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Libertatis nuntius

Am 6. August 1984 erschien die Instruktion Libertatis nuntius der Kongregation für die Glaubenslehre über einige Aspekte der “Theologie der Befreiung”. Der damalige Präfekt der Glaubenskongregation Kardinal Ratzinger musste viel Kritik dafür einstecken, doch die wenigsten hatten, wie Prof. Theodor Herr bemerkte, die Instruktion unvoreingenommen gelesen und analysiert. Zu denen, die dies doch taten, gehörte Gustavo Gutiérrez, der "Vater der Befreiungstheologie", der daraufhin die Größe besaß, “in aller Öffentlichkeit einzugestehen, dass die lateinamerikanische Theologie der Befreiung Fehler gemacht hat” (Theodor Herr in Was wurde aus der Befreiungstheologie?, Tagespost vom 16. Juni 2005). Aus den präzisen und sachlichen Analysen der Instruktion bringen wir hier einen Ausschnitt aus dem zehnten Kapitel Eine neue Hermeneutik:

5. Die neue Hermeneutik, die in den „Befreiungstheologien“ vertreten wird, führt zu einer im wesentlichen politischen „relecture“ der Schrift. So wird dem Ereignis des Exodus eine vorrangige Bedeutung zugemessen, insofern er Befreiung aus der politischen Knechtschaft ist. Auch das Magnifikat wird politisch gelesen. Der Fehler besteht hier nicht darin, daß man für eine politische Dimension der biblischen Berichte aufmerksam ist, sondern darin, daß aus ihr die wichtigste und ausschließliche Dimension gemacht wird, was zu einer verkürzten Lektüre der Schrift führt.
6. Ebenso stellt man sich in die Perspektive eines zeitlichen Messianismus, der eine der radikalsten Ausdrucksformen der Säkularisierung des Reiches Gottes und seines Verschwindens in der Immanenz der menschlichen Geschichte darstellt.
7. Indem man auf diese Weise die politische Dimension privilegiert, gelangt man dazu, die radikale Neuheit des Neuen Testaments zu leugnen und vor allem die Person unseres Herrn Jesus Christus zu verkennen, der wahrer Gott , und wahrer Mensch ist, sowie den spezifischen Charakter der Befreiung, die er uns gebracht hat und die zuerst Befreiung von der Sünde ist, der Quelle aller Übel.
8. Anderseits entfernt man sich eben dadurch von der Tradition, daß man die autorisierte Auslegung durch das Lehramt ablehnt, indem man sie als eine klassenbedingte Auslegung verurteilt. Dadurch beraubt man sich eines wesentlichen theologischen Auslegungskriteriums und in dem dadurch entstandenen Leerraum greift man zu den radikalsten Thesen der rationalistischen Exegese. So übernimmt man unkritisch den Gegensatz zwischen dem „Jesus der Geschichte“ und dem „Christus des Glaubens“.

Als pdf-Dokument findet man die Instruktion auf der Website von Prof. Josef Spindelböck.


Theologie der Befreiung

Die schlimmen Ungleichheiten und die Unterdrückungen aller Arten, die heute Millionen von Männern und Frauen treffen, stehen in offenem Widerspruch zum Evangelium Christi und können das Gewissen keines Christen gleichgültig lassen.
Vom Heiligen Geist geführt, geht die Kirche in Treue voran auf den Wegen jeder authentischen Befreiung. Ihre Glieder wissen um ihre eigenen Schwächen und ihren Rückstand bei dieser Suche. Eine große Zahl von Christen hat jedoch seit den Zeiten der Apostel ihre Kraft und ihr Leben für die Befreiung von jeder Form der Unterdrückung und für die Förderung der Menschenwürde eingesetzt. Die Erfahrung der Heiligen und das Beispiel so vieler Werke im Dienst am Nächsten sind Ansporn und Licht für die befreienden Initiativen, die heute gefordert sind.
(...)
Indem also die Kirche ihre eigene Zielrichtung verfolgt, richtet sie das Licht des Evangeliums auf die irdischen Realitäten, damit die menschliche Person von ihrem Elend geheilt und in ihrer Würde gehoben werde. Der Zusammenhalt der Gesellschaft in Gerechtigkeit und Frieden wird dadurch gefördert und verstärkt. Ebenso ist die Kirche ihrer Sendung treu, wenn sie die Irrwege, Sklavereien und Unterdrückungen anprangert, denen die Menschen zum Opfer fallen.
Sie ist ihrer Sendung treu, wenn sie sich den Versuchen widersetzt, eine Form gesellschaftlichen Lebens zu errichten, in der Gott abwesend ist, sei es aus bewußter Gegnerschaft, sei es durch schuldhaftes Übersehen.
Sie ist schließlich ihrer Sendung treu, wenn sie politische Bewegungen beurteilt, die gegen Elend und Unterdrückung mit Theorien und praktischen Methoden kämpfen wollen, die dem Evangelium widersprechen und dem Menschen selbst entgegenstehen.
(...)
Indem die Kirche die Armen liebt, bezeugt sie die Würde des Menschen. Deutlich betont sie, daß der Mensch mehr gilt durch das, was er ist, als durch das, was er besitzt. Sie bezeugt, daß diese Würde nicht zerstört werden kann, wie auch immer die Situation des Elends, der Mißachtung, der Ablehnung und der Ohnmacht sein mag, in die ein Mensch geraten ist. Sie zeigt sich mit denjenigen solidarisch, die nichts zählen für eine Gesellschaft, von der sie geistig und manchmal sogar körperlich ausgestoßen sind. Insbesondere wendet sich die Kirche in mütterlicher Liebe denjenigen ihrer Kinder zu, die aufgrund ihrer menschlichen Bosheit niemals das Licht verbreiten, wie auch den alten Menschen, die einsam und verlassen sind.
Die Option, die den Armen den Vorzug gibt, ist weit davon entfernt, ein Zeichen von Partikularismus und Sektarismus zu sein; sie offenbart vielmehr, wie universell Sein und Sendung der Kirche sind. Diese Option schließt niemanden aus.
(...)
Der systematische Rückgriff auf Gewalt, der als angeblich notwendiger Weg zur Befreiung hingestellt wird, muß als eine zerstörerische Illusion angeprangert werden, die den Weg zu neuer Knechtschaft eröffnet. Mit gleichem Nachdruck wird man die von den Besitzenden gegenüber den Armen ausgeübte Gewalt, die Willkür der Polizei sowie jegliche Form von Gewalt, die in einem Regierungssystem selbst liegt, verurteilen. Für diese Bereiche muß man aus den tragischen Erfahrungen zu lernen verstehen, welche die Geschichte unseres Jahrhunderts gekannt hat und immer noch kennt. Man darf nicht länger die schuldhafte Tatenlosigkeit der staatlichen Autoritäten in Demokratien hinnehmen, wo die soziale Situation einer großen Zahl von Männern und Frauen weit davon entfernt ist, den Forderungen der verfassungsgemäß garantierten individuellen und sozialen Rechte zu entsprechen.

Aus der Instruktion der Glaubenskongregation über die christliche Freiheit und Befreiung vom 22. März 1986.


Subsistit

Am 11. März 1985 erließ die Glaubenskongregation eine Notifikation zu dem Buch “Kirche: Charisma und Macht. Versuch einer militanten Ekklesiologie” von Pater Leonardo Boff OFM. Diese Notifikation brachte u.a. eine wichtige Interpretation des berühmten “subsistit” der Konzilskonstitution Lumen gentium, die jeder Deutung im Sinne der Existenz einer Vielzahl von Kirchen den Riegel vorschob. Der entsprechende Passus lautet:

“Um diese relativierende Auffassung von der Kirche - die der radikalen Kritik [Boffs] an der hierarchischen Struktur der katholischen Kirche zugrunde liegt - zu rechtfertigen, beruft sich L. Boff auf die Konstitution Lumen gentium (Nr. 8) des Zweiten Vatikanischen Konzils. Aus der berühmten Aussage des Konzils: Die einzige Kirche Christi ‘ist (substantiell) verwirklicht (‘subsistit’) in der katholischen Kirche’, leitet er eine These ab, die der authentischen Bedeutung des Konzilstextes genau widerspricht, wenn er behauptet: ‘In der Tat kann sie (nämlich die einzige Kirche Christi) auch in anderen christlichen Kirchen ‘subsistieren’‘ (S. 131). Das Konzil hingegen hatte das Wort ‘subsistit’ gerade deshalb gewählt, um klarzustellen, dass nur eine einzige ‘Subsistenz’ der wahren Kirche besteht, während es außerhalb ihres sichtbaren Gefüges lediglich ‘Elemente des Kircheseins’ gibt, die - da sie Elemente derselben Kirche sind - zur katholischen Kirche tendieren und hinführen (Lumen gentium, Nr. 8). Das Dekret über den Ökumenismus bringt dieselbe Lehre zum Ausdruck (vgl. Unitatis redintegratio, Nr. 3-4), die in der Erklärung Mysterium Ecclesiae, Nr. 1, noch einmal präzisiert wurde (AAS LXV, 1973, S. 396-398).”

Wie wenig diese wichtige Klärung von den verschiedenen Lagern in der Kirche zur Kenntnis genommen wurde, zeigt einerseits die große Überraschung, die ihre Wiederholung im Dokument Dominus Iesus vom 6. August 2000 auslöste, andererseits die Kritik am subsistit, an der die Piusbruderschaft auch nach Erscheinen der Notifikation festhielt.


Das Recht der Armen

Die Armen haben ein Recht darauf, dass man ihnen von Jesus Christus erzählt. Sie haben ein Recht auf das Evangelium und seine Vollkommenheit. Ich erinnere euch an Pater Chevriers Weisung: “Die große Aufgabe des Priesters ist es heute, die Menschen den Katechismus zu lehren” (Lettres, 70). Klar und deutlich müssen wir das Evangelium verkünden, mit Genauigkeit, Einfachheit, Autorität und Standhaftigkeit (vgl. Le véritable disciple, 448 f.).

Papst Johannes Paul II. in seiner Ansprache in der Kapelle des Prado-Instituts in Lyon am 7. Oktober 1986.


Kardinal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation

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