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Johann Evangelist Pruner

Der Theologe Johann Pruner wurde am 25. Februar 1827 in Nürnberg geboren. Er studierte fünf Jahre lang in Eichstätt und am Germanikum in Rom und wurde 1849 zum Priester geweiht. Damals war der tüchtige Georg von Oettl Bischof von Eichstätt (1846-1866). Ihm lag die Priesterausbildung sehr am Herzen. In Eichstätt hatte 1564 Bischof Martin von Schaumberg mit dem Collegium Willibaldinum das erste Priesterseminar im deutschsprachigen Raum eröffnet. Oettls Vorgänger Karl August von Reisach (1835-1846) hatte 1838 das Knaben- und Priesterseminar wiederöffnet, das das zuvor ein Opfer der Säkularisation geworden war.1843 eröffnete er das "Lyzeum als bischöfliche, philosophisch-theologische Lehranstalt" (Franz Heidingsfelder im LThK 1. Aufl., Bd. III, Sp. 585). Die Lyzeen waren die Vorgängerinstitutionen der späteren Hochschulen und philosophisch-theologischen Fakultäten. Bischof von Reisach "griff das Konzept des Tridentinischen Seminars wieder auf. In einem humanistischen und kirchlichen Bildungsmilieu wurde ein Klerus herangebildet, der dem nichtkirchlichen Geist der Zeit widerstehen konnte" (Georg Härteis, "Das Bischöfliche Seminar", in: Eichstätt ein Bistum im Herzen Bayerns, Eichstätt 1995).

Bischof Oettl berief Pruner bereits 1850 zum Subregens am Seminar und 1852 zum Professor am Lyzeum. Dort unterrichtete Pruner, der 1856 in Würzburg promovierte, bis 1888 Moraltheologie, und von 1862 bis zu seinem Tod Pastoraltheologie (vgl. Erich Naab im BBKL). 1862 trat er bis 1885 die Nachfolge von Joseph Ernst (1804 - 1869) als Seminarregens und Rektor des Lyzeums an und übte "durch Wort und Persönlichkeit segensreichen Einfluß auf die vielen Theologiestudenten" aus, "die damals auch aus andern Diözesen Deutschlands nach Eichstätt kamen" (Karl Hilgenreiner im LThK 1. Aufl., Bd. VIII, Sp. 537). Das war damals die Zeit des Kulturkampfes, und aufgrund dieser Verhältnisse kam dem Eichstätter Lyzeum eine wichtige Rolle im Überlebenskampf der Kirche zu. Die Zahl der Seminaristen stieg seit Beginn des Kulturkampfes in fünfzehn Jahren von 40 auf etwa 300.

1869 wurde Pruner unter Bischof Franz Leopold von Leonrod (1866-1905) Domkapitular, 1885 Dompfarrer, 1889 Domdekan und 1891 Dompropst. Nach dem Tod des Bischofs am 5. September 1905 war er der Diözesanadministrator, bis am 5. Oktober Johannes Leo von Mergel zum Bischof ernannt und am 27. Dezember geweiht wurde. Nach Hilgenreiner betätigte sich Pruner bei allen seinen Ämtern "eifrig auch in der praktischen Seelsorge (Volksmissionen, Exerzitien usw.)". Er starb am 11. Juli 1907 in Eichstätt.

Pruner gehört neben Albert Stöckl (der seit 1850 als Nachfolger Ernsts theoretische Philosophie dozierte), Franz von Morgott (der 1857 der Nachfolger Stöckls wurde und seit 1869 Dogmatik lehrte) und Mathias Schneid (der 1869 Morgotts Nachfolger als Dozent und 1885 Pruners Nachfolger als Rektor wurde) zu den Gelehrten, die zu jener Zeit den Ruf Eichstätts als einer Hochburg der Neuscholastik begründeten. 1906 kam Martin Grabmann, der große Erforscher der Scholastik, nach Eichstätt.


Weitere Theologen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts:

Ambroise Gardeil OP

Louis Billot SJ

Anton Berlage

Nikolaus Nilles


Georg Friedrich Dasbach

Georg Friedrich Dasbach wurde am 9. Dezember 1846 im westerwäldischen Horhausen, welches auch der Geburtsort von Kardinal Höffner ist, als Sohn eines Bäckers geboren. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Brilon und des Jesuitengymnasiums in Trier studierte er in Trier und Rom Theologie. 1871 wurde er zum Priester geweiht. Es war die Zeit des beginnenden Kulturkampfes und das Jahr des “Kanzelparagraphen”, der kritischen Geistlichen in politischen Dingen praktisch einen Maulkorb verpaßte.

Dasbach “entfaltete im Kulturkampf sein großes Organisationstalent auf publizistischem, sozialem und politischem Gebiet” (Karl Hoeber im LThK, 1. Auflage, Bd. III, Sp. 159). Zunächst war er seit dem 9. April 1871 in der trierischen Pfarrei St. Gervasius Kaplan, zusammen mit dem ebenfalls im Kulturkampf engagierten Kaplan Jakob Isbert. Ihr Engagement begann, als 1872 Bismarck die Jesuiten verbot. Seit 1560 hatten die Jesuiten in Trier gewirkt, unter ihnen der berühmte Friedrich Spee.

1874, das Jahr, in dem in Trier der Kulturkampf eskalierte und Bischof Matthias Eberhard (1867-1876) für fast 10 Monate ins Gefängnis geworfen wurde, gründete Dasbach in Trier das “Sanct-Paulinus-Blatt” und am 9. Juli 1875 die Paulinus-Druckerei. Nach anderthalb Jahren hatte der Paulinusblatt eine Auflage von etwa 14000 Exemplaren erreicht. 1934 wurde der Paulinus Bistumszeitung, 1938 wurde er vom NS-Regime verboten. Er hatte damals eine Auflage von 125.000. 1945 erschien der Paulinus wieder und ist bis heute Bistumszeitung, während die Paulinus-Druckerei 2001 geschlossen wurde.

Am 31. März 1875 gründete Dasbach die “Katholische Volkszeitung”, die ein halbes Jahr später in “Trierische Landeszeitung” umbenannt wurde und bis 1974 erschien. Unter Dasbach entwickelte sie sich “zur bedeutendsten politischen Tageszeitung im Süden der Rheinprovinz” (Schmidt-Markoski). Die Paulinusdruckerei setzte Dasbach in den Dienst weiterer katholischer Blätter. Er gründete solche in Linz am Rhein, St. Johann-Saarbrücken, Metz, Neunkirchen/Saar und Berlin (Märkische Volkszeitung). 1889 folgte die Theologische Monatsschrift “Pastor bonus”. Zur Förderung der katholischen Presse gründete er den Augustinusverein. Für sein Engagement nahm Dasbach Repressalien des Staates in Kauf: Lehr- und Berufsverbot und eine einwöchige Gefängnisstrafe.

Nicht minder intensiv war Dasbachs Einsatz für die sozialen Belange, besonders der Bauern und Bergleute. 1884 gründete er den Trierischen Baunververein, dessen Präsident er später wurde. Außerdem gründete er den Trierischen Genossenschaftsverband, den Trierer Winzervein, den Trierer Viehversicherungsverband und die Rechtsschutzstelle zur Bekämpfung des Wuchers. “Dasbachs Einsatz für die Not leidenden Bauern [geht] auf den Einfluss seines älteren Landsmannes Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück. Raiffeisen war in der Jugendzeit Dasbachs, von 1848 bis 1852, hauptamtlicher Bürgermeister von Flammersfeld, zu dessen Amt Horhausen gehörte. Als Bürgermeister von Flammersfeld gründete Raiffeisen im Jahre 1848 den ‘Hülfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte’. (Schmidt-Markoski).

Von 1889 bis 1898 war Dasbach als Zentrumsmitglied Angehöriger des preußischen Landtages, danach bis zu seinem Tod Mitglied des Reichstags. Auch als Politiker “vertrat er unermüdlich die Interessen der Bauern, Winzer und Bergarbeiter im Saargebiet. Unerschrocken focht er für die Freiheit der Kirche, die konfessionelle Schule und die Parität” (Karl Hoeber). 1896 erhielt er den päpstliche Orden “Pro Ecclesia et Pontifice”.

Dasbach starb am 11. Oktober 1907 im Bonner Johannisspital an Magenkrebs. Bischof Michael Felix Korum schrieb über ihn: “Er war ein treuer und unerschrockener Verteidiger der Rechte und Freiheit der Kirche, dem die Nachwelt gerechter sein wird, als es oft die Mitwelt gewesen ist”.
In der ersten und zweiten Auflage des “Lexikons für Theologie und Kirche” findet sich sein Eintrag, in der dritten ist dieser getilgt.


Columba Marmion

Der selige Dom Columba Marmion wurde am 1. April 1858 in Dublin geboren. Getauft wurde er auf den Namen Joseph Aloysius. Sein Vater war ein Ire, seine Mutter eine Französin. Drei seiner vier Schwestern schlossen sich einem Orden an.

Im Januar 1874 trat Marmion in Clonliffe im Norden Dublins ins Priesterseminar Holy Cross ein. 1876 wechselte er nach Rom. Das dortige irische Kollegium war 1628 von Gregor XV. gegründet worden und unterstand der Kongregation zur Verbreitung des Glaubens (de Propaganda Fide). Am 16. Juni 1881 wurde er in Rom zum Priester geweiht.

Als er auf der Rückreise nach Irland die belgische Abtei Maredsous besuchte, vernahm er deutlich den Ruf, dort einzutreten. Das tat er fünf Jahre später. In der Zwischenzeit war er ein Jahr Vikar von Dundrum im Süden Dublins und vier Jahre Philosophieprofessor im Seminar Holy Cross, außerdem Spiritual in einem Redemptoristinnenkloster und Seelsorger in einem Frauengefängnis.

Am 21. November 1886 trat er mit Erlaubnis seines Bischofs in Maredsous ein und wurde Benediktiner. Maredsous war 1872 von Benediktinern aus Beuron, und zwar auf Anregung des belgischen Mönches Hildebrand de Hemptinne (1849-1913), gegründet worden und liegt in der Nähe von Namur. Am 10. Februar 1891 legte Joseph, der nun Columba hieß, seine feierliche Profeß ab. Er unterrichtete Englisch und Philosophie und wurde ein gefragter Prediger in Pfarreien, in denen die Benediktiner aushalfen. Außerdem war er Spiritual in einem Karmelitinnenkloster und Herausgeber der Revue Bénédictine. 1899 wurde er zur neugegründeten Abtei Mont Cesar bei Löwen gesandt, wo er unter Abt Robert de Kerchove Prior, Spiritual und Theologieprofessor wurde. Hier blieb er zehn Jahre. In dieser Zeit gab er zahlreiche Exerzitien in Belgien und England und wurde Beichtvater des späteren berühmten Kardinals Joseph Mercier.

Am 9. August 1890 wurde Hildebrand de Hemptinne zum zweiten Abt von Maredsous gewählt. Bereits drei Jahre später wurde er der erste Abtprimas der neugegründeten Benediktinischen Konföderation. Sein Nachfolger als Abt von Maredsous wurde am 28. September 1909 Dom Marmion. Zu dieser Zeit lebten in der Abtei über hundert Mönche.

1914 gründete Dom Marmion ein Priorat in Irland. Er wirkte für die Union der anglikanischen Benediktiner mit Rom. Eine Zeit lang war er Berater der belgischen Königin Elisabeth (1876-1965), die sich im Zweiten Weltkrieg für die Rettung der Juden einsetzte und zur “Gerechten unter den Völkern” wurde.

Dom Marmion starb am 30. Januar 1923 in Maredsous mit den Worten “Jesus, Maria”. Am 3. September 2000 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 3. Oktober, der Tag seiner Weihe zum Abt.

Bedeutsam war Dom Marmion als geistlicher Schriftsteller. Seine Schriften, zu denen Le Christ vie de l’âme, Le Christ dans ses Mystères und Le Christ idéal du moine gehören, wurden in dreizehn Sprachen übersetzt. Darüber sagte der Papst bei der Seligsprechung: “Er hat uns einen echten Schatz an spiritueller Lehre für die Kirche unserer Zeit hinterlassen. In seinen Schriften lehrt er einen schlichten und doch anspruchsvollen Weg der Heiligkeit für alle Gläubigen, die Gott aus Liebe dazu bestimmt hat, seine Kinder in Christus Jesus zu sein ... Möge die breite Wiederentdeckung der geistlichen Schriften des seligen Columba Marmion den Priestern, Ordensleuten und Laien helfen, in der Einheit mit Christus zu wachsen und Ihm durch ihre glühende Liebe zu Gott und ihren großherzigen Dienst an ihren Mitbrüdern ein getreues Zeugnis darzubringen.”


Hyacinthe-Marie Cormier

Hyacinthe-Marie Cormier wurde am 8. Dezember 1832 in Orléans geboren und am darauffolgenden Tag auf den Namen Louis Stanislas Henri Marie getauft.
Von 1840 bis 1845 besuchte er den Unterricht bei den Christlichen Schulbrüdern. Danach trat er in das im Jahr zuvor erbaute Kleine Seminar La Chapelle Saint-Mesmin ein, welches ein Jahrzehnt später auch den Künstler Paul Gauguin beherbergen sollte. Als am 18. April 1847 sein Bruder Eugen im Alter von 18 Jahren überraschend starb, führte dies zu seiner “Bekehrung” und zur Weckung seiner Priesterberufung. Am 18. Oktober 1851 trat er in das von Sulpizianern geleitete Große Seminar ein. Das Gebet sollte von nun an eine zentrale Rolle in seinem Leben spielen: “Ich werde nicht mehr auf mich selbst vertrauen, sondern mein ganzes Vertrauen nur mehr in Gott setzen. Ihn werde ich bei Gefahr anrufen. Und wenn ich unterliege, werde ich nicht den Mut verlieren. Im Vertrauen auf Jesus Christus, auf das Gebet zu Maria und meinen Namenspatronen werde ich mit noch größerem Eifer wieder von vorne beginnen” (zitiert in: Andreas Resch, Die Seligen Johannes Pauls II. 1991-1995, Innsbruck 2008, S. 176).

Cormier studierte mit großem Erfolg und machte seine Bakkalaureatsarbeit über David Friedrich Strauß’ Das Leben Jesu. Durch den Seminarregens M. Benech wurde er auf die Mystikerin Agnès de Langeac (1602-1634) aufmerksam, die er sehr zu verehren begann. Agnes war Mitglied des Dritten Ordens der Dominikaner gewesen und hatte Olier, den Gründer der Sulpizianer, zur Gründung des ersten Priesterseminars inspiriert. Ihr verdankte Cormier, wie er später einmal schrieb, seine Berufung zum Dominikanerorden. Tatsächlich trat er am 29. Juni 1856 in Flavigny en Côte-d´Or mit Erlaubnis seines Bischofs Felix Dupanloup in den Orden ein, obwohl Henri Lacordaire, der große Erneuerer des Dominikanerordens in Frankreich, die Frage seiner Berufung negativ beantwortet hatte. Am 17. Mai desselben Jahre hatte Cormier die Priesterweihe empfangen.

“In Flavigny begegnete Cormier erstmals dem Generalmeister P. Vinzenz Jandel, dessen Mitarbeiter und geistiger Erbe er werden sollte. P. Jandel nahm ihn mit nach Rom, um ihn gleich am Hauptsitz seines Wirkens in das Ordensleben einzuführen” (Resch, S. 177).

Am 23. Mai 1859 legte er in Santa Sabina in Rom seine ewige Profeß ab. 1861 wurde er Novizenmeister in Corbara auf Korsika, wohin das Generalnoviziat verlegt worden war. Als P. Jandel am 4. Juli 1865 die Provinz von Toulouse errichtete, wurde Cormier Provinzial. Sein Wirken stellte er unter das Motto Demut und Einheit. Nach verschiedenen weiteren Ämtern in Marseille, Toulouse und Saint Maximin wurde er 1891 vom neugewählten Ordensmeister P. Andreas Frühwirth zu dessem Assistenten ernannt. Von 1896 bis 1904 war er Generalprokurator. Außerdem wurde er am 24. Juli 1896 zum Konsultor auf Lebenszeit des Hl. Offiziums ernannt und am 19. Mai 1900 zum Konsultor der Propaganda Fide. Seine von Leo XIII. geplante Erhebung zum Kardinal wurde von der französischen Regierung verhindert.

Schließlich wurde Cormier am 21. Mai 1904 auf dem Generalkapitel in La Quercia, Viterbo, zum 76. Generalmeister in der Geschichte des Dominikanerordens gewählt. Er leitete den Orden bis zu seinem Rücktritt am 11. Juni 1916 und “bewältigte dabei ein enormes Arbeitspensum, noch dazu unter extremen Schwierigkeiten, denen soziale Konflikte, die modernistische Krise und Spannungen zugrunde lagen, die schließlich zum Ersten Weltkrieg (1914-1918) führten” (Resch, S. 178). Unter seiner Leitung nahm der Orden einen großen Aufschwung. Cormier gründete zwei Provinzen (Kanada 1911 und Kalifornien) und errichtete vier erloschene Provinzen wieder neu (Aragonien, Böhmen, Kolumbien, Sizilien). Außerdem erwarb er sich Verdienste um das dominikanische Studienhaus in Rom, für welches er 1906 die Verleihung des Titels Pontificium durch Papst Pius X. erreichte. Dadurch erlangte es Universitätsrang. 1908 wurde es vom Papst als Pontificium Collegium Internationale Angelicum errichtet.

Nachdem am 3. August 1916 P. Ludwig Theissling sein Nachfolger geworden war, zog er sich ins Kloster San Clemente in Rom zurück, wo er am 17. Dezember desselben Jahres im Ruf der Heiligkeit starb.

Cormier ist der Verfasser zahlreicher Schriften zum Ordensleben, u.a. auch zweier ausführlicher Biographien über den seligen Raymund von Capua und über P. Alessandro Vinzenzo Jandel.
Von Pius X. wurde er der “Heilige Roms” genannt. 1935 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet. Johannes Paul II. sprach ihn am 20. November 1994 selig, zusammen mit Agnes de Langeac.


Weitere Biographien

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