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Die hl. Maria Magdalena Postel

Die hl. Maria Magdalena Postel wurde am 28. November 1756 in dem am Ärmelkanal gelegenen Dorf Barfleur in der Normandie, Département Manche, geboren. Ihr Vater Jean, verheiratet mit Thérèse Levalois, war Seiler. Sie wurde auf den Namen Julie Françoise Catherine getauft.
Als Kind war sie lebhaft und wißbegierig, gleichzeitig aber auch schon sehr fromm, so daß sie bereits mit neun Jahren, drei Jahre früher als üblich, zur ersten heiligen Kommunion zugelassen wurde. Nach der Dorfschule besuchte sie ab ihrem dreizehnten Lebensjahr die Schule der Benediktinerinnen in Valognes, 25 km südwestlich von Barfleur.

In ihr Heimatdorf zurückgekehrt, gründete sie mit 18 Jahren in dem an Barfleur angrenzenden La Bretonne eine Schule mit Internat. Sie war eine begnadete Erzieherin, die Schule wurde immer beliebter. Ihr Vorbild war der hl. Jean-Baptiste de la Salle (1651-1719), der Gründer der Schulbrüder. Wie der hl. Don Bosco lehnte sie körperliche Strafen ab. Gleichzeitig kümmerte sie sich um Arme, Kranke und Sterbende und führte ein Leben der Buße, indem sie sich regelmäßig geißelte, einen Bußgürtel trug und aus Solidarität mit den Armen nur eine Mahlzeit pro Tag einnahm. Ihr Motto war: "Man muß jedes Opfer bringen, um andere glücklich zu machen."

Als die Französische Revolution ausbrach, wurde der Pfarrer von Barfleur abtrünnig und leistete den antikatholischen Verfassungseid. Julie Postel widerstand ihm öffentlich. In ihrem Haus richtete sie mit bischöflicher Erlaubnis eine Kapelle ein und verbarg die Altargefäße, um sie vor Plünderung zu schützen. Trotz staatlichen Verbots setzte sie an versteckten Orten den Religionsunterricht fort. Sie scheute keine Lebensgefahr und gewährte verfolgten Priestern Zuflucht, verhalf ihnen zur Flucht nach England und empfing vom letzten Priester das Allerheiligste. Mit einer silbernen Pinzette teilte sie in Verstecken die hl. Kommunion aus. Nachts bereitete sie Kinder auf den Kommunionempfang vor. Mehrmals wurde ihr Haus gründlich durchsucht, aber durch ein offensichtliches Wunder wurde die Kapelle nie gefunden, während die Heilige in ihrem Herzen betete: "Herr, schirme Deinen Tabernakel und laß nicht zu, daß er entweiht wird" (in: Holböck, Das Allerheiligste und die Heiligen, S. 341).
Am 13. Februar 1798 trat sie in den dritten Orden des hl. Franziskus ein.

Nach den Revolutionsschrecken übernahm sie 1805 in Cherbourg, das 25 km westlich von Barfleur liegt, auf Bitten der Stadtverwaltung eine Schule mit 300 Schülerinnen und wählte den heiligmäßigen Abbé Cabart zu ihrem Seelenführer und Berater. Mit seiner Hilfe konnte sie einen langgehegten Wunsch verwirklichen und eine Kongregation für den Schulunterricht und die Krankenpflege gründen. Da durch die Französische Revolution viele Klöster aufgelöst waren, förderte auch Bischof Rousseau von Coutance das Vorhaben. Am 8. September 1807 wurde das "Institut der Schwestern der christlichen Schulen der Barmherzigkeit" gegründet. Mit drei Gefährtinnen, Catherine Bellot, Marie Viel und Angélique Ledanois, legte sie in die Hand von Abbé Cabart die Gelübde ab und wählte den Ordensnamen Maria Magdalena.
Die "Armen Schulschwestern von der Barmherzigkeit" ("Pauvres Filles da Miséricorde") entfalteten bald eine segensvolle Tätigkeit. Als Oberin gab Maria Magdalena ihren Töchtern die Anweisung: "Seien Sie den Kindern wahre Mütter, denn es gibt viele unter ihnen, die keine Waisen sind und doch nur Sie zur Mutter haben. Führen Sie diese jungen Seelen zu Gott. Jesus Christus liebt sie, wir müssen sie auch lieben. Wenn Sie einem dieser Kleinen auch nur eine Träne ersparen, denn sprechen Sie: ‘Sei dafür gelobt und gepriesen, o mein Gott!" (in: Schamoni, Das wahre Gesicht der Heiligen, S. 284).

Die Gemeinschaft wuchs, doch bald prüfte sie Gott durch Schicksalsschläge: Sechs Jahre lang wurden die Schwestern immer wieder von dem Ort, an dem sie sich niedergelassen hatten, vertrieben. 1810 mußten sie Cherbourg verlassen, dann Tamerville, dann Valognes. Dahinter standen Neid und Mißgunst, ein Mal von Lehrerinnen, die in ihnen eine Konkurrenz sahen, ein anderes Mal von Geistlichen. Die existentielle Not wurde so groß, daß fünf Schwestern starben und viele Novizinnen wieder heimkehrten. Der Bischof und Abbé Cabart gaben die Gemeinschaft auf und schlugen ihre Auflösung vor. Doch Maria Magdalena Postel verlor ihr Gottvertrauen nicht und rettete durch schwerste Arbeit ihre Gemeinschaft durch diese Zeit hindurch.

1816 wurde ihr in der Nähe von Tamerville endlich wieder eine Schule übertragen, die bald aufblühte. Um ein Mutterhaus für das Institut zu haben, kaufte sie 1832 südlich von Cherbourg die verfallene Benediktinerabtei Saint-Sauveur le Vicomte, obwohl sie nicht einmal genügend Geld hatte, den Notar zu bezahlen. Unter der Leitung eines Zimmermanns bauten die Schwestern selber die Gebäude wieder auf. Als im November 1842 der frisch restaurierte Kirchturm durch einen Sturm zerstört wurde, schickte sie die schüchternste Schwester trotz deren entsetzten Zurückschreckens auf eine Bettelreise durch Europa. "Die Fürstenhöfe wetteiferten, der unbekannten Bittstellerin aus einem unbekannten französischen Dorf reiche Spenden zur Verfügung zu stellen" (Hans Hümmeler, Helden und Heilige, S. 386).

1837 wurde Abbé François Augustin Delamare, der spätere Bischof von Luçon, der Superior des Instituts. Er gab demselben neue Konstitutionen, die an denen des hl. Johannes Baptist de la Salle orientiert waren. Am 21. September 1838 legten alle Schwestern auf sie ihre Gelübde ab.

Die Gemeinschaft wuchs weiter, so daß sie beim Tod ihrer Gründerin 37 Niederlassungen mit 150 Schwestern umfaßte. Maria Magdalena Postel starb am 16. Juli 1846. Ihren Todestag hatte sie vorausgesagt. Am 7. Mai 1908 wurde sie vom hl. Papst Pius X. selig-, am 24. Mai 1925 von Pius XI. heiliggesprochen. Wilhelm Hünermann hat ihrem abenteuerlichen Leben mit seinem Roman "Die Seilerstochter von Barfleur" ein Denkmal gesetzt, neu aufgelegt unter dem Titel "Tochter des Sturms".

Ihre Nachfolgerin wurde am 5. September 1846 die ebenfalls aus der Normandie stammende Sr. Placida Viel (1815-1877). Es war jene schüchterne Schwester, die vier Jahre zuvor auf Bettelreise geschickt worden war. Sie gründete etwa hundert Häuser und dehnte den Orden nach Deutschland aus, wo sich am 7. Oktober 1862 vier junge Lehrerinnen in Heiligenstadt im Eichsfeld, Thüringen, der Gemeinschaft anschlossen. Am 6. Mai 1951 wurde Schwester Placida Viel von Pius XII. seliggesprochen.


Schwester Lucia von Fatima

Am 22. März 1907 wurde Lucia dos Santos, das älteste der drei Seherkinder von Fatima, in Aljustrel im Süden Portugals geboren.

Sie trat am 2. Oktober 1926 in Tuy in die Kongregation der "Schwestern der hl. Dorothea" ein. Diese Kongregation wurde 1835 von der hl. Paula Frassinetti (1809-1882) in Genua gegründet. Da die Schwestern der hl. Dorothea 1910 aus Portugal ausgewiesen worden waren, befand sich das Noviziat der portugiesischen Provinz im spanischen Tuy, am nördlichen Ufer des Grenzflusses Minho, gegenüber dem portugiesischen Valença. Sie erhielt den Ordensnamen Maria das Dores, Maria von den Schmerzen. Am 3. Oktober 1928 legte sie die zeitlichen, am 3. Oktober 1934 die ewigen Gelübde ab.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt sie von Papst Pius XII. die Erlaubnis, in den Karmel überzutreten. Am 25. März 1948 trat sie in den Karmel von Coimbra ein und erhielt den Namen Maria vom Unbefleckten Herzen. Am 31. Mai 1949 legte sie die ewige Profeß ab. In Coimbra starb sie am 13. Februar 2005.

Die Muttergotteserscheinungen blieben bei Lucia nicht auf die von Fatima im Jahre 1917 beschränkt. Am 10. Dezember 1925 erschien ihr im spanischen Pontevedra die Muttergottes mit den Worten: "Siehe, meine Tochter, mein Herz, das mit Dornen umgeben ist, mit denen die undankbaren Menschen es jeden Augenblick in ihren Flüchen und ihrer Undankbarkeit durchbohren. Suche wenigstens du mich zu trösten und teile mit, dass ich verspreche, all jenen in der Todesstunde mit allen Gnaden, die für das Heil dieser Seelen notwendig sind, beizustehen, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mir während 15 Minuten durch Betrachtung der 15 Rosenkranzgeheimnisse Gesellschaft leisten in der Absicht, mir dadurch Sühne zu leisten." Weitere Erscheinungen folgten 1926 und 1929.

Sie sah auch den Zweiten Weltkrieg voraus, wie aus einer Mitteilung Lucias vom 6. Februar 1939 hervorgeht: "In einer innerlichen Mitteilung ließ mich der Herr erkennen, daß der gnadenvolle Augenblick, von dem er im Mai 1938 gesprochen hat, zu Ende geht. Der Krieg mit allen Schrecken, die ihn begleiten, wird bald beginnen..."


Die selige Eugenie Smet

Heute vor 50 Jahren, am 26. Mai 1957, sprach Papst Pius XI. Eugenie Smet selig. Eugenie Smet wurde am 25. März 1825 in Lille geboren. Als sie sieben Jahre alt war, unterbrach sie plötzlich ein Spiel mit ihren Freundinnen und sagte: "Aber wenn eines unserer kleinen Geschwister in einem feurigen Kerker gefangen wäre und wir nur ein Wort zu sagen brauchten, um sie aus dem Gefängnis zu befreien, sollten wir dieses Wort dann nicht sagen? Dies ist aber mit den Armen Seelen der Fall. Sie befinden sich in einem Gefängnis von Feuer; wir können sie daraus befreien, und wir kümmern uns nicht darum!" (Ferdinand Baumann SJ, Pius XII. erhob sie auf die Altäre, S. 364). Hier bahnt sich die große Berufung ihres Lebens an: die Hilfe für die Armen Seelen. Sie wurde immer mehr von der Idee erfüllt, eine Gemeinschaft zu gründen, wie es sie bisher in der Kirche noch nicht gab, nämlich mit dem besonderen Ziel, den Armen Seelen im Fegefeuer zu helfen. Der hl. Pfarrer von Ars, den sie um Rat fragte, bestärkte sie und erklärte, dies sei "ein Gedanke der Liebe aus dem Herzen Jesu, und es sei ein Werk, das Gott seit langem wünsche."

Am 19. Januar 1856 kam Eugenie nach Paris, um die Kongregation der Helferinnen der Armen Seelen im Fegfeuer zu gründen. Am 27. Dezember desselben Jahres legte sie mit fünf Gefährtinnen die ersten Gelübde ab. Ihr Ordensname wurde Maria von der Vorsehung (Marie de la Providence). Die Hilfe für die Armen Seelen sollte darin bestehen, dass der Genugtuungswert aller caritativen Werke des Ordens den Armen Seelen zugute kommen sollte. Der Orden war als ein karitativer, der sich auch den "Ärmsten und Verlassensten" in dieser Welt widmen sollte. "Es ist Gott", so urteilte der hl. Johannes Maria Vianney, "der es Ihnen eingegeben hat, für die Befreiung der Seelen des Fegfeuers zu arbeiten durch die Übernahme der Werke der Barmherzigkeit. Auf diese Weise verwirklichen Sie voll und ganz den Geist unseres Herrn, indem Sie gleichzeitig seinen leidenden Gliedern auf Erden und denen im Fegfeuer Hilfe und Erleichterung bringen" (Baumann, S. 365).

Am 25. März 1859 übernahm die Gemeinschaft die Regeln des hl. Ignatius von Loyola. Denn bereits mit 17 Jahren hatte die Selige die ignatianische Spiritualität schätzen gelernt, als sie zum ersten Mal an Ignatianischen Exerzitien teilnahm. Ihr Seelenführer wurde der später von der Kommune ermordete P. Pierre Olivaint SJ (1816 - 24.5.1871).
Sie war von einem unerschütterlichen Vertrauen auf die Vorsehung Gottes erfüllt, die sie häufig auf überraschende Weise erfahren durfte. Ihre Gemeinschaft breitete sich aus: 1863 wurde ein Haus in Nantes gegründet, 1869 in Brüssel. 1867 kamen auf Einladung von Bischof Languillat sechs Schwestern nach Schanghai.

Seit 1856 litt sie an Brustkrebs. Zehn Jahre lang behielt sie es für sich. Trotz der zunehmenden Leiden hatte sie eine fröhliche Ausstrahlung. Ihre Leiden opferte sie für die Armen Seelen auf. Sie starb am 7. Februar 1871.

Die deutschsprachige Vorstellung der Gemeinschaft im Internet spricht nicht mehr von den Armen Seelen.


Von Bischöfen bekämpft, von Rom beschützt

Vor 100 Jahren, am 8. August 1909, starb in Sydney Maria vom Kreuz MacKillop RSJ, die erste Australierin, die seliggesprochen wurde.

Die Selige wurde am 15. Januar 1842 in Fitzroy bei Melbourne geboren. Getauft wurde sie auf den Namen Maria Helena. Ihre Eltern, Alex MacKillop und Flora McDonald, waren aus Schottland eingewandert.

1860 ging sie nach Penola, fast 400 km westlich von Melbourne, um als Erzieherin zu arbeiten. Dort lernte sie 1861 Julian Tenison Woods (1832 - 1889) kennen, der vier Jahre zuvor zum Priester geweiht worden war und den Plan hatte, etwas für die Ausbildung der von Armut gezeichneten Bevölkerung zu tun und eine Schule zu gründen. In Maria erkannte er die ihm von der Vorsehung gesandte Helferin. 1866 gründeten die beiden eine Schule und die Kongregation der St. Josef-Schwestern vom Heiligen Herzen Jesu. Mit dabei waren die leiblichen Schwestern Marias Anna und Alexandra. Eine zweite Schule wurde bald darauf in Adelaide gegründet, der 350 km nordwestlich gelegenen Hauptstadt von Südaustralien, wozu Penola gehört. 1867 war Woods zum Direktor des öffentlichen Unterrichtswesens in Adelaide ernannt worden.

Die junge Ordensgemeinschaft wuchs und entfaltete ein segensvolles Apostolat in Schulen, Kinder- und Altenheimen. 1875 betreute sie in der Diözese Adelaide schon 35 Schulen. Doch für die Gründerin begann 1871 ein bitterer Kreuzweg. Aufgrund von Missverständnissen und Verleumdungen wurde sie von Bischof Laurence Bonaventure Sheil (1865 - 1872) exkommuniziert. Kurz vor seinem Tod im Mai 1872 widerrief der Bischof die Exkommunikation. Da der Widerstand anderer Bischöfe, in deren Diözesen die Gemeinschaft arbeitete, anhielt, riet ihr der Nachfolger Sheils, Christopher Augustine Reynolds, sich an den Heiligen Stuhl zu wenden. Am 28. März 1873 begann sie die Seereise nach Rom. Hier stieß sie auf großes Verständnis und Wohlwollen. Nach einigen Verbesserungen wurde die Ordensregel ad experimentum bestätigt, und im April 1874 kehrte MacKillop nach Australien zurück. Ähnlich wie heute hatte Rom eine gute Initiative vor dem verständnislosen Widerstand von Bischöfen beschützt. Dennoch setzten die Bischöfe von Brisbane und Bathurst ihren Widerstand fort, so dass sich die Gemeinschaft aus deren Diözesen zurückziehen mußte.

Unermüdlich arbeitete MacKillop als Generaloberin für die Ausbreitung ihres Ordens. Doch 1883 folgte ein weiterer Schlag: Der Bischof von Adelaide setzte aufgrund von Verleumdungen eine Untersuchungskommission ein, die zur Ausweisung der Seligen aus der Diözese führte. Doch auch in diesem Fall erwies sich der Heilige Stuhl als Beschützer der Diskriminierten: Er beauftragte Erzbischof Moran von Sydney mit der Untersuchung des Falles, die zum Ergebnis kam, dass der Bischof von Adelaide seine Kompetenzen überschritten hatte. Zudem gab Leo XIII. der Ordensregel die endgültige Approbation, und zwar einschließlich jener Punkte, die die Kompetenz der Generaloberin stärkten und Anlass für den bischöflichen Widerstand waren.

1902 wurde MacKillop aufgrund eines Schlaganfalls bettlägerig, was sie aber nicht daran hinderte, weiter ihr Amt als Generaloberin wahrzunehmen. Als sie am 8. August 1909 starb, hatte sich ihre Kongregation in Australien, Neuseeland und Peru ausgebreitet.

Am 19. Januar 1995 sprach sie Johannes Paul II. in Sydney selig. Als Beitrag zur Wiedergutmachung der ungerechten Exkommunikation wurde 2009 von Erzbischof Philip Wilson, dem Vorsitzenden der Australischen Bischofskonferenz, in Adelaide eine Statue der Seligen eingeweiht.

Die letzten Worte Benedikts XVI. beim Weltjugendtag 2008 in Sydney lauteten: “Ich bete darum, daß viele von ihnen [den Bewohnern Australiens] sich vom Beispiel des Mitleids und Dienstes der seligen Mary MacKillop inspirieren lassen. Und während ich mit tiefer Dankbarkeit in meinem Herzen von Ihnen Abschied nehme, sage ich noch einmal: Gott segne die Menschen von Australien!”


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