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Karl Prümm SJ

Karl Prümm wurde am 6. September 1890 in Rehlingen, Saarland, geboren, empfing am 28. März 1914 in Trier die Priesterweihe, promovierte 1915 in Innsbruck in Theologie und trat 1918 in die Gesellschaft Jesu ein. Nach weiteren Studien in Valkenburg, Münster und Berlin wurde er 1931 Professor in Valkenburg, wo Karl Rahner unter seinen Schülern war. 1937 wurde er Professor in Innsbruck bis zur Auflösung der theologischen Fakultät durch die Nazis 1939, kam 1945 nach einem Aufenthalt in Wien nach Frankfurt, um schließlich ab 1949 am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom zu lehren. Er starb in Rom am 8. Oktober 1981.

Den Schwerpunkt seiner Forschungen bildete die historische Situation zu Beginn des Christentums, um den Versuchen entgegenzutreten, das Christentum naturalistisch von unten her, unter Absehung einer göttlichen Offenbarung, aus dem Hellenismus, dem Judentum und den Mysterienreligionen der damaligen Zeit zu erklären, wie es die sog. Religionsgeschichtliche Schule um Albert Eichhorn, Wilhelm Bousset und Johannes Weiß getan hatte. Den einflußreichsten, auch in die katholische Theologie hineinwirkenden Höhepunkt erreichte diese Interpretation des Christentums im Entmythologisierungsprogramm Rudolf Bultmanns, der ein Schüler von Johannes Weiß war. In seinen monumentalen historischen Werken rollte Prümm diese Fragen auf, um ihnen minuziös nachzugehen. Dazu zählt neben "Der christliche Glaube und die altheidnische Welt" (Leipzig 1935) und "Christentum als Neuheitserlebnis" (Freiburg i.Br. 1939) sein 1943 erschienenes "Religionsgeschichtliches Handbuch für den Raum der altchristlichen Umwelt", das Bultmann als "das Muster eines Handbuchs" bezeichnete.

Sein wichtigstes, 720 Seiten starkes Spätwerk trägt den programmatischen Titel Gnosis an der Wurzel des Christentums? Grundlagenkritik der Entmythologisierung (Salzburg 1972): "eine ausführliche, ausgereifte und überzeugende Widerlegung der Bultmannschen Theorie" (Gerhard Hermes). Das Werk ist in zwei Hauptteile gegliedert. Der erste untersucht den "Entmythologisierungsvorschlag als theologischen Weg" (darin u.a. die tragenden Begriffe wie Mythos, Offenbarung, Gnosis, aber auch den Glaubensbegriff und die Kerygma-Theologie Bultmanns), der zweite bietet die "kritische Auseinandersetzung mit dem von der Entmythologisierung entworfenen Entwicklungsbild des Urchristentums", die zum "Kernproblem der Entmythologisierungsfrage" vorstößt: "Gnosis oder Offenbarung als Stoffspender für die apostolische Verkündigung?". Ein Rückblick gibt "Rechenschaft über den Gesamtweg." Der Band wird abgerundet mit 14 Exkursen, die auf Einzelprobleme eingehen.

Die Sprache Prümms ist keineswegs polemisch, vielmehr äußerst zurückhaltend und vornehm, der Stil ist wissenschaftlich schwerfällig, das Ergebnis aber läßt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Im zusammenfassenden Rückblick heißt es an einer Stelle: "Die Offenbarung bezeugt, daß Gottes Heilsweg, wie er sich in den inspirierten Schriften und im Bewußtsein der kirchlichen Überlieferung erfaßt vorfindet, geschichtliche Wirklichkeit ist. Es wurde nun geurteilt, trotzdem stehe der Annahme nichts im Wege, daß sich bestimmte Vorahnungen (und zwar vielleicht sogar recht bemerkenswerte) von Teilzügen oder Teilgesichtspunkten dieses von Gott geschichtlich verwirklichten Erlösungsaufrisses schon im Bewußtsein der vorchristlichen (oder dem Neuen Testamtent gleichzeitigen) außerbiblischen Menschheit antreffen ließen" (S. 522). Diese Deutung außerchristlicher Parallelen zu Inhalten der christlichen Offenbarung entspricht der Theorie der Mythenkenner C.S. Lewis, Tolkien und David Jones.

Ein Beitrag von Prof. Dr. Leo Scheffczyk zur Entmythologisierung


Augustinus Calmet

Heute vor 250, am 25. Oktober 1757, starb in Senones, Lothringen, der Exeget und Historiker Augustin Calmet OSB.

Calmet wurde am 26. Februar 1672 im Ménil-la-Horgne, etwa 50 km westlich von Nancy, als Sohn eines Hufschmiedes geboren und auf den Namen Antoine getauft. Er studierte bei den Benediktinern im nahegelegenen Breuil bei Commercy und an der Universität zu Pont-à-Mousson, einer an der Mosel zwischen Nancy und Metz liegenden Kleinstadt, dem Geburtsort des hl. Guarinus von Sitten.

Danach trat er in die Benediktinerabtei St-Mansuy bei Toul (ca. 20 km westlich von Nancy) ein, die 965 vom hl. Gerhard von Toul (935 - 994) gegründet worden war. Am 23. Oktober 1689 legte er die Profeß ab. Er studierte in Toul und in der 660 gegründeten Abtei St. Gregor in Munster im elsässischen Gregoriental (ca. 15 km westlich von Colmar) Philosophie und Theologie. Beide Abteien gehörten zur Benediktinerkongregation St-Vannes (Verdun), in der Dom Robert des Gabets (1610 - 1678) die cartesianische Philosophie etabliert hatte. In Munster lernte Calmet auch Hebräisch. Am 17. März 1696 wurde er zum Priester geweiht.

Wegen seiner außerordentlichen Begabung und seinem Studieneifer wurde er bereits zwei Jahre später nach Moyenmoutier (auf halber Strecke zwischen Nancy und Colmar) gerufen, um in der Heiligen Schrift zu unterrichten. In Moyenmoutier, das 671 vom Trierer Weihbischof Hidulph gegründet worden war, hatte der Cartesianer Dom Hyacinthe Alliot (1676 - 1705) eine Akademie gegründet, die Gelehrte aus allen Bereichen der Wissenschaft einschließlich Medizin und Naturwissenschaften versammelte. In sechs Jahren erarbeitete hier Calmet seinen Kommentar zum Alten Testament. 1704 wurde er zum Subprior von Munster ernannt. Hier leitete er eine Akademie nach dem Vorbild von Moyenmoutier.

1706 begab er sich nach Paris in die Abtei Blancs-Manteaux. Er fand einen Verleger für seinen “Commentaire littéral sur tous les livres de l’Ancien et du Nouveau Testament”, der von 1707 bis 1716 in 23 Quartbänden erschien (später von Mansi ins Lateinische übersetzt). Calmet beschränkte sich in seiner Exegese auf den Literalsinn. “Einzelne Punkte, welche ausführliche Erörterungen forderten, behandelte er in besondern Dissertationen, welche bald auch abgesondert vom Commentar gedruckt und von ihm selbst wiederholt vermehrt und verbessert herausgegeben wurden. Dieses in seiner Art neue Bibelwerk wurde mit großem Beifalle aufgenommen, so dass im achten Jahre nach seiner Vollendung schon eine dritte Auflage desselben nötig wurde. Selbst von protestantischer Seite ergingen meistens anerkennende und günstige Urteile über dasselbe” (Benedikt von Welte in “Wetzer und Welte’s Kirchenlexikon”, Band 2, Sp. 1718). Die genannten Dissertationen wurden ins Englische, Holländische, Lateinische und Deutsche übersetzt.

Nach Aufenthalten in der Abtei St. Mihiel (zwischen Verdun und Toul) und wieder in Paris widmete er sich ab 1716 vermehrt seinen Studien in Moyenmoutier. Hier vollendete er seinen “Dictionnaire de la Bible”. Doch zwei Jahre später wurde er zum Abt von St. Leopold in Nancy ernannt und das Jahr darauf zum Visitator der Kongregation. Der Besuch der über fünfzig Klöster der Kongregation in Lothringen gab ihm hervorragende Möglichkeiten für Archivarbeiten und damit zum Verfassen einer vier-, später siebenbändigen “Histoire ecclésiastique et civile de la Lorraine”, zu der ihm zudem Herzog Leopold (1679 - 1729) 1721 den Auftrag erteilte. Sie stellt seine bedeutendste historische Leistung dar, die auf umfassenden Quellenarbeiten fußt und auch heute noch von Wert ist.

1727 wurde er zum Präsidenten der Kongregation gewählt. Am 9. Juli 1728 schließlich wurde er zum Abt von Senones (nur sechs Kilometer von Moyenmoutier entfernt) gewählt, wo er fast 30 Jahre bis zu seinem Lebensende blieb. Hier schrieb er u.a. seine siebzehnbändige “Histoire universelle” und seinen “Commentaire sur la Règle de Saint-Benoît”.

Wilhelm Fink charakterisiert Calmet in der ersten Auflage des LThK: “Ebenso fromm und bescheiden als gelehrt und unermüdlich tätig; als Schriftsteller äußerst fruchtbar. Godefroy zählt 35 selbständige, meist mehrbändige Werke, von denen nur 6 nach seinem Tode erschienen.” Leonhard Hell nennt ihn in der dritten Auflage den bedeutendsten katholischen Exegeten des 18. Jahrhunderts neben Richard Simon. Er habe mit zahlreichen Gelehrten, z.B. Voltaire, Kontakt gehalten.


Martin Hengel

Martin Hengel wurde am 14. Dezember 1926 in Reutlingen geboren. Der evangelische Theologe und Historiker galt als “einer der bedeutendsten Erforscher des Frühjudentums und des Urchristentums” (Prof. Dr. Rainer Riesner in Idea-Spektrum 28/2009). Er war Ehrendoktor der Universitäten Uppsala, Durham, Straßburg, Cambridge und Dublin, Mitglied der Britischen Akademie, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Königlich-Niederländischen Akademie der Wissenschaften, Gründer der Philipp-Melanchton-Stiftung und Leiter des Tübinger “Instituts für antikes Judentum und hellenistische Religionsgeschichte”. Von 1968 bis 1972 lehrte er in Erlangen, von 1972 bis 1992 in Tübingen. Er starb dort am 2. Juli 2009.

Martin Hengel, der “eine schier unglaubliche Kenntnis der antiken Quellen” (Riesner) besaß, stutzte abenteuerliche Hypothesen über den Ursprung des Christentums zurecht, auch wenn sie von Leuten wie Rudolf Bultmann stammten. “Wenn man wieder begründet die Glaubwürdigkeit der neutestamentlischen Schriften ins internationale wissenschaftliche Gespräch einbringen kann, so ist das auch besonders Martin Hengel zu verdanken” (Riesner).

Mit seinem Werk Die johanneische Frage (1993) trug er entscheidend dazu bei, Bultmanns Abwertung des Johannes-Evangeliums als historischer Quelle zu überwinden. Der Papst zitiert ihn mehrmals in seinem Jesus-Buch, etwa wo es darum geht, die “außerordentlich genauen Orts- und Zeitkenntnisse” (Ratzinger, Jesus von Nazareth, S. 262) des Johannesevangeliums herauszustellen und seine Verwurzelung im Judentum, die sich auch in der Sprache zeigt: “Das Werk ist in schlichtem, von der Sprache jüdischer Frömmigkeit gesättigtem, nichtliterarischem Koinegriechisch geschrieben, wie es auch von der Mittel- und Oberschicht etwa in Jerusalem gesprochen wurde” (Martin Hengel, Die johanneische Frage, S. 286; zitiert in Ratzinger, S. 263). Damit bricht eine der Säulen der Argumentation Bultmanns zusammen, der die Sprache des Johannes-Evangeliums als gnostisch ansah. Gleichzeitig beklagt aber Ratzinger, dass Hengel immer noch in der Gegenüberstellung zwischen “banaler Erinnung an Vergangenes” und dessen theologischer Deutung befangen ist und damit die von ihm selber herausgearbeitete Historizität des Johannes-Evangeliums wieder in Frage stellt. Zurecht fragt Ratzinger zurück: “Was macht historische Erinnerung banal? Kommt es auf die Wahrheit des Erinnerten an oder nicht?” (S. 270)

Zu Hengels Verdiensten gehört auch die Widerlegung der seit E. Schwartz weit verbreiteten These, “erst Irenäus habe mit der Abfassung seines Werkes Adv. haer. die Tradition zugunsten des Apostels Johannes [als des Verfassers des 4. Evangeliums] begründet” (Hans-Joachim Schulz, Die apostolische Herkunft der Evangelien. Mit einem Vorwort von Rudolf Schnackenburg, Reihe Questiones disputatae 145, Freiburg i. Br. 1993, S. 297). Hengel “erweist diese Zuweisung als bereits existent in kirchenoffiziellen und gnostisierenden Kreisen Kleinasiens, Alexandriens und Roms 130-135" (ebd.).

Eine Säule der Katholizismuskritik Rudolf Bultmanns wie auch Adolf von Harnacks brachte Hengel zum Einsturz, nämlich die These der Verfälschung des Christentums durch seine Hellenisierung. In seinem Werk Judentum und Hellenismus: Studien zu ihrer Begegnung unter besonderer Berücksichtigung Palästinas bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts vor Christus zeigte er, dass schon das Judentum zur Zeit Jesu griechisches Denken rezipiert hatte. Manche Kritik am Theologen Joseph Ratzinger, der der Forderung nach einer Enthellenisierung des Christentums immer wieder eine Absage erteilt hat, erweist sich auf diesem Hintergrund als nicht auf dem Stand der Wissenschaft stehend.

Hengel kritisierte Zeitgeisterscheinungen wie die “Bibel in gerechter Sprache” und die in seiner Landeskirche grassierende Verharmlosung homosexueller Sünden. Über ein Zeugnis seiner Frömmigkeit berichtet Riesner: “Als im Evangelischen Stift in Tübingen das Tischgebet durch Mehrheitsbeschluss abgeschafft war, hat er sich bei Tagungen demonstrativ darüber hinweggesetzt.”


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