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„Theologie“

Von P. Bernward Deneke FSSP

Nein, man kann es den Leuten wirklich nicht verübeln, wenn sie der Theologie keine besondere Hochachtung entgegenbringen. Präsentiert sich diese nicht allzu oft in fragwürdiger, ja jämmerlicher Gestalt?
Wen sieht man denn heute als Theologen an? Offensichtlich jemanden, der den Leib der Heiligen Schrift, das lebendige Wort Gottes, wie einen Leichnam seziert. Der nichts darin unhinterfragt lässt. Der das, was ihm nicht mehr zeitgemäß scheint, „entmythologisiert“, uminterpretiert oder gänzlich ausscheidet, um das hervorzuheben, was er gegen die kirchliche Auslegung verwenden will.
Lehramtliche Entscheidungen werden von solcher Theologie selbstverständlich historisch relativiert: Man weiß doch inzwischen genau, wie es dazu gekommen ist, und braucht nicht mehr den Beistand des Heiligen Geistes zu bemühen... Selbst feierliche dogmatische Definitionen sind dann nur noch engstirnige, zeitgebundene Vorstellungen. Und die Verurteilungen der Irrlehrer von Arius bis Zwingli beruhen ohnehin auf bloßen Missverständnissen. Nur die rechthaberischen Hüter der „reinen Lehre“, denen es letztlich um ihre Machtinteressen geht, sprechen weiterhin von „Häresie“ und stellen sich so der Einheit der Christen entgegen.

Prominente Vertreter der Gegenwartstheologie bringen sich bekanntlich gerne im rauschenden Blätterwald und vor den laufenden Kameras der kirchenfremden bis -feindlichen Medienwelt zur Geltung. Gerne lassen sie sich als mutige Kritiker feiern, wenn sie mit Dogma und Moral, mit Tradition und Papst ins Gericht gehen. Inhaltlich haben sie dabei häufig nicht mehr zu bieten als die Allerweltsmoral des „Seid nett zueinander“ und wohlfeile Aufforderungen zu Offenheit und Toleranz – das alles freilich eingekleidet in jenen eigentümlichen „Edeljargon“ (Walter Hoeres), der theologische, soziologische und psychologische Phrasen mit einem Hauch von Spiritualität versieht und so den Eindruck von Tiefe erweckt. - -

Aber genug davon! Weitaus wichtiger muss uns die Frage sein, was denn demgegenüber echte Theologie ist. Denn dass man unter Berufung auf die genannten Verfallssymptome nicht jene Wissenschaft, welche mit recht die „heilige“ genannt wird, in Bausch und Bogen verurteilen darf, sollte jedem gläubigen Menschen einleuchten, der schon einmal von den Aposteln Johannes und Paulus, von Athanasius und Augustinus, Anselm von Canterbury und Bernhard von Clairvaux, Thomas von Aquin und Bonaventura, Hildegard von Bingen und Katharina von Siena, Robert Bellarmin und Petrus Canisius, von den Kardinälen Newman, Scheffczyk oder Ratzinger gehört hat.

Diese (und viele andere mehr) teilen nämlich, bei aller Verschiedenheit in Stil und Akzentsetzung, die Überzeugung, dass Theologie Glaubenswissenschaft ist: ein Nachdenken im Glauben über den Glauben. Christliche Theologie beruht ganz und gar auf Christus, dem Wort Gottes (lógos toû theoû), das im Schoß des Vaters ruht, doch für uns Fleisch geworden ist, um uns Kunde zu bringen von dem Geheimnis Gottes, das kein Mensch je geschaut hat (vgl. Joh 1,14.18).

Als Theologe kann demnach gelten, wer die Offenbarung Gottes, die in der Geschichte des Heils geschehen ist und ihren verbindlichen Niederschlag in der Schrift und der Lehre der Kirche gefunden hat, mit seinem durch das gnadenhafte Licht des Glaubens erleuchteten Verstand durchdenkt und zur Darstellung bringt. Eine Theologie ohne Glauben, ohne Gnade – ein Widerspruch in sich selbst!

Der Apostel Johannes, der in der Ostkirche den Ehrentitel „der Theologe“ trägt, hatte das Vorrecht, das verkünden zu können, was er mit seinen Ohren gehört, mit eigenen Augen geschaut und mit den Händen betastet hatte vom Wort des Lebens (vgl. 1 Joh 1,1 f.). Ihm folgten viele, die nicht nur getreulich weitergaben, was sie selbst empfangen hatten (1 Kor 15,3), sondern dieses Glaubensgut auch entfalteten, es als „Wissenschaft des Heils zur Vergebung der Sünden“ (Lk 1, 77) vortrugen und in Liebe für die verschiedenen Dimensionen des christlichen und kirchlichen Lebens fruchtbar werden ließen.

Unsere Gedanken gehen zurück zu dem, was sich derzeit oft unter dem Namen „Theologie“ präsentiert. Sollte nicht die wahre Theologie zum Angriff übergehen und mit prophetischer Macht „jäten und niederwerfen, zerstören und abbrechen“, um dann neu „zu bauen und zu pflanzen“ (Jer 1,10)? Ja, wir sehnen uns nach einer Theologie, die geeignet ist, „alle Vernunftgebilde und alles Hochfahrende einzureißen, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und alle Gedanken einzufangen zum gehorsamen Dienst an Christus“ (2 Kor 10,5).


Die Polyphonie des Zeugnisses

Von P. Bernward Deneke FSSP

Die Wahrheit sei polyphon, sagte der Schweizer Theologe Hans Urs von Balthasar (+1988), und man muß ihm darin nicht widersprechen. Bereits die Heilige Schrift trägt uns ja das inspirierte Wort Gottes in einem großen Chor unterschiedlicher Chronisten, Propheten, Psalmisten und Weisheitslehrer, Evangelisten und Apostel vor. Später dann schwillt der Gesang zu schier unglaublicher Vielfalt an, wenn durch die Epochen und Kulturräume der Geschichte hin die Kirchenväter und Kirchenlehrer, die Päpste und Konzilien, die Theologenschulen und die Mystiker ihre Stimmen erheben.

Die Wahrheit muß polyphon sein, weil sie katholisch, allumfassend ist. Eine einzelne Stimme reicht nicht aus, solche Fülle angemessen zu verkünden. Es bedarf der verschiedenen und durchaus auch gegensätzlichen Stimmen, die sich aber – wie in einer kunstvollen Fuge Johann Sebastian Bachs – zur höheren Einheit zusammenfinden und verbinden.

Ganz anders freilich liegt die Sache, wenn aus den Kontrasten und Kontrapunkten des Chorwerkes Widersprüche werden; wenn sich die einzelnen Stimmen emanzipieren, aus der Gestimmtheit und dem Rhythmus des Ganzen ausscheren; wenn sich die Spannungen nicht mehr in Harmonie auflösen wollen, sondern in trotziger Dissonanz verharren. Unter solchen Umständen noch von der „Polyphonie der Wahrheit“ zu sprechen, wäre völlig verfehlt. Auch die komplexeste Komposition bewahrt ihre Authentizität nur durch die Treue zur Partitur. Und wie könnte man das Chaos als Kosmos, den Unsinn als Logos bezeichnen?

Leider geschieht aber genau dies immer wieder. Innerkirchlich wird nicht selten ein Pluralismus gerühmt, der schon längst nicht mehr von dem gemeinsamen Zeugnis für die eine geoffenbarte Wahrheit Gottes beseelt ist. Aus dem Stimmenwirrwarr kann man so ziemlich alles heraushören. Jeder findet etwas, das seinen Wünschen und Vorstellungen entgegenkommt. Auch an Wahrem und Gutem fehlt es durchaus nicht. Doch der Chor als Gesamtheit legt kein eindeutiges Zeugnis mehr ab. So verkommt die Polyphonie zur formlosen Masse, in der das Klare verschwimmt und das Leuchtende trübe wird.

Ein bezeichnendes Beispiel für das falsche Verständnis von Mehrstimmigkeit der christlichen Botschaft war die Reaktion vieler Theologen auf die Idee eines „Katechismus der Katholischen Kirche“ und die harsche Kritik, welche dessen Veröffentlichung im Jahr 1992 begleitete. Es sei heute nicht mehr möglich und auch gar nicht wünschenswert, ein einziges Werk als Richtschnur für die Glaubens- und Sittenlehre weltweit darzubieten, wurde der römischen Kirchenleitung damals entgegengehalten; vielmehr gelte es, dem Pluralismus theologischer Richtungen der Gegenwart Rechnung zu tragen. So als gebe es keine gültige und verbindliche Offenbarung Gottes an alle Menschen, und als wäre die von Paulus angemahnte Einheit in dem einen Leib, dem einen Geist, dem einen Herrn, dem einen Glauben, der einen Taufe, dem einen Gott und Vater aller (vgl. Eph 4,3 ff.) nicht zu erstreben!

Wie sehr die kirchliche Verkündigung durch das widersprüchliche Stimmengewirr geschwächt wird, das kann und muß der treue Katholik fast andauernd erfahren. Priester, die bestimmte „unzeitgemäße“ Wahrheiten ansprechen, werden von kritischen Zuhörern auf prominente Theologen oder Mitbrüder verwiesen, die darüber exakt das Gegenteil sagen. Eltern erleben es, wie ihren Kindern vom (kirchlich beauftragten!) Religionslehrer, ja zuweilen auch vom Pfarrer das ausgeredet wird, was sie ihnen in Übereinstimmung mit dem Katechismus beigebracht haben.

Um nur einige Stichworte zu nennen: jungfräuliche Empfängnis, Sühnetod und Auferstehung des Herrn; „Letzte Dinge“, vor allem Gericht, Fegefeuer und Verdammnis; Existenz von Engeln und Dämonen; Einzigkeit und Heilsnotwendigkeit der Kirche Jesu Christi; Meßopfer und eucharistische Realpräsenz; Sonn- und Feiertagspflicht; Notwendigkeit der persönlichen Beichte; Bedingungen für die Kommunionwürdigkeit; christliche Sexualmoral, insbesondere Selbstbefriedigung, vorehelicher Geschlechtsverkehr, Empfängnisverhütung und Homosexualität... – Alles das sind Bereiche, in denen der lehramtskonforme Glaubenszeuge rasch zum Exoten oder zum unbelehrbaren Fundamentalisten abgestempelt wird. Und obgleich seine Stimme doch genau dem Text der göttlichen und kirchlichen Partitur entspricht, wird sie im Namen des Pluralismus von den Organen der Falschsänger übertönt.

Selbstverständlich sind wir für die Mehrstimmigkeit der Wahrheit. Wir wünschen uns nichts sehnlicher, als daß die verschiedenartigen Stimmen jeweils auf ihre Weise zu dem gewaltigen Hymnus zusammentönen, in dem sich farbig und vielgestaltig die Wahrheit Gottes kundtut. Aber es muß eben wirklich die Wahrheit Gottes, nicht das Wunschdenken der Menschen sein. Gerade in dieser vielstimmigen Einstimmigkeit des authentischen Zeugnisses lag immer die Kraft der heiligen Kirche. Möge sie uns durch eine vom Geist Gottes erleuchtete und gestärkte Leitung, die auch vor notwendigen Säuberungen nicht zurückschreckt, wiedergeschenkt werden!


Prof. Dr. Georg May: Falschlehrer in der Kirche


Meister der theologischen Methode

Der hl. Anselm ist auch heute noch ein Meister der theologischen Methode, also des rechten und nüchternen Gebrauchs der Vernunft, durch den sie, ausgehend von den Grundsätzen des Glaubens und den Gegebenheiten der Offenbarung, dazu beiträgt, diese durch geeignete Argumente der Konvenienz zu erklären und in ihrer unerschöpflichen Verständlichkeit zu ergründen. So ist auch das Ziel zu verstehen, das er sich in seinem berühmten Proslogion vorgenommen hatte: “Utrum probari posset id, quod de Deo creditur et praedicatur” (“ob bewiesen werden kann, was von Gott geglaubt und gepredigt wird”). Es geht nicht darum, die Wahrheiten des Glaubens auf die Grenzen der Vernünftigkeit zu beschränken, denn damit würden sie zerstört. Es geht vielmehr darum, sich mittels der Vernunft von diesen Wahrheiten erleuchten und führen zu lassen, ihre Bedeutung und ihren Einfluß auf das konkrete Leben ins Licht zu stellen. Wenn sie so handelt, bestätigt die Vernunft, auch wenn sie in ihren natürlichen Grenzen bleibt, mehr als je sich selbst und damit die Würde des Menschen.
Der benediktinische Lehrer greift den Aphorismus des Augustinus wieder auf “Credo ut intelligam” (“Ich glaube, damit ich verstehe”), der schon die Grundlage der ganzen theologischen Arbeit der Väter war, und machte ihn auf neue Art wieder lebendig, indem er das Verständnis des Glaubens durch die Hilfsmittel der Dialektik und Metaphysik vervollkommnete. So leitete er die der spekulativen und scholastischen Theologie eigene Methdoe ein, die in der Folgezeit so viel Erfolg hatte, vor allem durch den hl. Thomas von Aquin, bis in unsere Tage.

Papst Johannes Paul II. in seiner Ansprache beim Besuch in Sant’ Anselmo auf dem Aventin am 1. Juni 1986.

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