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Von "Luzifer" zu Franziskus
Johannes Jörgensen

Der dänische Schriftsteller Johannes Jörgensen wurde 1866 in Svendborg auf der Insel Fünen geboren. Aus lutherischem Hause stammend, wandte er sich in früher Jugend der Theosophie zu, wo sein unsteter Geist Erfüllung suchte. Er gründete einen Club zur Ausrottung der Tyrannei und nannte ihn "Luzifer". 1882 machte er in Kopenhagen die Bekanntschaft mit zwei revolutionär gesinnten Schriftstellern: dem Schweden August Strindberg (1849-1912) und dem Dänen Georg Brandes (1842-1927), der die "Finsternisse des Christentums" überwinden wollte. Jörgensen wurde zum Anarchisten und Atheisten, lebte in großer Armut und verwarf jede Moral. Später schrieb er:
"Keiner wird Atheist, wenn er es nicht verdient; jeder hat den Glauben, den er verdient. Ich wurde Freigeist, nicht weil Höffding (1) den Freigeist predigte, sondern weil mein Geist dazu neigte. Ich wurde Amoralist und Immoralist, nicht weil Georg Brandes dazu aufstachelte, sondern weil ich selbst auf niedriger moralischer Stufe stand... Ich war nicht gut, sondern ein aus Phantasie, Sentimentalität und Sinnlichkeit zusammengesetztes Wesen, und so war ich zu ‘freier Moral' bestimmt. Wie alle schwachen Charaktere, wünschte ich ein freies Leben ohne Verantwortung."

Doch eine Saite seines Wesens, die nach Höherem strebte, wurde angerührt, als er Huysmans, Barbey d'Aurevilly, Villiers de l'Isle-Adam, Maeterlinck, Baudelaire, vor allem aber Ernest Hello (1828 - 1885), den Freund und Gefährten von Leon Bloy las. Er mußte Hello Recht geben, der schrieb: "Wenn ein junger Mensch in seinem Leben viele Dummheiten begangen, seine Zeit verloren, Schulden gemacht hat, wenn er dumm, mittelmäßig, unbrauchbar, gelangweilt ist, sagt man, er habe ein reiches Leben hinter sich. Man sollte sagen, er sei vielfach gestorben. Was er getan hat, ist nichts: er hat nichts getan. Er hat das Nichts in sich gären lassen, und das Nichts hat das Nichts hervorgebracht."

Aber es war noch ein weiter Weg zum Licht des Glaubens. Die entscheidende Wende verdankte Jörgensen den beiden Konvertiten Mogens Ballin und Willibrord Verkade (1868-1946), der in Paris als Maler Schüler von Gauguin gewesen war und in dessen Atelier er auch Ballin kennengelernt hatte. Beide hatten den Trug oberflächlicher Sinnesfreuden erkannt und das Glück im katholischen Glauben gefunden. Sie griffen Jörgensen finanziell unter die Arme und sponserten ihm eine Reise nach Deutschland und Italien. Jörgensen nahm die Einladung an, obwohl sich alles in ihm dagegen sträubte in Angst und Unruhe. Er schrieb darüber: "Dieses Gefühl führte zu einer durchaus christlichen Empfindung: Ich begann einzusehen, was es heißt, der Gnade bedürftig zu sein. Denn niemand kann ohne Sünde leben; niemand hat die Kraft, Christus vollkommen nachzuahmen. Unsere ganze Lebensführung braucht Verzeihung und Gnade. Doch um sie zu erlangen, muß der Mensch seinen sündigen Zustand einsehen und anerkennen..."

Sein Weg führte über Beuron, wo Verkade lebte, über Luzern nach Italien. In Luzern erhielt er, der immer noch nicht gläubig war, einen neuen Gnadenanruf, als er zufällig eine Kirche in dem Moment betrat, als der Priester mit der Monstranz den sakramentalen Segen spendete: "Und ich war auch niedergekniet, inmitten dieser Menge, wie gezwungen von einer unwiderstehlichen Macht, und im tiefen Schweigen der Sammlung und des Gebetes hatte ich in diesem Augenblick gespürt, daß jemand neben mir war... Und seit jenem Abend in Luzern brannte das Feuer Christi in meinem Herzen. Aber mein Herz hatte sich von diesem Feuer nicht verzehren lassen wollen, sondern hatte versucht, es zu ersticken und wenn möglich auszulöschen, denn mein Herz hatte Angst davor, sich dieser Flamme zu ergeben..."

Als ihm in Norditalien das Geld ausging, wurde er von dem in Assisi weilenden Ballin eingeladen, bei ihm zu wohnen, solange er wolle. Die drei Monate in Assisi hat Jörgensen später in seinem Werk "Umbrische Chronik" beschrieben. Hier fand die Entscheidungsschlacht zwischen Licht und Finsternis in seiner Seele statt. Er erkannte, daß es der Stolz ist, der sich gegen die Anerkennung Jesu Christi und seiner Kirche aufbäumte. "Was mich hindert, katholisch zu werden, ist die Liebe zu meiner eigenen Person, zu meiner Vergangenheit, zu meinen früheren Überzeugungen..." Doch schließlich trug der Geist des Poverello von Assisi, den er hier in sich einsog, den Sieg davon. Am 15. Februar 1896 legte er eine Generalbeichte ab und wurde am Tag darauf in die katholische Kirche aufgenommen.

Die Biographie des hl. Franziskus von Assisi ist das berühmteste Werk Jörgensens geworden und gehört zum Besten, was über den Heiligen geschrieben worden ist. Böse Zungen behaupten, daß früher das Werk in den Priesterseminarien in den Giftschrank gestellt worden sei, damit ihnen die Alumnen nicht zu den Franziskanern davonliefen. Ein weiteres Werk ist seine Biographie der hl. Katharina von Siena.
Jörgensen starb am 29. Mai 1956 in einem dänischen Spital zu Svendborg.

Anmerkung:
(1) Harald Höffding, (1843-1931), dänischer Philosoph

Hauptquelle: Alexandre Masseron, Johannes Jörgensen (1866 - 1956), in: Heimkehr zur Kirche, Konvertiten des 20. Jahrhunderts III, hg. von F. Lelotte, Luzern 1958, S. 155-170.


Update zu Johannes Jörgensen

Will man vom "Lexikon für Theologie und Kirche" in seiner dritten Auflage etwas von Johannes Jörgensen erfahren, wird man im Stich gelassen. Der entsprechende Band ist der fünfte, Erscheinungsjahr 1996. Ein Eintrag fehlt. Anders ist es in der zweiten Auflage, Band 5, 1960. Hier erfahren wir aus der Feder von Erich Kock unter anderem, daß Jörgensen 1913 in Löwen Professor für Ästhetik wurde. Neben den schon erwähnten Heiligenleben schrieb Jörgensen Gedichtsammlungen, Reiseschilderungen und religions- und kulturhistorische Essays.
Im Internet findet sich die Website einer Johannes-Jörgensen-Gesellschaft, die sich am 16. November 2002 in Jörgensens Geburtstadt Svendborg gegründet hat. Hier erfahren wir, daß Jörgensen nach Hans Christian Andersen der meistübersetzte dänische Autor ist. Seine dritte große Biographie neben denen über den hl. Franz von Assisi und über die hl. Katharina von Siena ist jene über die hl. Birgitta von Schweden.


Eva Lavallière

Am 10. Juli 1929, starb in Thuillieres in den Vogesen (ca. 60 km südlich von Nancy) Eva Lavallière. Ihr beeindruckender Lebensweg vom weltlichen Bühnenstar zur tiefgläubigen, büßenden Christin ist in einer Broschüre beschrieben, die bei mir (siehe Impressum) kostenlos bestellt werden kann. Sie starb auf dem Krankenlager mit einem Lächeln, den Blick auf das Bild des Gekreuzigten gerichtet, in dem Moment, als der Priester zu ihr sagte: "Ziehe hin, christliche Seele, im Namen Gottes, der dich erschaffen hat ..."


Weitere Konvertiten:

Jacques und Raissa Maritain

Amalie von Gallitzin


Paolo Casati

Der Mathematiker Paolo Casati SJ, latinisiert Paulus Casatus, wurde am 23. November 1617 in Piacenza im Westen der italienischen Region Emilia Romagna geboren. Am 19. Oktober 1634 trat er ins Noviziat der Gesellschaft Jesu ein. Am Römischen Kolleg unterrichtete er Mathematik und Theologie.

1651 wurde er zusammen mit P. de Malines nach Stockholm gesandt. Dort trug sich Königin Christina von Schweden (1626-1689) mit dem Gedanken einer Konversion zur katholischen Kirche. Deshalb hatte sie den Ordensgeneral der Jesuiten, Francesco Piccolomini (21.12.1649 - 17.6.1651) um die Entsendung zweier Jesuiten gebeten, mit denen sie diese Gewissensangelegenheit besprechen wollte. Die beiden schifften sich am 12. Dezember 1651 in Venedig ein und kamen am 25. Februar in Stockholm an. Die Königin war eine Förderin der Wissenschaft, und Casati hatte damals bereits einen Namen als Mathematiker. In der folgenden Zeit kam es zu mehreren Unterredungen der Königin mit Casati, an deren Ende ihr Entschluss zur Konversion feststand. Im Mai trat Casati mit einem an den Generaloberen gerichteten Brief der Königin die Rückreise an. Christina verwirklichte ihren Entschluß nach ihrer Abdankung 1654 geheim, 1655 öffentlich.

Casati wurde Rektor des Collegiums dei Nobili in Parma, das die Jesuiten seit 1604 führten, später für 30 Jahre Rektor der Universität von Parma. Nebenbei war er noch Beichtvater zweier Herzoginnen.

Er starb am 22. Dezember 1707 in Parma (Region Emilia Romagna).

Casati hat nur ein einziges theologisches Werk verfaßt, nämlich über die Engel. Alle anderen handeln über physikalische oder mathematische Themen, teils in lateinischer, teils in italienischer Sprache. In der Wissenschaft gehörte er der Schule von Guiseppe Biancani SJ (1566-1624) an. 1658 veröffentlichte er sein astronomisches Werk Terra machinis mota in Form eines fiktiven Gesprächs zwischen Galileo Galilei, Paul Guldin SJ (1577-1643) und Marin Mersenne. Obwohl die Verurteilung Galileis nur 25 Jahre zurücklag, erscheint er bei Casati in einem positiven Licht. Mit Wissenschaftlern wie Carlo Rinaldini, Gian Antonio Rocca und Daniello Bartoli stand er in Korrespondenz.

Ein dem Durchmesser nach 108 km großer Mondkrater ist nach Casatus benannt.


Joseph Meurers

Vor 100 Jahren, am 13. Februar 1909, wurde in Köln der bedeutende Astronom Joseph Meurers geboren. Er lehrte in Bonn und Wien. Hier war er von 1962 bis 1978 Direktor der Universitäts-Sternwarte. Er verfaßte 86 Studien im Bereich der Astronomie und Physik. Darüber hinaus galt sein Interesse den Grenzfragen zwischen Naturwissenschaft, Philosophie und Theologie. So trägt ein Buch von ihm den Titel Die Frage nach Gott und die Naturwissenschaft (München 1962). Meurers bedauerte Berührungsängste zwischen den Natur- und Geisteswissenschaften. In dem Büchlein Wissen nährt Nichtwissen. Naturforschung heute (Reihe Texte Thesen, Osnabrück 1972) schrieb er: “Die Biologen und die Forscher der genannten wissenschaftlichen Nachbardisziplinen leiden oft an metaphysischem Verfolgungswahn. Sie wittern überall den lieben Gott bzw. dass man stets versuche, diesen in ihre Bereiche einzuschmuggeln, und reagieren dann sehr allergisch.”
1979 ließ er sich zum Ständigen Diakon weihen. Er starb am 31. Juli 1987.


Charles Nicolle: Ein Nobelpreisträger findet zum Glauben

Vor hundert Jahren, im September 1909, entdeckte der Biologe Charles Nicolle (1866-1936) in Tunis als Direktor des dortigen Pasteur-Instituts die Übertragungsweise des Typhus durch Läuse, was eine wichtige Voraussetzung für die Bekämpfung der Krankheit war. Er wurde für seine Arbeiten über Flecktyphus 1928 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Weniger bekannt ist, dass er nach langem inneren Ringen die Grenzen der wissenschaftlichen Vernunft erkannte und zum katholischen Glauben zurückfand. Am 10. August 1935 kehrte er zur Kirche zurück und empfing die Sakramente. Unter anderem erklärte er: “In den ersten Jahren meines Lebens hatte ich den Glauben. Meine Mutter hatte mich im katholischen Glauben erzogen. Während meiner Arbeiten jedoch meinte ich, alles ließe sich mit der Vernunft erklären, und so versuchte ich, nach dieser Methode zu handeln. Dann kam ich allmählich zur Erkenntnis, dass die Vernunft nicht allmächtig ist, dass es Raum gibt für das Übernatürliche” (zitiert in: Charles Clerc, Charles Nicolle, in: Heimkehr zur Kirche. Konvertiten des 20. Jahrhunderts, hg. von F. Lelotte, Luzern 1956, S. 77-93). In einem Testament, das für seine Schüler bestimmt wae, schrieb er: “Ich sterbe im römisch-katholischen Glauben, zu dem ich im August 1935 zurückgefunden habe. Nachdem ich mich überzeugt hatte, dass die menschliche Vernunft nicht imstande ist, die Lebenserscheinungen zu erklären, und da ich meinen Lesern gegenüber eine gewisse Verantwortung empfinde, habe ich mich entschlossen, mich der traditionellen Lehre meiner Familie wieder anzuschließen. Sie ist für sie von größtem sittlichen Wert” (ebd.).


Weitere Wissenschaftler:

Honoré Fabri

Philippe Labbé

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