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Sei stark und werde ein heiliger Mann!

Von Larry Richards

Am 13. März 2000 bat Papst Johannes Paul II. öffentlich um Verzeihung für die Sünden, die in der Geschichte der Kirche begangen wurden. Die Kirche gestand ein, dass ihre Mitglieder sündhafte Taten vollbracht haben - sie war sündig, ja, aber nach wie vor heilig. Das gilt auch für uns! Wir sind sündige Menschen, oh ja, aber nach wie vor heilig und zum Wachstum in der Heiligkeit berufen. Wir müssen alle zur Reife Christi heranwachsen.

Jeden Tag sollten wir uns selbst zurücknehmen und Christus in uns zum Vorschein bringen. In den Seligpreisungen legt uns Jesus Christus aus, wer selig ist. Im Matthäus-Evangelium heißt es: "Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden" (Mt 5,6). Wenn du diesen Hunger nach Heiligkeit nicht verspürst, dann bitte Jesus darum.

Zu den Geschichten, die ich am liebsten erzähle, wenn ich in einer Pfarrei eine Mission abhalte, gehört mein Rauswurf aus dem Priesterseminar. Am ersten Abend sage ich für gewöhnlich mitten in einem Vortrag: "Ihr müsst wissen, dass man mich aus dem Priesterseminar hinausgeworfen hat." Alle spitzen die Ohren und reißen ihre Augen weit auf. Wenn jemand einen Moment eingeschlafen war, ruft er nun aus: "Was?" Natürlich meint jeder, es hätte einen skandalösen Grund dafür gegeben. Alle fragen sich, was ich wohl angestellt hatte, und wollen es natürlich wissen. Und ich gebe ihnen die folgende Erklärung: "Wenn ihr wissen wollt, weshalb ich aus dem Priesterseminar hinausgeworfen wurde, dann müsst ihr zum letzten Vortrag der Gemeindemission kommen; ich werde es euch dann verraten." Und alle rufen daraufhin: "Ohhh!"

Wenn sie dann am letzten Abend wiederkommen, ist dies normalerweise die dringlichste Frage. Manchmal vergesse ich, dieses Thema aufzugreifen, und dann rufen alle nach dem Schlusssegen: "Warum wurden Sie aus dem Priesterseminar hinausgeworfen?" Die Leute wollen immer Stoff zum Tratschen.

"Na, so etwas!", sage ich dann. "Ihr habt mir vier Abende lang zugehört, das waren acht Stunden eures Lebens, und ihr habt keine Ahnung, weshalb ich aus dem Priesterseminar hinausgeworfen wurde? Ich wurde aufgrund meiner Predigten hinausgeworfen!"

Der Lehrer, der mich im Predigen unterwies, war auch für meine allgemeine Ausbildung zuständig. Er war Franziskaner, klein von Gestalt. Wenn man das erste Mal eine Predigt hält, kann dies sehr einschüchternd sein, vor allem vor jemandem, der dich zu benoten hat. Jedes Mal, wenn ich meinen Mund öffnete, wurde der Franziskaner immer röter im Gesicht. (Manche behaupten, ich hätte diese Wirkung bei manchen Menschen.) Als ich fertig war, kochte er geradezu. "Warum ist er so verärgert?", dachte ich. "Es war doch meine erste Predigt."

"Wir sind zur Heiligkeit berufen", war das Thema dieser Predigt. Es war die erste Predigt, die ich je gehalten hatte. Als ich fertig war, schlug er auf den Tisch und sagte: "Zuerst einmal, Larry, will ich kein Heiliger sein! Und zweitens, wer bist du eigentlich, dass du dir erlaubst, den Menschen zu sagen, sie seien zur Heiligkeit berufen?"

"Ahhhh ...", murmelte ich. Ich war nur ein einfacher Seminarist. "Glauben Sie nicht, dass es die Aufgabe jedes Priesters ist, die Menschen zur Heiligkeit in Christus aufzurufen?"

"Nein, das ist nicht die Aufgabe des Priesters. Deine Aufgabe ist es, den Menschen zu verkünden, dass Gott sie liebt und dass alles okay sein wird", erwiderte er.

Vielleicht werdet ihr bestätigen, dass ich dieser Art von Theologie nie Glauben geschenkt habe. Ich glaube nicht, dass Gott von uns will, was nicht seinem Wort entspricht. Wie zuvor erwähnt, sagt Gott im Brief an die Hebräer: "Strebt voll Eifer (...) nach Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird!" (Hebr 12,14). Jeder ist zur Heiligkeit berufen. Hierzu gibt es keine Alternative.

Sei dir bewusst: Das größte Hindernis für die Heiligkeit ist der Stolz, und dies ist eine sehr subtile Sache. Die Pharisäer taten sehr heilige Dinge, aber sie waren nicht heilig. Warum? Weil sie es nicht aus Liebe taten. Dies war das Problem. Sie strebten nur für sich selbst nach Heiligkeit, anstatt dass sie dies aus Liebe zu Gott taten.

Meine Definition von Heiligkeit ist sehr einfach: “Wenn Gottes Wille und unser eigener Wille eins werden." Das heißt, ich verwirkliche Gottes Willen vollkommen in meinem Leben.

Gottes Wille und unser eigener Wille werden nur dann eins, wenn ich mich total in Gott verliebe. Ich möchte, dass du darüber nachdenkst, was dies für dich persönlich bedeutet. Bist du total in Gott verliebt? Können die Menschen dies von dir behaupten? Könnte jemand dies vor allen anderen Dingen von dir sagen?

Ich weiß, dass dich dies jetzt vielleicht nicht überrascht, aber du musst wissen, dass es Priester gibt, die mich nicht mögen. Vor einigen Jahren war jemand aus meiner Pfarrei auf einer Party und traf dort einen Priester. Dieser Priester fragte ihn: "Zu welcher Pfarrei gehören Sie?"

"Ich gehöre zur Pfarrei St. Josef."

"Aha, Pfarrer Larry", sagte der Priester auf der Party.

Dann fuhr er fort: "Wissen Sie, dass es Priester gibt, die Pfarrer Larry nicht mögen?"

"Ja, das wissen wir. Es gibt viele Leute, die Pfarrer Larry nicht mögen", entgegnete der Angehörige meiner Pfarrei scherzend.

Der Priester fuhr fort: "Aber wissen Sie, sogar die Priester, die ihn nicht mögen, und jeder, der ihn kennt, kann etwas Bestimmtes über ihn sagen."

"Und was können sie über ihn sagen, Herr Pfarrer?"

"Pfarrer Larry liebt Jesus Christus."

Als ich diese Geschichte hörte, dachte ich: "Wenn meine Feinde so über mich sprechen, muss ich eigentlich okay sein. Das ist gut." - Ja, Pfarrer Larry ist alles andere als vollkommen. Pfarrer Larry ist aufbrausend. Pfarrer Larry hat ein großes Mundwerk. Ich habe viele Fehler, Kanten und Ecken. Meine Fehler würden ein ganzes Buch füllen. Aber Pfarrer Larry liebt Jesus Christus. Ich wünschte, ich würde Christus noch viel mehr lieben, als es jetzt der Fall ist. Es ist einfach, darüber zu predigen, aber sehr hart, es zu leben.

Sehnst du dich danach, Jesus mehr zu lieben als alles andere auf der Welt? Der hl. Alfons von Liguori sagte, dass du als Heiliger sterben wirst, wenn du im Leben alles aus Gottes Hand annimmst und mit Freude akzeptierst. Diese Worte gelten auch für uns.

Es muss dir klar sein, dass heilig zu sein manchmal sehr wehtun kann. Es bringt dich zum Kreuz. Es wird schmerzlich sein. Je mehr du Christus in dir leben lässt, desto mehr wirst du dir selbst sterben. Deshalb gibt es keine Heiligkeit, kein Christentum, keinen liebenden Jesus, solange wir nicht die Liebe zum Kreuz in unser Leben aufgenommen haben.

Wir müssen das Kreuz lieben. Wir müssen das Kreuz annehmen. Wir müssen uns nach dem Kreuz sehnen. Jesus sagte: ,;Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach" (Mt 16,24).

Du und ich sollten täglich voller Freude zu Gott sagen:

"Dein Wille soll heute in meinem Leben geschehen." Egal, was dann an diesem Tag geschieht, wir sollten jeden Abend mit dem Gebet beschließen: "Danke, himmlischer Vater, dass du zugelassen hast, dass dein Wille heute geschehen ist!"

Wenn wir uns so verhalten, wird alles, was in unserem Leben geschieht, aus den Händen Gottes kommen - alles, außer unserer Sünde. Von Sünde sprechen wir, wenn wir uns entscheiden, unserem eigenen Willen anstatt dem Willen Gottes zu folgen. Wenn du darauf vertraust, dass Gott dich liebt, dann ist alles in Ordnung, was tagsüber geschieht, weil es aus den Händen des Vaters kommt.

Ein großartiger Mann Gottes namens Chuck Colson erzählte uns eine Geschichte von Mutter Teresa. Mutter Teresa gründete nicht nur ihren Schwesternorden, sondern auch einen Orden für Priester und Brüder. Einer der Brüder kam zu Mutter Teresa, um sich zu beschweren. Er war wütend auf seinen Oberen, weil dieser ihn um etwas bat, was er nicht machen wollte. Folglich war er sehr frustriert. Er ging zu Mutter Teresa und sagte: "Mutter, Gott schenkte mir die Berufung, mit den Leprakranken zu arbeiten." Mutter Teresa antwortete: "Mein Bruder, deine Berufung besteht darin, zu Jesus zu gehören. Das ist deine Berufung. Das bedeutet, alles zu tun, was er dir sagt. Wenn du Jesus gehörst, dann bist du sein Narr."

Ich beschwere mich oft bei meinem Seelenführer darüber, dass ich zu stark beschäftigt bin. Er hört mir jedes Mal lange zu, und dann, während ich Luft hole, sagt er: "Larry, Gott will mehr dein Herz als das, was du tust. Larry, gehört dein Herz Gott?" Das kann ich nicht ausstehen! - Aber es ist total richtig.

Wie gesagt, wir sind bereits heilig in Christus. Wir müssen uns aber für diese Realität öffnen. Wenn ich dir sagen würde: "Ich will dir den ganzen Erie-See schenken, aber ich kann dir den See nur in dem Ausmaß schenken, in dem du dich für ihn öffnest" und du dann mit einer Tasse zu mir kommst, dann kann ich dir nur eine Tasse voll schenken. Wenn du mit einer Tasse zu mir kommst, dann kann ich dir eine Tasse voll geben. Wenn du mit einem Eimer zu mir kommst, dann kann ich dir einen Eimer voll geben. Wenn du aber mit dem Becken eines Sees zu mir kommst, dann gehört der See dir. Genauso verhält es sich mit der Heiligkeit in unserem Leben. Wir sind heilig und für Gott bestimmt. Christus lebt in uns. Dann kommt es in unserem Leben darauf an, in dieser Heiligkeit zu wachsen, indem wir uns mehr öffnen, um dieses Geschenk Gottes entgegenzunehmen. Betet! Je mehr wir beten, desto mehr öffnen wir uns für die Herrlichkeit Gottes. Je weniger wir beten, desto weniger wachsen wir in der Heiligkeit.

Die Heiligkeit kommt von Jesus und nicht von uns selbst, einverstanden? Es ist genauso wie bei einem Mann, der von einer Schlange gebissen wird und im Sterben liegt. Unterdessen sieht er einen anderen Mann, der zuvor dreimal von einer Schlange gebissen wurde und genügend Abwehrstoffe besitzt, um zu überleben. Damit auch dieser Mann am Leben bleibt, müssen die Ärzte dem Mann mit den Antikörpern Blut entnehmen, um es dem Mann, der gerade gebissen worden ist, zu geben. Das Blut des Einen heilt den Anderen.

Ebenso verhält es sich mit Christus. Wir lebten in der Sünde, deshalb vergoss Jesus Christus sein Blut und gab es uns. Sein Blut macht uns heilig. Im zweiten Brief an die Korinther heißt es: "Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden" (2 Kor 5, 21). Als Jesus am Kreuz zur Sünde gemacht wurde, wurde er von der Schlange gebissen und entwickelte den Antikörper, der für das ewige Leben notwendig ist. Wenn wir zu Christus kommen, gibt er uns sein Blut. Sein Blut in uns gibt uns Kraft. Nun können wir uns vertrauensvoll dem Vater nähern: Jesus erlöst, der Vater befreit uns von der Sünde.

Wenn du dich in deinem Leben mit der Heiligkeit befassen willst, musst du dich zuerst mit deinen Sünden befassen - nicht mit jenen Sünden, denen du unterliegst, sondern mit jenen, über die du Macht hast. Im Brief an die Hebräer steht: "Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit" (Hebr. 4,16). Anstatt den Blick auf unsere Schwächen zu richten, müssen wir auf die Stärke schauen, die von Christus kommt. Im ersten Petrusbrief lesen wir: ,,Wie er, der euch berufen hat, heilig ist, so soll auch euer ganzes Leben heilig werden. Denn es heißt in der Schrift: Seid heilig, denn ich bin heilig!" (1 Petr 1,15-16).

Du wirst mich jetzt nicht ausstehen können, aber ich möchte trotzdem, dass du nun den Jakobusbrief aufschlägst, in dem Jakobus sehr herausfordernd ist: ,,Wer sich in seinen Worten nicht verfehlt, ist ein vollkommener Mann und kann auch seinen Körper völlig im Zaum halten" (Jak 3,2). Jakobus sagt uns, dass wir ein vollkommener Mann sein sollen, indem wir auf unsere Worte achten. Du kannst deinen ganzen Körper mit dem, was du sprichst, beherrschen.

Denke darüber nach, was wir so daherreden! Deshalb sagte Jesus: "Ich sage euch: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, werden sie am Tag des Gerichtes Rechenschaft ablegen müssen" (Mt 12,36). Denke darüber nach, was du manchmal zu deiner Frau sagst, wenn du wütend bist! Denke darüber nach, was du zu deinen Kindern sagst, wenn du verärgert bist. Stell dir vor, jemand hätte deinen Wutanfall in Gegenwart deiner Frau aufgenommen, und stell dir vor, jeder könnte diese Aufnahme anhören! Es macht mich verrückt, wenn die Leute sagen: "Glaubst du, was diese Person erzählte?" Ja, ich glaube es, weil ich weiß, was mir selbst manchmal über die Lippen kommt.

Der hl. Paulus erklärt uns, worüber wir nicht sprechen dürfen: "Von Unzucht aber und Schamlosigkeit jeder Art oder von Habgier soll bei euch, wie es sich für Heiligkeit gehört, nicht einmal die Rede sein. Auch Sittenlosigkeit und albernes oder zweideutiges Geschwätz schickt sich nicht für euch, sondern Dankbarkeit" (Eph 5,3-4).

Ja, die Heiligkeit verbietet schmutzige Witze. Auch du musst bedenken, was du von dir gibst. Erzählst du manchmal schmutzige Witze? Gebrauchst du unflätige Worte? Machst du sexuelle Anspielungen? Wäre Gott stolz auf das Vokabular, das du benutzt? Spiegeln deine Worte deine Heiligkeit wider?

Wir müssen mithelfen, damit das Sündigen aufhört. Wenn deine Sünden mit deiner Sprache, Begierde, Wut oder einer anderen Sünde zusammenhängen, dann lesen wir im Brief an die Hebräer, dass wir uns nach wie vor vertrauensvoll dem Throne Gottes nähern dürfen, weil er uns nun die Macht in Christus gegeben hat, über diese Dinge hinauszuwachsen. Die Apostelgeschichte ruft uns in Erinnerung, dass nicht wir uns selbst heiligen. Wir lesen, wie der hl. Petrus reagierte, als er bedrängt wurde, nachdem er und Johannes einen Kranken geheilt hatten. Petrus sagte: "Israeliten, was wundert ihr euch darüber? Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass dieser gehen kann? Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten habt. ( ... ) Und weil er an seinen Namen geglaubt hat, hat dieser Name den Mann hier, den ihr seht und kennt, zu Kräften gebracht" (Apg 3,12.16). Wenn wir in der Heiligkeit wachsen, begreifen wir, dass nichts von der Kraft, die für die Heiligkeit notwendig ist, aus uns selbst kommt. Alles kommt von Gott.

Der hl. Jean Vianney war ein echter Mann und ein großer Heiliger. Er war ein ganz normaler Pfarrer in der kleinen Pfarrei von Ars, die mitten in Frankreich auf dem Lande lag. Niemand kam dorthin. Man teilte ihm Ars zu, weil man der Meinung war, er sei nicht sehr gescheit. Er schloss als Schlechtester bei der Prüfung ab. Man dachte, er sei zu nichts fähig.

Als er nach Ars kam, betete er: "Mein Herr, mache meine Pfarreiangehörigen heilig! Nur darum bitte ich dich. Und wenn sie nicht heilig werden, dann weiß ich, dass es meine Schuld ist. Aber mache sie heilig!" Er verbrachte die Nächte im Gebet. Dieser demütige Mann hielt die feurigsten Predigten, die man sich vorstellen kann. Durch Gottes Gnade zog dieser Pfarrer von Ars die Könige und Königinnen Frankreichs an, die ihn hören wollten. Die Anzahl seiner Kirchenbesucher stieg so stark an, dass er den ganzen Tag damit verbringen musste, Beichte zu hören.

Wenn du jemals ein Heldenleben kennen lernen willst, dann lies das Leben des hl. Jean Vianney. Der Teufel zündete sein Bett an. Als Flammen aufstiegen, kamen andere Priester herbeigeeilt, um ihm zu helfen. Normalerweise kannst du solche Szenen nur im Film sehen. Sein Bett hüpfte auf und nieder. Dann stieg der hl. Jean Vianney aus dem Bett, schaute auf die anderen Priester, die zu Tode erschrocken waren, und meinte: "Das ist nur der Grappin." So nannte er den Teufel. Es jagte ihm selbst überhaupt keinen Schrecken ein. Er kämpfte jeden Tag gegen den Teufel.

Dieser große Heilige hat uns den Weg der Heiligkeit vorgezeichnet. Wenn du alles, was in diesem Buch steht, vergisst, dann erinnere dich jedoch an diese Worte des hl. Pfarrers von Ars: "Das ist die wunderbare Pflicht des Menschen: zu beten und zu lieben!" Um heilig zu werden, musst du diese beiden Dinge tun: beten und lieben. Konzentriere dich für den Rest deines Lebens auf diese beiden Dinge, so wird auch aus dir ein großer Heiliger werden!

Sei also stark und mannhaft und werde ein heiliger Mann!

Der Text ist entnommen dem 9. Kapitel Sei ein Mann, der ein heilige Leben führt, des Buches Männer sind anders. Die Bibel gibt Auskunft, von Larry Richards; deutsch von Ilona Szollár; Illertissen: Media Maria Verlag 2012, S. 199-208. Originaltitel: Be a Man! - Becoming the man God created you to be, San Francisco: Ignatius Press 2009. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Media Maria Verlags.


Nicolas Brouwet: Die pastorale Nächstenliebe des Priesters

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