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Gegen die atheistische Abdankung des Verstandes

2. Wenn von Gottesbeweisen gesprochen wird, müssen wir unterstreichen, dass es sich dabei nicht um naturwissenschaftlich-experimentelle Beweise handelt. Die naturwissenschaftlichen Beweise im modernen Verständnis des Wortes gelten nur für die sinnlich wahrnehmbaren Dinge, denn nur auf diese lassen sich die Untersuchungs- und Prüfungsverfahren anwenden, deren sich die Wissenschaft bedient. Einen naturwissenschaftlichen Gottesbeweis zu verlangen, würde bedeuten, Gott auf die Ebene des Wesens unserer Welt herabzusetzen und sich somit bereits methodisch hinsichtlich dessen, was Gott ist, zu irren. Die Wissenschaft muss ihre Grenzen und ihr Unvermögen anerkennen, zur Existenz Gottes zu gelangen, sie kann diese Existenz weder behaupten noch leugnen.
Daraus darf man freilich nicht den Schluss ziehen, die Wissenschaftler seien unfähig, in ihren Studien gute Gründe für die Annahme der Existenz Gottes zu finden. Wenn auch die Wissenschaft als solche Gott nicht zu erreichen vermag, so kann doch der Wissenschaftler, dessen Verstand nicht auf die sinnlich wahrnehmbaren Dinge beschränkt ist, in der Welt die Beweggründe für die Annahme eines Wesens entdecken, das diese Welt überragt. Viele Wissenschaftler haben diese Entdeckung gemacht und machen sie weiter. (...)

4. Die Notwendigkeit, auf eine höchste Ursache zurückzugehen, drängt sich noch mehr auf, wenn man die vollendete Organisation betrachtet, die die Wissenschaft unaufhörlich in der Struktur der Materie entdeckt. Wenn der menschliche Verstand soviel Mühe darauf verwendet, die Zusammensetzung und die Wirkweisen der Materieteilchen zu bestimmen, sieht er sich dann nicht etwa veranlaßt, deren Ursprung in einer höheren Intelligenz zu suchen, die alles entworfen hat? Angesichts der Wunder der unendlich kleinen Welt des Atoms und der unendlich großen Welt des Kosmos fühlt sich der Geist des Menschen in seinen schöpferischen und selbst in seinen Vorstellungsmöglichkeiten ganz und gar überfordert und begreift, dass ein Werk von solcher Qualität und solchen Ausmaßes einen Schöpfer erfordert, dessen Wahrehit jedes Maß übersteigt, dessen Macht unendlich ist.

5. Alle Beobachtungen zur Entwicklung des Lebens führen zu einer analogen Schlußfolgerung. Die Entwicklung der Lebewesen, deren Stufen die Wissenschaft zu bestimmen und deren Mechanismus sie zu erkennen sucht, weist eine innere Sinn- und Zielrichtung auf, die Bewunderung erregt. Diese Zielbestimmung, die den Lebewesen eine Richtung gibt, bei der sie weder Herr sind noch Verantwortung tragen, nötigt uns, einen Geist vorauszusetzen, der sie erdacht und geschaffen hat. (...)

7. All diesen Hinweisen auf die Existenz Gottes, des Schöpfers, setzen manche das Wirken des Zufalls oder der Materie eigene Wirkmechanismen entgegen. Angesichts eines Universums, das in seinen Elementen eine so komplexe Organisation und im Leben eine so wunderbare Zielrichtung aufweist, von Zufall zu sprechen, bedeutet, auf die Suche nach einer Erklärung der Welt, so wie sie sich uns darbietet, zu verzichten. Dies läuft in der Tat darauf hinaus, Wirkungen ohne Ursache annehmen zu wollen. Es handelt sich um eine Abdankung des menschlichen Verstandes, der hier darauf verzichten würde, zu denken und nach einer Lösung für seine Probleme zu suchen.
Schließlich drängt eine Unzahl von Anzeichen den Menschen, der das Universum, in dem er lebt, zu begreifen versucht, seinen Blick zum Schöpfer zu erheben. Die Beweise für die Existenz Gottes sind vielfältig und konvergieren. Sie zeigen zugleich, dass der Glaube den menschlichen Verstand nicht ausschaltet, sondern ihn anspornt zum Nachdenken und ihm ermöglicht, alle Fragen, die die Beobachtung der Wirklichkeit stellt, besser zu ergründen.

Papst Johannes Paul II. am 10. Juli 1985 in seiner Ansprache bei der Generalaudienz.

Weiteres zum Thema:

Der Philosoph Swinburne über den kosmologischen Gottesbeweis

Das Geheimnis des Lebens.


Einziger Verteidiger

Es gibt eigentlich heute nur einen Verteidiger der Vernunft. Das ist der christliche Glaube. Die Erkenntnis hat für den Menschen eine verpflichtende, bindende Kraft. Dazu allerdings muss man wieder glauben, dass die Vernunft eine göttliche Wurzel hat.

Robert Spaemann im Interview mit Dominik Klenk vom 11. Mai 2011

Zum Thema: Papst Benedikt als Anwalt der Vernunft


Die christlichen Voraussetzungen der Aufklärung

Aber ohne Patristik und Scholastik wäre Aufklärung undenkbar. Ohne die Botschaft, dass jedem Menschenkind eine unsterbliche Seele zu eigen ist, wäre es nie zur Idee der Menschenrechte gekommen, ursprünglich vom Dominikanermönch Las Casas zur Verteidigung der peruanischen Ureinwohner erhoben, wonach jedem Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht im gleichen Maße Würde, Grundrechte und die Erlangung des Glücks offenstünden.

Rudolf Taschner in der Presse vom 16. Juni 2011 in seiner Besprechung von Matusseks Buch Das katholische Abenteuer. Diese Streitschrift lehre sogar den Zweifler, welche Fortschritte wir der katholischen Kirche zu verdanken haben.


Menschenwürde

Gerade dank der jüdisch-christlichen Idee der Menschenwürde hat sich die Universalität jenes Prinzips [der Menschenwürde] in der Weltgeschichte behauptet. In der Tat hat die Theologie des nach Gottes Ebenbild geschaffenen Menschen die Möglichkeit einer gleichmachenden Interpretation der Menschenwürde eröffnet. Diese Idee impliziert nämlich keine Privilegierung des Gläubigen, da jeder Mensch, unabhängig von seiner Konfession, ein Abbild Gottes ist. Um es mit den Worten des katholischen Philosophen Robert Spaemann zu sagen: Jeder Mensch ist nicht «etwas», sondern «jemand».

Aus: Paolo Becchi, Die Revanche Gottes, in: Der Bund vom 14. Dezember 2011


Auffangnetz der Menschenwürde

Säkulare Traditionen werden auf absehbare Zeit zum öffentlichen Leben dazugehören. Doch es bleibt festzuhalten, dass es christliche Traditionen waren, die dem Prinzip der Menschenwürde im 15. und 16. Jahrhundert Gehör verschafften - von Pico della Mirandola und Francisco de Vitoria bis hin zu Bartolomé de Las Casas. Und es ist eine offene Frage, ob säkulare Traditionen die Kraft haben, diesem fundamentalen ethisch-politischen Prinzip Nachhaltigkeit zu verleihen. Es ist ja kein Zufall, dass säkulare Traditionen, dort wo sie im Prinzip der Menschenwürde treu bleiben, dazu tendieren, sich durch ein Auffangnetz aus jüdisch-christlichen Erzählungen abzusichern. Man mag das als christlichen Atheismus bezeichnen, aber weltanschaulich neutral ist das nicht.

Aus: Johannes Hoff, Toleranz in einem postliberalen Zeitalter. Was wir von einem päpstlichen Faustschlag lernen können, in: Internationale Katholische Zeitschrift Communio, März/April 2015, S. 209.


Michael Novak: Einsame Atheisten

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