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Der heilige Albert der Große als Reformer

von Pater Martin Lugmayr

Der hl. Albert ist einer der wenigen Heiligen, die den Beinamen “der Große” tragen. Dieser Beiname weist, wie Benedikt XVI. sagte, „auf die Weite und Tiefe seiner Gelehrsamkeit hin, die er mit der Heiligkeit des Lebens verband“ (Generalaudienz vom 24. März 2010). Der Schwabe Albert wurde um das Jahr 1193 in Lauingen an der Donau geboren und beendete sein langes Pilgerleben hier auf Erden am 15. November 1280. Allen Wissensbereichen stand er offen gegenüber. Bekannt ist sein Wort: „Aufgabe der Naturwissenschaft ist es, nicht Berichte anderer einfach zu übernehmen, sondern die in den Naturerscheinungen wirkenden Ursachen zu erforschen“. In Köln hatte er ein Treibhaus für fremde Pflanzen und ein Laboratorium. „Als erster beschreibt er genau die Staubfäden und den Nektar der Blüten. Als erster erwähnt er den Bauchnervenstrang der Insekten. Als erster bespricht er die dreifache Lage des Pflanzenkeimes im Samenmehl. Als erster stellt er den Einfluss von Licht und Wärme auf Höhe und Breite der Bäume fest. Er versucht die verschiedenen Arten der Geschöpfe auf eine morphologische Struktur zurückzuführen. Er begründet die Kugelgestalt der Erde und die Bewohnbarkeit der südlichen Halbkugel. Durch seine Forschungen auf den Gebieten der Astronomie, Erdkunde und Meteorologie schuf er die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die Entdeckung Amerikas: In Sevilla befindet sich eine Albertus-Handschrift mit Randbemerkungen von Christoph Columbus“ (Gisbert Kranz).

Er war auch davon überzeugt, dass die Philosophie für die Christenheit wichtig ist und trat für die Rezeption des Aristoteles ein, auch wenn er und sein Schüler Thomas von Aquin dafür angefeindet wurden (was konnte von „Heiden“ Gutes kommen). Über die Gegner seiner Offenheit für alles Gute und Wahre fand er folgende Worte: „Ich sage das wegen einiger Faulen, die, um sich über ihre eigene Unfähigkeit hinwegzutrösten, in den Schriften anderer nur schnüffeln, um etwas bekritteln zu können. Sie sind vor lauter Trägheit lahm, doch wollen sie nicht allein lahm erscheinen. Deshalb suchen sie denen, die sich auszeichnen, eins anzuhängen. Solche Leute haben den Sokrates umgebracht, den Plato aus Athen in die Akademie vertrieben und durch ihre Machenschaften auch den Aristoteles fortgeekelt. Sie sind in der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaft, was die Leber im Körper ist. In jedem Körper ist ja die Gallenflüssigkeit; fließt sie aus, so macht sie den ganzen Körper bitter. So gibt es in der Wissenschaft immer einige überbittere und gallige Menschen, die allen andern das Leben verbittern und sie nicht in wohltuender Zusammenarbeit die Wahrheit suchen lassen.“ Thomas von Aquin teilte diese Offenheit: „Alles Wahre, von wem es auch gesagt sein mag, ist vom Heiligen Geist“ (S.Th., I IIae, q 109, ad 1).

Albert war nicht nur ein Reformer in Hinblick auf Naturwissenschaft und Philosophie, er war es auch bezüglich der kirchlichen Situation seiner Zeit. Nicht ohne Grund trat er in den Reformorden der Dominikaner ein. Albert war erschüttert über das Leben vieler kirchlicher Würdenträger, Priester und Bischöfe, die nach Pfründen, aber nicht nach dem Wohl der Gläubigen strebten. Als ein Kölner Kanoniker in Gegenwart Alberts stolz verkündete, er habe Dispens erhalten, mehrere Pfründe zu besitzen, meinte Albert: „Jetzt könnt Ihr wenigstens mit Erlaubnis zur Hölle fahren.“ In einer Vorlesung über das Lukas-Evangelium schrieb er über die Mißstände: „Die Sonne verdunkelt sich, wenn jene, die dem Erdkreis das Licht bringen sollten, dunkel werden, wie etwa ein Papst, Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe... Diese Leuchten sind nämlich noch dunkler als anderes Dunkel, einmal durch Unwissenheit, dann auch durch ein dunkles Leben. Sie sind es auch, die nur dastehen und sich nicht rings umtun, weil sie nichts von Sorge für die Untergebenen im Sinne haben, sondern in der Erhabenheit ihrer Ehrsucht hochnäsig und müßig dastehen.“

Albert war keiner, der müßig dastand. Wie sein Ordensgründer Dominikus legte er unzählige Kilometer zu Fuß zurück (der Gebrauch des Pferdes galt beim einfachen Volk als Luxus, dem die Prälaten frönten). Gisbert Kranz schreibt: „Im Februar 1255 war Albert Zeuge bei einem Schenkungsvertrag in Köln. Wenig später predigte er bei der Einweihung des Dominikanerinnenklosters Paradies bei Soest. Anschließend besuchte er die Konvente in Bremen, Hamburg und an der Ostsee, hielt im Spätsommer das Provinzialkapitel in Regensburg und visitierte Klöster in Österreich und Süddeutschland. Im Januar 1256 weilte er wieder in Köln, durchzog dann Holland und Belgien, nahm Pfingsten an dem Generalkapitel in Paris teil, hielt im Sommer das Provinzialkapitel in Erfurt ab und befand sich Ende September schon in Italien am Hof des Papstes zu Anagni. Alle Wege legte er zu Fuß zurück, bei jeder Jahreszeit, bei spärlicher, oft zusammengebettelter Kost. Von seinem Ordenseintritt bis zu seinem Tode ist er dauernd unterwegs gewesen, von Hamburg bis Rom, von Paris bis Prag. Bald tauchte er in Polen und Litauen, bald in Kärnten oder Frankreich auf. Längere Aufenthalte von zwei oder drei Jahren gab es nur in Paris, Köln, Regensburg, Würzburg und Straßburg, und selbst diese wurden von Reisen unterbrochen. Krank ist Albert nie gewesen. Er blieb rüstig bis in höchste Alter hinein.“

Als Albert zum Bischof von Regensburg ernannt wurde, fand er unzählige Mißstände und einen Berg Schulden vor, den sein Vorgänger hinterlassen hatte. Was tat Albert? Er lebte einfach, bescheiden, sparsam und forderte dies auch von allen Mitarbeitern im Bistum. Die Vermögensverwaltung vertraute er zuverlässigen Laien an. Innerhalb eines Jahres konnte er so die Schulden begleichen. Bei der Wiederherstellung eines christlichen Lebens bei Priestern und Volk ging er mit gutem Beispiel voran. Er verzichtete auf Pomp und begnügte sich mit seinem ärmlichen Ordenskleid. Im betonten Gegensatz zu den Fürstbischöfen seiner Zeit, die hoch zu Ross daherkamen, durchwanderte er zu Fuß die Diözese, predigend, visitierend, das Firmsakrament spendend. „Alberts vorbildliches Auftreten weckte überall die Kräfte, die sich für eine Reform einzusetzen bereit waren. In seinem Auftrag haben Abt Hermann von Niederaltaich und Abt Poppo von Oberaltaich ihre Benediktinerklöster reformiert. Da die Abteien zahlreiche Pfarreien zu besetzen hatten, war diese Reform auch für das Bistum von Bedeutung“ (Gisbert Kranz). Kernsätze aus seinen Predigten wurden auf Tafeln geschrieben und in Kirchen aufgehängt. Er wollte bei Priestern und Gläubigen das innere Leben und die persönliche Christusbeziehung fördern. So lautet eines dieser Predigtworte: „Wer ein hartes Wort geduldiglich erträgt in der Liebe unseres Herrn, das ist Gott wohlgefälliger denn dass er zerschlüge auf seinem Rücken so viel Besen als auf einem ganzen Acker gewachsen sind“. Er warnte vor zu vielen und oberflächlichen Wallfahrten: „Dass du Gott stete Reue bietest in deiner Seele mit seiner Gnade, das ist Gott wohlgefälliger denn du renntest von einem Ende der Welt bis an das andere.“ Und denen, die das direkte Gespräch mit dem Herrn scheuten, sagte er: „Geh selber zu Gott! Das ist dir nützer denn dass du alle die Heiligen und alle die Engel hinsendest, die im Himmel sind.“

Albert selbst war ein betender Mensch. Thomas von Brabant bezeugt: „Ich weiß aus eigener Beobachtung - denn ich war lange Zeit sein Hörer -, dass der verehrungswürdige Meister, Bruder Albert aus dem Predigerorden, viele Jahre hindurch neben seiner reichen Lehrtätigkeit Tag und Nacht das Gebetsleben pflegte, und zwar so sehr, dass er fast täglich das ganze Psalterium betete. Wenn Chorgebet, Vorlesungen und Disputationen beendet waren, widmete er sich stets der Betrachtung. Was Wunder also, dass dieser Mann alle Menschen in der Wissenschaft überragte, der im Streben nach Tugend so große Fortschritte gemacht!“ Da jede Reform bei sich selbst beginnen muss, können wir folgendes Gebet des hl. Albert auch uns zu eigen machen: „O Herr, ich wollte, dass ich wäre ein Mensch nach deinem allerliebsten Willen.“


Martin Lugmayr über die Religion des Walter Simonis

Personen
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Windthorst L.
Wittmann G. M.
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