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Jesus, unser Gott

Von Dr. Eduard Kamenicky

Es fällt auf, daß Mißdeutungen der christlichen Botschaft etwas merkwürdig Gemeinsames haben: nämlich eine gegen ihren Kern und dessen Ernst gerichtete Tendenz, die, wo immer auch ansetzend und was immer auch unmittelbar erstrebend, stets die gleiche Wirkung hervorbringt: das Christentum seiner innersten Eigentümlichkeit und Faszination zu berauben. Ob solche Versuche das von Gott her Geschehene und Gewisse in gnostisch weitergeraunten Mystizismen verdampfen lassen, denen Wort und Werk Gottes schließlich nur Symbol und Einkleidung bleiben für das Walten geheimnisumwitterter Mächte in Aion und Kosmos, ob sie in dürrer Vernünftelei aus Gottes Rede und Tat allgemeinste Direktiven für das Leben von Welt, Mensch und Gesellschaft herausdestillieren, oder ob sie in willkürlicher Wahl und Isolierung einer Perspektive irgendwo ein Filter einbauen, das nur für Wahrheiten bestimmter Art durchlässig ist, und einen großen Wandschirm aufrichten, der die Sicht auf das Ganze verstellt, die Mitte verbarrikadiert und den Weg eines angemessenen Hinnehmens und Verstehens des göttlichen Ereignisses ungangbar macht -: in jedem Falle präsentiert sich das Christentum nach solchen Eingriffen entkernt, hat man doch sein glühendes Zentrum zunächst künstlich zerniert und dann mit einer Umsicht und Sorgfalt, als ob es sich um Atommüll handelte, beiseite geschafft; jene Mitte, die da, resistent gegen alle Säuren und Laugen der ratio, heißt: Jesus, unser Gott.

Wenn bisweilen verdutzt und wie ahnungslos gefragt wird: Progressismus, was ist denn das?, so lautet die Antwort schlicht: die heute gehandhabte Entkernungsmethode. Denn auf dieses geflissentlich verborgene Ziel konvergieren, wie es scheint, die zahllosen gedanklichen Einzelschritte eines Neuverständnisses von Glaube und Kirche hin: den im Fleisch erschienenen und faßbar gewordenen Gott, der uns in Kirche und Sakrament die fortdauernde Wirklichkeit seiner Epiphanie, die universelle Präsenz seiner leib-haftigen Greifbarkeit, sein bleibendes Hier und Preisgegebensein in sich unwiderruflich verströmender Gnade schenkt, verschwinden zu lassen. Es ist diese die ,Weisheit` des Menschen beschämende, überwindende und zuschanden machende Torheit Gottes, woran (immer wieder) der seiner selbst bewußte und wissensstolze Geist des Menschen scheitert. Wer sieht nicht, wie das, was heute so gescheit gegen die Ur-Überlieferung der Kirche, gegen das ungetrübte apostolische Verständnis des Glaubens, gegen die neunzehn Jahrhunderte lang erfolgreich zwischen Scylla und Charybdis der Häresien hindurchgesteuerte und unversehrt hochgehaltene Wahrheit unternommen wird, zutiefst darauf abzielt, diesen ,Skandal` zu eliminieren?

Wie unwürdig, wie naiv und primitiv etwa schon, sich Gott mittels Wundern in der Geschichte der Welt engagiert zu denken! Welch archaisches Hoffnungsmodell, seinen Eintritt in die Zeit zu datierbarem Geschichtsmoment vorzustellen, womöglich auf dem Wege einer Jungfrauengeburt! Welch magischer Wahn, im unerhörten Vorgang einer Transsubstantiation etwas nur Gott Mögliches für ein tausendmal wiederkehrendes Geschehen, ja für sakramentalen Alltag der Kirche zu halten! Welch rasender Paganismus, von substantieller Gegenwart des unendlichen Gottes in winzigen, materiellen Gestalten zu reden! Müssen da nicht endlich Philosophie, Religionswissenschaft, Philologie, Bibelkunde und Anthropologie vereint mit Psychoanalyse mobil gemacht werden, um solchen in sich heillos verfilzten Wust katholisch-drastischer Gläubigkeit auszuräumen?

Und so verstehen wir, wie vieles zusammenhängt: das unvermeidliche Abgleiten unzähliger legitimer Äußerungen des Glaubens an den wahrhaft gekommenen und unter uns verbliebenen Gott in die Zone des Wertlosen und Sinnentleerten, die Disqualifikation eines ganzen Spectrums der Frömmigkeit zu abergläubischem Tun; die folgerichtige Unmöglichkeit, in bewundernder Verehrung aufzuschauen zu Maria als dieses unseres Gottes Mutter; die Untauglichkeit zu Akten des Kultes, der sich auf die reale Gegenwart des menschgewordenen Gottes bezieht; die Überflüssigkeit des Schleiers der Ehrfurcht für das liturgische Handeln und die Überholtheit der vor dem Heiligsten dem Menschen innewohnenden Scheu; die Verdächtigung der adoratio als eines Reliktes von Menschen- und Götzendienst, bis hin zur neuen Sicht von Details: der Enthüllung der Kniebeuge als Byzantinismus, des Weihrauchs als allzu lang geduldeten Requisits, aus jüdischen wie heidnischen Riten überkommen, der Sakramentalien als zeitbedingter Konzessionen an die religiösen Bedürfnisse frischgetaufter Urwaldstämme germanischen oder negroiden Blutes, gleichviel - und was sonst noch alles in die gewaltige Konkursmasse des zu liquidierenden Erbes gehört, das uns Gottes 'Menschenfreundlichkeit' hinterließ. Dabei kann niemand sagen, daß solches Denken und Handeln nicht von bestechender Konsequenz wäre. Im Lichte der Inkarnation Gottes, wie wir sie bekennen, läßt sich die Welt tatsächlich nicht mehr im alten Sinne verstehen; weder kann ihre gewisse Geschlossenheit mit Erfolg behauptet, noch ihre Eigenbedeutung siegreich verteidigt werden. Das Kind der Welt ist wirklich aus seiner Bahn geworfen, es wird gezwungen, einer ganz neuen Situation ins Auge zu sehen. Dieses irritierte Weltkind - der 'alte Mensch', wie ihn die Bibel nennt - steckt in manchen Christen sehr tief und sucht sich jener Realität zu entziehen: durch Flucht, durch beflissenes Wegschauen, durch ein Leugnen oder Ignorieren der Fakten, die es so stören, oder (auch das kommt vor): durch eine hochgeschraubte, anspruchsvolle und eigenartig gewundene Theologie, die in der Virtuosität des die Dinge verschleiernden Herumredens so auffallend absticht von der hellen Klarheit und funkelnden Schärfe, die dem authentischen Lehrwort der Kirche zu eigen sind.

So ist es kein Zufall, daß jede Häresie ein verkrampftes, gequältes, greisenhaftes Gesicht hat. Verzweifelt festhaltend an der in Christus längst untergegangenen Welt, jagt sie einer doppelten Utopie nach: der Restauration jener vermeintlichen Autonomie, wie sie als Folge tragischer Trennung von Gott ein Grundzug der Schöpfung im Weltalter des Fluches war, und leidenschaftlichen Zurückdrängung des hereingebrochenen und mit der Inkarnation und allen ihren Folgen dem Menschen gleichsam zu sehr auf den Leib gerückten Gottes in eine Distanz von uns, in der es sich, wie sie wohl meint, freier und leichter atmen läßt.

Umsonst. Jede Weihnacht macht es sichtbar, jeder Akt des Glaubens erhärtet es: "Gott, der in Windeln liegt im kalten Stalle", wie es im Liede heißt - in einer alle Modernismen in den Schatten stellenden Kühnheit des Ausdrucks für das Geschehene und für echt katholischen Jubel darüber, eines Ausdrucks, der übrigens in dem, was die Dogmatik nüchtern communicatio idiomatum nennt, seine Grundlage und seine Erklärung findet -, liegt ebenso wahr, wo das Geheimnis des Glaubens gefeiert wird, auf dem Corporale. Er läßt sich nicht mehr aus seiner Welt hinausdiskutieren. Und wie ihn die Verweigerung eines ersten Obdachs nicht hindern konnte, seinen Plan zu verwirklichen, wird ihn auch kein letzter Versuch, ihm die Türe zu weisen, zu dessen Revision mehr bewegen.

Wie ruft die Kirche, mit bestem Recht triumphierend, in der heiligen Nacht? "Jetzt ist Er da!" Mögen auch manche Herodes-Enkel in Ingrimm die Fäuste ballen, mag auch eine noch so laute Schar modischer Duodezketzerlein Einspruch erheben - Er ist da.

Veröffentlicht 1973 in der von Kamenicky geleiteten Zeitschrift Entscheidung. Wiederveröffentlicht im Sammelband Ruinen im Licht.

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War Jesus ein politischer Rebell?

Von Michael Hesemann

Der Spiegel hat in seiner Osterausgabe 2011 die These von Jesus als einem politischen Rebell wieder aufgewärmt. Michael Hesemann, Historiker und Autor von Jesus von Nazareth, hat in einem Leserbrief darauf geantwortet.

Jesus als galiläischen Che Guevara zu deuten, das ist doch nun wirklich ein Ladenhüter der 1968er, den seriöse Historiker und Theologen nie sonderlich ernst genommen haben! Diese These ist schnell widerlegt: Warum haben die Römer dann nur ihn und nicht auch seine angeblich so gewaltbereiten Anhänger festgenommen, die stattdessen jahrzehntelang unbehelligt erst in Jerusalem, dann im ganzen Reich aktiv wurden? Warum fand die erste Christenverfolgung erst über drei Jahrzehnte nach dem Tod Jesu statt, als man den Christen zwar „verderblichen Aberglauben“ (Tacitus), nie aber politisches Potenzial vorwarf? Und weshalb hat sich die Jerusalemer Urgemeinde dann so strikt geweigert, am jüdischen Aufstand des Jahres 66 teilzuhaben und sich stattdessen friedlich und tatenlos in das heutige Jordanien zurückgezogen?

Nein, ein politischer Rebell namens Jesus wäre genauso schnell wieder vergessen worden wie ein Judas aus Gamla oder ein Simon Bar Kochba. Doch statt Widerstand gegen die Steuereintreiber lehrte der Mann aus Nazareth, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, und predigte ein Königreich, das „nicht von dieser Welt“ war. Statt am Kreuz zu scheitern besiegte er den Tod. Seine Anhänger wurden nicht Zeugen seines desillusionierenden Scheiterns, sondern seiner ruhmreichen Auferstehung. Das allein gab ihnen die Kraft, allen Gefahren und Verfolgung zu trotzen und das Evangelium in der ganzen damals bekannten Welt zu verkünden. Nicht Rom forderte Jesus heraus, sondern uns alle: eine bessere Welt, eine Zivilisation der Liebe zu schaffen!


In Christus allein ist Heil

Christus ist also der Eckstein dieser Heilssendung, ein Stein, die die Bauleute “verworfen” haben; nicht nur die Bauleute der Vergangenheit, sondern auch viele, die “Bauleute” unserer Zeit sein wollen.
Doch heute wie gestern gilt, dass “in keinem anderen das Heil zu finden ist”. Wir brauchen keine Scheu zu haben, das auszusprechen. Auch Petrus hat keine gehabt und ebensowenig die Heiligen im Laufe der Geschichte. Besonders scheute sich nicht der Heilige, dessen wir heute gedenken: der hl. Bernardin von Siena, der die Verehrung für den Namen Christi in viele Städte der Halbinsel zu tragen vermochte, indem er in den Herzen das Feuer der Liebe zu ihm entzündete.
In Christus allein ist Heil. Dieses Wissen hat die Kirche - und wir mit ihr - von den Aposteln als Erbe erhalten. Dieses Wissen ist im Zweiten Vatikanischen Konzil offenbar geworden, wo man daran erinnerte, dass die Kirche “vom Heiligen Geist angetrieben (wird), mitzuwirken, dass der Ratschluß Gottes, der Christus zum Ursprung des Heils für die ganze Welt bestellt hat, tatsächlich ausgeführt werde” (LG 7).

Johannes Paul II. in seiner Predigt bei der Eucharistiefeier mit den zur Vollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz nach Rom gekommenen Erzbischöfen und Bischöfen am 20. Mai 1986, damals Pfingstdienstag.

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