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Alfred Döblin

“Da bin ich also, melde mich zur Stelle, angeklagt wegen Fahnenflucht, unter dem Verdacht, mich von der Kampftruppe der Macchiavell, Voltaire, Rousseau, Sorel, Goethe und Marx entfernt zu haben und zum Feinde übergegangen zu sein.”

So schreibt Alfred Döblin, der heute vor 50 Jahren, am 26. Juni 1957, gestorben ist, in seinem Werk “Der unsterbliche Mensch”. Mit dem “Feind” ist die Religion gemeint, das Christentum, der Katholizismus.

Alfred Döblin, am 10. August 1878 in Stettin als Sohn jüdischer Eltern geboren, ist 1929 durch “Berlin Alexanderplatz”, den ersten deutschen Großstadtroman, berühmt geworden. Seit seinem zehnten Lebensjahr lebte er mit seiner Mutter und vier Geschwistern in Berlin, nachdem der Vater die Familie verlassen hatte. Er studierte Medizin und wurde Arzt. 1912 heiratete er Erna Reiss und trat aus der jüdischen Gemeinde aus. Die Lektüre Nietzsches hatte schon früh einerseits seinen Glauben an Gott erschüttert, andererseits seine Suche nach der Wahrheit um so mehr entfacht. Seine atheistische Position deklarierte er 1919 in seinem Essay “Jenseits von Gott!”

Politisch engagierte er sich auf dem linken Flügel: bei der USPD (Unabhängige Sozialistische Partei Deutschlands), dann bei der SPD und der Schriftstellervereinigung “Gruppe 1925”, der u.a. Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Robert Musil, Ludwig Marcuse, Erwin Piscator, Max Brod und Egon Erwin Kisch angehörten.

1933 floh er vor den Nationalsozialisten zunächst in die Schweiz, dann nach Frankreich, 1940 schließlich in die USA nach Hollywood. Dort wurde er katholisch: Am 30. November 1941 ließ er sich zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Stefan in der von Jesuiten geleiteten Kirche zum Allerheiligsten Sakrament in Hollywood taufen. An diesem Schritt hatten verschiedene Faktoren entscheidenden Anteil: einerseits die Lektüre Kierkegaards und der Kirchenväter, andererseits bereits in Frankreich der Anblick des Kruzifixes in der Kathedrale von Mende: “Wie eine Erleuchtung traf es ihn beim Anblick des gekreuzigten Jesus: ‘Schmerz, Jammer ist in der Welt’. Erschüttert bekannte er sich zu dem ‘hingerichteten Rebellen’” (Ursula Homann). Ein solches Bekenntnis findet sich schon in seinem Werk “Reise in Polen”. Ende 1924 erschütterte ihn das Kruzifix in der Marienkirche in Krakau: “Der mächtigen Realität habe ich mein Herz zugewandt, dem toten Mann, dem Hingerichteten am Holz über den Betenden.”

Döblin hielt seine Konversion zunächst geheim und offenbarte sie erst 1946 nach seiner Rückkehr nach Deutschland durch die Veröffentlichung des Religionsgesprächs “Der unsterbliche Mensch”. Er stieß bei seinen ehemaligen Gesinnungsgenossen auf Ablehnung und Hohn. “Der Stein des Anstoßes lag nicht so sehr im Akt der religiösen Bekehrung, sondern darin, daß ein aus der Weimarer Republik sehr bekannter, naturwissenschaftlich gebildeter, bisher immer für einen liberalen, zum Sozialismus tendierenden und atheistischen Geist geltender jüdischer Intellektueller nach zwölf Jahren auferzwungenen Exils gewandelt als Christ heimgekehrt war, un seinen neugewonnenen festen Glauben öffentlich und mit den Waffen der Ehrlichkeit, der Logik und mit niemals simplifizierenden Argumenten zu verteidigen”, schreibt Anthony W. Riley im Nachwort zu der von ihm herausgegebenen Ausgabe der beiden Religionsgespräche (dtv, 1992, S. 664). Das zweite Religionsgespräch “Der Kampf mit dem Engel” erschien erst lange nach Döblins Tod, da es keine Verleger fand. Döblin selber sprach von einem “geistigen eisernen Vorhang, installiert bei den deutschenVerlegern und beim deutschen Publikum” (Brief vom 7. Januar 1957 an Hans Henny Jahnn, zitiert von Riley, S. 679).

Weitgehend isoliert und erfolglos, zog er sich 1953 nach Frankreich zurück. “Man muss nicht seinen Charakter, man kann auch die Stadt wechseln”, wie er einmal meinte. Wegen seiner Parkinson-Krankheit mußte er jedoch immer wieder zur Behandlung nach Deutschland. Am 26. Juni 1957 starb er im Landeskrankenhaus Emmendingen.


Francis Thompson

Vor 100 Jahren, am 13. November 1907, starb in London der Schriftsteller Francis Thompson.

Thompson wurde am 18. Dezember 1859 in Preston in der Grafschaft Lancashire im (Nordwesten Englands) als Sohn eines Arztes geboren. Seine Eltern waren Konvertiten. 1864 übersiedelte die Familie nach Manchester. Von 1870 bis 1877 besuchte er das katholische Ushaw College bei Durham im Nordosten Englands. Das Ushaw College war 1808 als Nachfolger des englischen Seminars in Douai gegründet worden. 1880 starb die Mutter Thompsons. In Manchester studierte er im 1873 eröffneten Owens College Medizin, ohne einen Abschluss zu erlangen. “Seit 1885 führte Thompson ein Leben ohne Beruf - zumeist in London -, das von äußerster Entbehrung und Einsamkeit, zugleich aber von erstaunlicher Innerlichkeit und religiöser Erlebniskraft gezeichnet war” (Georg Karp, LThK 2. Auflage Bd. 10, Sp. 167). Nach London war Thompson gezogen, weil er sich wegen seines ungeregelten Lebens mit seinem Vater überworfen hatte. Vorübergehend versuchte er, sich als Zeitungs- und Streichholzverkäufer, als Schuhputzer und Gepäckträger über Wasser zu halten. Er lebte auf der Straße. Zudem war er dem Opium verfallen. Damals war Opium noch nicht verboten, im Gegenteil: In der Form des als Arzneimittel geltenden Laudanums war es weit verbreitet. Als Medizinstudent es an sich selber auszuprobieren, war nichts Außergewöhnliches. Aber bei Thompson war es ein tragischerer Anlaß: Seine sterbende Mutter hatte ihm, um ihm, dem Gedichteliebhaber, eine Freude zu bereiten, die “Confessions of an English Opium-Eater” des Schriftstellers Thomas de Quincey geschenkt. So wurde sie unfreiwillig der Mitauslöser seines späteren Elends.

Die künstlerische Begabung Thompsons wurde von Wilfrid Meynell (1852 - 1848), dem Herausgeber der katholischen Monatszeitschrift “Merry England”, entdeckt. An diesen sandte er, eine Postfachadresse als Absender angebend, im Februar 1887 einige Kostproben seiner Dichtkunst, unter anderem “Dream Tryst” (das 1902 von Gustav Holst vertont wurde; siehe unten) und den Essay “Paganism Old and New” (der am 22. September 1912 in der New York Times erscheinen sollte). Ein halbes Jahr blieben sie unbeachtet, doch als Meynell sie schließlich las, war er begeistert. Sofort schrieb an den Autor, doch die Post kam wegen “unbekannt” zurück. Daraufhin veröffentlichte Meynell im April 1888 “Dream-Tryst” und “Paganism” und hoffte, dass Thompson es lesen und den Kontakt wieder aufnehmen würde. Dieser kam tatsächlich zustande und wurde Thompsons Rettung: Großzügig half ihm Meynell zusammen mit seiner Frau Alice aus seiner Not und Drogensucht. Er sorgte für eine ärztliche Behandlung und für einen längeren, bis 1890 währenden Aufenhalt im Prämonstratenserkloster in Storrington, Sussex, ca. 70 km südlich von London, einer Tochtergründung von Frigolet in der Provence aus dem Jahr 1882. Hier schrieb Thompson seine “Ode to the Setting Sun” und “To Daisy” und begann mit seinem berühmtesten Gedicht “The Hound of Heaven”.

Um ihn aus seiner Einsamkeit herauszuholen, sorgte Meynell dafür, dass Thompson nach seiner Rückkehr aus Storrington in seiner Nähe eine Wohnung bekam.

Wilfrid Meynell war seit 1877 mit der Schriftstellerin und Konvertitin Alice Christiana Gertrude Thompson Meynell verheiratet, die ihm acht Kinder schenkte. Francis Thompson blieb zeit seines Lebens der Familie in Freundschaft und tiefer Dankbarkeit verbunden. Vom 1891 geborenen letzten Kind der Meynells, das nach ihm Francis benannt wurde und später Dichter wurde, durfte er der Taufpate werden.

Bei den Mynells lernte er den Schriftsteller George Meredith (1828 - 1909) und 1895 vor allem den 1862 zum Katholizismus konvertierten Schriftsteller Coventry Patmore kennen, mit dem er sich befreundete und der ihn in seinem Schreiben beeinflußte. Dessen Tod im November des darauffolgenden Jahres setzte ihm zu.

Von 1889 bis 1896 schrieb er drei Gedichtbände: “Poems”, “Sister Songs” und “New Poems”. Außerdem schrieb er Essays - berühmt wurde sein Essay über Percy B. Shelley, dem er stilmäßig nahestand -, “The Life of St. Ignatius”, “Health and Holiness” und andere Werke.

1907 mußte Thompson ins Spital gebracht werden. Er kam ins Hospital St. John and St. Elizabeth, gegründet am 19. November 1856 von Mary Clare Moore, einer Freundin und Mitarbeiterin der berühmten Florence Nightingale, das erste katholische Krankenhaus Londons seit der Reformation. Hier starb Thompson am 13. November 1907, nachdem er die Sterbesakramente empfangen hatte, an Tuberkulose, treu umsorgt von den Sisters of Mercy.

Johannes A. Brein nennt Thompson in der 1. Auflage des LthK (Band 10, Sp. 143) den “größten katholischen Dichter Englands und einen der wenigen großen Hymnendichter der Weltliteratur, voll tiefer mystischer Eingebung”. Im vierbändigen dtv-Lexikon der Weltliteratur heißt es über seine berühmteste Dichtung “The Hound of Heaven”, dass sie “in leidenschaftlicher Bildersprache von der den Menschen überall aufspürenden Gnade Gottes berichtet. Die von Gott verfolgte Seele wird ihm zum Sinnbild der geistigen Ruhelosigkeit seines Jahrhunderts” (S. 1325). Gisbert Kranz deutet im “Lexikon der christlichen Weltliteratur” (Freibur i. Br. 1978, Sp. 956) Thompson: “Dem Gottlosen weicht die Natur zurück, und die Dinge der Schöpfung entziehen sich seinem Zugriff. Doch wer Gott liebt, der findet die ersehnte Erde im Himmel, schöner als er sie dachte, befreit von jedem Makel, herrlich wie am ersten Tag”. Für Erwin Laaths (Geschichte der Weltliteratur, S. 698) hat Thompson zusammen mit Hopkins “die zeitgenössische englische Dichtung begründet”. Seine Lyrik gipfele “in zwei sehr verschiedenen, gewaltigen Hymnen”. Das ist neben dem “Jagdhund des Himmels” “‘Korymbus für den Herbst’ mit Rhytmen von dionysischer Pracht”.

Thompson “griff bewußt auf die extravagante Sprache dieser religiösen Dichter [der ‘Metaphysical Poets’ des 17. Jhdts.] (insbesonders Crashaw, Herbert und Donne) zurück und wurde damit - lange vor T. S. Eliot - zum Wegbereiter der Wiederentdeckung der ‘Metaphysical Poetry’ im 20. Jhdt.”, urteilt Franz Wöhrer im BBKL.

Chesterton nannte Thompson den “greatest creative poet since Browning”, Theodor Haecker, der Übersetzer Thompsons, den Dichter der Rückkehr zur Natur und der Rückkehr zu Gott. Paul Claudel übersetzte ihn ins Französische.

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Dream-Tryst

By Francis Thompson

The breaths of kissing night and day
Were mingled in the eastern Heaven:
Throbbing with unheard melody
Shook Lyra all its star-chord seven:
When dusk shrunk cold, and light trod shy,
And dawn’s gray eyes were troubled gray;
And souls went palely up the sky,
And mine to Lucidé.

There was no change in her sweet eyes
Since last I saw those sweet eyes shine;
There was no change in her deep heart
Since last that deep heart knocked at mine.
Her eyes were clear, her eyes were Hope’s,
Wherein did ever come and go
The sparkle of the fountain-drops
From her sweet soul below.

The chambers in the house of dreams
Are fed with so divine an air
That Time’s hoar wings grow young therein,
And they who walk there are most fair.
I joyed for me, I joyed for her,
Who with the Past meet girt about:
Where our last kiss still warms the air,
Nor can her eyes go out.


Maurice Baring

Heute vor 100 Jahren, am 1. Februar 1909, konvertierte Maurice Baring zum katholischen Glauben.

Maurice Baring wurde am 27. April 1874 in London als fünftes von zehn Kindern des Ehepaars Edward Charles Baring (Lord Revelstoke) und Emilie Bulteel geboren, 32 Tage vor Gilbert Keith Chesterton.

Seine Jugend verbrachte er am Berkeley Square in London und in Coombe Cottage. Seine religiöse Erziehung in der anglikanischen Familie war eher oberflächlich.

Ab 1889 besuchte er das altehrwürdige Eton College bei Windsor (wo später auch George Orwell studieren sollte). Hier hörte er u.a. den Schriftsteller Arthur Benson und begeisterte sich für die Dichter Shelley und Byron. Danach begab er sich nach Hildesheim, um Deutsch zu lernen. Französisch, Latein und Griechisch beherrschte er bereits, später sollte er noch Italienisch, Russisch und die skandinavischen Sprachen lernen. Während seines Aufenthalts in Deutschland verlor er seinen Glauben: “Als ich im Verlauf des Winters 1893 von Berlin zurückkehrte, fragte mich jemand, warum ich nicht in die Kirche gehe. Ich erwiderte, das komme daher, dass ich gar keinen christlichen Glauben habe; sollte ich je zu einem kommen, so würde ich katholisch. Das schien mir das einzig logisch Folgerichtige und Unausweichliche eines solchen Glaubens zu sein” (zitiert in: Louis Chaigne, Maurice Baring, in: F. Lelotte (Hrsg.), Heimkehr zur Kirche. Konvertiten des 20. Jahrhunderts, Vierter Band, Luzern 1959, S. 137).

1893/94 studierte er im Trinity College in Cambridge. Hier lernte er Bertrand Russell, Robert Trevelyan und andere Intellektuelle kennen, die das Christentum für überholt hielten.

Die Wende bahnte sich in Oxford an, wo er 1896 den damals 26jährigen Katholiken Hilaire Belloc kennenlernte und sich mit ihm anfreundete. Schon auf den ersten Blick erschien ihm dieser als ein außergewöhnlicher Mann. Aber der Gedanke an eine Konversion lag ihm noch fern. Baring wurde Diplomat und wurde in dieser Eigenschaft nach Paris geschickt. Als er hier 1899 von Reggie Balfour, einem ehemaligen Mitschüler aus Cambridge, besucht wurde und dieser ihm seinen Entschluss mitteilte, katholisch werden zu wollen, war er bestürzt und versuchte, ihm das auszureden. Der Freund seinerseits nahm ihn eines Tages mit in die Kirche Unserer Lieben Frau vom Sieg zu einer stillen hl. Messe. “Die ganz einfache Feier, an der er nun teilnahm, machte einen starken Eindruck auf ihn. Bisher hatte er die Ansicht gehabt, die katholischen Riten seien äußerst überladen und ihr Gottesdienst gehe über jedes vernünftige Zeitmaß hinaus. Diese ganz schmucklose, so kurze stille Messe mit ihrem aufs Unentbehrliche beschränkten Aufwand erinnerte ihn an die Katakomben und die Versammlungen der ersten Christen. Was ihn aber am meisten bewegte, war das Betragen der Gläubigen und der gesammelte Ausdruck auf ihren Gesichtern. ‘Für sie war das ganz offensichtlich Wirklichkeit.’” (Chaigne, S. 140).

Ab 1902 lernte er Rom kennen, wohin er als Gesandtschaftsattaché gesandt worden war. Mit Interesse nahm er 1903 an den Jubiläumsfeierlichkeiten Papst Leos XIII. und an der päpstlichen Liturgie teil, ohne dass ihn das in Richtung Glauben bewegt hätte.

1904 wechselte er von der Diplomatie zum Journalismus. Als Korrespondent der Morning Post kam er zuerst in die Mandschurei, dann von 1905 bis 1908 nach Rußland. Hier las er Chesterton, der seinerseits mit Belloc befreundet war und mit dem Baring brieflichen Kontakt aufnahm. Hinzu kam die Begegnung mit einem Mann aus dem einfachen Volk. Ein Droschkenkutscher, dessen Haus abgebrannt war, erzählte ihm sein “Unglück langsam, auf eine sehr würdige und eindringliche Weise. Sein Glaube an Gott bleibt ‘unberührt, gewiß, erhaben’. Sein Zuhörer empfand das Göttliche in nächster Nähe, sah, wie die Religion wundervoll auf das tägliche Leben des Volkes abgestimmt war” (S. 142).

In der Folge führte ihn sein innerer Weg, von dem wir nicht viele Einzelheiten wissen, zur Konversion. Ob auch Orthodoxy, das am 25. September 1908 erschien und zu den bedeutendsten Werken Chrestertons gehörte, dabei eine Rolle spielte, ist unbekannt.

“Am Vortag von Mariä Lichtmeß wurde er 1909 nach einem zehnjährigen Kampfe, in dem er sich wie durch ein ziehendes Seil langsam aus einer Menge von Hindernissen herausgeholt fühlte, von P. Sebastian Bowden im Brompton Oratory in London in die römische Kirche aufgenommen” (S. 143). Später schrieb er darüber: “Dieses Ereignis ist das einzige meines Lebens, das ich sicher nie bereuen muß” ("the only action in my life which I am quite certain I have never regretted"). Das Ereignis selber beschrieb er in seinem Gedicht Vita nuova, in dem es u.a. heißt: “Geblendet kniete ich hin und sah den König, den Freund, mit frohem Willkomm mich empfangen. Ich fand meinen Schatz und den Ort der innersten Ruhe” (“I knelt, I knew - it was too bright to see - The welcome of a King who was my friend”.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er, von der Parkinsonschen Krankheit erfasst, in Schottland. Hier starb er am 14. Dezember 1945 um 11 Uhr, mit den letzten Tröstungen der christlichen Religion versehen von dem kanadischen Redemptoristen P. McGuire.

Maurice Baring schrieb über 50 Werke. Zu den bedeutendsten zählen C (1924) Cat’s Cradle (1925), Daphne Adeane (1926), die historische Novelle Robert Peckham (1930), die zur Zeit der Reformation spielt. Sein Leben beschreibt er in The Puppet Show of Memory (1922). Sein letztes Werk trägt den Titel Have You Anything to Declare? Zu seinen Bewunderern gehörten u.a. Francois Mauriac, Andre Maurois, Virginia Woolf.

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