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Früchte einsamer Stunden

Die Schriftstellerin Sophie zu Eltz

Von Dr. Petra Kehl

Es waren besondere Stunden, zu denen in den Nachkriegsjahren zahlreiche Kinder sonntags im Eltzer Hof in Eltville zusammenkamen: die Märchenstunden, die Sophie Gräfin zu Eltz für ihre neun Enkel und die Kinder aus der Nachbarschaft abhielt. Und erzählen konnte sie gut. Davon zeugen die Kinderbücher, die sie im Laufe ihres Lebens verfasste.

Die ersten Bücher entstanden in den 30er Jahren. Damals füllte sie mit Schreiben ihre einsamen Stunden aus. Die 1900 geborene Sophie war nach nur drei Jahren Ehe bereits mit 22 Jahren Witwe geworden. Sie lebte mit ihren Kindern, Josephine und Johann Jakob, in Vukovar (Kroatien), dem Familienwohnsitz der Grafen zu Eltz, deren Familie ihr Ehemann Karl entstammte. Doch fehlte dort die Möglichkeit, ihren Kindern eine gute Schulbildung zu verschaffen, und so trennte sich die Mutter schweren Herzens von ihnen, um sie kirchlichen Schulen in Deutschland anzuvertrauen. Der Federhalter wurde nun ihr engster Gefährte.

Zu den ersten Büchern gehören „Schutzengelstunde“ (1934), eine Sammlung von kindgerecht und lebendig erzählten Heiligengeschichten, „Die schweigende Königin“ (1936) sowie als eines ihrer bedeutsamsten Werke „Der kleine Freund“ (1936). „Die schweigende Königin“ zeugt nicht nur von Sophies inniger Marienverehrung, sondern zugleich von ihrem erzählerischen Geschick und ihrem Einfühlungsvermögen. Tiefsinnig erzählt sie darin von dem einfältigen „Waldnarren“ von Folgoat, der kaum etwas anderes von sich gibt als „Ave Maria“. Und doch beschämt dieser „Schwachkopf“ einen stolzen Studenten, denn aus dem Grab des Narren wächst eine Lilie, worauf in goldenen Buchstaben steht: „Ave Maria“. Dieses Wunder führt den Studenten zu tieferer Einsicht – und begründet die Entstehung des Wallfahrtsortes Folgoat in der Bretagne. Bewegend auch schildert Sophie das Wirken der Mercedarier, die sich im Dienste ihrer Herrin Maria selbst der Sklaverei übergeben, am Beispiel eines jungen Ritters und berichtet dabei zugleich, wie der Wallfahrtsort Puig bei Valencia entstanden ist. Der Weg zu Maria kann auch abenteuerlich sein: Dies zeigt Sophie am Beispiel des chinesischen Räuberhauptmanns Teou koui, den ausgerechnet sein raues Räuberleben darauf vorbereitet, als Kämpe der hl. Jungfrau die Christenstadt Tong Lu gegen die Boxer zu verteidigen. Doch menschliche Anstrengung allein kann nicht helfen, daher erscheint Maria selbst und schlägt die Feinde als „weiße Frau auf den Mauern der Stadt“ in die Flucht.

In „Der kleine Freund“ wählt Sophie einen spannenden methodischen Ansatz, um dem Religionsunterricht Leben einzuhauchen, und greift dabei auf tatsächliche Gegebenheiten zurück: Der kleine Karl leidet unter dem „trockenen“ Unterricht des Katecheten. Und doch will er sich gut auf die Erstkommunion vorbereiten. Da springt sein Schutzengel ein und nimmt ihn mit auf nächtliche Reisen auf der Himmelsleiter. Leider sind die erzählten Beispiele stark der Entstehungszeit verhaftet, sodass der Text für eine Neuausgabe nicht nur überarbeitet, sondern weitgehend neu geschrieben werden müsste.

Das Kriegsgeschehen seit 1939 zwang Sophie zur Unterbrechung ihrer schriftstellerischen Arbeit. 1944 flüchtete sie zunächst zu ihren Eltern ins Egerland, dann weiter nach Eltville, wo sie neben vielen Verwandten, die ihr Flüchtlingsschicksal teilten, auch weitere Flüchtlinge in den Eltzer Hof aufnahm, der, ebenso wie die Burg Eltz, zu den Familiengütern der Grafen zu Eltz gehörte. Dort hielt sie dann auch, als die Zeiten etwas ruhiger wurden, ihre „Märchenstunden“ ab.

Groß mag das Bedauern ihrer kleinen Zuhörer gewesen sein, als sich Sophie 1952 – mit 52 Jahren! – entschloss, in die Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen einzutreten. Als geborene Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg stand Sophie diesem Kloster aus Familientradition nahe. Ihr Großvater, Fürst Karl zu Löwenstein (Mitbegründer der Zentrumspartei), hatte die Neubelebung der Abtei unterstützt, nachdem das altehrwürdige Benediktinerinnenkloster, 1165 von der hl. Hildegard gegründet, 1803 im Zuge der Säkularisation aufgehoben worden war. Die Erneuerung war vor allem deshalb dem Fürsten Karl ein Herzensanliegen, weil das säkularisierte Kirchengut seiner Familie zugefallen war. Auf diese Weise konnte er es zurückerstatten. Daher blieb er auch dann dem Gründungsvorhaben treu, als seine älteste Tochter, Benediktinerin in Frankreich, die als erste Äbtissin vorgesehen war, überraschend starb.

Sophie war seit längerem bereits mit den Schwestern von St. Hildegard eng verbunden. Als Mädchen hatte sie bereits Nonne werden wollen, jedoch mit 19 Jahren ihren späteren Ehemann kennen gelernt. Nach dessen Unfalltod suchte sie einige Zeit bei den Schwestern Trost. Dann nahm sie die Herausforderungen an, die das Leben und ihre Kinder an sie stellten. Jedoch blieb sie mit der Abtei verbunden und schloss sich ihr 1924 als Oblatin an. Eine rege Korrespondenz hielt die Verbindung aufrecht.

Als Sophie in vorgerücktem Alter noch den Schritt wagte, ihrem Leben eine neue Wende zu geben, folgte sie dem Vorbild ihres frommen Großvaters, der auf die Enkelkinder großen Eindruck gemacht hatte. Fürst Karl zu Löwenstein war mit 73 Jahren noch Dominikaner geworden.

Doch ganz mussten die Kinder auf die Geschichten ihrer „Märchentante“ nicht verzichten. Waren die Sommermonate mit ihren Arbeiten im Obstgarten vorbei, widmete sich Schwester Monika, wie Sophie nach dem Ordenseintritt hieß, neben dem Sakristeidienst auf Anweisung ihrer Oberen wieder der Schriftstellerei. So entstanden hinter Klostermauern acht weitere Kinderbücher. 1982, mit 81 Jahren, verstarb Schwester Monika.

Zwei ihrer Bücher sind jetzt im Verlag Petra Kehl in Auswahl neu aufgelegt worden:

Schutzengelstunde, broschiert, 144 Seiten, 8 der ursprünglich 13 Heiligengeschichten

Die schweigende Königin, broschiert, 176 Seiten, 7 der ursprünglich 13 Geschichten.

Quellen: Helga Simon: Der Lebensweg einer Gräfin, in: Jahrbuch 2014. Rheingau-Taunus-Kreis, S. 139-142.
Abtei St. Hildegard


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