christmette. Dort hat Leo sein Bekehrungserlebnis. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich sein Leben völlig.

Doch wird Leo seinen neuen Weg konsequent gehen können? So wird er zum Beispiel durch Kommilitonen mit Ideologien wie der der RAF und der islamistischen Terrorbewegung Al Qaida konfrontiert, die ihn gefährden könnten. Aber Leo findet auch einen neuen Freund: Sahid, ein gebürtiger Türke, ist zwar Muslim, kann aber Gott im Islam nicht erkennen. Leo begeleitet ihn auf seiner Suche. Ihr gemeinsamer "Leitspruch" wird Allah mahabba - Gott ist die Liebe - im Gegensatz zur islamischen Version Allah ahkbar - Gott ist allmächtig.

Man könnte nun meinen, dass damit die Handlung ihr Ende gefunden hat. Es geht aber nicht allein um Leos Bekehrung, vielmehr um die Suche nach Wahrheit und was diese für den Einzelnen bedeutet. Durch die verschiedenen Ansichten seiner Freunde und Verwandten wird Leo immer wieder aufgefordert, seine Entscheidung für den katholischen Glauben zu hinterfragen. Dabei lernt nicht nur Leo Neues, sondern auch der Leser selbst wird aufgefordert, die Thematik weiterzuverfolgen. Der Autor zeigt uns, wie man Gott im Alltag erfahren kann, was die Weltreligionen Islam und Christentum vereint, und regt zum Nachdenken an. Gerade in der heutigen Zeit, in der oftmals im Namen Gottes bzw. Allahs Gewalt angewandt wird, ist Steinitz' Antwort darauf Liebe und Toleranz. Das zeigt sich in der Freundschaft von Leo und Sahid. Beide sind darum bemüht, über die Grenzen der Religionen hinauszuwachsen. Besonders passend ist auch der Prolog, dessen Inhalt für das gesamte Buch von Bedeutung ist: Hier wird die Geschichte vom Märtyrer Pantaleon erzählt, der, so wie Leo auch, Arzt war und ein ähnliches Bekehrungserlebnis hatte. Immer wieder bezieht sich Leo auf seinen Namenspatron, der ihm sogar in seinen Träumen begegnet.

Zwar ist Peter von Steinitz darum bemüht, in seinen Ausführungen über christliches Handeln objektiv zu bleiben, allerdings gelingt ihm das nicht immer. Man merkt, dass ein Katholik hier über alle Weltreligionen zu schreiben versucht, dabei aber nicht oft genug über die Grenzen seiner Religion hinaus gelangt. Dieser Eindruck ensteht vor allem zu Beginn des Buches, bessert sich dann aber in dessen Verlauf.

Die gesamte Handlung wird von Steinitz stark verknüpft: So begegnet Leo sehr vielen Menschen, der Leser merkt erst später, dass diese Begegnungen wichtig waren. Außerdem existieren mehrere Handlungsstränge, die irgendwann zusammenlaufen. Dies verleiht dem Buch einerseits Komplexität, ist aber andererseits hin und wieder sehr verwirrend. Was mich ein wenig enttäuscht hat, ist Steinitz' Schreibstil, der manchmal holprig und öfters fehlerhaft ist.

Meiner Meinung nach wendet sich dieses Buch vor allem an Katholiken. Es hat mir Spaß gemacht, es zu lesen – im Regal der Klassiker der Weltliteratur wird es bei mir trotzdem nicht landen.

Peter von Steinitz, Leo. Allah Mahabba, 431 Seiten, Berlin 2008


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