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* * *

20. November
Ist Klarheit kasuistisch?

Als Blaise Pascal in seinem Kampf gegen die Jesuiten denselben Kasuistik vorwarf, meinte er damit (ob zu Recht oder Unrecht, spielt jetzt keine Rolle) deren Geschicklichkeit, in klaren moralischen Normen durch spitzfindige Unterscheidungen irgendwelche Schlupflöcher zu finden, um diese Normen im Einzelfall zu umgehen.
Heute erleben wir das merkwürdige Gegenteil: Gerade jenen, die in der Kontroverse um Amoris laetitia an der Klarheit der Normen, wie sie der hl. Johannes Paul II. von neuem immer wieder einschärfte, festhalten wollen, wird nun der Vorwurf der Kasuistik von jenen gemacht, die diese Normen durch Unterscheidungen, deren Kriterien weitgehend im Unklaren bleiben, aufweichen wollen.

Der nächste Beitrag auf kath-info ist für den 26. November geplant.


20. November
Alfred Pampalon

Vor 150 Jahren, am 24. November 1867, wurde in Notre-Dame-de-Lévis bei Quebec Alfred Pampalon geboren. 1886 trat er in Belgien bei den Redemptoristen ein. 1892 zum Priester geweiht, musste er drei Jahre später wegen Schwindsucht nach Kanada zurückkehren. Er “erbaute bis zum Ende alle durch Frömmigkeit, Geduld und andere Tugenden” (LThK, 1. Auflage). Am 30. September 1896 starb er in Sainte-Anne-de-Beaupré, genau ein Jahr vor der hl. Theresia von Lisieux. Beim letzten Atemzug richtete er seine Augen lächelnd zum Himmel empor, als sähe er dort jemanden. 1907 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet, 1991 wurde von Rom sein heroischer Tugendgrad festgestellt. Er gilt als besonderer Helfer von Alkohol- und Drogenabhängigen, wie viele Gebetserhörungen bezeugen.


20. November
Paolo Casati

Vor 400 Jahren, am 23. Novembre 1617, wurde in Piacenza der Mathematiker Paolo Casati SJ geboren. Er veröffentlichte mathematische, astronomische und theologische Werke. Ein Mondkrater ist nach ihm benannt. Die Königin Christina von Schweden begleitete er spirituell auf ihrem Weg zur Konversion. Am 22. Dezember 1707 starb er in Parma.


19. November
Andreas Hofer

Vor 250 Jahren, am 22. November 1767, wurde der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer geboren.


19. November
Mateo Correa

Vor 25 Jahren, am 22. November 1992, wurde Mateo Correa (1866-1927) seliggesprochen. Er starb durch Kopfschuss als Märtyrer des Beichtgeheimnisses in der mexikanischen Katholikenverfolgung. Er wurde von General Ortiz erschossen, nachdem dieser ihm die Erlaubnis gegeben hatte, die Beichten der Cristeros entgegenzunehmen, und dann vergeblich versucht hatte, ihn zum Bruch des Beichtgeheimnisses zu verleiten. Er war der Priester, der dem hl. Miguel Pro (1891-1927) die Erstkommunion spendete. Am 21. Mai 2000 wurde er heiliggesprochen.


19. November
Anne de Xainctonge

Vor 450 Jahren, am 21. November 1567, wurde in Dijon Anne de Xainctonge geboren. 1606 gründete sie in Dôle die Gesellschaft der hl. Ursula, ein Erziehungsinstitut im Geiste des hl. Ignatius von Loyola. Sie starb in Dôle am 8. Juni 1621. 1972 wurde ihr Seligsprechungsprozess eingeleitet.


19. November
Max Baumann

Vor 100 Jahren, am 20. November 1917, wurde im oberfränkischen Kronach der Komponist Max Baumann geboren. Von 1946 bis 1978 lehrte er in Berlin. 1953 konvertierte er nach der Begegnung mit dem Berliner Domkapellmeister Karl Forster zur katholischen Kirche und schrieb u.a. Auftragswerke für den Chor der St. Hedwigskathedrale. Am 17. Juli 1999 starb er in Berlin.


18. November
Maria Eufrasia Iaconis

Vor 150 Jahren, am 18. November 1867, wurde in Casino, Kalabrien, Maria Eufrasia Iaconis geboren. 1886 trat sie in die Kongregation der Barmherzigen Schwestern, Töchter der Unbefleckten Empfängnis ein, die ihre Tante neun Jahre zuvor gegründet hatte. 1893 wurde sie nach Argentinien geschickt, um dort eine Niederlassung zu gründen. Daraus wurde 1904 die Gemeinschaft der Töchter der Unbefleckten Empfängnis von Buenos Aires. In Buenos Aires starb Sr. Maria Eufrasia am 2. August 1916. 2001 wurde ihr Seligsprechungsprozess eröffnet.
1913 war die selige Maria Pierina De Micheli (1890-1945), die große Verehrerin des heiligsten Antlitzes Jesu, in Mailand in die Kongregation eingetreten, nachdem sie dort die Gründerin persönlich kennengelernt hatte.


17. November
Die KNA und Kardinal Sarah

Die KNA kritisiert in einer Meldung vom 14. November, dass Robert Kardinal Sarah einer Bitte von Papst Franziskus nicht nachgekommen sei. Der Papst forderte, seine Antwort auf Sarahs Interpretation des päpstlichen Erlasses “Magnum Principium” (zur Kompetenz der Bischofskonferenzen in Sachen Übersetzung liturgischer Texte) in jenen Medien zu veröffentlichen, die auch des Kardinals Schreiben gebracht hätten.
Dass die deutschen Bischöfe nun schon seit 11 Jahren der päpstlichen Anweisung zur korrekten Übersetzung der Wandlungsworte nicht nachkommen und die päpstliche Bitte, die Gläubigen durch Katechesen darauf vorzubereiten, nicht erfüllen, war KNA dagegen niemals eine Meldung wert. Stattdessen beginnt sie die vermeintliche Skandalmeldung über Kardinal Sarah mit der falschen Behauptung: “Das gab es noch nicht.”
Man merkt die Absicht, und ist verstimmt...

Weitere Meldungen zur KNA


16. November
Adolf Reinach

Vor 100 Jahren, am 16. November 1917, starb im Alter von nicht einmal 34 Jahren der Phänomenologe und geniale Philosoph Adolf Reinach. Er war zusammen mit Moritz Geiger und Alexander Pfänder Gründer des von Husserl herausgegebenen Jahrbuchs der Philosophie und phänomenologischen Forschung und lehrte in Göttingen. Dietrich von Hildebrand nannte ihn seinen eigentlichen Lehrer in der Philosophie. Die hl. Edith Stein sagte über ihn nach ihrer ersten Begegnung 1912 in Göttingen: “Es war mir, als sei mir noch nie ein Mensch mit einer so reinen Herzensgüte entgegengekommen.” Über sein Seminar: “Die Stunden in dem schönen Arbeitszimmer waren die glücklichsten in meiner ganzen Göttinger Zeit.” Ein Jahr vor seinem Tod ließ sich Reinach taufen. Er fiel im Ersten Weltkrieg in Belgien. Die Begegnung mit seiner Witwe nach dem Tod Reinachs und die Entdeckung, wie standhaft sie dieses Kreuz im christlichen Geiste trug, war für Edith Stein, die bis dahin Atheistin war, ein entscheidender Schritt auf ihrem Weg zum Glauben.


15. November
Das Zitat

Es gibt nur zwei Arten von Menschen, die man vernünftig nennen kann: die, die Gott von ganzem Herzen lieben, weil sie ihn kennen, und die, die ihn von ganzem Herzen suchen, weil sie ihn nicht kennen.

Blaise Pascal


15. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das schöne Zitat Paul Baddes über die Bedeutung des Rosenkranzes in der gegenwärtigen Glaubenskrise findet sich bei dem Artikel Durch den Rosenkranz gerettet, das Zitat über den Wertrelativismus auf der Spaemann-Seite und mein Soundcloud-Essay über das verlorene Schaf bei meinem Artikel über die Barmherzigkeit.


14. November
Der Heilige der Landstraße

Von Alfred Betschart

Vierter Teil

Und wie war erst der Kommunionempfang des Heiligen! Darüber berichtet sein Biograph L. Aubineau: “Wer kann die Gefühle, wer den Jubel des Seligen, im Augenblick der sakramentalen Vereinigung mit seinem Gott, jemals schildern? Wenn der bloße Anblick des Tabernakels, wo das eucharistische Opfer verschlossen ruht, seine Seele von sich selbst und von allem Irdischen losriss, was war dann für ihn der Augenblick, wo Gott zu ihm kam, um seine dürstenden Lippen zu berühren, niederzusteigen in sein Herz, das einzig nach dem Brote des Himmels hungerte. Das Gefühl seiner Unwürdigkeit ging dann unter in seraphischen Gluten seines Verlangens. Der Selige brachte an den heiligen Tisch eine solche Glut, ein so sichtbares Verlangen, so zärtliche Anmutungen, dass man fast glaubte, sagte ein anderer Zeuge, er werde sich aufschwingen, um das eucharistische Brot desto eher zu empfangen. Sein Gesicht war überströmt von Tränen; in seinem Äußeren, in allen seinen Gesichtszügen lag etwas Leuchtendes und Strahlendes, was rührte, entzückte und tröstete. Man hatte niemals etwas Ähnliches erblickt. Die frommen Seelen, welche Zeugen dieser wunderbaren Erscheinungen waren, baten Gott um ein wenig von dieser Inbrunst; die Priester, welche die heilige Hostie auf diese Lippen legten, fühlten sich bewegt, zur Andacht hingerissen.
Als einer von ihnen eines Tages diesen schmutzigen und zerlumpten Bettler an der Kommunionbank erblickte, fürchtete er, es sei ein Mangel an Ehrfurcht gegen Gott, in solchem Anzug hinzutreten; kaum aber hatte er einen Blick auf das Gesicht des Kommunikanten geworfen, als er sich in die Gegenwart eines Seraphs versetzt glaubte und alles andere vergaß, in der Bewunderung solcher Inbrunst...
Der liebe Gott bezeugte selbst, dass er diesen Bettler an sich zog, der so beharrlich war, seine göttliche Gegenwart zu betrachten, und dabei so voll Furcht vor seiner schrecklichen Majestät. Das göttliche Wohlgefallen, das den Bettler innerlich erleuchtete und verklärte, gefiel sich zuweilen, den Augen der Menschen den Glanz und die Strahlen des Lichtes zu zeigen, womit es ihn überströmte.”

Das erklärt auch die Intensität, mit der der Heilige gebetet hat, so “dass ihn Kirchenbesucher am Abend noch in der gleichen Stellung fanden, in der sie ihn am Morgen gesehen hatten, mit gefalteten Händen, seinen Blick auf den Tabernakel geheftet. Unbeweglich verharrte er in seiner knienden Stellung, und wenn bei der abendlichen Dämmerung die Kirchen geschlossen wurden, dann schien es nach den Ausdrücken eines Berichtes, als würde er einem Meer von Wonnen entrissen, um in die Flut der menschlichen Kümmernisse zurückgestoßen zu werden” (W. Nigg). Benedikt Labre bekam an den Knien Wunden und starke Geschwülste, “die wie kleine Brotlaibchen aussahen”. Doch achtete er der entsetzlichen Schmerzen nicht.

Ein Geheimnis seines Betens war die beständige Betrachtung des Leidens Christi. Dies erinnert an den hl. Bruder Klaus von Flüe, der den Frieden seiner Seele bei den heftigen Widerwärtigkeiten, die ihm der Satan bereitete, aus der Betrachtung des Leidens Christi gewann. L. Aubineau schreibt über Benedikt Labre: “Das lebendige Gefühl des Leidens Christi war bleibend bei dem Seligen. Dasselbe war der Gegenstand fast aller seiner Betrachtungen; es war das Ziel und die Kraft seiner Gebete, und seine Beschauungen knüpften sich immer daran. Durch die Beschauung des bitteren Leidens, sagen seine Beichtväter, drang er ein in die tiefsten Geheimnisse Gottes, und er schaute die Herrlichkeit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Als demütiges und gehorsames Kind der Kirche, folgte er übrigens allen Gedanken, welche sie der Andacht der Gläubigen darbietet. Er hütete sich sorgfältig, sein Gebet von den Verdiensten und Absichten dieser Braut Jesu Christi zu trennen. Er folgte andächtig an ihrer Hand, dem Kreis der Gedächtnistage und Feste, welche sie im Laufe des Jahres begeht. Aber an all diese Feste schloss sich für ihn durch ein Gefühl der Liebe und des Dankes, auf eine oder andere Weise, immer das bittere Leiden. Er ließ keinen Tag vorübergehen, ohne die heiligen Wunden des Erlösers zu besuchen, sich darin zu verbergen und eine Zuflucht darin zu suchen. Er sah in der Krippe den zarten Körper des göttlichen Kindes ausgestreckt auf dem Kreuze, blutüberströmt, mit Dornen gekrönt, mit Lanze und Nägeln durchbohrt und betete Ihn an.”

Als ein Priester ihn einmal prüfte, gab er - die anfangs zitierte - Antwort: “Wenn ich die Dornenkrönung betrachte, fühle ich mich erhoben zur Dreifaltigkeit Gottes.” Der Priester entgegnete ihm in hochmütigem Tone: “Was verstehst du, ein ungebildeter Mensch, von diesem Geheimnis?" Darauf gab Benedikt die wundervolle Antwort: “lch verstehe nichts davon, aber ich bin hingerissen.”

Im religiösen Leben ist nie das verstandesmäßige Wissen entscheidend, sondern allein die Ergriffenheit, das Glühen, die vollkommene Hingabe an Gott. Gerade weil Benedikt alles verstandesmäßige Durchforschen des Religiösen weit hinter sich gelassen hatte, stand der Heilige “ganz in Gott vertieft und in den Abgrund des eigenen Nichts versunken da; mit seiner glühenden Hingerissenheit zum sakramentalen Jesus sicher manchen Priester beschämend, der seine Messe mechanisch und ohne inneren Schauer las”, schreibt der Protestant Walter Nigg.

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


13. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (22, 23)

An 22. Stelle der im Jahr 2016 am seltensten gelesenen Seiten stehen zwei Seiten: der Artikel von P. Sven Conrad über Die Schönheit des Planes Gottes. Gedanken zum Deutschlandbesuch Papst Benedikts XVI. und mein Artikel Peter Bürgers verräterische Papstkritik.


13. November
Matthias Eberhard

Vor 150 Jahren, am 13. November 1867, wurde Matthias Eberhard (1815-1876) als Bischof von Trier inthronisiert. 1874 kam der standhafte Bischof für neun Monate ins Gefängnis. Es war die Zeit des Kulturkampfes, in der ein Georg Friedrich Dasbach den Paulinus und andere Zeitungen gründete, nicht, um die Kirche auf Zeitgeistkurs zu bringen, sondern die Katholiken in ihrem widerständigen Glauben zu stärken.


12. November
Leere Konformität statt wahrer Freiheit

14. Das falsche Europa brüstet sich mit einem nie gekannten Einsatz für die menschliche „Freiheit“. Diese Freiheit aber ist sehr einseitig. Sie gibt sich selbst als Befreiung von allen Einschränkungen aus: sexuelle Freiheit, Freiheit zur Selbstverwirklichung, Freiheit, „man selbst“ zu sein. Die Generation der Achtundsechziger sieht diese Freiheiten als Siege gegen ein einstmals allmächtiges und repressives kulturelles Regime. Sie stilisieren sich als die großen Befreier und behaupten, ihre Übertretungen seien anzuerkennen als vornehme moralische Errungenschaften, für welche ihnen die ganze Welt dankbar sein sollte.
15. Für die jüngere Generation von Europäern stellt sich die Realität dagegen weit weniger glanzvoll dar. Der liberale Hedonismus führt oftmals zu Langeweile und einem Gefühl der Sinnlosigkeit. Der Bund der Ehe ist geschwächt. In der aufgewühlten See der sexuellen Freiheit werden die Wünsche junger Menschen, zu heiraten und Familien zu gründen, oftmals enttäuscht. Eine Freiheit, die unsere innigsten Herzenswünsche frustriert, wird zu einem Fluch. Unsere Gesellschaften scheinen sich aufzulösen in Individualismus, Isolation und Ziellosigkeit. Anstelle wahrer Freiheit sind wir zur leeren Konformität einer konsum- und mediengesteuerten Kultur verurteilt. Es ist unsere Pflicht, die Wahrheit auszusprechen: Die Generation der Achtundsechziger hat zerstört, aber nicht aufgebaut. Sie hat ein Vakuum geschaffen, das nunmehr mit sozialen Medien, Billigtourismus und Pornographie angefüllt wird.

Aus der Pariser Erklärung Ein Europa, wo(ran) wir glauben können vom 7. Oktober 2017, unterschrieben von zehn Intellektuellen aus acht Ländern: Philippe Bénéton, Rémi Brague, Chantal Delsol, Roman Joch, Lánczi András, Ryszard Legutko, Roger Scruton, Robert Spaemann, Bart Jan Spruyt und Matthias Storme.


11. November
Predigt zum morgigen Sonntag


11. November
Bruna Pellesi

Vor 100 Jahren, am 11. November 1917, wurde in Morano, Diözese Reggio Emilia, die selige Bruna Pellesi geboren. 1940 trat sie in Rimini bei den Franziskanischen Missionarinnen Christi ein, wo die den Namen Maria Rosa von Jesus FMdC erhielt. Hier und im Kloster Ferrara, wohin sie 1945 versetzt wurde, wirkte sie als Lehrerin. Im September 1945 aber begann ihr Leidenweg, als sie an Lungentuberkulose erkrankte. Sie wurde ein Pflegefall und ertrug mit heroischer Geduld und Kreuzesliebe ihre heftigen Schmerzen bis ans Lebensende, den 1. Dezember 1972. Am 29. April 2007 wurde sie seliggesprochen.


11. November
Alfonsa Anna Muttathupadathu

Vor 100 Jahren, am 11. November 1917, empfing die hl. Alfonsa Anna Muttathupadathu (1910-1946) zum ersten Mal die heilige Kommunion. Dieses Glück konnte sie nicht für sich behalten: “Wisst ihr, warum ich heute so glücklich bin? Ich trage Jesus in meinem Herzen”, lautete ihr Bekenntnis gegenüber ihren Freundinnen. Sie wurde am 12. Oktober 2008 als erste Inderin heiliggesprochen.


10. November
Das Zitat

Wir müssen die Freundschaft Jesu finden, den Herzschlag Gottes in der Schrift finden und erkennen. Damit wir auch dann, wenn er uns gürtet und führt, wohin wir nicht wollen, ihn immer noch erkennen als den Freund, immer noch Gottes Herz erkennen und wissen, dass er uns auch da, wo er uns hart anpackt, in die Liebe, in das Heil, in die Freiheit hineinführt.

Joseph Ratzinger


10. November
Das Gnadengeschenk unserer Zeit

Episode Nr. 10 meines Podcasts ist eher spirituell als philosophisch, aber hoffentlich dennoch interessant.


9. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (20, 21)

An 20. Stelle der im Jahr 2016 am seltensten gelesenen Seiten stehen zwei Seiten: der Artikel von Eduard Kamenicky Unterwegs zu Gott und die Seite über Josef Diaz Sanjurjo, Vincent Yen, Organtino Gnecchi-Soldi und die Mission auf Ceylon.


9. November
Jesuiten

Vor 250 Jahren, im November 1767, wurden die Jesuiten aus dem Königreich Neapel, dem Herzogtum Parma und aus Malta, dem Ordensstaat der Malteser, vertrieben. Schon im April 1767 war dasselbe in Spanien geschehen. In Frankreich waren sie schon 1764 verboten worden, in Portugal und Brasilien 1759. 1773 folgte dann die Aufhebung des Ordens durch Papst Clemens XIV.
1758 hatte die letzte Generalkongregation vor der Auflösung getagt. Hubert Becher schreibt darüber: “Düstere Schatten lagen über der Versammlung. Sie empfahl das geistliche Leben, das mehr wert sei als alle Gelehrsamkeit. Wie in Todesahnung schrieb die Versammlung: ‘Und wenn es Gott, dessen Ratschlüsse wir anbeten, gefällt, dass wir durch Unglück geprüft werden, dann wird er diejenigen, die Ihm anhängen und innig mit Ihm verbunden sind, nicht verlassen. Solange wir zu Ihm mit reinem Sinn und aufrichtigem Herzen fliehen können, wird uns nichts fehlen. Glanz und Ruf eines Ordens hängen nicht von der Trefflichkeit seiner Gesetze ab, sondern von einem tugendhaften Leben, und kein Geschehen und kein Unglück kann dies verdunkeln’” (Hubert Becher, Die Jesuiten. Gestalt und Geschichte des Ordens, München 1951, S. 283).

Ein Beispiel für das tragische Schicksal der Jesuiten: Gabriel Malagrida


8. November
Anna Eugenia Picco

Vor 150 Jahren, am 8. November 1867, wurde in Crescenzago bei Mailand die selige Anna Eugenia Picco PPFF geboren. Mit 20 Jahren riss sie von zu Hause aus und trat in Parma in die von Augustinus Chieppi gegründete Kongregation der Kleinen Töchter von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä ein, wo sie als Erzieherin tätig war. Ihr Motto war “Leiden, Schweigen, Lieben”. 1911 wurde sie zur Generaloberin gewählt. Während des Ersten Weltkriegs verzehrte sie sich im Dienst an den Armen und Notleidenden. Am 7. September 1921 starb sie in Parma und wurde am 7. Oktober 2001 seliggesprochen.


8. November
Francisco Kardinal Jiménez de Cisneros

Vor 500 Jahren, am 8. November 1517, starb in Roa, Provinz Burgos, im Alter von 81 Jahren Francisco Kardinal Jiménez de Cisneros OFM. Seit 1492 Beichtvater und Berater der Königin Isabella von Kastilien, wurde er 1495 widerstrebend, doch im Gehorsam gegen Papst Alexander VI. Erzbischof von Toledo und damit Primas von Spanien, ohne seine einfache Lebensweise als Ordensmann aufzugeben. 1507 zum Großinquisitor für Kastilien und León ernannt, entfaltete er “eine weitgreifende, meist glückliche Wirksamkeit auf kirchlichem und weltlichem Gebiet. Er reformierte trotz Widerständen den Welt- und Ordensklerus und begünstigte einen maßvollen, kirchlich gerichteten Humanismus und eine christliche Renaissance” (LTthK, 1. Auflage). 1499 gründete er die Universität Alcalá, wo später Jerónimo Nadal studieren und der berühmte Melchior Cano lehren sollte.


7. November
Vincenzo Grossi

Vor 100 Jahren, am 7. November 1917, starb in Vicobellignano im Alter von 72 Jahren der hl. Vincenzo Grossi. 1869 zum Priester geweiht, übertrug ihm sein Bischof “nacheinander zwei besonders schwierige Pfarreien. Grossi gründete das Institut der Töchter des Oratoriums als Pfarrhelferinnen, besonders für die Jugend” (LThK, 2. Auflage). 1975 wurde er selig-, am 18. Oktober 2015 heiliggesprochen.


7. November
Antonio Baldinucci

Vor 300 Jahren, am 7. November 1717, starb in Poli am Fuße der Sabinerberger im Alter von 52 Jahren der selige Antonio Baldinucci SJ. Er wirkte in Mittelitalien als Volksmissionar mit “wunderbarem Erfolge. Dieser beruhte auf seinem ganz ungewöhnlichen Beispiel der Buße und auf der Massenwirkung volkstümlicher Veranstaltungen. Ein Marienbild war sein steter Begleiter” (LThK, 1. Auflage). 1893 wurde er seliggesprochen.


6. November
Symbolik
oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

133. Folge

Sollte auch diese nähere Erklärung die Natur des protestantischen Glaubens noch nicht in ein recht helles Licht setzen, so dürfte dies zuverlässig gewonnen werden, wenn wir mit jener Vergleichung bekannt machen, die Calvin bei einer gewissen Gelegenheit zu demselben Zwecke gebraucht. Osiander, Prediger in Nürnberg, später in Königsberg, einer der berühmtesten Anhänger Luthers im Beginne der Reformation, hatte sich erlaubt, eine besondere Rechtfertigungstheorie aufzustellen, die, wenn wir seine dunkle Redeweise und das ihm selbst Unklare gehörig erläutern, ganz die katholische war, was ihm auch oft genug vorgeworfen wurde. Er lehrte unter anderem, die rechtfertigende Kraft liege nicht im Glauben an sich, sondern inwiefern er Christum wesenhaft aufnehme, d. h. nach katholischer Ausdrucksweise, in wiefern er den Menschen durch wirkliche Mitteilung der Gerechtigkeit Christi in eine reelle Gemeinschaft mit diesem versetze. Hierauf entgegnet Calvin, allerdings nehme auch er an, daß der Glaube keineswegs durch seine innere Kraft rechtfertige, denn da er immer schwach und unvollkommerı sei, so würde er auch nur eine mangelhafte Rechtfertigung bewirken.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


5. November
Ein Geschenk des Himmels

Bald beginnt die Adventszeit: ein Anlass, an das schöne, bebilderte Büchlein von P. Martin Ramm Ein Geschenk des Himmels zu erinnern, durch welches Kinder in das Geheimnis der Advents- und Weihnachtszeit eingeführt werden.
Bestellen Sie es bei der Petrusbruderschaft: für sich selbst, für Ihre Kinder, Großkinder, Nichten, Neffen, für die Kinderarbeit in der Pfarrei, in der Schule, in Kindergruppen, zum Weiterverschenken. Ein Beitrag zur Neuevangelisierung, die bei den Kindern beginnt.


5. November
Monatsranking Oktober 2017

Wie üblich der Ausschnitt aus dem monatlichen Ranking. Zu ergänzen wäre dieses Mal, dass es unter den Top 10 einen bemerkenswerten Aufsteiger gibt: Die Rezension über Vergib mir, Natascha ist von 40 auf Platz 6 gestiegen. Das hängt wohl mit meiner Predigt vom vorletzten Sonntag zusammen.

Platz Monatsranking Oktober 2017
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 640 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+/- 0
3

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+/- 0
10

Raimund Klesse: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht

- 1
20

Zur Hirntoddebatte

+ 23
30

Spaemann: Rationalität und Gottesglaube

+ 7
40

Über Christ in der Gegenwart

+ 41
50

Recktenwald: Das verlorene Schaf

- 17
60

Über Amoris laetitia

- 38
100

Recktenwald: Maria im Heilsplan Gottes

- 10

Zum Ranking der Vormonate


4. November
Das Zitat

Die heilige Eucharistie ist der größte Trost für die lieben Armen Seelen; sie ist das mächtigste Mittel, ihnen Linderung und Erlösung zu bringen.

Ehrw. Lukas Etlin


4. November
Pakistan

Vor drei Jahren, am 4. November 2014, wurde in Pakistan das christliche Ehepaar Shahzad Masih und Shama Bibi in einem Ziegelofen verbrannt. Ein muslimischer Mob hatte die beiden, die in einer Ziegelei arbeiteten, beschuldigt, Koranseiten verbrannt zu haben. Voll Wut ging er auf sie los, brach der schwangeren Shama und ihrem Mann beide Beine, verprügelte sie und warf sie in den Ziegelofen. Das Paar hinterließ drei oder vier Kinder. Am 23. November wurden fünf der Täter von einem Gericht in Lahore zum Tode verurteilt.


3. November
Leon Bloy

Vor 100 Jahren, am 3. November 1917, starb in Bourg-la-Reine bei Paris im Alter von 71 Jahren der Schriftsteller, Pamphletist, Bettler, Marienverehrer und “Pilger des Absoluten” (Selbstbezeichnung) Leon Bloy. Einen Text von ihm gibt es auf kath-info.
“Man muss beten. Alles Übrige ist eitel. Man muss beten, um die Schrecken dieser Welt aushalten zu können. Man muss beten, um die Kraft zu erlangen, warten zu können. Es gibt keine Verzweiflung, keine traurige Bitterkeit für den Menschen, der viel betet” (Leon Bloy).


3. November
Pearl Mary Teresa Craigie

Vor 150 Jahren, am 3. November 1867, wurde in Boston, Massachusetts, die Schriftstellerin Pearl Mary Teresa Craigie geboren, besser bekannt unter ihrem Pseudonym John Oliver Hobbes. Sie ging im Februar 1887 mit Reginald Walpole Craigie eine unglückliche Ehe ein und wurde 1892 katholisch. Am 13. August 1906 starb sie in London. Als ihr reifstes Werk gilt The School for Saints (1897) und die Fortsetzung Robert Orange (1900).


2. November
Neueste Statistik zur Priesterbruderschaft St. Petrus

Mit Stand von gestern, den 1. November 2017, zählt die Priesterbruderschaft St. Petrus weltweit 437 Mitglieder, davon 287 Priester, 21 Diakone und 129 Seminaristen. Sie hat 125 Niederlassungen, davon sind 85 kanonisch errichtet. Sie ist tätig in 129 Diözesen, davon 23 im deutschsprachigen Distrikt. An 239 Orten feiert sie die hl. Messe, davon 69 im deutschsprachigen Distrikt. Sie betreut 40 Personalpfarreien, die sich wie folgt aufteilen: 31 in den USA, 3 in Kanada und jeweils eine in der Schweiz, in Nigeria, in Rom, in Australien, in Mexiko und in den Niederlanden.


2. November
Niels Stensen

Vor 350 Jahren, am 2. November 1667, konvertierte in Florenz der aus Kopenhagen stammende selige Niels Stensen (1638-1686) vom Luthertum zur katholischen Kirche. Auslöser war ein Erleuchtungserlebnis am Fronleichnamstag in Livorno, am 9. Juni. Er, der nüchterne Naturwissenschaftler und Begründer der Kristallographie, wurde Zeuge einer Fronleichnamsprozession und der innigen Verehrung des Allerheiligsten, die sich in dem festlichen Prunk und dem Blumenschmuck ausdrückte. Als er sah, wie die Katholiken überall dort, wo der Priester mit der Monstranz vorbeiging, auf die Knie fielen, um den Herrn im Allerheiligsten anzubeten, sagte er sich: „Entweder ist diese Hostie nur ein einfaches Stück Brot, und seine Verehrer sind Toren. Oder hier ist der wahre Leib Christi, und weshalb erweise auch ich ihm nicht die Ehre?“ Diese Frage ließ ihn nicht mehr los: Er studierte intensiv die katholische Lehre und ließ sich von ihr überzeugen.


1. November
Predigt zu Allerheiligen


1. November
Ist sie katholisch geworden?

Überhaupt wird doch heute in der protestantischen Kirche nichts so energisch propagiert wie die Werkgerechtigkeit: Tut Gutes, rettet die Flüchtlinge und das Weltklima, besonders aber kümmert euch um die Frauen und ihre Quoten, im Altarraum und in den Aufsichtsräten.

Matthias Matussek in seinem Luther-Artikel im Focus vom 15. Oktober 2016


1. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (15 bis 19)

An 15. Stelle der im Jahr 2016 am seltensten gelesenen Seiten stehen fünf Seiten: die Seite über Francesco Borghero; die Sinnthesen von Mommertz; die Biographie über P. August Benninghaus SJ; die Seite über Krankheit; die Seite über Johannes von Paris Quidort, Anton Berlage und Jean-Marie-Robert de Lamennais.


31. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurde der Artikel über Anton de Waal und zwei seiner Bücher untergebracht. Das Zitat Spaemanns über das Kreuzesopfer als Offenbarung habe ich meinem Artikel über das Kreuz hinzugefügt. Den Bericht des Liturgiefuchses über seine Beobachtungen in Hannover und das Zitat P. Gerstles über den Grund der Attraktivität der überlieferten Liturgie bei jungen Leuten gibt es auf der Seite mit Erfahrungsberichten über jene Liturgie.


31. Oktober
Alfons Rodriguez

Vor 400 Jahren, am 31. Oktober 1617, starb in Palma im Alter von 85 Jahren der hl. Alfons Rodriguez. Er trat nach dem Tod seiner Frau und seiner drei Kinder im Alter von 39 als Laienbruder in die Gesellschaft Jesu ein, wo er 46 Jahre lang als Pförtner diente und sich durch strenge Aszese auszeichnete. Er wurde zum Ratgeber Jesuiten, darunter des hl. Petrus Claver, dem er half, seine Berufung als Sklavenseelsorger in Südamerika zu entdecken. 1825 wurde er selig-, 1887 heiliggesprochen.


30. Oktober
Notwendige Reformation

“Am 13. Juni konnte ich den ägyptischen Staatspräsidenten, Abdel Fattah al-Sisi, während seines Deutschlandbesuchs in Berlin, sprechen. Ich habe ihn beglückwünscht, dass er sich öffentlich für eine Reformation der islamischen Lehre einsetzt. Das ist eine wichtige Aussage! Denn kein Mensch wird als Terrorist geboren. Es ist die absurde Lehre, die die Menschen dazu motiviert, sich und andere zu töten.”

Anba Damian, Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche für Deutschland, im Editorial der sehr empfehlenswerten ideaSpektrum Spezialausgabe zum Thema Christenverfolgung 2017.


30. Oktober
Bernadette Soubirous

Vor 150 Jahren, am 30. Oktober 1867, legte die hl. Bernadette Soubirous (1844-1879), die Seherin von Lourdes, im Kloster Saint-Gildard der Barmherzigen Schwestern in Nevers ihre erste Profess ab. Sie war am 7. Juli 1866 dort eingetreten. 1925 wurde sie selig-, 1933 heiliggesprochen.


29. Oktober
Andreas Theurer

Vor fünf Jahren, am 29. Oktober 2012, konvertierte Andreas Theurer im Alter von 46 Jahren in die katholische Kirche. Theurer war in Seewald-Göttelfingen, Landkreis Freudenstadt, Pfarrer der Evangelischen Landeskirche. Im August 2012 wurde er von seinem Amt als Pfarrer suspendiert, weil er das Buch Warum werden wir nicht katholisch? – Denkanstöße eines evangelisch-lutherischen Pfarrers veröffentlicht hatte.
Mit ihm konvertierte auch seine Frau Gudrun, Diplom-Theologin und Mitglied der Landessynode.


29. Oktober
Bénilde Romançon

Vor 50 Jahren, am 29. Oktober 1967, wurde Benilde Romançon FSC (1805-1862) heiliggesprochen.


29. Oktober
Manipulation der Quellen

FAZ: Dieses reformatorische Unternehmen ist ja nicht unelegant. Man lässt die überkommene Lehre, die Katechismuswahrheiten unberührt, aber lockert ihren Verpflichtungsgrad, ihre Bindungskraft. Demnach hätte Kardinal Walter Kasper ins Schwarze getroffen, als er sagte: Nichts wurde verändert durch dieses Schreiben „Amoris laetitia“, und doch hat sich alles verändert.

Kardinal Brandmüller: Was man da an Belegstellen vorbringt, sticht nicht. Man hat sich auf einen einzigen Autor gestützt, der seinerseits nicht nur schlampig, sondern ideologisch gearbeitet hatte. Und dann will man mir weismachen, dass man sich auf die Väter stützt. Ich sage: Quod non. Das Ganze ist eine unehrliche Geschichte, das ist Manipulation der Quellen. Und dagegen ist man als Historiker besonders allergisch. Das soll man nie tun.

Aus einem Interview, das Christian Geyer und Hannes Hintermeier mit Walter Kardinal Brandmüller, ehemals Professor für Kirchengeschichte, führten, gestern veröffentlicht in der FAZ online. In dem Interview erfahren wir von den FAZ-Redakteuren, dass der “liberale” Theologe Magnus Striet in der Herder Korrespondenz sich gegen jene Beschwichtigungsphrase gewandt habe, mit Amoris laetitia sei die Lehre der Kirche nur tiefer verstanden, nicht aber verändert worden. Dazu Brandmüller: “Da hat er natürlich recht. Es gibt tatsächlich Leute, die noch denken können.”


28. Oktober
Predigt zum Christkönigssonntag

Im alten Kalender fällt der Christkönigssonntag auf den letzten Sonntag im Oktober, also auf den Sonntag, der dem Allerheiligenfest vorausgeht. Die Heiligen sind jene, in denen Er sein Reich errichten konnte. Wir feiern also zuerst den König, dann sein Reich.


28. Oktober
Märtyrer

Vor zehn Jahren, am 28. Oktober 2007, wurden in Rom 498 Opfer des Spanischen Bürgerkriegs als Märtyrer seliggesprochen.
Papst Benedikt XVI. sagte dazu beim Angelus: “Danken wir Gott für das große Geschenk dieser heroischen Glaubenszeugen, die, ausschließlich von ihrer Liebe zu Christus bewegt, mit dem eigenen Blut ihre Treue zu ihm und zu seiner Kirche bezahlten. Durch ihr Zeugnis erleuchten sie unseren geistlichen Weg hin zur Heiligkeit und ermahnen uns, unsere Leben als Opfer der Liebe zu Gott und zu den Brüdern hinzugeben. Gleichzeitig leiten sie uns durch ihre Worte und Gesten der Vergebung gegenüber ihren Verfolgern dazu an, unermüdlich für die Barmherzigkeit, die Aussöhnung und das friedliche Zusammenleben tätig zu sein.”


28. Oktober
Hans Driesch

Vor 150 Jahren, am 28. Oktober 1867, wurde in Kreuznach der Biologe und Philosoph Hans Driesch geboren. Anknüpfend an Gedanken von Aristoteles vertrat er einen Vitalismus. Während seiner Lehrzeit in Heidelberg (1909-1911) war unter seinen Hörern Jacques Maritain, der in dieser Zeit Thomas von Aquin entdeckte, dessen Denken nach den vielen Enttäuschungen durch die moderne Philosophie er als eine “Erleuchtung der Vernunft” empfand. Driesch starb am 17. April 1941 in Leipzig.


28. Oktober
Cornelius Hazart

Vor 400 Jahren, am 28. Oktober 1617, wurde in Flandern der Theologe Cornelius Hazart SJ geboren. Er trat 1634 in die Gesellschaft Jesu ein und wurde 1647 zum Priester geweiht. Er war ein begnadeter Prediger und Verfasser vieler Schriften, darunter einer vierbändigen Kirchengeschichte. In seinen apologetischen Schriften setzte er sich vor allem mit dem Calvinismus auseinander. Am 25. Oktober 1690 starb er in Anvers.


27. Oktober
Podcast

Soeben habe ich eine neue Episode meines Podcasts veröffentlicht. Ich erkläre die wichtige philosophische Diskussion über den Stellenwert der Moral. Sind die moralischen Werte “gut” und “böse” bloß Projektionen unserer Gefühle oder Realitäten? Was sind die Konsequenzen für das Menschenbild?


27. Oktober
Martin Mosebach

Vor zehn Jahren, am 27. Oktober 2007, wurde Martin Mosebach mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.


27. Oktober
Celina Chludzinska

Vor zehn Jahren, am 27. Oktober 2007, wurde Celina Chludzinska (1833-1913) seliggesprochen. Als Witwe gründete sie die Kongregation der Schwestern von der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus, die sich noch zu ihren Lebzeiten in Polen, Bulgarien und Amerika verbreitete.


26. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (12, 13, 14)

An zwölfter Stelle der im Jahr 2016 am seltensten gelesenen Seiten stehen drei Seiten: der Artikel Verzicht und Staunen von Eduard Kamenicky, der Bericht über die Mission in Persien im 17. Jahrhundert und die siebte Seite der Wiedergabe des Buches von Spillmann über die anglikanische Katholikenverfolgung.


26. Oktober
Luthers Freiheit

Wer mit dem Göttinger Historiker Hartmut Lehmann das „Luthergedächtnis von 1817 bis 2017“ (Göttingen 2012) Revue passieren lässt, wird mit Anpassungen an den jeweiligen Zeitgeist konfrontiert. 1817 feierte das evangelische Christentum die Reformation als Durchbruch in die Moderne und als Hort der Aufklärung; 1917 als Garant der deutschen Kultur und Nation. Und im Vorfeld der Fünfhundertjahrfeier haben führende EKD-Mitglieder das eigene Bekenntnis als „Konfession der Freiheit“ charakterisiert. Sie meinten die Freiheit der Autonomie und Emanzipation. Doch dieses Selbstverständnis kann sich ebenso wenig wie die Jubiläen von 1817 oder 1917 auf Martin Luther berufen. Denn der Reformator stellt dem Gehorsam gegenüber Papst und Bischöfen den Gottesgehorsam, nicht aber die Freiheit autonomer Selbstbestimmung entgegen. Entweder – so betont er in Absetzung gegen das Freiheitsverständnis der Renaissance – wird der Mensch vom Teufel (von der Sünde) oder von Gott (von der Gnade) geritten.

Aus einem Beitrag von Rainer Maria Kardinal Woelki zum Reformationsjahr, unter dem Titel Das Verhältnis von Katholiken und Lutheranern im Reformationsjahr: Ehrlichkeit in der Ökumene erschienen in der Herder-Korrespondenz, 71. Jahrgang (2017), Heft 10, S. 13-16.

Beiträge zum Thema Ökumene


25. Oktober
Wider die Verwüstungen

Anlässlich des 20. Todestages von Josef Pieper hat Prof. Dr. Berthold Wald gleich zwei wichtige Bücher herausgebracht.

Das eine Buch Die Wahrheit bekennen. Josef Pieper im Dialog mit Romano Guardini, Hans Urs von Balthasar, T. S. Eliot, C. S. Lewis und Joseph Ratzinger stellt das Ergebnis einer Tagung über Josef Pieper vom 30. Juni 2017 an der Theologischen Fakultät Paderborn vor und enthält Beiträge von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Norbert Feinendegen, Stephan Herzberg, Till Kinzel, Manfred Lochbrunner, Thomas Möllenbeck, Greg Morgan, Hanns-Gregor Nissing und Manuel Schlögl.
Papst Benedikt XVI. hatte 2009 über Josef Pieper geschrieben: “Pieper ist für mich gerade deshalb ein exemplarischer und höchst aktueller wahrer Philosoph, weil er sich durch die Größe der Frage und die Gefahren des Weges nicht einschüchtern ließ, sondern darauf beharrte, dass es die rationale Suche nach dem Ganzen, nach der Wahrheit selbst geben muss und dass erst dies wahre Philosophie ist. Er wusste, dass wir diesen Fragen nur im Zuhören auf die Großen aller Zeiten standhalten können und dass Philosophie bei der Größe ihres Auftrags immer auch bereit sein muss, die Antworten zu hören und zu bedenken, die aus dem Glauben und seiner besonderen Weise des Hörens kommen.”

Das andere Buch, Die Anwesenheit des Heiligen, versammelt Texte von Josef Pieper selber. In ihnen geht es darum, angesichts der “Verwüstungen in der Theologie” (so Pieper im Anschluss an Hegel) und in der Liturgie das Verständnis für Sakralität und Heiligkeit zurückzugewinnen. Prof. Dr. Helmut Hoping schrieb dazu in einer Rezension der Tagespost am 12. Oktober:
“Bis heute wird in der katholischen Kirche um die Liturgie gerungen. Dies betrifft ihre Riten und Texte, die Ästhetik der liturgischen Gegenstände, die Gebetsrichtung, die Liturgiesprache und die Architektur des gottesdienstlichen Raumes. Pieper hatte eine ausgeprägte Sensorik für die Probleme und Verwerfungen in der Liturgieentwicklung nach dem Konzil. Viele davon hat er in seinen klugen und stilsicher abgefassten Einsprüchen offen angesprochen. Eine Relecture lohnt sich, der Leser gewinnt Einblicke in die Anfänge einer Debatte, die bis heute anhält.”

Zum Thema: Kardinal Ratzinger: Wir müssen die Dimension des Heiligen in der Liturgie zurückerobern


24. Oktober
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

58. Folge

Betrachten wir nun näher die Art und Weise, in welcher die einzelnen göttlichen Personen, die dem Gesagten gemäß eins sind in der Substanz und mit der Substanz von Ewigkeit überall gegenwärtig sind, auch ohne die Substanz in keiner Weise irgendwo gegenwärtig sein können, als vom Vater ausgehend, in der Zeit auf eine neue Weise der Kreatur gegenwärtig werden und so außer Gott zu existieren beginnen können: so liegt es zunächst, an die Wirksamkeit zu denken, welche sie an und in der Kreatur zu entwickeln beginnen. In der Tat pflegt auch die Heilige Schrift das Wirken Gottes in der Kreatur überhaupt als ein Kommen Gottes zur Kreatur, als eine Heimsuchung derselben vonseiten Gottes darzustellen und diese Heimsuchung selbst, je nachdem die Wirkung eine vorübergehende oder bleibende ist, als ein Vorübergehen oder als ein Wohnenbleiben aufzufassen. Noch mehr. Die Heilige Schrift redet sehr oft davon, daß die Personen gesandt werden, eben um eine Tätigkeit in der Kreatur auszuüben. So schickt Gott sein Wort, um das Eis zu schmelzen, und läßt seinen Geist wehen, um die Wasser fließen zu machen. So fleht der Weise, daß Gott ihm die Beisitzerin seines Thrones (seine persönliche Weisheit) schicken wolle, um ihn zu erleuchten; so bittet die Kirche mit den Worten der Schrift: "emitte Spiritum tuum et creabuntur", So sagte der Heiland selbst vom Heiligen Geiste, daß er ihn senden werde, um uns zu trösten und in alle Wahrheit einzuführen.

Allein, wenn man bloß auf die Tätigkeit sieht, zu welcher und in welcher eine göttliche Person gesandt werden soll, kann die Sendung derselben nur in einem teils inadäquaten, teils auch sogar uneigentlichen Sinne verstanden werden. Denn im vollen und eigentlichen Sinne kann ich nur dann sagen, eine Person werde von der andern gesandt, wenn sie so von derselben ausgeht, daß sie allein für sich an einer besondern Stelle oder an der gemeinsamen in besonderer Weise auftritt und existiert. Nun ist aber jede Wirksamkeit nach außen allen Personen absolut gemeinsam; die wirkende Kraft besitzen alle drei unteilbar in derselben Vollkommenheit. Durch die Wirksamkeit als solche kann also keine göttliche Person speziell für sich nach außen hervortreten. Das ist so wahr, daß selbst die Sendung des Sohnes in der Inkarnation, insofern die Annahme der menschlichen Natur nicht in ihrem Terminus oder Ziele, sondern in ihrem Ursprung, als Auswirkung der Vereinigung der menschlichen Natur mit dem Logos, betrachtet wird, nicht als ein dem Logos eigentümliches, sondern als ein ihm mit den übrigen Personen gemeinschaftliches Wirken und Auftreten betrachtet werden muß und von allen Vätern und Theologen betrachtet wird. Nur durch Appropriation kann nach dem früher Gesagten eine Wirksamkeit nach außen einer Person kat’ exochén zugeschrieben werden - und dann ist die Sendung selbst auch nur eine appropriative, somit uneigentliche, weil die Grundbedingung der Sendung, der Unterschied und der Ausgang der gesandten Person von der sendenden hier nicht hervortritt. Im besten Falle bedeutet dieselbe nur so viel, daß die sendende Person eben in und mit der von ihr hypostatisch ausgehenden Person irgendwo zu wirken beginne und diese mit ihr an dem betreffenden Orte wirken und auftreten lasse, dieselbe mit sich dorthin führe; aber dann ist die Sendung nur eine inadäquate, da sie zwar den Ausgang involviert, aber zugleich mehr die Gemeinsamkeit des äußern Auftretens als eine Besonderheit in demselben durchblicken läßt.

Sieht man also bloß auf die Wirksamkeit der göttlichen Person, dann läßt sich eine Sendung der einzelnen nach ihrer hypostatischen Eigentümlichkeit nicht im eigentlichen und vollen Sinne begreifen. Aber ebensowenig läßt sich dieselbe ohne jede göttliche Wirksamkeit begreifen; denn jede Einführung Gottes oder einer göttlichen Person in die Kreatur kann nur durch eine von Gott ausgehende Wirksamkeit hergestellt gedacht werden. Diese einführende Tätigkeit, die an sich allen Personen gemeinschaftlich, ist eben darum auch jeder einzelnen in ihrer Totalität eigen und kann somit jeder einzelnen ebensogut wie allen zusammen beigelegt werden. Wenn daher wirklich eine spezielle Vor- oder Einführung einer ausgehenden Person stattfindet, so kann ich die Tätigkeit, wodurch dieselbe zustande kommt, ebensogut der produzierenden Person zuschreiben wie der ausgehenden. Im ersten Falle sagen wir, daß die produzierende Person die ausgehende in die Kreatur hineinlege, sie der Kreatur gebe; im zweiten, daß die ausgehende Person von der produzierenden in die Kreatur, der sie sich selbst gegenwärtig macht, sich selbst hinbegebe, zu derselben komme. Und nehmen wir dann, da beides zugleich wahr ist, beides zusammen, daß nämlich die ausgehende Person zugleich in die Kreatur hineingegeben wird und sich selbst hineinbegibt, dann haben wir den Vollbegriff der sendenden Tätigkeit. Denn weder ein bloßes Hingeben einer Sache, die sich nicht selbst bewegt, noch ein bloßes Kommen, ohne daß ein anderer als Urheber des Kommens mitgedacht wird, erfüllt den Begriff der Sendung; sondern bloß die Hingabe, mit der ein selbständiges Hingehen des Hingegebenen verbunden ist, nennen wir Sendung im aktiven Sinne, und nur dasjenige Kommen eines Wesens, welches die Hingabe, die Urheberschaft eines andern einschließt, bezeichnen wir als Sendung im passiven Sinne bzw. als Auswirkung, Erfüllung der Sendung.

Wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


23. Oktober
Würzburg

Vor 450 Jahren, am 23. Oktober 1567, kamen auf Betreiben des Fürstbischofs Friedrich von Wirsberg die ersten 18 Jesuiten nach Würzburg, darunter Sebastian Kellermann SJ, der Domprediger wurde, und Georgius Halenius SJ, der 1582 bei der Eröffnungsfeier der Universität Würzburg den Festvortrag hielt. Provinzial der 1559 errichteten oberdeutschen Ordensprovinz war der hl. Petrus Canisius (1521-1597).


23. Oktober
Nagels Atheismus

Mein Artikel über die Philosophie Thomas Nagels, der 2014 in der Zeitschrift AEMAET erschien, ist nun auch in englischer Übersetzung in der amerikanischen Ausgabe der Internationalen Zeitschrift Communio erschienen.


22. Oktober
Einladung zur Entdeckung

Höchste Zeit dafür, anzufangen mit der alten Messe. Hier wird man Halt finden in dem, was über viele Jahrhunderte Fels war, den Glauben genährt und die rechte Perspektive auf Gott gegeben hat. Kurz: Ich lade möglichst viele „ganz normale“ Priester und Gläubige ein, die alte Messe für sich zu entdecken – nicht als Alternative zur gewöhnlichen Form, sondern als Bereicherung und Vertiefung. In der alten Liturgie werden die Dinge, die in diesen zehn Jahren weiter ins Wanken geraten sind, wie von selbst zurechtgerückt, so als würde man zu einem alten Weisen kommen, der mit einem Lächeln sagt: „So ist das! Seht ihr das nicht?“ Tatsächlich, wie von selbst versteht man hier…

Der Pastoraltheologe Prof. Dr. Andreas Wollbold in seinem Blogbeitrag Alte Messe – jetzt wieder da! zum zehnten Jahrestags des Inkrafttretens von Summorum Pontificum.


21. Oktober
Predigt zum morgigen 20. Sonntag nach Pfingsten


21. Oktober
Heiligsprechung

Vor fünf Jahren, am 21. Oktober 2012, sprach Papst Benedikt XVI. vier Frauen und drei Männer heilig.

Die hl. Katharina Tekakwitha (1656-1680) war Irokesin und wurde die Lilie der Mohawks genannt. Eine für Kinder geeignete DVD über sie wird von der Petrusbruderschaft angeboten.
Die hl. Marianne Cope (1838-1918) stammte aus Hessen und widmete ihr Leben den Leprakranken.
Die hl. Maria del Monte Carmelo (1848-1911) gründete 1892 in Burgos die Kongregation der Missionarinnen der Unbefleckten Empfängnis Mariens für den Unterricht.
Die hl. Anna Schäffer (1882-1925) stammte aus Mindelstetten und war eine Mystikerin und Leidensseele.
Der hl. Jakob Berthieu (1838-1896) war Jesuit und wurde auf Madagaskar während eines Aufstandes ermordet.
Der hl. Pedro Calungsod (1654-1672) war Katechet und erlitt auf den Philippinen den Märtyrertod.
Der hl. Giovanni Battista Piamarta (1841-1913) gründete im Jahr 1900 die Kongregation der Heiligen Familie von Nazareth.

Auf der Website über die hl. Anna Schäffer, die von der Pfarrgemeinde Mindelstetten eingerichtet wurde, kann man sich ein Zitat der Heiligen ziehen.


21. Oktober
Adilio Daronch

Vor zehn Jahren, am 21. Oktober 2007, wurde Adilio Daronch (1908 - 1924) seliggesprochen.


20. Oktober
Vianneys Kampf gegen die religiöse Unwissenheit

Von Francis Trochu

Dritter Teil

Mit noch glühenderem Eifer widmete sich Vianney der Unterweisung seiner Gläubigen von der Kanzel herab.

Er richtet sich in der Sakristei ein. Er öffnet die Tür zum Heiligtum. Er, der Priester, will unter den Augen seines ewigen Meisters arbeiten. Der Ankleideraum, wo er die Gewänder für das heiligste Opfer anlegt, wird sein Studierzimmer. Er durchackert die Heiligenlegende, den Katechismus von Trient, das theologische Nachschlagewerk von Bergier, die Abhandlungen über das innere Leben von Rodriguez, die Predigtbücher von Le Jeune, von Joly, von Bonnardel und andern.

Seine einzige Erholung bei dieser angespannten Tätigkeit ist von Zeit zu Zeit ein Blick auf den Tabernakel. Die innere Erleuchtung sucht er vor dem Altar. Auf der untersten Stufe hingeworfen, betrachtet er, was er soeben gelesen hat. In seinem Geist ziehen die armen, schlichten Leute an ihm vorüber, denen er diese Wahrheiten verkünden soll. Hier vor ihm im Tabernakel ist der Meister, der alle diese höchsten Wahrheiten den Fischern, den Bauern, den Hirten verständlich zu machen wusste. Ihn bestürmt er mit Tränen in den Augen, auch ihm jenen Gedanken einzugeben, auch auf seine Lippen jenes Wort zu legen, das sein Volk rühren und bekehren wird.

Er geht in die Sakristei zurück. Er beginnt die Niederschrift. Als Künder der Wahrheit steht er aufrecht bei seinem Werk, wie ein Soldat zum Kampf bereit. Seine Feder läuft über das Papier und oft bedeckt er mit seiner feinen, geneigten, eiligen Schrift acht, zehn Seiten in einer einzigen Nachtwache.

Zu gewissen Zeiten arbeitete er sieben Stunden ohne Unterbrechung bis tief in die Nacht hinein. Er streicht kaum die eine und andere Stelle. Unvollendete Sätze verraten seine Eile, die Glut seines Eifers. Die Zeit ist kostbar. Er muss voran, koste es, was es wolle. Nun folgt das härteste Stück seiner Arbeit: das Auswendiglernen. Sein Gedächtnis ist bis ans Ende widerspenstig geblieben; und doch gilt es, sich fünfunddreißig bis vierzig, in einem Zug, ohne Absätze, ohne ersichtliche Einteilungen geschriebene Seiten einzuhämmern.

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag machte er seine Vorübungen und trägt die Predigt laut vor. Vom Weg herüber, der am Kirchhof vorbeiläuft, haben ihn verspätete Heimkehrer oft seine Sonntagspredigt einüben hören. Übermannte ihn der Schlaf, so setzte sich der Asket auf die bloßen Steinplatten und lehnte sein Haupt gegen den eichenen Kredenztisch, wo er sich für einige kurze Augenblicke dem Schlummer überließ. Diese schrecklichen Stunden zählen zu seinen verdienstvollsten und zu den ergreifendsten seines ganzen Priesterlebens.

Dann kommt der Morgen, wo er vor seine Zuhörer treten muss. Außer in der für die Schlossfamilie bereitgestellten Bank füllte lauter Bauernvolk die Kirche. Sie hatten kritische Augen im Kopf und billigen Spott auf den Lippen und manche unter ihnen, vor allem die Jüngeren, wären am liebsten anderswo gewesen. Das wusste er. Aber er wusste auch, dass es um Seelen ging, denen er die Frohbotschaft verkünden sollte. Tiefer als jeder andere Priester war der Heilige von dieser Überzeugung durchdrungen. Dieser Glaube gab ihm den nötigen Mut. Allerdings war der Kopf des armen Pfarrers von der schweren Nachtarbeit wie zerschlagen. Und nun sollte er nach dem Fasten seit gestern Abend, nach dem Hochamt um elf Uhr, jetzt, wo es bereits auf zwölf Uhr ging, seine Predigt halten, die immer eine ganze Stunde dauerte.

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen

Weitere Beiträge über den hl. Pfarrer von Ars


19. Oktober
Podcast

Auch player.fm hat inzwischen meinen Podcast entdeckt.


19. Oktober
Kirchenlehrerin

Vor 20 Jahren, am 19. Oktober 1997, wurde die heilige Theresia vom Kinde Jesus vom hl. Papst Johannes Paul II. mit dem Apostolischen Schreiben Divini Amoris Scientia zur Kirchenlehrerin erhoben.

Lesetipp: Papst Benedikt XVI. über die Kirchenlehrer der Neuzeit


18. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Zitat über den Widerspruch, in dem laut dem römischen Kanonisten Graulich die Leitlinien der deutschen Bischöfe zu den universalkirchlichen Ausführungsbestimmungen für die Feier des römischen Ritus in der außerordentlichen Form sich befinden (Unzulässige Einschränkung), findet sich auf der einschlägigen Themenseite zur Freigabe der überlieferten Liturgie. Die Audiodatei mit meiner Predigt zum 4. Sonntag nach Ostern habe ich zwei Predigten von P. Prosinger zugesellt. Die Kritik Winnemöllers an den Ausfällen des Theologen Hans-Joachim Höhns gegen Kardinal Sarah befindet sich auf der Seite über Pseudotheologie.


18. Oktober
Manuel da Nóbrega

Heute vor 500 Jahren, am 18. Oktober 1517, wurde in Portugal Manuel da Nóbrega SJ, der Gründer der Jesuitenmission in Brasilien, geboren. Nach seinem Studium in Salamanca und Coimbra trat er 1544 als Priester in die Gesellschaft Jesu ein und kam 1549 nach Brasilien. 1553 wurde er Provinzial für Brasilien und ganz Lateinamerika. Er gründete die Missionen in Bahia, Sao Paulo, Rio de Janeiro und Pernambuco. “Als Missionsprinzip verteidigte Nóbrega die Freiheit der Indios statt ihrer Versklavung durch die Kolonisten” (LThK, 3. Auflage). Er arbeitete zeitweise mit dem hl. José de Anchieta (1534-1597) zusammen. Am 18. Oktober 1570 starb er in Rio de Janeiro.


17. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (10, 11)

An zehnter Stelle der im Jahr 2016 am seltensten gelesenen Seiten stehen zwei Seiten: der Artikel Museumswärter von P. Bernward Deneke und Der Artikel Der Christ und die Veränderung von Eduard Kamenicky.


17. Oktober
Die Quittung für den Konstruktivismus

Als im US-Präsidentschaftswahlkampf letztes Jahr über “Fake-News”, “alternative Fakten” und das “postfaktische Zeitalter” geredet wurde, konnte ich mir eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen. Denn die tonangebende “kulturwissenschaftliche Linke” (Michael Hampe) bekam hier die Quittung serviert für ihren jahrzehntelang gepredigten Konstruktivismus - für die Auffassung, dass es objektive Fakten gar nicht gibt, dass alles subjektiv ist und dass die Wirklichkeit gar nicht existiert.

Benjamin Hasselhorn in IdeaSpektrum vom 11. Oktober 2017, S. 23


16. Oktober
Bischofskonferenz

Vor 150 Jahren, am 16. Oktober 1867, trat in Fulda zum ersten Mal die deutsche Bischofskonferenz zusammen. Sie dauerte bis zum 21. Oktober. Zum Vorsitzenden wurde der Erzbischof von Köln Paulus Melchers gewählt. Er blieb es bis 1883.


16. Oktober
Elisabeth von Dijon

Vor einem Jahr, am 16. Oktober 2016, wurde Elisabeth von der heiligsten Dreifaltigkeit (1880-1906) heiliggesprochen.


16. Oktober
Maximilian Kolbe

Vor 100 Jahren, am 16. Oktober 1917, gründete der hl. Maximilian Kolbe (1894-1941) die Militia Immaculatae (Ritterschaft der Unbefleckten), die sich vor allem durch das Presseapostolat der Neuevangelisierung widmete.


14. Oktober
Achte Folge

Die achte Episode meines Podcasts ist erschienen. Aufmerksamen Lesern des Portals wird sie nicht unbekannt sein.


14. Oktober
Predigt zum morgigen 19. Sonntag nach Pfingsten


14. Oktober
Barbara Wenz

Vor 10 Jahren, am 15. Oktober 2007, konvertierte die Autorin Barbara Wenz im Alter von 40 Jahren zum katholischen Glauben. Besonders freut mich, dass nach ihrem Bekenntnis das Portal zur katholischen Geisteswelt zu den Faktoren zählt, die ihr auf diesem Weg zum Glauben geholfen haben. Auch für das Portal hat sie sich als Autorin betätigt.


14. Oktober
Louis-Eugène-Marie Bautain

Vor 150 Jahren, am 15. Oktober 1867, starb in Paris im Alter von 71 Jahren der katholische Philosoph und Theologe Louis-Eugène-Marie Bautain. Nach einer atheistischen Phase fand er im Alter von 28 Jahren unter dem Einfluss von Louise Humann zum Glauben zurück. Von 1824 bis 1828 leitete er die “Straßburger Philosophenschule”. Der Jude Theodor Ratisbonne, der ältere Brudes des berühmten Alphons Ratisbonne, fand durch ihn zum Glauben und ließ sich 1827 taufen. Bautains fideistische Irrtümer wurden von der Kirche verurteilt. Durch ein Vermittlungsgutachten Möhlers (Verfasser der Symbolik) kam es zu einer Einigung, in der sich Bautain dem kirchlichen Urteil unterwarf.


13. Oktober
Sonnenwunder

Heute vor 100 Jahren geschah das von den Seherkindern vorhergesagte Sonnenwunder von Fatima.


13. Oktober
Widerstandsfähiger Glaube

Der Rosenkranz ist das aussagestärkste Symbol für einen widerstandsfähigen Glauben, der dem Sog der Protestantisierung innerhalb der katholischen Kirche standhält und die Verantwortung jedes Einzelnen für das Seelenheil des Nächsten ins Bewusstsein ruft. Da Feuer nicht kirchenamtlich „von oben“ verordnet werden kann (Friedrich Schorlemmer), hat sich das Fatimajahr als sicherer Hafen vor den Selbsttäuschungen des Lutherjahrs bewährt.

Regina Einig in ihrem Leitartikel Die katholische Alternative in der Tagespost von gestern.


12. Oktober
Rettender Rosenkranz

Von P. Bernhard Gerstle

Beim diesjährigen Kongress „Freude am Glauben“ in Fulda hat mich ein Reisebericht über Nigeria sehr beeindruckt. Die Geschäftsführerin von „Kirche in Not", Frau Fenbert, war dort einem Mann aus Nordnigeria begegnet, der von seiner Rettung vor der islamistischen Terrororganisation „Boko Haram“ erzählte. Diese kommt einem Wunder gleich: Der Ort wurde eines Tages von der Mörderbande des „Boko Haram“ überfallen und besetzt. Eine Flucht mit seiner Frau und den Kindern war nicht mehr möglich. Da beschlossen sie, sich auf dem Dachboden zu verstecken. Sie hatten noch einen gut gefüllten großen Wasserkanister. Sie entschieden, das Wasser nur zum lebensnotwendigen Trinken zu verwenden, nicht mehr zum Waschen. Außerdem kamen sie überein, täglich morgens, mittags und abends den Rosenkranz zu beten. Man muss wissen, dass die Schergen von „Boko Haram“ normalerweise alle Christen und selbst gemäßigte Muslime erbarmungslos massakrieren. Ständig schlichen sie mit ihren Maschinenpistolen um das Haus herum. Doch entgegen aller sonstiger Gepflogenheit betraten sie das Haus nicht, um es zu plündern und die Bewohner umzubringen. Bereits diese Tatsache war natürlicherweise nicht zu erklären. Nach genau 42 Tagen wurde der Ort von Regierungstruppen wieder befreit. Und genau an diesem Tag war der letzte Tropfen Wasser in dem Kanister aufgebraucht. Sie hätten in dieser Hitze unter dem Dach keinen weiteren Tag ohne Wasser überleben können. Der Mann schrieb dieses wunderbare Überleben der hl. Gottesmutter und dem Rosenkranzgebet zu.

Aus dem Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus, Oktober 2017

Ein weiteres Zeugnis über die Macht des Rosenkranzes


11. Oktober
Christliches Erbe

"Das wahre Europa bekräftigt die gleiche Würde eines jeden Individuums, unabhängig von Geschlecht, Rang oder Volkszugehörigkeit. Auch dies speist sich aus christlichen Wurzeln. Unsere Tugenden sind zweifelsfrei christlichen Erbes: Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gnade, Vergebung, Friedfertigkeit, Wohltätigkeit. Das Christentum hat die Beziehungen zwischen Männern und Frauen revolutioniert, indem es Liebe und gegenseitige Treue in einem zuvor ungekannten Ausmaß als bleibende Werte etablierte. Der Bund der Ehe erlaubt es Mann und Frau, in Gemeinschaft zu gedeihen. Die meisten Opfer, die wir bringen, bringen wir um unserer Kinder und Ehepartner willen. Diese Haltung der Selbsthingabe ist ein weiterer christlicher Beitrag zu dem Europa, das wir lieben."

Aus der Pariser Erklärung Ein Europa, wo(ran) wir glauben können vom 7. Oktober 2017, unterschrieben von zehn Intellektuellen aus acht Ländern: Philippe Bénéton, Rémi Brague, Chantal Delsol, Roman Joch, Lánczi András, Ryszard Legutko, Roger Scruton, Robert Spaemann, Bart Jan Spruyt und Matthias Storme.


11. Oktober
Das 68. Wunder

Vor fünf Jahren, am 11. Oktober 2012, hat Bischof Alceste Catella von Casale-Monferrato das 68. Heilungswunder von Lourdes anerkannt. Die gelähmte Schwester Luigina Traverso aus Italien kam 1965 todkrank nach Lourdes. Beim Vorbeitragen des Allerheiligsten während der hl. Messe, an der sie auf einer Tragbahre teilnahm, wurde sie auf einen Schlag geheilt. Das internationale Ärztekomitee bestätigte am 19. November 2011 nach jahrelanger Prüfung den unerklärlichen Charakter des Vorgangs. Das 69. Wunder, das am 20. Juni 2013 anerkannt wurde, ist meines Wissens das bis dato letzte anerkannte Wunder von Lourdes.


10. Oktober
Das Zitat

Die Erkenntnis der unendlichen Güte und Heiligkeit Gottes lehrt den Menschen, dass nur in Gott wahre Güte und Heiligkeit sein kann. In Gott ist die Fülle der Güte und Heiligkeit und jegliches Gut. In der Seele kann nichts Gutes ein, wenn Gott es nicht gibt.

Hl. Alfons Rodriguez


10. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurde untergebracht mein Artikel über das Gewissen zwischen Vision und Illusion, der übrigens eine gute Ergänzung zu meinen Ausführungen in der Tagespost darstellt, auf die ich hier unter dem Datum vom 8. Oktober hingewiesen habe. Anhören kann man sich ihn übrigens auch. Das Zitat des Islamgelehrten Samir Khalil Samir über die islamischen Wurzeln der islamistischen Gewalt finden Sie auf der einschlägigen Themenseite, meinen Hörbeitrag über die Frage, ob Amoris laetitia einen Paradigmenwechsel bedeutet, auf der Themenseite über die Familiensynoden.


9. Oktober
Der Analphabetismus der Gefühle und die Kultur der Liebe

Von Livio Melina

Siebte und letzte Folge

Darüber hinaus ist die Dynamik der Liebe ihrem Wesen nach dem Glauben gegenüber offen: Sie bringt dem anderen stets persönliches Vertrauen entgegen und öffnet sich ihm und der Verheißung des Guten, die uns in der Begegnung und im gegenseitigen Austausch erreicht. Wie Benedikt XVI. in seiner ersten Enzyklika in Erinnerung gerufen hat, bedeutet zu lieben stets auch, der Liebe zu glauben (Deus caritas est, Nr. 1). Nach der inneren Logik der Liebe zu handeln bedeutet, sich dem anderen vertrauensvoll zu öffnen und sich so gleichzeitig dem geheimnisvollen Sein der menschlichen Existenz gegenüber zu öffnen. Der Begriff „geheimnisvoll“ zeigt hier nicht das Unbekannte an, sondern vielmehr die Öffnung gegenüber dem Urheber des Lebens und des Guten. Die Erfahrung der Liebe schließt diese Öffnung mit ein [5]. So lässt uns gerade die Erfahrung der Liebe, wenn sie in ihrer ganzen Wahrheit erfasst wird, die Trennung zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen überwinden, zwischen dem, was christlich und dem, was rein menschlich ist. Die Liebe ist nämlich eine universale und ursprüngliche menschliche Erfahrung, die in der Lage ist, die grundlegende Wahrheit über den Menschen zu offenbaren. Das Christentum wiederum ist anthropologisch bedeutsam, weil es ein Licht schenkt, das den letzten Sinn offenbart. Wir müssen jedoch erkennen, dass man nicht selbstverständlich und nicht ohne Schwierigkeiten zur Wahrheit der Liebe gelangt: Es bedarf dazu des erzieherischen Kontexts einer Gemeinschaft und kompetenter, glaubwürdiger Zeugen, es bedarf eines klaren Blicks, und diese Dinge findet man heute nicht oft. Selbst die Idee, dass es eine „natürliche“ Form gibt, die Sexualität zu leben, wird in weiten Kreisen in Frage gestellt. Der heutige Mensch erkennt seine eigene ursprüngliche Natur nicht mehr. Wir müssen also unsere Überlegungen geduldig wieder aufnehmen und bei einer Problematik sozialen Charakters ansetzen, mit Hilfe einer Argumentation, die die elementarsten Ansprüche des Gemeinwohls in Betracht zieht.

Familie und Gemeinwohl

Warum soll das bürgerliche Gesetz einer „laikalen“ und pluralistischen Gesellschaft, wie unsere westlichen Gesellschaften es sind, die Ehe zwischen Mann und Frau als privilegierte Form der Umsetzung der menschlichen Sexualität und als Grundlage zum Aufbau der Familie fördern? Unsere Gedankengänge werden jetzt nicht mehr auf der der Erfahrung innewohnenden Rationalität basieren, sondern auf dem Wesen der Gesellschaft und dem Gemeinwohl, das diese rechtfertigt.

Welche Bedeutung hat die Idee eines „Gemeinwohls“ als Grundlage der Gesellschaft? [6] Den sozialen Beziehungen zwischen den Menschen wohnt ein Gut inne, das wesentlich ist für das persönliche Leben und das daher geschützt und gefördert werden muss. Nur in der gelebten Beziehung zum anderen und zu den anderen wird das Umfeld geschaffen, in dem jeder in der eigenen Menschlichkeit wachsen kann. Das steht der Auffassung des Individualismus entgegen, der den Menschen als isoliertes Einzelwesen und die Beziehung zu den anderen Personen als etwas rein Äußerliches und nicht Ursprüngliches betrachtet. Die andere Person ist aber nicht nur eine Grenze, die meinen Rechten gesetzt wird. Sie ist der Gesprächspartner, durch den ich mir meiner selbst bewusst werden und meine Persönlichkeit entfalten kann. Das Gemeinwohl ist also »die Gesamtheit jener Bedingungen des gesellschaftlichen Lebens, die sowohl den Gruppen als auch deren einzelnen Gliedern ein volleres und leichteres Erreichen der eigenen Vollendung ermöglichen« (Zweites Vatikanische Konzil, Pastorale Konstitution Gaudium et spes, Nr. 26). Eine Gesellschaft, die nur auf der individualistischen Idee der Rechte des Individuums aufgebaut wäre, ohne die höhere Ebene des Gemeinwohls zu berücksichtigen, würde am Ende auch das Wohl der Person verneinen.

Die auf der dauerhaften Ehe eines Mannes und einer Frau gründende Familie ist ein wesentliches und entscheidendes Element für das Gemeinwohl der Gesellschaft. Viele Verfassungen unserer Staaten erkennen die Familie ausdrücklich als erste, natürliche Keimzelle der Gesellschaft, als Grundlage des bürgerlichen Lebens an. Diese uralte und stets gültige Überzeugung wird bestätigt durch eine kürzlich erschienene soziologische Studie, die das Konzept des „sozialen Kapitals“ untersucht hat [7]. Dieses bezeichnet das kulturelle Erbe und den Bestand, der die Beziehungen des Vertrauens, der Zusammenarbeit und der Wechselseitigkeit zwischen den Personen trägt. Eine Gesellschaft muss die Werte des gegenseitigen Vertrauens, der Loyalität und der Solidarität aus den Grundbeziehungen innerhalb der Familie schöpfen, um nicht unmenschlich zu werden und sich auf fatale Weise selbst zu zerstören. Sie ist das erstrangige soziale Kapital, und auf ihr gründet das zweitrangige: die Beziehungsnetze und Zusammenschlüsse im bürgerlichen Bereich. Das soziale Kapital ist also ein Beziehungsgut, das alle zusammen produzieren und nutzen und ohne das die Gesellschaft zugrunde geht.

Der Gedankengang ist einfach: Die Gesellschaft hat für ihre eigene Existenz ein vitales Interesse an der Förderung der Einrichtung, die für das Entstehen des sozialen Kapitals maßgeblich ist: die monogame und dauerhafte Ehe, die auf der fruchtbaren Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau gründet. Die anerkannte geschlechtliche Differenz ist die Urform der Annahme des anderen in seiner Identität und seinem Anderssein, die die Grundlage der Wechselseitigkeit ist. Nur in einer dauerhaften Verbindung kann die positive Funktion für die betreffenden Personen ausgeübt werden und ist eine Erziehung möglich. Nur durch die Geburt und Erziehung von Kindern gewährleistet die Gesellschaft die eigene Zukunft. Nur durch die Unterstützung der schwachen und alten Menschen, die von der Familie gewährleistet wird, ist die Gesellschaft in der Lage, eine angemessene Antwort zu geben auf immer stärker vorhandene soziale Bedürfnisse.

Natürlich bringt nicht jede Form des Zusammenlebens dieses erstrangige soziale Kapital hervor. Es liegt nicht im Interesse der Gesellschaft, Lebensgemeinschaften zu fördern, in denen die Partner nicht die Pflicht zur gegenseitigen Unterstützung, zur Treue und zum dauerhaften Zusammenleben in der vom öffentlichen Recht vorgegebenen Form übernehmen wollen. Die Gleichstellung mit der Ehe von Formen des Zusammenlebens, die einerseits die dem Ehebund entspringenden Rechte fordern, andererseits aber die entsprechenden Pflichten ausschließen, würde sogar unvermeidlich zur Schwächung der Institution der Familie führen, die die Gesellschaft trägt [8]. Das bürgerliche Recht hat nämlich Erziehungscharakter. Nach dem englischen Kriminologen Nigel Walker werden die Gesetze einer Generation leicht zur Sitte der nächsten Generation [9]. Die Privatisierung der Liebe und die ausschließliche Berücksichtigung der Rechte des Individuums führen zu einer raschen Aufzehrung des notwendigen Kapitals, das für das Leben einer Gesellschaft unverzichtbar ist.

Noch mehr wäre zu sagen im Hinblick auf die schwächsten Glieder der Gesellschaft, die zu schützen das Gesetz besonders verpflichtet ist. In diesem Fall sind es die Kinder. Durch die adoptionsrechtliche Gleichstellung nicht dauerhafter oder homosexueller Lebensgemeinschaften, in denen die gegenseitige Ergänzung der Vater- und der Mutterfigur fehlt, wird den Minderjährigen das Recht abgesprochen, in einem angemessenen familiären Umfeld, wie es die natürliche Familie ist, geboren zu werden und aufzuwachsen – ohne dass man weiß, welche psychischen Folgen es für die Heranwachsenden haben wird. Da auf diese Weise Menschen dem Leben in einem Umfeld ausgesetzt werden, das für ihre psychische Entwicklung und ihr Wachstum ungeeignet ist, wird damit auch das Prinzip der Gleichheit der Personen verletzt. Daher müssen die Gesetze, die diese Formen des Zusammenlebens mit der Ehe gleichstellen, als ungerecht eingestuft werden.

3. Schluss

»Die Zukunft der Menschheit geht über die Familie!«: Jetzt können wir ermessen, welch wahrhaft prophetischen Charakter diese Aussage hat, die Johannes Paul II. vor mehr als 25 Jahren im Apostolischen Schreiben Familiaris consortio machte (Familiarsi consortio, Nr. 86). Wird die Familie zerstört, verschwindet der Bereich der Kultur, in dem der Mensch sich selbst finden und in seiner wahren Menschlichkeit wachsen kann, in seiner Fähigkeit, bis zur Selbsthingabe lieben zu lernen. Eine Gesellschaft, die die Familie zerstört, ist eine zum Selbstmord verurteilte Gesellschaft. Wir stehen bereits der Möglichkeit einer solchen Zerstörung gegenüber. Daher ist die Herausforderung für uns heute dramatisch und dringend. Eine Antwort muss auf anthropologischer, ethischer, rechtlicher und erzieherischer Ebene gegeben werden. Sie muss vor allem bewusst und organisch auf den Aufbau einer wahren „Kultur der Familie“ abzielen.

Vor kurzem sagte Benedikt XVI. zu uns: »Die Lebens- und Liebesgemeinschaft, die die Ehe ist, erweist sich somit als ein wahres Gut für die Gesellschaft. Heute ist es besonders dringlich, zu vermeiden, dass die Ehe mit anderen Verbindungsformen verwechselt wird, die auf einer schwachen Liebe gründen. Nur der Fels der totalen und unwiderruflichen Liebe zwischen Mann und Frau ist imstande, die Grundlage für den Aufbau einer Gesellschaft zu sein, die für alle Menschen ein Zuhause wird« [10]. Die Aufgabe, die vor uns liegt, hat Johannes Paul II. aufgezeigt. Wir müssen „lieben lehren“, damit die Person und die Gesellschaft auf dem festen Fels der wahren Liebe gründen und die Familien Wohnstätten sein können, in denen der Mensch seiner ursprünglichen Berufung entsprechend gefördert wird.

Anmerkungen:

[5] Vgl. A Scola, “Esperienze nella preparazione degli Instituti per la famiglia”, Manuskript, in Congresso Internacional Teológico Pastoral “La transmisión de la fe en la familia”, Valencia 4-7 de julio 2006.

[6] Vgl. Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, Kompendium der Soziallehre der Kirche, Herder, Freiburg i. Br. 2006, Nr. 164-170.

[7] Siehe insbesondere: P. Donati, “La famiglia come capitale sociale primario”, in: P. Donate (Hg.), Famiglia e capitale sociale nella società italiana, San Paolo, Cinisello Balsamo (MI) 2003, 31-101, mit reichhaltiger Bibliographie.

[8] Vgl. V. Marano, Le unioni di fatto, Esperienza giuridica secolare e insegnamento della Chiesa, Giuffré, Mailand 2005; M. Bovini Baraldi, Le nuove convivenze. Tra discipline straniere e diritto interno, Ipsoa, Mailand 2005.

[9] Die moderne Strafrechtslehre erkennt ausdrücklich und thematisch den Wert des Gesetzes als Modell für die Herausbildung der sittlichen Orientierung des Bürgers an. Vgl. J. Andenaes, La prevenzione generale nella fase della minaccia, dell’irrogazione e dell’esecuzione della pena, in: M Romano - F. Stella (Hg.), Teoria e prassi della prevenzione generale dei reati, Il Mulino, Bologna 1980, 33ff. Hier findet sich das Zitat von Nigel Walker.

[10] Benedikt XVI., Ansprache anlässlich des 25jährigen Bestehens des Päpstlichen Instituts “Johannes Pauls II.” für Studien über Ehe und Familie, 11. Mai 2006 (in Italienisch).

Zum bereits Erschienenen


8. Oktober
Ist ohne Gott die Moral eine Illusion?

Am Donnerstag, den 5. Oktober, erschien in der Tagespost mein Artikel, in dem ich die Frage beantworte, ob die Moral ohne Gott eine Illusion sei. Ich beantworte sie mit Hilfe von Antworten, die Atheisten selber geben.


8. Oktober
Antoninus Fantosati

Vor 150 Jahren, im Oktober 1867, brach der hl. Antoninus Fantosati (1842-1900) von Rom als Missionar nach China auf. “Er arbeitete als Missionar im oberen Teil der Provinz Hupeh, wo er wichtige und geniale Initiativen entwickelte. Ihm verdankt sich die herrliche Kathedrale von Laoho-Kow und Cia-yuen-Kou. Er war Prokurator, Generalvikar und apostolischer Administrator. Nach 20 Jahren ausdauernder und fruchtbarer Seelsorge wurde er 1892 zum Apostolischen Vikar von Süd-Hunan gewählt” (Quelle). Während des Boxeraufstandes erlitt er das Martyrium. 1946 wurde er selig-, am 1. Oktober 2000 mit 119 weiteren Märtyrern heiliggesprochen.


7. Oktober
Predigt zum 18. Sonntag nach Pfingsten


7. Oktober
Johannes von Ávila

Vor fünf Jahren, am 7. Oktober 2012, ernannte Papst Benedikt XVI. den hl. Johannes von Ávila (1499-1569) zum Kirchenlehrer. Dieser Heilige hatte entscheidenden Anteil an der Bekehrung sowohl des hl. Johannes von Gott wie auch des hl. Franz Borja.
Papst Benedikt erwähnt in seinem Apostolischen Schreiben zur Erhebung des hl. Johannes zum Kirchenlehrer eine Episode aus seinem Leben, die uns hilft zu verstehen, wie erlittene Verfolgung zu guten Früchten führen kann: “Doch 1531 wurde er wegen einer Predigt, die ihm falsch ausgelegt worden war, eingekerkert. Im Gefängnis begann er die erste Fassung von Audi, filia niederzuschreiben. In jenen Jahren empfing er die Gnade, mit einzigartiger Tiefe in das Geheimnis der Liebe Gottes und der großen Wohltat vorzudringen, die der Menschheit von Jesus Christus, unserem Erlöser, zuteil geworden ist. Von da an sollte das die tragende Achse seines geistlichen Lebens und das zentrale Thema seiner Verkündigung sein.”


4. Oktober
Das Zitat

Gott hat viele Wege, um uns an sich zu ziehen. Er verbirgt sich oft vor uns. Der Glaube allein, der uns nie im Stich lässt, auch nicht in Zeiten der Not, soll unsere Stütze und der Felsengrund unseres Gottvertrauens sein.

Bruder Lorenz von der Auferstehung


4. Oktober
Franz Xaver Seelos

Vor 150 Jahren, am 4. Oktober 1867, starb in New Orleans im Alter von 48 Jahren der aus Füssen stammende Redemptorist Franz Xaver Seelos CSSR. Nach seinem Studium in München und seinem Eintritt in den Redemptoristenorden kam er 1843 in die USA, wo er ungemein segensreich als Seelsorger, Beichtvater und Volksmissionar wirkte. Am 9. April 2000 wurde er seliggesprochen.


3. Oktober
Neu im Personenregister:
Thorsten Jantschek, Paul Stern


3. Oktober
Ratzingers Pontifikalämter im alten Ritus

In der Tagespost vom 14. September heißt es im Artikel zum zehnjährigen Jahrestag des Inkrafttretens des Motu proprio Summorum pontificum, dass Kardinal Ratzinger zweimal ein Pontifikalamt im alten Ritus gefeiert habe. In Wirklichkeit hat er es mindestens viermal getan. Folgende Fälle sind mir bekannt:

An Ostern 1990 in Wigratzbad, als er die Priesterbruderschaft St. Petrus besuchte.

Am 23. und 24. September 1995 in Le Barroux, zunächst in der Benediktinerinnenabtei Unserer Lieben Frau von der Verkündigung, tags darauf im Männerkloster.

Im April 1999 in Weimar, das in jenem Jahr Kulturhauptstadt Europas war.

Die Predigt, die Kardinal Ratzinger am 23. September 1995 hielt, habe ich auf kath-info dokumentiert.


2. Oktober
Die unentdeckten Seiten von kath-info (7, 8, 9)

An siebter Stelle der im Jahr 2016 am seltensten gelesenen Seiten stehen gleich drei Seiten: die Seite über die beiden Alfonsos de Castro, die Meldungen über den Berliner Marsch für das Leben aus den vergangenen Jahren und die kritischen Beobachtungen zum kirchlichen Institut zur Förderung des publizistischen Nachwuchses (ifp).

2. Oktober
Societas Mariae

Vor 200 Jahren, am 2. Oktober 1817, gründete der selige Wilhelm Chaminade (1761-1850) in Bordeaux die Societas Mariae, Marianisten genannt.


1. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurde untergebracht die Rettung Fernando Casanovas durch den Rosenkranz. Das Zitat Mosebachs über die beispiellose Dauer des Papsttums habe ich an den Text Albert Langs über den Primat Petri angehängt. Die Bemerkung Spaemanns über die größte Fähigkeit des Menschen findet man auf der einschlägigen Themenseite.


1. Oktober
Cuthbert Cary-Elwes

Vor 150 Jahren, am 1. Oktober 1867, wurde in Boulogne, Frankreich, der englische Missionar Cuthbert Cary-Elwes SJ geboren. 1887 trat er in die Gesellschaft Jesu ein, 1900 wurde er zum Priester geweiht. 1904 wurde er auf seinen Wunsch in die Mission gesandt, und zwar nach Britisch-Guayana (zwischen Venezuela und Suriname). Im Süden des Landes, nahe an der Grenze zu Brasilien, wurde er der Gründer der Rupununi-Mission. Aus Krankheitsgründen musste er 1923 nach England zurückkehren, wo er am 22. August 1945 starb.


30. September
Unsere Liebe Frau von Walsingham

Von Carolin Holterhoff

Fünfter und letzter Teil

Sein Sohn Henry VIII (1509–1548) kam 1511 nach Walsingham, um für die Geburt seines Sohnes Henry zu danken, der aber leider kurze Zeit später starb. Seine Frau, Catherine von Aragon, pilgerte auch zu Unserer Lieben Frau von Walsingham, um darum zu bitten, einen Sohn zu gebären, da Henry unbedingt einen männlichen Nachfolger wollte, um die Dynastie zu sichern. Da er aber nur eine legitime Tochter namens Mary bekam, ging er seinen eigenen Weg in die Reformation und machte sich zum Oberhaupt der Kirche Englands.

Erasmus von Rotterdam, der auf Betreiben Bishop John Fishers und Lady Margaret Beauforts in England weilte und in Oxford lehrte, besuchte Walsingham mehrmals; einmal schrieb er einen Brief an Henry VIII, in dem er ihm mitteilte, wie zugig es in der Kapelle sei, da sie keine Glasfenster hatte. Daraufhin schickte Henry Geld, damit Glasfenster eingebaut werden konnten.

Leider überlebte auch Walsingham die Reformation in England nicht. Die Augustinermönche gehörten zu den ersten, die den Eid auf ihn leisteten; nur der Subprior weigerte sich und wurde vor Ort gehängt (Anne Vail, Shrines of Our Lady in England. Gracewing, Leominster, 2004, Reprint 2008, S. 184). Das Chorherrenstift wurde 1538 aufgelöst, alles Wertvolle neu verteilt und der Besitz an Getreue der Reformation gegeben. Das kleine Haus von Nazareth wurde vernichtet, die Marienstatue wurde nach London gebracht und vor den Augen Thomas Cromwells verbrannt (Vail, Shrines of Our Lady, S. 184). Heute markiert eine Steinplatte die Stelle, an der das kleine Haus von Nazareth stand.

Die Gegend von Walsingham gehörte wie der Rest von Norfolk zu den Gebieten, in denen der Widerstand gegen die Reformation besonders stark ausgeprägt war. Viele sogenannte recusants lebten hier und wurden für ihre Treue zur Katholischen Kirche und der Gottesmutter hart bestraft und zum Teil hingerichtet.

Erst im Jahr 1778 wurde das Leben für die wenigen übrigen Katholiken in England (etwa 60.000) langsam leichter, da der erste Catholic Relief Act im Parlament verabschiedet wurde; 1791 erfolgte der zweite Catholic Relief Act und 1829 kam schließlich – zumindest per Gesetz – die volle Gleichberechtigung für die Katholiken.

1897 erteilte Papst Leo XIII den Bischöfen von England und Wales die Erlaubnis, das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Walsingham mit einem Nachbau des Heiligen Hauses von Nazareth als Lady Chapel der Catholic Church of the Annunciation in King´s Lynn wiederherzustellen. Gleichzeitig bezeichnete er England als Mariens Mitgift; damit bestätigte er diesen alten Titel, den England schon seit dem Mittelalter getragen hatte. Leo XIII sagte den Bischöfen auch, dass, wenn England wieder nach Walsingham zurückkehre, Maria wieder nach England käme.

In King´s Lynn befand sich zu der Zeit die einzige katholische Gemeinde in der Gegend. Eine neue Statue der hl. Jungfrau mit dem Jesuskind, die sich am Original orientierte, wurde auch angefertigt und in der Lady Chapel aufgestellt.

1896 hatte eine Anglikanerin namens Charlotte Boyd die kleine Kirche St. Catharine of Alexandria, genannt Slipper Chapel, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, gekauft (Vail. Shrines of Our Lady. S. 185 ff). Sie war die letzte Kirche auf dem Pilgerweg zu dem Marienschrein in Walsingham gewesen und war der Patronin der Pilger geweiht. Der geläufigere Name Slipper Chapel geht vermutlich darauf zurück, dass die Pilger die letzte Strecke des Weges von dort zum Schrein barfuß zurücklegten und in dieser Kirche ihre Schuhe (slippers) zu treuen Händen zurückließen.

Charlotte Boyd war sehr religiös und an der Förderung der spirituellen Lebensweise interessiert. Sie begann mit der Restaurierung der Kirche, die seit der Reformation als Stall und Scheune benutzt worden war. Als sie aber in neuem Glanz erstrahlte, war Charlotte Boyd bereits katholisch geworden und übergab die Slipper Chapel den Benediktinerinnen, die sie ihrerseits dem zuständigen Bischof übergaben. Die erste Wallfahrt von King´s Lynn zur Slipper Chapel fand 1897 statt.

Charlotte Boyd hatte sich sehnlichst gewünscht, dass der Marienschrein wieder nach Walsingham in die Slipper Chapel gebracht würde. Die Bischöfe waren aber dagegen, da sich der neue Schrein seit 1897 in King´s Lynn befand, sodass sie 1906 starb, ohne dass ihr Wunsch erfüllt worden war. Aber knapp dreißig Jahre später, 1934, wurde der Marienschrein doch noch feierlich von King´s Lynn nach Walsingham in die Slipper Chapel überführt. Diese Prozession unter der Leitung von Cardinal Bourne, dem Erzbischof von Westminster, war gleichzeitig eine Pilgerreise, die als Wiedergutmachung für die Reformation und den „Act of Supremacy“ gedacht war. Die gesamte katholische Hierarchie von England und Wales nahm daran teil, ebenso wie fast 10.000 Gläubige. Walsingham wurde bei diesem Ereignis zum Roman Catholic National Shrine ernannt.

Am 17. Mai 1945 fand auf dem Gelände, auf dem das Chorherrenstift gestanden hatte, die erste katholische Messe seit über vierhundert Jahren statt; organisiert wurde sie von den amerikanischen Soldaten, die in der Gegend stationiert waren.

Drei Jahre später fand die erste Student Cross Wallfahrt statt, bei der während der Karwoche Studenten Kreuze nach Walsingham tragen. Diese Studentenwallfahrt ist inzwischen eine jährliche Tradition.

Pius XII verfügte eine kanonische Krönung der Marienstatue. Für die Krone wurden Schmuckstücke – einige davon Familienerbstücke – aus ganz England gespendet; diese wurden dann eingeschmolzen und die Krone angefertigt. Sie besteht aus Gold und ist mit 118 wertvollen Edelsteinen besetzt. Am 15. August 1954 wurde die Marienstatue schließlich vom Apostolischen Legaten Erzbischof O´Hara feierlich gekrönt und in einer anschließenden Prozession entlang der Holy Mile zur Slipper Chapel gebracht. Mehr als 20.000 Menschen nahmen daran teil.

Als Papst Johannes Paul II 1982 England als erstes Oberhaupt der Katholiken überhaupt besuchte, wurde die Marienstatue mit dem Jesuskind von Walsingham ins Wembley-Stadion gebracht, wo er die Heilige Messe feierte.

Walsingham ist wieder ein beliebter Wallfahrtsort in England geworden und Papst Franziskus hat diesem Ort mit seinem Marienschrein 2015 die besondere Ehre zuteil werden lassen, ihn zur Basilica Minor zu erheben.

Literatur

Flint, Bill, Edith the Fair. Visionary of Walsingham, Gracewing. Leominster, 2015

Vail, Anne, Shrines of Our Lady in England, Gracewing. Leominster, 2004 (Reprint 2008), S. 177-191

www.ordinariate.org.uk

www.acatholicland.org/walsingham-national-shrine

Zum bisher Erschienenen


11. September
Podcast

Die siebte Folge meines Podcasts ist erschienen.

Themen

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Englandreise
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Entweltlichung
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Erlösung
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Evangelisierung
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