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Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

Ein sich opfernder Gott

Ich suchte einen Gott, der Interesse an mir hat. Doch im Islam gibt es keinen Gott, der sich eine liebevolle Beziehung zu den Menschen wünscht. Als ich dann hörte, dass Jesus sich für mich geopfert hat, damit ich ewiges Leben und eine Beziehung zu Gott haben kann, hat mich das total berührt. Ich fühlte, dass das der richtige Weg sein musste, dass Jesus nicht nur ein Prophet war.

Der 18jährige Oguzhan Icli in seinem Artikel Wie ich vom Islam zu Jesus fand, in: idealisten.net Magazin Nr. 2/2012, S. 9.


Kind oder Sklave?

So begann ich, im Neuen Testament zu lesen. Dabei begeisterte mich, dass es - im Gegensatz zum Koran - nicht so viel um die Ungläubigen ging und was mit ihnen passieren wird. Es ging darum, dass Gott ein Vater ist und dass die Menschen, die an ihn glauben, seine Kinder sind. Das war ein krasser Gegensatz zu der Angst, die ich vor Allah hatte. Im Islam bist du ein Sklave Allahs.

Die Pakistanerin Sabatina James, die mit 18 vom Islam zum Christentum konvertierte, zitiert im Artikel von Simon Jahn Bis zur letzten Konsequenz, in: idealisten.net Magazin Nr. 2/2012, S. 16.


Göttlich

Meine erste Meinung, dass das Christentum verglichen mit dem Islam zweitklassig und minderwertig sei, hat sich gewandelt, als ich mich konfrontiert sah mit der menschlichen Person Jesu und mich daraufhin entschied, Christ zu werden. Als ich vor mir Jesus sah, seine geistliche Vitalität, sein Schönheit und unbestechlichen Mut, ein Mensch, der sein ganzes Leben für Gott und andere gab, wurde ich - was immer noch der Fall ist - durch seine Persönlichkeit tief betroffen und geriet ins Staunen. Trotz der theologischen Kontroversen über den “historischen Jesus” war ich gezwungen, ihn in der Kategorie des Göttlichen zu sehen.

Prof. Lamin Sanneh, aus Gambia stammend, konvertierte vom Islam zum Christentum und ist heute römisch-katholisch. Er ist Professor für Geschichte an der Yale-Universität in New Haven, Connecticut. Das Zitat stammt aus dem Buch von Albrecht Hauser (Hg.) Ich glaubte an Allah und träumte von Jesus, Holzgerlingen: SCM-Verlag 2010, S. 155.


Beeindruckend

Es ist wirklich beeindruckend im Christentum, wie sehr der Glaube das Leben zwischen den Menschen bestimmt. Im Islam kommt der andere Mensch erst an fünfter Stelle. Im Christentum steht die Nächstenliebe gleich neben der Liebe zu Gott. Diese Radikalität der Liebe ist imponierend.

Ein muslimischer Schüler aus Bergkamen, der den evangelischen Religionsunterricht besuchte (Idea Spektrum vom 18. Juli 2012, S. 38).


Wonach mein Herz strebt

Barino will es damals genauer wissen. Also schlägt er die Bibel auf. Er liest die angegebenen Stellen nach, und ist überwältigt. Besonders von der Person Jesus. "Er war authentisch und hat sich ganz an das Wort Gottes gehalten." Besonders seine Barmherzigkeit gegenüber Sündern bewegt Barino zutiefst. Das gebe es im Islam nicht, sagt er. Dort werde eine Ehebrecherin nach der Geburt des unehelichen Kindes gesteinigt. Als Jesus einer Ehebrecherin begegnet sei, habe er ihr vergeben. "Jesus hat nie etwas für sich getan. Er ging sogar so weit, dass er sein Leben für die anderen gab." Für Barino steht fest: "Ihm kann ich ganz vertrauen. Jesus ist das, wonach mein Herz strebt."

Aus: Swanhild Zacharias, Der Sinnsucher, über die Bekehrung des Moslems und Islamisten Barino Barsoum, in: Pro Christliches Medienmagazin 6/2012, S. 8.


Persönlich geliebt

Aus einer der neuen geistlichen Gemeinschaften erfuhr ich etwa von einer jungen Muslima, die in Südfrankreich in eine Gebetsstunde geriet, wo in der Kirche Christus im ausgesetzten Allerheiligsten angebetet wurde. Dabei wurde sie zuinnerst von dem im Gebet geäußerten Gedanken ergriffen, dass Gott einen jeden von uns persönlich liebt und in Jesus Christus, unter der Hülle der eucharistischen Gestalten, auf uns wartet. Diese unerwartete Erfahrung bei der Eucharistischen Anbetung war für sie der Anfang eines Weges, der sie zur Taufe und zur Aufnahme in die katholische Kirche führte.

Aus: Manfred Hauke, Anbetung ist mehr als Ehrfurcht, in der Tagespost vom 4. Juni 2013.


Islamist: Von der Liebesbotschaft des Evangeliums getroffen

Während eines Gottesdienstes Ende 2012 wurde Alejandro von Schuldgefühlen gegenüber seinen früheren Terroropfern überwältigt. Er begann bitterlich zu weinen. “Ich war ein harter Kerl, ein islamischer Killer”, sagt er. “Ich habe nie geweint; niemals. Doch die Liebesbotschaft des christlichen Gottes berührte mich tief. Noch am selben Tag beschloss ich, den Islam zu verlassen und Jesus nachzufolgen.

Aus dem Bericht Vom Gotteskrieger zum Menschenfischer (in IdeaSpektrum Spezial Christenverfolgung 2014) über den Muslim Alejandro, der sich 2010 den islamistischen Rebellen auf den Philippinen anschloss. Diese wollen mittels terroristischer Angriffe auf Christen auf Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen, einen islamischen Staat errichten, obwohl die Muslime nur 30% der 20-Millionen-Bevölkerung Mindanaos ausmachen.


Der Unterschied

Eine Studie aus dem Jahr 2010, die sich auf die Befragung von 45.000 Schülerinnen und Schülern in Deutschland stützt, hat gezeigt, dass bei jungen Muslimen die Gewaltbereitschaft um so größer ist, je religiöser sie sind. Bei christlichen Jugendlichen ist es umgekehrt.


Die Stellung zur Gewalt

In seinem Aufsatz "Über Gewalt im Christentum" (NZZ 14.10.06) hat Hans Maier darauf hingewiesen, dass die christlichen Lehren selber stets zu einer innerchristlichen Kritik an der Ausübung von Zwang gegen Andersgläubige Anlass gaben; das Gebot der Liebe, die auch den Feinden zu gelten hat, entzieht derartigem Vorgehen von vornherein jegliche Rechtfertigung. Eine Delegitimierung der gewaltsamen Ausbreitung des Glaubens ist aus dem Munde Mohammeds nicht überliefert. "Mir wurde nur aufgetragen, gegen die Menschen zu kämpfen, bis sie sagen: ‹Es gibt keinen Gott ausser Allah!› Wenn sie dies sagen, dann schützen sie ihr Blut und ihr Vermögen, und die Abrechnung mit ihnen obliegt Allah (am Jüngsten Tag)." Entweder als ein Teil der Predigt Mohammeds bei seiner "Abschiedswallfahrt" oder als ein eigenständiges Vermächtnis (allein fünf Belege bei al-Buchari) wird dieser Satz überliefert.

Aus: Tilman Nagel, Kämpfen bis zum endgültigen Triumph. Über Gewalt im Islam, in: NZZ vom 25/26. November 2006, S. 71. Tilman Nagel war von 1981 bis 2007 Professor für Arabistik und Islamwissenschaft an der Universität Göttingen.


Krieg und Frieden in Christentum und Islam

In der Auffassung von Krieg und Frieden - so ist am Ende festzustellen - unterscheidet sich der Islam diametral vom Christentum. Im Christentum erhält der Friede - so das ‘Historische Wörterbuch der Philosophie’ - “seine stärksten Impulse aus der christlichen Heilsbotschaft, die sich ingesamt als Verkündigung des Friedens versteht” (Eugen Biser, Friede, in: HWP 2, 1972, Sp. 1114-1117, Sp. 1115). Demgegenüber ist für den Islam, wie Tilman Nagel sagt, “das gewöhnliche Verhältnis zwischen den islamischen und den übrigen Territorien dasjenige des Krieges” (Tilman Nagel, Islam. Die Heilsbotschaft des Korans und ihre Konsequenzen, Westhofen 2001, S. 102).

Aus: Arnold Angenendt, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster: Verlag Aschendorff, 22007, S. 441


Christliche Missionsmethode

Mein Apostolat muß das Apostolat der Güte sein. Wenn man mich beobachtet, soll man sich sagen: „Wenn dieser Mensch so gut ist, dann muß seine Religion gut sein“. Wenn man mich fragt, warum ich mich so mild und gut verhalte, muß ich antworten: „Weil ich der Diener eines bin, der viel besser ist als ich. Wenn ihr wüßtet, wie gut mein Meister Jesus ist“.

Aus den Notizen des seligen Charles de Foucauld, der nach Algerien zog, um die muslimischen Tuaregs zu Christus zu führen.


Feindesliebe

Die am 3. Oktober 2010 von Bundespräsident Christian Wulff geäußerte Meinung, der Islam gehöre inzwischen zu Deutschland, sieht Spiegel-Redakteur Matthias Matussek als die Eröffnung eines neuen Religionskrieges, der über die Unterschiede zwischen den Religion neu nachzudenken zwinge. Und er tut es auch: “Ich las von der Wulff-Rede in Oberammergau, wo die letzte Aufführung der Passion stattfand. Gerade hatte ich eine Revolution erlebt. In Jesus Geschichte werden die atavistischen Rechtsbegriffe des alten Testaments verabschiedet. Nicht mehr ‘Auge um Auge’ soll gelten, sondern ‘wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, so halte ihm auch die linke hin’. Das ist die Revolution der christlichen Botschaft. Sie sagt: ‘Liebe deine Feinde’. Sie ist der islamischen diametral entgegengesetzt.” Und dann bringt Mattusek das Beispiel von Ameneh Bahrami, die von ihrem Freier Maschid, dem sie einen Korb gab, mit Säure geblendet wurde und nun ihrerseits nach dem Gesetz der Scharia Maschid zu blenden entschlossen ist.
Kurz: Der Islam gehört zu Deutschland. Die Scharia gehört zum Islam. Gehört also die Scharia zu Deutschland?


Islam und Menschenrechte

Im Christentum führte die Erfahrung des Unglaubens nicht zum Aufruf, die Ungläubigen zu töten, sondern zum Missionseifer und – nach der Entdeckung Amerikas – zu Gestalten wie Vitoria und Bartolomé de las Casas: In der christlichen Tradition stehend machten sie geltend, dass Ungläubige als Menschen die gleichen grundlegenden Rechte besitzen wie Christen. Dabei wurden sie von päpstlichen Verlautbarungen unterstützt (obwohl die spanischen Könige deren Verbreitung zu verhindern suchten).
Und hier liegt der entscheidende Punkt: Für den Islam sind Nichtmuslime keine vollwertigen Menschen. Denn islamischer Lehre gemäß ist der Mensch von Natur aus Muslim, die menschliche Natur selbst, die «fitra», ist muslimisch. Nichtmuslime sind folglich Abtrünnige, «denaturierte» Menschen. Im Islam kann es deshalb keine prinzipielle Gleichheit aller Menschen aufgrund ihrer Natur und kein für alle – unabhängig von der Religionszugehörigkeit – geltendes Naturrecht geben. Der Islam akzeptiert die modernen Menschenrechte immer nur unter dem Vorbehalt der Bestimmungen der Scharia. Deshalb kann sich gerade der «wahre Islam» nicht in die Moderne integrieren.

Aus dem Artikel von Prof. Dr. Martin Rhonheimer, Töten im Namen Allahs. Gewalt und theologische Tradition im Islam, NZZ vom 6. September 2014


Verhöhnung der Opfer

Es gibt keinen “christlichen Terror”. Niemand, der Bomben legt, kann sich damit auf das Evangelium berufen. Wer es dennoch tut, handelt im offenen Widerspruch dazu. Islamistische Terroristen - auch wenn sie eine kleine Minderheit unter den Muslimen sind - berufen sich dagegen auf den Koran. Selbstmordattentate, Terror von Islamisten führen in der arabischen Welt regelmäßig zu Bekennerschreiben und nicht selten zu Jubel in den Straßen. Christen in aller Welt haben die Anschläge von Norwegen mit Entschiedenheit verurteilt und für die Opfer gebetet.

Markus Reder, Chefredakteur der Tagespost, in der Ausgabe vom 30. Juli 2011. Er kritisiert darin die Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan vom “christlichen Terror” und findet diese Instrumentalisierung der Anschläge Anders Behring Breiviks vom 22. Juli widerlich und opferverhöhnend. Doch finden wir diese Instrumentalisierung nicht nur bei Erdogan, sondern auch bei der Memorandumsunterzeichnerin Saskia Wendel.


Geburtsfehler

Jesus Christus war ein gewaltfreier, herrschaftskritischer Religionsstifter. Er war kein Kriegsherr und kein Kriegstreiber wie Mohammed. Der Geburtsfehler des Islam liegt in seiner Gründungsfigur, seinem “Propheten”. Das Christentum als von der Wurzel her selbstkritische und herrschaftskritische Religion ist - wie seine (Befreiungs-)Theologie beweist - geistig im Jahr 2014 angekommen, der Islam in breitesten Teilen nicht. Für Letzteres gibt es keine historische Entschuldigung mehr.

Aus dem Kommentar Herrschaftsreligion von Christ in der Gegenwart, Ausgabe vom 21. Dezember 2014


Wie der Islam reformiert werden kann

Ruft man im Islam zurück zu den ursprünglichen Texten, wird nichts verbessert. Denn gerade dort finden sich die Aufrufe zum Dschihad und Futuhat, das sind Eroberungskriege. Im Sudan gab es den Versuch, die friedlichen Mekka-Suren über die kriegerischen Medina-Suren zustellen. Ergebnis: Der Reformator wurde hingerichtet. (...)
Wenn ich Koran, Hadithe und Sira studiere, stelle ich fest, dass Mohammed kein geeignetes Vorbild ist. Er ist zu widersprüchlich, zu hemmungslos. Nach 1.400 Jahren muss man sagen, dass eine Reformation des Islam nur dann gelingt, wenn man ein anderes Vorbild der Unterwerfung nimmt. Das viel geeignetere Vorbild ist Jesus. Er steht nicht unter Verdacht des Kindesmissbrauchs, bei ihm gibt es kein Gewaltpotenzial, er hat nie Menschen versklavt und keine Kriege geführt. Ich würde mich als Muslim bezeichnen, aber nach dem Vorbild von Jesus und niemals nach dem Vorbild von Mohammed. Nur so kann der Islam reformiert werden.

Aus: Kurt Beutler, “Ich will Brücken schlagen”, im Interview mit Rolf Höneisen, ideaSpektrum Schweiz. Kurt Beutler ist Autor der Bücher Zwischen Bomben und Paradies. Muslime verstehen und lieben lernen (über das Leben Mohammeds) und Perlen im Koran. Ein Christ entdeckt das Buch der Muslime.


Perdono

Von Robert Walker

"Perdono, perdono, perdono", "Ich verzeihe" - das waren die letzten Worte der italienischen Ordensschwester Leonella Sgorbati, die vor fünf Jahren, am 17. September 2006, nach 38 Jahren aufopferungsvoller Arbeit in Afrika von zwei fanatischen Muslimen in Somalia ermordet wurde, allem Anschein nach aus Rache für die Regensburger Rede des Papstes.

Größere Gegensätze sind kaum denkbar: Hier Liebe bis zur Selbstaufopferung, dort Hass bis zum Morden. Wenn islamistische Selbstmordattentäter manchmal als "Märtyrer" bezeichnet werden, sollte man nicht übersehen, dass dann dieses Wort einen völlig anderen Sinn hat als im Christentum: hier Leben und Sterben im Dienst der Liebe, dort Leben und Sterben im Dienst des Hasses, und beide Male in der jeweiligen Nachfolge des Religionsstifters: einmal Jesu Christi, der aus Liebe gestorben ist und seine Jünger in diese Nachfolge hineinruft, auf der anderen Seite Mohammeds, der mindestens drei Kriegszüge anführte und seine Anhänger lehrte, es ebenso zu tun.

Als Christ sollten wir jeden Menschen, der uns begegnet, bedingungslos lieben, unabhängig von seiner Religion. Der sel. Charles de Foucauld, ebenfalls ein Märtyrer, der in äußerster Armut das einfache Leben der islamischen Tuareg in der Sahara teilte und ihnen Bruder wurde, zeigt uns den einzigen Weg der Mission: den über die Macht der Liebe.

Diese Liebe bedeutet nicht Blauäugigkeit, die sich über das Gewaltpotenzial hinwegtäuscht, das im Islam steckt. Und umgekehrt sollte das Wissen um dieses Gewaltpotenzial nicht dazu führen, alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen: Die islamische Gemeinde vor Ort stand hinter Sr. Leonella! Dennoch wusste sie um die Lebensgefahr, in der sie schwebte. Sie hatte oft über den Tod gesprochen, aber ohne Angst davor, wissend, dass ihr Leben in Gottes Hand stand.

Die Nächstenliebe, die vom Christen verlangt wird, ist keine Liebe, die blind macht. Der oft grausamen Wirklichkeit ins Antlitz zu schauen und trotzdem in der Liebe zu bleiben, ist die Haltung des Christen. Schwester Leonelle hat es uns vorgemacht.


Alles verloren und alles gewonnen

Wir haben alles verloren: Haus, Arbeit, Familienmitglieder. Aber wir haben das größte gewonnen, was ein Mensch gewinnen kann: das Wissen, dass Jesus Christus unser Retter ist.

Ramir, ehemaliger syrischer Muslim; Quelle: Open Doors, 2014


Der entscheidende Unterschied: die Liebe

Nicht der Vorwurf des Tritheismus, auch nicht das Missverständnis einer leiblichen Zeugung des Sohnes durch den Vater ist der entscheidende Dissenspunkt zum Christentum, sondern die im Kreuz Jesu gipfelnde “Niedrigkeit” Gottes als Ausdruck seiner Liebe und Nähe. In der göttlichen Hingabe seiner selbst zeigt sich vor allem, dass Gott Liebe ist; dass der “Sohn” das gottgleiche Sein beim Vater “nicht wie ein Beutestück festhält, sondern (aus Liebe zum Vater und zu den “Verlorenen” um ihrer Rettung willen) Menschen gleich wurde, Knechtsgestalt annahm und sich selbst erniedrigte “bis zum Tod am Kreuz” (Phil 2, 5ff). Aus der Erfahrung dieses geschichtlich wahrnehmbaren Geschehens spricht der 1. Johannesbrief schließlich aus, was Gottes Wesen ist: “Gott ist Liebe” (1 Joh 4, 8.16). Daher auch die Dreifaltigkeit Gottes: Liebe ist Gott zunächst innertrinitarisch, in Beziehung zu sich selbst als Beziehung von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist; dann aber auch in der Beziehung zur Schöpfung (den Menschen), für die er selbst Mensch wird und “sein Leben hingibt”. Das alles ist für den gläubigen Muslim undenkbar, der ein glasklares, schon philosophisch zu nennendes monotheistisches Gottesbild hat. So betont der Koran gerade die absolute Überlegenheit, Souveränität und Einzigkeit Gottes (z.B. Sure 112). Zu sagen, dass Gott Liebe sei, wäre - erklärt jedenfalls der große muslimische Theologe al Ghazali - Gotteslästerung: Denn dies würde dem majestätischen Gott eine Nähe zum Menschen unterstellen, die seiner göttlichen Würde Abbruch täte (vgl. Johann Bouman, Glaubenskrise und Glaubensgewissheit, Die Theologie Al-Ghazalis und Augustins im Vergleich, Gießen/Basel 1990, S. 250-258).

Aus: Norbert Clasen, Warum Mulime und andere Monotheisten nicht zu demselben Gott beten wie die Christen. Die Einzigartigkeit des christlichen Glaubenszeugnisses, in: Una Voce Korrespondenz, 2. Quartal 2016, S. 181-187, hier S. 185 f.

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