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* * *

11. September
Podcast

Die siebte Folge meines Podcasts ist erschienen.

Der nächste Beitrag auf kath-info ist für den 28. September geplant.


11. September
Maria Josepha Sancho de Guerra

Vor 25 Jahren, am 27. September 1992, wurde die hl. Maria Josepha Sancho de Guerra (1842-1912) seliggesprochen. Sie gründete 1871 in Bilbao die Kongregation der Dienerinnen Jesu, die sich um Kranke und Obdachlose kümmern. Ihre Heiligsprechung war am 1. Oktober 2000.


10. September
Franciscus Zabaralla

Vor 600 Jahren, am 26. September 1417, starb in Konstanz im Alter von 57 Jahren der aus Padua stammende Kanonist Franciscus Zabaralla. Er lehrte in Bologna, Florenz und Padua, bis er 1410 Bischof von Florenz wurde. Von Gegenpapst Johannes XXIII. zum Kardinal ernannt, nahm er am Konzil von Konstanz teil, wo er eine bedeutende Rolle spielte.


10. September
Francisco Suarez

Vor 400 Jahren, am 25. September 1617, starb in Lissabon im Alter von 69 Jahren der Theologe Francisco Suarez SJ. Er war der bedeutendste und wirkmächtigste Theologe der Barockscholastik und wurde selbst von Leibniz geschätzt. Zusammen mit Francisco de Vitoria ist der Begründer des Völkerrechts. Über ihn schreibt Josef Höffner in seiner bahnbrechenden Monographie Christentum und Menschenwürde. Das Anliegen der spanischen Kolonialethik im Goldenen Zeitalter: “Was Francisco de Vitoria angedeutet, führt Franz Suarez zur Vollendung. Ihm, und nicht Hugo Grotius, kommt das Verdienst zu, den Begriff des modernen Völkerrechts erstmalig umschrieben zu haben” (S. 299).


10. September
Engelbert von Berg

Vor 800 Jahren, am 24. September 1217, wurde der hl. Engelbert von Berg (1185-1225) im (alten) Kölner Dom von Erzbischof Dietrich II. von Trier zum Bischof geweiht.


9. September
Predigt zum 14. Sonntag nach Pfingsten


9. September
Rupert Kornmann

Vor 200 Jahren, am 23. September 1817, starb in Kumpfmühl bei Regensburg im Alter von 60 Jahren der Mathematiker und Theologe Rupert Kornmann. Er war der letzte Abt von Prüfening.


9. September
Josafat Kotsylovskyj

Vor 100 Jahren, am 23. September 1917, wurde der selige Josafat Kotsylovskyj (1876-1947) zum Bischof von Peremyshl im Osten Polens geweiht. Er starb am 17. November 1947 im Konzentrationslager Chapajivka bei Kyiv als Opfer der bolschewistischen totalitären Politik. Am 27. Juni 2001 wurde der seliggesprochen.


9. September
Maria Merkert

Vor 200 Jahren, am 21. September 1817, wurde im oberschlesischen Neisse die selige Maria Merkert CSSE geboren. Zusammen mit Franziska Werner gründete sie 1850 die Kongregation der Grauen Schwestern von der heiligen Elisabeth, die sich der häuslichen Krankenpflege widmeten. Sie starb am 14. November 1872 und wurde am 30. September 2007 seliggesprochen.


9. September
PCI

Vor 100 Jahren, am 15. September 1917, gründete Papst Benedikt XV. mit dem Motu proprio Cum iuris canonici die päpstliche Kommission zur Auslegung des Kirchenrechts, die Pontificia Commissio CIC interpretando (PCI). Der CIC war am 27. Mai 1917 promulgiert worden.


8. September
Wider die Wahrheitsresignation

Heute vor zehn Jahren, am 8. September 2007, hielt Papst Benedikt XVI. in Mariazell seine berühmte und wegweisende Predigt über den Verlust des Glaubens an die Wahrheit, der die Wurzel des ethischen Relativismus bildet. Und anderem führte er aus:

“In der Tat setzt sich unser Glaube entschieden der Resignation entgegen, die den Menschen als der Wahrheit unfähig ansieht – sie sei zu groß für ihn. Diese Resignation der Wahrheit gegenüber ist der Kern der Krise des Westens, Europas. Wenn es Wahrheit für den Menschen nicht gibt, dann kann er auch nicht letztlich Gut und Böse unterscheiden. Und dann werden die großen und großartigen Erkenntnisse der Wissenschaft zweischneidig: Sie können bedeutende Möglichkeiten zum Guten, zum Heil des Menschen sein, aber auch – wir sehen es – zu furchtbaren Bedrohungen, zur Zerstörung des Menschen und der Welt werden. Wir brauchen Wahrheit. Aber freilich, aufgrund unserer Geschichte haben wir Angst davor, daß der Glaube an die Wahrheit Intoleranz mit sich bringe. Wenn uns diese Furcht überfällt, die ihre guten geschichtlichen Gründe hat, dann wird es Zeit, auf Jesus hinzuschauen, wie wir ihn hier im Heiligtum zu Mariazell sehen. Wir sehen ihn da in zwei Bildern: als Kind auf dem Arm der Mutter und über dem Hochaltar der Basilika als Gekreuzigten. Diese beiden Bilder der Basilika sagen uns: Wahrheit setzt sich nicht mit äußerer Macht durch, sondern sie ist demütig und gibt sich dem Menschen allein durch die innere Macht ihres Wahrseins. Wahrheit weist sich aus in der Liebe. Sie ist nie unser Eigentum, nie unser Produkt, sowie man auch die Liebe nicht machen, sondern nur empfangen und weiterschenken kann. Diese innere Macht der Wahrheit brauchen wir. Dieser Macht der Wahrheit trauen wir als Christen. Für sie sind wir Zeugen. Sie müssen wir weiterschenken in der Weise, wie wir sie empfangen haben.”


8. September
Alfons Pacheco

Vor 450 Jahren, am 8. September 1567, trat der selige Alfons Pacheco (1551-1583) in die Gesellschaft Jesu ein. Er wurde als Missionar nach Indien gesagt und wurde “Vater der Christen” auf der Insel Salsette. Zusammen mit dem seligen Rudolf Aquaviva, den wir auf kath-info ausführlich vorgestellt haben, erlitt er das Martyrium. 1893 wurde er seliggesprochen.


7. September
Das Zitat

Es ist ein Verbrechen, den Frieden zu stören, wo die Wahrheit regiert. Es ist ein Verbrechen, im Frieden zu bleiben, wenn man die Wahrheit zerstört. Die Wahrheit ist demnach die Richtschnur und das letzte Ziel der Dinge.

Blaise Pascal


7. September
Monatsranking August 2017

Platz Monatsranking August 2017
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 640 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+/- 0
3

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+/- 0
10

Georg May: Falschlehrer der Kirche

+ 1
20

Robert Spaemann

- 2
30

Die wahre Braut Jesu Christi

+ 42
40

Recktenwald: Moral ohne Gott?

+ 60
50

Gabriel Baumann: Wie die Engel im Himmel

+ 46
60

Bernward Deneke: Die Botschaft des Bauern von Ars

+ 76
100

Julius Bachem: Die preußische Kirchenpolitik bis zum 19. Jahrhundert

- 4

Zum Ranking der Vormonate


6. September
Symbolik
oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

131. Folge

Was ist denn nun wohl auch der rechtfertigende Glaube im protestantischen Sinne? Der Mensch glaubt, wenn er vertraut, daß er von Gott zu Gnaden aufgenommen sei, und um Christi willen, der durch seinen Tod für unsere Sünden Genugtuung geleistet hat, Vergebung derselben erhalte [167]. Melanchthon drückt sich noch bezeichnender aus, wenn er sagt, der Glaube sei die unbedingte Hingebung in die göttliche Barmherzigkeit ohne Rücksicht auf gute oder böse Werke [168].

[167] Confess. Aug. Art. IV. fol. 13. Item docent, quod homines non possint justificari coram Deo propriis viribus, meritis aut operibus, sed gratis justificentur propter Christum per fidem, cum credunt in gratiam recipi, et peccata remitti propter Christum, quia sua morte pro nostris peccatis satisfecit.

[168] Melancht. loc. theolog. p. 93. Habes, in quam partem fidei nomen usurpet scriptura, nempe pro eo, quod est fidere gratuita Dei misericordia, sine ullo operum nostrorum, sive bonorum, sive malorum respectu: quia de Christi plenitudine omnes accipimus. Am vollständigsten ist die Definition, die Calvin gibt Instit. I. III. c. 2. § 7. fol. 195. Justa fidei definitio nobis constabit, si dicamus esse divinae erga nos benevolentiae firmam certamque cognitionem, quae gratuitae in Christo promissionis veritate fundata, per spiritum sanctum et revelatur mentibus nostris et cordibus obsignatur.

wird fortgesetzt

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3. September
Das Zitat

Schiffe stranden an Felsen, menschliche Beziehungen oft schon an Kieselsteinen.

Hl. Edith Stein


3. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurde untergebracht der wunderschöne Beitrag Robert Mäders über die Spiritualität, die mit der Wahrheit ernst macht, dass Gott unser Vater ist. Die kritische Bemerkung von Erzbischof Georg Gänswein über die Rolle der Kirchensteuer findet sich auf der einschlägigen Themenseite, ebenso die Beobachtung Christian Spaemanns zu den Implikationen des Verständnisses von Barmherzigkeit, das sich in Amoris laetitia ankündigt.


2. September
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

57. Folge

Es ist klar, daß nach dieser Anschauung die Beziehung der Dreifaltigkeit zur Außenwelt noch stärker und inniger, ihre Bedeutung für dieselbe noch weit größer und folgereicher erscheint. Wir können sie aber nicht besser entwickeln, als wenn wir die Sendungen der göttlichen Personen, welche in den heiligen Schriften des Neuen Bundes eine so bedeutende Rolle spielen, einem eingehenderen Studium unterwerfen. Diese Sendungen sind nach der Ansicht aller Theologen als eine zeitliche Fortführung der ewigen Prozessionen von innen nach außen und als die Einführung ihrer Produkte in die Kreatur zu betrachten; und zugleich lehren die Theologen, daß dieselben im eigentlichen und strengen Sinne (abgesehen von der Inkarnation) nur in und mit der heiligmachenden Gnade stattfinden (S. Thomas I p., q. 43, a. 3. Vgl. unter den Kommentaren bes. Suarez und Ruiz an dieser Stelle). Das, was die Heilige Schrift und die Väter über dieselben sagen, bietet uns die sichersten Anhaltspunkte für unsere Idee und trägt in sich die beste Bürgschaft für ihre Wahrheit und ihre Bedeutung.

Da gewöhnlich von diesem Gegenstande wenig die Rede ist, so müssen wir etwas weiter ausholen. Wegen der Schwierigkeit der Sache müssen wir den Leser hier abermals um Geduld und Nachsicht bitten. Wir hoffen aber auch, das Wort des heiligen Augustinus: “nec laboriosius aliquid quaeritur, nec fructuosius invenitur”, welches er von dem innern Wesen der Dreifaltigkeit gesprochen, werde sich auch in Bezug auf ihre äußere Entfaltung, und zwar ebensosehr oder noch mehr seinem zweiten als seinem ersten Teile nach bewahrheiten.

Die Sendungen der göttlichen Personen

§ 27. Allgemeine Vorbegriffe über die Sendung; Unterschied der realen von der symbolischen

Eine Sendung kann vorab nur denjenigen göttlichen Personen zukommen, welche von einer andern Person ausgehen; denn es ist dem Gesandten wesentlich, daß er von einer andern Person abgeordnet werde. In der Tat sagt auch die Heilige Schrift nur vom Sohne und dem Heiligen Geiste, daß sie gesandt werden; vom Vater sagt sie nur, daß er den Sohn und den Heiligen Geist sende, vom Heiligen Geiste nur, daß er gesandt werde, vom Sohne bald, daß er gesandt werde vom Vater, bald, daß er den Heiligen Geist sende.

Aber dieser Ausgang hat bei den beiden göttlichen Personen zwei Eigentümlichkeiten, die ihn von dem Ausgang, wie er in den Geschöpfen bei der Sendung stattfindet, wesentlich unterscheiden. Bei der letzteren nämlich steht der Gesandte unter der Autorität, unter der Gewalt desjenigen, der ihn sendet, und indem er sich an das Ziel seiner Sendung begibt, den ihm gewordenen Auftrag erfüllt, entfernt er sich von dem, der ihn gesandt hat und von dem er ausgeht. In Gott ist das anders. Der Sohn und der Heilige Geist stehen nicht unter der Autorität des Vaters, sie sind ihm gleich an Macht und Autorität. Sie gehen daher nur insofern vorn Vater aus, als sie aus ihm, als ihrem “auctor”, ihren Ursprung haben. Doch ist darum die Sendung bei Gott nicht weniger vollkommen in ihrem Begriffe als bei den Geschöpfen; denn da der Sohn und der Heilige Geist nur aus dem Vater überhaupt ihr Dasein haben und das sind, was sie sind, so können sie auch nicht anders irgendwo sein als aus dem Vater und durch den Vater, als von ihm, ausgehend. Ebenso kann in Gott die gesandte Person, wenn sie irgendwo zu sein oder zu wirken beginnt, sich niemals von der sendenden Person trennen, weil beide in ihrem Wesen, in ihrer Substanz und in ihrer Tätigkeit durchaus eins sind. Überall, wo die gesandte Person zu sein oder zu wirken beginnt, ist auch die sendende, kraft der “circumincessio”, bei ihr, mit ihr oder vielmehr in ihr ebenfalls da, wenn auch nicht in derselben Weise, wie sie dort ist.

Dazu kommt, was die Bewegung betrifft, welche an der gesandten Person bei ihrem Gehen oder Kommen nach außen gedacht werden muß, noch Folgendes. Die göttlichen Personen allesamt sind vermöge ihrer Unendlichkeit und. Allgegenwart von Ewigkeit her ihrer Substanz nach überall, wo sie immer sein können; sie können also nicht ihrer Substanz nach in der Zeit irgendwo zu sein anfangen, wo sie noch nicht waren; eine lokale Bewegung kann bei ihnen nicht stattfinden. Nur in der Veränderung der Art und Weise, in der diese Personen und ihre Substanz andern Wesen gegenwärtig werden, an dieselben herantreten und mit ihnen in Beziehung kommen, kann eine Veränderung stattfinden und eine Bewegung der Personen gedacht werden. Ja im Grunde ist diese ewige substantielle Gegenwart bei jeder andern entweder stillschweigend vorausgesetzt (z. B. bei der Taube über dem Jordan, die zwar an sich bloß ein Bild des Heiligen Geistes war, wie eine Statue das Bild des Königs ist, in der aber doch der Heilige Geist substantiell wirklich wohnte) oder ausdrücklich gefordert, wie bei allen Wirkungen, die einer göttlichen Person zugeschrieben werden; denn da die Kraft Gottes identisch ist mit seiner Substanz, so muß er auch mit seiner Substanz überall dort sein, wo er wirkt.

Wird fortgesetzt

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1. September
Ende einer Legende:
Der Hexenbrenner wird zum Hexenretter

Die moderne Geschichtswissenschaft hat Fürstbischof Julius Echter von Würzburg (1573-1617) rehabilitiert. Er war nicht der Hexenjäger, als den er lange Zeit hingestellt wurde. Darüber berichtet in einem ausführlichen Artikel Damian Dombrowski unter dem Titel Der verkannte Reformator im Vatican-Magazin (Juni-Juli 2017, S. 6-14). Diese Aufklärung ist vor allem das Verdienst des Historikers Robert Maier aufgrund neuer Archivfunde, worüber auch die FAZ berichtet hatte. “Meier konnte nachweisen, dass gerade die Verfahren, die seit jeher als Belege für die Hexenjagd im Hochstift Würzburg galten, in Wirklichkeit nicht vor würzburgischen Gerichten stattfanden, sondern in benachbarten protestantischen Territorien. Die ‘sicher beglaubigten’ Nachrichten von Hexenprozessen auf Initiative Julius Echters lösten sich in Luft auf.” An der Legende hatten auch Historiker gearbeitet, so die Oxforder Historikerin Lyndal Roper, die Echter vorwirft, er habe inkriminierte Frauen der “Justizmaschinerie” ausgeliefert. Nun stellt sich heraus, dass Echter in Wirklichkeit juristische Mittel einsetzte, “um die Verfolgungswünsche aus der Bevölkerung einzudämmen”, und so bedrohte Frauen vor der Lynchjustiz rettete. Dombrowski wirft Roper sogar “pure Erfindung” vor, nämlich die Schilderungen, die sich auf die Suche nach Hexenmalen beziehen. Roper schreibt: “In Würzburg genügte häufig bereits die bloße Drohung, der Scharfrichter würde das Körperhaar der Hexe rasieren und jedes sichtbare Körpermal genau untersuchen, um ein Geständnis hervorzulocken.” Dazu Dombrowski: “Bei der Behauptung, für Würzburg gebe es ‘sehr viele detaillierte Schilderungen solcher Hexenmale’, beruft sich die Historikerin auf einen einzigen Fall - der allerdings aus Eichstätt stammt.” Wollen wir hoffen, dass sich die Wahrheit gegenüber einer antiklerikalen Geschichtsschreibung durchsetzt.


31. August
Vianneys Kampf gegen die religiöse Unwissenheit

Von Francis Trochu

Zweiter Teil

Der religiöse Unterricht der Jugend war die dringlichste seiner Hirtensorgen. Die Kinder von Ars wurden schon von frühester Jugend an für die Feldarbeiten herangezogen. Bereits mit sechs und sieben Jahren ließ man sie die Herden weiden. Vom zwölften Jahr ab mussten die Knaben ihren Vätern beim Säen und Ernten zur Hand gehen. Ganz wenige Kinder konnten lesen. Sie kamen nur während der kalten und regnerischen Wintermonate in die Christenlehre und hatten dazu weder Lust noch Liebe, da sie nichts auswendig lernen konnten.

Gingen sie am Sonntag überhaupt in die heilige Messe? Ja, wenn sie an diesem Tag nicht aufs Feld geschickt wurden – und auch dann hielten noch allerlei Arbeiten sie in Hof und Stall zurück. Bald führte schlechte Gesellschaft, zusammen mit der religiösen Unwissenheit, sie in ein unsittliches Treiben hinein. Geistlos, an der Erde klebend, lebten und wuchsen viele dieser armen Kinder heran, wie wenn sie keine Seele hätten. Die erste hl. Kommunion bedeutete für ihr Leben nicht mehr und nicht weniger als irgendein anderes Ereignis.

Der junge Pfarrer von Ars ging daran, sie von Allerheiligen bis zur Zeit der ersten Kommunion jeden Wochentag schon um sechs Uhr morgens um sich zu sammeln. An Sonntagen erteilte er den Katechismusunterricht vor der Vesper, gegen ein Uhr. Mit allerlei frommen Listen lockte er seine junge Welt in die Kirche.

Franz Pertinand, Gastwirt und Fuhrhalter von Ars, berichtet aus seiner Jugend: “Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie er zu uns Kindern sagte: ‘Wer zuerst in der Kirche ist, bekommt ein Bildchen von mir. ...’ Um dieses Bildchen zu erobern, waren manche schon morgens früh vor vier Uhr in der Kirche.” Das war offensichtlich in der guten Jahreszeit.

Erst im Jahre 1845, mit dem Tag, da er einen Hilfspriester erhielt, verzichtete er darauf, persönlich die Katechismusstunde zu halten. Siebenundzwanzig Jahre hindurch hatte er ganz allein seines priesterlichen Amtes gewaltet. “Er läutete selbst zur Kinder-Christenlehre”, berichtete Tailhades, “dann verrichtete er auf den Knien, ohne sich je aufzustützen, das Vorbereitungsgebet. Zuerst weckte er die Aufmerksamkeit dieser Kleinen durch einige kräftige Erwägungen, die gewöhnlich so ergreifend zu der Seele sprachen, dass die Anwesenden zu Tränen gerührt wurden. Nach dem Abfragen folgte die kurze, leicht verständliche, seelenvolle Erklärung.” Er drang bei den Kindern auf ruhige Sammlung, wachte streng über sie und strafte sie gelegentlich milde. Aber vor allem verstand er es, sie zu ermutigen, sie durch seine liebevolle, väterlich-gütige Art, in der alle Ehrfurcht beschlossen liegt, zu begeistern.

Er hieß sie auf allen Wegen den Rosenkranz bei sich zu tragen und hatte selber stets mehrere in der Tasche, um sie an Kinder, die den ihrigen verloren hatten, auszuteilen. Gute alte Leutchen haben noch siebzig Jahre später von diesen trauten Kindheitserinnerungen gesprochen. “Als wir in den Katechismusunterricht gingen”, erzählte im März 1895 Papa Drémieux dem damaligen Pfarrer von Ars, Msgr. Convert, “hat Vianney vorn in den Bänken des alten Chors unter den Glocken auf den Knien gebetet und dort gewartet, bis wir alle versammelt waren. Er betete und betete. ... Von Zeit zu Zeit erhob er die Augen zum Himmel und lächelte dabei. ... Wahrhaftig, ich glaube, dieser Mann hat etwas gesehen.”

Auch die Mutter Drémieux wusste noch zu erzählen, wie der heilige Pfarrer die Kinder unterrichtete, wie er zwischen ihnen hin und her ging, da und dort den Kleinen, die nicht aufmerkten, öfters einen Klaps austeilte. “Oh, gar nicht schlimm, er war so mild!”, muss sie in lieber Erinnerung nach so vielen Jahren beifügen. Er berührte ihre Wange mit dem Katechismus, in den er seinen Finger als Buchzeichen eingesteckt hatte. Am Sonntag durften sich auch die älteren Leute zu den Schülern für den Katechismusunterricht gesellen. Die Mutter Verchère, die nach dem Mittagessen leicht einnickte, “musste mehr als einmal wie die Kleinen zur Ordnung gerufen werden. Der Pfarrer kam an ihr vorbei, gab ihr einen Klaps und weckte sie so aus ihrem Nickerchen. Sie war es ganz zufrieden und schien sogar stolz zu sein auf sein Vorgehen.”

Dank den unermüdlichen Wiederholungen und dem eindringlichen Zureden Vianneys waren die Kinder von Ars bald die am besten Unterrichteten in der ganzen Gegend. Bischof Devie erkannte dies gelegentlich einer Firmungsreise an. Und später fühlten sich die Nachfolger des Heiligen in der Pfarrei oft ganz betroffen und tief erbaut von den religiösen Kenntnissen, die sie beim Erteilen der Sterbesakramente an schlichten Seelen feststellen konnten. Ihnen war eben die Gnade zuteil geworden, von Kindheit an die Glaubenslehre aus dem Mund eines Heiligen zu erlauschen.

Es nahmen allerdings nicht alle den gleichen Segen von diesen Stunden mit. Der Pfarrer von Ars bestand auf dem wörtlichen Auswendig-Lernen des Katechismus. Manches Gedächtnis sträubte sich gegen solche Arbeit. Aus diesem Grund zwang er junge Leute zu jahrelangem Ergänzungsunterricht – gewisse Moralisten scheinen ihn in diese ängstliche Strenge getrieben zu haben – und schob so in unglaublicher Weise die erste hl. Kommunion hinaus. Papa Drémieux wusste davon zu erzählen:
“Peter Cinier, Stephan Perroud und Cinier des Gardes gingen erst im Alter von sechzehn Jahren zur Erstkommunion. Cinier des Gardes ging in Amérieux. Mich musste man nach Mizérieux schicken. ... Es war doch lästig, so alt noch in den Katechismusunterricht zu müssen!”

Wird fortgesetzt.

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Weitere Beiträge über den hl. Pfarrer von Ars


30. August
Wollen sie überhaupt eine Kirche sein?

Den Kirchenbegriff in gleicher Weise für alle bestehenden kirchlichen Gemeinschaften in Anspruch zu nehmen steht eben auch gegen deren eigenes Selbstverständnis. Luther sah die Kirche im theologischen und geistlichen Sinn nicht in dem großen institutionellen Körper der katholischen Kirche verwirklicht, die er eher als ein Instrument des Antichrist ansah. Kirche wird in seiner Sicht jeweils da, wo das Wort Gottes Menschen versammelt und eint. Dem entsprechend sieht die auf Luther zurückgehende Tradition die Kirche dort für gegeben an, wo das Wort recht verkündet und die Sakramente in rechter Weise gespendet werden. Luther selbst konnte unmöglich in den sich bildenden, den Fürsten unterstehenden Landeskirchen die Kirche sehen: Dies waren äußere Hilfskonstruktionen, die man brauchte, aber doch nicht die Kirche im geistlichen Sinn. Und wer würde heute einfach sagen wollen, daß die in historischen Zufälligkeiten gewachsenen Bildungen - sagen wir die Kirche von Hessen-Waldeck oder von Schaumburg-Lippe - im gleichen Sinn Kirche sind, wie die katholische Kirche glaubt Kirche zu sein. VELKD und EKD wollen doch ganz ausdrücklich nicht eine "Kirche" sein. So zeigt sich bei nüchterner Betrachtung, daß die Realität Kirche für den Protestanten woanders angesiedelt ist als in den Institutionen, die man Landeskirchen nennt. Darüber müßte man streiten.

Joseph Kardinal Ratzinger in einem ausführlichen Interview mit Christian Geyer, FAZ vom 22. September 2000, in dem der damalige Präfekt der Glaubenskongregation zur Empörung Stellung nimmt, die die Erklärung der Glaubenskongregation Dominus Iesus vom 6. August 2000 in evangelischen Kreise ausgelöst hatte.


28. August
Die unentdeckten Seiten von kath-info (5, 6)

An fünfter Stelle der im Jahr 2016 am seltensten gelesenen Seiten stehen wieder zwei Seiten, und zwar die Biographie über Pierre Joseph Marie Chaumonot und die Seite über Claude Allouez und Adílio Daronch.


28. August
Barsauma der Nackte

Vor 700 Jahren, am 28. August 1317, starb der koptische Asket Barsauma der Nackte. Sein Vorbild wurde Job, nachdem er um seine Erbe betrogen worden war. “20 Jahre verbrachte der in einer Grotte unter der Merkurios-Kirche in Alt-Kairo. Um 1300 von den muslimischen Behörden verbannt, lebte und lehrte er bis zu seinem Tod auf einem Müllhaufen im Sahran-Kloster bei Tura” (LThK, 3. Auflage).


27. August
Der Heilige der Landstraße

Von Alfred Betschart

Zweiter Teil

In einem liebevollen Abschiedsbrief an seine Eltern bat er sie "um Vergebung für allen Kummer, den ich Ihnen je gemacht habe, und bitte Sie, mir Ihren Segen zu gewähren, damit Gott mein Vorhaben segne; es ist einem Befehle Seiner Vorsehung gemäß, dass ich die Reise, die ich tue, unternommen habe. Sorgen Sie vor allem für Ihr Heil und für die Erziehung meiner Geschwister; wachen Sie über ihr Betragen; denken Sie an die ewigen Flammen der Hölle, und an die kleine Zahl der Auserwählten; ich bin sehr froh, die Reise, die ich mache, unternommen zu haben. Ich bitte Sie, meine Empfehlung an meine Großeltern und meine Tanten, an meinen Bruder Jakob, an alle meine Geschwister und an meinen Onkel Choix zu machen ... Ich schließe, indem ich noch einmal um Ihren Segen bitte und um Ihre Verzeihung für alle die Kümmernisse, die ich Ihnen bereitet habe. Geschrieben in der Stadt Chieri, in Piemont, am 31. August 1770."

Dies war der letzte Brief Benedikts an seine Eltern, der letzte Kontakt mit ihnen und seinen Angehörigen.

Benedikt Labres neuer Lebensweg

Es war wirklich die Vorsehung Gottes, die ihn auf die Reise geschickt hatte, nicht, um ein neues Kloster in Italien zu finden, wie Benedikt meinte. Er hat den im Brief angedeuteten Plan auch nie ausgeführt. Gott schickte ihn auf eine Reise, die nicht mehr aufhören sollte bis zu seinem Lebensende. Benedikt pilgerte von nun an von einem Wallfahrtsort zum anderen. Er besuchte die Heiligtümer Italiens, Spaniens, Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz. Sein Leben wurde zu einer unaufhörlichen Pilgerreise, die nichts mit einem "netten Pilgerfährtchen" zu tun hatte. Sein Leben auf diesen Wanderungen war gezeichnet von einer unerhört radikalen Härte gegen sich selbst. Sein Rucksack enthielt nur das Neue Testament, die Nachfolge Christi, ein Brevier und etwas Nahrung, die er irgendwo als Almosen sich erbettelte, wenn er sie nicht auf den Abfallhaufen zusammenlas. Nie wollte er mehr als das Notwendige für einen Tag. Erhielt er Geld, so verteilte er es unter die anderen Bettler. Sein Nachtlager war oft die bloße Erde unter einer schützenden Hecke; manchmal war es auch in einem Stall oder in einer Backstube. Seine Kleider waren erbärmliche Lumpen, voll des Ungeziefers, von dem er sich bewusst nicht trennte. Die Läuse und Flöhe waren für ihn ein lebendiger Bußgürtel, ein Bußgürtel ganz neuer Art, der "furchtbarer als alle Bußwerkzeuge ist". Sehr treffend bemerkt Walter Nigg: "Für den heutigen Menschen hat dieses Ungeziefer noch eine besondere Funktion. Es ist als Abschreckungsmittel notwendig, damit mit dem heiligen Bettler nicht eine unwahre Schwärmerei getrieben werde, wie es die Ästheten mit dem den Schwalben predigenden Franziskus getan haben. Vor Labres Tierchen weichen alle Unberufenen zurück, die allzu täppisch nach dem Pilger greifen wollen."

Sein bester Biograph, Leon Aubineau, urteilt über den Heiligen: "Durch diese unaussprechlichen Lumpen und aus der Mitte des Ungeziefers strahlte eine Majestät hervor, von welcher niemand sich Rechenschaft zu geben wusste, von der es jedoch schwer war, nicht betroffen zu sein."

Man fragt sich deshalb, was den Betrachter so unwiderstehlich zu diesem "reinen und kristallklaren Bettler" (W. Nigg) hinzieht.

Heroisches Büßerleben

Das ist einmal sein heroisches Büßerleben. Labre lebte im Zeitalter der sogenannten Aufklärung, einer Zeit des Unglaubens, des Luxus und des Lasters. Er verkörperte demgegenüber die erlösende Kraft des Opfers und des Kreuzes.

Darüber gab einer der Beichtväter Labres, Pater Temple, ein eindrückliches Zeugnis: "Benedikt Joseph Labre war einer jener verschlossenen Gärten und eine jener Blumen, welche der Gegenstand des Wohlgefallens Gottes sind; eine mit den reichsten Segnungen des Herrn begabte Seele; ein Wunder von Heiligkeit, der Welt unbekannt und nur von Gott gekannt; ein Seraph an Liebe, lebend vom Leben Jesu Christi und bestimmt, in den jetzigen kritischen Zeiten die Wahrheit der göttlichen Verheißungen wieder zu bestätigen; von Gott erweckt, um die Christen von den irdischen Gegenständen loszureißen und sie durch sein Beispiel zur Buße und zur Liebe des höchsten Gutes zu bewegen ..."

Dies betonte auch Papst Pius IX. deutlich in seinem Apostolischen Rundschreiben anlässlich der Seligsprechung Labres. Er schreibt, dass Benedikt von der Vorsehung Gottes nicht für das Kloster, sondern für die Öffentlichkeit bestimmt war, damit er "inmitten vieler Menschen sein Leben zubringe, nämlich dass er, der Keusche, der Demütige, der an allen Dingen Arme, durch sein Beispiel jenes weichliche und durch viele eitle Anstrengungen beunruhigte Leben beschäme, dem sich die meisten Menschen hingeben, indem sie weder an die Schätze der Seele noch an das ewige Leben denken, sondern einzig dahin streben, in sinnlichen Vergnügungen zu schwelgen und andere Menschen entweder an Macht oder an Reichtum zu übertreffen; denn alles, was in der Welt ist, sagt der Apostel, ist Fleischeslust, Augenlust und Hoffart des Lebens".

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


26. August
Zum morgigen Sonntag

Meine Predigt zum 12. Sonntag nach Pfingsten.


26. August
Anna Eugenia Milleret de Brou

Vor 200 Jahren, am 26. August 1817, wurde in Metz die hl. Anna Eugenia Milleret de Brou geboren. Sie gründete 1839 die Kongregation der Schwestern von der Himmelfahrt (Assumptionistinnen), die sich der Erziehung junger Mädchen widmen. Am 10. März 1898 starb sie in Auteuil. Sie wurde 1975 selig- und 2007 heiliggesprochen.


25. August
Die unentdeckten Seiten von kath-info (3, 4)

An dritter Stelle der im Jahr 2016 am seltensten gelesenen Seiten stehen zwei Seiten, und zwar jene über die hll. Giuseppe Maria Pignatelli und Josef Benedikt Cottolengo und jene über den Deutschlandbesuch von Papst Benedikts XVI. im Jahr 2011.


25. August
Rosa von Lima

Vor 400 Jahren, am 24. August 1617, starb in Lima im Alter von 31 Jahren die hl. Rosa von Lima, Patronin Perus und des katholischen Amerika.

Der hl. Franziskus Solanus, Apostel von Peru


25. August
In eigener Sache

Wegen meines Umzugs nach Hannover gab es eine kurze Unterbrechung auf kath-info.


21. August
Podcast

Die Folge 6 meines Podcasts ist erschienen.


20. August
Der Analphabetismus der Gefühle und die Kultur der Liebe

Von Livio Melina

Sechste Folge

Durch unsere Vernunft und ihre Fähigkeit, die diesbezüglichen Erfahrungen im Licht des „Herzens“ zu deuten, können wir also verstehen, was die Sexualität und was die Familie ist. In Bezug auf den Sexualtrieb offenbart uns die Vernunft, die unsere Erfahrungen interpretiert, dass die geschlechtliche Differenz, die in den männlichen und in den weiblichen Leib eingeschrieben ist, der unüberwindliche Faktor ist, der die Begegnung und die Selbsthingabe ermöglicht (Vgl. A. Scola, Uomo-donna. Il “caso serio” dell’amore, Marietti 1820, Genua-Mailand 2002, 15-28). Sie richtet uns auf die Selbsthingabe aus, die eine ihr eigene innere Logik besitzt. Sie verlangt Ganzheit und Endgültigkeit und muss in ihrer Fruchtbarkeit geachtet werden. Dietrich von Hildebrand schreibt: “Die sinnliche Sphäre ist ihrem Sinn nach ein besonderes Ausdrucks- und Erfüllungsfeld der ehelichen Liebe. Sie allein ist daher imstande, diese Sphäre organisch mit der des Herzens und des Geistes zu verbinden. Einzig die eheliche Liebe besitzt gleichsam den Schlüssel, den erlebnismäßigen Sinn dieser Sphäre zu aktualisieren und ihr wahres positives Gesicht der Person sichtbar zu machen” (D. von Hildebrand, Reinheit und Jungfräulichkeit, Eos, St. Ottilien 1981, 98-99). Die vernunftgemäße Form der Umsetzung der Sexualität, die der Realität des Sexualtriebs in all seinen Dimensionen entspricht, ist daher die Ehe, verstanden als rechtmäßiger Bund zwischen einem Mann und einer Frau.

Darüber hinaus steht die Fähigkeit zur Zeugung neuer Personen, die der Geschlechtlichkeit zwischen Mann und Frau von Natur aus innewohnt, nicht außerhalb dieses Sinnzusammenhangs. Im Gegenteil: Sie bestätigt und untermauert ihn sogar. Einerseits zeigt sich die menschliche Geschlechtlichkeit nur dann in ihrer ganzen Wahrheit, wenn sie offen bleibt gegenüber der Dimension, die die ursprüngliche Beziehung zwischen den beiden Ehepartnern übersteigt, wie Maurice Blondel in Bezug auf die seltsame Mathematik der Liebe sagte: “Zwei Wesen sind nur mehr eines, und sind sie eins geworden, werden sie drei”. Die Geschlechtlichkeit entspricht den Anforderungen der wahren Liebe nur dann, wenn sie die Öffnung zur Weitergabe des Lebens nicht vorsätzlich ausschließt. Wenn sie sich als Luststreben in sich selbst zurückzieht, wird sie auch als menschliche Erfahrung unfruchtbar.

Andererseits ist das Kind – die Frucht der Hingabe – keine Sache, sondern eine Person. Es wird nur dann rechtmäßig gewollt, ins Leben gerufen und angenommen, wenn es nicht als “Produkt” behandelt wird und das gewisse Ansprüche erfüllen muss, sondern wenn es als einzigartige und unwiederholbare Person erkannt wird, die in sich selbst wertvoll ist und Achtung verdient, weil sie “jemand” und nicht “etwas” ist. So wird verständlich, warum nur der eheliche Akt der angemessene Ort ist, um einer Person das Leben zu schenken. Ebenso ist nur die rechtmäßig gegründete Familie eines Mannes und einer Frau das Umfeld, in dem die Person auf angemessene Weise erzogen werden kann.

Universalität der Erfahrung der Liebe

So haben wir kurz die Wahrheiten dargelegt, die von Natur aus in die Herzen der Männer und Frauen eingeschrieben sind und die die Vernunft begreifen kann. All dies ist nicht nur Ausdruck einer katholischen Sicht der Moral, die nur für die Gläubigen Gültigkeit besitzt, sondern sie kann auch von denen vertreten werden, die nicht glauben oder die einen anderen Glauben haben. Wir stehen hier der Universalität der Erfahrung der Liebe gegenüber, die einen Weg öffnet zum Dialog und zur Begegnung zwischen den Menschen, der den Weg der rein rationalen Universalität Kants übersteigt (Vgl. J.-J. Pérez-Soba, “Una nuova apologetica: la testimonianza dell’amore”, in Anthropotes XXII/I (2006). Die Erfahrung der Liebe, besonders in ihrer Urform der Liebe zwischen Mann und Frau, zeigt sich als universaler Weg zum Verständnis des Menschlichen. Keinem Menschen ist die Erfahrung der Liebe fremd, ganz gleich welcher Kultur, Rasse oder Religion er angehört, woher er kommt oder wie alt er ist: Sie geht alle an und ist gewissermaßen jedem Menschen und jeder Epoche zu eigen.

Um diese Universalität wirklich zu erfassen, muss die Deutung überwunden werden, die der Emotivismus und der Romantizismus von der Liebe geben, die diese nur dem subjektiven Empfinden zuordnen. Die universale Dimension der Liebe, deren höchste Form die vom Evangelium gebotene Feindesliebe ist, liegt nicht in einem psychologischen Prinzip begründet, sondern im Verweis auf eine ursprüngliche Liebe, die uns vorausgeht, die Liebe des Vaters: “Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte« (Mt 5,44f; siehe dazu: W. Pannenberg, Grundlagen der Ethik. Philosophisch-theologische Perspektiven, Vandenhoek&Ruprecht, Göttingen 1996, 80-88). Es gibt einen universalen Wunsch, glücklich zu sein, der alle Menschen verbindet, weil alle den Wunsch haben zu lieben, auch wenn nicht alle mit universaler Öffnung zu lieben wissen. Gleichermaßen gibt es eine auf dem Guten gründende Kommunikation der Liebe, die eine Universalität besitzt, die der des Glücklichseins ähnlich ist. Sie liegt in der universalen Kommunikation des Guten begründet, an der wir alle durch die Schöpfung teilhaben (vgl. L.B. Gillon, “Può la carità essere un’amicizia universale per tutti gli uomini?”, in Sacra Doctrina 23, 1978, 81-94).

Wird fortgesetzt.

Zum bereits Erschienenen


19. August
Reinhard Lauth

Vor zehn Jahren, am 23. August 2007, starb der in München lehrende Philosoph Reinhard Lauth. Kirchenpolitisch war er Traditionalist, philosophisch Anhänger und international anerkannter Experte und Herausgeber der Werke Fichtes. Seine Vorlesungen über Transzendentalphilosophie hinterließen bei seinen Hörern einen tiefen Eindruck. Zu seinen Studenten gehörten die späteren Patres Franz Schmidberger, Klaus Wodsack, Michael Wildfeuer und Franz Prosinger.


19. August
Prinz Eugen

Vor 300 Jahren, am 22. August 1717, eroberte Prinz Eugen Belgrad, die stärkste Festung der Türken auf dem Balkan.


19. August
Leonhard Dörfler

Vor 150 Jahren, am 21. August 1867, wurde in Egmating bei München der Missionar Leonhard Dörfler MSC geboren. 1891 trat er bei den Herz-Jesu-Missionaren von Issoudun ein und wurde bereits im Jahr darauf nach Neuguinea gesandt. Hier wirkte er bis zu seinem Tod am 9. März 1944. Er starb an den Verwundungen durch einen alliierten Luftangriff am 1. Februar 1944.


19. August
Franz von Sales

Vor 450 Jahren, am 21. August 1567, wurde der hl. Franz von Sales geboren. Er starb am 28. Dezember 1622. Am 28. Dezember 1922 wurde er von Papst Pius XI. zum Patron der katholischen Schriftsteller und Journalisten ernannt. Auf seinen Geburtstag, den 21. August, wurde der Festtag der mit ihm in geistlicher Freundschaft verbundenen hl. Johanna Franziska Frémyot von Chantal gelegt.


18. August
Unsere Liebe Frau von Walsingham

Von Carolin Holterhoff

Vierter Teil

Edith flüchtete schließlich mit ihrer zweitjüngsten Tochter Gytha zwischen 1066 und 1070 nach Dänemark zur Familie ihres Vaters. Am Rande sei nur bemerkt, dass Gytha Waldemarus Monomakh, den Gründer des modernen Russland, geheiratet hat, mit dem sie fünf Söhne hatte, die alle im ukrainisch-russischen Gebiet herrschten. Laut Ahnenforschern haben die Nachkommen Gythas und Waldemarus dynastische Verbindungen in Europa geschaffen, die dazu führten, dass Elizabeth II von England eine Verwandtschaft mit Edith Swanneshals und Harold, dem letzten angelsächsischen Königspaar – als Nichte zweiunddreißigsten Grades – vorweisen kann. Auch ihr Prinzgemahl Phillip kann eine solche Verbindung seinerseits zurückverfolgen (Flint, Edith the Fair, S. 126 f.).

Interessanterweise wurde bei all den Bestrebungen, Williams Anspruch auf den Thron zu untermauern und seine Herrschaft zu festigen, der Wallfahrtsort Walsingham nicht besonders behelligt. Etliche heilige Orte der Angelsachsen wurden von den Normannen aus machtpolitischen Gründen unterdrückt. Das Land, auf dem der Marienschrein steht, wurde zwar zum Kronland Williams, aber er unterdrückte die Verehrung der Gottesmutter im englischen Nazareth nicht; er hob zwar hervor, dass er in der Zeit Edwards des Bekenners entstanden ist, verschwieg aber wohlweislich Edith und auch Harold.

Vielleicht wurde Edith in der Entstehungsgeschichte von Walsingham bewusst von den Verfassern nur mit ihrem Beinamen Rycheldis genannt, um sie und auch den Wallfahrtsort vor William zu schützen. Immerhin hielt die lokale Bevölkerung ihn am Leben und verbreitete seine Geschichte mit Erzählungen und der Ballade über die regionalen Grenzen hinaus.

Walsingham war der erste Wallfahrtsort, der der Verkündigung Mariens geweiht ist; sie wird dort als Our Lady of the Annunciation verehrt. Der Tradition nach wurde England das erste Mal zur Zeit Edwards des Bekenners der Jungfrau Maria geweiht. Seither trägt England den Titel Mary´s Dowry (Marias Mitgift). Das Wort dowry kommt vom lateinischen dos, was Geschenk, Gabe bedeutet. Da Maria die Visionärin von Walsingham damit beauftragt hatte, einen Nachbau des kleinen Hauses von Nazareth in England zu errichten, wurde hier ihre Stellung als Braut Gottes untermauert. Traditionell stand ihr eine Mitgift zu. Diese war England und sie kann darüber frei verfügen.

Als am Ende des 11. Jahrhunderts der Erste Kreuzzug stattfand, war es für die Pilger schwieriger, ins Heilige Land zu reisen. Viele wandten sich deshalb dem englischen Nazareth zu, wo es sicherer war.

1153 AD übernahmen Mitglieder des Augustinerordens die Verwaltung des Wallfahrtsortes und die Sorge für die Pilger, während die rechtliche Verantwortung an den in Norwich ansässigen Bischof überging. Die Augustiner waren dabei verpflichtet worden, ein Chorherrenstift zu bauen, welches die Kapelle mit dem kleinen Haus von Nazareth und der Marienstatue integrierte. Mit dieser Veränderung fand ein erstes Aufblühen des Wallfahrtsortes statt.

William der Eroberer übernahm im Gegensatz zu Edward dem Bekenner und Harold II keine königliche Schirmherrschaft für den Wallfahrtsort Walsingham mit seinem Marienschrein. Das tat auch kein anderer seiner normannisch-angevinischen Nachfolger auf dem englischen Thron. Vielmehr gerieten sie alle mehr oder minder stark mit der Kirche in Streit. William II Rufus (1087–1100) zum Beispiel ließ Bischofssitze gern unbesetzt, um die Einkünfte, die mit dem Amt verbunden waren, selbst einnehmen zu können. Der Streit, welche Rechte den Herrschern und welche den Bischöfen vorbehalten waren, prägten auch die folgende Zeit in England.

Henry II (1154–1189) ist bekannt für seinen Streit mit Thomas Becket, der schließlich ermordet wurde. Als Buße für seine zumindest moralische Mitschuld an dessen Tod wurde Henry dazu verurteilt, als Büßer nach Walsingham zu pilgern. Insgesamt scheint er neunmal dort gewesen zu sein; wie es heißt, hat er auch dreitausend Kerzen anzünden lassen.

Mit Henry III (1216-1272) wurde der Marienschrein von Walsingham wirklich zu einem wichtigen Teil Englands und der Christenheit. Da sein Vater John Lackland (1199–1216) fast den gesamten Besitz in Frankreich verloren hatte, wollte Henry die englische Identität wieder aufleben lassen, die auf die Zeit vor Edward den Bekenner zurückgriff. Er besuchte den Schrein 1226 das erste Mal und machte ihn damit zu einem wichtigen Pilgerort, vor allem, da er nach fast zweihundert Jahren als erster König wieder die Schirmherrschaft über den Wallfahrtsort übernahm und ihn zum Royal Shrine of England machte. Alle nachfolgenden Könige waren Schirmherren und es war ihre Plicht, allen Pilgern freies Geleit nach Walsingham und zurück zu gewähren, auch dann, wenn es europäische Herrscher waren, mit denen sie im Streit lagen.

Henry VII (1485–1509) besuchte Maria in Walsingham 1487 gemeinsam mit seiner Mutter, Lady Margaret Beaufort (ihr Beichtvater war St. John Fisher). Er ließ in der Kirche die Fahne aufstellen, die er in der entscheidenden Schlacht bei Stoke Field um den Thron 1485 mitgeführt hatte; diese Schlacht hatte das Ende der Rosenkriege besiegelt und die Herrschaft der Tudors eingeleitet.

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


17. August
Zölibat

Der priesterliche Zölibat lebe wesentlich davon, dass er die gemeinsame Lebensform einer Gruppe sei, erläuterte Haunerland. Wenn der Einzelne seine Ehelosigkeit immer wieder rechtfertigen müsse, würde der Freiheit zur Eheschließung sehr bald die Erwartung folgen, dass ein Priester, der kein Sonderling sein wolle, verheiratet zu sein habe.

Der Liturgiewissenschaftler Winfried Haunerland auf katholisch.de

Weitere Argumente zur Zölibatsfrage


16. August
Podcast

Mein Podcast ist inzwischen auch auf der Podcast-Suchmaschine fyyd gelistet.


16. August
Edmund Bishop

Vor 150 Jahren, am 16. August 1867, konvertierte der bedeutende anglikanische Liturgiewissenschaftler Edmund Bishop (1846-1917) zur katholischen Kirche. Er war Privatsekretär Thomas Carlyles, arbeitete von 1864 bis 1885 im englischen Unterrichtsministerium und war ein “Anreger und Mitarbeiter benediktinischer liturgiehistorischer Forschung” (LThK, 2. Auflage).


15. August
Das Zitat

Das Gebet ist die Nahrung der Liebe, die Stärkung des Glaubens, die Festigung der Hoffnung und Freude für das Herz. Es hilft, die Wahrheit zu entdecken, Versuchungen zu überwinden, den Schmerz in den Griff zu bekommen, die Vorsätze zu erneuern und die Mittelmäßigkeit zu überwinden. Das Gebet verzehrt den Rost der Sünde und entflammt das Feuer der Liebe. Das Gebet vermag den Himmel zu öffnen.

Hl. Petrus von Alcantara


15. August
Dominikaner

Vor 800 Jahren, am 15. August 1217, versammelte der hl. Dominikus im Kloster Prouille seine Ordensbrüder, um viele von ihnen als Prediger in die Welt zu schicken, genauer: nach Paris, Rom, Bologna und Spanien. Erst am 21. Januar desselben Jahres hatte Papst Honorius III. (1216-1227) den Predigerorden bestätigt.


4. August
Benedikt und die Krise der Wölfe

Die fünfte Episode meines Podcasts ist erschienen. Dieses Mal fühle ich unter dem Titel Benedikt XVI. und die Krise der Wölfe der modernistischen Kritik an Papst und Lehramt auf den Zahn.


4. August
Pro Comperto Sane

Vor 50 Jahren, am 6. August 1967, begrenzte Papst Paul VI. mit dem Motu Proprio Pro Comperto Sane die Beauftragung der Mitarbeiter der römischen Kongregationen auf fünf Jahre. Kardinal Müller bekam diese Bestimmung in diesem Jahr zu spüren.


4. August
Petrus Chrysolanus

Vor 900 Jahren, am 6. August 1117, starb in Rom Petrus Chrysolanus (Grossolano). Er wurde 1097 Bischof von Savona, 1102 Erzbischof von Mailand. 1103 und endgültig 1112 wurde er von den Reformern verjagt. Das griechische Kloster St. Sabas wurde sein Zufluchtsort.


3. August
Generalkapitel der OMI

Vor 150 Jahren, vom 5. bis 18. August 1867, fand das Generalkapitel der OMI statt, das wichtige Weichenstellungen für die Nordmission beschloss, wie aus der Biographie Grandins hervorgeht.


3. August
Jean-Marie Kardinal Lustiger

Vor zehn Jahren, am 5. August 2007, starb in Paris im Alter von 80 Jahren Jean-Marie Kardinal Lustiger, Erzbischof von Paris. Er war ein Kind polnischer Juden und konvertierte 1940 zum katholischen Glauben. 1979 wurde er Bischof von Orléans, 1981 Erzbischof von Paris.

In seinem Buch Gotteswahl ging Lustiger auf die Wurzeln des Antisemitismus ein und machte nicht etwa das Christentum, sondern die Aufklärung für den Antisemitismus eines Hitlers verantwortlich: “Ich glaube, dass der Antisemitismus Hitlers aus dem Antisemitismus der Aufklärung hervorgegangen ist. Ich weiß nicht, ob die Historiker in ihren Untersuchungen schon bis zu diesem Punkt vorgedrungen sind” (S. 86). Als Beispiel nennt er Voltaire, der ein ausgemachter Antisemit gewesen sei. Dieser Antisemitismus bedeute ... weiterlesen


2. August
Stitcher

Auch die saarländische Bloggerin der Gnadenvergiftung hat inzwischen auf meinen Podcast hingewiesen. Außerdem ist er auf Stitcher (“der leichteste Weg sein, um das Beste aus über 65.000 Sendungen und Podcasts zu entdecken”) gelistet.


2. August
Die unentdeckten Seiten von kath-info (2)

An zweiter Stelle der im Jahr 2016 am seltensten gelesenen Seiten steht die Seite mit den Biographien über Alain de Solminihac, Francisco Gárate und Jean Rigoleuc.


1. August
Podcast: Vierte Episode erschienen

Gestern ist für alle, die ein wenig in die Philosophie hineinschnuppern wollen, die vierte Episode meines Podcasts erschienen. Sie widmet sich einem Thema der Anthropologie, nämlich der Handlungstheorie, und erklärt, wie sich im Verständnis der menschlichen Handlung das ganze Menschenbild widerspiegelt.


1. August
Ernst von Moy de Sons

Vor 150 Jahren, am 1. August 1867, starb in Mühlau bei Innsbruck der am 10. August 1799 in München geborene Kanonist Ernst von Moy de Sons. Er war Professor in Würzburg, München und Innsbruck, in Innsbruck war er zudem seit 1858 Rektor der Universität. Sein Hauptwerk ist das Lehrbuch des bayerischen Staatsrechts. 1854 gründete er in Innsbruck die kirchenrechtliche Fachzeitschrift Archiv für katholisches Kirchenrecht mit besonderer Rücksicht auf Österreich, die noch heute existiert. Er sorgte 1859 für die Berufung von Nikolaus Nilles auf den Innsbrucker Lehrstuhl für Kirchenrecht.


31. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info

Welche Seiten rangieren im Jahresranking 2016 an unterster Stelle, sind also am wenigsten aufgerufen worden? Diese unentdeckten Perlen möchte ich hier nach und nach vorstellen. Es werden dabei nur jene Seiten berücksichtigt, die schon zu Beginn des Jahres 2016 existierten. Von diesen genau 600 Seiten wurde am seltensten der Bericht über die Ermordung unseres Priesters Kenneth Walker FSSP aufgerufen, und zwar die deutschsprachige Seite. Die englischsprachige wurde häufiger aufgerufen. Diese kam auf Platz 75 der am seltensten aufgerufenen Seiten zu stehen.


31. Juli
Elisabeth Eppinger

Vor 150 Jahren, am 31. Juli 1867, starb im elsässischen Oberbronn im Alter von 52 Jahren die Mystikerin Elisabeth Eppinger. Sie gründete 1849 die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern), die sich ganz der Pflege der Armen, Alten und Kranken widmen. Ihr Seligsprechungsprozess ist bereits bis zur Feststellung ihres heroischen Tugendgrades im Jahre 2011 fortgeschritten.


31. Juli
Johannes Colombini

Vor 650 Jahren, am 31. Juli 1367, starb in Italien im Alter von 63 Jahren der aus Siena stammende selige Johannes Colombini. Durch die Lektüre des Lebens der hl. Maria von Ägypten bekehrt, führte er ein Leben der Buße und Nächstenliebe und gründete den Laienorden der Jesuaten, der bis 1668 existierte.


29. Juli
Es geht weiter

Auch The Cathwalk hat jetzt auf meinen Podcast hingewiesen.
Über 2300 mal wurden in dieser Woche die Episoden des Podcasts heruntergeladen oder gestreamt. Die Hörer kamen aus 35 verschiedenen Ländern, selbst aus Japan, Mexiko und Ecuador.


29. Juli
Ein Liturgiefuchs in Hannover

Seit neun Jahren feiert die Priesterbruderschaft St. Petrus die Sonntagsmesse in Hannover. Dabei hat sie das Glück, dass ihr die bedeutendste Kirche Hannovers zur Verfügung steht, die Basilika St. Clemens. Das Hochamt der Petrusbruderschaft ist einer von fünf Gottesdiensten, die dort jeden Sonntag stattfinden.

Nun hat, wie ich heute entdeckt habe, ein mir unbekannter “Liturgiefuchs” (so die Selbstbezeichnung) am Sonntag, den 16. Juli 2017, alle fünf Gottesdienste besucht und am 27. Juli in seinem Blog unter dem Titel Experiment in St. Clemens — Ein Tag im Leben einer Kirche darüber berichtet (mit Fotos). Der Liturgiefuchs, der selber nicht katholisch ist, kam nicht als Parteigänger einer bestimmten Art der Liturgie, sondern mit einer offenen, wohlwollenden Haltung allen Formen gegenüber.

In seinem Bericht über unser Hochamt fällt ihm unter anderem die Beichte auf (“Fünf Minuten vor Beginn der Messe verließ der Priester in aller Stille den Beichtstuhl und ging in die Sakristei. Er hatte der Gemeinde Gottes bis zum letzten Moment vor Messbeginn als Beichtvater gedient”) und die aktive Teilnahme der Gemeinde: Mit “bemerkenswerter tonaler Sicherheit respondierte die Gemeinde [nämlich auf das Ordinarium der 11. Messe, das von einer “Schola aus glockenklaren Frauenstimmen” gesungen wurde]. Sodass ich hier – an vielleicht unvermuteter Stelle – erlebte, wie alle im Kirchraum an der heiligen Handlung beteiligt waren und alle genau das verwirklichten, was das Neue Testament das priesterliche Volk nennt.”

Diese Bemerkung ist deshalb von besonderem Interesse, weil dem Vorurteil widerspricht, die überlieferte Liturgie werde dem Wunsch des Zweiten Vatikanischen Konzils nach der tätigen Teilnahme der Gläubigen nicht gerecht. So hatte noch kürzlich der Fribourger Liturgiewissenschaftler Martin Klöckener argumentiert in seiner rabiaten Kritik des Wunsches Benedikts XVI. nach innerer Versöhnung und friedlichen Koexistenz des alten und neuen Messritus, die katholisch.de freundlicherweise am 7. Juli 2017, zum zehnten Jahrestags des Motu proprio Summorum Pontificum, veröffentlichte.

Über die Predigt heißt es: “Die Predigt war tatsächlich der einzige Ort, an dem die individuelle Strahlkraft der Person des Priesters aufschien. Im gesamten Rest der Feier trat seine Person wohltuend hinter dem Dienstamt zurück. Er legte in der Ansprache an die Gemeinde den Finger auf eine kaum beachtete Stelle: auf das ‘Wunder zwischen den Zeilen’, wie er es fein beobachtet hatte. Dass die Menschen damals Christus nämlich drei Tage lang zugehört haben. Drei lange Tage ohne zu murren und zu meutern. ‘Ihr würdet doch nach drei Stunden schon meutern!’, sagte er augenzwinkernd und die Gemeinde grinste hörbar. An der Universität hörte ich oft das Vorurteil, dass ein Priester entweder predigen kann oder ein guter Liturg ist. Der Pater strafte das Vorurteil Lügen. Auch er sprach ohne Manuskript, frei und aus dem offenen Herzen.”

Außerdem fällt unserem wohlwollenden Beobachter die getragene Ruhe, die stille Anbetung, die kniende Mundkommunion und das junge Durchschnittsalter der Gemeinde auf. Dieser Ritus, der in aller Stille der Heiligkeit des Herrn gerecht werden wolle, spreche also auch heute noch vor allem junge Menschen an. “Es war die zweite Messe an diesem Tag, die mir Kraft gegeben hat.”

Die Predigt können Sie übrigens auf soundcloud nachhören (um genau zu sein: Es handelt sich um “dieselbe” Predigt, die ich an eben jenem Sonntag auch in Recklinghausen gehalten hatte).


28. Juli
iTunes

Meinen Podcast gibts auch auf iTunes.


28. Juli
Die Abstürze des Jahres 2016: Teil 3

Die Aufsteiger des Jahres 2016 unter den kath-info-Artikeln habe ich schon bekanntgegeben. Es gibt natürlich auch das Umgekehrte. Welche Artikel haben die meisten Leser verloren? Das sagt natürlich nichts über die Qualität des Artikels aus, denn dieses Ranking ist kein Wertungsranking. Da die meisten Leser über Suchmaschinen auf kath-info kommen, sagt es lediglich etwas darüber aus, nach welchen Themen und Namen weniger gesucht wird und damit auch darüber, welche Regionen von kath-info mehr oder weniger unentdecktes Land sind. Ich gebe die Top 30 (von genau 600 Seiten) unter den Absteigern in drei Schritten bekannt. In der rechten Spalte wird die Anzahl der Plätze angegeben, um die die Seite im Vergleich zum Vorjahr gefallen ist.

Platz Die Absteiger des Jahres 2016
Die Top 30: 3. Teil:
Die Plätze 21-30
gefallene Plätze
21

Lesch: Dunkle Wolken über Rom

101
22

Ratzinger: Die Konturen des Glaubens verschwinden

100
23

Scheeben: Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

100
24

Prosinger: Die zentrale Bedeutung der Liturgie in Lumen fidei

100
25

Nachruf auf Eduard Kamenicky / Ruinen im Licht

98
26

Uwe Postl: 5th of Novembre from Vatican Station

97
27

Sven Conrad: Der Tod der Schafe durch die Hirten. Zum Cloyne–Report

96
28

Michael Wildfeuer: Felix culpa

94
29

Recktenwald: Die Missbrauchssünden und der Mainstream der deutschen Moraltheologie

94
30

Benno von Meißen / Tschiderer / Benilde Romançon

94

Zu den Plätzen 1 bis 20


27. Juli
Der Podcast wird bekannt

Kath.news hat als erstes über meinen neuen Podcast berichtet. Zwei Tage später, nämlich gestern, folgte Josef Bordat. Sollte ich ein Blog übersehen haben, bitte ich um Hinweise.


27. Juli
Mirjam Baouardy von Abellin

Vor 150 Jahren, am 27. Juli 1867, wurde die hl. Mirjam Baouardy von Abellin (1846-1878) im Karmel von Pau eingekleidet und erhielt den Namen Maria von Jesus dem Gekreuzigten. Sie stammte aus Galiläa und war eine mit vielen Charismen begnadete Mystikerin. 1983 wurde sie selig-, 2015 heiliggesprochen. Von ihr stammt das bekannte Morgengebet:

“Herr Jesus Christus, im Schweigen dieses anbrechenden Morgens komme ich zu Dir und bitte Dich mit Demut und Vertrauen um Deinen Frieden, Deine Weisheit, Deine Kraft. Gib, dass ich heute die Welt betrachte mit Augen, die voller Liebe sind. Lass mich begreifen, dass alle Herrlichkeit der Kirche aus Deinem Kreuz als deren Quelle entspringt. Lass mich meinen Nächsten als den Menschen empfangen, den Du durch mich lieben willst. Schenke mir die Bereitschaft, ihm mit Hingabe zu dienen und alles Gute, das Du in ihn hineingelegt hast, zu entfalten. Meine Worte sollen Sanftmut ausstrahlen, und mein ganzes Verhalten soll Frieden stiften. Nur jene Gedanken, die Segen verbreiten, sollen in meinem Geiste haften bleiben. Verschließe meine Ohren vor jedem übelwollenden Wort und jeder böswilligen Kritik. Möge meine Zunge nur dazu dienen, das Gute hervorzuheben. Vor allem bewirke, oh Herr, dass ich so voller Frohmut und Wohlwollen bin, dass alle, die mir begegnen, sowohl Deine Gegenwart als auch Deine Liebe spüren. Bekleide mich mit dem Glanz Deiner Güte und Deiner Schönheit, damit ich Dich im Verlaufe dieses Tages offenbare. Amen.”


26. Juli
Podcast

Mit großer Freude kann ich mitteilen, dass ich einen Podcast eingerichtet habe. Ein Podcast ist eine Folge von Hörbeiträgen, die man abonnieren kann. Ich habe vor, neue und alte Beiträge anzubieten. Mit alten Beiträgen meine ich Artikel, die schon auf kath-info erschienen sind. Damit hoffe ich auf eine größere Reichweite. Bis jetzt sind drei Episoden (so nennt man die einzelnen Beiträge eines Podcasts) erschienen.
Meine Predigten erscheinen weiterhin auf soundcloud.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie dieses Apostolat unterstützen, indem Sie den Podcast abonnieren und bekannt machen. Danke!


25. Juli
Erhellende Arbeit

Heute ist in der Tagespost ein Artikel erschienen, der im Rahmen eines Kommentars zu meinem Artikel vom 1. Juli das wertvollste Kompliment zu meiner Anselm-Arbeit enthält, das ich mir denken kann:
"P. Engelbert Recktenwald verdanken wir eine, nein: die erhellende Arbeit zum berühmten Argument Anselms von Canterbury, der von dem Gedanken ausging, Gott sei der, über den hinaus nichts Größeres = Besseres gedacht werden könne: Die ethische Struktur des Denkens von Anselm von Canterbury (Heidelberg 1998)."
Und dieses Kompliment stammt von keinem Geringeren als Jörg Splett.

Jörg Splett gehört zu den wenigen Philosophen, die imstande sind, das Phänomen des Guten und des Sollens zu erfassen und ihm in seiner Philosophie gerecht zu werden. Die meisten Denker philosophieren das moralisch Gute hinweg, entweder, indem sie es im Rahmen des naturalistischen Fehlschlusses mit dem, was im besten Fall bloß Träger des Guten ist, identifizieren, oder indem sie seine Existenz leugnen. Zur ersten Theoriegruppe gehören z.B. Eudämonismus (das Gute ist das Glück) und Utilitarismus (das Gute ist das Nützliche), zur zweiten Gruppe alle Spielarten des Nonkognitivismus wie Präskriptivismus (z.B. Hare: Werturteile sind eine Art von Imperativen), Emotivismus (z.B. Stevenson: Werturteile drücken billigende oder missbilligende Gefühle aus) und die Irrtumstheorie Mackies. Dagegen stellt Splett fest: Die sittliche Erfahrung ist “einer externen Begründung weder fähig noch bedürftig. Die Herrlichkeit des ergreifenden Guten erweist sich (durch sich) selbst.” Die Reflexion auf diese Erfahrung und auf das Unbedingte, das sich in ihr offenbart, findet - mit den Worten Schellings - im Gewissen den “einzigen offenen Punkt, durch den der Himmel hereinscheint” (Jörg Splett, "Wenn es Gott nicht gibt, ist alles erlaubt"? Zur theo-logischen Dimension des sittlichen Bewußtseins; in: Walter Kerber (Hg.), Das Absolute in der Ethik, München 1991, S. 131-156).

Dass diese sittliche Erfahrung auch der Ausgangspunkt des Anselmschen Gottesbeweises ist, habe ich in der von Splett erwähnten Anselm-Arbeit zu zeigen versucht, von der ein Ausschnitt auch auf kath-info veröffentlicht ist.

Der Artikel in der Tagespost, auf den sich Splett bezieht, ist als Hörbeitrag auf youtube erschienen.


25. Juli
Zerstörende Theologie

Prof. Dr. Georg May findet schonungslose Worte, um die Situation der Kirche zu beschreiben: Sie befinde sich in einem Prozess der Selbstzerstörung, der zu einem guten Teil von der Theologie ausgehe. Diese provozierende Diagnose belegt er ausführlich auf über 1000 Seiten in seinem neuesten Buch 300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie, das Martin Lohmann in diesem Gespräch mit Georg May vorstellt. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hatte May zu diesem Buch ermutigt: “Besonders beunruhigt mich die Lage an den theologischen Fakultäten Deutschlands, die großenteils nicht in den Glauben hineinführen und noch weniger Hilfe auf dem Weg zum Priestertum sein können ... Deswegen ist ein Buch, in dem Du die ungläubige evangelische und katholische Theologie bloßstellst, höchst angebracht und notwendig.”
Ganz richtig stellt Georg May fest, dass der Auflösungsprozess der Theologie in der Exegese begann. Auf kath-info wurde dieser Prozess in dem Artikel von Erwin Hesse geschildert.

Ein besonders krasses Beispiel ungläubiger Theologie: Gotthold Hasenhüttl


23. Juli
Das Zitat

Die vollkommene Hingabe an den göttlichen Willen zur Zeit der Trübsal hilft uns, für die Ewigkeit große Schätze zu sammeln.

Hl. Vinzenz Pallotti


22. Juli
Die neue Inquisition

Das Gender-Imperium schlägt zurück. Ron Kubsch berichtet in seinem Blog über das von der Heinrich-Böll-Stiftung geförderte Online-Lexikon Agentin und führt dabei u.a. aus:

“Aufgebaut ist das wie eine ‘Täterdatei’. Hat jemand gegen Gender-Mainstream Stellung bezogen, etwa in einem Vortrag oder einem Buch, wird das im ‘Lexikon’ entsprechend vermerkt. Zu finden sind beispielsweise Einträge zu Rolf Hille, Stephan Holthaus, Daniel von Wachter oder auch das Netzwerk für ‘Bibel und Bekenntnis’. Sogar Harald Marteinstein, ein langjähriger Wähler der Grünen, wurde als NPD-nah eingestuft, weil er sich in der ZEIT kritisch zum Gender-Mainstream geäußert hatte. Eine Stellungnahme gegen Abtreibung oder die Frühsexualisierung in den Schulen wird so als ‘gezielter Tabubruch’ hingestellt. Bedeutungsumkehr. Wir merken: Es geht nicht um den Austausch von Argumenten, sondern um eine neue Form der Inquisition.”

Weitere Infos über Gender Mainstreaming


20. Juli
Das Geheimnis des CD-Erfolgs

Auf die CD Requiem habe ich bereits aufmerksam gemacht. Nun hat die Tagespost sie heute ausführlich vorgestellt, und zwar unter dem bezeichnenden Titel: Choralgesang mit einem inneren Leuchten. Untertitel: Im Musikhimmel: Die “Requiem”-CD der Priesterbruderschaft St. Petrus stürmt die amerikanischen Charts. Barbara Stühlmeyer weiß zu berichten, dass der Produzent Christopher Alder bereits mit elf Grammys ausgezeichnet worden war. Er wurde von dem Gesang der Seminaristen unseres Seminars in Denton so überzeugt, dass er sich auf das Abenteuer einließ: Dieser Gesang öffne die Türen der Herzen. “‘Das, was wir hier tun’, sagt einer der Sänger, Frater Gerard Saguto aus Irland, der in den Seminaren von Rom und Wigratzbad lebte, bevor er nach Denton ging, ‘ist keine Performance. Es ist, was wir leben, es ist unser Leben.’ (...) Das Hören dieser ausgezeichneten CD ist uneingeschränkt empfehlenswert”, meint Frau Stühlmeyer.


20. Juli
Pedro Vidal

Vor 150 Jahren, am 20. Juli 1867, wurde in Igualada, Diözese Barcelona, der Kanonist Pedro Vidal SJ geboren. Von 1906 bis 1938 war er Professor für Kirchenrecht an der Gregoriana. 1908 wurde er Konsultor der Kodifikationskommission des CIC (Codex Iuris Canonici, also des zu erstellenden, von Pius X. in Auftrag gegebenen kirchlichen Gesetzbuches), 1918 Konsultor der PCI (der Pontificia Commissio CIC interpretando, die bei umstrittenen Fragen eine authentische Auslegung des 1917 veröffentlichten CIC geben sollte). Als fähiger Mitarbeiter wurde Pedro Vidal vom Papst nicht entlassen, sondern geschätzt und in insgesamt sechs römische Kongregationen als Berater berufen, so dass er “Säule des Hl. Offiziums” genannt wurde. Er starb am 24. Oktober 1938 in Rom.


18. Juli
Nur sechs von siebenundzwanzig?

Lehnen in Deutschland wirklich nur sechs von 27 Diözesanbischöfen ein Scheidungsritual ab? Hubert Gindert berichtet im FELS (Juli 2017), dass eine Leserin in dieser Sache alle deutschen Diözesanbischöfe angeschrieben habe. Nur sechs Bischöfe antworteten eindeutig, acht antworteten mit “mehr oder weniger höflichen Floskeln und Ausflüchten”, der Rest antwortete gar nicht. Hintergrund der Anfrage war eine Ausgabe der im Herder-Verlag erscheinenden Zeitschrift Gottesdienst (2/2017), in der für Scheidungsrituale geworben wurde. Dr. Francois Reckinger hatte im FELS vom März 2017 die Zeitschrift kritisiert mit den Worten: “Mit dem Leitartikel unter dem oben genannten Titel ‘Scheidungsrituale’ ist nun allerdings ein Grad des Widerspruchs gegenüber der geltenden kirchlichen Lehre erreicht, den wir als gläubige und gewissenhafte Christen – Laien und Amtsträger – nicht hinnehmen können und dürfen.”

Zum Thema Bischofsamt


18. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurde untergebracht die Rezension der spannenden Biogrophie des größten Indianermissionars des 19. Jahrhunderts Pieter-Jan De Smet. Der Hörbeitrag über das Gewissen als Ersatzerlöser findet sich auf der Themenseite über Amoris laetitia, das Zitat Spaemann Nur Liebe nimmt Liebe wahr aus seinem Psalmenkommentar auf der Seite mit dem Artikel über die Liebe als Schlüssel zur Erkenntnis.


17. Juli
Essays auf youtube

Auf meinem Youtube-Kanal habe ich damit begonnen, den einen oder anderen Essay von mir zu veröffentlichen.


17. Juli
Anziehende Schönheit

Für mich wurde erst dort (beim Besuch der hl. Messe im alten Ritus) das platonisch inspirierte Bild einer himmlischen Liturgie erfahrbar. Immer wieder möchte ich mich in seine Tiefe versenken und Christus begegnen. Das gibt mir Kraft. Und es geht nicht nur mir so. Ein Blick in die Kirchenbänke genügt: Viele junge Menschen fühlen sich von der Schönheit, der Stille und der Ernsthaftigkeit der alten Messe angezogen. Weil sie dort der Zeit und dem Alltag enthoben Gott begegnen und beten können, unabhängig davon, welcher Priester eingeteilt ist, denn er verschwindet nahezu hinter der Form.

Alina Oehler in ihrem Artikel In der Versenkung, erschienen in der ZEIT Nr. 28/2017

Zum Thema: Bernward Deneke über seine erste Erfahrung mit der "alten Messe".


16. Juli
Sechs Heilige

Vor 250 Jahren, am 16. Juli 1767, sprach Papst Clemens XIII. sechs Personen heilig:
Johanna Franziska von Chantal (1572-1641), José Calasanz (um 1556-1648, Patron der katholischen Volksschulen), Hieronymus Ämiliani (1486-1537, Schutzpatron der Waisen), Johannes von Krakau (1390-1473), Josef von Copertino (1603-1663, Patron der Astronauten), und Seraphim von Montegranaro (1540-1604).


15. Juli
Polnisch

Mein Artikel über die Toleranz ist jetzt auch auf Polnisch erschienen.


15. Juli
Stanislaus Arlet

Vor 300 Jahren, am 15. Juli 1717, starb in Potosi, Bolivien, im Alter von 54 Jahren der aus Oppeln stammende Missionar Stanislaus Arlet SJ. Seit 1697 war er Missionar bei den Mojos. 1703 wurde er Professor der Theologie an der Universität Chuquisaca (Sucre, La Plata), der zweitältesten Universität Amerikas.


13. Juli
Die unangenehme Wahrheit

Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen in der Welt begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein.
Die Muttergottes heute vor 100 Jahren in Fatima

Spaemann: "Die Hölle ist Ausdruck der frei gewählten göttlichen Ohnmacht gegenüber dem Willen der Menschen. Weil Gott sich hinsichtlich seiner Schöpfung zurückgenommen hat, bricht er den Willen des Menschen nicht. Gerade deshalb ist die Hölle als eine Konsequenz, die dem Menschen vor Augen steht, unbedingt ernst zu nehmen."
Ein gerechter Gott, sagt Spaemann, könne schwerlich zugleich ein barmherziger Gott sein. Die Menschen aber verlangten beides: göttliche Strafe für unmenschliche Verbrechen, aber Gnade, wenn es um Höllenstrafen gehe. In der heutigen Gesellschaft sei der Gedanke gegenwärtig: "Hölle soll schon sein, aber wir bestimmen, wer da hineinkommt."


11. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Artikel Der Spiegel wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Das Zitat Eduard Kaesers über die Erklärungskraft der Naturgesetze findet sich auf der Seite über den Naturalismus, das John Grays über das paradoxe Verhältnis von Wissenschaft und Vernunft auf dieser Seite.


9. Juli
Vergebung statt Wegschauen

Wenn sie [die Kirche] die Sakramente der Buße und der Eucharistie anbieten würde, nur um das Gefühl des Dazugehörens nicht zu stören, ohne auf die Überwindung des objektiven Hindernisses des Sakramentenempfangs aufmerksam zu machen, würde sie den Menschen in einer falschen Heilssicherheit wiegen. Nur Gott allein schaut in die Herzen; und ihm steht das letzte Urteil über jeden einzelnen Menschen zu. Aber die Kirche muss ich an den Weg der sakramentalen Heilsvermittlung halten. Das Bußsakrament ist nicht dazu da, um den Menschen das Sündenbewusstsein auszureden, sondern um in ihm Reue zu erwecken mit dem Vorsatz, sein Leben zu bessern, damit durch die Absolution die Schuld wirklich ausgelöscht wird. Die Absolution ist eine wirkliche Sündenvergebung und nicht nur eine Erklärung, dass Gott über sie hinwegsieht.

Gerhard Kardinal Müller in seinem Buch Der Papst. Sendung und Auftrag, Herder 2017, 608 Seiten, S. 105.


8. Juli
Überspringender Funke

Dass der Papst selbst sich der alten Messe annahm bestätigte die Zukunftstauglichkeit der alten Messe. Doch die psychologische Wirkung allein wäre damit unzureichend beschrieben. Die Feier der alten Messe vermittelt ein Kontrastprogramm zu vielen absterbenden Gemeinden, weil sie alle gesellschaftlichen Gruppen erreicht und die jüngere Generation anspricht. Der eigentliche Gewinn des Motu proprio liegt nicht allein in der Vervielfachung der Messorte, sondern in dem Funken, der dadurch auf viele Priester und Gläubige übergesprungen ist, die selbstverständlich beide Formen des römischen Ritus feiern.

Aus: Regina Einig in ihrem Artikel zum zehnten Jahrstag des Motu Proprio Summorum Pontificum Die sanfte Befreitung, Tagespost vom 6. Juli 2017


8. Juli
Lieben und leiden

“Man kann nicht lieben, ohne zu leiden, aber das Leiden ist liebenswert, wenn man liebt (Augustinus).”

Der hl. Franz von Sales heute vor 400 Jahren in einem Brief an die hl. Johanna Franziska von Chantal.


7. Juli
Der Papst und sein Präfekt

Das war die Zeit [Februar 2014, als Papst Franziskus den Präfekten der Glaubenskongregation Erzbischof Gerhard Ludwig Müller zum Kardinal erhob], als Kardinal Walter Kasper beim nicht öffentlichen Teil desselben Konsistoriums seinen „key note speech“ zum Sakramentenempfang der Wiederverheirateten hielt und damit – auf Wunsch von Papst Franziskus – den quälenden Prozess des Ringens um die Sakramentenpastoral in Gang setzte, der mit „Amoris laetitia“ (formal) endete und in dessen Verlauf Kurie, Kardinalskollegium und Weltepiskopat in zwei Lager zerbrachen. Man kann es drehen und wenden, wie man will, und man muss die einzelnen Stationen dieses Wegs nicht im Einzelnen nachzeichnen, aber von Anfang an zeigte sich: Im entscheidenden Punkt, der dann in zwei Fußnoten des Kapitels acht von „Amoris laetitia“ seinen Ausdruck fand, stand Franziskus auf der einen und sein Glaubenspräfekt auf der anderen Seite.

In der Mitte der ersten Familiensynode, nach der Vorstellung des Zwischenberichts der Synodenleitung durch den ungarischen Kardinal Peter Erdö und Erzbischof Bruno Forte, kam es zum Aufstand in der Synodenaula und der, der am lautesten gegen die doch sehr zielgerichtete Regie der Synodenleitung protestierte, war Kardinal George Pell. Zu Beginn der zweiten Synode gehörte Müller zu den dreizehn Kardinälen, die in einem Brief an den Papst ihre Sorge über diese Form der Synodenregie zum Ausdruck brachten: Die Ergebnisse, so die Schreiber des Briefs, stünden bereits fest und die Teilnehmer der Synode seien bloß Statisten. Franziskus war überaus verärgert und erinnerte in einer zweiten, überraschend gehaltenen Ansprache zur Synodeneröffnung an den päpstlichen Primat.

Es kam „Amoris laetitia“ und der Papst wählte als theologischen Kommentator für die Pressekonferenz zur Vorstellung des Schreibens nicht den Präfekten der Glaubenskongregation, sondern Kardinal Schönborn, den Erzbischof von Wien. Kardinal Müller ließ sich einige Wochen Zeit, um dann von Madrid aus zu bekräftigen, dass auch „Amoris laetitia“ im Lichte des Lehramts von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gelesen werden müsse. Der Papst und sein Glaubenspräfekt zogen nicht mehr an einem Strang. Als Franziskus schließlich vor einigen Monaten drei langjährige Mitarbeiter der Glaubenskongregation nach Hause schickte, er weder ihnen noch dem Präfekten Müller die Gründe hierfür nennen wollte, und sich der Kardinal in Interviews darüber beklagte, war es nur noch sehr schwer, hier etwas anderes als ein schwerwiegendes Zerwürfnis zwischen den beiden zu vermuten.

Aus: Guido Horst, Abgänge erschüttern Vatikan, Tagespost vom 4. Juli 2017


7. Juli
Seligsprechung

Vor 150 Jahren, am 7. Juli 1867, sprach Papst Pius IX. 205 Märtyrer selig, die in Japan den Tod gefunden hatten.


7. Juli
Summorum Pontificum

Heute wird das Motu Proprio Papst Benedikts XVI. Summorum Pontificum, mit dem die überlieferte Liturgie wieder allgemein freigegeben wurde, zehn Jahre alt. Einen Kommentar über seine Bedeutung schrieb auf kath-info der liturgiewissenschaftliche Experte der Petrusbruderschaft P. Sven Conrad.


6. Juli
Das Zitat

Die Gesalbten des Herrn sind ein heiliges Geschlecht, auserwählt von Ewigkeit zu Verwaltern Seiner Schätze in der heiligen Kirche, zu Spendern Seiner heiligen, geheimnisvollen Sakramente. Und deshalb muss ihr Wandel rein und heilig sein. Sie sind als Menschen vielen und großen Gefahren ausgesetzt. Doch mögen sie ernst bedenken, dass sie aus reiner Barmherzigkeit des Dreieinigen Gottes in einem Meer von Gnaden schwimmen. Rein und keusch seien ihre leiblichen Augen, abgewendet von den Eitelkeiten der argen Welt und ihrem Getriebe.

Worte, die die hl. Maria Bernarda Bütler von ihrem Schutzengel hörte


4. Juli
Das Zitat

Das Gebet ist eine Himmelsleiter. Auf steigt das Gebet und herab steigt Gottes Erbarmen.
Hl. Augustinus


4. Juli
Niccolò d’Albergati

Vor 600 Jahren, am 4. Juli 1417, wurde der selige Niccolò d’Albergati (1375-1443) zum Bischof von Bologna geweiht. 1426 wurde er Kardinal, 1435 gelang ihm auf der Friedenskonferenz von Arras die Herbeiführung des Friedensschlusses zwischen Frankreich und Burgund. Er war allgemein “als erfahrenster, wegen seiner Integrität geschätzter Diplomat der Kurie, in Italien und nördlich der Alpen als Friedensvermittler tätig” (LThK, 3. Auflage). Außerdem war er Beichtvater von Papst Eugen IV. (1431-1447). 1744 wurde er seliggesprochen.


25. Juni
Das Zitat

Die größte Ehre, die wir dem allmächtigen Gott geben können, besteht darin, froh zu leben in dem Wissen um seine Liebe.
Juliana von Norwich

Ich will alles gut machen, ich werde alles gut machen, ich darf alles gut machen, ich kann alles gut machen, und du selbst sollst sehen, dass alles gut sein wird.
Der Herr zur Mystikerin Juliana von Norwich


25. Juni
Franz Johann Evangelista Boll

Vor 150 Jahren, am 1. Juli 1867, wurde in Rothenburg ob der Tauber der katholische Altphilologie Franz Johann Evangelista Boll geboren. Er lehrte als Professor in Würzburg und Heidelberg. “Seine Bedeutung liegt in der textgeschichtlichen und kulturhistorischen Erschließung der griechischen Astrologie, deren Nachwirkungen er über Islam und Byzanz bis nach Europa und Ostasien verfolgte” (LThK, 2. Auflage). Er starb am 3. Juli 1924 in Heidelberg.


25. Juni
Johann Döhre

Vor 150 Jahren, am 1. Juli 1867, wurde in Dortmund Johann Döhre SVD geboren. 1903 zum Priester geweiht, kam er noch im selben Jahr nach Deutsch-Neuguinea, wo er fünf Jahre als Missionar wirkte. Er starb am 14. April 1927 in Geilenkirchen.


25. Juni
Wilhelm Wilmers

Vor 200 Jahren, am 30. Juni 1817, wurde in Boke bei Paderborn der Konzilstheologe Wilhelm Wilmers SJ geboren. Er war ein Wegbereiter der Neuscholastik in Deutschland und starb am 9. Mai 1889 in Exaeten bei Roermond.


25. Juni
Heiligsprechung

Vor 150 Jahren, am 29. Juni 1867, sprach Papst Pius IX. 25 Menschen heilig:

Am bekanntesten ist Paul vom Kreuz (1694-1775), der Gründer der Passionisten.

Leonhard von Porto Maurizio OFM (1676-1751) ist der Patron der Volksmissionare.

Germaine Cousin (1579-1601) war eine arme Schafhirtin mit schwerer Kindheit.

Maria Franziska von den fünf Wunden Christi (1715-1791) war eine stigmatisierte Mystikerin.

Der Märtyrer Josaphat Kunzewitsch (1580-1623) war griechisch-katholischer Erzbischof von Polock.

Pedro de Arbués (1441-1485) war Inquisitor von Aragonien und wurde zum Märtyrer.

Die 19 Märtyrer von Gorkum wurden Opfer fanatischer Calvinisten und starben unter anderem für ihren Glauben an das allerheiligste Altarsakrament. Ihre beeindruckende Geschichte kann man bei Ferdinand Holböck nachlesen.


24. Juni
Petrus Donders

Vor 150 Jahren, am 27. Juni 1867, legte der selige Petrus Donders C.Ss.R. (1807-1887) bei den Redemptoristen seine ewigen Gelübde ab. Er wirkte 45 Jahre lang als Missionar in Surinam und half besonders den Aussätzigen, so dass er den Ehrentitel “Apostel der Aussätzigen” erhielt. Am 23. Mai 1982 wurde er seliggesprochen.


24. Juni
Jean-Gabriel Coltee

Vor 150 Jahren, am 27. Juni 1867, wurde in Lisieux der Missionar Jean-Gabriel Coltee MSC geboren. Er trat 1888 bei den Herz-Jesu-Missionaren von Issoudun ein, kam 1893 als Missionar nach British Neu Guinea und wirkte ab 1902 als Schatzmeister seines Ordens in Australien. Er starb am 26. Januar 1945 in Frankreich.


24. Juni
Jerónimo Xavier

Vor 400 Jahren, am 27. Juni 1617, starb in Goa im Alter von 68 Jahren der Indienmissionar Jerónimo Xavier SJ. 1581 kam er nach Indien, wirkte von 1595 bis 1614 am Hof der Mogulkaiser Akbar und Jahangir und wurde so zum Gründer der Mogulmission. Er war ein Großneffe des hl. Franz Xaver (1506-1552).


24. Juni
Heinrich von Harcley

Vor 700 Jahren, am 26. Juni 1317, starb in Avignon der Theologe Heinrich von Harcley. Er war Skotist, Kanzler der Unversität von Oxford und vertrat deren Anliegen am päpstlichen Hof von Avignon gegen den Predigerorden.


24. Juni
Joseph Yuan Zaide

Vor 200 Jahren, am 24. Juni 1817, starb im chinesischen Chengdu als Märtyrer im Alter von ca. 50 Jahren der Priester Joseph Yuan Zaide. In der Christenverfolgung unter Kaiser Kia-Kin wurde er erdrosselt. Am 27. Mai 1900 wurde er seliggesprochen, am 1. Oktober 2000 mit 119 weiteren Märtyrern heiliggesprochen.


23. Juni
Götzendienst oder Gottesverherrlichung?

“Die katholische Kirche muß ein Werk des Teufels sein. Ihr betet ein Stück Brot an. Einen schlimmeren Götzendienst kann man sich gar nicht vorstellen”, so sagte vor Jahren ein evangelischer Christ zu mir. Ich dankte ihm für seine Worte. Da war endlich mal einer, der konsequent zu Ende gedacht hatte. Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist Jesus nach der Wandlung nicht da - dann muß man diesen gotteslästerlichen Glauben daran entschieden ablehnen. Oder Jesus ist wirklich gegenwärtig, als wahrer Mensch und wahrer Gott - dann gibt es zur katholischen Kirche und zur Anbetung des Herrn im allerheiligsten Altarsakrament keine Alternative.

Ulrike und Thomas Schührer in ihrem Editorial zum Durchblick Nr. 94, Juni 2017


21. Juni
Neu im Personenregister:
Robert M. Zoske, Rudolf Acquaviva

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II
Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Familiensynode
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Gender
Genderideologie
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
Glaube
Glauben
Glaubensjahr
Glaubensregel
Glaubensschild
Glossen
Goa
Gold
Gott
Gott II
Gottesbegegnung
Gottesknecht
Gotteskrise
Grabeskirche
Guadalupe

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