Das Portal
zur katholischen Geisteswelt


Zum
Inhalts-
verzeichnis
Zum
biographischen Bereich

Impressum

Das katholische Informationsportal kath-info
dient der theologischen Aufklärung
und bietet Ihnen Beiträge zu Themen der katholischen Welt.

Die Beiträge unterliegen in der Regel dem Urheberrecht.

Zum Autorenverzeichnis

Sie befinden sich im ersten Teil
des blauen Bereichs des PkG (Buchstaben A bis G)
Zum zweiten Teil
Zum dritten Teil

Die neuesten Beiträge finden Sie jeweils auf der Startseite

Zum philosophischen Bereich
Zum
liturgischen Bereich

Links

Themen

Abba
Abschuß
Abtreibung
Abtreibung II
Advent
Ägypten
AIDS
Amoris laetitia
Amtsverzicht
Annaverehrung
Apokalypse
Ärgernis
Auferstehung
Auster
B16 Bundestag
Barmherzigkeit
Barmherzigkeit II
Barmherzigkeit III
Befreiungstheol.
Beichte
Bekehrung
Belgrad
Benedikt XVI.
Besessenheit
Beten
Bischof
Bischofsamt
Bischofsberater
Bischofsweihen 88
Bischofsweihen II
Borromäusverein
Chesterton G.K.
Christenverfolgung
Christkönigtum
Christozentrismus
CiG
Cloyne Report
Darwinismus
DH
Dialog
Discretio
Dogma
Dogma u. Leben
Doppelwirkung
droben
Drusen
Effetha
Ehe
Ehe und Familie
Einwohnen
Eizellenhandel
Ekklesiologie
Embryo
Emmaus

* * *

24. Juli
Der Heilige der Landstraße

von Alfred Betschart

Wenn ich die Dornenkrönung betrachte, fühle ich mich erhoben zur Dreifaltigkeit Gottes.”

Dies ist eine nicht alltägliche, ja äußerst überraschende Aussage, und dazu von einem jungen Mann, der während seines kurzen Lebens freiwillig als Vagabund der Landstraße, aber als "heiliger Vagabund" gelebt hat. Es ist Benedikt Joseph Labre, für viele Gläubige unseres Jahrhunderts ein vollkommen unbekannter Heiliger, allein schon deswegen, weil unsere katholischen Heiligen in manchen Kirchen nicht mehr auf den Altären stehen, sondern zusammen mit den Altären und Kommunionbänken auf Bauschutthalden landeten oder auf den Dachböden der Kirchen verstauben. Und so verstauben sie auch in den Gedächtnissen und Herzen der Gläubigen.

Zudem gehört der hl. Benedikt Labre nicht zu den sogenannten berühmten Heiligen, wenn man dieses Wort im Zusammenhang mit den Heiligen gebrauchen darf. Benedikt Labre ist der Heilige der Landstraße. Hans Hümmeler schreibt deshalb über ihn:

"Man ist versucht, das geflügelte Wort vom 'sonderbaren Heiligen' auf ihn anzuwenden; aber es ist nicht wenigen so ergangen, dass sie zuerst den Kopf schüttelten über die seltsamen Formen seines Strebens nach Vollkommenheit, und ihm dann, von dem Zauber seiner Persönlichkeit bezwungen, am liebsten kniefällig Abbitte geleistet hätten. Er selbst hat es niemand verdacht, dass man seine Erscheinung verständnislos anstarrte und ihn wohl gar als einen Tagedieb aus der Kirche trieb. Er ging in Lumpen herum, verlaust und schmutzig. Nur ein Rosenkranz um seinen Hals, ein Messingkreuz auf der Brust und sein schweigsames, in sich gekehrtes Wesen verrieten, dass er nichts mit den Brüdern der Landstraße zu tun hatte."

Betrachtet man das Porträt Benedikt Labres, ist man erstaunt über den hohen Adel und die Innerlichkeit dieses Antlitzes. Die Augen sind halb geschlossen, um seinen Mund spielt ein leises, kaum wahrnehmbares Lächeln Es ist ein Antlitz, das trotz höchster Konzentration eine wunderbare Gelassenheit widerspiegelt. So sah der Künstler Antonio Cavalucci den Heiligen, als dieser in tiefster Anbetung vor dem Allerheiligsten versunken war (siehe Bild).

Die Anbetung des Allerheiligsten Altarssakramentes war denn auch der tiefste und eigentlichste Lebensinhalt Benedikt Labres. Deshalb wollen wir ihn ein wenig kennenlernen, verbunden mit der flehentlichen Bitte, er möge uns etwas von seinem Geist und von seiner glühenden Liebe zum kostbarsten Geheimnis unseres katholischen Glaubens schenken: dem heiligsten Sakrament des Altares.

Herkunft des Heiligen

Benedikt Joseph Labre, wie sein voller Name lautet, wurde am 26. März 1748 zu Amettes, in der Nähe von Boulogne, in Frankreich geboren. Er war das älteste Kind sehr rechtschaffener Eltern, die eine große Kinderschar in christlichem Geiste erzogen. Der sehnlichste Wunsch der Eltern war, dass eines ihrer Kinder Priester werde. Sie setzten große Hoffnungen auf Benedikt, ihren Ältesten. Ein Onkel Benedikts, der Pfarrer war, gab ihm den ersten Lateinunterricht. Doch Benedikt soll sich wenig Mühe gegeben haben. Offenbar lag ihm auch das Studium nicht. Die Armen in abgelegenen Vierteln übten eine größere Anziehungskraft auf ihn aus als das Lateinbuch. Er suchte sie gerne auf und verschenkte ihnen sein ganzes Taschengeld. "Und wenn er dann heimkehrte, beschloss er seine Wanderungen mit einem langen Besuch vor dem Tabernakel in der Kirche seines Onkels" (A. Goodier).

Benedikt Labres Klosterversuche

Eines Tages trat Benedikt mit dem Entschluss vor seine Eltern, Trappist zu werden. Das Ideal dieses Ordens, das in scharfem Gegensatz steht zu den gängigen Normen der menschlichen Gesellschaft, zog ihn plötzlich an. Mit achtzehn Jahren versuchte er, diesen Entschluss in die Tat umzusetzen, trotz heftigen Widerstandes vonseiten der Eltern. Als sie aber Benedikts Entschlossenheit sahen, gaben sie schließlich nach.

Mit diesem Versuch beginnt für Benedikt – menschlich gesprochen - eine Tragödie. Die Trappisten nahmen ihn aus gesundheitlichen Gründen nicht auf. Er versuchte es mehrmals bei anderen Klöstern und Orden. Obwohl er Aufnahme fand, war Benedikt der unglücklichste Mensch, er, der felsenfest davon überzeugt war, in der Abgeschiedenheit eines Klosters den Frieden seiner Seele finden zu können. Sobald er in einem Kloster war, überfielen ihn so qualvolle Seelenängste und Versuchungen, dass er buchstäblich aus dem Kloster floh oder von den Oberen entlassen werden musste. Nach dem letzten Scheitern wagte er es auch nicht mehr, zu seinen Eltern zurückzukehren. Er entschloss sich, Frankreich zu verlassen und nach Italien zu gehen.

Wird fortgesetzt.


23. Juli
Das Zitat

Die vollkommene Hingabe an den göttlichen Willen zur Zeit der Trübsal hilft uns, für die Ewigkeit große Schätze zu sammeln.

Hl. Vinzenz Pallotti


22. Juli
Die neue Inquisition

Das Gender-Imperium schlägt zurück. Ron Kubsch berichtet in seinem Blog über das von der Heinrich-Böll-Stiftung geförderte Online-Lexikon Agentin und führt dabei u.a. aus:

“Aufgebaut ist das wie eine ‘Täterdatei’. Hat jemand gegen Gender-Mainstream Stellung bezogen, etwa in einem Vortrag oder einem Buch, wird das im ‘Lexikon’ entsprechend vermerkt. Zu finden sind beispielsweise Einträge zu Rolf Hille, Stephan Holthaus, Daniel von Wachter oder auch das Netzwerk für ‘Bibel und Bekenntnis’. Sogar Harald Marteinstein, ein langjähriger Wähler der Grünen, wurde als NPD-nah eingestuft, weil er sich in der ZEIT kritisch zum Gender-Mainstream geäußert hatte. Eine Stellungnahme gegen Abtreibung oder die Frühsexualisierung in den Schulen wird so als ‘gezielter Tabubruch’ hingestellt. Bedeutungsumkehr. Wir merken: Es geht nicht um den Austausch von Argumenten, sondern um eine neue Form der Inquisition.”

Weitere Infos über Gender Mainstreaming


21. Juli
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

56. Folge

Denn gerade die große Bedeutung, welche die Proprietäten der einzelnen göttlichen Personen durch unsere Adoption zu Kindern Gottes für uns erlangen, gibt auch den Appropriationen von göttlichen Eigenschaften und Tätigkeiten ihren hohen Wert und einen besonders tiefen Sinn.

Früher haben wir nämlich gesehen, daß diese Appropriationen bei Gott angewandt werden, um sowohl die Person, der eine Eigenschaft oder Tätigkeit als der Repräsentantin derselben zugeschrieben wird, als auch diese Eigenschaften und Tätigkeiten selbst durch den besondern Glanz, den sie von ihrem Repräsentanten erhalten, in ein helleres Licht zu setzen. Wo aber ist es mehr geboten, die einzelnen göttlichen Personen in jeder möglichen Weise hervorzuheben und zu kennzeichnen als hier, wo wir in einem so lebendigen Rapport zu ihnen stehen? Und wo müssen die Eigenschaften, Tätigkeiten und Verhältnisse Gottes zur Kreatur mehr durch Beziehung auf die einzelnen Personen hervorgehoben werden, als auf dem Gebiete der Gnade, wo sie sich so enge an den hypostatischen Charakter derselben anschließen? Ja, die Appropriation wird hier oft so stark, daß sie sich kaum von der Proprietät unterscheiden läßt. Zeigen wir das an Beispielen.

Im Grunde sind wir durch die Gnade Kinder Gottes, nicht bloß des Vaters, sondern aller Personen in Gott, weil alle uns ihre Natur mitteilen. Aber weil dieses unser Verhältnis zu Gott gebildet ist nach dem Ideale des Verhältnisses zwischen Sohn und Vater, deshalb bezeichnet uns die Heilige Schrift durchgängig als Kinder des Vaters und Brüder des Sohnes. Ebenso ist es nicht der Heilige Geist allein, der durch die Gnade uns belebt und gleichsam als die Seele unserer Seele in uns wohnt. Aber gleichwohl nennt uns die Heilige Schrift in der Regel nicht Tempel des Vaters oder des Sohnes, weil das Einhauchen des göttlichen Lebens am klarsten in der Person hervortritt, welche in der Tat der persönliche Odem desselben ist. Daher erscheint der Vater speziell als derjenige, welcher uns als seine Kinder zeugt (und er tut das wirklich, obgleich nicht ohne die andern Personen), der Heilige Geist als derjenige, der, ausgehaucht von Vater und Sohn, uns das Leben des Vaters und Sohnes einhaucht. Der Sohn aber erscheint weder als Erzeuger noch als Beleber, sondern als derjenige, welcher in uns wiedergeboren wird, in uns von neuem zu sein und zu leben beginnt, und zwar wiedergeboren wird aus dem Vater, von dem er sein ewiges Sein hat und der sein Bild in uns abermal ausprägt, und durch den Heiligen Geist, der als göttliche Person von ihm ausgeht, aber eben deshalb auch das Leben, das er von ihm empfangen, in sein Abbild hinüberträgt. Strenggenommen könnte man auch vom Vater und dem Heiligen Geiste sagen, daß sie in uns zu sein und zu leben anfangen, nicht aber, daß sie in uns wiedergeboren werden, weil sie ihr eigenes Sein und Leben nicht durch Geburt haben.

§ 26. Die Dreifaltigkeit abermals als Wurzel der Gnadenordnung: ihre Verzweigung in dieselbe durch Fortsetzung der trinitarischen Produktionen und Einführung ihrer Produkte in die Außenwelt oder durch die Sendungen der göttlichen Personen

Dem Gesagten gemäß haben wir die Dreifaltigkeit der Personen insofern als die Wurzel einer übernatürlichen Ordnung der Dinge in den Geschöpfen der Gnadenordnung zu betrachten, als die letztere auf ihr und aus ihr als ihrem Grunde sich entwickelt und aufbaut und somit als Nachbildung ihrer innern Verhältnisse und Produktionen auch eine reale Offenbarung derselben ist.

Wenn die Trinität aber eine wahrhaft lebendige Wurzel ist, dann muß sie nicht nur jene Ordnung aus sich hervorgehen lassen und sie tragen; sie muß sich auch in dieselbe hineinleben, ihre Äste in sie hineinverzweigen, sie nach allen Seiten hin durchdringen; denn nur so erscheint sie mit ihrem Produkte zu einem organischen lebendigen Ganzen verflochten, wie auf botanischem Gebiete die Wurzel mit der Pflanze, die aus ihr entspringt und mit ihr einen Organismus bildet.

Auch in diesem Sinne bewährt sich die Dreifaltigkeit der göttlichen Personen als die Wurzel der Gnadenordnung, indem sie die Äste ihres innern Organismus in den ihr nachgebildeten Organismus verzweigt: d. h. indem sich in der Gnadenordnung eine Fortführung der ewigen Produktionen und Ausgänge und eine reale Einführung der ewigen Produkte derselben in die begnadete Kreatur darstellt. Wir finden nämlich in der Heiligen Schrift und den Vätern, wie zum Teil schon angedeutet, viele Ausdrücke, welche ohne Zweifel mehr aussagen, als eine bloße Nachbildung der ewigen Produktionen und Produkte in der Kreatur. Es ist die Rede von einer realen Einkehr des Sohnes Gottes in uns, wodurch er in uns wiedergeboren wird, besonders von einem Aufleuchten desselben in unserem Innern, wodurch er uns den Vater offenbart. Vorzüglich aber geht durch die ganze Heilige Schrift des Neuen Bundes die Idee einer Ausgießung des Heiligen Geistes in die Kreatur, wodurch er in derselben wohnt und sie mit den göttlichen Personen, von denen er ausgeht, verbindet.

Wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


20. Juli
Das Geheimnis des CD-Erfolgs

Auf die CD Requiem habe ich bereits aufmerksam gemacht. Nun hat die Tagespost sie heute ausführlich vorgestellt, und zwar unter dem bezeichnenden Titel: Choralgesang mit einem inneren Leuchten. Untertitel: Im Musikhimmel: Die “Requiem”-CD der Priesterbruderschaft St. Petrus stürmt die amerikanischen Charts. Barbara Stühlmeyer weiß zu berichten, dass der Produzent Christopher Alder bereits mit elf Grammys ausgezeichnet worden war. Er wurde von dem Gesang der Seminaristen unseres Seminars in Denton so überzeugt, dass er sich auf das Abenteuer einließ: Dieser Gesang öffne die Türen der Herzen. “‘Das, was wir hier tun’, sagt einer der Sänger, Frater Gerard Saguto aus Irland, der in den Seminaren von Rom und Wigratzbad lebte, bevor er nach Denton ging, ‘ist keine Performance. Es ist, was wir leben, es ist unser Leben.’ (...) Das Hören dieser ausgezeichneten CD ist uneingeschränkt empfehlenswert”, meint Frau Stühlmeyer.


20. Juli
Pedro Vidal

Vor 150 Jahren, am 20. Juli 1867, wurde in Igualada, Diözese Barcelona, der Kanonist Pedro Vidal SJ geboren. Von 1906 bis 1938 war er Professor für Kirchenrecht an der Gregoriana. 1908 wurde er Konsultor der Kodifikationskommission des CIC (Codex Iuris Canonici, also des zu erstellenden, von Pius X. in Auftrag gegebenen kirchlichen Gesetzbuches), 1918 Konsultor der PCI (der Pontificia Commissio CIC interpretando, die bei umstrittenen Fragen eine authentische Auslegung des 1917 veröffentlichten CIC geben sollte). Als fähiger Mitarbeiter wurde Pedro Vidal vom Papst nicht entlassen, sondern geschätzt und in insgesamt sechs römische Kongregationen als Berater berufen, so dass er “Säule des Hl. Offiziums” genannt wurde. Er starb am 24. Oktober 1938 in Rom.


19. Juli
Symbolik
oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

128. Folge

Aber auch der Begriff des durch die Liebe lebendigen Glaubens, den die Katholiken als den rechtfertigenden rühmen, wird von den Protestanten verworfen. Als sich im Jahre 1541 Abgeordnete der Katholiken und Lutheraner zu Regensburg versammelten, um, wo möglich, eine Versöhnung der Parteien zu bewirken, vereinigte man sich in dem Artikel vom Glauben in folgender Weise: “Es ist also eine feste und gesunde Lehre, daß der sündige Mensch durch den lebendigen und tätigen Glauben gerechtfertigt werde; denn durch ihn sind wir wegen Christus Gott angenehm und wohlgefällig” (“Firma igitur est et sana doctrina per fidem vivam et efficacem justificari hominem peccatorem; nam per illam Deo grati et accepti sumus”). Luther sprach sein verwerfendes Urteil über diesen Punkt mit den Worten aus: “er sei eine elende, geflickte Notel” [165].

[165] Wie Plank diese Unzufriedenheit zu entschuldigen sucht, s. Geschichte des protest. Lehrbegr. III. Bd. 2 Th. S. 91. Dass sehr viele neuere protestantische Theologen, auch solche, durchaus nicht Rationalisten sind, wie z. B. der sinnige Menken, Luthers Theorie abweisen, kann nicht befremden: aber bemerkenswert ist es, daß sich die Unhaltbarkeit derselben manchen lutherischen Gottesgelehrten in dem Grade bewußtlos aufbringt, daß sie, in der Voraussetzung, Luther habe sich nicht verirren können, ihm und den Seinigen die katholische Lehre unwillkürlich unterschieben. So sagt Dr. August Hahn, Professor in Leipzig (über die Lage des Christentums in unserer Zeit, ein Sendschreiben an Bretschneider S. 64.): “So berichtigt Melanchthon in der Apologie Art. 3. den katholischen Begriff der Rechtfertigung durch gute Werke, indem er die Vollendung der alttestamentlichen Lehre durch das Evangelium von der freien Gnade Gottes in Christo gegen alle, die bei aufrichtiger Reue einen lebendigen, durch die Liebe tätigen Glauben bewahren, nachweist” usw. - In der Tat, der wahre Begriff der lutherischen Orthodoxie ist oft selbst jenen, vor andern Orthodoxe sein wollen, völlig abhanden gekommen.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


18. Juli
Nur sechs von siebenundzwanzig?

Lehnen in Deutschland wirklich nur sechs von 27 Diözesanbischöfen ein Scheidungsritual ab? Hubert Gindert berichtet im FELS (Juli 2017), dass eine Leserin in dieser Sache alle deutschen Diözesanbischöfe angeschrieben habe. Nur sechs Bischöfe antworteten eindeutig, acht antworteten mit “mehr oder weniger höflichen Floskeln und Ausflüchten”, der Rest antwortete gar nicht. Hintergrund der Anfrage war eine Ausgabe der im Herder-Verlag erscheinenden Zeitschrift Gottesdienst (2/2017), in der für Scheidungsrituale geworben wurde. Dr. Francois Reckinger hatte im FELS vom März 2017 die Zeitschrift kritisiert mit den Worten: “Mit dem Leitartikel unter dem oben genannten Titel ‘Scheidungsrituale’ ist nun allerdings ein Grad des Widerspruchs gegenüber der geltenden kirchlichen Lehre erreicht, den wir als gläubige und gewissenhafte Christen – Laien und Amtsträger – nicht hinnehmen können und dürfen.”

Zum Thema Bischofsamt


18. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurde untergebracht die Rezension der spannenden Biogrophie des größten Indianermissionars des 19. Jahrhunderts Pieter-Jan De Smet. Der Hörbeitrag über das Gewissen als Ersatzerlöser findet sich auf der Themenseite über Amoris laetitia, das Zitat Spaemann Nur Liebe nimmt Liebe wahr aus seinem Psalmenkommentar auf der Seite mit dem Artikel über die Liebe als Schlüssel zur Erkenntnis.


17. Juli
Essays auf youtube

Auf meinem Youtube-Kanal habe ich damit begonnen, den einen oder anderen Essay von mir zu veröffentlichen.


17. Juli
Anziehende Schönheit

Für mich wurde erst dort (beim Besuch der hl. Messe im alten Ritus) das platonisch inspirierte Bild einer himmlischen Liturgie erfahrbar. Immer wieder möchte ich mich in seine Tiefe versenken und Christus begegnen. Das gibt mir Kraft. Und es geht nicht nur mir so. Ein Blick in die Kirchenbänke genügt: Viele junge Menschen fühlen sich von der Schönheit, der Stille und der Ernsthaftigkeit der alten Messe angezogen. Weil sie dort der Zeit und dem Alltag enthoben Gott begegnen und beten können, unabhängig davon, welcher Priester eingeteilt ist, denn er verschwindet nahezu hinter der Form.

Alina Oehler in ihrem Artikel In der Versenkung, erschienen in der ZEIT Nr. 28/2017

Zum Thema: Bernward Deneke über seine erste Erfahrung mit der "alten Messe".


16. Juli
Sechs Heilige

Vor 250 Jahren, am 16. Juli 1767, sprach Papst Clemens XIII. sechs Personen heilig:
Johanna Franziska von Chantal (1572-1641), José Calasanz (um 1556-1648, Patron der katholischen Volksschulen), Hieronymus Ämiliani (1486-1537, Schutzpatron der Waisen), Johannes von Krakau (1390-1473), Josef von Copertino (1603-1663, Patron der Astronauten), und Seraphim von Montegranaro (1540-1604).


15. Juli
Polnisch

Mein Artikel über die Toleranz ist jetzt auch auf Polnisch erschienen.


15. Juli
Stanislaus Arlet

Vor 300 Jahren, am 15. Juli 1717, starb in Potosi, Bolivien, im Alter von 54 Jahren der aus Oppeln stammende Missionar Stanislaus Arlet SJ. Seit 1697 war er Missionar bei den Mojos. 1703 wurde er Professor der Theologie an der Universität Chuquisaca (Sucre, La Plata), der zweitältesten Universität Amerikas.


14. Juli
Vianneys Kampf gegen die religiöse Unwissenheit

Von Francis Trochu

Vianney war sich bewusst, dass sich seinem Eifer ein furchtbarer Feind entgegenstemmen werde: die ganze niederziehende Schwere und Trägheit von Menschen, die an ihren alten Gewohnheiten festhalten. Keines seiner Pfarrkinder hatte vor ihm die Tür zugeschlagen. Wer bis jetzt in die heilige Messe ging, wird auch weiterhin kommen. Aber er möge um Gottes willen nicht noch mehr verlangen!

Das Gegenteil tat er. Der junge Hirte fühlte sich vor Gott für alle Seelen von Ars verantwortlich und war entschlossen, sie erst an dem Tag in Ruhe zu lassen, an dem alle Missstände aus der Pfarrei verschwunden wären. Über Gebet und Buße hinaus wollte er sich durch Wort und Tat für dieses Ziel einsetzen.

Die Heilighaltung des Sonntags, mit dem das christliche Leben steht und fällt, hatte er sich als Erstes zum Ziel gesetzt. Das Haus des Herrn stand verlassen. Hierher mussten die Gläubigen zurückgeführt werden. Also galt es, das Gotteshaus selber anziehend auszustatten. Die Arser Kirche zum hl. Sixtus war im Jahre 1818 “arm nach innen und außen”. Die Ausstattung war mehr als bescheiden.

Diese alte Kirche hatte Vianney sogleich wie ein Stückchen Vaterhaus in sein Herz geschlossen. Bei der Verschönerung setzte er mit dem Altar, dem Mittelpunkt und tiefsten Seinsgrund des Heiligtums, ein. Aus Ehrfurcht vor der hl. Eucharistie sollte alles so schön wie nur möglich werden. Für diese Anschaffung klopfte er nicht an die Tür des Schlosses, sondern bestritt alles aus eigener Tasche. Mit einer glühenden Herzensfreude half er den Arbeitern, den Altar aufzurichten. Um ihn noch reicher auszustatten, machte er den Weg nach Lyon hin und zurück zu Fuß und brachte aus der Stadt zwei Engelsköpfe heim, die er zu beiden Seiten des Tabernakels aufstellte. Getäfel und Schnitzwerk strich er selber und schuf so der Kirche ein gefälligeres und würdigeres Aussehen.

Dann mehrte er die “Hauseinrichtung des lieben Herrgotts”, wie er sich in seiner bildhaften Sprache ausdrückte. In Lyon suchte er Stickerinnen und Goldschmiede auf und kaufte bei ihnen, was er an Kostbarstem entdeckte.

“In der Nähe lebt ein kleiner Landpfarrer”, vertrauten sich seine Lieferanten gegenseitig an, “mager, schlecht gekleidet, der dreinschaut, als habe er keinen Heller in der Tasche, und dem für seine Kirche gerade das Beste gut genug ist!”

Im Jahre 1825 nahm ihn Fräulein von Ars eines Tages mit in die große Stadt zur Beschaffung eines neuen Messgewandes. Bei jeder neuen Vorlage wiederholte er: “Nicht schön genug ..., es muss schöner sein als das!”

Die äußere Instandsetzung seiner Kirche sollte nicht vergebliche Mühe sein. Sie zeugte für den heiligen Eifer des Pfarrers, erfreute die frommen Seelen und lockte bald einige neue Personen, die vielleicht mehr aus Neugierde als aus Frömmigkeit kamen, in den Sonntagsgottesdienst.

Die Unwissenheit und die daraus erwachsende “Gleichgültigkeit in religiösen Dingen” – nicht aber Unglaube, denn diese Menschen hatten ihren Glauben bewahrt – bildete das Krebsübel bei der armen Bevölkerung. In dieser Unwissenheit sah ihr strenger, aber klar schauender Pfarrer nicht bloß eine Lücke, er betrachtete es als Sünde.

“Ich bin sicher”, erklärte er von der Kanzel herab, “dass diese eine Sünde mehr Menschen in die Hölle stürzt als alle andern zusammen. Denn eine religiös unwissende Person erkennt nicht das Böse, das sie anrichtet, und auch nicht das Gute, das sie durch das Sündigen preisgibt.”

Deshalb ging er mit einer heiligen Leidenschaft an die Unterweisung der Pfarrkinder. Früher hatte er im Schweiße seines Angesichtes die Scholle umgegraben. Aber jene Arbeit der Hände war eitel Erholung gewesen im Vergleich zu der unerhörten Mühe, die er sich in Zukunft auferlegen wird.

Wird fortgesetzt.

Es handelt sich bei diesem Text um ein Kapitel aus dem Buch Francis Trochu, Der heilige Pfarrer von Ars. Jean-Marie Vianney 1786-1859. Aus dem Französischen übersetzt von P. Justinian Widlöcher, Kapuziner. Das Buch gilt als die beste Lebensbeschreibung des hl. Johannes Maria Vianney. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Christiana-Verlags.


13. Juli
Die unangenehme Wahrheit

Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen in der Welt begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein.
Die Muttegottes heute vor 100 Jahren in Fatima

Spaemann: "Die Hölle ist Ausdruck der frei gewählten göttlichen Ohnmacht gegenüber dem Willen der Menschen. Weil Gott sich hinsichtlich seiner Schöpfung zurückgenommen hat, bricht er den Willen des Menschen nicht. Gerade deshalb ist die Hölle als eine Konsequenz, die dem Menschen vor Augen steht, unbedingt ernst zu nehmen."
Ein gerechter Gott, sagt Spaemann, könne schwerlich zugleich ein barmherziger Gott sein. Die Menschen aber verlangten beides: göttliche Strafe für unmenschliche Verbrechen, aber Gnade, wenn es um Höllenstrafen gehe. In der heutigen Gesellschaft sei der Gedanke gegenwärtig: "Hölle soll schon sein, aber wir bestimmen, wer da hineinkommt."


13. Juli
Die Abstürze des Jahres 2016: Teil 2

Die Aufsteiger des Jahres 2016 unter den kath-info-Artikeln habe ich schon bekanntgegeben. Es gibt natürlich auch das Umgekehrte. Welche Artikel haben die meisten Leser verloren? Das sagt natürlich nichts über die Qualität des Artikels aus, denn dieses Ranking ist kein Wertungsranking. Da die meisten Leser über Suchmaschinen auf kath-info kommen, sagt es lediglich etwas darüber aus, nach welchen Themen und Namen weniger gesucht wird und damit auch darüber, welche Regionen von kath-info mehr oder weniger unentdecktes Land sind. Ich gebe die Top 30 (von genau 600 Seiten) unter den Absteigern wieder in drei Schritten bekannt. In der rechten Spalte wird die Anzahl der Plätze angegeben, um die die Seite im Vergleich zum Vorjahr gefallen ist.

Platz Die Absteiger des Jahres 2016
Die Top 30: 2. Teil:
Die Plätze 11-20
gefallene Plätze
11

Neurologismus

121
12

Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und ihr Adoptionsrecht

120
13

Isa Vermehren

119
14

Ratzinger: Eintreten in die marianische Geduld

118
15

Larry Richards: Sei stark und werde ein heiliger Mann!

116
16

Therese von Lisieux als Kirchenlehrerin

112
17

Recktenwalds Glossen

107
18

Das ifp

107
19

Dan Brown / Manfred Bleskin

104
20

Kirchensteuer auf dem Prüfstand

101

Zum ersten Teil


11. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Artikel Der Spiegel wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Das Zitat Eduard Kaesers über die Erklärungskraft der Naturgesetze findet sich auf der Seite über den Naturalismus, das John Grays über das paradoxe Verhältnis von Wissenschaft und Vernunft auf dieser Seite.


10. Juli
Der Analphabetismus der Gefühle und die Kultur der Liebe

Von Livio Melina

Fünfte Folge

Zum Herzen zurückkehren, um die Vernunft wieder zu finden

Ob die Kultur, die wir uns erhoffen, möglich und legitim ist, entscheidet sich an folgender Frage: Gibt es wirklich eine Form der Liebe und der Familie, die in ihrem innersten Kern in der Natur des Menschen verwurzelt ist und die deshalb durch die Gesellschaft und ihre Gesetze gefördert werden muss? Oder sind Ehe und Familie nur kulturelle Gegebenheiten, die dem Wandel unterworfen sind und in verschiedenen Geschichtsepochen verändert werden können, ja sogar verändert werden müssen?

Auf diese Frage gibt der Glaube mit Verweis auf die in der Heiligen Schrift enthaltene Offenbarung eine klare Antwort. Mit der Autorität Petri hat Benedikt XVI. kürzlich noch einmal die Überzeugung der Kirche bekräftigt, dass “Ehe und Familie im innersten Kern der Wahrheit über den Menschen und seine Bestimmung verwurzelt sind” (Ansprache an die Dozenten und Studenten des Päpstlichen Institutes “Johannes Paul II.” für Studien über Ehe und Familie, 11. Mai 2006). Jesus, die Fülle der Offenbarung, hat in seiner Antwort auf die Frage der Pharisäer nach der Ehescheidung auf eine ursprüngliche Wahrheit verwiesen, die im „Anfang“ verwurzelt ist, in der Schöpfung, und die der Mensch kein Recht hat zu manipulieren: “Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen” (Mt 19,4-6). Die Kirche hat durch die Jahrhunderte hindurch aus dieser Lehre Jesu das Licht geschöpft, das es erlaubt, Sexualität und Affektivität richtig zu deuten, in der Ehe ein besonderes Zeichen des Bundes Gottes zu erkennen und so eine Kultur zu schaffen, die auf Ehe und Familie gründet. Die Antwort des Glaubens wurde von den Gläubigen als klar und gewiss angenommen und durch das Zeugnis der christlichen Gemeinschaft und der Heiligen über Jahrhunderte hinweg gefestigt. Heute wird sie jedoch radikal in Frage gestellt. Um einen öffentlichen Dialog zu führen, müssen wir zeigen, dass die natürliche und traditionelle Sicht der Familie für den Menschen große Bedeutung besitzt und ein Teil von ihm ist. Wir suchen ein Licht, das auch diejenigen annehmen, die nicht glauben, ein Licht, das auch der menschlichen Vernunft allein Orientierung schenken kann. Die Vernunft scheint auf Irrwege geraten zu sein und findet nicht mehr zu den Prinzipien zurück, die es ihr ermöglichen, den Weg der Moral zu lenken und eine gerechte Gesellschaft aufzubauen [4].

Wo soll man beginnen, nach dem unfehlbaren Kriterium zur Unterscheidung zwischen einem wahren und guten Leben und einer falschen Lebensgestaltung zu suchen, wenn nicht bei der Erfahrung in ihrer natürlichsten und ursprünglichsten Form, dem Zeugnis des „Herzens“? Die Kriterien für die Wahrheit und das Gute müssen in uns selbst liegen, sonst sind wir entfremdet. Was ist also das Herz? Es ist das Zusammenspiel der ursprünglichen und grundlegenden Bedürfnisse und Gegebenheiten, mit denen die Natur uns in die Realität entlässt und von denen ausgehend jeder Mensch – ganz gleich, ob er es will oder nicht, ob es ihm bewusst ist oder nicht – alles, was ihm widerfährt, spontan beurteilt (vgl. L. Giussani, Das Wagnis der Erziehung: Zur religiösen Erfahrung. EOS, St. Ottilien 1996): die Bedürfnisse und Gegebenheiten der Gerechtigkeit, der Wahrheit, des Guten und der Schönheit. Die thomistische Tradition spricht von „natürlichen Neigungen“, einem angeborenen Streben nach bestimmten Gütern, von denen wir erkennen, dass sie uns entsprechen: der Lebenserhaltungstrieb, der Gemeinschaftstrieb, der Trieb, die Wahrheit zu suchen, Mitleid zu empfinden und den Leidenden zu helfen. Zu diesen natürlichen Neigungen gehört auch und besonders der Geschlechtstrieb. Benedikt XVI. sagt deutlich: Unter den vielen verschiedenen Arten von Beziehungen, die es gibt, “erscheint aber doch die Liebe zwischen Mann und Frau, in der Leib und Seele untrennbar zusammenspielen und dem Menschen eine Verheißung des Glücks aufgeht, die unwiderstehlich scheint, als der Urtypus von Liebe schlechthin, neben dem auf den ersten Blick alle anderen Arten von Liebe verblassen” (Deus caritas est, Nr. 2).

Was aber ist der volle menschliche Sinn dieser natürlichen Neigung? Um zu einer gelungenen Lebensgestaltung beizutragen, muss sie in einen allgemeinen Sinnzusammenhang hineingestellt werden, der ihr eine Bedeutung gibt und der sich im Leben jedes einzelnen Menschen nach und nach abzeichnet – entsprechend den Erfahrungen, die der Reifeprozess der Person mit sich bringt (vgl. J. Noriega, Il destino dell’eros. Prospettive di morale sessuale. Dehoniane, Bologna 2006, 19-39). Der menschliche Verstand begreift, dass der volle Sinn der geschlechtlichen Anziehung nur dann geachtet wird, wenn man den anderen als Person behandelt und nicht nur als Gelegenheit, die eigene Lust auszuleben. Das „Herz“ ist der Ursprung jenes undefinierbaren Unbehagens, das den Menschen überkommt, wenn er zum Beispiel als reines Lustobjekt benutzt wird (vgl. L. Giussani, Der religiöse Sinn, Bonifatius, Paderborn 2003). Das Herz sagt, dass die richtige Haltung gegenüber dem anderen die Liebe ist und dass die geschlechtliche Anziehung in sie hineingestellt und in ihr gelebt werden muss. So kann man zwischen einer guten und angemessenen Umsetzung der Sexualität und einer schlechten und falschen Einstellung zu ihr unterscheiden. Der hl. Thomas spricht von Samenkörnern der Tugend, die in unsere Triebe eingeschlossen sind: Die Vernunft kann sie sehen und pflegen, und wenn sie sich mit der Zeit durch das entsprechende Handeln entfaltet haben, bringen sie die sittlichen Tugenden hervor. Eine Kultur der Liebe muss im Mann und in der Frau jene tugendhaften Veranlagungen pflegen, die einen vollkommen menschlichen Sinn der Sexualität und der Affektivität entwickeln.

Anmerkungen:

[4] Ich greife hier die Gedankengänge auf, die Carlo Kardinal Caffarra darlegte in dem Vortrag “Che cos’è la famiglia” (S. Pietro in Casale, 30. Mai 2006).

Wird fortgesetzt.

Zum bereits Erschienenen


9. Juli
Vergebung statt Wegschauen

Wenn sie [die Kirche] die Sakramente der Buße und der Eucharistie anbieten würde, nur um das Gefühl des Dazugehörens nicht zu stören, ohne auf die Überwindung des objektiven Hindernisses des Sakramentenempfangs aufmerksam zu machen, würde sie den Menschen in einer falschen Heilssicherheit wiegen. Nur Gott allein schaut in die Herzen; und ihm steht das letzte Urteil über jeden einzelnen Menschen zu. Aber die Kirche muss ich an den Weg der sakramentalen Heilsvermittlung halten. Das Bußsakrament ist nicht dazu da, um den Menschen das Sündenbewusstsein auszureden, sondern um in ihm Reue zu erwecken mit dem Vorsatz, sein Leben zu bessern, damit durch die Absolution die Schuld wirklich ausgelöscht wird. Die Absolution ist eine wirkliche Sündenvergebung und nicht nur eine Erklärung, dass Gott über sie hinwegsieht.

Gerhard Kardinal Müller in seinem Buch Der Papst. Sendung und Auftrag, Herder 2017, 608 Seiten, S. 105.


9. Juli
Predigt zum 5. Sonntag nach Pfingsten


8. Juli
Überspringender Funke

Dass der Papst selbst sich der alten Messe annahm bestätigte die Zukunftstauglichkeit der alten Messe. Doch die psychologische Wirkung allein wäre damit unzureichend beschrieben. Die Feier der alten Messe vermittelt ein Kontrastprogramm zu vielen absterbenden Gemeinden, weil sie alle gesellschaftlichen Gruppen erreicht und die jüngere Generation anspricht. Der eigentliche Gewinn des Motu proprio liegt nicht allein in der Vervielfachung der Messorte, sondern in dem Funken, der dadurch auf viele Priester und Gläubige übergesprungen ist, die selbstverständlich beide Formen des römischen Ritus feiern.

Aus: Regina Einig in ihrem Artikel zum zehnten Jahrstag des Motu Proprio Summorum Pontificum Die sanfte Befreitung, Tagespost vom 6. Juli 2017


8. Juli
Lieben und leiden

“Man kann nicht lieben, ohne zu leiden, aber das Leiden ist liebenswert, wenn man liebt (Augustinus).”

Der hl. Franz von Sales heute vor 400 Jahren in einem Brief an die hl. Johanna Franziska von Chantal.


7. Juli
Der Papst und sein Präfekt

Das war die Zeit [Februar 2014, als Papst Franziskus den Präfekten der Glaubenskongregation Erzbischof Gerhard Ludwig Müller zum Kardinal erhob], als Kardinal Walter Kasper beim nicht öffentlichen Teil desselben Konsistoriums seinen „key note speech“ zum Sakramentenempfang der Wiederverheirateten hielt und damit – auf Wunsch von Papst Franziskus – den quälenden Prozess des Ringens um die Sakramentenpastoral in Gang setzte, der mit „Amoris laetitia“ (formal) endete und in dessen Verlauf Kurie, Kardinalskollegium und Weltepiskopat in zwei Lager zerbrachen. Man kann es drehen und wenden, wie man will, und man muss die einzelnen Stationen dieses Wegs nicht im Einzelnen nachzeichnen, aber von Anfang an zeigte sich: Im entscheidenden Punkt, der dann in zwei Fußnoten des Kapitels acht von „Amoris laetitia“ seinen Ausdruck fand, stand Franziskus auf der einen und sein Glaubenspräfekt auf der anderen Seite.

In der Mitte der ersten Familiensynode, nach der Vorstellung des Zwischenberichts der Synodenleitung durch den ungarischen Kardinal Peter Erdö und Erzbischof Bruno Forte, kam es zum Aufstand in der Synodenaula und der, der am lautesten gegen die doch sehr zielgerichtete Regie der Synodenleitung protestierte, war Kardinal George Pell. Zu Beginn der zweiten Synode gehörte Müller zu den dreizehn Kardinälen, die in einem Brief an den Papst ihre Sorge über diese Form der Synodenregie zum Ausdruck brachten: Die Ergebnisse, so die Schreiber des Briefs, stünden bereits fest und die Teilnehmer der Synode seien bloß Statisten. Franziskus war überaus verärgert und erinnerte in einer zweiten, überraschend gehaltenen Ansprache zur Synodeneröffnung an den päpstlichen Primat.

Es kam „Amoris laetitia“ und der Papst wählte als theologischen Kommentator für die Pressekonferenz zur Vorstellung des Schreibens nicht den Präfekten der Glaubenskongregation, sondern Kardinal Schönborn, den Erzbischof von Wien. Kardinal Müller ließ sich einige Wochen Zeit, um dann von Madrid aus zu bekräftigen, dass auch „Amoris laetitia“ im Lichte des Lehramts von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gelesen werden müsse. Der Papst und sein Glaubenspräfekt zogen nicht mehr an einem Strang. Als Franziskus schließlich vor einigen Monaten drei langjährige Mitarbeiter der Glaubenskongregation nach Hause schickte, er weder ihnen noch dem Präfekten Müller die Gründe hierfür nennen wollte, und sich der Kardinal in Interviews darüber beklagte, war es nur noch sehr schwer, hier etwas anderes als ein schwerwiegendes Zerwürfnis zwischen den beiden zu vermuten.

Aus: Guido Horst, Abgänge erschüttern Vatikan, Tagespost vom 4. Juli 2017


7. Juli
Seligsprechung

Vor 150 Jahren, am 7. Juli 1867, sprach Papst Pius IX. 205 Märtyrer selig, die in Japan den Tod gefunden hatten.


7. Juli
Summorum Pontificum

Heute wird das Motu Proprio Papst Benedikts XVI. Summorum Pontificum, mit dem die überlieferte Liturgie wieder allgemein freigegeben wurde, zehn Jahre alt. Einen Kommentar über seine Bedeutung schrieb auf kath-info der liturgiewissenschaftliche Experte der Petrusbruderschaft P. Sven Conrad.


6. Juli
Das Zitat

Die Gesalbten des Herrn sind ein heiliges Geschlecht, auserwählt von Ewigkeit zu Verwaltern Seiner Schätze in der heiligen Kirche, zu Spendern Seiner heiligen, geheimnisvollen Sakramente. Und deshalb muss ihr Wandel rein und heilig sein. Sie sind als Menschen vielen und großen Gefahren ausgesetzt. Doch mögen sie ernst bedenken, dass sie aus reiner Barmherzigkeit des Dreieinigen Gottes in einem Meer von Gnaden schwimmen. Rein und keusch seien ihre leiblichen Augen, abgewendet von den Eitelkeiten der argen Welt und ihrem Getriebe.

Worte, die die hl. Maria Bernarda Bütler von ihrem Schutzengel hörte


4. Juli
Das Zitat

Das Gebet ist eine Himmelsleiter. Auf steigt das Gebet und herab steigt Gottes Erbarmen.
Hl. Augustinus


4. Juli
Niccolò d’Albergati

Vor 600 Jahren, am 4. Juli 1417, wurde der selige Niccolò d’Albergati (1375-1443) zum Bischof von Bologna geweiht. 1426 wurde er Kardinal, 1435 gelang ihm auf der Friedenskonferenz von Arras die Herbeiführung des Friedensschlusses zwischen Frankreich und Burgund. Er war allgemein “als erfahrenster, wegen seiner Integrität geschätzter Diplomat der Kurie, in Italien und nördlich der Alpen als Friedensvermittler tätig” (LThK, 3. Auflage). Außerdem war er Beichtvater von Papst Eugen IV. (1431-1447). 1744 wurde er seliggesprochen.


3. Juli
Unsere Liebe Frau von Walsingham

Von Carolin Holterhoff

Dritter Teil

Als König Edward Anfang Januar 1066 AD starb, wurde am folgenden Tag Harold zum neuen König Harold II gewählt. Damit war Edith die neue Königin. (Nicht zu verwechseln mit Königin Edith, der Ehefrau Edwards und Halbschwester Harolds.) Harold hatte gemeinsam mit dem später heiliggesprochenen Bischof Wulfstan von Worcester Pläne für eine große moralische Erneuerung im Lande, die eine Reform des Klerus und Unterstützung der Armen einschloss, da sich eine gewisse Laxheit in der Bevölkerung ausgebreitet hatte (Flint, Edith the Fair, S. 97). Diese hatte sich durch den ständigen Kontakt mit den heidnischen Skandinaviern entwickelt, die im Danelaw (einem Gebiet im Nordosten Englands) seit dem 9. Jahrhundert ihr eigenes Rechtsgebiet hatten. Viele von ihnen waren zwar mit der Zeit getauft worden, aber die angelsächsische, tiefgläubige christliche Bevölkerung war stark erschüttert worden.

Aber sowohl König Harald Hardrada von Norwegen als auch Herzog William von der Normandie erhoben Ansprüche auf den englischen Thron. Schließlich musste Harold II mit einem Heer gegen den Norweger ziehen, der bei York an Land gegangen war. In der Schlacht bei Stamford Bridge konnte Harold ihn am 27. September 1066 besiegen. Da in der Zwischenzeit aber auch William im Süden des Landes gelandet war, musste Harold mit seinem erschöpften Heer in einem Gewaltmarsch auch gegen ihn marschieren. Auf dem Weg machte er aber noch einmal in Waltham Abbey Halt, um dort zu beten. In der Schlacht bei Hastings am 14. Oktober 1066 wurde Harold getötet.

Verschiedene Quellen berichten, dass er in Waltham Abbey seine letzte Ruhestätte gefunden habe, während andere besagen, dass er unter den Klippen bei Hastings begraben worden sei. Damit endete das Kapitel der angelsächsischen Könige Englands, die in ihrer Reihe Märtyrer und Heilige zählen. Ihnen allen ist gemein, dass sie das alte, christlich verstandene Königtum vertraten. Sie waren sich bewusst, dass auch sie als gesalbte Könige ihrem Herrn nicht erst in der Ewigkeit, sondern bereits auf Erden unterstanden.

Mit dem Sieg Williams des Eroberers wurde England Teil des beträchtlichen Reiches der Normannen auf dem Kontinent. Es wurden viele Normannen in wichtige Positionen eingesetzt, Französisch wurde die Sprache des Hofes. Unter Bischof Lanfranc, der mit William gekommen war, wurden Organisation und Praktiken vom Kontinent in der englischen Kirche eingeführt. Er lehnte besonders die Verehrung lokaler Heiliger ab, die oft königlicher Herkunft waren; ihre Heiligkeit war aber nicht bewiesen (Flint, Edith the Fair, S. 25). Für William war diese Änderung von Vorteil, da dadurch Harold nicht mehr zu einem Heiligen stilisiert werden konnte. Sein Interesse war dabei aber mehr politischer und persönlicher Natur. Er berief sich in seinem Anspruch auf den Thron auf seinen Onkel Edward den Bekenner, der ihn als Erben und Thronfolger anerkannt habe. Da auch Harold ihm 1064 AD in der Normandie einen Treueeid geschworen habe, wäre Harold illegitim auf den Thron gekommen; dieser hatte die Gültigkeit des Eides aber bestritten, da er unter Zwang in der Gefangenschaft abgenommen worden sei.

Auch seine Witwe Edith konnte als Visionärin von Walsingham nicht mehr zu einer Heiligen gemacht werden, obwohl sie auf breite Unterstützung in der Bevölkerung bauen konnte. Wenn sie von Maria auserwählt worden war, hatte die Herrschaft Harolds eine Legitimation, über die man nicht so einfach hinweggehen konnte. Das Risiko, dass Walsingham mit seinem Marienschrein zu einem Zentrum der Opposition werden würde, vor allem da Ediths und Harolds Söhne von Dublin aus versuchten, gegen William zu agieren, wurde damit erheblich verringert.

Es kamen Gerüchte auf, nach denen Harold mit einer Edith of Clywed verheiratet gewesen wäre und er mit Edith Swanneshals demnach nur eine langjährige uneheliche Beziehung geführt hätte. Tatsächlich war diese Edith Clywed mit einem walisischen Adeligen verheiratet, was heute gemeinhin bestätigt ist (Flint, Edith the Fair). Es bleibt, dass Harold und Edith eine Ehe more danico geführt haben. Das heißt, sie waren nach dänischem Brauch die Ehe eingegangen, nicht aber nach kirchlichem Recht (Flint, Edith the Fair, S. 9 f). Als Beweis dient die Tatsache, dass es keine Unterlagen über eine kirchlich geschlossene Ehe der beiden gibt. Eine Ehe more danico war damals aber im nordeuropäischen Raum üblich. Da beide wie erwähnt sehr fromm und mit den Bischöfen Stigand und Wulfstan befreundet waren, ist anzunehmen, dass sie doch in einer kirchlichen Zeremonie ihr Eheversprechen vor Gott abgelegt haben.

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


2. Juli
Monatsranking Juni 2017

Platz Monatsranking Juni 2017
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 640 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

In-vitro-Fertilisation

+/- 0
3

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+ 1
10

Georg May: Falschlehrer der Kirche

+ 13
20

Martin Ramm: Der Widerstand der katholischen Jugend im Dritten Reich

- 2
30

Bernward Deneke: Die Unterscheidung der Geister

+ 5
40

Das Prinzip der doppelten Wirkung

+ 5
50

Josef Pieper

+ 6
60

Ehe und Naturrecht

+ 13
100

Robert Spaemann: Der Weg in die Frustration

- 78

Zum Ranking der Vormonate


25. Juni
Das Zitat

Die größte Ehre, die wir dem allmächtigen Gott geben können, besteht darin, froh zu leben in dem Wissen um seine Liebe.
Juliana von Norwich

Ich will alles gut machen, ich werde alles gut machen, ich darf alles gut machen, ich kann alles gut machen, und du selbst sollst sehen, dass alles gut sein wird.
Der Herr zur Mystikerin Juliana von Norwich


25. Juni
Franz Johann Evangelista Boll

Vor 150 Jahren, am 1. Juli 1867, wurde in Rothenburg ob der Tauber der katholische Altphilologie Franz Johann Evangelista Boll geboren. Er lehrte als Professor in Würzburg und Heidelberg. “Seine Bedeutung liegt in der textgeschichtlichen und kulturhistorischen Erschließung der griechischen Astrologie, deren Nachwirkungen er über Islam und Byzanz bis nach Europa und Ostasien verfolgte” (LThK, 2. Auflage). Er starb am 3. Juli 1924 in Heidelberg.


25. Juni
Johann Döhre

Vor 150 Jahren, am 1. Juli 1867, wurde in Dortmund Johann Döhre SVD geboren. 1903 zum Priester geweiht, kam er noch im selben Jahr nach Deutsch-Neuguinea, wo er fünf Jahre als Missionar wirkte. Er starb am 14. April 1927 in Geilenkirchen.


25. Juni
Wilhelm Wilmers

Vor 200 Jahren, am 30. Juni 1817, wurde in Boke bei Paderborn der Konzilstheologe Wilhelm Wilmers SJ geboren. Er war ein Wegbereiter der Neuscholastik in Deutschland und starb am 9. Mai 1889 in Exaeten bei Roermond.


25. Juni
Heiligsprechung

Vor 150 Jahren, am 29. Juni 1867, sprach Papst Pius IX. 25 Menschen heilig:

Am bekanntesten ist Paul vom Kreuz (1694-1775), der Gründer der Passionisten.

Leonhard von Porto Maurizio OFM (1676-1751) ist der Patron der Volksmissionare.

Germaine Cousin (1579-1601) war eine arme Schafhirtin mit schwerer Kindheit.

Maria Franziska von den fünf Wunden Christi (1715-1791) war eine stigmatisierte Mystikerin.

Der Märtyrer Josaphat Kunzewitsch (1580-1623) war griechisch-katholischer Erzbischof von Polock.

Pedro de Arbués (1441-1485) war Inquisitor von Aragonien und wurde zum Märtyrer.

Die 19 Märtyrer von Gorkum wurden Opfer fanatischer Calvinisten und starben unter anderem für ihren Glauben an das allerheiligste Altarsakrament. Ihre beeindruckende Geschichte kann man bei Ferdinand Holböck nachlesen.


24. Juni
Petrus Donders

Vor 150 Jahren, am 27. Juni 1867, legte der selige Petrus Donders C.Ss.R. (1807-1887) bei den Redemptoristen seine ewigen Gelübde ab. Er wirkte 45 Jahre lang als Missionar in Surinam und half besonders den Aussätzigen, so dass er den Ehrentitel “Apostel der Aussätzigen” erhielt. Am 23. Mai 1982 wurde er seliggesprochen.


24. Juni
Jean-Gabriel Coltee

Vor 150 Jahren, am 27. Juni 1867, wurde in Lisieux der Missionar Jean-Gabriel Coltee MSC geboren. Er trat 1888 bei den Herz-Jesu-Missionaren von Issoudun ein, kam 1893 als Missionar nach British Neu Guinea und wirkte ab 1902 als Schatzmeister seines Ordens in Australien. Er starb am 26. Januar 1945 in Frankreich.


24. Juni
Jerónimo Xavier

Vor 400 Jahren, am 27. Juni 1617, starb in Goa im Alter von 68 Jahren der Indienmissionar Jerónimo Xavier SJ. 1581 kam er nach Indien, wirkte von 1595 bis 1614 am Hof der Mogulkaiser Akbar und Jahangir und wurde so zum Gründer der Mogulmission. Er war ein Großneffe des hl. Franz Xaver (1506-1552).


24. Juni
Heinrich von Harcley

Vor 700 Jahren, am 26. Juni 1317, starb in Avignon der Theologe Heinrich von Harcley. Er war Skotist, Kanzler der Unversität von Oxford und vertrat deren Anliegen am päpstlichen Hof von Avignon gegen den Predigerorden.


24. Juni
Joseph Yuan Zaide

Vor 200 Jahren, am 24. Juni 1817, starb im chinesischen Chengdu als Märtyrer im Alter von ca. 50 Jahren der Priester Joseph Yuan Zaide. In der Christenverfolgung unter Kaiser Kia-Kin wurde er erdrosselt. Am 27. Mai 1900 wurde er seliggesprochen, am 1. Oktober 2000 mit 119 weiteren Märtyrern heiliggesprochen.


23. Juni
Götzendienst oder Gottesverherrlichung?

“Die katholische Kirche muß ein Werk des Teufels sein. Ihr betet ein Stück Brot an. Einen schlimmeren Götzendienst kann man sich gar nicht vorstellen”, so sagte vor Jahren ein evangelischer Christ zu mir. Ich dankte ihm für seine Worte. Da war endlich mal einer, der konsequent zu Ende gedacht hatte. Denn es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist Jesus nach der Wandlung nicht da - dann muß man diesen gotteslästerlichen Glauben daran entschieden ablehnen. Oder Jesus ist wirklich gegenwärtig, als wahrer Mensch und wahrer Gott - dann gibt es zur katholischen Kirche und zur Anbetung des Herrn im allerheiligsten Altarsakrament keine Alternative.

Ulrike und Thomas Schührer in ihrem Editorial zum Durchblick Nr. 94, Juni 2017


23. Juni
Jean Blanlo

Vor 400 Jahren, am 24. Juni 1617, wurde in Bayeux der Theologe Jean Blanlo geboren. Er dozierte Theologie im berühmten Priesterseminar von St. Sulpice, das Jean Jacques Olier gegründet hatte. Er schrieb das Buch L’Enfance chrétienne, durch welches er ein zu Unrecht in Vergessenheit geratener Vorläufer der Spiritualität der kleinen hl. Theresia wurde, aber auch - wie Spaemann in seinem Buch Fénelon. Reflexion und Spontaneität zeigt - Fénelons in dessem Streben nach der reinen Liebe, die in kindlicher Einfachheit ohne Reflexion auf sich selbst das Gute erstrebt und tut. Blanlo starb am 4. April 1657, zwei Tage nach Olier.


23. Juni
Louis Brisson

Vor 200 Jahren, am 23. Juni 1817, wurde in Plancy-l’Abbaye (Aube) der selige Louis Alexandre Sosthène Brisson, der Gründer der Oblaten und der Oblatinnen des hl. Franz von Sales, geboren. Seine Lebensbeschreibung aus der Feder von Dr. Josef Bordat findet sich auf kath-info.


21. Juni
Neu im Personenregister:
Robert M. Zoske, Rudolf Acquaviva


21. Juni
Francesco Spinelli

Vor 25 Jahren, am 21. Juni 1992, wurde Francesco Spinelli (1853-1913) seliggesprochen. Er war Priester, Professor der Philosophie in Bergamo und Gründer der Anbetungsschwestern (Suore Adoratrici del Santissimo Sacramento).


19. Juni
Das Zitat

Ich habe das tiefe Vertrauen zu meinem lieben Vater im Himmel, dass alles gut wird, und darum harre ich mit innerer Ruhe all der Dinge, die da kommen.

Sel. Alois Andritzki


19. Juni
Eva Lavallière

Vor 100 Jahren, am 19. Juni 1917, konvertierte in Lothringen Eva Lavallière (1866-1929), ein gefeierter Bühnenstar ihrer Zeit, nach einem ausschweifenden Leben zum katholischen Glauben und empfing die hl. Kommunion. Diesen Tag betrachtete sie fortan als den wichtigsten in ihrer Biographie, an dem ihr wahres Leben begann. “Herr... ich werfe mein Elend in den Ozean Deiner Heiligkeit.” In liebendem Gottvertrauen wurde sie zu einer Büßerin und heiligmäßigen Mystikerin. Ihr beeindruckender Lebensweg ist in der Broschüre Die Geschichte der Eva Lavallière beschrieben, die man bei mir (siehe Impressum) kostenlos beziehen kann.


18. Juni
Celeste Crostarosa

Vor einem Jahr, am 18. Juni 2016, wurde die Mystikerin Celeste Crostarosa (1696-1755) seliggesprochen. Sie gründete 1731 den Orden der Redemptoristinnen und bewog den hl. Alfons Maria von Liguori zur Gründung der Redemptoristen im darauffolgenden Jahr. Der hl. Alfons trug zu seinem Trost immer den Brief bei sich, in dem die Selige ihm mitgeteilt hatte, dass sie den Platz im Himmel, den er einmal erreichen würde, geschaut habe. Unter den zahlreichen Botschaften, die sie erhielt, findet sich auch diese Passage:

“Schau auf dich, was du in Wirklichkeit bist: wie ein kleines Kind im Mutterschoß, das mehr in der Mutter als in sich selbst Leben hat. Es leistet nichts außer dem, was die Mutter tut, es läßt sich von der Mutter nähren. So sei es mit dir, Tochter. Ich bin deine Mutter; in der Schöpfung habe Ich dich aus Meiner Liebe heraus geschaffen. Ich erhalte dich im Schoß Meiner ewigen Liebe. Ich nähre und behüte dich. Aus dir selbst hast du kein Vermögen zu irgendeinem guten Werk, es sei denn aus dem Wirken deiner Mutter. Würdest du diesen Mutterschoß verlassen, so wäre es um all deine Lebenskraft geschehen, und du würdest zugrunde gehen. Jeder Erdenpilger ist wie ein Embryo nach seiner Empfängnis im Mutterschoß der Frau; stößt ihn die Natur unreif aus dem Mutterschoß aus, so ist es um sein Leben geschehen; so verhält es sich mit dem Erdenpilger, wenn er sich von seinem Ursprung trennt. Nun will Ich dich also wie ein Kind im Schoß deiner Mutter! Auch du sollst nichts anderes wollen als diesen Mutterschoß, der dir Leben und Schutz gibt, und du wirst frei sein von jeder menschlichen Gefährdung. Du birgst dich in deinem Mutterschoß, indem du dich ganz Meiner Weisung anheimstellst, dich der Sorge und dem Schutz deiner Mutter anvertraust. Sorge dich um nichts anderes, als um die Ruhe in dieser sicheren Heimstätte, wo dich kein Übel treffen kann. Pflege diese Ruhe in allen Dingen: in den Mühsalen, in dich bedrängenden Zweifeln und Ängsten; in Verfolgungen und bei Demütigungen schmiege dich an die Brust deiner Mutter. Tust du das, so kann dich kein Unheil überwältigen: kein Schmerz vermag in dieses Innerste der Freude vorzudringen. Ich bin jenes Gut, das ihr Güte nennt” (Maria Celeste Crostarosa: Zwiesprache, Geistliche Dialoge. Brendow-Verlag, Moers 1994).


17. Juni
Das Zitat

Mag es noch so schwere Zeiten geben, nie sind wir verlassen.

Sel. Alois Andritzki


17. Juni
Gender Mainstreaming XLIX

Danach führt Patricia Purtschert, Professorin für Geschlechterforschung an der Uni Bern, aus, was Feminismus leistet. Längst gehe es nicht mehr nur um die Gleichstellung von Frauen und Männern, sondern der feministische Blick beschäftige sich mit Klassen und Rasse und sei in den letzten Jahren zudem geweitet worden auf sexuelle Minderheiten aus der LGBT+-Gemeinschaft, zu der Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und weitere Gruppen gehören. Dann «die Entwicklung des Transaktivismus» – sie erklärt: «Man wird den Zusammenhang zwischen Reproduktion und Geschlecht neu denken müssen, wenn Schwangerschaft, Stillen und Gebären nicht mehr an den weiblichen Körper gebunden sind.» Letztlich gehe es darum, den Geschlechterbegriff als nichts Feststehendes, «sondern als einen Ort der ständigen Auseinandersetzung und des Aushandelns zu verstehen».

Birgit Schmid in ihrem Artikel über die Gender-Lobby Sie kämpfen am Stehpult, in der NZZ vom 17. März 2017.

Zu den bisherigen Beiträgen zum Gender Mainstreaming


14. Juni
Humani generis

Vor 100 Jahren, am 15. Juni 1917, veröffentlichte Papst Benedikt XV. die Enzyklika Humani generis über die Predigt. Darin führt er unter anderem aus, dass die christlichen Prediger ein doppeltes Ziel verfolgen müssen: “die von Gott geoffenbarte Wahrheit verbreiten und in ihren Zuhörern das übernatürliche Leben wecken und entfalten, kurz: durch die Sorge für das Heil der Seelen die Ehre Gottes fördern.” Zur richtigen seelischen Disposition des Predigers gehören laut der Enzyklika drei Dinge: die restlose Hingabe an den Willen Gottes, Opferbereitschaft und Gelassenheit in der Mühsal, Gebetsgeist. Was den Inhalt der Predigt angeht, so dürfe der Prediger nicht der Versuchung nachgeben, unpopuläre Wahrheiten zu verschweigen, um den Menschen zu gefallen. Benedikt XV. stellt den hl. Paulus als Vorbild hin, der von allen Glaubenswahrheiten und Sittengeboten Christi handelte, “selbst von den anspruchsvolleren; und zwar sprach er ohne die geringste Zurückhaltung und Abschwächung von der Demut, der Selbstverleugnung, der Keuschheit, der Geringschätzung irdischer Güter, vom Gehorsam, von der Nachsicht gegenüber den Feinden und von ähnlichen Gegenständen. Und er scheute sich auch nicht, offen auszusprechen, dass man zwischen Gott und Belial seinen Dienstherrn wählen müsse, und dass es unmöglich sei, beiden zu dienen; dass alle nach dem Tod ein strenges Gericht zu erwarten haben; dass es bei Gott keine Abfindung gibt; dass entweder das ewige Leben in Aussicht stehe für jene, die das ganze Gesetz beobachten, oder die ewige Verdammung zu gewärtigen sei, wenn man aus Nachgiebigkeit gegenüber den Leidenschaften die Pflicht vernachlässige. Und niemals glaubte ‘der Prediger der Wahrheit’ Gegenstände dieser Art übergehen zu müssen, weil sie angesichts des damaligen Sittenzerfalls seinen Zuhörern allzu hart erscheinen konnten.”


5. Juni
Cecily Arundel

Vor 300 Jahren, am 13. Juni 1717, starb in Rouen die Klarissin Cecily Arundel, Tochter des Henry Arundels, Lords von Wardour. Ihre Profess hatte sie im Alter von 26 Jahren am 20. Mai 1663 abgelegt. Joseph Spillmann erwähnt sie in seiner fünfbändigen Geschichte der Katholikenverfolgung in England: “Endlich sei unter den englischen Ordensfrauen jener Tage, welche durch ihr Gebet den Opfern den Sieg erringen halfen, noch die liebenswürdige und geistreiche Tochter Lord Arundels von Mardoux, des Gefangenen im Tower, Cäcilia Arundel, genannt. Noch heute ist ihr Bildnis im Schloss ihrer Väter zu Mardoux zu sehen. In reicher Hofkleidung und strahlender Schönheit schaut die edle Tochter dieser berühmten Familie, einer der erlauchtesten Englands, auf den Besucher herab und sagt ihm, wie viel Liebreiz sie unter dem rauhen Kleide der Klarissen aus Liebe zu Christus hinopferte. Sie starb 1717 zu Rouen im Klarissenkloster im hohen Alter von 82 Jahren, fast erblindet, nach vielen mit himmlischer Geduld ertragenen Leiden. Noch sind einige ihrer Gedichte, u. a. ein längeres "über das Leiden unseres Herrn" aufbewahrt.”


5. Juni
Florida Cevoli

Vor 250 Jahren, am 12. Juni 1767, starb in Città di Castello im Alter von 81 Jahren die Kapuzinerin Florida Cevoli. Sie war 40 Jahre lang Priorin des Klosters in Città di Castello (Region Umbrien, Provinz Perugia) als Nachfolgerin der hl. Veronica Giuliani (1660-1720), die schon ihre Novizenmeisterin gewesen war. “Sie gestand einmal: Sobald sie auch nur von Gott und seiner Liebe sprechen hörte, war es ihr manchmal, wie wenn in ihr Herz wie von einer Druckerpresse Bilder oder Figuren eingepresst würden. Tatsächlich fand man bei der medizinischen Untersuchung ihres Körpers nach ihrem Tod Vernarbungen, in denen der Name Marie und ein Kreuz mit drei Nägeln dargestellt war” (Ferdinand Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 4, S. 89). Am 16. Mai 1993 wurde sie seliggesprochen.


5. Juni
Kenneth Walker

Vor drei Jahren, am 11. Juni 2014, wurde in Phoenix P. Kenneth Walker FSSP ermordet.


4. Juni
Anna Maria Dietzen

Vor 100 Jahren, am 10. Juni 1917, starb in Neuguinea im Alter von 45 Jahren während einer Fronleichnamsprozession die aus Tarforst bei Trier stammende Missionarin Anna Maria Dietzen SSpS. 1899 kam sie nach Neuguinea und wurde dort 1905 die erste Provinzoberin der Steyler Missionsschwestern.


4. Juni
Niels Stensen

Vor 350 Jahren, am 9. Juni 1667, kam es für den seligen Niels Stensen (1638-1686) zum entscheidenden Wendepunkt, der ihn in die katholische Kirche führte. An diesem Tag “sah Niels Stensen in Livorno die Fronleichnamsprozession. Dieses Erlebnis wurde entscheidend für seinen weiteren religiösen Weg. Er widmete sich dem Studium der Theologie und entschloss sich noch im gleichen Jahr, katholisch zu werden. Frau Arnolfini, die er in Lucca kennen gelernt hatte, spielte dabei eine entscheidende Rolle. Zwei Schriften über seine Konversion, die er veröffentlichte, um seinen Freunden seine Motive darzulegen, geben Aufschluss über seinen geistlichen Weg” (Bischof Reinhard Lettmann, Zeugen des Glaubens in der Kirche von Münster, 1991).


4. Juni
Rodrigo de Arriaga

Vor 350 Jahren, am 7. Juni 1667, starb in Prag im Alter von 75 Jahren der Philosoph und Theologe Rodrigo de Arriaga SJ. Sein Cursus philosophicus wurde “oft aufgelegt und zitiert, zeichnet sich durch scholastische Schärfe und kritische Selbständigkeit aus” (LthK, 2. Auflage), ist aber nicht frei von nominalistischen Tendenzen.


4. Juni
Pietro Sforza Pallavicino

Vor 350 Jahren, am 5. Juni 1667, starb in Rom im Alter von 59 Jahren der Theologe Pietro Sforza Pallavicino SJ. Er schrieb eine wichtige Istoria del Concilio di Trento.


3. Juni
Unverständnis und eine andere Theologie

Christus ist gekommen, um uns zu erlösen und nicht, zu unterhalten. Der „zelebrationsfreie Tag“, um sich von der vermeintlichen Überlastung mit der Liturgie, das heißt der Verherrlichung Gottes und der Heilsvermittlung, zu „erholen“, hat mit einem gravierenden Unverständnis des Priestertums und unserer Gottesbeziehung überhaupt zu tun.

Gerhard Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, im Gespräch mit Schriftsteller Martin Mosebach, Regina Einig und Oliver Maksan, Tagespost von heute.

Der Streit um die Liturgie wäre in der Kirche gar nicht so groß geworden, wenn die Bemühung der Traditionalisten um ein Fortleben des alten Ritus nicht so kategorisch weggewischt worden wäre, so dass der Verdacht wuchs: Die Reform will wirklich etwas ganz anderes, ohne es immer zuzugeben. Es gab den Verdacht, die Reformer müssen das Fortleben des alten Ritus als gefährlich für ihr Vorhaben empfinden, der Kirche, ohne dass es richtig bemerkt wird, eine andere eucharistische Theologie unterzuschieben.

Martin Mosebach im selben Gespräch.


3. Juni
Pauline von Mallinckrodt

Vor 200 Jahren, am 3. Juni 1817, wurde in Minden die selige Pauline von Mallinckrodt geboren. Sie gründete “einen Frauenverein zur Pflege armer Kranken, eine Kleinkinderbewahrschule, die Blindenanstalt und 1849 die Genossenschaft der Schwestern der christlichen Liebe, Töchter der allerseligsten Jungfrau Maria von der Unbefleckten Empfängnis. Als Generaloberin festigte sie ihre Kongregation innerlich so stark, dass diese alle Stürme und Drangsale des Kulturkampfes glücklich überstand und beim Tod ihrer Stifterin bereits 45 Häuser in Europa, Nord- und Südamerika mit 492 Schwestern zählte” (LThK, 2. Auflage). Pauline von Mallinckrodt starb am 30. April 1881 in Paderborn und wurde am 14. April 1985 seliggesprochen.
“Der liebe Gott hat dem Menschen Verstand und Herz gegeben; nur die harmonische Übereinstimmung beider bildet den Menschen zu einem vollkommenen liebenswürdigen.”
“Was würde alle wissenschaftliche Befähigung nützen, wenn sie nicht gepaart ist mit einer tiefen Demut und einer geduldigen Nächstenliebe, mit einer vollen Ergebung in den Willen Gottes und in all seine Fügungen” (Pauline von Mallinckrodt).


2. Juni
Neuerscheinung: Ein Ehebuch von P. Martin Ramm

P. Martin Ramm FSSP hat ein Ehebuch veröffentlicht, das aus seinen Ehekursen hervorgegangen ist: Logik der Liebe. Grundlegendes und Konkretes zu Ehe, Familie und Menschsein. Ob eine Ehe gelingt, ist nicht einfach nur ‚Glückssache’, und wer hoch bauen will, der muss tief gründen. Wie der Untertitel sagt, geht es in ‚Logik der Liebe’ um ‚Grundlegendes‘ und zugleich auch um sehr ‚Konkretes’ zu Ehe, Familie und Menschsein. Man merkt es dem Buch an, dass es in vieljähriger praktischer Seelsorgserfahrung gereift ist. Auf 320 Seiten enthält es in vielen übersichtlich kleinen aber gehaltvollen Kapiteln einen umfänglichen Ehekurs und passt trotz komfortabler Schriftgröße in jede Westentasche. Es will jungen Menschen helfen, von vornherein Vieles richtig zu machen, Brautpaare auf der Zielgeraden zur Hochzeit begleiten und Eheleuten jeden Alters zur Auffrischung und Vertiefung ihrer ehelichen Beziehung anregen.


2. Juni
Christoph Brouwer

Vor 400 Jahren, am 2. Juni 1617, starb in Trier im Alter von 57 Jahren der aus Arnheim stammende Philosophiedozent Christoph Brouwer SJ. Er war ein führender Historiker der deutschen Jesuiten.


1. Juni
Missionsinstitut für Afrika

Vor 150 Jahren, am 1. Juni 1867, gründete der hl. Daniel Comboni (1831-1881) in Verona das Missionsinstitut für Afrika, aus dem die Kongregation der Comboni-Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu hervorging.


1. Juni
Alfons de Navarrete

Vor 400 Jahren, am 1. Juni 1617, starb als Märtyrer auf der Insel Takushima bei Nagasaki im Alter von 45 Jahren der spanische Dominikaner Alfons de Navarrete OP. Bevor er nach Japan kam, wirkte er als Missionar auf den Philippinen. Er verbreitete Luis de Granadas Buch Handbuch für Sünder in japanischer Sprache. Als 1614 der japanische Kaiser das Christentum verbot und die Missionare des Landes verwies, blieb er unter Lebensgefahr zurück, um die Gläubigen nicht im Stich zu lassen. Am 1. Juni 1617 wurde er entdeckt und enthauptet. Pius XI. sprach ihn am 7. Juli 1867 mit 204 weiteren Märtyrern selig.


31. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Der Artikel von Ulrich Nersinger über San Bartolomeo all’Isola wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Das Zitat Spaemann über das Verhältnis zwischen moralischem Relativismus und Toleranz findet sich auf der einschlägigen Themenseite, den Hörbeitrag über Husserl auf der Husserlseite.


31. Mai
Im Inneren leiden

Müller und Sarah sind die einzigen ein Kurienamt ausübenden Kardinäle, die sagen, was sie denken. Ansonsten herrscht im Vatikan eher Stille. Und man muss sich fragen, ob da nicht zwei dem Ausdruck verleihen, was viele denken, aber nicht offen zu sagen wagen. In diesem Pontifikat scheinen diejenigen im Inneren zu leiden, denen Lehre und Liturgie am Herzen liegen und die meinen, mitansehen zu müssen, wie sich Missstände verfestigen. Immerhin: Müller und Sarah reden offen – mehr aber können sie derzeit offensichtlich nicht tun.

Guido Horst in seinem Kommentar Zwei gegen den Strom, Tagespost vom 30. Mai 2017


28. Mai
Spaemann und die Anfänge der Petrusbruderschaft
Eine Richtigstellung

Für die Leser des Informationsblatts der Priesterbruderschaft St. Petrus möchte ich hier eine Richtigstellung veröffentlichten. In der Meldung der Juni-Ausgabe “Wir gratulieren Prof. Spaemann zum 90. Geburtstag” heißt es:
“So fand einer der zwölf Gründer, Pater Recktenwald, nach seinem Weggang von der Piusbruderschaft im Juli 1991 für etliche Wochen Asyl im Hause Spaemann.”

Diese Zeitangabe ist natürlich falsch. Es war im Sommer 1988. Am 30. Juni 1988 hatte Erzbischof Lefebvre die vier Bischöfe geweiht und damit den Bruch mit Rom vollzogen. Am selben Tag hatte ich die Niederlassung der Piusbruderschaft in Stuttgart-Feuerbach, wo ich als Seelsorger wirkte, verlassen. Am 18. Juli 1988 gründeten wir die Priesterbruderschaft St. Petrus. Von August bis November 1988 (im November wurde das Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad eröffnet) kam ich beim Ehepaar Spaemann in Stuttgart-Botnang unter. Während dieser Zeitspanne gab es sechs Wochen, in denen ich allein im Hause Spaemann wohnte, denn das Ehepaar machte drei Wochen Urlaub, und weil Robert Spaemann im Urlaub krank wurde, verlängerte sich die Zeit seiner Abwesenheit. Dieser Vertrauensbeweis hat mich immer sehr beeindruckt, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir uns erst am 15. August 1988 kennengelernt hatten. Das kam so: Prof. Spaemann hatte von der Gründung der Petrusbruderschaft erfahren und konnte über einen Pfarrer in Schwäbisch-Gmünd eine Kontaktadresse jener Gruppe von ca. 50 Gläubigen herausfinden, die ursprünglich zur Piusgemeinde in Feuerbach gehörten, dann sich aber der Petrusbruderschaft anschlossen und den von mir gefeierten Gottesdienst besuchten, weil sie den Schritt Erzbischof Lefebvres nicht mittragen konnten. Deshalb lud das Ehepaar Spaemann eine Runde der wichtigsten Leute, darunter Herrn Noll, den Seminaristen Bernd Gerstle und mich, zum Kennenlernen zu sich nach Hause ein. Das war am 15. August. Bei dieser Gelegenheit fragte mich Frau Spaemann, wo ich eigentlich wohne. Ich antwortete, dass heute der letzte Tag meiner Notunterkunft bei einer Familie in Oberstenfeld sei und ich keine Ahnung hätte, wie es weitergeht. Sofort folgte das Angebot, im Hause Spaemann unterzukommen. Bei Spaemann, der in Stuttgart wohnte, aber in München lehrte, begann ich dann im November mit einem zusätzlichen Philosophiestudium. Weitere Details aus der Geschichte der Petrusbruderschaft habe ich an anderer Stelle veröffentlicht, z.B hier.


28. Mai
Predigt

Auf soundcloud kann man sich meine Predigt zum Sonntag nach Christi Himmelfahrt anhören.


27. Mai
Peinlich und diffamierend

Doch der Abstand, den die Vollversammlung des Berliner Diözesanrates zu den Lebensrechtlern wahrt, ist nicht nur peinlich, er ist auch diffamierend. Wer selbst einmal am „Marsch für das Leben“ teilgenommen hat oder sich nur ein wenig mit der Arbeit der meist ehrenamtlich tätigen Lebensrechtler beschäftigt hat, weiß, dass die organisierten Berliner Laienkatholiken um Lebensrechtler bislang einen weiten Bogen gemacht haben müssen. Wäre es anders, wüssten sie, dass ein großer Teil derer, die einmal im Jahr zum „Marsch für das Leben“ in Berlin zusammenkommen, den Rest des Jahres über beeindruckende praktische Arbeit leisten. Viele von ihnen begleiten Frauen in Schwangerschaftskonflikten und oft weit darüber hinaus.

Stefan Rehder in seinem Kommentar Ungenügend differenziert? (Tagespost von heute) zur Entscheidung der Vollversammlung des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin, den Berliner Marsch für das Leben nicht zu unterstützen.


27. Mai
CIC

Vor 100 Jahren, am 27. Mai 1917, promulgierte Papst Benedikt XV. mit der Konstitution Providentissima Mater Ecclesia den Codex Iuris Catholici (CIC), also das Gesetzbuch der Kirche des lateinischen Ritus, das dann am 19. Mai 1918 in Kraft trat. Den Auftrag zur Kodifizierung hatte der hl. Papst Pius X. am 19. März 1904 mit dem Motu Proprio Arduum sane munus gegeben. Es wurde am 27. November 1983 abgelöst vom neuen CIC, den Papst Johannes Paul II. am 15. Januar 1983 promulgiert hatte.


24. Mai
Christi Himmelfahrt

Auf soundcloud kann man sich meine Predigt zu Christi Himmelfahrt anhören.


24. Mai
Polnisch

Mein Artikel Moral ohne Gott? ist jetzt auch auf Polnisch erschienen.


24. Mai
Zacarías Fernández Crespo

Vor 100 Jahren, am 24. Mai 1917, wurde der selige Zacarías Fernández Crespo geboren. Er trat bei den Passionisten ein und fand im Spanischen Bürgerkrieg am 23. Juli 1936 den Märtyrertod. Am 1. Oktober 1989 wurde er mit 25 weiteren Passionisten-Märtyrern seliggesprochen.


23. Mai
Der Herder-Verlag auf dem Weg in eine transhumanistische Zukunft

Im Philosophischen Literaturanzeiger (70/1/2017) bespricht der Philosoph Dr. Marcus Knaup ein Buch, an dem das Wunderlichste die Tatsache ist, dass es im einst renommierten katholischen Herder-Verlag erschienen ist. Denn das Buch Transhumanismus, “Die gefährlichste Idee der Welt” !? läuft tatsächlich auf ein Plädoyer für den Transhumanismus hinaus, also für das, was man Menschenzüchtung mit modernsten Mitteln nennen könnte. Der Autor Stefan Lorenz Sorgner wirbt z.B. für ein neues Familienbild: Frauen mit Gendefekten könne geholfen werden, indem ihre Eizelle entkernt und dann mit dem Zellkern einer anderen Frau präpariert werde. Das Kind hätte dann drei biologische Eltern. Selbstverständlich müssten auch lesbische Paare in den Genuss dieser Möglichkeiten kommen. Auf dem Hintergrund dieser und anderer solcher Zukunftsvisionen ist es nicht verwunderlich, dass Sorgner die Menschenwürde für ein überholtes Konzept hält. Verwunderlich dagegen ist es zu erfahren, dass Manuel Herder die Publikation persönlich ermöglicht habe. Die sechsseitige Rezension schließt mit den Worten: “Insofern mit einer Selbstverständlichkeit für eine liberale Eugenik plädiert, ein groteskes Bild vom Menschsein gezeichnet und mit dem Angriff auf den Gedanken der Menschenwürde ein Kern unseres Vernunftethos abgelehnt wird, ist es in der Tat ein gefährliches Buch, das mit ernsthafter Philosophie nichts zu tun hat.”

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II
Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Familiensynode
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Gender
Genderideologie
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
Glaube
Glauben
Glaubensjahr
Glaubensregel
Glaubensschild
Glossen
Goa
Gold
Gott
Gott II
Gottesbegegnung
Gottesknecht
Gotteskrise
Grabeskirche
Guadalupe

Zu den neuesten Beiträgen