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Antonius Maria Claret

Der hl. Antonio Maria Claret y Clará wurde am 23. Dezember 1807 in Sallent, ca. 14 km nordöstlich von Manresa, Diözese Vic (Vich), Provinz Barcelona, geboren. Er war das fünfte von elf Kindern. Sein Vater war Weber. Schon mit zwölf Jahren wollte er Priester werden, aber da sein Vater dagegen war, lernte er das Weberhandwerk.

Als er sich mit dem Gedanken trug, Kartäuser zu werden, lernte er Bischof Pablo Jesus Corcuera Caserta von Vic kennen. Vic liegt etwa 35 km nordöstlich von Sallent. Dort trat er 1829 ins Priesterseminar ein, wo er sich mit dem späteren berühmten Philosophen Jaime Balmes (1810 - 1848) anfreundete. Am 13. Juni 1835 empfing er von Bischof Juan José Tejada Sáenz von Solsona die Priesterweihe (Bischof Corcuera starb am 3. Juli). Es ist das Jahr, in dem die Liberalen den ersten Karlistenkrieg gewannen, viele Klöster in Brand gesteckt und Hunderte von Ordensleuten umgebracht wurden.

Claret wurde zunächst in seiner Heimatstadt Sallent eingesetzt. Doch da er Missionar werden wollte, ging er 1838 nach Rom und stellte sich der Kongregation de propaganda fide zur Verfügung. Er trat bei den Jesuiten ein, mußte aber wegen Krankheit wieder austreten und kehrte nach Spanien zurück, wo er seit 1840 als Volksmissionar wirkte. Bis 1848 durchwanderte er Katalonien, dann von März 1848 bis Mai 1849 die Kanarischen Inseln. "Gott beglaubigte ihn dabei nicht bloß durch auffallende Heilungen und andere Wunderzeichen, sondern gab ihm auch eine Arbeitskraft und erfolgreiche Tätigkeit, die durch natürliche Kräfte nicht erklärlich war. Er selbst nannte sich eine 'Trompete, die von einem anderen geblasen wurde', und gab zuweilen zu verstehen, daß die seligste Jungfrau selbst ihn sende und ihm eingebe, was er sagen solle" (Ferdinand Baumann, Pius XII. erhob sie auf die Altäre, S. 80). Er predigte bis zu acht Mal am Tag, hörte Tag und Nacht Beichte, hatte die Herzensschau und erreichte unzählige Bekehrungen. Außerdem schrieb er Bücher, ingesamt 93 an der Zahl, meist praktisch-religiösen Inhalts, gründete 1848 den Verlag "Libreria religiosa" und gab 33 weitere Werke heraus. "Alle diese Werke fanden in Spanien weiteste Verbreitung" (Ferdinand Holböck, Geführt von Maria. Marianische Heilige aus allen Jahrhunderten der Kirchengeschichte, S. 493).

Nach Vic zurückgekehrt, gründete er am 16. Juli 1849 mit fünf anderen Priestern die Kongregation der Söhne des unbefleckten Herzens Mariens (CMF, Cordis Mariae Filii, Claretiner), im Jahr darauf die Töchter des unbefleckten Herzens Mariens.

Von Papst Pius IX. auf Bitten der spanischen Königin Isabella II., die seit 1843 als damals Dreizehnjährige regierte und 1849 den zweiten Karlistenkrieg gewonnen hatte, zum Erzbischof von Santiago de Cuba ernannt, empfing er am 6. Oktober 1850 in Vic von Bischof Luciano Casadevall Durán die Bischofsweihe. "Das Land seiner Bestimmung aber war ein brodelnder Hexenkessel, aufgerührt von politischem Haß, wucherischer Ausbeutung und einer fast beispiellosen Verwilderung der Sitten" (Hans Hümmeler, Helden und Heilige, S. 543). Das waren die Folgen der spanischen Revolution von 1834, infolge deren auch in Kuba die Klöster aufgelöst worden waren. Die Diözese war seit 14 Jahren verwaist.

Claret, der am 16. Februar 1851 in Santiago ankam, ließ sich durch nichts zurückschrecken. "In wenig mehr als zwei Jahren gelang es ihm, rund 12000 Ehen in Ordnung zu bringen und mehr als 100000 Menschen zu firmen (...) In sechs Jahren durchwanderte der Erzbischof zu Fuß oder auf Pferderücken seine weit ausgedehnte Erzdiözese dreimal und hielt in allen Pfarreien die bischöfliche Visitation und eine Volksmission" (Holböck, S. 493). Er wandte sich gegen die Sklaverei und half den Armen durch Gründung von Schulen und Sparkassen. "Ich kann kein Unglück und keine Not mitansehen, ohne zu helfen", bekannte er von sich selbst.

Sein Erfolg steigerte den Haß der Kirchengegner. Mehrere Male wurde auf ihn ein Anschlag verübt. Im Februar 1856 wurde er in Holguin Opfer eines Attentats, das er glimpflich überlebte: Mit einem Rasiermesser wurde ihm die rechte Wange vom Ohr bis unter das Kinn aufgeschlitzt. "Obwohl in fast ständiger Lebensgefahr, blieb der Heilige immer ruhig und liebenswürdig" (Baumann, S. 81).

1857 rief ihn Königin Isabella mit Zustimmung des Papstes nach Spanien zurück, weil sie sich ihn zum Berater und Beichtvater erwählt hatte. Bis 1869 hatte er dieses Amt inne. Die vielen Reisen, auf denen er die Königin begleiten mußte, nutzte er zur Volksmission. Er hielt Tausende von Predigten. Sein Schriftenapostolat setzte er fort und er bereicherte es durch Flugblätter, die er massenweise verbreiten ließ. "Eines der mächtigsten Mittel für das Heil ist das gedruckte Wort. Die Bücher sind die Nahrung der Seele. Wenn aber die Leute keine guten Bücher haben, lesen sie schlechte. Deshalb ist es sehr wichtig, gute Bücher in Umlauf zu bringen", schrieb er in seiner Autobiographie.

Claret wurde Protektor des Spitals von Montserrat und Präsident des Escorial. Er gründete Volksbibliotheken und mit der Gründung der St. Michaels-Akademie in Madrid 1858 förderte er die Wissenschaft.

1865 sagte Claret die Revolution voraus, die von seinem Institut die ersten Märtyrer fordern würde. Drei Jahre später traf dies ein. Die Königin floh nach Frankreich. Claret begleitete sie und setzte in Pau und Paris sein Wirken zum Heil der Seelen fort. Am 2. April 1869 reiste er nach Rom, um an der Vorbereitung des Ersten Vatikanischen Konzils und an diesem selber teilzunehmen. Er hielt am 31. Mai 1870 seine Rede zugunsten der Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit. Nach der Verkündigung des Dogmas am 18. Juli zog er sich, von Krankheit gezeichnet, nach Prades in Südfrankreich zurück, sagte die Eroberung Roms durch das italienische Heer voraus und mußte wiederum vor dem Zugriff der spanischen Revolutionsregierung, die seine Auslieferung verlangte, auch von dort fliehen. Er fand Unterschlupf im Zistierzienserkloster der Unbefleckten Empfängnis in Fontfroide (zwischen Toulouse und Carcassonne). Dort starb er am 24. Oktober 1870.

Claret war befreundet mit dem sel. Francisco Coll (1812 - 1875) und unterstützte durch seinen Rat auch die hl. Michaela vom heiligen Sakrament Desmaisieres (1809 - 1865), die hl. Joachima Vedruna de Mas (1783 - 1854), die hl. Maria Josepha Sancho de Guerra (1842 - 1912) und die ehrwürdige Esperanza Gonzalez Puig (1823 - 1885), deren heroischer Tugendgrad von Papst Benedikt XVI. am 28. April 2006 festgestellt wurde.

Papst Pius XI. sprach Claret am 25. Februar 1934 selig, Pius XII. am 7. Mai 1950 heilig.


François-Marie-Benjamin Richard de la Vergne

Vor 100 Jahren, am 28. Januar 1908, starb François-Marie-Benjamin Kardinal Richard de la Vergne.

Am 1. März 1819 in Nantes als jüngstes von elf Kindern geboren, studierte Richard seit 1841 am berühmten, vom sel. Olier gegründeten Priesterseminar Saint Sulpice, empfing am 21. Dezember 1844 die Priesterweihe und setzte dann auf Wunsch seines Bischofs, Jean-François de Hercé (1838 - 1848), seine theologischen Studien in Rom von 1846 bis 1849 fort. Nach seiner Rückkehr wurde er 1849 Sekretär des neuen Bischofs von Nantes Antoine-Matthias-Alexandre Jacquemet (1848 - 1869) und bereits im Jahr darauf zum Generalvikar ernannt. Dieses Amt hatte er bis 1869 inne. Während dieser Zeit schrieb er ein zweibändiges Werk über die bretonische Selige Françoise d'Ambroise (+ 1485).

Am 16. Oktober 1871 wurde Richard zum Bischof von Belley (in der Region Rhône-Alpes) ernannt. Am 11. Februar 1872 empfing er von Erzbischof Joseph Hippolyte Guibert O.M.I. von Paris die Bischofsweihe. Dessen Koadjutor wurde er 1875 und trat auch nach dessen Tod am 8. Juli 1886 die Nachfolge als Erzbischof von Paris an. Als Bischof von Belley leitete er den Seligsprechungsprozeß des hl. Pfarrers von Ars Johannes Maria Vianney ein, der 1859 gestorben war. Am 24. Mai 1889 wurde er zum Kardinal erhoben.

Der hl. Papst Pius X. nannte Richard “das unvergeßliche Musterbild eines priesterlichen Lebens und treuen Hirten”. In ihm paarte sich, wie Konrad Hofmann im LThK ausführt, “Milde mit Festigkeit”. Er “setzte sich seit 1891 für die Aussöhnung mit der Republik ein im Sinne der Kurie, deren Haltung er auch gegen die Trennungsgesetze und die Bildung von Kultvereinen, bes. als Vorsitzender der Generalversammlungen des französischen Episkopats 1906 und 1907 teilte” (LThK, 1. Auflage, Bd. VIII, Sp. 877).

Die Politik der Versöhnung mit der Republik, des ralliement, war von Kardinal Lavigerie durch seinen berühmten “Toast von Algier” vom 12. November 1890 vorbereitet und von Papst Leo XIII. mit seiner Enzyklika Au milieu des sollicitudes vom 16. Februar 1892 aufgenommen worden. Die Bedeutung dieser Politik wird erst verständlich, wenn man sich die kirchenfeindliche Politik Frankreichs vor Augen hält, die ihr vorausging: “Schon 1877 gab Léon Gambetta in der Kammer die Losung aus: ‘Le cléricalisme, voilà l’ennemi!’ Unter Führung der Unterrichtsminister Ferry und Bert begann nun ein gehässiger Kulturkampf gegen die katholische Kirche, der ihr die schwersten Schädigungen brachte. Den erst 1875 gegründeten freien katholischen Hochschulen entzog man wieder das Recht, akademische Grade zu verleihen (1879); auf Grund der Märzdekrete von 1880 wurden alle Niederlassungen und Schulen der Jesuiten aufgelöst und die übrigen staatlich nicht anerkannten religiösen Genossenschaften genötigt, innerhalb dreier Monate die Genehmigung einzuholen; 261 Männerklöster wurden geschlossen. Weitere Gesetze (1880/83) dekretierten die Verpflichtung der Geistlichen zum Militärdienst, die Aufhebung der Militär- und Spitalseelsorge, die ‘Laisierung’ der Friedhöfe und des Gerichtswesens, die Erleichterung der Ehescheidung und die Abschaffung der öffentlichen Sonntagsruhe” (Karl Bihlmeyer, Hermann Tüchle, Kirchengeschichte Band 3, Paderborn 1956, S. 417 f). Hinzu kam die Abschaffung des Religionsunterrichts in den Staatsschulen und das Verbot für Geistliche und Ordenspersonen, Unterricht zu erteilen. Doch die Bemühungen des Papstes, den Kulturkampf durch die Politik des Ralliement zu überwinden, scheiterten. Die antiklerikalen Kräfte honorierten sein Entgegenkommen nicht, sondern verschärften ab 1901 die Restriktionen: Die Orden wurden unterdrückt, ihre Lehrtätigkeit verboten, die Auflösung ihrer Schulen, 10000 an der Zahl, angeordnet. Die Trennung von Kirche und Staat am 9. Dezember 1905, bereits unter Papst Pius X. (1903 - 1914), war die logische Folge dieser Politik.

Richard verteidigte nach Kräften die Rechte der Kirche. Am 17. Dezember 1906 wurde er aus seinem erzbischöflichen Palast vertrieben. Großherzig engagierte er sich bei der Etablierung des Institut catholique und dem Bau der Herz-Jesu-Basilika auf dem Montmartre, deren Grundsteinlegung auf seinen Vorgänger zurückging.

Als wahrer Hirte nahm Richard das Recht der Gläubigen auf die Verkündigung des unverfälschten Glaubens ernst und scheute nicht die Auseinandersetzung. Seiner Umsicht ist es mitzuverdanken, dass eine der gefährlichsten Strömungen, die damals die Kirche zu bedrohen begann, nämlich der Modernismus, abgewehrt wurde. Am 17. Januar 1903, noch unter Leo XIII., verurteilte er das im November 1902 erschienene Buch L’Évangile et l’Église (Das Evangelium und die Kirche) des Exegeten Alfred Loisy (1857 - 1940), des “Vaters des Modernismus”. In diesem Buch leugnete Loisy grundlegende Wahrheiten, so etwa die Absicht Jesu, eine Kirche zu gründen. Berühmt ist seine Aussage: “Jesus verkündete das Kommen des Reiches, und gekommen ist die Kirche.” Diese Falschlehre kam dann einige Jahrzehnte später wieder hoch, so z.B. bei dem in Saarbrücken lehrenden Exegeten Josef Blank (1926 - 1989), nur mit dem Unterschied, dass die zuständigen Hirten nicht mehr einschritten, so dass der Neomodernismus eine Glaubenskrise verursachte, im Vergleich zu der der ursprüngliche Modernismus nach einem Wort Jacques Maritains nur ein Heuschnupfen war.

Zwei Pariser Theologen, G. Letourneau PSS und Pierre Bouvier SJ, untersuchten 1903 die Werke Loisys, stellten die wichtigsten Irrtümer zusammen und legten sie Kardinal Richard vor, der sie nach Rom weiterleitete. Dort fanden sie teilweise Aufnahme in den Syllabus Lamentabili sane exitu vom 3. Juli 1907, eine Zusammenstellung und Verurteilung von 65 modernistischen Irrtümern. Unter der Nummer 52 wird verurteilt: “Es war der Absicht Christi fremd, die Kirche als eine Gemeinschaft zu gründen, die auf Erden eine lange Reihe von Jahrhunderten dauern werde; ja, Christus war sogar der Meinung, das Himmelreich werde zugleich mit dem Ende der Welt alsbald anbrechen.”

1924 wurde der Seligsprechungsprozeß Richards eingeleitet. Sein Eintrag wurde aus der dritten Auflage des Lexikons für Theologie und Kirche getilgt.


Marie Dominique Bouix

Heute vor 200 Jahren, am 15. Mai 1808, wurde in Bagnères-de-Bigorre am Fuß der Zentralpyrenäen (ca. 20 km östlich von Lourdes), Diözese Tarbes, der Kanonist Marie Dominique Bouix geboren, der durch seinen “Kampf gegen Gallikanismus und Konkordatspartikularismus (...) dem kanonischen Recht in Frankreich entscheidend zur Wiedergeltung” verhalf (Eduard Kammermeier im LThK, 2. Auflage, Bd. 2, Sp. 628).

Am 14. September 1825 trat Marie Dominique Bouix zusammen mit seinem älteren Bruder Marcel ins Noviziat der Jesuiten in Avignon ein. Er studierte Theologie in Vals bei Le Puy. Vor der Ablegung der feierlichen Gelübde wurde er wegen schwacher Gesundheit vom Generaloberen Johannes Roothaan (1823 - 1853) entlassen, blieb aber stets ein Freund der Gesellschaft Jesu. Erzbischof Denis Auguste Affre von Paris (1840 - 1848) ernannte ihn zum Vikar an der Kirche des hl. Vinzenz von Paul in Paris. 1846 wurde er Redakteur bei der von Jacques-Paul Migne (1800 - 1875) frisch gegründeten Zeitschrift La Voix de la Vérité. Die Revolution von 1848 forderte sein politisches Engagement heraus: Er wurde Anhänger des Generals Eugène-Louis Cavaignac, der im Auftrag der Nationalversammlung gegen den Juniaufstand vorgegangen war und nun in der folgenden Präsidentenwahl gegen Louis Napoleon antrat. Bouix schrieb eine Lettre en faveur de la candidature du général Cavaignac, die aber die Wahlniederlage Cavaignacs nicht verhindern konnte.

1849 stellte Bouix alle Tätigkeiten zurück, um sich den Opfern der Choleraepidemie zu widmen, die in Paris wütete.

Erzbischof Marie Dominique Auguste Sibour von Paris (1848 - 1857), ein Anhänger der Zweiten Republik, berief Bouix in die Kommission für die religiösen Genossenschaften. Doch bald, am 20. Oktober 1850, verlor Bouix diese Stelle und die Gunst des Erzbischofs, weil er diesem gegenüber den Standpunkt verfocht, dass die bevorstehende Provinzialsynode, die zum erstem Mal seit 1727 wieder einberufen werden sollte, der Notwendigkeit päpstlicher Approbation unterlag. Als er vorausgesehen hatte, dass dies in gallikanischer Manier nicht vorgesehen war, hatte er sich in seiner Beunruhigung an Nuntius Raffaele Fornari (1787 - 1854, am 30. September 1850 zum Kardinal ernannt) gewandt und sich mit ihm und dem Bollandisten Joseph Van Hecke beraten. Im Auftrag des Nuntius schrieb er das Werk Du concile provincial ou Traité des questions de théologie et de droit canon qui concernent les conciles provinciaux, das 1850 erschien. Dem gingen vier Artikel voraus, die er im September 1849 im Univers veröffentlichte. Ein fünfter Artikel, in dem er das Kirchenrecht gegenüber dem gallikanischen Standpunkt darlegte, erschien am Morgen des 20. Oktober 1850. Am Mittag verlor Bouix seine Stelle.

Im Februar 1851 ging Bouix für vier Jahre nach Rom, wo er nur von seinen Meßstipendien lebte und sich ganz dem Studium widmete. Papst Pius IX. richtete an ihn am 20. Dezember 1851 das Breve Litterae tuae, in dem er ihm wegen des Buches Du concile provincial sein Lob zollte. 1854 wurde er von der Gregoriana zum Doktor beider Rechte honoris causa promoviert.

Anfang 1855 nach Paris zurückgekehrt, begann er mit der Publikation seines Cursus juris canonici, die erst 1870 abgeschlossen wurde. Diese Reihe behandelt das ganze Kirchenrecht mit Ausnahme des Eherechts und des Traktates über die Zensuren. Einige dieser Bände, die in sich geschlossen sind, wurden auch ins Deutsche übersetzt. Das Werk trug dazu bei, dass die gallikanischen Lehren aus den französischen Priesterseminaren verschwanden.

In Arras gab Bouix seit 1860 die Revue des sciences ecclésiastiques heraus, die das Wohlwollen von Thomas-Marie-Joseph Kardinal Gousset und des Bischofs Pierre Louis Parisis von Arras fand.

Dem Erzbischof Georges Darboy von Paris (1863 - 1871) war das ultramontane Engagement Bouix’ ein Dorn im Auge. Sein Plan, ihm das Celebret zu entziehen, scheiterte allerdings an der Intervention des Bischofs Jean-Pierre Mabile von Versailles. Dieser ernannte Bouix 1864 zu seinem Generalvikar.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Bouix wegen Krankheit zurückgezogen in Montech bei Montauban (ca. 50 km nördlich von Toulouse). Dort starb er am 26. Dezember 1870.


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