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Der leidende Gottesknecht

Von P. James B. Buckley FSSP

Als Israel Zolli, der Oberrabbiner von Rom, am 13. Februar 1945 in die katholische Kirche aufgenommen wurde, wählte er als Taufnamen Eugenio zu Ehren von Papst Pius XII (Eugenio Pacelli), dessen Nächstenliebe zu den Juden er sehr bewunderte. In einem autobiographischen Entwurf notierte Zolli, daß er im Alter von zwölf Jahren ein Kruzifix im Haus seines katholischen Freundes Stanley gesehen hatte und unmittelbar eine Verbindung herstellte zwischen Christus und dem leidenden Gottesknecht bei Jesaja. Als Erwachsener sollte er regelmäßig über die vier Lieder vom Gottesknecht meditieren [(1) Jesaja 42, 1-7; (2) Jesaja 49, 1-7; (3) Jesaja 50, 4-11; (4) Jesaja 52,13 - 53,12) und über die Fragen seiner Jugend nachdenken: Kann Gott leiden? Leidet Er in Seinem Diener?

Zolli kam zu der Überzeugung, daß der Mann des Leidens, von dem Jesaja gesprochen hatte, seine Erfüllung fand in Christus. Trotz Unklarheiten macht Jesaja Kapitel 53 klar, daß die Leiden des Dieners Buße sind für die Sünden der Menschen. Vers 5 zum Beispiel hält fest: “Er aber ist verwundet worden um unserer Missetaten willen; er ist zerschlagen wegen unserer Sünden; unseres Friedens wegen hat ihn die Züchtigung getroffen, und durch seine Wunden wurden wir geheilt.”

Die sühnende Natur dieser Leiden deutet, wie der heilige Bernhard bemerkt, auf die Passion Christi hin. Über Vers 2 nachdenkend (“… sieht man Ihn an, so hat Er nichts Anziehendes, dass man Sein begehrte”) schreibt der heilige Abt : “Der über alle Menschensöhne hinaus Schöne war verborgen in seiner Passion, um die Söhne der Menschenheit zu erleuchten; am Kreuz wurde er häßlich, im Tod erbleichte er; da war keinerlei Schönheit oder Anmut an ihm, um sich eine schöne und anmutige Braut zu erwerben, die Kirche ohne Flecken oder Runzeln” [cf. Eph 5, 27].

Zahlreiche Abschnitte des Neuen Testaments verweisen auf oder zitieren aus Jesaja Kapitel 53, um ihre Erfüllung in Christus darzulegen. Markus 9,11 (“und es ist geschrieben über den Menschensohn, er werde viel leiden müssen und verachtet werden”) ist zum Beispiel eine Anspielung auf den Anfang in Jesaja 53, 2 : “Verachtet und der Erbärmlichste der Menschen, ein Mann der Leiden und vertraut mit Siechtum.”

Direkte Zitate aus Kapitel 53 finden sich im ersten Petrusbrief und in den Evangelien von Markus und Matthäus. Nach der Ermahnung der Gläubigen. Christus nachzuahmen, der “für uns gelitten” hat, zitiert 1 Petr 2, 22 aus Jesaja 53, 9: “Er hat keine Sünde begangen, und in Seinem Munde fand sich kein Trug.” Markus 15, 27-28 sagt: “Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, den einen zu seiner Rechten, den anderen zu seiner Linken. So ging die Schrift in Erfüllung, die sagt: ‘Er wurde unter die Missetäter gezählt.’” ( Jesaja 53, 12 ). Matthäus 8,16-17 sagt : “Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: ‘Er hat unsre Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheit hat er getragen.’” (Jesaja 53, 4)

In der Apostelgeschichte 8, 32 las der “Kämmerer und Würdenträger der äthiopischen Königin Candace” Jesaja 53, 7-8: “Wie ein Schaf wird er zur Schlachtbank geführt; und wie ein Lamm vor dem Scherer verstummt, so tat er seinen Mund nicht auf.” Verwirrt durch diesen Vers, fragte er den Diakon Philippus: “Ich bitte dich, von wem sagt dies der Prophet, von sich selbst oder von einem anderen?“ Philippus Antwort gibt dem Kämmerer die Erkenntnis, daß des Propheten Worte in Christus erfüllt wurden. Apostelgeschichte 8, 36 verkündet : “Da öffnete Philippus seinen Mund und verkündigte ihm, ausgehend von jener Schriftstelle, die frohe Botschaft von Jesus.”

Jesaja Kapitel 53 schließt mit dem Verweis auf die Belohnungen, die der Diener erhalten wird. Vers 11 zum Beispiel sagt: “Dafür, dass seine Seele Mühsal litt, darf er sich satt schauen. Durch seine Erkenntnis wird er, mein gerechter Knecht, viele gerecht machen und ihre Missetaten wird er auf sich nehmen.” In seinem Kommentar bezüglich der Erfüllung dieser Prophezeiung schreibt der gelehrte Cornelius de Lapide SJ: “Mit größter Erleichterung wird Christus die Früchte seiner Arbeit sehen, nämlich die Ernte so vieler geretteter Seelen. Allein danach hungerte und dürstete es ihn, im Leben und im Sterben ... Durch seine Erkenntnis, das heißt durch seine Lehre, seine Verkündigung und das Evanglium wird Christus viele rechtfertigen, das bedeutet, er wird sie lehren und ihnen den Pfad zur Gerechtigkeit aufzeigen.”

Der Artikel erschien im Fraternity Newsletter des amerikanischen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Petrus. James Buckley, der sich 1997 der Petrusbruderschaft angeschlossen hat, ist Spiritual und Dozent am Priesterseminar Unserer Lieben Frau von Guadalupe in Denton, Nebraska. Die Übersetzung aus dem Englischen besorgte Susanne Möhring.


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