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Ein glückloser König?

Von Petra Kehl

Heute sind wir Politiker gewöhnt, die mehr nach Macht und Einfluss streben als nach dem Gemeinwohl. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel eines der ersten deutschen Könige: Konrad I., König des ostfränkischen Reiches. Ein zu Unrecht weit gehend vergessener Herrscher, dem die national gesinnte Geschichtsforschung des 19. Jahrhunderts nachsagte, ein glückloser „Pfaffenkönig“ gewesen zu sein.

Es ist eine stürmische Zeit, als sich die Großen der Franken, Alamannen, Bayern und Sachsen im November 911 in der Königspfalz zu Forchheim zusammenfinden. Nicht lange zuvor ist König Ludwig IV., genannt „das Kind“, der letzte ostfränkische Karolinger, mit nur 18 Jahren verstorben. Das ostfränkische Reich – es umfasst im Wesentlichen das heutige Deutschland, einen Teil von Österreich und der Schweiz – ist zahlreichen Bedrängnissen ausgesetzt: Adelsfehden schwächen es im Innern, von außen bedrängen es ungarische Horden. Allgemeine Gesetzlosigkeit hat sich breit gemacht. Die miteinander rivalisierenden Adelsfamilien schrecken selbst vor Gewalttaten gegen Geistliche nicht zurück. Das einfache Volk, das ohnehin schon kein leichtes Leben hat, leidet unter den Gewaltakten der eigenen Führungsschicht ebenso wie unter den Raubzügen der Ungarn.

In dieser schwierigen Zeit ergreift Erzbischof Hatto von Mainz die Initiative. Der Kirche ist an einem starken König gelegen, denn die Geistlichen wollen Frieden und Ordnung zum Wohle aller. So lenkt Erzbischof Hatto von Mainz den Blick der Großen auf Konrad den Jüngeren, Graf im Oberlahn- und Hessengau, der in Franken eine herzoggleiche Stellung einnimmt. Ihn wählen sie zum neuen König. Diese Wahl ist etwas Besonderes. Bis dahin hatten die Karolinger regiert, deren berühmtestes Familienmitglied Karl der Große war. Eigentlich hätte Karl III., König des Westfränkischen Reiches, Erbanspruch auf die Herrschaft im Ostfrankenreich. Doch er ist politisch und militärisch schwach, charakterlich ungeeignet. Daher ignorieren die Großen sein Erbrecht. So wird Konrad zum König gesalbt und gekrönt. Er ist zu diesem Zeitpunkt zwischen 26 und 31 Jahre alt, denn er ist vermutlich in den Jahren 880 bis 885 geboren. Seine Familie gehörte zu den engsten Vertrauten der bis dahin regierenden Familie der Karolinger. Dennoch bedeutet seine Wahl die endgültige Trennung des Ostfrankenreichs vom Westfrankenreich. Von da an entwickelten sich die Reichsteile unabhängig voneinander zu Deutschland und Frankreich.

Tatkräftig nimmt Konrad die Herausforderungen seines Amtes an. Doch er sieht sich vor eine Fülle von Problemen gestellt. Die Großen der Stämme hatten sich zur Zeit Ludwigs IV. der Herrschaft des Königs weitgehend entzogen und sich königliche Besitz- und Herrschaftsrechte angemaßt. Daneben kämpfen die adligen Familien gegeneinander um Macht und Einfluss. Das Reich ist in Auflösung begriffen. Lothringen, dessen Große mit der Königswahl nicht einverstanden sind, trennt sich vom Reich und schließt sich dem westfränkischen König an.

Konrads Machtbasis – das Herzogtum Franken – erweist sich bald als zu schwach, um eine Wende zum Besseren herbeizuführen. Auch die Ressourcen des Reiches – soweit sie dem König überhaupt noch zur Verfügung stehen – sind zu gering. Selbst die Unterstützung durch die Reichskirche kann Konrad nur bedingt helfen.

Trotz mehrerer Feldzüge nach Lothringen gelingt es Konrad nicht, diese wirtschaftlich hoch entwickelte Region dem Ostfrankenreich zurückzugewinnen. Ebenso wenig ist es ihm möglich, gegen die Ungarn erfolgreich vorzugehen, die fast regelmäßig im Reich einfallen. Die Verteidigung des Landes liegt praktisch in den Händen der Stammesherzöge, was allerdings auch logistische Gründe hat. In der Zeit, die das Reichsaufgebot braucht, sich zu sammeln, sind die Ungarn längst mit ihrer Beute wieder verschwunden. 913 gelingt es endlich, eine Ungarnschar zu besiegen. Doch nicht der König hat den Kampf geführt. Herzog Arnulf von Bayern sowie die schwäbischen Adligen Erchanger und Berthold sind die Sieger. Ihr Erfolg bestärkt sie in ihrem Bestreben nach Unabhängigkeit vom König. Sie bauen ihre Macht in ihren Stammesgebieten immer stärker aus. Arnulf, seit 907 Herzog von Bayern, entzieht sich mehr und mehr der königlichen Herrschaft. Zudem ist er bestrebt, die Kirche in seinem Herzogtum unter seine Kontrolle zu bringen. Die Bischöfe Bayerns leisten jedoch Widerstand und schließen sich eng an den König an. Konrad fällt ab 914 mehrmals in Bayern ein und kann Arnulf vertreiben.

In Schwaben dagegen scheint Konrad zunächst bessere Erfolgsaussichten zu haben. Dort ist der Machtkampf zwischen dem rivalisierenden Adel noch im vollen Gange. Konrad versucht, unterstützt von Bischof Salomo III. von Konstanz und anderen Kirchenfürsten, dies zu Gunsten der königlichen Gewalt auszunutzen. Berthold und Erchanger versucht Konrad an sich zu binden, indem er ihre Schwester Kunigunde zur Frau nimmt. Durch sie hofft der König zugleich mit Arnulf von Bayern zu einem Ausgleich zu kommen, denn Kunigunde ist Witwe des Herzogs Liutpold von Bayern und Arnulfs Mutter.

Schlechter steht es um die königlichen Herrschaftsrechte über Sachsen. Dort hatte sich im 9. Jahrhundert die Familie der Liudolfinger als Herzöge durchsetzen können. Herzog Otto der Erlauchte hatte loyal zu den Karolingern gestanden und auch an der Wahl Konrads mitgewirkt. Nach seinem Tod im Jahr 912 folgt ihm sein Sohn Heinrich als Herzog. In ihm erwächst Konrad ein mächtiger Gegner. Erst nach erbitterten Kämpfen kommt es 915 zwischen beiden zu einer Übereinkunft, die jedoch Heinrichs herzogliche Stellung unangetastet lässt.

Ab 916 gibt es erneut Schwierigkeiten mit Arnulf von Bayern. Konrad muss erkennen, dass die Hoffnungen, die er auf die Familienbeziehung gesetzt hat, sich nicht erfüllen. Kunigunde steht zwar fest zu ihm, aber sie kann keinen dauerhaften Frieden zwischen ihrem Gatten und ihrem Sohn stiften. Konrad belagert Arnulfs Hauptstadt Regensburg, und der Bayernherzog ergreift die Flucht. Mit seiner Familie flüchtet er ausgerechnet zu den Ungarn.

Im Herbst des gleichen Jahres tritt in Hohenaltheim eine Versammlung der ostfränkischen Bischöfe zu einer Synode zusammen. Sogar ein päpstlicher Legat ist anwesend. Mit den Beschlüssen, die sie fassen, wollen sie die Macht des Königs stützen. Allen, die dem König als dem Gesalbten der Herrn den Gehorsam verweigern und ihren Treueid brechen oder sich gar an der geheiligten Person des Königs vergreifen, werden die schärfsten Kirchenstrafen angedroht. Namentlich erwähnt werden in diesem Zusammenhang Herzog Arnulf von Bayern sowie die schwäbischen Grafen Erchanger und Berthold. Sie werden aufgefordert, vor den versammelten Bischöfen zu erscheinen und sich für ihre Taten zu verantworten. Erchanger und Berthold unterwerfen sich tatsächlich dem Bischofsgericht. Doch ihre Hoffnung auf eine milde Strafe trügt. Beide werden zu lebenslanger Klosterhaft verurteilt. Damit waren die Hauptgegner Konrads ausgeschaltet.

Die Ruhe im Reich hält jedoch nicht lange an. Schon 917 flieht Erchanger aus der Haft. Er wird jedoch wieder festgesetzt und schließlich zusammen mit seinem Bruder und seinem Neffen zum Tode verurteilt und hingerichtet. In der Folge wendet sich der schwäbische Adel vom König ab und erhebt schließlich Burchard zum Herzog.

Arnulf nutzt die Wirren in Schwaben und kehrt nach Bayern zurück. Wenig später zieht Konrad zum zweiten Mal mit einem Heer nach Bayern und schafft es wiederum, Arnulf in die Flucht zu treiben.

Aus den letzten eineinhalb Jahren von Konrads Herrschaft sind kaum noch Regierungshandlungen überliefert. Vermutlich litt er unter den Folgen einer Verwundung, die er im Kampf gegen Arnulf von Bayern empfing, und siechte dahin.

Als sein Tod herannaht, trifft Konrad auf seinem Sterbebett in Weilburg an der Lahn eine ebenso historische wie großmütige Entscheidung. Ohne Rücksicht auf die Interessen der eigenen Familie bestimmt er den einzigen Mann zum Nachfolger, der die Fähigkeiten und Möglichkeiten besitzt, das Reich aus dem Chaos zu retten: Herzog Heinrich von Sachsen. Konrad beauftragt seinen Bruder Eberhard, die Reichsinsignien zu Heinrich zu bringen. Und Eberhard führt diese Anordnung getreulich aus.

Der Leichnam wird Konrads Wunsch gemäß nach Fulda gebracht und in der Klosterkirche der Reichsabtei bestattet. Zu den Klöstern hatte er zeitlebens ein gutes Verhältnis. Er vermachte ihnen Schenkungen, insbesondere zu seinem Gebetsgedenken, und war sogar eingeschriebener Bruder des Klosters St. Gallen. Der politische Erfolg mag Konrad persönlich versagt gewesen sein, doch er legte durch seine uneigennützige Entscheidung den Grundstein für den Erfolg seines Nachfolgers.

Das Grab des Königs ist nicht mehr erhalten, nur eine Gedenktafel erinnert im heutigen Dom zu Fulda an ihn. Konrad selbst hatte die prachtvolle Kirche der berühmten Abtei zu seiner Grablege bestimmt und dem Kloster eine Stiftung zu seinem Gebetsgedenken vermacht. Jahrhundertelang wurde seiner im Gebet gedacht. Mit dem Kloster ging dies jedoch unter. In den letzten Jahren bemühen sich einige Bürger Fuldas, dieses Gebetsgedenken an den König wieder zu erneuern. Bislang ohne Erfolg.

Literatur:

2005 fand in Fulda ein wissenschaftliches Symposion über König Konrad I. statt. Die Ergebnisse wurden in einem Tagungsband zusammengefasst.

Gudrun Vögler: Der vergessene König. Konrad I. – Herrscher an der Schwelle zu Deutschland. Fulda 2006. Hörbuch-Biografie


Petra Kehl über St. Brendan der Seefahrer:
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