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Eucharistische Gastfreundschaft?

Gedanken zum Kirchweihfest

Von P. Franz Prosinger

„Und die Heilige Stadt, das himmlische Jerusalem, sah ich vom Himmel herabsteigen von Gott her: geschmückt wie eine Braut, die sich geschmückt hat für ihren Bräutigam“ (Offb 21,2). – Vom Geheimnis der Kirche als Braut bzw. vom Geheimnis der Ehe im Hinblick auf Christus und die Kirche spricht auch der hl. Paulus im Epheserbrief (5, 25-32). Er nennt es ein mystêrion, Hieronymus übersetzt ins Lateinische: sacramentum. Das Abbild der Verbindung von Mann und Frau zu einem einzigen Leib verweist in die umfassendere und tiefere Einigung von Christus und seiner Kirche zu einem einzigen geheimnisvollen Leib.

Das deutsche Wort „Kirche“ kommt vom griechischen kyriakê und bedeutet „dem kyrios gehörend“ – zu ergänzen ist oikía, und das bedeutet „Haus“ oder „Familie“ des Herrn. Vom Haus Gottes ist im Introitus des Kirchweihfestes die Rede als Bet-El, dem Ort bzw. Stein, auf welchen der Patriarch Jakob sein Haupt gelegt und im Traum die Himmelsleiter gesehen hatte, auf welcher die Engel auf- und niedersteigen. Er salbte diesen Stein und sagte: „Furchterregend ist dieser Ort, wahrhaft, hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und die Pforte des Himmels“ (Gen 28,17).

Das Haus Gottes, der aus Steinen erbaute Tempel, war aber schon im alten Israel keine anthropomorphe Domestizierung Gottes auf einen eingeschränkten Wohnraum (vgl. 1 Kön 8,27; Jer 7, 3-7), sondern das „Zelt der Begegnung“ (Ex 27,21 etc.), in welches nur Glaube und Gebet eintreten läßt. Die hl. Theresia von Avila vergleicht die Seele jedes Menschen mit einer Burg, in welche nur das Gebet Zugang ermöglicht, und sie nennt es eine bestialidad, daß so manchen Menschen ihre eigene Seele verschlossen bleibt (Die Seelenburg, Kap. I,7 – Pater Gracián korrigierte das harte Wort „Bestialität“ und setzte „Greuel“). Das äußere Haus ist also nur Ausdruck der Wohngemeinschaft, der Familiarität. In 1 Petr 2, 4-6 wird das Gebäude als Bild der Wohngemeinschaft ausgedeutet: Christus ist der lebendige Stein, auf welchem wir auferbaut werden als lebendige Steine zu einem geistigen Haus, einem Tempel für ein heiliges Priestertum, um geistige Opfer darzubringen durch Christus zum Wohlgefallen des Vaters. Allerdings bleibt in diesen Versen die Frage offen, wie wir zu dem lebendigen Stein so hinzutreten können, daß auch wir zu lebendigen Steinen werden.

Wo neues Leben entsteht, wo eine Geburt stattfindet, da muß es auch ein mütterliches Element geben. In diesen Zusammenhang führt uns das Johannesevangelium. Der Menschensohn wird sich als die wahre Jakobsleiter, das neue Bet-El erweisen (1,51), und zwar ist es sein eigener, in den Tod gegebener und wieder auferstandener Leib, der als Tempel dient (2,19.21). Dazwischen steht das Wort an die Frau auf der Hochzeit, welche um den Wein der hochzeitlichen Freude bittet, mit dem Verweis auf Seine Stunde (2,3f). Danach spricht der Täufer als der Freund des Bräutigams von seiner Freude darüber, daß dem Bräutigam die Braut gehört (3,29). Dieser erweist sich als der „von oben“ her Kommende (3,31). Davon war aber bereits die Rede im Zusammenhang einer neuen Geburt „von oben“ her, welche allein eintreten läßt in das Reich Gottes (3,3). Diese Hinweise und Verweise ziehen sich durch das ganze Evangelium und bündeln sich schließlich in „jener Stunde“, in welcher der Jünger die Mutter in das Eigentum aufnahm (19,27; tà idía wie in 1,11; lambánein wie in 1,12; 3,27.33). „Von oben“, von dem am Kreuz erhöhten neuen Adam, wird der Geist übergeben (19,30) und es strömen Blut und Wasser aus seiner geöffneten Seite (19,34). Der Evangelist, der dies bezeugt (19,35), erklärt in seinem ersten Brief, daß sich die neue Geburt aus Gott ereignet durch die zeugende Kraft von Wasser, Blut und Geist (1 Joh 5,4-12). Aber um mit dem Sohn das Leben zu haben (ebd. Vers12), muß der Jünger die Mutter in das Eigentum nehmen. Mit ihr richtet er den heilsamen Blick auf den Durchbohrten (19,37). Die hierzu zitierte Prophezeiung in Sach 12,10 ist verbunden mit einer Trauer so wie man Totenklage hält und trauert um den einzigen Sohn, und mit einem Geist des Erbarmens und des Flehens, und schließlich mit einer hervorströmenden Quelle zur Reinigung von Sünde und Befleckung (13,1). In Ez 47,1-12 schenkt dieser, aus der Seite des Tempels entströmende Quell neues Leben, und vor allem – in 36,25 – ein neues Herz. Da dem am Kreuz erhöhten Bräutigam das Herz durchbohrt wird, fährt auch durch das Herz der Frau unter dem Kreuz ein Schwert des Schmerzes (Lk 2,35; in Ez 14,17 durchfährt das Schwert das Land Israel). Der Jünger „wird – am Ort des Kreuzes – neu geboren zum Sohn der neuen Mutter“ (Stefan Oster, Person und Transsubstantiation, Freiburg 2010, S. 450f). Sie wird hier zur Mutter „ihrer übrigen Kinder, welche die Aufträge Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben“ (Offb 12,17). Der „Raum“, in welchem sie geboren werden, eröffnet sich durch das Aufbrechen der Herzen des am Kreuz erhöhten neuen Adam und der unter dem Kreuz stehenden neuen Eva, so daß auch unser „Herz aus Stein“ aufgebrochen und in ein „Herz aus Fleisch“ umgewandelt werden kann (Ez. 11,19; vgl. S. Oster, ebd. S. 464; 471). Das ist das Brautgemach der Kirche: hier wird der eine geheimnisvolle Leib geformt und auferbaut zu einem neuen Tempel, bis schließlich, umgeben von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, die Heilige Stadt herniedersteigt, geschmückt wie eine Braut, die sich geschmückt hat für ihren Bräutigam (Offb 21,2).

Dieser Quellgrund ihrer Existenz eröffnet sich der Kirche immer neu in der Vergegenwärtigung und Darbringung des geopferten Leibes und des ausgegossenen Blutes ihres göttlichen Bräutigams. Zusammen mit Ihm bringt sie als ganze und in ihren einzelnen Gliedern auch ihren Leib dar als „ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer“ (Röm 12,1). Dieser Logos-gemäße Gottesdienst, von dem Paulus hier spricht, sieht eben die Einheit der Darbringung „unserer Leiber“ in Einheit mit der Darbringung des Leibes Christi (Röm 7,4), mit welchem wir „zusammengewachsen“ sind in seinen Tod und in seine Auferstehung (6,5: symphytoi). So kann der heilige Augustinus erklären, daß wir das empfangen, was wir sind: den Leib Christi (unter anderem im Sermo 227). Oder: wir werden immer neu, was wir sind, indem wir unseren Leib mit Seinem Leib hineinopfern in die Entäußerung bis in den Tod und so wiederum und noch tiefer eingehen in seinen verherrlichten Leib (vgl. Phil 3,10.21).

Die Opferdarbringung des „ganzen Christus“ (Christus totus bei Augustinus), Seines Leibes zusammen mit dem Leib all seiner Glieder, ist das priesterliche Werk der Versöhnung und Verherrlichung des Vaters (vgl. Joh 17,1.19), wodurch auch alle mitopfernden Glieder in einem allgemeinen Priestertum teilnehmen am Priestertum des Herrn, geformt zu „einem königlichen Priestertum, einem heiligen Volk“ (1 Petr 2,9). Die Vorgabe des Hauptes gegenüber seiner Braut, der Kirche, wird vergegenwärtigt durch ein besonderes Priestertum im Sakrament der Weihe, welches aber in seiner hierarchischen Entfaltung sichtbar eingefaltet ist als descendens a capite uno („herabsteigend von dem einen Haupt“). So argumentiert der heilige Ignatius von Antiochien im Hinblick auf die notwendige Unterordnung des Priesters unter seinen Bischof (en míã[i] hypotagê[i], Ad Eph II,2) mit der „Einheit des Altares“ (entòs toû thysiastêríou ebd. V,2). Dieses Argument gilt auch von der sichtbaren Einheit der Bischöfe untereinander und mit dem apostolischen Oberhirten. Christus ist der Altar als Opferpriester und Opfergabe und Opferstätte zugleich (vgl. Heb 9,14: „Das Blut Christi, der sich selbst im ewigen Geist als ein makelloses Opfer Gott dargebracht hat.“).

Diese heilige Vereinigung, das Einswerden von Bräutigam und Braut zu einem einzigen Leib in der Opferhingabe an den himmlischen Vater, ist in vielfacher Weise bedroht. Wäre man sich bewußt, daß die Kirche in der Darbringung des heiligen Meßopfers in ihr Brautgemach eintritt, so wäre die Rede von einer „eucharistischen Gastfreundschaft“ als widersinnig entlarvt. Gäste können in verschiedenen Räumen bewirtet werden, aber das Brautgemach ist reserviert dem Bräutigam und der Braut (vgl. Joh 3,29). Wir empfangen, was wir sind: der eine Leib Christi. Wer nicht schon ein Leib ist mit Ihm (durch Taufe, Glaube und sichtbare Übereinstimmung der Gemeinschaft in Seinem Leib, wobei in extremis eine spätere Regulierung präsumiert werden kann), der kann seinen eucharistischen Leib nicht empfangen. Wo die heilige Messe gefeiert wird, da ist die ganze Kirche. Umgekehrt kann aber auch die heilige Messe nicht gefeiert werden, wo nicht die ganze Kirche wirksam gegenwärtig ist. „In diesem Sakrament wird euch ans Herz gelegt, wie ihr die Einheit lieben sollt“ (Augustinus, Sermo 227). Außerhalb der sichtbaren kirchlichen Einheit kann das Sakrament gültig vergegenwärtigt werden, aber es wird nicht als Opfer der ganzen Kirche dargebracht, wozu es eingesetzt ist.

Angesichts sakrilegischer „Gastfreundschaft“ im Brautgemach der Kirche versucht man auf der anderen Seite, die Sache auf eigene Faust in Ordnung zu bringen. Aber nach dem theologischen Grundsatz der „Einheit des Altares“ kann es keine Weihe von Bischöfen geben ohne apostolischen Auftrag und Sendung (als Dogma definiert vom Konzil von Trient: DS 1777). Auch hier kennt das Brautgemach seine eigenen Gesetze, und zwar göttlichen Rechts, auf Grund seiner wesentlichen Struktur als Organismus des einen Leibes Christi und seiner Kirche. In diesem Sinn schreibt der hl. Paulus an die Korinther: „Ich habe euch anverlobt einem einzigen Mann als eine keusche Jungfrau, Christus darzubieten“ (2 Kor 11,2). Und er sagt, er eifere um uns mit göttlicher Eifersucht: im Brautgemach der Kirche darf es keine Gastfreundschaft geben und keinen Partnertausch. Die Kirche kannte im Altertum den Brauch, eine konsekrierte Hostie durch einen Diakon oder Priester in die Nachbardiözese zu bringen. Der Empfang dieser hl. Kommunion war der Beweis, daß es auch untereinander nicht die geringste Differenz gab. – Bevor man in unserer Zeit über ein gemeinsames „Abendmahl“, das „Brechen des Brotes“, das „offene Mahl Jesu mit Zöllnern und Sündern“, diskutiert – so geschehen während des Papstbesuches in Deutschland -, sollte man sich, auch innerhalb der katholischen Kirche in diesem Land, zuerst fragen, was dieses Sakrament eigentlich bedeutet.

Nun könnte man einwenden, daß sich eine so anspruchsvolle Eucharistielehre, der Eintritt in das Brautgemach der Kirche, die exklusive Vereinigung von Bräutigam und Braut zu einem einzigen geheimnisvollen Leib in der gemeinsamen Opferhingabe an den Vater, heute nicht mehr vermitteln läßt. Auf eben jenen Einwand ging Prof. Leo Scheffzcyk in der letzten Stunde eines Hauptseminars über die Symbolik der Geschlechter und das Sakrament der Ehe ein (im SS 1975 an der LMU in München) – und er bekannte uns Studenten in eindrucksvoller Weise, daß wir das Christentum nur ganz oder gar nicht annehmen können. Wer die Worte des Herrn über Brot und Wein nicht wörtlich annehmen kann, der sollte lieber die Finger davon lassen.


Wer ist die Kirche?

Von P. Franz Prosinger

In seiner Predigt in Berlin am 22. September 2011 hat Papst Benedikt XVI. nach Joh 15,1-8 die innige Verbindung Christi mit seiner Kirche im Bildwort vom Weinstock und den Reben erklärt. Die „Krise“ der Kirche, ihre notwendige Unterscheidung (krísis), betrifft die äußere Erscheinung und ihr eigentliches Wesen. “Manche bleiben mit ihrem Blick auf die Kirche an ihrer äußeren Gestalt hängen. Dann erscheint die Kirche nur mehr als eine der vielen Organisationen innerhalb einer demokratischen Gesellschaft, nach deren Maßstäben und Gesetzen dann auch die so sperrige Größe `Kirche´ zu beurteilen und zu behandeln ist. Wenn dann auch noch die leidvolle Erfahrung dazukommt, daß es in der Kirche gute und schlechte Fische, Weizen und Unkraut gibt, und der Blick auf das Negative fixiert bleibt, dann erschließt sich das große und tiefe Mysterium der Kirche nicht mehr.”

Dabei ist Weinstock nicht nur irgendein Beispiel eines organischen Gewächses im Unterschied zu einer bloßen Organisation, sondern Bild der Begegnung und Vereinigung von Braut und Bräutigam (Jes 5,1-7; Ez 19,10; Hld 7,13). In Jes 61,10 wird die künftige Heilszeit als Hochzeit der Seele mit ihrem Gott im Geschmeide der Braut und im priesterlichen Kopfschmuck des Bräutigams gezeichnet, worauf das Finale der ganzen Offenbarung zurückkommt: „Und ich sah die heilige Stadt, das himmlische Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Gemahl geschmückte Braut“ (Offb 21,2). – Nicht nur linke Utopisten, auch so manche Traditionalisten laufen Gefahr, in der Kirche nur eine Organisation zu sehen, die sich selbst verraten hat, da sie entweder noch nicht ist, was sie werden sollte, oder nicht mehr ist, was sie einmal war. Und auf beiden Seiten besteht die Versuchung, auf eigene Faust das Neue durchzusetzen oder das Alte wiederherzustellen. Aber im eigentlichen Lebensgeheimnis der Kirche, im heiligen Meßopfer, im bräutlichen Gemach, in dem der Bräutigam seinen geopferten Leib und sein ausgegossenes Blut seiner Braut zur Kommunion im Opfer anvertraut, gibt es keine Eigenmächtigkeiten ohne apostolische Sendung und Einheit im mystischen Leib Christi. Wir empfangen, was wir sind, und wir sind, was wir empfangen: Sein Leib (vgl. Augustinus, Sermo 227; vergl. Eucharistische Gastfreundschaft?).

Da nun ein neues Kirchenjahr beginnt, darf dies für uns nicht nur eine Wiederholung des vergangenen sein. Jeder von der Güte des Herrn gekrönte Jahreskreis (Ps 65[64],12) sollte uns wie eine Spirale tiefer in das Geheimnis unserer Erlösung hineinführen. So wäre etwa ein besonderer Aspekt, unter dem wir in dieses Jahr hineingehen, derjenige, daß das Himmelreich einem König gleicht, der seinem Sohn die Hochzeitsfeierlichkeiten bereitet (Mt 22,2). Gleich zu Beginn des Kirchenjahres sehen wir am Fest der Immaculata, daß Christus seine Braut so geliebt hat, daß er sich für sie dahingegeben hat, um sie für sich zu bereiten als heilig und makellos (sancta et immaculata: Eph 5,25-28). Durch einen himmlischen Boten wurde die Braut um ihre Zustimmung gefragt, denn Maria hat ihr Ja-Wort anstelle der gesamten menschlichen Natur gegeben hat (hl. Thomas von Aquin, Sth III, 30,1; Zweites Vaticanum, Lumen Gentium, Nr. 56).

So können wir den Advent als die Zubereitung des Brautgemachs betrachten und Weinachten beginnt mit der Antiphon zur ersten Vesper: „Da die Sonne am Himmel aufgegangen sein wird, werdet ihr den König der Könige sehen, der vom Vater ausgeht wie ein Bräutigam aus seinem Brautgemach“ (Nach Ps 19[18],6). Wiederum führt uns die Benedictus-Antiphon von Epiphanie in dasselbe Geheimnis: „Heute ist dem himmlischen Bräutigam die Kirche angetraut worden, denn im Jordan hat Christus ihre Sünden gewaschen; es eilen mit Geschenken die Weisen zur königlichen Hochzeit und über den aus Wasser gewordenen Wein freuen sich die Geladenen, alleluia“. Natürlich werden wir dann besonders hellhörig, da der Herr die Offenbarung seiner Herrlichkeit mit dem Zeichen auf der Hochzeit zu Kana verbindet (Joh 2,1-11) und zugleich auf „seine Stunde“ verweist (2,4). Wenn dann der Herr am Kreuz seine Mutter wiederum als „Frau“ anspricht, und der Jünger sie von „jener Stunde an“ in sein Eigenes aufnimmt (Joh 19,26f), dann befinden wir uns mitten im Brautgemach der Kirche. Aus der geöffneten Seite des neuen Adam geht die Kirche als neue Eva hervor. Dennoch darf die gläubige Seele den gekreuzigten und auferstandenen Herrn noch nicht festhalten, solange er nicht aufgefahren ist zu seinem Vater (Joh 20,17). Noch harrt die Kirche, ausgestattet mit vorrätigem Öl, auf den Ruf um Mitternacht: „Seht, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, Ihm entgegen!“ (Mt 25,6). – Aber all das sollen nur kleine Hinweise sein, damit jeder für sich und für die ganze heilige Kirche – pro sancta ecclesia – in diesem Kirchenjahr Altes und Neues hervorholt (vgl. Mt 13,52).

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