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Alfred Delp

Alfred Delp wurde am 15. September 1907 in Mannheim geboren. Katholisch getauft, vom Vater aber evangelisch erzogen, kehrte er als Gymnasiast zur katholischen Kirche zurück und wurde Mitglied beim Bund Neudeutschland (dem auch Willi Graf von der Weißen Rose angehörte). 1926 trat er einen Monat nach seinem Abitur in die Gesellschaft Jesu ein. In Pullach studierte er Philosophie, in Valkenburg und St. Georgen/Frankfurt Theologie. Am 24. Juni 1937 wurde er in München von Michael Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht. Er wurde Mitarbeiter der Jesuitenzeitschrift “Stimmen der Zeit”. Im April 1941 verboten die Nationalsozialisten die Zeitschrift, beschlagnahmten das Redaktionsgebäude in München und vertrieben die Jesuiten von dort. Kurz danach wurde Delp Seelsorger in München-Bogenhausen. “Er arbeitete hier viel mit jungen Menschen und hielt regimekritische Predigten, die mitgeschrieben und unter der Hand in Kopien verteilt wurden. Während der Luftangriffe setzte er sich für die notleidenden Mitbürger ein. Er engagierte sich für verfolgte Juden” (Rita Haub, “Tagespost” vom 1. Februar 2005).

Sein Vorgesetzter, Provinzial Augustin Rösch SJ, vermittelte einen Kontakt mit dem Kreisauer Kreis, da dessen Leiter Helmuth James Graf von Moltke nach einem katholischen Philosophen und Soziologen suchte. Rösch seinerseits hatte Moltke durch Karl Ludwig Baron von Guttenberg (1902 - 1945) kennengelernt. Über sein zweites Treffen mit Moltke schrieb er: “Das nächste Wiedersehen war im Frühjahr 1942. Moltke erzählte mir eingehend von dem Kirchenkampf in Norwegen, von den (religiösen) Verhältnissen in Belgien und Frankreich, wo er mit führenden Bischöfen Aussprachen hatte. Da er eben in München war, besuchte er auch die Kardinalspredigt (Papstfeier) in St. Michael. Er war von der ganzen Feier und der Menge und der Haltung der Kirchenbesucher sehr beeindruckt. Das, d.h. eine solche Feier kenne er als Protestant gar nicht mehr. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Auf dem Weg von der Kirche berichtete er dann von den neuen Plänen der Partei gegen die Kirche. An diesem Tage fragte er mich auch, ob ich einen sehr guten Philosophen, der Verständnis für die Neuzeit habe, und Soziologe sei, und zwar katholisch, wüßte. Er möchte gerne mit ihm über diese Gebiete reden. Wir kamen auf P. Delp. Ich fragte ihn, ob er Lust und Liebe habe, Moltke kennenzulernen und mit ihm zu sprechen. Er war sehr erfreut darüber, ich stellte ihn vor, und P. Delp sagte mir wiederholt - auch in Gegenwart von P. König - es handle sich um wissenschaftliche, vor allem auch soziologisch-staatswissenschaftliche Besprechungen...” (Rösch, Bericht vom Oktober 1945, in: Augustin Rösch. Kampf gegen den Nationalsozialismus, hrg. von Roman Bleistein, Frankfurt am Main 1985, S. 264 f).

Delp hatte in Philosophie promoviert, sich mit Martin Heidegger auseinandergesetzt und bereits 1935 sein Werk “Tragische Existenz” veröffentlicht. In den Beratungen des Kreisauer Kreises ging es um die Konzipierung einer neuen Staatsordnung nach dem Ende des Nationalsozialismus. Sie fanden auf dem Familiengut Moltkes statt, wo auch dessen Frau Delp kennenlernte. Über die erste Begegnung schreibt sie: “Ich sah Pater Delp zum ersten Mal in Kreisau 1942, als er mit anderen unserer Freunde zu einer Besprechung auf ein langes Wochenende zu uns kam. Er war von einer bedrohlichen Krankheit erst kürzlich genesen, aber es war offenbar, dass er erfolgreich die Beschwerden seines Körpers aus dem Geist überwand. Er war jugendlich und freurig, ja, er erschien von allen der Jüngste, er war heiter und lebensfroh. Der entschlossene Ernst, der seinen Charakter bestimmte, verschwand hinter der Wärme und Freundlichkeit seines Wesens, die allen menschlichen Belangen voll zugewandt waren” (zitiert in: Karl H. Neufel, Alfred Delp SJ, in: Gestalten der Kirchengeschichte, Band 10,2: Die neueste Zeit, Stuttgart, Berlin, Köln 1993, S. 290).

Über die Rolle Delps im Kreisauer Kreis schreibt Rita Haub: “So nahm Pater Delp, der schon immer in seinen Predigten und Artikeln versucht hatte, die Menschen auf die christentumsfeindlichen Tendenzen in der nationalsozialistischen Weltanschauung aufmerksam zu machen, ab 1942 regelmäßig an diesen Beratungen als Experte für soziale Fragen teil; bald wurde er zum Inspirator und Kopf der Gruppe. Er brachte die Impulse der Päpstlichen Sozialenzyklica ‘Quadragesimo anno’ (1931) in die Gespräche ein - mit den Forderungen nach der sozialen Gerechtigkeit, nach der Sozialpflichtigkeit des Eigentums, nach einem Familienlohn, nach Mitbestimmung der Arbeiterschaft” (l.c.)

Neufeld schreibt im erwähnten Aufsatz zu diesem Thema: “Grundlegend ist ihm [Delp] ein neues Bewusstsein von einem absolut gültigen Recht. Gegen die Rechtsverwirrung sollte auf dieser Basis ein konkretes Recht und ein echter Staat wiederhergestellt werden. Das ist dann auch der Rahmen für die nötige Erneuerung der Familie und der Gesellschaft. Zu diesen Themen steuerte er damals verschiedene Entwürfe bei, die im einzelnen diskutabel sind. Entscheidend bleiben die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens in Bindung an eine letztlich religiös verankerte Grundlage: das Bewusstsein einer auf Gottes höchster Herrschaft beruhenden, aller Deutelung und Beugung durch menschliche Willkür entzogene Rechtsordnung. Daraus ergeben sich ihm die unverlierbaren Menschenrechte, die mit der gottgeschaffenen Natur des Menschen mitgegeben und daher von jeder staatlichen und politischen Ordnung unabhängig sind” (S. 297).

Einige Mitglieder des Kreisauer Kreises hatten Kontakt zur Gruppe um Stauffenberg. Als dessen Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 fehlschlug, flog der Kreisauer Kreis auf. Delp, der von den Attentatsplänen nichts gewußt hatte, wurde acht Tage später in München-Bogenhausen verhaftet und am 7. August nach Berlin gebracht, zunächst ins Gestapo-Gefängnis von Moabit, dann nach Tegel, schließlich nach Plötzensee. Während der Haft wurde er misshandelt und gefoltert. Im September schrieb Delp in einem Brief: “In einer Nacht, es war um den 15. August, bin ich beinahe verzweifelt. Ich wurde, wüst verprügelt, in das Gefängnis zurückgefahren, abends spät. Die begleitenden SS-Männer lieferten mich ab mit den Worten: ‘So, schlafen können Sie heute nacht nicht. Sie werden beten, und es wird kein Herrgott kommen und kein Engel, Sie herauszuholen. Wir aber werden gut schlafen und morgen früh Sie mit frischen Kräften weiter verhauen.’” (zitiert von Robert Birley, einem Kämpfer gegen die Apartheid). Man bot ihm die Freilassung an, wenn er aus dem Jesuitenorden austrete. Delp lehnte ab. Er nutzte die letzten Wochen seines Lebens zum Verfassen geistlicher Schriften (“Im Angesicht des Todes”). Am 11. Januar 1945 wurde er zusammen mit Moltke vom Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler wegen Hochverrats zum Tode verurteilt.

Am 23. Januar 1945, dem Tag der Hinrichtung Moltkes und neun weiterer Nazigegner, schrieb er: “Heute ist ein harter Tag. Nun sind alle meine Freunde und Gefährten tot, nur ich bin zurückgeblieben... Ich bin sehr müde vor Traurigkeit und Schrecken... Mehr als je steht mein Leben nun absolut auf Gott. Ich bete und vertraue und übergebe und verlasse mich auf den Herrn” (zitiert von J. Schweier).

Am 2. Februar 1945 wurde Alfred Delp SJ in Plötzensee gehenkt. Marianne Hapig, eine mutige Betreuerin von Gestapohäftlingen, deren Tagebuch vor wenigen Wochen erschienen ist, schrieb unter diesem Datum: “Pater Delp ist heute am Galgen gestorben (...) Pfarrer Peter berichtet, er habe in seinem ganzen Priesterleben noch nie einen solchen Menschen zum Tode vorbereitet. Wahrlich: ‘Ein Vorbild der Starkmut und Geduld.’” (Marianne Hapig, Tagebuch und Erinnerung, Edition Mooshausen, 6. Band, S. 88).


Weitere Opfer der Nationalsozialismus


Ferenc Forgách

Heute vor 400 Jahren, am 10. Dezember 1607, wurde Erzbischof Ferenc Forgách von Esztergom von Papst Paul V. (1605-1621) zum Kardinal ernannt.

Ferenc Forgách de Ghymes wurde 1564 (nach Gabriel Adriány, Geschichte der katholischen Kirche in Ungarn, Köln Weimar Wien 2004, auf den ich mich hier hauptsächlich stütze) oder 1566 (nach allen verfügbaren Informationen im Internet) als Sohn einer protestantischen Familie in Esztergom (Gran, Strigonium) geboren. Er wuchs in Nagyvárad in Siebenbürgen auf und studierte dann in Wien. In Loretto, während einer Reise nach Rom, wurde er katholisch. Bis 1587 studierte er in Rom Theologie. Nach Ungarn zurückgekehrt, ernannte ihn der Habsburger Kaiser Rudolf, der als König von Ungarn (1576 - 1608) das Recht auf Bischofsernennungen besaß, am 22. Dezember 1587 zum Bischof von Veszprém. “Der größte Teil des Bistums stand damals unter türkischer Besetzung. Er residierte in Zalaegerszeg, brachte seine Residenz in Ordnung und pflegte Kontakt zu den Jesuiten in Graz” (Adriány, S. 124).

1526 war der größte Teil Ungarns vom osmanischen Herrscher Süleyman I. erobert worden, wobei zwei Erzbischöfe und fünf Bischöfe ihr Leben verloren. “Die Türken verfolgten besonders die katholische Religion, verjagten die Priester, nahmen die Kirchen weg” (Ottokar Székely im LthK 1. Auflage, Bd. X). Gleichzeitig begünstigten die politischen Wirren die Ausbreitung der Reformation in Ungarn. Bis 1560 war der größte Teil des Adels und der Bevölkerung für die Reformation gewonnen, wobei der deutsche Bevölkerungsteil das lutherische, der magyarische Teil das calvinistische Bekenntnis vorzog. Klöster wurden zerstört, Ordensleute vertrieben. Hinzu kam, dass Maximilian II., König von Ungarn von 1563 - 1576, die Bekanntgabe der Beschlüsse des Konzils von Trient verbot und so die Gegenreformation behinderte. Erste Anstrengungen in dieser Richtung stammten von Erzbischof Nikolaus Olahus von Gran (1554 - 1568). Da Gran unter türkischer Herrschaft stand, war die bischöfliche Residenz nach Tyrnau verlegt worden. Olahus “setzte sich für die Rückgabe der Kirchengüter ein [die vom Hochadel geraubt worden waren], rief die Jesuiten nach Tyrnau (1561) und eröffnete hier 1566 das erste Seminar des Landes” (Erwin Iserloh im Handbuch der Kirchengeschichte, Bd. IV, S. 341).

Es war Bischof Forgách, der diese Bemühungen fortsetzte. Wegen seiner Fähigkeiten wurde er am 10. Juli 1596 vom König zum Bischof von Nyitra ernannt. “Als Bischof von Nyitra (1596-1607) entfaltete Forgách eine ebenso fieberhafte wie apostolische Aktivität. Seit 1601, besonders mit Hilfe der Jesuiten wie Péter Pázmány und István Szántó, widmete er sich der Rekatholisierung und der Reform seines Bistums. In seiner Residenzstadt errichtete er für die Jesuiten ein Missionshaus, die kanonischen Visitationen dehnte er auf alle kirchlichen Einrichtungen, auch auf das Domkapitel aus” (Adriány).

Am 5. November 1607 ernannte ihn König Rudolf zum Erzbischof von Gran / Esztergom. Am 10. Dezember desselben Jahres folgte seine Ernennung zum Kardinal durch Papst Paul V. (1605-1621).

Eine seiner wichtigsten Maßnahmen als Erzbischof war die Provinzialsynode in Tyrnau (ungarisch Nagyszombat) im Jahre 1611. “Sie war von Pázmány glänzend vorbereitet und von allen zehn Suffraganbischöfen, dem Erzbischof von Kalocsa und dem Wiener Apostolischen Nuntius besucht. Sie eröffnete die ununterbrochene Reihe ungarischer National-, Provinzial- und Diözesansynoden im 17. Jahrhundert” (Adriány, S. 125). Mit dieser Synode wurde zum Segen der Kirche das Konzil von Trient in Ungarn eingeführt. Erzbischof Forgách sorgte tatkräftig dafür, dass die Synodenbeschlüsse nicht bloß Papier blieben.

Außerdem erwarb er 1614 für die Jesuiten die Propstei von Turócz und das Klarissenkloster zu Nagyszombat. Die Schwestern siedelte er nach Pozsony (Pressburg) um. Nach kurzem Krankenlager starb Forgách am 16. Oktober 1615. Zwei Tage vor seinem Tode beschwor er noch den Hl. Stuhl, bald einen geeigneten Nachfolger zu ernennen. Dies geschah in der Tat am 28. September 1616, als der bedeutendste Bischof Ungarns sein Erbe antrat: Péter Pázmány” (Adriány, S. 126).


Kardinal Mindszenty

Engelbert Kardinal Sterckx

Weitere Kardinäle in der Personenübersicht


Anton Huonder

Anton Huonder wurde am 25. Dezember 1858 wurde in Chur, Graubünden, als Sohn des “rätoromanischen Nationaldichters” (Franz Baeumker, Helden der Weltmission, S. 152) Gion Antoni Huonder (1824-1867) geboren. Er besuchte zunächst die Schule des ältesten Benediktinerklosters der Schweiz in Disentis (Graubünden), dann die der Benediktiner in Engelberg (Obwalden), schließlich das Jesuitenkolleg in Feldkirch.

Am 30. September 1875 trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Nach seinen Studien in den Niederlanden und in England und einem mehrjährigen Aufenthalt in Nordamerika wurde er 1889 zum Priester geweiht. Das holländische Valkenburg war eine wichtige Ausweichstation für die Jesuiten seit ihrer Vertreibung aus dem Bismarckdeutschland im Jahr 1872 (bis 1917). In der Schweiz waren die Jesuiten seit 1847 verboten.

Huonder erwarb er sich bald einen Ruf als Exerzitienmeister. Vor allem aber machte er sich um die Förderung der Mission und der Missionswissenschaft verdient. Ab 1889 arbeitete er bei der Monatszeitschrift Die katholischen Missionen mit, die 1873 von P. Karl Josef Rudolph Cornely SJ gegründet worden war und zu jenem Zeitpunkt von Josef Spillmann SJ herausgegeben wurde. Von 1902 bis 1912 und von 1916 bis 1918 hatte er die Schriftleitung inne. “Seine Liebe zur Mission stammte zu gutem Teil von einer seiner Schwestern her, die ihre Begeisterung für den hl. Franz Xaver auf den Bruder übertrug. Sie starb noch in jungen Jahren als Ordensfrau des hlst. Herzens auf der Riedenburg bei Bregenz” (Baeumker).

Darüber hinaus entfaltete Huonder eine reiche schriftstellerische und herausgeberische Tätigkeit. Sehr populär wurde seine Reihe Aus fernen Landen mit spannenden Erzählungen aus den Missionen. Zu den Autoren gehörten neben Huonder selbst Bernard Arens SJ und vor allem Josef Spillmann SJ. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen haben diese Erzählungen auch heute noch ihren Wert, da sie interessante historische Einblicke gewähren und das Verständnis für die Mission mehr fördern als viele theoretische Abhandlungen. Sie verdienten es, wieder aufgelegt zu werden. Zwei Bände von Spillmann sind im Rahmen des Schriftenapostolats im Dienste der Neuevangelisierung wieder neu veröffentlicht worden: Der Zug nach Nicaragua und Kämpfe und Kronen.

1896 erschien in Berlin das Buch Huonders über die Jesuitenreduktionen in Paraguay Pastor Pfotenhauer und die Erziehungsgrundsätze der Jesuiten. 1899 folgte sein Werk Deutsche Jesuitenmissionäre des 17. und 18. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Missionsgeschichte und zur deutschen Biographie.

Huonder war ein Gegner des Europäismus, also der Verbindung der Mission mit europäischer Kulturüberformung, und ein Förderer der Heranbildung eines einheimischen Klerus in den Missionsländern. In diesem Sinne schrieb er seine beiden Werke Der einheimische Klerus in den Heidenländern (Freiburg im Breisgau 1909) und Der Europäismus im Missionsbetrieb (Aachen 1921). Weitere Werke, durch welche er sich den Ruf eines Pioniers der Missionswissenschaft erwarb, sind Zur Geschichte des Missionstheaters (Aachen 1918), Ignatius von Loyola und der Missionsberuf der Gesellschaft Jesu (Aachen 1922), Die Verdienste der katholischen Heidenmission um die Buchdruckerkunst in überseeischen Ländern vom 16.-18. Jahrhundert (Aachen 1923), Die Mission auf der Kanzel und im Verein (3 Bde., Freiburg im Breisgau 1912- 1914), Der chinesische Ritenstreit (Aachen 1921) und das zweibändige Werk Bannerträger des Kreuzes (Freiburg i. Br. 1913/14), aus dem auf kath-info die Biographie des Kanadamissionars Chaumonot und des Indienmissionars Rudolf Aquaviva erschienen ist.

Als geistlicher Schriftsteller zeigt sich Huonder in seinem vierbändigen Werk zur priesterlichen Spiritualität Zu Füßen des Meisters. Kurze Betrachtung für vielbeschäftigte Priester (Freiburg i.Br. 1914 ff).

Huonder lebte in Exaeten, Luxemburg, Valkenburg und Bonn. Hier starb er am 23. August 1926.


Bernard Christen von Andermatt

Vor 100 Jahren, am 11. März 1909, starb in Ingenbohl, Kanton Schwyz, Bernard Christen von Andermatt OFMCap.

Bernard Christen wurde am 23. Juli 1837 als viertes von dreizehn Kindern in Andermantt, Kanton Uri, geboren. Er wurde auf den Namen Eduard getauft. Am 4. Oktober 1855 empfing er in Luzern das Ordenskleid der Kapuziner. Seine Priesterweihe folgte am 29. Juli 1860. Er wurde nacheinander u.a. Lektor der Philosophie in Zug, Novizenmeister in Luzern und Guardian in Solothurn. Von 1879 bis 1882 war er Provinzial.

Große Bedeutung erlangte er als Generaloberer. Im Mai 1884 wurde er auf dem Generalkapitel seines Ordens in Rom mit 64 von 109 Stimmen zum Generaloberen gewählt. Er blieb 24 Jahre lang in diesem Amt und wurde zum Erneuerer des Kapuzinerordens. “Er visitierte persönlich sämtliche Missionen des Ordens und alle 731 Klöster” (Friedrich Wilhelm Bautz im BBKL). 1884 gründete er die Kapuzinerzeitschrift Analecta OFMCap. Besonders förderte er die Asienmission des Ordens. Er setzte sich für die Studienmöglichkeit der Ordensbrüder ein und leitete die Gründung des Internationalen Kollegiums St. Laurentius von Brindisi in Rom in die Wege, die dann von seinem Nachfolger Pazificus von Seggiano am 26. September 1908 vorgenommen werden konnte. Außerdem ermunterte er die Schweizerin Frieda Folger in ihrem Vorhaben, die Terziarin des Ordens war und 1899 den “Seraphischen Messbund zur Unterstützung der ausländischen Kapuzinermissionen” gründete.

Am 31. Mai 1908 wurde Christen zum Titularerzbischof von Stauropolis ernannt. Am 14. Juni empfing er durch Antonio Kardinal Agliardi, Bischof von Albano, die Bischofsweihe.

Personen
(Auswahl)

Lewis C. S.
Malagrida G.
Marescotti J.
Manning H. E.
Marillac L.
Maritain J.
Martin Konrad
Massaja G.
Meier H.
Mieth Dietmar
Mixa Walter
Mogrovejo T.A.
Moltke H. v.
Montalembert
Montecorvino J.
Moreno E.
Moreno G. G.
Mosebach M.
Müller Max
Muttathu-padathu
Nies F. X.
Nightingale F.
Pandosy C.
Paschalis II.
Pieper Josef
Pignatelli G.
Pius XI.
Postel M. M.
Poullart C. F.
Prat M. M.
Prümm Karl
Pruner J. E.
Quidort
Radecki S. v.
Ragueneau P.
Rahner K.
Ratzinger J.
Reinbold W.
Répin G.
Rippertschwand
Rudigier F. J.
Ruysbroek
Salvi Lorenzo
Sanjurjo D. S.
Saventhem E.
Schamoni W.
Schreiber St.
Schynse A.
Sierro C.
Silvestrelli C.
Simonis W.
Solanus
Solminihac A.
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Stein Karl vom
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Sterckx E.
Stern Paul
Stolberg F. L.
Talbot Matt
Therese
Thun Leo G.
Tolkien J.R.R.
Tournon Ch.
Vénard Th.
Vermehren I.
Walker K.
Wasmann E.
Waugh E.
Wimmer B.
Windthorst L.
Wittmann G. M.
Wurmbrand R.


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