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Du sendest Deinen Geistbraus

Von P. Franz Prosinger

Du sendest Deinen Geistbraus, sie werden geschaffen, und Du erneuerst das Antlitz des Erdbodens (Psalm 104,30)

Die Schöpfung ist immer ursprünglich und frisch wie am ersten Tag, da Gott spricht, `es werde Licht!´, und es ward Licht, und Gott sieht das Licht, daß es gut ist (Gen 1,3f). Nur unsere Augen sind verfinstert und kompliziert. „Wenn doch dein Auge einfach wäre, so wäre dein ganzer Leib Licht“ (Mt 6,22). Die ganze Schöpfung und unser Leib sollten eine Symbiose bilden wie ein geistliches Gefäß, ein Resonanzkörper universaler Symphonie, der Einklang der Sphärenharmonie. Die Seele ist in den Leib nicht eingenäht wie in einen Sack, an den eine Umwelt rührt und reibt und reagiert; die Seele hat im Leib ihre transparenten Membrane und Fenster, so daß sie selbst den Raum erfüllt als der Konzertsaal, in welchem die Symphonie erklingt, und in die Landschaft eingeht, die sie betrachtet. Dann ist sie in den Dingen und die Dinge sind in ihr. Das meint Rilke in seinem Gedicht Der Dichter und es sollte von allen Menschen gelten: „Ich habe keinen Ort, kein Haus, in dem ich wohne, ... alle Dinge, an die ich mich gebe, werden reich und geben mich aus“. Nicht die Einhausung in einen beschränkten Ort entspricht der Stellung des Menschen im Kosmos, sondern die ganze Weite der oikouménê, der bewohnten und bewohnbaren Welt. Dann gilt das Wort des Archimedes „Gib mir einen Ort, wo ich stehe, und ich werde die Welt bewegen“ nicht nur von der äußeren Hebelwirkung, sondern im Sinn von Gen 1,28 und Ps 8,4: „Du läßt ihn (den Menschen) herrschen über das Werk Deiner Hände, alles hast Du unter seine Füße gestellt“.

In diesem großen Zusammenhang lesen wir Weish 1,7, den Introitus von Pfingsten: „Denn der Geist des Herrn erfüllt den bewohnten Raum und der das All zusammenhaltende (Geist) hat Kenntnis von Stimme.“ Hier verbindet sich griechische Terminologie mit dem hebräischen parallelismus membrorum. Dem All (tà pánta) entspricht die oikouménê: die bewohnte Erde () oder das bebaute Land (chôra), im Griechischen meist die von Griechen bewohnte Erde im Gegensatz zu den Barbarenländern, im Lateinischen der Erdkreis (orbis terrarum), speziell das römische Reich. Im Buch der Weisheit ist das ganze All bewohnt, gleichsam zivilisiert, vertraut und vertrauenswürdig, weil es da eine Kommunikation gibt, eine gemeinsame Sprache, die verbindet. Auch in der Welt des Hellenismus und im römischen Reich war es ja die lingua franca, die gemeinsame Sprache, die nicht nur eine technische Verständigung ermöglichte, sondern eine gemeinsame Seele formt und zum Ausdruck bringt. Auch wenn die ersten Kapitel des Weisheitsbuches zunächst auf die Welt der Menschen abzielen, so ist doch 1,7 ganz allgemein formuliert: das ganze All ist zusammengehalten vom allgegenwärtig wirkenden Geist des Herrn und dieser alles durchwaltende Geist hat Kenntnis der Stimme. Er weiß um die Gedanken, die inneren Worte im Herzen der Menschen und ihre Harmonie oder Disharmonie im Ganzen der Wirklichkeit. Dieses Ganze der Wirklichkeit ist geschaffen vom Gott der Väter und Herrn des Erbarmens: „Du hast das All gemacht in Deinem Wort und durch Deine Weisheit hast Du den Menschen bereitet“ (9,1f). Das Wort, das alles ins Leben ruft, manifestiert sich im vernunftbegabten Menschen als Weisheit, und diese Weisheit läßt ihn teilnehmen an ihrem universalen Wirken: „Sie spannt aus von einem Ende zum anderen voll Kraft und durchwohnt das All voll Milde“ (8,1 di-oikeî). So ist das All ein Wohnraum (oikouménê), durchwohnt vom Geist der Weisheit. Im Neuen Testament wird diese Wohngemeinschaft die allumfassende Kirche des Herrn sein. Das deutsche Wort „Kirche“ ist abgeleitet von kyriakê oikía, d.h. das Haus bzw. die Familie des Herrn. Schon das Buch der Weisheit sieht die ganze Schöpfung als einen Tempel, ein Heiligtum Gottes, Ort seiner Gegenwart und Offenbarung.

Das Werk der Erlösung führt uns wieder hinein in die ursprüngliche Schöpfung Gottes (Offb 21,1). Der erste Tag der neuen Woche, an welchem das Wort `es werde Licht!´ neu erklingt, ist der Tag der Auferstehung Christi, dessen verklärter Leib der „Erstgeborene der ganzen Schöpfung“ (Kol 1,15; vgl. 1,18; 1 Kor 15,20) ist. Gerade hier zeigt sich, daß die Heilsgeschichte mit der Schöpfung beginnt und keine Reduktion auf das Spirituelle bedeutet. Ohne das Schöpfungsthema wird die Gottesbeziehung weltlos und die Welt gottlos (vgl. J. Ratzinger, Ein neues Lied für den Herrn, Freiburg 1995, S. 90). Die Schöpfung ist der Rahmen des Bundes Gottes mit seinem Volk und dieser Bund ist der innere Grund der Schöpfung (Benedikt XVI., Homilie in der Osternacht 2011). Den Psalmvers 104,30 betet die Kirche als Bittgebet: „Sende aus Deinen Geist und alles wird neu geschaffen, und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern!“. Zugleich betet sie im Pfingsthymnus: accende lumen sensibus – „zünd´ an das Licht den Sinnen!“ Die Übersetzung „zünd an in uns Dein Gnadenlicht!“ spiritualisiert: es geht um die Sinnesorgane, die Membranen und Fenster der Seele, welche vom ursprünglichen Licht der Schöpfung neu geöffnet werden sollen. Auch Pfingsten war Tauftag, an welchem zur neuen Geburt als Gotteskind vor der Taufe zunächst die Sinne geöffnet werden. Der Täufling wird gefragt: „Im Namen dessen, der dir die Sinne geöffnet hat, frage ich dich: Widersagst du dem Satan? Und all seiner Pracht? Und all seinen Werken? Glaubst du an Gott, den Vater? Den Sohn? Den Heiligen Geist?“. Nur wenn wir dem Blendwerk einer falschen Welt absterben und nur wenn die Sinne geöffnet und erleuchtet sind vom Heiligen Geist, können wir eingehen in die Welt Gottes. So bittet die Kirche nicht nur um die Liebe im Herzen, sondern auch um das Licht für die Sinnesorgane (accende lumen sensibus, infund´ amorem cordibus). Der Heilige Geist ist der „Finger der väterlichen Hand Gottes“ (digitus paternae dexterae - Pfingsthymnus), mit welchem unsere Sinne geöffnet werden (vgl. Lk 11,20).

So wird auch für uns das Angesicht der Erde durch die Aussendung des Heiligen Geistes erneuert, und es ist nur konsequent, daß mit der Vollendung der Heilsgeschichte, der Vollzahl der Auserwählten, ein neuer Himmel und eine neue Erde geschaffen wird (Offb 21,1).

Der Text stammt aus dem Manuskript Das Schauspiel der Schöpfung, mit einer Erklärung zu Psalm 104.


Franz Prosinger: Über die Freundschaft


Wer immer den Heiligen Geist anruft ...

Ich sah vor mir eine Taube (Symbol der Seele), und über ihr einen Kelch, der überströmte, als ob in seinem Innern eine Quelle wäre; und das, was überfloss, benetzte die Taube und wusch sie rein. Zur selben Zeit höre ich eine Stimme, die aus diesem wunderbaren Licht hervorging. Sie sagte: „Wenn du mich suchen willst, mich erkennen, mir folgen willst, so rufe das Licht an, d. h. den Heiligen Geist, der meine Jünger erleuchtet hat und der alles Volk erleuchtet, das zu ihm ruft.

Wahrlich, wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer immer den Heiligen Geist anruft, der wird mich suchen und wird mich finden, und er wird mich finden durch ihn. Sein Gewissen wird zart werden wie die Blume des Feldes. Und wenn es ein Vater oder eine Mutter ist, so wird der Friede Einzug halten in der Familie, und er wird den Frieden im Herzen haben, sowohl in diesem Leben als auch im anderen; er wird nicht in der Finsternis sterben, sondern in Frieden.

Ich verlange von dir dringend: Verkünde, dass alle Priester, die einmal im Monat die hl. Messe zu Ehren des Heiligen Geistes lesen, ihn tatsächlich ehren, und wer immer ihn ehrt und die Messe anhört, wird vom Hl. Geist selbst geehrt, weil er das Licht in sich hat. Der Friede wird im Grund seines Herzens sein. Er selbst wird kommen, die Kranken zu heilen und die Schlafenden aufzuwecken.

Zum Beweis dafür werden alle, die diese Messe lesen oder sie anhören und den Heiligen Geist anrufen, diesen Frieden im Grund ihres Herzens empfinden. Sie werden nicht in der Finsternis sterben.

Worte der arabischen hl. Mystikerin Mirjam von Abellin am 18. Mai 1873. Aus: Benedikt Stolz, Mirjam von Abellin, Flamme der Göttlichen Liebe, Jestetten: Miriam-Verlag, 4. Auflage 1999.

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