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* * *

24. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (11)

Den elften Platz belegt die Seite über Hermann Döring, Prosper Delpech und Joseph Tieffentaller.

Der nächste Beitrag auf kath-info ist für den 31. Juli geplant.


24. Juli
Bernadette Soubirous

Vor 150 Jahren, am 29. Juli 1866, wurde die hl. Bernadette Soubirous (1844-1879), die Seherin von Lourdes, im Kloster Saint-Gildard in Nevers mit 42 weiteren Postulantinnen eingekleidet. Sie bekam den Namen Marie-Bernard.


23. Juli
Gallus Maria Manser

Vor 150 Jahren, am 25. Juli 1866, wurde im Kanton Appenzell Innerrhoden der Thomist Gallus Maria Manser OP geboren. 43 Jahre lang lehrte er Philosophie an der Universität Fribourg. Er “sah das Wesen der thomistischen Philosophie in der konsequent und allseitig durchgeführten Akt-Potenz-Lehre” (LThK, 2. Auflage). Am 20. Februar 1950 starb er in Fribourg.


23. Juli
Mateo Correa

Vor 150 Jahren, am 23. Juli 1866, wurde im mexikanischen Tepechitlán der hl. Mateo Correa geboren. 1893 zum Priester geweiht, war er es, von dem der hl. Miguel Pro (1891-1927) die Erstkommunion empfing. Am 6. Februar 1927 starb er durch Kopfschuss als Märtyrer des Beichtgeheimnisses in der mexikanischen Katholikenverfolgung. Er wurde von General Ortiz erschossen, nachdem dieser ihm die Erlaubnis gegeben hatte, die Beichten der Cristeros entgegenzunehmen, und dann vergeblich versucht hatte, ihn zum Bruch des Beichtgeheimnisses zu verleiten. 1992 wurde er selig-, 2000 heiliggsprochen.


22. Juli
Heinrich Denifle

Vor 150 Jahren, am 22. Juli 1866, wurde in Graz der berühmte Mediävist Heinrich Seuse Denifle OP (1844-1905), zum Priester geweiht. “Als Wissenschaftler bahnbrechend, mit Forschungen und Ausgaben zur Mystik (Eckehart, Tauler, Seuse, ‘Gottesfreund im Oberland’), zur abendländischen Scholastik- und Universitätsgeschichte, zum Schrift- und Urkundenwesen, zur mittelalterlichen Kirchen-, Ordens- (Verfassungs- und Gelehrtengeschichte des OP) und Kulturgeschichte, zum Hundertjährigen Krieg und zu Luther” (LThK, 2. Auflage).


22. Juli
Marcellin Champagnat

Vor 200 Jahren, am 22. Juli 1816, wurde der hl. Marcellin Champagnat (1789-1840), der Gründer der Maristenschulbrüder, von Bischof Dubourg von New Orleans zum Priester geweiht, ein Jahr nach dem hl. Johannes Maria Vianney, mit dem zusammen er das Priesterseminar in Lyon besucht hatte. 1955 wurde er selig-, 1999 heiliggesprochen.


21. Juli
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

45. Folge

Aber die Einsicht in den Zusammenhang der einzelnen Begriffe ist nicht die Einsicht in die absolute Einheit des Objektes in sich, welches durch die Begriffe nur in gebrochenen Strahlen dargestellt wird. Und die Einsicht in die Widerspruchslosigkeit der Begriffe geht eben nur bis auf einen gewissen Punkt, auf dem sie stehen bleibt. Sie ist nur eine negative, eine Einsicht in die Nichtevidenz der vorgebrachten Widersprüche, nicht eine positive, kraft welcher man die Widerspruchslosigkeit ohne die Versicherung des Glaubens behaupten könnte. Sie beruht mehr auf einer scharfen Abgrenzung der Begriffe durch negative Bestimmungen als auf einer positiven, erschöpfenden Durchdringung ihres Objektes. Die analogisch bestimmten Begriffe, wodurch wir die Widersprüche lösen, bleiben eben in sich selbst immer sehr dunkel und lassen uns ihren Gegenstand nicht einmal eigentlich anschauen, geschweige denn durchschauen. Was es nämlich heiße, um bei den eben erwähnten Hauptschwierigkeiten zu bleiben, daß eine produzierende Person nur als produzierend eine bestimmte Person ist und daß deren Produktion nicht in einem vorübergehenden Akt, sondern in der ewigen Relation der einen Person auf die andere liegt; in welcher Weise ferner der bloß virtuelle Unterschied zwischen Person und Natur den realen Unterschied der Personen in der Einheit der Natur aus sich hervorgehen läßt: das begreifen wir nur sehr unvollkommen, und zwar deshalb, weil wir das Verhältnis der Person zur Natur und zu ihrer eigenen produktiven Tätigkeit, in der Weise, wie es in Gott ist, in der Kreatur nirgendwo vor Augen haben.

Indes genügt gerade der Umstand, daß in Gott alles anders ist als in den Kreaturen, um so mehr zu der Einsicht, dem anscheinenden Widerspruch in unsern mangelhaften Begriffen brauche darum kein realer zu Grunde zu liegen [46]. Mit andern Worten: je mehr wir das Mysterium auch nach der vollendetsten analogen Vorstellung noch als unvorstellbar, als Mysterium achten, desto weniger werden wir versucht sein, eine Unvereinbarkeit seiner einzelnen Momente anzunehmen und aus der unerfaßlichen Erhabenheit ein düsteres Gewirr von Widersprüchen, aus dem blendenden Lichte ein ödes Dunkel zu machen.

"Qui scrutator est maiestatis", sagt die Heilige Schrift, "opprimetur a gloria Spr 25, 27). Das ist namentlich bei unserem Mysterium, welches die ganze Größe der Majestät Gottes enthält, in doppeltem Sinne wahr. Wer es mit seiner bloßen Vernunft erforschen will, ohne sich auf die gnädige Herablassung Gottes in seiner Offenbarung zu stützen, und es wagt, mit dem Maßstab seiner natürlichen Begriffe dessen Inhalt auszumessen, der wird von der Herrlichkeit des Mysteriums so geblendet, daß er nichts von demselben sieht und statt der wahren Majestät ein selbstgebildetes Idol anbetet. Wer aber in dem demütigen Bewußtsein, daß er das Mysterium der Majestät des dreifaltigen und dreieinigen Gottes mit seiner Vernunft weder erreichen noch ausmessen kann, an der Hand des Glaubens an dasselbe herantritt, der wird ebenfalls geblendet, aber so, daß das Licht der Majestät doch wenigstens dämmerhaft in sein Auge eindringt und sein Herz mit himmlischer Wonne entzückt. So heranzutreten, ermuntert und ermutigt uns der Psalmist, wenn er spricht: "Tretet zu ihm heran und werdet erleuchtet, und euer Angesicht wird nicht beschämt werden.” (Ps 33, 6)

Den Nutzen für Geist und Herz, welchen selbst die mangelhafte Erkenntnis dieses Mysteriums uns gewährt, werden wir genauer kennen lernen, wenn wir die subjektive und objektive Bedeutung erforschen, welche das Geheimnis in dem Organismus der christlichen Offenbarung besitzt. Diese eigentümliche Bedeutung des Mysteriums der Dreifaltigkeit und seiner Erkenntnis wollen wir zum Gegenstand einer besondern Untersuchung machen. In der Regel spricht man wenig oder gar nicht davon; oder wo man darauf zu reden kommt, erhebt man sich selten zu einem genauen Verständnis der Aufgabe. Die Aufgabe ist in der Tat eine schwierige, und wir müssen daher hier besonders den Leser um Nachsicht bitten, wenn wir ihn nicht leicht und schnell auf wohlgebahntem Wege zum Ziele führen.

D. Die Bedeutung des Mysteriums der Trinität

I. Die philosophische Bedeutung des Mysteriums

§ 21

Man spricht heutzutage sehr viel von der philosophischen Bedeutung des Dogmas von der göttlichen Trinität. Man meint, wenn es keine philosophische Bedeutung habe, brauche sich die Wissenschaft nicht viel darum zu kümmern; es würde dann ein transzendentes Dogma sein, das einfach als Gegenstand des unwissenschaftlichen Glaubens zu betrachten sei. Indem man dann glaubt, dem Dogma eine Ehre anzutun, wenn man ihm eine philosophische Bedeutung beilege, sucht man eine solche auch wirklich ausfindig zu machen: man geht so weit, daß man ihm die allerwesentlichste philosophische Bedeutung beimißt und behauptet, es könne überhaupt keine gesunde, wahre Philosophie geben, die nicht auf dieser Lehre fuße oder darauf zurückkomme.

So bestechend auch diese Sätze klingen, so herrscht doch in ihnen große Verworrenheit.

Anmerkungen:

[46] VgI. Kuhn, Die christliche Lehre von der göttlichen Dreieinigkeit, besonders § 35: Die Denkbarkeit der göttlichen Trinität, das Beste und Gründlichste, was in der neuesten Zeit über diesen Gegenstand geschrieben worden.

Wird fortgesetzt

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20. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (9 und 10)

Den neunten Platz teilen sich die Seite mit den Notizen zum Berliner Marsch für das Leben 2014 und 2015 und die Seite über Alfonso de Castro SJ, Alfonso de Castro OFM, Francesco Caracciolo und Johannes Baptist Berthier.


20. Juli
Lebensgefährliche Predigten

Vor 75 Jahren, am 20. Juli 1941, begann der “Löwe von Münster”, der selige Clemens August Graf von Galen, Bischof von Münster, mit seinen berühmten Predigten, die ihm die lebensgefährliche Feindschaft der Nazis einbrachte.

Geschichtsfälschung um den "Löwen von Münster"


19. Juli
Versuch einer Theodizee

Von Theodor Haecker

Sechste Folge

Eine Theodizee, die mit dem Tragischen nicht fertig wird, ist selber unfertig. Nun wird in den modernen Theodizeen Gott Selber mit irgend etwas nicht fertig; bei Leibniz wird er nicht fertig mit den ewigen Gesetzen, den vérités éternelles, die gleichsam außer Gott stehen und über ihm und deren tragischer Vollstrecker er wird, trotzdem er - und das ist das Tragische! - lieber oft anders wollte. Bei Scheler gar und den vielen Modernen, die von ihm leben, wird Gott sogar mit Seinem eigenen Drange nicht fertig, was freilich die plebejischste Art der Tragik ist und kaum mehr diesen hohen Namen verdient. Eine Theodizee, die mit dem Tragischen nicht fertig wird, hat nicht Gott, sondern das Nichts gerechtfertigt. Denn im tragischen Menschen ist ein geheimes Sichselbergefallen; ein geheimes Nichtandersseinwollen, also eine verkehrte Selbstbehauptung des Nichts, aus dem der Mensch geschaffen ist. Dem tragischen Menschen fehlt die absolute Hingabe an Gott. Das Tragische ist ein besonderer Aspekt der Folgen der Erbsünde. Solcher Aspekte gibt es eben verschiedene. - Soviel ist freilich klar, daß eine Theodizee für uns Abendländer läppisch ist, die das Tragische liegen läßt und ignoriert. Und natürlich nicht für uns Abendländer nur, sondern für alle Menschen, denn meine Unterscheidung der verschiedenen Existenzkategorien, unter denen verschiedene Völker, Rassen und Kulturkreise leben, will natürlich nicht sagen, daß sie wesentlich nicht der gesamten Menschennatur zukommen und jeweils allen anderen absolut verschlossen und unverständlich seien - wie sollte ich denn, wenn das so wäre, sie überhaupt unterscheiden und Ihnen darlegen können? Meine Unterscheidung will nur sagen, das aber allerdings in allem Ernst, daß diese verschiedenen Existenzkategorien genügen, die Geschichte der Menschheit zu einer tragischen zu machen, nämlich durch die Mißverständnisse aus Ignoranz und Schuld, sozusagen durch die unendliche Passionierung endlicher Unterschiede. Die Tragik, diesen Kelch der Bitternis, den die Erbsünde in Verbindung mit unserer kreatürlichen Schwäche uns zubereitet hat, die eigene Sünde jeweils füllt, muß sie trinken bis zur Neige, aber ohne in den Rausch der Selbsttäuschung und des Selbstgefallens zu fallen, daß dieser Kelch und diese Bitternis das göttliche Geheimnis des Leidens im Garten von Gethsemane und am Kreuze gewesen seien. Niemals ist es gelungen, daraus eine absolute Tragödie zu machen im Sinne der Antike und des Heidentums; was man allein daraus machen kann - das hat das gläubige Volk instinktsicher nie verkannt -, sind Mysterien- oder Passionsspiele. Das Tragische ist das Stigma des echten Heidentums, des antiken, sei es nun bei Griechen, Römern, Germanen oder Kelten, und je stärker ein Geist das Tragische als unlösbar betont, um so mehr wird oder ist er wieder Heide; das Judentum war allein durch die frühzeitige und besondere Offenbarung dessen, der da sagt: »Ich bin, der Ich bin«, über diese allgemein menschliche Kategorie des Tragischen hinausgehoben, eine Tatsache, die zu wenig beachtet wird, wiewohl seine Geschichte, auf das Heidnische reduziert, was man machen kann, tragischen Stoff - allein im Leben Davids, des Königs nach dem Herzen Gottes! - im Überfluß gehabt hätte. Das ist einer der mächtigsten Unterscheidungspunkte zwischen Juden und Heiden, bevor sie in die Kirche eintraten. Die Juden haben im Hohen Lied und in den Psalmen sozusagen nebenher, ohne Absicht, ohne überhaupt auf die »Kunst« zu reflektieren - die gewaltigste Sprachkunst geschaffen, die die Menschheit kennt, und sie haben die dramatischeste Geschichte gehabt und haben sie noch am heutigen Tage und werden sie bis zum Ende haben, aber sie haben keine einzige Tragödie geschrieben, denn die Heilige Geschichte ist keine Tragödie oder wird vielmehr mit jeder fertig. Hier ist mehr als Äschylus und Shakespeare zusammen. Unter den mythischen Figuren, die den jungen Kierkegaard beschäftigen: Faust, Don juan und Ahasver, sind die beiden ersten tragische Figuren, Ahasver ist es nicht. Wir, die Heiden in der Kirche, wir haben das Tragische im Blut und bringen es schwer aus unserem Geiste, ja für uns gilt sogar, daß, wer es nicht hat oder drumherum geht, und hieße er auch Goethe, an einem Mangel leidet oder eine Feigheit begeht, es sei denn, er überwinde es im Lichte der Offenbarung. Unsere Natur, ehe sie von der Gnade ergriffen wird, und auch nachher, aber in einem überhöhten Sinne, ist eine tragische Natur. Aber damit haben wir fertig zu werden. Eine Theodizee, die nicht zur Einsicht gelangt, daß nicht nur im Himmel und in der Seligkeit alle Tragik gelöst ist, sondern auch in der Hölle und in der ewigen Verdammnis, hat nicht Gott gerechtfertigt, sondern das Nichts, ist eine Rechtfertigung des Nichts, nicht des Seins. Es ist aber der Teufel kein tragischer Held, zu dem ihn große englische Dichter, zu machen versucht haben. - Eine sonderbare Behauptung mag es scheinen, daß Leibnizens Theodizee tragisch sei, während doch die allgemeine Meinung eher ist, daß sie manchmal einen geradezu kindischen, ja sträflichen Optimismus zeigt. Aber der Optimismus Leibnizens ist nur die glatte Oberfläche einer tiefen Tragik. Der berühmte Satz, daß diese Welt die beste aller möglichen sei, ist ein kunstvoll und genial gewobener Mantel, gebreitet über den in einem tieferen Grunde liegenden, absolut tragischen Satz: daß eine bessere Welt zu schaffen, schlechthin für Gott Selber unmöglich war, auch wenn Er gewollt hätte. Das Wesen Gottes in den vérités éternelles steht wie ein antikes Fatum über dem Willen Gottes, der vielleicht lieber anders wollte. Die Einheit Gottes wird hier tragisch zerrissen, als sei Sein ewiger heiliger Wille nicht identisch mit Seinem ewigen Wesen. Die Tragik ist damit in das Wesen Gottes selbst für alle Ewigkeit und unabänderlich gelegt. Gott ist eine tragische Person, und - wer soll nun ihn erlösen? Und wenn Gott eine tragische Person ist, so ist die nachweisliche Folgerung, daß er auch in gewissem Sinne eine schuldige Person ist, denn keine Tragik ist denkbar ohne ein Maß von Schuld. Er ist dann freilich auch notwendig eine schwache Person, nicht notwendiger Herr aller Dinge und Seiner selber - beides gehört zum Tragischen. Die Schuld war, daß er sich gehen und damit »den Dingen ihren Lauf ließ«. Die Schwachheit ist, daß es solche Dinge auch für Gott gibt, die, einmal ihrem Laufe überlassen, nicht mehr in der Hand des nur mächtigen, nicht allmächtigen Herrn stehen. Das ist die Ansicht Schelers und aller unerleuchteten Mythen des Abendlandes. Es ist klar, daß hier eine große Verzweiflung verborgen liegt, ja wo sollte eine noch größere sein als die, daß Gott Selber verzweifelt darüber, keine andere Welt schaffen zu können als diese Welt, die beste aller möglichen, die doch so voll ist von Leiden und Mangel, von Schuld und Bosheit und Sünde, eine Welt, deren Geschichte nach der Behauptung Jacob Burckhardts auf jeder Seite lehrt, daß immer wieder das Böse und die Gemeinheit siegt, deren große Dichter singen und klagen, daß immer die edlen Herzen brechen, Lears und Cordelias, die wüsten aber im ungestörten Gleichtakt weiterhämmern. Nach dem ganz Europa moralisch erschütternden Erdbeben von Lissabon hat Voltaire in seinem »Candide« nach Art eines sehr begabten Clowns mit drastischen Späßen den Mantel des Optimismus in der Leibnizischen Theodizee weggezogen und dadurch die Unfähigkeit einer solchen Theodizee enthüllt. - Die objektive Vollkommenheit und Harmonie einer grandiosen Maschine - und das ist die Welt für Leibniz: machina maxime admirabilis, und Gott ist architecte de la machine de l'univers - ist nicht einmal einen Zahnschmerz wert; über eine Welt, deren Autor nur die ins Absolute gesteigerte ratio eines allerhöchsten Baumeisters oder Uhrmachers ist, ist auch der erschaffene Geist des Menschen, wie er sich selbst erkennt, erhaben, denn er kennt außerhalb dieser Wissenschaften ganz andere Tiefen des Seins und des Daseins: er kann in der Freiheit des Geistes, die sein eigen ist, auch wenn er real nichts ändern kann, sagen: Eine solche Welt soll nicht sein. Und das ist eine Befreiung, denn damit ist auf der Stelle gesagt, daß sie so nicht ist. Denn sollte der Geist des Menschen dieses einsehen, der Geist Gottes aber nicht? So hoch ist der suchende Verstand des Menschen immer, daß er nur vor dem absoluten Mysterium, nur vor dem »Unbegreiflichen« selber sich zu beugen hat, nicht aber vor irgendeiner grandiosen Kinderei, vor der maßlos komplizierten Riesenuhr eines gewaltigen Technikers und Uhrmachers, freilich auch nicht vor dem berauschenden Kunstwerk eines dämonischen Künstlers. So »gottverlassen« ist der Geist großer Dichter selbst in der Verzweiflung nicht, daß sie nicht ein wesentliches Attribut Gottes, die Seligkeit, erkennten, die ja existieren muß! Wie sollten wir sie sonst erreichen können? Denn »machen« können wir sie ja nicht, nicht einmal wir schöpferischen Neudeutschen, die so vieles machen! So gottverlassen ist der Geist großer Dichter selbst in der Verzweiflung nicht. So Hölderlin in seinem Schicksalslied, so Kleist in seinen Versen:

Der Mensch kann groß, ein Held im Leiden sein,
Doch g ö t t l i c h ist er, wenn er s e l i g ist!

wird fortgesetzt

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18. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (7 und 8)

Der siebte Platz in der Reihenfolge der unbekanntesten Seiten von kath-info wird von zwei Seiten belegt, die im Jahr 2015 die gleichen Zugriffszahlen hatten; und zufällig gehören beide Seiten zum selben Artikel, der wegen seiner Länge auf sieben Seiten verteilt ist. Es handelt sich um das Buch von Joseph Spillmann über die Titus-Oates-Verschwörung. Den Platz sieben teilen sich die fünfte und siebte Seite jenes Textes.


18. Juli
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

89. Folge

Eben die Menge von dergleichen Ausdrücken hätte zur Vorsicht auffordern, und begreiflich machen sollen, daß sie teilweise eine bildliche Bedeutung haben müssen. Selten wurde zwar auch in der katholischen Kirche die rechte Ansicht streng wissenschaftlich entwickelt, und auf ihre Grundlagen philologisch genau zurückgeführt [131]; allein wußte man sich auch nicht mit dem klarsten wissenschaftlichen Bewusstsein zu erklären, festgehalten wurde doch im Leben der wahre Sinn der Alten: indem die Kirche ihren Anfang an das Ende der früheren Welt knüpft, ging hiermit auch das Verständnis der alten Sprache auf eine unmittelbar lebendige Weise in sie über, obschon dasselbe nicht auch zugleich auf dem Wege der Reflexion ein abstrakt vermitteltes geworden ist.

[131] Bossuet. exposit. de la doctrine de l’église cathol. c. VI. p. 34 spricht sich nach der gewöhnlichen Exegese kurz also aus: Comme l’Écriture nous explique la remission de péché, tantôt en disant que Dieu les couvre, et tantôt en disant, qu’il les ôte et qu’il les efface par la grâce au saint Esprit, qui nous fait nouvelles creatures: nous croyons, qu’il faut joindre ensemble ces expressions, pour former l’idée parfaite de la justification du pêcheur. Aus dem Mangel einer tieferen Sprachkenntnis des Orients stammen so viele seltame und halbe Erklärungen der biblischen Stellen, welche den Katholiken von den Protestanten und umgekehrt vorgehalten wurden. Ein Beispiel mag für viele dienen. Calvin Instit. l. III.c. 11. berief sich auf Röm. IV. 8, wo aus Röm. IV. 8., wo aus Ps. XXXI. folgende Stellen entlehnt sind: “Selig sind diejenigen, deren Missetaten vergeben, und deren Sünden zugedeckt sind.” “Selig ist der Mann, dem Gott seine Sünde nicht anrechnet.” Nun fragt Calvin: entweder sei hier eine vollständige Definition der Rechtfertigung gegeben oder nicht; sei sie vollständig, so bestehe die Rechtfertigung eben bloß in der Sündenvergebung, welche durch die Worte: “zudecken und nicht anrechnen” hinlänglich erklärt werde. Rechtfertigen heiße sonach, ungeachtet der noch vorhandenen Sünde jemanden straffrei erklären. Sei aber mit der bloßen Zudeckung und dem Erlaß der Schuld und Strafe der Begriff der Rechtfertigung nicht schöpft, wie könne gesagt werden, der sei selig, dessen Sünden zugedeckt seien? Bellarmin antwortet nun de justif. l. II. c. 9., Ps. 118. heiße es: Beati immaculati in via, qui ambulent in lege domini, und Matth. V.: “Selig sind die Armen im Geiste, die Sanftmütigen, die Mitleidigen, die reines Herzens sind usw.” und frägt: Ist die Beschreibung des Gerechten vollständig,warum wurde der Zudeckung und der bloßen Vergebung nicht erwähnt? Ist sie halb, wie werden die selig genannt, welche nur unvollständig gerecht sind? Dann fügt er bei: Potest igitur ad omnes ejusmodi questiones responderi, non poni in his locis integram definitionem justificationis, aut beatitudinis; sed explicari solum aliquid, quod pertinet ad justificationem aut beatitudinem acquirendam; eine vortreffliche Widerlegung Calvins, ohne jedoch wissenschaftlich genügend zu sein.

wird fortgesetzt


17. Juli
Giuseppe Castiglione

Vor 250 Jahren, am 17. Juli 1766, starb in Peking im Alter von 78 Jahren der aus Mailand stammende Missionar Giuseppe Castiglione SJ. 1715 kam er nach China und war am Hof des Kaisers vor allem als Maler tätig. Von Kaiser Qiánlóng (1735–1796) wurde er sehr geschätzt.

Infos über das Christentum in China


16. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (6)

An sechster Stelle der unbekanntesten Seiten von kath-info steht der Artikel von Michaela Koller aus dem Jahre 2007 über die Lage in Osttimor.


16. Juli
Irmengard von Chiemsee

Vor 1150 Jahren, am 16. Juli 866, starb im Alter von etwa 33 bis 35 Jahren die selige Irmengard OSB, Äbtissin von Frauenchiemsee (Frauenwörth). Sie war eine Tochter Königs Ludwigs des Deutschen. Zunächst Benediktinerin im Kloster Buchau am Federsee, wurde sie nach 857 Äbtissin des Klosters Frauenchiemsee, das vom bayerischen Herzog Tassilo III. (Herzog von 748 bis 788) gegründet worden war. Ihr Kult wurde am 19. Dezember 1928 päpstlich bestätigt.


15. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (5)

An fünfter Stelle der unbekanntesten Seiten von kath-info steht die Seite mit den Biographien über Guillaume Répin, Aloisius Stepinac, Richard Pate und Guilbert Bourne.


15. Juli
Die Neupriester der Petrusbruderschaft

Dieses Jahr sind neun Priester der Petrusbruderschaft geweiht worden. Die vier deutschsprachigen, die am 2. Juli durch Erzbischof Guido Pozzo die Priesterweihe empfangen haben, werden wie folgt eingesetzt: P. Simon Gräuter kommt nach Saarlouis, P. Dr. Jakub Zentner nach Neckarsulm, P. Michael Parth nach St. Pelagiberg (Schweiz) und P. Gregor Pal nach Wien.


14. Juli
Die Madonna von Puig

Von Sophie zu Eltz

Siebte und letzte Folge

Die anderen Ritter waren außer sich, dass ein so großes Opfer gebracht werden sollte, zumal es hier besonders unnötig schien. Artur ließ sich jedoch von seinem Entschluss nicht abbringen. Er war von fast übermütiger Freude, als reizte ihn der ganze Handel beständig zum Lachen. „Ahnt unser junger Bruder denn nicht, welchem Martyrium er entgegengeht?“, dachte mancher, aber Artur sagte: „Gut, so lasst uns gleich hinausreiten, meinen Mann einzuliefern; er komme auf unser Schiff, und ich bleibe Euch als Pestersatz hier, Freund Bibar.“ Da schien es fast, als wolle der Wesirssohn an der eigenen Galle ersticken.

Schweigend ritten die Mercedarier in die Wüste, von dem treuen Dienstmann Melforts begleitet, der diesem das Leben gerettet hatte. Einmal sagte einer der Ritter: „Bruder Juan, ich fürchte, Ihr werdet unser Opfer hier bis zur Neige auskosten müssen.“ Artur schaute ihn freudestrahlend an. „Wünscht mir Glück dazu, lieber Bruder, dass ich so früh zum Minnedienst gelange, den wir geschworen haben! Ich hätte es mir nicht vollkommener aussuchen können, als es nun kommt.“ Da schwiegen die anderen.

Juan de Melfort bot einen jammervollen Anblick. Aber der geübte Blick der Männer erkannte, dass die Krankheit selbst überwunden war. Er war nicht mehr ansteckend, man konnte ihn getrost mit den anderen Losgekauften zusammenbringen. Natürlich erkannte der halb verhungerte Mensch in dem gebräunten Mercedarier den blutjungen Nebenbuhler nicht, den er lange tot geglaubt hatte. Tränen der Freude und Dankbarkeit liefen ihm über das Gesicht, als er von seiner Befreiung hörte. Auf Arturs Bitte sollte er erst später erfahren, welcher Preis für ihn gezahlt worden war. Der Kranke war so schwach, dass man ihn auf einer Bahre zwischen zwei Pferden an die Küste tragen musste.

So wurde Artur wieder Sklave. Sogleich nahm Bibar ihn in Beschlag, obwohl das Mercedarierschiff noch vor Anker liegen musste, weil der Segelwind ausblieb. Artur machte keine Einwände. Er schien von innerem Jubel überzuströmen. Bibar hasste ihn aus seinem ganzen feigen Herzen und suchte ihn dementsprechend zu quälen. Artur verstand ihn wohl, aber er lächelte nur dazu, was Bibar fast zur Raserei brachte.

Gegen Abend kam Joas Moegh, der Wesir, nach Hause. Niemand hatte ihn erwartet, am wenigsten Bibar, dem dieses jähe Ende seiner Herrschaft gar nicht passte. Die Mercedarier aber atmete auf. Vielleicht war von diesem weitherzigen Mann mehr zu erhoffen. Artur lachte nur. Ob ihn der Wesir erkennen würde? Schwerlich, nach zehn langen Jahren! Der ganze Haushalt des Fürsten versammelte sich fackeltragend im Hof, als der Herr kam. Bibar war ihm bis vor die Stadt entgegengeritten. Die Mercedarier mussten auf ihr Schiff zurück, hofften aber, am folgenden Tag zum Wesir gerufen zu werden. Dieser war in glänzender Laune. Er hatte schöne Wochen am Hof seines Freundes verlebt und kam voll kühner Pläne in seine Heimat zurück. Das hässliche Aussehen seines Sohnes aber legte sich wie immer trüb auf seine Stimmung.

Leicht grüßend ritt er durch den Hof an seinen Sklaven vorbei, als plötzlich sein Pferd stolperte. Schnell sprang einer vor und fing das Tier im Straucheln auf. Es war Alvez. Dankend grüßte der Wesir - und erkannte ihn. Staunend, ungläubig runzelte er die Brauen und schaute ihn wieder und ein drittes Mal an. Da war er seiner Sache sicher. „Ritter Alvez“, rief er, „welches Wiedersehen? Mir scheint, Ihr drängt Euch förmlich an meinen Hof! Warum seid Ihr hier?“ Artur lächelte. „Ihr seht in mir den Ersatz für eine Pestleiche.“ Der Wesir fasste ihn an der Schulter. „Kommt mit und erklärt mir diesen Unsinn!“ und misstrauisch fiel sein Blick auf Bibar, der schwerfällig soeben von seinem Pferd herabgeglitten war.

Artur begleitete seinen Herrn in die Burg. Schon eine Stunde später, als dieser bei Tisch saß, berichtete er ihm das hier Vorgefallene. Hatte der Wesir sicher kein überzartes Gewissen, so war er doch von diesem herrenhaften Edelmut des christlichen Ritters gepackt und bewegt. Der Gedanke, einen freien Edelmann als Ersatz für einen Pestkranken zu verlangen, war ihm zuwider. Sogleich gab er Artur die Freiheit zurück und lud ihn samt allen Mercedariern am nächsten Tag zu seinem Fest ein. Ähnlich wie El-Kamir, den auch Kaiser Friedrich II. als Freund behandelte, liebte es Joas Moegh, sich mit gelehrten Männern des Abendlandes zu unterhalten und seinen Geist mit dem ihren zu messen. In ihm war die ritterliche Art der großen Araber noch lebendig. Reich beschenkt verließen Artur und die Seinen schließlich den Hof. Bibar war verdrossen in die Wüste geritten; es hatte böse Worte zwischen ihm und seinem Vater gegeben.

Ruhig und schön war die Heimfahrt der Ritter mit den Befreiten. Alvez hatte sich die Pflege Melforts ausbedungen, und der kranke Mann erholte sich zusehends unter seinen fürsorglichen Händen. Es kam auch die Stunde, da die Fesseln seines Geistes aufsprangen. In einer langen Nacht beichtete er dem Priester die Sünden seines Lebens, bezwungen von der nie endenden Gewissensnot, die ihn seit jener Blutnacht in Alvez verfolgt hatte. Da tat Artur an ihm, was Nolascus einst an ihm selbst getan hatte: Er führte eine verirrte, verzweifelte Seele zu Gott zurück. Und Maria wurde auch hier die Mittlerin der Gnaden!

Schließlich brach der ersehnte Tag an, da das Schiff den heimatlichen Hafen erreichte. Es war ein herrlich strahlender Frühlingsmorgen. Die Kunde von der Ankunft hatte sich rasch verbreitet, und viele Menschen fanden sich ein, um die Losgekauften und die Ordensritter zu begrüßen. Keine reinere Freude kannten die christlichen Länder jener Zeit, als wenn es gelungen war, einige der Geraubten der Heimat zurückzuschenken. Auch Elvira de Melfort war unter denen, die da waren.

Vorne am Schiff standen die sechs Mercedarier und sangen das Salve Regina, wie es ihre Gewohnheit war. Hinter ihnen aber waren die vielen Losgekauften, die für diese Stunde ihre Ketten wieder angelegt hatten. Jubelnde Freude strahlte auf allen Gesichtern. Das Schiff warf Anker aus, viele kleine Barkassen schwärmten heran. Es war damals wie heute, die Ungeduldigen konnten die Heimkehr der Geliebten nicht mehr erwarten. Schwestern, Mütter und Frauen der Befreiten kletterten an Bord. Auch Elvira ließ sich von einem Burschen hinausrudern, um früher den vermissten Bruder begrüßen zu können.

Melfort stieg, von Alvez geführt, die Schiffstreppe hinab zum Boot seiner Schwester. Plötzlich rief jener Ruderer in heller Freude: „Ihr, Herr, Ihr! Ich wusste ja gar nicht, dass Ihr Mercedarier geworden seid! Kennt Ihr mich noch, Juan Grant, den Ziegenhirten, Herr Artur von Alvez, kennt Ihr mich noch?“ Gerne hätte Artur dem Vorwitzigen das Wort abgeschnitten, aber es war zu spät. Mit einem Aufschrei war Melfort von ihm zurückgewichen. Elvira stand wie vom Blitz getroffen. Dunkle Glutwellen ergossen sich über die Gesichter der beiden Männer, die so bittere Gegner gewesen waren. Da streckte Alvez dem anderen die Hand entgegen. „Schlagt ein, Freund, hat uns die Madonna doch beide in Zucht und Schule genommen!“ Zögernd, ja zitternd gab Melfort ihm schließlich die Hand. „O Alvez!“ In plötzlicher Aufwallung warf er sich auf die Knie und küsste den Saum des weißen Mantels. „Melfort, lass!“, flehte Artur und drängte ihn hinüber ins Boot.

Dann kamen andere Leute; der Mercedarier konnte flüchten. Gegen Abend trafen die Ordensritter in Valencia ein. Sobald er es irgend konnte, machte Artur sich los und ging in die Gnadenkirche. Er trat an den Altar, und nachdem er ehrfurchtsvoll das Knie gebeugt hatte, küsste er das Bild Unserer Lieben Frau von Puig. Da wusste er, was es heißt, vollkommen glücklich zu sein.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


13. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (4)

An vierter Stelle der unbekanntesten Seiten von kath-info steht die englischsprachige Seite über unseren ermordeten Priester Kenneth Walker FSSP.


13. Juli
Hopkins als Befreier vom Szientismus

Der kanadische Philosoph Charles Taylor fragt, “welchen Gewinn es uns Menschen brächte, der Existenz Gottes wieder inne zu werden. Für die Antwort weist ihm der englische Lyriker Gerard Manley Hopkins (†1889) die Richtung. Ich kann hier nur sehr verkürzt einige der aufgezeigten Wegzeichen erwähnen. Hopkins hat Taylor aufmerksam gemacht, daß die nachromantische, disziplinierte, instrumentelle Vernunft das menschliche Leben einengt und reduziert. Im gängigen empirischen Denksystem verlören wir den Kontakt zu der uns umgebenden natürlichen Welt und uns käme zugleich unsere Verbindung mit einer höheren Dimension unseres eigenen Lebens abhanden. Taylor spricht sich dann ausdrücklich gegen das Abgleiten christlichen Denkens in eine Religion systematischer unpersönlicher Ordnung aus, in die moderner Szientismus sie verdünnt hat. Eine neue Sprache könne stattdessen dazu dienen, einen Weg zurück zum Gott Abrahams zu finden, nicht zuletzt, um sich – wie er schreibt – ‘vom heftigen Unbehagen an starken, aber wirren Gefühlen zu befreien’. Der Wissenschaftler formuliert: Unserer ‘Erfahrung wird ein tieferer Sinn gegeben, und das Wirken Gottes erwirbt eine neue Erfahrungsrealität’ (Taylor, Ein säkulares Zeitalter, Suhrkamp: Frankfurt 2009, S. 1249 ff.). Gott habe sich – heißt es dann weiter - nicht verbergen wollen hinter den Wolken einer gesichtslosen Macht oder eines blinden Schicksals. Er habe uns vielmehr geschaffen, ‘damit wir an seiner Liebe teilhaben’.”

Aus: Paul Josef Cardinal Cordes, Der verdrängte Gott. Zwischen Glauben und Skepsis, in: Die Neue Ordnung Nr. 2/2016, S. 91.

Michael Hanke über Gerard Manley Hopkins


12. Juli
Die Welt und das Heilige

Von Eduard Kamenicky

Sechste Folge

Die zuletzt möglich gewordenen Conclusionen und Ausblicke philosophischer Natur gestatten uns, die Formulierung eines zweiten Zwischenresultates zu versuchen, das nun in metaphysisch vertiefter Schau die Akzente anders zu setzen vermag. Die in der Spannung von Gott und Welt erschlossene Zweiheit grundverschiedener Bereiche erweist sich im Licht der Bedingtheitsrelation zwischen Nichtabsolutem und Absolutem auf Grund der Heiligkeit als wesentlicher Qualität des Seins des Zweitgenannten, also des Absoluten, nicht als Dualität eines Nebeneinander oder gar Gegeneinander, sondern als umgreifende Ordnung eines in allem Sein sich erschließenden Gesamt, in welchem jeder Weise zu sein als einer solchen etwas von der als ,heilig' inbegrifflich umschriebenen universalen Eigenart und Urqualität des als Gott erfaßten Absoluten zukommt.

Das für das Un-Weltliche Wesentliche - das für das Weltliche Tiefste: dies wäre, überraschend genug, das Fazit auf der gegenwärtig erreichten Höhe unserer Betrachtung. Es ist einsichtig, daß sich auf der Grundlage einer solchen orientierenden Bestimmung eine ohne Zweifel anregende und im einzelnen nicht wenig unerwartete Entfaltung theonomer Weltinterpretation, aber auch kosmogener Theologie leisten ließe. Daß das der Gottheit urgründig und in seiner Art einzig Eigene zur bestimmenden Komponente im Grundriß jeder kontingenten Existenz wird, erschließt gewiß als theoretisch begründete und programmatisch formulierbare Seinsintention für das in seiner unhemmbaren Dynamik so schwer deutbare Welt-Ding einen unverhofften Horizont. Aber auch das Verständnis irdischer Seinsvielfalt als Explikation eines zunächst im Unzugänglichen entzogenen göttlichen Wesens entbehrt angesichts schlüssiger Zulässigkeit derartiger bis ins Partikuläre durchzuführender Weltdeutung nicht einer eigentümlichen Anziehungskraft. Trotzdem muß, ehe eine solche Auswertung bisher möglich gewordener Aussagen statthaben kann, auf die innere Ambivalenz der zuletzt erreichten Sicht des Verhältnisses von ,Welt' einerseits und dem ,Heiligen' andererseits verwiesen werden.

Daß das, was wir ,das Heilige' nennen, zufolge der getroffenen Feststellungen den tiefsten Gehalt der Seins-Anlage jeglichen Seienden in seinem Sein darstellt, bildet nur die eine Seite dessen, was hier gesehen werden kann und muß. Denn daß sich diese im göttlichen Bereich vollkommen gegebene und wirksame Seinseigenheit in dem, was wir unterscheidend als ,weltlich' bezeichnen müssen, nur im Grunde und wie von ferne andeutet, kann uns bezüglich desselben zufolge seiner wesentlichen Unabgeschlossenheit nicht genügen. Gerade ein urgründig Gegebenes, das den Charakter sinnweisender Bestimmung den von ihm Betroffenen aufgeprägt, lenkt unseren Blick auf ein noch Unvermochtes, aber wohl zu Erreichendes, das in eben jener fundamentalen Weisung als je zu Leistendes und einst zu Seiendes gerufen erscheint. Wovon eines, das das Ziel seiner selbst noch nicht erreicht hat, wie hier offenbar wird, im Grunde geprägt erscheint, dazu ist es auch in der ontischen Ferne des von uns empirisch nicht und spekulativ kaum Überblickbaren faktisch bestimmt. An die Seite der radikal-usiologischen Seinsinterpretation [usiologisch: vom griechischen usía = Wesen] im Sinne des Verweises auf wesenseigene ontische Heiligkeit tritt daher die universal-theologische Zieldeutung im Sinne des Vorgriffs auf die allein seinsentsprechende vollkommene Endgestalt.

Dies bedeutet aber für alles welthaft Seiende eine noch nicht direkt thematisch gemachte Spannung zwischen urgründig Gegebenem und urgründig Gesolltem. Die innere Paradoxie des Nicht-seins, was es ist, und des Sein-sollens, was es nicht ist, die die bekümmerte Reflexion der Welt auf sich und ihre Lage im Denken und Sagen des Menschen in allen Bänden der Weltliteratur spiegelt, erweist sich hier als unvermeidlich erfließend aus dem gleichermaßen gültigen Nicht-Gott-sein und Auf-Gott-hin-sein der Welt, die so ,notwendig' unter sich zurückbleibt in dem, was sie ist, und ihre tiefste Not wendend über das hinaus strebt, was sie vermeintlich in ihrem Eigensten kundgibt.

Die vom Sein Gottes, des Heiligen, bestimmte Eigenart des Seins alles Seienden scheint der theonomen Deutung der Welt, wie sie Religion als Leben und Theologie als Wissenschaft anbieten, rechtzugeben. Die diesem gotthaften, weil heiligen Sein nicht entsprechende Besonderheit des Weltlichen stellt aber, wie es scheint, eine derartige Lösung unseres Problems nochmals in Frage. Doch ist der zuletzt erwähnte Hinweis im Grunde nicht fähig, das bezüglich der erstformulierten Grundrelation von Welt und Gott als ,dem' Heiligen Sichergestellte zu erschüttern. Wohl aber vertieft es unter dem Blickwinkel der Unerfülltheit des Irdischen in seinem Sein das hier fundamental Gültige gemäß seiner theologischen Relevanz. Was als gotthaft - heilig - seiend allem Weltlichen im Grunde eingeprägt und für das authentische Selbstverständnis zu vollziehender Ontogenese vorgezeichnet ist, bildet zugleich als wesensgesetzlich Erstrebtes den unendlichen Horizont dessen, worauf Seiendes notwendig je entworfen erscheint.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


11. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (3)

An dritter Stelle der unbekanntesten Seiten von kath-info steht die Seite über Claude François Poullart des Places.


11. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht die Rezension des Buches von Robert Hugh Benson Im Dämmerschein der Zukunft und der Artikel von P. Martin Ramm über Kapharnaum. Das journalistische Menetekel, das Anna Diouf aufdeckte, wurde in die Themenseite zur kna eingeordnet.


10. Juli
Theologie des »als ob«

Das Dilemma nichtrealistischer Selbstdeutungen des christlichen Glaubens

Von Prof. Dr. Berthold Wald

Zweiter und letzter Teil

Doch ist das Nicht-glauben-können, was der andere - der Christ - sagt und tut, zunächst einmal völlig legitim. Die Existenz des christlichen Gottes ist nicht selbstevident, begriffliche Einsicht in das mit dem Wort ›Gott‹ Gemeinte schließt nicht aus, daß sich auch die Nichtexistenz Gottes denken läßt, wie schon Thomas von Aquin in seiner Kritik am ontologischen Gottesbeweis gezeigt hat.[11] Die Notwendigkeit zu glauben läßt sich nicht umgehen, weil auch der Christ nur im Glauben an die Selbstoffenbarung Gottes »eine neue Wirklichkeit gewahr [wird], die ihm sonst unzugänglich bliebe.« [...] Von sich aus kann er jene neue Wirklichkeit gar nicht wahrnehmen und ergreifen.« (S. 12). Der Religionsskeptiker ist darum bis zu einem bestimmten Grade - soweit es auf begriffliche Zusammenhänge ankommt - frei, ohne logischen Selbstwiderspruch eine nichtrealistische Deutung des Christentums zu vertreten. Seine Hauptschwierigkeit besteht allerdings darin zu erklären, wie es möglich ist, »daß Menschen seit Jahrtausenden konstative religiöse Sätze äußern«,[12] wenn es das unmittelbar bezeichnete Korrelat dieser Sätze und Verhaltensweisen nicht geben soll.

Dem Christen steht es dagegen nicht frei, eine nichtrealistische Perspektive auf seinen Glauben einzunehmen, ohne sich hierin selbst zu widersprechen. Wenn glauben heißt, etwas auf das Zeugnis eines anderen hin als »wahr und wirklich akzeptieren« (S. 234), dann hebt der Vorbehalt gegenüber der Existenz eines zu glaubenden Sachverhalts auch die Möglichkeit des eigenen Glaubens auf. Nicht zu glauben, was der Glaube meint, ist kein Akt des Glaubens. Ein anderer mag vielleicht nicht glauben, was der Glaube besagt. Aber der Glaubende selbst kann das nicht, ohne sich als Glaubender im selben Moment zu widersprechen. Glauben, »als ob« man glaubt, ist überhaupt kein Glaube, auch nicht ein Akt höherer »Aufrichtigkeit«, sondern nichts weiter als gedankenlose Unaufrichtigkeit oder - mit Kant gesprochen - in der Tat eine »kleine Anwandlung von Wahnsinn«.

Diesen offenkundigen Selbstwiderspruch neuzeitlich aufgeklärter Religiosität hat der jüdische Religionsphilosoph Franz Rosenzweig in einer wenig bekannten Satire auf Hans Vaihingers Philosophie des ›als ob‹[13] unterhaltsam auf den Punkt gebracht.[14] Der »Wunderdoktor« (Kant) verspricht, den an sich selbst irre gewordenen Kranken »nach unfehlbarer Methode« zu heilen. »Ihr Ziel ist Ihnen ungewiß geworden, nicht wahr? Tut nichts, handeln Sie nur so, als ob es Ihnen gewiß wäre.« Aber die Verunsicherung des Kranken reicht weiter. Er will Gewißheit, worauf ihm der Arzt nur die Verdoppelung des »als ob« anraten kann: »Tun Sie eben ganz einfach, als ob Sie täten.« Und nachdem auch das nichts zu helfen scheint, wagt der Kranke eine letzte verzweifelte Frage: »Genügt es nicht, wenn ich so tue, als ob ich mich heilen lassen möchte?« – worauf der Arzt beleidigt seinen »aufrichtig« gutgemeinten Heilungsversuch abbricht und der Patient verstummt.[15]

Die »Philosophie des als ob« scheitert so an sich selbst, wie auch eine »Theologie des als ob« spätestens dann scheitern wird, wenn der letzte Rest eines ehemals lebendigen Zutrauens in die »wirkliche Wirklichkeit« und den Realitätsbezug des Glaubens verflogen ist. Darin liegt der eigentliche, der existentielle und nicht bloß logische Selbstwiderspruch nichtrealistischer Selbstdeutungen des christlichen Glaubens.[16]

Entscheidend für den einzelnen Christen wie für die Zukunft des Christentums wird sein, »ob man es zustande bringt, wirklich zu glauben, was schließlich nichts anderes besagt als: Gott selber, seine Menschwerdung, ihre ›Fortsetzung‹ im Leben der Kirche [...] unbezweifelt als objektive, das heißt als dem Bewußtsein vor-gegebene, schlichthin standhaltende Wirklichkeit zu akzeptieren.« (S. 468). Akzeptieren kann man allerdings bloß, was sich mit den eigenen Überzeugungen in Einklang bringen läßt. »Wenn Religion mit elementaren Gewißheiten einer Weltansicht nicht mehr in Einklang zu bringen ist, löst sie sich auf.«[17] Hier liegt sicher eine der Wurzeln für die neuzeitliche Krise des christlichen Wahrheitsanspruchs, wobei nicht ausgemacht ist, ob zumindest ein Teil der »Schwierigkeit, heute zu glauben« (S. 177ff.), nicht auch auf schlichter Unkenntnis, auf fehlgeleiteten Annahmen über die Voraussetzungen und den Gehalt des christlichen Glaubens beruht.[18] Es ist unbestreitbar richtig, wenn in der Enzyklika Fides et Ratio von Johannes Paul II. an die bekannte Formulierung des Augustinus erinnert wird: »Wenn einer die Zustimmung aufgibt, gibt er den Glauben auf, denn ohne Zustimmung glaubt man überhaupt nicht.«[19] Niemand wird jedoch zustimmen können, wenn er nicht vorher - so gut es eben geht - in den Stand gesetzt wurde zu verstehen, was ihm da und mit welchen Gründen zu akzeptieren zugemutet wird. Hierin für mehr Klarheit zu sorgen, ist das Hauptverdienst von Piepers Schriften zur Religionsphilosophie.

Anmerkungen:

[11] Vgl. I, 2, 1 ad 2.

[12] Chr. Jäger (Hrsg.), Analytische Religionsphilosophie, S. 14.

[13] Als Kantinterpretation erschienen im Jahr 1911.

[14] Das Büchlein vom gesunden und kranken Menschenverstand, 1922 entstanden, aber nicht veröffentlicht, posthum herausgegeben und eingeleitet von N. Glatzer, Königstein/Taunus 1984.

[15] Ebd., S. 35ff.

[16] Daß Franz Rosenzweig hier vor allem auch die Theologie im Auge hatte, sofern sie das religionsphilosophische Zentraldogma der Aufklärungsphilosophie für sich übernommen hat, zeigt schon die Anspielung auf eine berühmte Stelle in Goethes Faust, Teil I, den Anfang des von Selbstmordgedanken begleiteten nächtlichen Monologs des Doktor Faustus. Es heißt bei Rosenzweig: »Als ob, als ob. Doppelt hält besser. Wir haben es hundertfach ausprobiert. In allen Kreisen. Bei Herren von der Philosophie, Juristerei und Medizin und selbstverständlich - nicht ›leider‹ - auch Theologie.« (Ebd., S. 35).

[17] So Joseph Kardinal Ratzinger in seiner vielbeachteten Rede vor dem Hamburger Übersee-Club (»Glaube zwischen Vernunft und Gefühl«; in: Mitteilungen des Hamburger Übersee-Clubs, Heft 1/98, S. 7).

[18] Kants Kritik des »Kirchenglaubens« als »Fetischglaube« (Religionsschrift, B 300; Werke (Weischedel) VIII, S. 869) beispielsweise setzt bereits ein völlig irriges, weil magisches Verständnis der Sakramente voraus.

[19] Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, Nr. 135 (hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz), S. 81.

Zum ersten Teil


9. Juli
Monatsranking Juni 2016

Platz Monatsranking Juni 2016
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 610 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

In-vitro-Fertilisation

+ 1
3

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

- 1
10

Islam und Christentum im Vergleich

+ 2
20

Wie seriös ist Dawkins?

- 3
30

Paul Hacker: Hinduismus

+ 10
40

Die Bekehrung von C. S. Lewis

+ 29
50

Recktenwald: Ist ohne Gott alles erlaubt?

+ 1
60

Piusbruderschaft, quo vadis?

- 20
100

Michael Novak: Einsame Atheisten

- 13

Zum Ranking der Vormonate


9. Juli
Maria Petkovic

Vor 50 Jahren, am 9. Juli 1966, starb in Rom im Alter von 73 Jahren die kroatische Selige Maria Petkovic. Sie gründete 1919 die Kongregation der Töchter der Barmherzigkeit des hl. Franz und nahm den Namen Marija vom gekreuzigten Jesus an. Am 6. Juni 2003 wurde sie seliggesprochen.


8. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info (2)

Gestern habe ich bekanntgegeben, welche Seite auf kath-info 2015 am seltensten aufgerufen wurde. Seit gestern ist sie nun häufiger angeklickt worden als im ganzen vergangenen Jahr. An zweiter Stelle steht die Seite über den Afrikamissionar Francesco Borghero, den Begründer der Kirche in Benin.


8. Juli
Dialog

Vor fünf Jahren, am 8. Juli 2011, begann in Mannheim der von Bischöfen eingeleitete Dialogprozess. Vom Dialog erwartete man einen neuen Aufbruch in der Kirche. Aus informierten Kreisen verlautet, dass inzwischen Privatdetektive angeheuert wurden, die den Erfolg dieses gewaltigen Aufbruchs aufspüren sollen.


8. Juli
Essener Dom

Vor 700 Jahren, am 8. Juli 1316, wurde der Essener Dom als gotische Hallenkirche neu eingeweiht, nachdem der romanische Vorgängerbau 1275 zu einem großen Teil abgebrannt war. Bauherren waren die Fürstäbtissin des Frauenstiftes Essen Berta von Arnsberg und ihre Nachfolgerin Beatrix von Holte.


7. Juli
Die unentdeckten Seiten von kath-info

Welche Seiten rangieren im Jahresranking 2015 an unterster Stelle, sind also am wenigsten aufgerufen worden? Diese unentdeckten Perlen möchte ich hier nach und nach vorstellen. Es werden dabei nur jene Seiten berücksichtigt, die schon zu Beginn des Jahres 2015 existierten. Von diesen 571 Seiten wurde am seltensten der Text des Philosophen und Mitbegründers der Phänomenologie Alexander Pfänder über das Urteil und dessen Anspruch auf Wahrheit gelesen.

Zum Jahresranking 2015


7. Juli
Bernadette Soubirous

Vor 150 Jahren, am 7. Juli 1866, trat die hl. Bernadette Soubirous (1844-1879), die Seherin von Lourdes, in das Kloster Saint-Gildard der Barmherzigen Schwestern in Nevers ein. 1925 wurde sie selig-, 1933 heiliggesprochen.


6. Juli
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

13. Folge

Diese Erklärung bewies den Patres jedenfalls, daß die bereits gewonnene Erkenntnis auf den Fürsten einen tiefen Eindruck gemacht hatte [2]. Sie mochten hoffen, durch genaueren Unterricht, durch Gebet und geduldiges Ausharren die letzten, freilich nicht geringen Schwierigkeiten zu überwinden. Aber es kam anders.

Schon längere Zeit hatte es in den Provinzen gegärt. Ende 1581 brach in Bengalen ein bedenklicher Aufstand los, der zu einem allgemeinen Religionskrieg auszuwachsen drohte. „Der Kaiser“, so lautete der Aufruf, „sei ein Abtrünniger vom Glauben des Propheten und deswegen jeder Rechtgläubige verpflichtet, ihm den Gehorsam aufzukündigen.“ Das Feuer der Empörung war durch die vom Kaiser gedemütigten Ulemas geschürt worden.

Ihr Grimm hatte sich anfangs namentlich auf die Missionäre entladen. „Diese verfluchten Mönche“, so macht z. B. Badaoni seinem Unmut Luft, „wandten die Beschreibung des Satans und seiner Eigenschaften auf Mohammed, den besten aller Propheten, an – Gottes Segen bleibe bei ihm und seinem ganzen Hause! - etwas, was die Teufel selbst nicht tun würden.“ Die Lage der Missionäre war zeitweise so bedrohlich geworden, daß der Kaiser Aquaviva eine Schutzwache beigeben wollte. Doch dieser schlug das Anerbieten standhaft aus. „Nein“, sagte er, „ein Apostel Christi ist genugsam geschützt durch das Vertrauen, das er auf Gott setzt. Besser ist es, zu sterben, als dagegen zu fehlen.“

Durch sein freimütiges Urteil über die Unsitte der Witwenverbrennung hatte sich Aquaviva auch den Haß der Hindus zugezogen. Seine Briefe aus dieser Zeit sind denn auch voll von Märtyrergedanken. „Mein größter Trost hier“, so schreibt er unter anderem an den General P. Mercurian, „ist, der Märtyrerkrone so nahe zu sein. Denn wir haben öffentlich vor den ersten Würdenträgern des Reiches unser Bekenntnis abgelegt und unsern Glauben nicht verleugnet; wir haben öffentlich erklärt, daß Mohammed ein Lügenprophet und Christus der wahre Sohn Gottes ist. Und so sind wir auf den Tod gefaßt, der uns nach ihrem Gesetze treffen muß.“ Freilich hielt die Furcht vor dem Zorn des Kaisers die Meuchelmörder zurück. Allein die öffentlich zur Schau getragene Abneigung des Padischah gegen den Islam und seine Hinneigung zum Christentum, infolgedessen das Gerücht seines Übertritts in weite Kreise gedrungen war, gab den Ulemas und den unzufriedenen mohammedanischen Großen die erwünschte Gelegenheit, durch Schürung des religiösen Fanatismus einen allgemeinen Aufstand aller Unzufriedenen im Reiche zum Sturze Akbars vorzubereiten. Der ehrgeizige Halbbruder des Kaisers, Mohammed Hakim [1553-1585], stellte sich an die Spitze der Bewegung.

Die Lage war gefahrvoll genug, und die Mollas benutzten die ernste Stimmung des Kaisers, um ihre verlorene Stellung wiederzugewinnen und die verhaßten Fremdlinge und deren Religion in Mißkredit zu bringen. Offenbar, so sagten sie, sei der Aufstand eine Strafe Gottes. Der Himmel würde eine solche Auflehnung nicht zulassen gegen einen Fürsten, den er bislang so sehr begünstigt, wenn dieser sich nicht von der Religion des Propheten abgewandt hätte. Diese allein habe ihn groß gemacht. Ihr solle er sich wieder zuwenden, und alles werde in Ordnung kommen. Die Folgte zeigte, daß diese Vorstellungen nicht wirkungslos geblieben waren. Zwar gelang es Akbar, teils durch seine Feldherren teils selber den Aufstand niederzuschlagen und seinen Halbbruder zur Unterwerfung zu zwingen.

Doch war seine Haltung zu den Missionären seit dieser Zeit auffallend verändert. Er vermied ihren Verkehr, ließ sie z. B., als sie ihm wegen der Ereignisse in Bengalen ihre Teilnahme aussprechen wollten, gar nicht vor. Nun fragten sie durch Abul Fazil beim Kaiser an, ob Seine Majestät fürder noch weiter sich in der christlichen Religion unterrichten lassen wolle oder nicht. Da dies der eigentliche Zweck ihres Kommens gewesen, hielten sie jeden Augenblick, den sie nicht dieser Aufgabe widmeten, für verloren.

Jetzt beschied sie der Kaiser zur Audienz, ließ es aber nicht zu einem ernsten Gespräch kommen, sondern vergeudete die Zeit mit unnützen, neugierigen Fragen. Auch fand der Vorschlag, die Disputationen wieder aufzunehmen, wenig Beifall, weil Akbar die Unruhen der Mollas fürchtete. Doch setzte er schließlich den folgenden Samstag dafür an. Aber wer nicht kam, war der Kaiser, der sich entschuldigen ließ und dann die Disputation, um nicht wortbrüchig zu erscheinen, auf den Montag festsetzte. Die Mollas hatten von allen Seiten ihre besten Kräfte herbeigezogen. Der ganze Hofstaat war zugegen und war Zeuge des glänzenden Sieges, den Aquaviva davontrug. Da griff der Kaiser persönlich ein und suchte durch einige Witze die Niederlage der Mollas zu vertuschen. Aber Aquaviva trieb auch ihn durch seine schlagende Beweisführung in die Enge. Trotzdem wurde die veränderte Stellungnahme des Kaisers so auffällig, daß nunmehr selbst am Hofe Zweifel an der Aufrichtigkeit des Kaisers laut wurden. Der Kaiser, so hieß es, habe die Patres nur aus wissenschaftlichem Interesse und zugleich in der Absicht an seinen Hof gezogen, um durch sie den Weg zu Handelsbeziehungen mit den Portugiesen zu eröffnen u. dgl. m. Richtiger und den eigenen vertrauten Äußerungen Akbars sowie den späteren Ereignissen entsprechender ist die Annahme, daß der Kaiser bloß äußerlich mit Rücksicht auf die drohenden politischen Unruhen seine Haltung änderte.

Es entstand nun für die Missionäre die Frage, ob sie das undankbare Arbeitsfeld nicht besser wieder verlassen sollten. Schon früher hatte der Provinzial Vicente Ruiz [Provinzial von 1574 bis 1583], dem Aquaviva über die Verhältnisse am Hofe genau Bericht erstattete, die Patres nach Goa zurückziehen wollen, davon aber auf die Vorstellung Aquavivas wieder Abstand genommen. Die veränderte Sachlage legte den Gedanken der Rückkehr von neuem nahe. Dieselbe war schon beschlossen, als Abul Fazil die Missionäre zurückzuhalten suchte. „Der Kaiser sieht euch gern am Hofe“, sagte er. „Bloß die Staatsklugheit hindert ihn, sich jetzt schon öffentlich für eure Religion zu erklären. Noch gestern sah ich ihn das heilige Evangelium voll Ehrfurcht auf sein Haupt legen, ein Zeichen der Verehrung, das er dem Koran nicht erweist. Harret also aus und gebt dem Plan, der durch euer Bemühen so weit gediehen, Zeit zu reifen.“

Anmerkungen:

[2] Daß die so hoch über allen andern stehende christliche Religion den Kaiser machtvoll ergriffen und zeitweise nahe an die Schwelle des Glaubens geführt hatte, bezeugen auch einheimische, unverdächtige Quellen. „Es kamen“, so berichtet Badaoni, der als streng orthodoxer mohammedanischer Gelehrter am Hofe Akbars weilte und die Verhältnisse genau kannte, „aus Europa gelehrte Mönche, die ‘Padri’ genannt werden. … Sie brachten das Evangelium mit und legten dem Kaiser Beweise für die Dreipersönlichkeit Gottes vor. Seine Majestät glaubte fest an die Wahrheit der christlichen Religion, wünschte die Lehren Jesu zu verbreiten, befahl dem Prinzen Murad (gemeint ist der zweite Sohn Akbars, Pahari, dem der Vater später den Namen Murad gab), einige Lektionen in der christlichen Religion zu nehmen, da dies ihm Glück bringen werde, und trug Abul Fazil auf, das Evangelium zu übersetzen.”

wird fortgesetzt


5. Juli
Das verlorene Schaf

Von P. Engelbert Recktenwald

Wer kennt nicht das Gleichnis vom verlorenen Schaf? Der Gute Hirte geht dem verlorenen Schaf nach, bis er es findet, legt es mit Freuden auf seine Schultern und trägt es zurück. Aus der Erklärung des Heilands geht hervor, dass er mit dem verlorenen Schaf den Sünder meint. Im Matthäusevangelium wird das verlorene Schaf das verirrte Schaf genannt. Der Sünder hat sich verirrt, er ist vom rechten Weg, der zum ewigen Ziel führt, abgekommen. In der Kunst wird die Situation noch weiter ausgeschmückt: Man sieht das verirrte Schaf im Dornengestrüpp, verletzt, gefangen und unfähig, sich selber zu befreien. Der Gute Hirte befreit es und achtet nicht darauf, dass er sich selber dabei an den Dornen die Hände blutig sticht.

Was für eine trostreiche Wahrheit: So sehr wir auch vom Weg abgekommen und in Sünden verstrickt sein mögen: Wir haben einen Guten Hirten, der sich selber nicht schont, um uns zu befreien und uns wieder auf den Weg des Heiles zurückzuführen.

Aber jetzt stellen wir uns vor, dass das verlorene Schaf zum Guten Hirten, der es befreien will, sagt: Lass mich hier! Ich habe mich gar nicht verirrt. Es gefällt mir hier. Ich bin auf dem rechten Weg. Die Dornen tun auch nicht weh, ich spüre nichts davon. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Lage, ich fühle mich hier wohl. Ich verlange von deiner Kirche, dass sie meine Situation als einen guten Weg anerkennt. Ich brauche deine herablassende Barmherzigkeit nicht. Ich will kein Mitleid, sondern Respekt und Anerkennung. Ich klage deine Kirche an, dass sie so unbarmherzig ist und mich diskriminiert, indem sie mich einen Sünder nennt. Es wird höchste Zeit, dass sie ihre Morallehre ändert und den neuen Zeitverhältnissen anpasst.

Und es könnte noch weiter ausholen und argumentieren: Außerdem bin ich gar nicht das verlorene Schafe. Wir sind viele. Wir sind sogar die Mehrheit. Das verlorene Schaf, das ist jene Minderheit, die z.B. vorehelichen Geschlechtsverkehr für eine schwere Sünde hält. Wer glaubt denn noch daran? Das sind doch nur ein paar zurückgebliebene Schafe, die den Anschluss an die Moderne verpasst haben. Das verlorene Schaf, das ist der rechtgläubige Katholik, der Fundamentalist, der sich einbildet, Wege und Irrwege unterscheiden zu können. Wie kann er es wagen, darüber zu richten, was Sünde ist und was nicht? Er bedarf der Umkehr, nicht ich.

Es ist klar, dass mit einer solchen Haltung die Rettungsversuche des guten Hirten vereitelt werden. Der moderne Mensch fühlt sich nicht als armer Sünder, der die Rettung braucht, sondern Ankläger, der über Gott und die Kirche zu Gericht sitzt. Er will sich nicht den Geboten Gottes anpassen, sondern fordert von der Kirche eine Anpassung an seine Vorstellungen. Den Selbstgerechten, die sich solcherweise gegen den Ruf des Evangeliums zur Umkehr sperren, gilt das Wort des Herrn: “Ihr werdet in euren Sünden sterben” (Joh 8, 24).

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn sehen wir, wie sich dieser in seiner Sünde tatsächlich zunächst einmal wohlfühlt: Er führt ein Leben in Saus und Braus. Doch dann verarmt er und muss hungern. Diese Situation öffnet ihm die Augen über seinen wahren Zustand. Er erkennt seine Erlösungsbedürftigkeit und kehrt zum Vater zurück. Hier erkennen wir, wie Not, die Gott über einen Menschen kommen lässt, eine Gnade sein kann.

Den modernen Menschen, von dem ich oben sprach, gibt es nicht. Es gibt immer nur einzelne Menschen. Und die können eine Wandlung durchmachen, so dass sie vom Selbstgerechten zum verlorenen Schaf werden, das sich für die Rettung durch den Guten Hirten öffnet.

Und selbst die Selbstgerechten sind oft Opfer: Sie sind Opfer des Zeitgeistes. Sie sind in dieser Mentalität aufgewachsen und können vielleicht gar nichts dafür, dass sie so denken wie sie denken.

Bewahren wir deshalb trotz allem immer die Gesinnung, die uns der Gute Hirte vorlebt. Haben wir Mitleid mit den Sündern, egal, ob sie sich als verlorenes Schafe fühlen oder sich in der Sünde wohlfühlen. Wir können niemanden mit Gewalt bekehren. Die Öffnung der Augen zur Selbsterkenntnis kann nur von innen her von der Gnade Gottes kommen. Unsere Aufgabe als gläubige Christen ist es, einerseits allen falschen Anpassungsforderungen tapfer zu widerstehen, andererseits in der Nachfolge des Guten Hirten sofort jedem, der zum verlorenen Schaf geworden ist, in Liebe die Hand zur Umkehr zu reichen - wohl wissend, dass wir alle einmal verlorene Schafe gewesen sind.


3. Juli
Denis Coiffet

Vor einem Jahr, am 3. Juli 2015, starb nach schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren P. Denis Coiffet FSSP. Er gehört zu den Gründern der Priesterbruderschaft St. Petrus. 1977 war er zusammen mit P. Josef Bisig FSSP, dem langjährigen Generaloberen der Petrusbruderschaft, zum Priester geweiht worden.


23. Juni
Silbernes Priesterjubiläum

Vor 25 Jahren, am 29. Juni 1991, wurde in Wigratzbad P. Bernhard Gerstle FSSP, der Distriktsobere des deutschsprachigen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Petrus, zum Priester geweiht. Mit ihm wurden auch P. Hans Achim Räder FSSP und P. Gérald Duroisin FSSP geweiht.

Ein Artikel von P. Gerstle


22. Juni
Die Idee der sittlichen Handlung

Vor 100 Jahren, Ende Juni 1916, las und exzerpierte Edmund Husserl die Dissertation Dietrich von Hildebrands Die Idee der sittlichen Handlung. Sie wurde im selben Jahr veröffentlicht im Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung, Band 3, 1916. Das Jahrbuch wurde von Husserl herausgegeben in Gemeinschaft mit Oskar Beckar, Moritz Geiger, Martin Heidegger, Alexander Pfänder, Adolf Reinach und Max Scheler.


22. Juni
Bernardino Realino

Vor 400 Jahren, am 2. Juli 1616, starb in Lecce im Alter von 85 Jahren der hl. Bernardino Realino SJ. Er war ein “charismatisch begnadeter, hochgeschätzter Prediger, Beichtvater und Seelenführer” (LThK, 2. Auflage). 1895 wurde er selig-, 1947 heiliggesprochen.


21. Juni
Edith Stein

Vor 100 Jahren, Anfang Juli 1916, kam die hl. Edith Stein nach Freiburg. Sie folgte ihrem Lehrer Edmund Husserl, dem Begründer der Phänomenologie. Dieser war im April 1916 von Göttingen nach Freiburg als Nachfolger Heinrich Rickerts auf den Lehrstuhl für Philosophie berufen worden. Bei ihm promovierte Edith Stein im August 1916 summa cum laude.

Edith Stein: Können, Sollen und inneres Leben


21. Juni
Kolumbien

Vor zehn Jahren, am 29. Juni 2006, wurde das Haus der Priesterbruderschaft St. Petrus in Kolumbien, die Casa San Martín de Porres, kanonisch errichtet.


21. Juni
Ignatius Kung Pin-Mai

Vor 25 Jahren, am 28. Juni 1991, wurde Ignatius Kung Pin-Mai (1901-2000), der 33 Jahre in chinesischen Kerkern verbrachte, vom hl. Papst Johannes Paul II. öffentlich zum Kardinal erhoben.


20. Juni
Eheunfähigkeit

Papst Franziskus hält laut Aussage vom 16. Juni 2016 die “große Mehrheit” der kirchlich geschlossenen Ehen für ungültig, und zwar deshalb, weil die Leute nicht wüssten, was das Sakrament ist. “Es ist nicht bekannt, dass es unauflöslich ist, dass es für das ganze Leben ist.”

Wenn dieses Urteil zutreffen sollte, bedeutete es, dass viele Gläubige aufgrund mangelnder Glaubenskenntnis eheunfähig geworden sind. Und das wiederum bedeutete die Bankrotterklärung jener Strömung in der nachkonziliaren Theologie, die für die mangelnde Ehevorbereitung verantwortlich ist: Sie hatte die Mündigkeit des Laien auf ihre Fahnen geschrieben und wollte ihn aus der Vormundschaft des kirchlichen Lehramtes befreien. Das Ergebnis ist nicht Mündigkeit, sondern Eheunfähigkeit.

Auf der anderen Seite hat die Kirche im Normalfall die Ehe der Protestanten immer für gültig gehalten - obwohl diese die Sakramentalität der Ehe leugnen und ihre Unauflöslichkeit lockerer sehen.


20. Juni
Theologenkommission

Vor 50 Jahren, am 26. Juni 1966, sprach sich die von Papst Paul VI. eingesetzte Theologenkommission für die Möglichkeit aus, dass künstliche Empfängnisverhütung moralisch erlaubt sei. Aufgrund der eindeutigen kirchlichen Lehrtradition setzte sich der Papst über dieses Votum hinweg und verbot sie in seiner Enzyklika Humanae vitae. Der hl. Papst Johannes Paul II. schärfte immer wieder mit Nachdruck die Lehre ein, dass es sich bei der künstlichen Empfängnisverhütung um eine moralisch in sich schlechte Handlung handelt. Trotzdem wird diese Lehre von vielen Moraltheologen abgelehnt und mit bischöflicher Duldung das Gegenteil gelehrt.


20. Juni
Paul Cullen

Vor 150 Jahren, am 22. Juni 1866, wurde Paul Cullen (1803-1878), seit 1852 Erzbischof von Dublin, zum Kardinal erhoben. Er war der erste Ire, der Kardinal wurde. Auf dem Ersten Vatikanischen Konzil gab er “eine Formulierung des Unfehlbarkeitsdogmas, die wenig geändert angenommen wurde” (LThK, 1. Auflage).


20. Juni
Georges Lemaitre

Vor 50 Jahren, am 22. Juni 1966, starb in Löwen, Belgien, im Alter von 71 Jahren der Astrophysiker und katholische Priester Georges Lemaitre. Lemaitre schrieb Wissenschaftsgeschichte durch die Entwicklung der Urknalltheorie, die heute das kosmologische Standardmodell darstellt. Von atheistischen Wissenschaftlern wurde die Theorie zunächst bekämpft, weil sie im Gegensatz zur Steady-State-Theorie nicht einen ewigen Kosmos, sondern einen Anfang postuliert und damit besser mit der Idee einer Schöpfung vereinbar ist.


20. Juni
Apostolisches Vikariat Wallis und Futuna

Vor 50 Jahren, am 21. Juni 1966, wurde das 1935 gegründete Apostolische Vikariat Wallis und Futuna zur Diözese erhoben. Am selben Tag wurde das Vikariat Zentral-Ozeanien, aus dem das Apostolische Vikariat 1935 herausgelöst worden war, zur Diözese von Tonga erhoben. Auf der Pazifik-Insel Futuna hatte 1841 der hl. Pierre Louis Marie Chanel SM das Martyrium erlitten. Einen Blick auf die spannende Geschichte der Mission dieser Region gewährt die Lebensgeschichte des Missionars Pierre-Marie Bataillon SM.


18. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht die Artikel Gardesalut für Lämmer von Ulrich Nersinger und Sherlock Holmes ermittelt im Vatikan von Petra Kehl. Das Zitat aus dem Artikel Die gerettete Zunge, in dem Markus Günther auf einfühlsame Weise seine Entdeckung der Mundkommunion schildert, finden Sie unter dem Titel Protestantisches Vorbild auf der einschlägigen Themenseite.


18. Juni
Jeanne Delanoue

Vor 350 Jahren, am 18. Juni 1666, wurde in Saumur die hl. Jeanne Delanoue geboren. Sie 1704 gründete mit Unterstützung des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort das Institut der Schwestern der hl. Anna von der Vorsehung. Sie nahm den Namen Johanna vom Kreuz an und starb am 17. August 1736. Am 9. November 1947 wurde sie selig-, am 31. Oktober 1982 heiliggesprochen.
Bei der Heiligsprechung sagte der hl. Papst Johannes Paul II. über sie: “Ihre Armen umgab Mutter Johanna vom Kreuz mit Zärtlichkeit, bisweilen bereitete sie ihnen ein Festmahl. Von den Schwestern aber verlangte Mutter Johanna vom Kreuz, dass sie die Armen mit Hochachtung grüßten und zuerst bedienten. Die Bürger ihrer Stadt, auch Priester, kritisierten die ‘übertriebene’ Strenge der Mutter Johanna gegen sich selbst und ihre ‘zügellose’ Nächstenliebe, aber nichts konnte sie davon zurückhalten, nicht einmal der Einsturz ihres ersten Quartiers für die Aufnahme der Armen. Sie sagte: 'Ich will mit den Armen, meinen Brüdern und Schwestern, leben und sterben.’”


17. Juni
Niceforus Díez

Vor 100 Jahren, am 17. Juni 1916, wurde der spanische Passionist und Märtyrer Niceforus Díez Tejerina (1893-1936) in Chicago zum Priester geweiht. 1932 kehrte er nach Spanien zurück, wo er im Juli 1935 zum Provinzial gewählt wurde. Am 13. Juli 1936 besuchte er das Passionistenkloster in Daimiel, „um inmitten seiner Herde sein Leben hinzugeben.“ Denn das Kloster befand sich in großer Gefahr angesichts der kirchenfeindlichen Ausschreitungen im Spanischen Bürgerkrieg. Tatsächlich wurde es in der Nacht auf den 22. Juli überfallen. 26 Passionisten, darunter auch Petrus Redondo, erlitten den Märtyrertod. Am 1. Oktober 1989 wurden sie seliggesprochen.

Infos über den Spanischen Bürgerkrieg


16. Juni
Ungeliebte Barmherzigkeit

Erst im Licht der Gnade können die dunklen Abgründe der Sünde erkannt und ohne Gesichtsverlust eingestanden werden. Barmherzigkeit, die den Sünder bejaht, seine Sünden aber verneint, unterscheidet sich von billiger Gnade, die das Drama der Sünde bagatellisiert und beiseiteschiebt. Die Abwehrreflexe, die der Begriff Barmherzigkeit bei manch säkularen Zeitgenossen (und ihren theologischen Advokaten) hervorruft, provozieren daher die Gegenfrage, ob die Ausblendung der eigenen Vergebungsbedürftigkeit nicht anfällig macht für Formen einer Verantwortungsflucht, die andere bezichtigt, um selbst besser dazustehen.

Aus: Jan-Heiner Tück, Barmherzigkeit. Vom Unbehagen an einer viel beschworenen Vokabel, in: Internationale katholische Zeitschrift Communio, Mai/Juni 2016, S. 188.

Zum Thema: Barmherzigkeit


16. Juni
Jahresranking 2015

Die Aufsteiger des Jahres: Die Top 30

Welche von den 571 Seiten, die keine Neueinsteiger sind, haben 2015 die größten Sprünge nach oben gemacht? Ich gebe die Top 30 in zwei Schritten bekannt. Nachdem ich bereits die Top 15 gepostet habe, folgen hier die Plätze 16 bis 30. In der rechten Spalte sind die Plätze angegeben, um welche die jeweilige Seite im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.

Platz Die Aufsteiger des Jahres 2015
Die Top 30
Zweiter Teil: Plätze 16 bis 30
gestie-
gene Plätze
16

Franz Prosinger: Gottes Liebe im Werk der Erlösung

134
17

Über die KNA

132
18

Franz Prosinger: Das soziale Königtum Jesu Christi und die Herrschaft des Kreuzes

131
19

Recktenwald: Die Methoden des Alan Posener

125
20

Eduard Kamenicky: Satan im Vormarsch?

119
20

Petra Kehl: Früchte einsamer Stunden

119
22

Stimmen zur Persönlichkeit und zum Pontifikat Papst Benedikts XVI.

116
23

Thomas Lüken: Christliche Moral und säkulare Ethik

108
23

CiG

108
25

Peter Kreeft: Jesus, einzigartig

105
26

Ulrich Nersinger: Wider alle Regeln

99
27

Pater Pio und die geordnete Liebe

98
27

Robert Spaemann: Wer ist ein Fundamentalist?

98
29

Peter Wust: Die Rückkehr der Philosophie zum Objekt

89
30

Charles de Foucauld: Die Geburt Jesu

87

Die Top 15 und das Jahresranking 2015


15. Juni
Eustáquio van Lieshout

Vor zehn Jahren, am 15. Juni 2006, wurde Eustáquio van Lieshout SSCC (1890-1943) seliggesprochen. Der mit der Gabe der Heilungen begnadete Niederländer kam 1925 nach Brasilien, wo er ungezählte Menschen bekehrte.


12. Juni
Santissima Trinità dei Pellegrini

Vor 400 Jahren, am 12. Juni 1616, wurde in Rom die Kirche Santissima Trinità dei Pellegrini eingeweiht. Sie wurde von der Erzbruderschaft der Pilger und Kranken der Allerheiligsten Dreifaltigkeit erbaut, die vom hl. Philipp Neri zum Zweck der Beherbung und Versorgung der Rompilger gegründet worden war. 2008 wurde sie der Priesterbruderschaft St. Petrus anvertraut.


11. Juni
Hyacinthe-Marie Cormier

Vor 100 Jahren, am 11. Juni 1916, am Pfingstfest, trat der selige Hyacinthe-Marie Cormier OP (1859-1916) als Generaloberer des Dominikanerordens zurück. Er war der 76. Generalmeister in der Geschichte des Dominikanerordens und hatte ihn seit 1904 sehr erfolgreich geleitet.


10. Juni
Sorgen

Ich muss zugeben, dass mir also manches Sorgen macht. Allerdings will ich mich nicht in Debatten über den Wert von Fußnoten, vollständigen oder unvollständigen Zitaten einlassen. Zu denken gibt aber der Applaus, der aus dem Lager jener kommt, die sehnsuchtsvoll eine Änderung der kirchlichen Morallehre erwartet haben, die seit Jahrzehnten, die Pastoral von der Lehre lösen und zweite Verbindungen segnen. Sollte ein Dokument, das Ergebnis einer zweijährigen weltweiten Debatte ist, nicht so klar formuliert werden, dass es keiner langatmigen Interpretationen lehramtstreuer Bischöfe und Theologen bedarf, um hervorzuheben, es stelle keinen Bruch in der Lehre der Kirche dar?

Aus: Christof Gaspari, Amoris laetitia - heftig umstritten, Vision2000 3/2016, S. 25

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