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Die nicht genutzten Vollmachten Ich setze großes Vertrauen in den "sensus catholicus" unserer Laien. (...) Ich denke oft daran, daß im 4. Jahrhundert, als sich die Bischöfe selbst in großer Zahl in die arianische Häresie verstrickt hatten, der "sensus catholicus" der Laien sich nicht täuschen ließ und daß sie rechtgläubig blieben. Aus einem Brief von Franjo Kardinal Seper an den kroatischen Pater Milan Mikulich, abgedruckt am 27. April 1972 in der amerikanischen Zeitschrift "The Wanderer", in deutscher Übersetzung im FELS, September 1972, S. 249. Nestbeschmutzer Aus einem Interview mit Erzbischof Malcolm Ranjith Gianni Cardinale: Im Jahr 2000 wurde die Erklärung Dominus Iesus über die Einzigkeit und Heilsuniversalität Jesu veröffentlicht. Hat das Probleme im Dialog mit den Buddhisten geschaffen? Erzbischof Ranjith: Um die Wahrheit zu sagen, war ein erstes Problem schon 1994 entstanden, als Johannes Paul II. sein Buch-Interview mit Vittorio Messori veröffentlichte: Die Schwelle der Hoffnung überschreiten, in dem Aussagen über den Buddhismus enthalten sind, die Reaktionen auslösten. Verbreitet wurden diese Behauptungen jedoch von Außenseitern, die aus dem Ausland kamen. Sie waren es, die in den Zeitungen Sri Lankas die Nachricht breittraten, der Papst hätte in diesem Buch den Buddhismus angegriffen; Artikel, die die Spannungen verschärften und das, obwohl viele das Buch des Papstes nicht einmal gelesen hatten. Ein buddhistischer Mönch, den ich kannte, schrieb dann aber in der größten englischsprachigen Zeitung Sri Lankas, dem Daily News, einen Artikel, in dem er den Heiligen Vater verteidigte. Er schrieb, dass laut den Anweisungen Buddhas, alle Lehren kritisch untersucht werden müssten, folglich auch seine eigenen. Und dass der Papst daher sehr wohl das Recht habe, zu sagen, was seiner Meinung nach an der buddhistischen Religion negativ sei. Paradoxerweise kam die Kritik am Papst mehr von Seiten gewisser katholischer Theologen als von den Buddhisten selbst. Mehr oder weniger dasselbe passierte dann mit Dominus Iesus: die vehementesten Attacken kamen von katholischer Seite, nicht von den anderen. In diesen Dingen lässt man sich oft mehr von den eigenen Emotionen leiten als von einer Analyse der Fakten. So kommt es dann zu unangenehmen, absurden Situationen. Das Interview erschien im September 2006 in der Zeitschrift "30 Tage in Kirche und Welt". Erzbischof Albert Malcolm Ranjith Patabendige Don war seit 1995 Bischof der Diözese Ratnapura in Sri Lanka und seit 2004 Apostolischer Nuntius in Indonesien und Osttimor. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am10. Dezember 2005 zum Sekretär der Gottesdienstkongregation, die von Francis Kardinal Arinze geleitet wird. Theologie: Attacken aufs Zentrum Ein evangelischer Theologe sieht in der katholischen Kirche die biblische Botschaft besser aufgehoben als in der evangelischen: In einem Artikel “Lasst klare Töne hören!”, der am 25. Oktober 2007 im “Rheinischen Merkur” erschienen ist, macht der evangelische Theologe Werner Thiede, einst wissenschaftlicher Referent an der Stuttgarter “Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen”, jetzt Privatdozent für Systematische Theologie in Erlangen, Attacken gegen das Zentrum des evangelischen Glaubens aus und beobachtet, dass diese Herzmitte des christlichen Glaubens heute von der katholischen Kirche wirksamer verteidigt wird als von der evangelischen. Zur Leugnung des Sühnetodes durch den katholischen Theologen Eugen Biser vergleiche den in der Internationalen Katholischen Zeitschrift “Communio” erschienenen Artikel von P. Franz Prosinger FSSP. Glückliche Zeiten
Ein Kardinal im Glück lautet ein Artikel, den Guido Horst in der Tagespost vom 23. August 2008 veröffentlichte. Mit dem Kardinal ist Carlo Maria Martini gemeint, der, so Horst, gegenüber dem Papst ein “Gegenlehramt” wahrnimmt und kürzlich in der Zeitung Avvenire allen Ernstes behauptete, in der Geschichte der Kirche habe es nie eine so glückliche Zeit wie die unsere gegeben und in der Geschichte der Theologie “nie eine reichere Periode als in der jüngsten Vergangenheit.” Dem hält Guido Horst entgegen, dass “eine ganze Generation von Theologen nach dem Konzil hart daran gearbeitet” habe, “dem gläubigen Volk den historischen Christus auszutreiben und ihn durch eine nebulöse ‘Sache Jesu’ zu ersetzen.” Nur noch eine Minderheit glaube daran, “dass sich in Jesus Christus Gottes Sohn gezeigt hat, der gestorben und auferstanden ist und in seiner Kirche weiterlebt.”
Diese sind klare Worte, die an die Analysen der Glaubenssituation durch Georg May erinnern. Sie sind beruhigend, sind doch in letzter Zeit in der Tagespost Artikel erschienen, die die Befürchtung hochkommen lassen konnten, die Zeitung nähere sich der Sicht Kardinal Martinis an. So wurde z.B. in der Ausgabe vom 15. März 2008 Georg May wegen seiner Auffassung kritisiert, die Zeit nach dem Konzil sei als fortschreitender Verfall des Glaubens und des religiösen Lebens in der Kirche anzusehen. “Es ist die alte Masche: Wer auf die Krise des Glaubens vor allem im einst christlichen Europa hinweist und den Zusammenbruch des kirchlichen Leben beklagt, wird von den sogenannten Progressisten als Unglücksprophet hingestellt, während sie selber nur so in Optimismus schwelgen,” meint Guido Horst zu dieser Art der Realitätsverweigerung. Abräumkommando “Wenn man wie Ohlig das christologische und trinitarische Dogma vollständig abräumt (...), dann muss man wohl mit Widerspruch rechnen, und zwar von beiden: sowohl vom Theologen Ratzinger als auch von Papst Benedikt”, schreibt Michael Schulz in seiner Rezension des Sammelbandes Jesus von Nazareth - kontrovers. Rückfragen an Joseph Ratzinger (Die Tagespost vom 2. September 2008, “Am Anfang stand die Enttäuschung”). Da hat Schulz Recht. Das Merkwürdige aber ist, dass dieser die Grundlagen des christlichen Glaubens abräumende Karl-Heinz Ohlig nicht etwa ein Bright oder ein beliebiger freigeistiger Gelehrter ist. Vielmehr war er 1970-1978 Professor für Katholische Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule des Saarlandes und von 1978 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 Professor für Religionswissenschaft und Geschichte des Christentums an der Universität des Saarlandes. Folglich war er an der Ausbildung der künftigen Religionslehrer beteiligt. Hatte er die missio canonica? Ist sie ihm jemals entzogen worden? Hier geht es nicht um akademische Diskussionen, sondern um die Weitergabe des Glaubens, eine existentielle Frage für die Kirche, die auch ein Anliegen der Bischöfe sein sollte. Der Fall Ohlig ist ein Beispiel, das die Diagnose Guido Horsts bestätigt, wonach eine ganze Generation von Theologen daran gearbeitet habe, mit dem historischen Jesus aufzuräumen (vgl. den obigen Beitrag Glückliche Zeiten). Und die zuständigen Hirten? Hans Küng und der Glaube an die Gottheit Jesu “Seine [Hans Küngs] ‘Jesulogie’ stellt die ewige Gottessohnschaft Jesu und die Verbindlichkeit der christologischen Konzilien in Frage. Seine Rede von Jesus, dem ‘wahren Menschen’, ‘der den Menschen als Gottes Sachwalter und Platzhalter und Stellvertreter erschien’, gibt bei weitem nicht, wie von Küng behauptet, die Christologie der synoptischen Evangelien wieder noch holt sie die Lehre der Konzilien ein. Küng gibt die prinzipielle Einmaligkeit Jesu Christi auf und somit auch die gesamte Trinitätslehre”. Mit diesem Urteil, das Michael Karger in seinem Küngs “Umstrittene Wahrheit” rezensierenden Artikel Selbsternannter Aufklärer (Tagespost vom 5. August 2008) fällt, bestätigt Karger das Urteil Hans Urs von Balthasars. Kirche mit Flügeln? Von Martin Lienhart Ein Kommentar zu den Vorgängen um Pfr. Gerhard Wagner, der zum Weihbischof von Linz ernannt worden war. Immer wieder war in den letzten Tagen, gerade in Österreich, von einem rechten Flügel die Rede, manchmal wurde gar von einem rechten Rand der Kirche gesprochen. Es ist anzunehmen, dass der, der die Redeweise von einem rechten Flügel im Munde führt, stillschweigenderweise auch einen linken Flügel annimmt. Wer gehört aber zu welchem Flügel, wer gar zur Mitte? Nach den Medienberichten der letzten Tage kann man klar feststellen: zum rechten Flügel, oder gar Rand, gehören offensichtlich die, die treu zum Glauben der Kirche stehen, die sich bemühen in Einheit mit dem Papst zu leben. In der Mitte stehen demnach „aufgeklärte“ Katholiken, die sich in manchen Fragen des Glaubens ein von Rom abweichendes Urteil gebildet haben; der linke Flügel umfasst die Katholiken, die sich kämpferisch für eine Reform der Kirche nach eigenen Maßstäben einsetzen. So wird natürlich klar, warum ein Pfr. Gerhard Wagner „polarisiert“: Er gehört nach obigem Maßstab schließlich zum rechten Flügel, was die „Mitte“ und den linken Flügel zum Widerstand reizen musste. Bei all diesem aus dem Politischen entlehnten Schubladendenken bleibt allerdings ein entscheidender Punkt verdeckt: In Wirklichkeit geht es um Glauben und Unglauben! Die Wahrheit des Glaubens ist nie links oder rechts, konservativ oder progressiv! Ist es möglich unter der Auferstehung Jesu Christi etwas anderes zu verstehen, als das, dass Jesus nicht im Tod geblieben ist, dass er lebt? Wer hier etwas anderes glaubt, ist in diesem Fall eben ungläubig! Wenn die Wortbedeutung von „katholisch“ „allumfassend“ heißt, dann ist der Gläubige im eigentlichen Sinne katholisch, der einschlussweise den ganzen (!) Glauben der Kirche annimmt und lebt. Wer einzelne Glaubensaussagen leugnet oder umdeutet, kann nicht mit gleichem Recht die Bezeichnung „katholisch“ für sich reklamieren! Zum Katholisch-Sein gehört ebenfalls die entspechende Lebenspraxis, die aus der Lehre der Kirche folgt. Aus ihrem christlichen Menschenbild ergeben sich Konsequenzen, wie z.B. im Bereich der Sexualität, die oft gerade nicht gesellschaftlich anerkannt sind. Wenn wir diese Betrachtungsweise auf die kirchlichen Verhältnisse in Österreich anwenden, dann haben nicht-mehr-katholische Kräfte einen wahrhaft katholischen Priester weggemobbt. Dieses nicht mehr in voller Einheit mit Rom stehende Milieu hat Pfr. Gerhard Wagner als eigentliche Ursache des kirchlichen Unfriedens sichtbar gemacht. Eine Heilung dieses Zustandes wird nur mit der Gnade Gottes und mit einer Wiederbelebung dessen, was katholisch heißt, möglich sein. Wer ist liberal? "Teilweise ist sogar die Grenze der Ehrlichkeit überschritten worden. Wenn ich mir beispielsweise die kategorische Einschärfung der Religionsfreiheit in den vergangenen Wochen vor Augen halte und mich zugleich daran erinnere, mit welcher Vehemenz Hans Küng zusammen mit anderen so genannt liberalen Katholiken vor wenigen Jahren für die Aufrechterhaltung des Bistumsartikels, des letzten aus dem Kulturkampf stammenden konfessionellen Ausnahmeartikels, in der Schweizerischen Bundesverfassung gekämpft hat, kann ich solches Verhalten nur als Rückfall in das 19. Jahrhundert verstehen. Glücklicherweise hat das Schweizer Volk in der Abstimmung ein sensibleres Verständnis von Religionsfreiheit an den Tag gelegt als der Weltethiker Küng." Bischof Kurt Koch von Basel in seiner Stellungnahme zum Streit um das Konzil, in der er u.a. den Anspruch der Konzilstreue seitens der Kritiker des päpstlichen Entgegenkommens gegenüber der Piusbruderschaft kritisch unter die Lupe nimmt. Die Sonne des leuchtenden Tages Von P. Bernward Deneke FSSP „Na, was war denn das Schönste am heutigen Fest?“ So fragte eine ältere Dame am Abend des Erstkommuniontages ihre Großnichte. Die Kleine war um eine Antwort nicht verlegen: „Dass das Elefantenbaby seine Mama wiedergefunden hat.“ Man stelle sich das Erstaunen der gläubigen Frau vor: Da hatte das Kind am selben Tag zum ersten Mal Jesus Christus, den Sohn Gottes, im Sakrament empfangen und wusste doch keinen stärkeren Eindruck zu schildern als den der Tiergeschichte, die der Pfarrer in der Predigt vorgetragen hatte! Vielleicht war das Happy End ja wirklich rührend. Vielleicht auch wollte das Mädchen über seine tieferen Gemütsbewegungen nicht sprechen. Oder hat es einfach auf eine dumme Frage eine dumme Antwort gegeben? Jedenfalls ist der Vorfall bezeichnend und keineswegs ein Einzelfall. Noch in den letzten Tagen wurden mir mehrfach Klagelieder vorgetragen, welche die fragwürdige Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion und die oft eigenwilligen Inszenierungen der Feier zum Inhalt hatten. Nur einige Stichworte seien genannt: kein Unterricht mehr durch den Priester; stattdessen Tischmütter, die man sonntags selten bis nie in der Kirche sieht; Schwerpunktverlagerung auf Nebenthemen (z.B. Brotbacken); keine klaren Worte über das Messopfer und die wirkliche Gegenwart Jesu im Sakrament; kaum Förderung einer kindlichen Frömmigkeit im Blick auf den Tabernakel; Verstoß gegen die kirchliche Vorschrift, dass die Erstbeichte der Erstkommunion vorausgehen muss; horizontale und seichte, „aufgegagte“ Gestaltung des Festgottesdienstes; Ersticken der Ehrfurcht und Zerstörung der Innerlichkeit durch die Zur-Schau-Stellung der Kinder während der Messe (Umstehen des Altares zur Wandlung und Kommunion). Und so weiter und so fort. Wir wollen nicht ungerecht sein und dürfen daher nicht verschweigen, dass es viele Geistliche gibt, die den Erstkommuniontag mit Elan und Esprit vorbereiten und ihn dann zur würdigen, freudigen und innigen Feier werden lassen. Für die Kommunionkinder wie für die Eltern und Verwandten, ja für alle Anwesenden ist das eine unschätzbare Gnade. Bedauerlich aber, dass dieser Richtwert weithin zur Ausnahme geworden ist. Das geht nicht zuletzt auch aus dem Zeugnis mancher Gläubigen hervor, die mit einem gewissen Stolz betonen: „Unser Pfarrer macht es noch recht. So richtig katholisch!“ Offensichtlich ist das eben keine Selbstverständlichkeit mehr, sonst müsste man es nicht hervorheben. Es erscheint vielmehr als Relikt aus vergangenen Zeiten, das es hier und da noch gibt. Die Angelegenheit hat herausragende Wichtigkeit. Wie aufnahmebereit die kindliche Seele für die Wahrheiten des Glaubens und wie formbar sie in Richtung Ehrfurcht und Frömmigkeit ist, das kann jeder bestätigen, der schon einmal Erstkommunionunterricht erteilt und dabei keinen Bogen um anspruchsvolle, angeblich „nicht kindgemäße“ Inhalte gemacht hat. In diesem Alter fesselt der katholische Katechismus, liebe- und kraftvoll vorgetragen, den Geist und das Herz mehr, als es sozialpädagogische Gruppenspielchen und substanzlose Animationen vermögen. Ob bewusst oder unbewusst, es denkt jedenfalls zu niedrig vom Kind, wer es mit Gehaltlosem abspeist und ihm das Nahrhafte vorenthält. Eine pastorale Verantwortungslosigkeit ohnegleichen! Früher wurde der Tag der Erstkommunion gerne als „der leuchtende Tag“ oder gar als „der schönste Tag im Leben“ bezeichnet. Dem gläubigen Katholiken ist klar, woher er letztlich seinen Glanz und seine Zierde bezieht: von der Vereinigung des Kindes mit Jesus Christus im Sakrament des Altares. Der eucharistische Herr ist das Licht dieses Tages, die Sonne, die ihn überstrahlt. Wo man Ihn aus dem Zentrum drängt, auf die Seite schiebt oder Seine wirkliche Gegenwart im Sakrament ganz verschweigt, wird die göttliche Sonne gleichsam hinter dicken Wolken verborgen. Dann mag man sich allerlei einfallen lassen, den Erstkommuniontag trotzdem zum besonderen Ereignis werden zu lassen, mag Elefantenbabys mit ihren Mamas zusammenführen und ähnliches mehr: Niemals jedoch werden solche künstlichen Lämpchen das Licht der Sonne ersetzen können, denn menschliches Getue ist wie ein Nichts vor dem herrlichen Wirken des Gottessohnes. Kirchensteuer auf dem Prüfstand Alexander Kissler glaubt, dass für die Kirchensteuer die letzte Stunde geschlagen hat. In einem Artikel für die Süddeutsche Zeitung vom 11. August 2009 nimmt er den Präzedenzfall, den der Kirchenrechtler Hartmut Zapp mit seinem Austritt aus der Kirche als Körperschaft öffentlichen Rechts und seinem gleichzeitigen Verbleib in ihr als Glaubensgemeinschaft geschaffen hat, zum Anlass, den Sinn der Kirchensteuer zu hinterfragen. "Viel kirchenfremdes, glaubensfernes Allotria" werde mit ihr getrieben. Eine Reform der Kirchensteuer böte zwar keine Garantie, aber doch einen gewissen Schutz vor solcher Inkompetenz, wie sie in der Verschuldung des Bistums Magdeburg sichtbar geworden sei, oder "vor jener selbstherrlichen Autokratie, wie sie in der Diözese Aachen Einzug hielt. Dort, beschwerte sich unlängst ein Pfarrer, werden mit brachialer Gewalt und im Befehlston 'Seelsorgekolchosen', riesige Pfarrverbünde, über die Köpfe der Betroffenen hinweg aus dem Boden gestampft. Bischof Mussinghoff prügele so 'die Herde auf einen Weg, von dem alles andere als klar ist, ob man auf ihm überhaupt neue Weideplätze erreichen wird'." Lebenslanger Kampf gegen die Anbetung? “Mir wurde von einem französischen Priesterseminar berichtet, in dem die Anbetung des Allerheiligsten Sakrament abgeschafft wurde, weil man das für abwegig fromm hielt. Dort mussten die neuen Seminaristen fast ebenso lange kämpfen, damit die Anbetungsstunden wieder eingeführt werden konnten, während einige Ausbilder sich dafür entschieden haben, zurückzutreten, weil sie diese Praxis wie eine ‘Rückkehr in die Vergangenheit’ empfunden hatten. Den Anforderungen der meisten jungen Leute nachzugeben, verstärkte bei ihnen den Eindruck, dass zu verleugnen, wofür sie ein Leben lang gekämpft hatten.” Diese Aussage einer erschütternden Analyse der vorherrschenden Theologenrichtung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, die das Konzil als einen Bruch interpretierte, stammt von keinem Geringerem als dem Sekretär der Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Erzbischof Jean-Louis Bruguès. “Priesterausbildung am Scheideweg”, so titelte er seinen Vortrag, den am 16. März 2009 in Rom vor den Rektoren der päpstlichen Seminaren gehalten hatte und der im Osservatore Romano vom 3. Juni veröffentlicht wurde. Während die Vertreter der Anpassung an den Zeitgeist und der Aufweichung des Glaubens zur älteren, zahlenmäßig schrumpfenden Priestergeneration gehören, legt die nachdrängende jüngere Generation wieder mehr Wert auf katholische Identität. Deshalb steht ein generationsbedingter Übergang bevor, den Bruguès als einen “Übergang von einer Interpretation des II. Vatikanischen Konzils zu einer anderen, möglicherweise sogar von einem Kirchenbild zu einem anderen” charakterisiert, was in diesem Zusammenhang nur bedeuten kann: zu einer Rückgewinnung einer unverkürzt katholischen Konzilsinterpretation und Ekklesiologie. Erinnert sei hier an eine Aussage des Mainzer Theologen Georg May über jene Theologengeneration: “Ein ehrlicher Mann wie der Herausgeber des SPIEGEL, Rudolf Augstein, hat den Satz geschrieben: ‘Die Theologen wissen sehr genau, daß das Christentum ein unhaltbarer Irrtum ist, aber sie geben es nicht zu.’ Augstein hat ganz recht. Von den Theologen, die ich hier im Auge habe, gilt das tatsächlich. Ich kann ihm nur zustimmen, wenn er aus der Lektüre der modernistischen Bücher diesen Schluß zieht.” (Quelle) Ein Theologe outet sich Im Schweizerischen Tagesanzeiger ist im Oktober 2009 ein primitives Pamphlet gegen die katholische Kirche erschienen, in welchem z.B. das Kirchenrecht allen Ernstes mit der Scharia verglichen wird und über die Kirchenverfassung hergezogen wird. Autor ist der “katholische” Theologe Fritz P. Schaller aus Küsnacht bei Zürich. Dabei sollte klar sein: Wer den Jurisdiktionsprimat des Papstes leugnet, entfernt sich weiter von der Kirche als etwa die Piusbruderschaft. Antikonziliarer Religionsunterricht Prof. Dr. Walter Hoeres vermißt eine Reaktion der Fuldaer Herbstvollversammlung der Bischöfe auf die Lage des Religionsunterrichts. “Vor uns liegt”, schreibt er in Theologisches (Sept/Okt 2009), ein Lehrbuch für den Religionsunterricht im 5. und 6. Schuljahr von Hubertus Halbfas, das immer noch in Gebrauch ist und das sich zweier Denkfiguren oder Machinationen bedient, um die Wunderberichte des NT zu neutralisieren. Einmal heißt es, Gott wolle die Naturgesetze nicht durchbrechen oder aufheben, womit sich natürlich die Möglichkeit der Wunder ohnehin erledigt. Dann werden die Schüler darauf aufmerksam gemacht, dass es auch in anderen Kulturen und Religionen große charismatische Wundertäter gebe, womit die Einzigartigkeit nicht nur der Taten, sondern auch der Person Jesu eo ipso relativiert wird. Jeder Kenner der kirchlichen Szene wird uns zugeben, dass sich die Beispiele beliebig vermehren lassen. Man muß nur die Jahrgänge dieser Zeitschrift durchsehen, um sich davon immer wieder zu überzeugen.” (Vgl. auch die Fälle, die auf kath-info dokumentiert sind, etwa die Lehren des Exegeten Stefan Schreiber). Zurecht weist Hoeres mit Brandmüller darauf hin, dass diese Lehren im Widerspruch zur Dogmatischen Konzilskonstitution Dei Verbum stehen. Auf seine Frage, wie die Reaktion der Bischofskonferenz aussehe, könnte man antworten: Die Bischöfe fordern zwar von der Piusbruderschaft die uneingeschränkte Annahme des Zweiten Vatikanischen Konzils, sehen aber tatenlos zu, wie seit Jahrzehnten Kinder einen Religionsunterricht mitmachen müssen, der im Widerspruch zu zentralen Lehren des Konzils steht. So weit zur Glaubwürdigkeit jener Forderung... Katholikenrechte
Nachdem das Forum Deutscher Katholiken am 12. September 2009 von der Bischofskonferenz die Einsetzung eines Menschenrechtsbeauftragten gefordert hat, der das Vorgehen der Kirche gegen Verletzungen z.B. der Religionsfreiheit oder des Lebensrechts (etwa durch Abtreibungen) koordinieren soll, haben nun die Initiativkreise die Einsetzung eines Katholikenrechtsbeauftragten für jede Diözese vorgeschlagen. Zu seinem Job würde gehören:
“- die Rechte der Katholiken auf eine unverfälschte katholische Lehre in allen Kirchen, Schulen und Universitäten zu wahren, Da dies gleichzeitig zu den “vornehmsten Aufgaben” des Bischofs gehöre, könne der jeweilige Diözesanbischof diese Aufgaben in seinem Bistum gleich selber wahrnehmen und damit die Personalkosten für einen zusätzlichen Beauftragten sparen. Tatsächlich sind die Rechte der Gläubigen im Codex Iuris Canonici klar festgehalten. So heißt es z.B. im Canon 213: “Die Gläubigen haben das Recht, aus den geistlichen Gütern der Kirche, insbesondere dem Wort Gottes und den Sakramenten, Hilfe von den geistlichen Hirten zu empfangen.” Wie die Hilfe der geistlichen Hirten aussieht, die sie etwa durch ihren Weltbild-Konzern gewähren, haben wir schon mehrmals angesprochen. Zur Lage der Moraltheologie Dr. Clemens Breuer, Professor für Moraltheologie, hat in der Tagespost vom 14. September 2009 zum Sammelband Forschung contra Lebensschutz? Der Streit um die Stammzellforschung (hg. von Konrad Hilpert) eine Rezension vorgelegt, die kein günstiges Licht auf den Zustand der Moraltheologie in Deutschland wirft. In seinem Resümee heißt es, “dass sich die Beiträge der katholischen Moraltheologen (bis auf den Arikel von Schockenhoff) in einer mehr oder weniger deutlischen Abgrenzung zu den lehramtlichen Äußerungen bewegen. Es entsteht der Eindruck, dass sich nicht wenige katholische Moraltheologen in Bezug auf den Schutz des menschlichen Lebens an seinen Anfang in das Fahrwasser der Güterabwägung begeben haben und weithin nur geringe semantische Nuancen zu anderen Disziplinen erkennbar sind. Das große Missbrauchspotenzial, das mit den Befruchtungstechniken verbunden ist, scheint den Moraltheologen keiner Erwähnung wert zu sein.” Zu den Folgen der Unfähigkeit, die Eigenart von Handlungen zu erkennen, deren moralische Qualifikation kein Ergebnis einer Güterabwägung ist, vergleiche die Ausführungen von Robert Spaemann über die Grenzen der Verantwortungsethik. Glaubensverlust nebensächlich Benjamin Greschner hat in einem Beitrag auf seiner Nachrichtenseite kathnews.de am Beispiel des Kommunionverständnisses aufgedeckt, wie tief in die deutsche Kirche der Glaubensverlust hineinreicht: Auf derem offiziellen Portal katholisch.de findet man, so berichtet er, im Dossier zum Thema “Erstkommunion” nichts, was über Aussagen hinausgeht wie “In der Erstkommunion erfahren Kinder die einladende Gemeinschaft mit Gott. Sie werden in die Mahlgemeinschaft mit Gott und der Gemeinde aufgenommen.” Damit zeigt sich, wie repräsentativ die leidvollen Erfahrungen katholischer Eltern sind, deren Kinder nur ungenügend, wenn nicht gar irreführend auf ihre erste hl. Kommunion vorbereitet werden. Prof. Spaemann erwähnt diese Erfahrungen in seinem Video-Interview und macht sie dafür mitverantwortlich, dass junge Familien ihre kirchliche Heimat bei der Petrusbruderschaft suchen, wo sie eine katholische Glaubensverkündigung finden. Doch wir können beruhigt sein: Sowohl die offizielle Website katholisch.de wie auch all die Verantwortlichen für jene desolaten Zustände stehen ganz und gar auf dem Boden des Zweiten Vatikanischen Konzils. Und das ist doch die Hauptsache! Fanatismus In einem wirren Stakkato von Unwahrheiten und Unterstellungen verreißt der Pensionär das Pontifikat seines ehemaligen Kollegen Joseph Ratzinger. Mit der Entschlossenheit des Fanatikers blendet Küng Fakten aus, die nicht ins diffamierende Bild passen. Regina Einig in der Tagespost vom 17. April 2010 über Hans Küngs Konzilsträume und seinen offenen Brief an die Bischöfe. Küngs Logik “Tridentinisch ist mittelalterlich? Ein Mittelalter, das vom späten XVI. Jahrhundert bis 1969 dauerte?” Diese peinlichen Fragen muss sich Hans Küng in einem offenen Brief gefallen lassen, mit dem Dr. Wilfried Haßelberg-Weyandt auf den offenen Brief Hans Küngs anlässliche der Missbrauchsskandale antwortet und in dem er den berühmten Theologen einiger logischer Schnitzer überführt, die ihm im Eifer des polemischen Gefechts gegen den Papst unterlaufen sind. Eine Antwort hat er vom dialogfreudigen Kritiker nicht erhalten. Weitere Beiträge zur Kirchenkrise: Die vergeblichen Bitten des Papstes Darf ein Christ an Gott glauben? Die Religion des Walter Simonis Ein neuer Klerikalismus? |
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