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Ein neuer Klerikalismus?

Bernhard Müller über die Medienpolitik der deutschen Bischöfe

Sieht so bischöfliche Ermutigung für das katholische Laienapostalat aus: “Druckerschwärze und Kamera, Mikrofon und Mattscheibe, Plakate und Lautsprecher erreichen für sich noch nichts. Sie können sogar abspenstig machen. Auch muss nicht jeder predigen oder missionarisch verkündigen. Dies ist Sache des Apostels.”? (Aus einer Predigt von Kardinal Lehmann am 24. September bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda) Anstatt – bei aller Schwäche der Präsentation – den missionarischen Einsatz, die innere Leidenschaft für das Gute und das persönliche Opfer für das Apostolat engagierter Gläubiger zu würdigen, zu fördern und diesen Mitchristen hilfreich zur Seite zu stehen, werden sie bischöflicherseits oft ignoriert. Auch auf dem Studientag zum Thema „Medien“ während der Tagung der Deutschen Bischöfe im September in Fulda fand sich kein lobendes Wort für jene, die aus eigenem Antrieb – ob im Internet wie kath.net oder im Fernsehen wie K-TV – Wertvolles zur Verbreitung der Frohen Botschaft beitragen. Deren Engagement im Internet liest sich dann in einem kna-Beitrag etwa so: “Hier tummeln sich kirchliche Gruppen oder Einzelkämpfer jedweder Couleur” und von “Wildwuchs” ist die Rede, dem die offizielle kirchliche Internetpräsenz mit “katholisch.de” “außer solider Information bislang nichts entgegenhalten” könne.

Einige Bischöfe wollen offenbar, dass das gesamte kirchliche und katholische Medienfeld nur noch von “Profis” beherrscht wird, die sie eingesetzt und auf ihrer Gehaltsliste haben. Von diesen “Profis” fehlt aber leider vielen die Vorliebe für das speziell Katholische, auf Marien- und Heiligenverehrung reagieren sie nicht selten allergisch, sehen im Vatikan meist nur eine mittelalterliche Macht- und Zensurbehörde und ihren missionarischen Eifer richten sie nahezu ausschließlich auf Ökumene, umwelt- und entwicklungspolitische Debatten oder Einbürgerungsfragen.

Dieser in der katholischen Medienlandschaft weit verbreitete kirchenamtliche Funktionärsjournalismus schämt sich allzu oft des katholischen Glaubens mehr als er ihn bekennt. Mancher Kirchenredakteur wirkt neidisch auf die Kollegen, die im säkularen Bereich eine Anstellung gefunden haben, die bei SPIEGEL, STERN und den Fernsehanstalten in Brot und Lohn stehen. Daher auch das ständige Bemühen nicht als katholisch, sondern als weltoffen wahrgenommen zu werden. Dass dabei jedes Profil verloren geht, die wahren Schätze der Kirche und des Glaubens vergraben statt gehoben werden, braucht nicht zu verwundern. Verwundern muss allerdings, dass die verantwortlichen Bischöfe nach weit mehr als 20 Jahren einschlägiger Erfahrung nicht sehen wollen, wohin ihre subventionierte Medienarbeit führt. Die Entfremdung der Bevölkerung zur Botschaft des Evangeliums und die Unwissenheit über den Glauben nehmen ständig zu.

Jahrzehntelang haben die deutschen Bischöfe etwa einen eigenen Fernsehsender abgelehnt mit der Begründung, die vertraglich gesicherte Präsenz in den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern reiche vollkommen aus. Doch jetzt plötzlich, nach den unerwartet hohen Einschaltquoten, die die auf Privatinitiative entstandenen katholischen Verkündigungssender K-TV und EWTN haben, wird man in kirchlichen Medienkreisen unruhig: Man will offenbar nicht länger dulden, dass solche “Apostolats-Sender” das Bild der katholischen Kirche bei den deutschen Fernsehzuschauern prägen.

Vieles wäre da verbesserungswürdig. Das ist wohl wahr. Aber anstatt diesen Sendern zu mehr “Professionalität” zu verhelfen, geht man jetzt daran, Millionen bereit zu stellen, um mit hochbezahlten Funktionärsjournalisten ein weichgespültes Evangelium auf die Fernsehschirme und ins Internet zu stellen. Ein Bild, das wir aus den vom Niedergang bedrohten kirchlichen Printmedien kennen. Eine katholische Kirche, deren Botschaft in einer Gesellschaft des Hedonismus und der tagtäglichen Tötung von hunderten ungeborener Kinder nicht mehr aneckt, ein Glaube für den man nicht mehr verspottet und kritisiert wird. Ein Programm zum Abschalten also.

Der Artikel erschien im PUR-Magazin Oktober 2008


Das Problem katholischer Medien

In der neuesten Ausgabe von Komma (Nr. 54-55) zeigt Camillo Berger im Artikel Lieber weltoffen als katholisch! (S. 122/23) dieselbe Skepsis gegenüber den Plänen deutscher Bischöfe zur Gründung eines eigenen Fernsehsenders wie Bernhard Müller (s. o.). Auf die Frage, die er sich stellt, was daraus wohl wird, antwortet er: “Hoffentlich nichts. Denn mehr als ein politisch korrektes Medium wie Rheinischer Merkur, Katholische Nachrichten Agentur oder viele der diversen Bistums-Blätter, in denen man sich nicht als katholisch profiliert, sondern sich weltoffen gibt, könnte auch ein katholisches Fernsehen nicht leisten.” Nun sind die genannten Beispiele noch Gold im Vergleich zu Weltbild und dem Borromäus-Verein. Berger erinnert an die bewährte Tradition, dass solche Apostolatsaufgaben oft von den Orden wahrgenommen wurden. Heute bieten sich dafür die neuen geistlichen Bewegungen an. Aber: “Würde man heute in Deutschland Aufgaben wie das Medienapostolat - und ruhig auch ein katholisches Fernsehen - neuen Bewegungen und geistlichen Gemeinschaften anvertrauen und diese dafür ordentlich mit Geldmitteln ausstatten, hätte die Amtskirche allerdings ein Problem. Die Mitglieder dieser Gemeinschaften sind in der Regel fromm und dem Papst sehr verbunden...”


Distanzierung

Die deutsche und die österreichische Bischofskonferenz haben sich von der Website kreuz.net distanziert: Eine Distanzierung, der man sich nur anschließen kann!


Eintopfexperte

Einen treffenden Kommentar zu einem Artikel von Gernot Facius in der Welt über kath.net, kreuz.net und gloria.tv hat Scipio auf seinem Blog veröffentlicht.


Über den Zustand der katholischen Publizistik

Was ich aufgrund eigener Erfahrung seit langem vermutete, wurde kürzlich durch eine Eichstätter Studie bestätigt, bei der über 180 katholische Journalisten – allesamt Mitglieder der Gesellschaft katholischer Publizisten (GKP) - über ihr Selbstverständnis befragt wurden. Das Ergebnis zeigt zum einen, dass die Kollegen meist einen Hochschulabschluss im Studienfach Theologie vorweisen können und die von der katholischen Kirche vertretenen Dogmen und Lehrmeinungen sehr genau kennen. Zum anderen aber auch, dass sie oft nicht mit diesen übereinstimmen.

Bernhard Müller, Chefredakteur des PUR-Magazins, im Artikel Vom Profil der Profis zu einer Bruderschaft der Begeisterung, im Vatican-Magazin Mai 2009, S. 39-47 (bei kath.net unter einem anderen Titel online publiziert).


Katholische Internet-Landschaft

Eine “Trendwende im Internet” beobachtet Guido Horst (Tagespost vom 8. August). Diese Trendwende besteht darin, dass innerhalb des katholischen Spektrums nicht mehr wie in den herkömmlichen Medien die papstkritischen, sondern die glaubenstreuen Stimmen überwiegen. Das gilt für das italienischsprachige Internet, in abgeschwächtem Maße auch für das deutschsprachige. Horst findet es erstaunlich, “dass die buntschillernde katholisch inspirierte Internet-Welt nicht nur in einem Maße um Papst Benedikt und seine Verkündigung kreist, dass man hier schon von der vielleicht wichtigsten Hilfstruppe des Vatikans in Zeiten einer rasanten Medienentwicklung in Richtung Internet sprechen muss. Sondern es fällt auch auf, dass die ‘andere Seite’ fast völlig fehlt.”

Als Beispiele aus dem deutschsprachigen Bereich nennt Horst glaubenslust.de, den Weblog “Elsas Nacht(b)revier” und kathnews.de (Dieses Nachrichtenportal brachte in der Phase des Papstbashings einen Artikel von mir “Warum Benedikt ein großer Papst ist”). “Wenn es um das Internet geht”, so schließt Horst seine Bestandsaufnahme, “hat der Papst die Nase eindeutig vorn.” Doch seit den Wortmeldungen von Opahle und kna-Korrespondent Joachim Heinz wissen wir, dass nicht allen die gegenwärtige Situation im Internet gefällt.


Zur katholischen Internetszene

Die von den einen begrüßte, von den anderen beklagte Trendwende im Internet zugunsten der Glaubens- und Papsttreue hat sicherlich vielfältige Gründe. Einen Grund, warum die kirchenkritischen und glaubensdistanzierten Katholiken keinen vergleichbaren Netzauftritt zustandebringen, hat Benita in ihrem Weblog Literatur und Leben erwähnt: “Dafür braucht man eben Begeisterung, Überzeugung und Liebe zu der Sache, die man vertritt.” Genau diese drei spürt man aber in Weblogs wie Literatur und Leben, das seinerseits zu den intelligentesten und nebenbei auch noch unterhaltsamsten gehört, welche die katholische Blogozese aufzuweisen hat.


Aufgaben des Journalismus

Der moderne Journalismus spürt oft die verborgenen Sünder in der Gesellschaft auf, um ihre Verbrechen zu enthüllen und dadurch die Gesellschaft zu heilen. Das kann tatsächlich ein heilsamer Dienst sein. Aber ich möchte ebenso hoffen, dass der heutige katholische Journalismus insbesondere die verborgenen Heiligen aufspüren würde - jene bescheidenen, demütigen Männer und Frauen, die die Jugend unterweisen, die Kranken pflegen, den Bedrückten aufrichten, jene verborgenen Diener Gottes, die das Evangelium wahrhaft leben. Durch ihr Leben loben sie Jesus Christus; ein größeres Wissen um ihr verborgenes, demütiges und heroisches Wirken könnte sehr wohl andere dazu bringen, Jesus Christus zu loben.
In einer Welt, die nur zu oft von Konflikten und Hass gespalten und so oft in in Sünde und Selbstsucht verstrickt ist, haben Selbstaufopferung und Dienst an den anderen im Namen Jesu wahrlich Informationswert; sie sind Züge der Frohbotschaft Christi, die wir nicht nur zu verkündigen, sondern auch auszuwählen und bekanntzumachen das Privileg haben, damit andere ermutigt, inspiriert und sogar zum Glauben oder zur eifrigen Hingabe bekehrt werden.

Papst Johannes Paul II. am 21. März 1985 in seiner Ansprache an die Mitglieder des Rates der Weltunion der Katholischen Presse (UCIP). Dass die vom Papst angesprochene Aufgabe des katholische Journalismus noch nicht ganz vergessen ist, zeigt z.B. dieser Artikel von Barbara Wenz.


Erschütternder Komplettausfall

"Es ist für den interessierten Laien schwer nachzuvollziehen, wie es zum Beispiel möglich ist, dass die katholische Kirche in diesem Lande nicht in der Lage ist, bei dem inzwischen längst fernstehenden, aber immer noch Kirchensteuer zahlenden Durchschnittskatholik mit einer kirchensteuerfinanzierten, profilierten Zeitschrift präsent zu sein, die Glaubensinhalte vermittelt und zu den alltäglichen Schwierigkeiten der Menschen und zu gesellschaftlichen Fragen aus christlicher Perspektive Stellung nimmt. Vom ADAC-Club bekommt derselbe Katholik für einen Jahresbeitrag von 45 Euro jeden Monat eine hochinformative und die Interessen des Individualverkehrs prononciert vertretende Hochglanzzeitschrift ins Haus. Es ist kaum auszudenken, welch eine Wirkung eine solche Zeitschrift auf Geist und Herz von Millionen von Menschen hätte. Auf dem Land wird von alt und jung alles gelesen, was ins Haus kommt. Über eine Kinder- und Jugendbeilage könnte die Zeitschrift automatisch mit der jüngeren Generation in Kontakt treten. Wettbewerbe, Preisausschreibungen und Vernetzungen mit anderen Medien wären hier einfach zu bewerkstelligen. Die Kirche ist leider nicht imstande, sich über eine attraktive und in Glaubensdingen profilierte Präsenz in der Medien- und Computerwelt wenigstens jener Kinder und Jugendlichen ein Milieu zu schaffen, die noch eine Verbindung zur Kirche hätten. Es ist erschütternd, feststellen zu müssen, dass an den heute für die Menschen relevanten Nahtstellen der Gesellschaft bei der Kirche ein ziemlicher Komplettausfall besteht. Kirchensteuergelder fließen in andere Kanäle."

Christian Spaemann im Vatican-Magazin 2/10

Kommentar:
Eine solche Zeitschrift ist zwar wünschenswert. Aber unter den gegenwärtigen Umständen gibt es keinen Grund, zu erwarten, dass eine von den deutschen Bischöfen herausgegebene Zeitschrift besser wäre als der Religionsunterricht, der Weltbild-Konzern oder die Bistumsblätter, die alle in der Verantwortung der Bischöfe stehen. Die Möglichkeiten der Glaubensweitergabe durch diese Mittel werden nicht genutzt und dies teilweise mit Absicht. So schrieb beispielsweise im Februar 2011 ein deutsches Ordinariat an eine Beschwerdeführerin, die Kirchenzeitung sei nicht dazu gedacht, dass der Leser “als Katholik auch Informationen zur Lehrmeinung der Kirche” erhalte. Dazu stünden andere Vermittlungformen, z.B. die Erwachsenenbildung, zur Verfügung. Vielmehr versuche die Kirchenzeitung, “aus der Verwurzelung in der Kirche mit den Mitteln einer Zeitung über das Leben aus dem Erzbistum zu berichten.”

In der Praxis läuft das dann darauf hinaus, dass mitunter ausführlich über die Kritik von Theologen an kirchlicher Lehre berichtet wird, ohne dass dem Leser eine Orientierung über die (mangelnde) Berechtigung dieser Kritik oder eine Erwiderung auf sie auf dem Boden der kirchlichen Lehre gegeben wird. Mit anderen Worten: In solchen Fällen mutieren die Kirchenzeitungen unter dem Vorwand, sie seien keine “katechetische Broschüre”, zu einem Instrument der Glaubensverunsicherung und der Romkritik.


Krise des Journalismus

61% aller Deutschen vertrauen laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens GfK Pfarrern und Geistlichen. Das sind wenige im Vergleich zu Feuerwehrleuten, denen 97% vertrauen. Deshalb sprechen Journalisten gerne von der Vertrauenskrise, in der sich die Kirche befinde. Doch in welcher Krise sich der Journalismus befindet, darüber berichten Journalisten lieber nicht: Nur 37% vertrauen den Journalisten! (Angaben veröffentlicht in ideaSpektrum vom 26. Februar 2014).


Kardinal Ratzinger über die Aufgabe der Bischöfe

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