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Verschlossene Auster

Am 10. Juli 2010 verlieh die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche den Negativpreis Verschlossene Auster der katholischen Kirche als Informationsblockierer des Jahres. Der Vorsitzende des Netzwerkes, Thomas Leif, warf ihr im Zusammenhang des Missbrauchsskandals, der zu jenem Zeit bereits ein halbes Jahr andauerte, vor, nicht “den Anspruch der Öffentlichkeit auf frühzeitige und vollständige Information” zu respektieren.

Nun war kurz zuvor genau das Gegenteil geschehen: Interessierte Kreise aus der Kirche hatten vorschnell den Verdacht sexuellen Missbrauchs durch Bischof Walter Mixa in die Öffentlichkeit getragen, um ihn endgültig zu Fall zu bringen. Das gelang, auch wenn sich nachträglich herausstellte, dass der Verdacht grundlos war. Diese Rufschädigung war der Höhepunkt einer Berichterstattung, von der Markus Günther, Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, schon am 22. April 2010 zugegeben hatte, dass sie den Charakter einer Kampagne habe, die dem Bischof Unrecht zufüge. Federführend in dieser Kampagne war neben der Augsburger Allgemeinen die Süddeutsche Zeitung, die sich auch sonst gerne in der Verunglimpung katholisch “konservativer” Positionen hervortut.

Eine Presse, die an der Aufdeckung von Verbrechen und der Sensibilisierung für diese Themen arbeitet, leistet Aufklärungsarbeit im besten Sinne, auch wenn es den Betroffenen, in diesem Fall der Kirche, unangenehm ist. Wenn sie diese Themen aber zur Durchsetzung anderer Interessen missbraucht, verkehrt sie Aufklärung in ihr Gegenteil. Genau dies tat die Süddeutsche. Wenn dann ironischerweise bei der Verleihung des genannten Negativpreises Heribert Prantl von der Süddeutschen (übrigens ein früherer Stipendiat des ifp) die “Laudatio” hielt und mit der Kirche abrechnete, kann man dies nur als Manöver betrachten, vom eigenen Versagen in der Wahrnehmung journalistischen Ethos’ und verantwortungsvoller Aufklärung abzulenken.

Hinzu kommt, dass gerade in den letzten Jahren die Kirche eine Vorreiterrolle in der Aufarbeitung und Aufklärung sexuellen Missbrauchs eingenommen hat. So lobte etwa 2008 die Bundesgeschäftsführerin des Kinderschutzbundes Paula Honkanen-Schoberth die Offensive Papst Benedikts XVI. gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche als vorbildlich. Kardinal Karl Lehmann erinnerte in der FAZ daran, dass die Kirche es war, die 2003 in Rom den “weltweit ersten Kongress über Pädophilie” veranstaltet habe und dass neben der deutschen fünf weitere große Bischofskonferenzen Leitlinien in Kraft gesetzt hätten, die sich bewährt haben. Die Expertin Ursula Enders von “Zartbitter” bescheinigte dem Erzbistum Freiburg einen vorbildlichen Umgang mit sexuellem Missbrauch. Dort war 2002 ein Ansprechpartner für solche Fälle ernannt worden. Ähnliches gilt für die Diözese Rottenburg-Stuttgart, wo die Kommission Sexueller Mißbrauch unter ihrem Vorsitzenden Robert Antretter (SPD) seit 2002 sich in einer Weise dem Problem stellte, wie es anderen Institutionen zur Ehre gereichen würde. Und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles lobte die Vorgangsweise des Trierer Bischofs Stephan Ackermann, des Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich, als vorbildlich.

So sehr die Vertuschung, die es in der Kirche tatsächlich gegeben hat, zu geißeln ist, so irreführend ist die Verleihung des Negativpreises zu einem Zeitpunkt, in dem die Kirche schon längst eine Kehrtwendung gemacht hat. Der Negativpreis diente nicht mehr der Aufklärung, sondern der Fortsetzung einer den Missbrauch missbrauchenden Kampagne mit anderen Mitteln.

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