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Für eine Kirche, die uns Christus gibt

Von P. Engelbert Recktenwald

Es handelt sich bei diesem Text um meinen Beitrag zu dem Buch Liebesbriefe an die Kirche, herausgegeben von Roland Noé und Petra Knapp-Biermeier, 2011 erschienen zum zehnjährigen Bestehen des katholischen Nachrichtendienstes kath.net.

Als ich siebzehn Jahre alt war, geriet mein Glaube in eine Krise. Schuld daran war der Religionsunterricht. Wir lernten, dass die Gottessohnschaft Jesu nur ein Mythos sei, dass es sich bei den im NT berichteten Wundern Jesu um Erfindungen der nachösterlichen Gemeinden handele, dass in der Beichte keine Sünden vergeben würden, dass es kein Fegfeuer und keine Armen Seelen gäbe, dass wir über Himmel und Hölle nichts Sicheres wüßten, dass Jesus nie eine Kirche gründen wollte und dass überhaupt der dreifaltige Gott das Produkt griechischen, ins Christentum eingedrungenen Denkens sei. Das lernten wir systematisch zwei Jahre lang, vorgetragen mit wissenschaftlichem, den theologischen Standard von heute wiedergebendem Anspruch und im Auftrag des Bischofs: Der Religionslehrer besaß die missio canonica. Ich erlebte, wie den Schülern das Gift des Zweifels gegenüber den Evangelien eingeimpft wurde und Schulkameraden den Glauben verloren. Jenen Gestrigen, die das Geleugnete immer noch lehren, wurde abgesprochen, dies heute noch mit intellektueller Redlichkeit tun zu können. Für mich war klar: Wenn das stimmt, was ich hier im Namen der Kirche erfuhr, dann hatte mein tägliches Beten zu Jesus keinen Adressaten. Wen wundert’s, dass uns im Religionsunterricht allen Ernstes die Zeitungslektüre als eine mögliche Form des Morgengebets für die heutige Zeit vorgestellt wurde?

Dennoch blieb ich katholisch. Warum? Durch den Tod meines Vaters zwei Jahre zuvor war ich mit der Frage der Ewigkeit auf eine Weise konfrontiert worden, die mich zur Entscheidung zwang, den Glauben entweder ernst zu nehmen oder aufzugeben. Da mir Letzteres wie eine feige Flucht vor der Notwendigkeit erschien, mich der Frage der Ewigkeit zu stellen, wählte ich das Erstere. Mein Kinderglaube wandelte sich zu einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus, die im übrigen eine unerwartete Vertiefung fand durch die Entdeckung der Botschaften des Herrn an die hl. Schwester Faustine Kowalska. Die Heiligen und Mystiker, die ich durch gute Schriften kennenlernte, offenbarten mir einen so gewaltigen Konsens in der Erfahrung göttlicher Wirklichkeit, dass mir das Leugnen derselben als völlig unglaubwürdig erschien. Hinzu kam das Versagen jener von unserem Lehrer repräsentierten (von mir später als existentialistisch erkannten) Theologie, Antworten auf die existenziellen Fragen zu geben. Wenn etwa die Fragen nach der Gottheit Jesu oder nach der Ewigkeit einfach als irrelevant weggewischt wurden, um in Heideggerscher Manier der Eigentlichkeit des Daseins Platz zu machen, dann erinnert mich das jetzt an das bekannte Spottwort über Heidegger: “Er ist fest entschlossen - nur weiß er nicht wozu.”

Hinzu kam noch etwas anderes: Durch den Religionsunterricht zur Auseinandersetzung und damit zu eigenem Studium gezwungen, erkannte ich bald, dass unser Religionslehrer nicht die Lehre der Kirche wiedergab. Diese hatte sich keineswegs geändert. Was wir lernten, war schlicht und einfach häretisch. Während ich die Tatsache, dass solche Religionslehrer als Produkte heutigen Theologiestudiums auf uns Jugendliche losgelassen wurden, als ein Im-Stich-Gelassen-Werden durch die zuständigen Bischöfe empfand, erfuhr ich die Klarstellungen des römischen Lehramts als eine Bestärkung meines Glaubens. Als kurze Zeit später schließlich Kardinal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation einen immer klareren Kurs fuhr, war das für mich eine Befreiung. Und je mehr Schelte er von außerkirchlicher Presse und innerkirchlicher Theologenschaft in merkwürdiger Gesinnungsgemeinschaft dafür bezog, um so mehr wuchs meine Dankbarkeit für den unpopulären Dienst, den er den Gläubigen erwies.

Kardinal Ratzinger hat einmal geschrieben, dass es dem kirchlichen Lehramt aufgetragen sei, “den Glauben der Einfachen gegen die Macht der Intellektuellen zu verteidigen. Seine Aufgabe ist es, dort zur Stimme der Einfachen zu werden, wo die Theologie das Glaubensbekenntnis nicht mehr auslegt, sondern es in Besitz nimmt und sich über das einfache Wort des Bekenntnisses stellt” (in Zeitfragen und christlicher Glaube). Genau so habe ich das Lehramt erfahren! Deshalb bin ich mit Freuden katholisch. Ich bejahe die Kirche genau in jener Form, für die Papst Benedikt XVI. steht. Ich leide nicht an der Orientierung, die uns Rom gibt, sondern an der Orientierungslosigkeit, in der uns eine deutsche Dialogkirche zurücklässt, die alles zerredet und vor der unbequemen Aufgabe zurückscheut, für den Glauben einzustehen und durch klare Entscheidungen zu schützen. Während für Rom die Kirche die Gemeinschaft der Glaubenden ist, scheint sie in Deutschland die Gemeinschaft der Kirchensteuerzahler zu sein. Es kann nicht darum gehen, die Leute nur bei der Stange zu halten, sondern zum Glauben und zu Jesus Christus zu führen. Die modernistische Theologie, wie ich sie erlebt habe, nimmt uns Christus, die Kirche, wie sie Papst Benedikt XVI. repräsentiert, gibt ihn uns. Deshalb liebe ich die Kirche.

Ein weiteres Selbstzeugnis von mir: Mein Weg mit der Piusbruderschaft

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