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* * *

23. Januar
Der Gesandte des großen Geistes

Von Anna Diouf

Dritter Teil

Ausgehend von der ersten abenteuerlichen Reise De Smets in die Neue Welt, beschreibt Weiser kurz, aber mit großer Intensität den Beginn seines Noviziats bei den Jesuiten in White Marsh bei Baltimore im Jahre 1821 und den Weg De Smets bis zur Priesterweihe 1827, um sich dann der Missionstätigkeit des Paters zuzuwenden. Wer sich in Geographie nicht besonders gut auskennt und die im Buch geschilderten Orte einmal über Google Maps aufruft, dem wird bewusst, was für eine Leistung die Patres in ihren Bemühungen erbracht haben: Allein für das Jahr 1859 gibt Weiser die Wegstrecke, die Pater De Smet zurückgelegt hat, mit 24.000 km an, und mindestens 300.000 km (die Angaben variieren naturgemäß) ist der Missionar in seinem Leben gereist, eine schier unglaubliche Distanz. Obgleich natürlich einige konkrete Begebenheiten geschildert werden, die stellvertretend für die gefahrvollen Reisen stehen, handelt es sich dennoch nicht um einen Abenteuerroman, sondern um eine biographische Erzählung, deren Kern die Persönlichkeit des Paters ist, der unablässig, respektvoll und voller Liebe und Eifer die Offenbarung Christi verkündet und sich um das Wohlergehen der Indianer auch politisch verdient macht.

"Der Gesandte des großen Geistes" geht immer wieder darauf ein, wie offen die indianischen Stämme für die Wahrheit in Christus waren, und wie klar ihre Erkenntnis des Guten und Wahren war, so dass sie auf die Einrichtung von Missionen drängten. Wer etwa hätte gewusst, dass viele Indianerstämme wiederholt um die Entsendung von Missionaren gebeten hatten? Keinesfalls also brachten "ungebetene Gäste" ihre Kultur, die sie wehrlosen Menschen oktroyierten! Die eindringlichste und beinahe zu Tränen rührende Schilderung des Buches beschreibt, wie Indianer vom Stamm der Salish (Flatheads) zum ersten Mal 1815 Abordnungen ins viertausend Kilometer entfernte St. Louis schickten, um für sich Missionare zu erbitten, nachdem sich bei ihnen Irokesen angesiedelt hatten. Deren Vorfahren hatten bereits seit dem 17. Jahrhundert Kontakt zu Priestern gehabt und deren Vermächtnis offenbar so treu bewahrt, dass sie den Salish genug von Christus und seinen Gesandten erzählen konnten, um diese zu einem derart ungewissen Unternehmen zu ermutigen. Zweimal scheiterte der Versuch. Erst beim dritten Mal gelang es, und obgleich sich die Ordensoberen aufgrund des Priestermangels durchaus bitten ließen und keinesfalls "freigiebig" Priester entsandten, konnte Pater De Smet 1840 zu diesem Stamm ins heutige Montana aufbrechen. Die von ihm dort gegründete St. Mary's Mission kann heute besichtigt werden und bewahrt das Andenken an Pater De Smet und andere bedeutende Missionare.

Für den durchschnittlich antikatholisch und antimissionarisch sozialisierten Europäer ist das eine verblüffende Tatsache, die das eigene Weltbild auf heilsame Weise in Frage stellt. Auch für einen überzeugten Katholiken ist es eine wichtige Erkenntnis: Es ist eine Sache, zu wissen, dass sich theoretisch jede Menschenseele nach Christus sehnt und die Wahrheit sucht, eine andere, dies auch wirklich fest zu glauben. Umso wichtiger, in der realen Historie Beispiele für dieses Drängen zu finden: Die Sehnsucht nach Erlösung ist in allen Völkern zu finden, ist der gesamten Menschheit eigen. Und ebenso gehört eben das Evangelium allen Menschen gleichermaßen.

Weder die Aufzeichnungen des Paters noch ihre Verarbeitung im Buch verfallen angesichts der Schilderung der amerikanischen Ureinwohner in Romantizismen. Allerdings überwiegt die Darstellung der Indianer als von sich aus edel. Der aufmerksame Leser gerät hier wiederum ins Grübeln: Wenn man in der Öffentlichkeit die Missionstätigkeit derart negativ bewertet, wieso wird dann zugleich der Mythos vom "edlen Wilden" bemüht werden, der doch nur von Europäern selbst – nicht zuletzt von den Missionaren – überhaupt erst geprägt werden konnte! Offenbar waren die Patres, zumindest De Smet, tief beeindruckt von gewissen Werten der indianischen Kulturen, allen voran von der Ehrlichkeit, der Treue gegenüber gegebenen Versprechen und der Offenheit gegenüber dem katholischen Glauben. Die Bedrohung der Stämme durch Whiskeyhandel, durch betrügerische und hinterhältige Siedler und durch eine unehrliche, zumindest wankelmütige Regierung kommt ebenfalls zum Ausdruck: Pater De Smet hat während seiner Missionstätigkeit stets versucht, den Indianern zu ihrem Recht zu verhelfen, wenn auch ahnend, dass ihr Vertrauen ausgenützt werden würde, und wissend, dass sein Bemühen um Seelen und Wohlergehen durch politische und militärische Machenschaften bedroht wurde. Kurz werden Vorgänge geschildert, die an einen perfiden Völkermord erinnern: Vorsätzliche Kontamination mit bei Indianern unbekannten Krankheiten und andere mörderische und niederträchtige Bestrebungen, um die indianische Bevölkerung zu dezimieren, werfen ein düsteres Licht auf die Siedler, die sich immer weiter in eigentlich und vertragsmäßig indianisches Territorium hineindrängen. Vorgänge, derer sich die Patres ebenso wenig erwehren konnten wie die Indianer selbst, während sie dennoch zu vermitteln suchten und nicht anders konnten, als, wenn auch widerstrebend, am Zustandekommen von Verträgen zu arbeiten, auf deren Einhaltung durch die Siedler sie nicht vertrauten.

Dies ist auch der durchaus tragische Tenor, den das Buch zuletzt anschlägt: Dass bei aller Mühe die Lebensart und das Lebensrecht der Indianer durch die Integrität der Missionare nicht geschützt werden konnte. Anders als der allgemeine Narrativ wird dies aber eben in seiner Komplexität den tatsächlichen Verantwortlichen angelastet, und nicht dem Kollektiv der "Weißen", der Siedler oder gar den Missionaren.


22. Januar
Das Zitat

Der Himmel kennt keine Rachsucht. Für die guten und demütigen Herzen, die Unrecht und Schmähungen mit Freude oder Gleichmut ertragen, beginnt der Himmel schon auf dieser Welt; wer aber seinen Groll bewahrt, ist unglücklich. ... Es gibt Leute von großer äußerer Frömmigkeit, die bei dem geringsten Unrecht und der kleinsten Verleumdung sich betroffen und verletzt fühlen ...
Hl. Johannes Maria Vianney


22. Januar
Lucia Khambang

Vor 100 Jahren, am 22. Januar 1917, wurde in Viengkhuk, Thailand, die selige Lucia Khambang geboren. Am 26. Dezember 1940 wurde sie mit fünf anderen Frauen im Zuge der Christenverfolgung zu Tode gemartert. Diese Christenverfolgung richtete sich besonders gegen Katholiken: “Bischöfe, Priester und Ordensschwestern wurden wie Freiwild gejagt, katholische Kirchen und Kollegien wurden zerstört, kirchliches Eigentum wurde konfisziert, gläubige Katholiken wurden gezwungen, dem Glauben abzuschwören und zum Buddhismus überzutreten” (Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Bd. 3, S. 156). Am 22. Oktober 1989 wurde Lucia mit sechs weiteren thailändischen Märtyrern seliggesprochen.


21. Januar
François-Léonor de Tournely

Vor 250 Jahren, am 21. Januar 1767, wurde in Ste-Marie-du-Bois bei Lassay (Departmeent Mayenne) François-Léonor de Tournely geboren. Als Seminarist in St-Sulpice floh er 1791 aus Frankreich und gründete 1794 in Löwen mit Charles de Broglie die Gesellschaft des heiligsten Herzens Jesu, die die Wiederherstellung des Jesuitenordens vorbereiten sollte. Von dort flüchtete er dann nach Leuteshofen bei Augsburg und 1796 nach Wien. Auf Schloss Hagenbrunn bei Wien starb er am 9. Juli 1797 im Ruf der Heiligkeit an Pocken.


21. Januar
Dominikaner

Vor 800 Jahren, am 21. Januar 1217, bestätigte Papst Honorius III. (1216-1227) den Predigerorden. Dieser war vom hl. Dominikus (1170-1221) gegründet worden, nachdem Bischof Fulko von Toulouse am 25. März 1215 ihn und seine Gefährten zu Predigern in seinem Bistum bestellt hatte.


20. Januar
Symbolik

oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

108. Folge

Selbst dem Calvin ist die Sündenvergebung ganz abstrakt der einzige Grund der Hoffnung der Seligkeit, und wenn er zur Einsicht gelangte, daß Rechtfertigung und Heiligung im inneren Leben nicht getrennt werden mögen, so trennt er sie doch in der Vorstellung wieder, und leitet aus Einem und Demselben verschiedene Wirkungen ab, indem er sagt, daß nur durch die schulderlassende Erklärung Gottes, nicht dadurch, daß mit dem Bewußtsein derselben zugleich die heiligende Kraft gegeben sei, die Gottgefälligkeit gesichert werden, was von der Folge begleitet ist, daß auch ein Minimum von wirklicher Besserung, ohne welches die Gewißheit der Begnadigung nach Calvin nicht eintritt, in allweg zur Seligwerdung genüge.

Fügen wir der bisherigen Darstellung noch einige, der tieferen wissenschaftlichen Würdigung des Systemes der Lutheraner gewidmete Anmerkungen bei. Der Punkt, auf welchen hier die Aufmerksamkeit ganz vorzüglich hinzulenken ist, besteht in der Erscheinung, wie gefällig die Lehre von der Erbsünde der von der Rechtfertigung die Hand bietet, wie freundlich jene dieser entgegenarbeitet: jene wurde so tief in das Wesen des Menschen eingegraben, daß diese mit der Oberfläche sich begnügen mußte. Würde die Erbsünde deshalb als den Menschen so sehr verpestend dargestellt, um danach die Kraft des Christentums messen zu lehren, so daß etwa gesagt würde: “Siehe, setzte sich gleich die erstere tief im Innersten des menschlichen Daseins an, so senkt sich die letztere doch noch tiefer in demselben ein, sie dringt bis zum untersten Abgrund der Seele vor, und wirkt heilend daselbst und neuschaffend; ist also die Macht des bösen Prinzips groß, die des guten ist noch größer”, so müßte die verkehrte Behandlung der Erbsünde als eine bloß theoretische Verirrung in allweg entschuldigt werden. Nun aber wird gelehrt, ihre Verwüstungen seien so furchtbar, daß sie selbst im Willen des Wiedergebornen bleiben, die Krankheit, an der wir durch sie darniederliegen, so verheerend, daß wir gar nicht vom Grunde aus wiedergenesen kömıen, und indem wir können, es auch nicht bedürfen. Daher Christus unsere Gerechtigkeit - außer uns; die Ungerechtigkeit im alten Adam in uns, die Gerechtigkeit im neuen - außer uns.

wird fortgesetzt


19. Januar
Jahresranking 2016: Die Top 100

Erster Teil: Die Plätze 1 bis 20

Wie letztes Jahr gebe ich die 100 meistgelesenen Seiten des Jahres 2016 in fünf Schritten bekannt. In der rechten Spalte ist zu sehen, um wie viele Plätze der jeweilige Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder gefallen ist. Wie Sie sehen können, ist der Auftsteiger des Jahres unter den Top 20 der Artikel über die Frage, ob es moralisch erlaubt ist, im äußersten Notfall ein Passagierflugzeug abzuschießen, um viele Menschenleben zu retten.

Platz Jahresranking 2016
Die Top 100 von über 610 Seiten
Erster Teil: Die Top 20
Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/-0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+3
3

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

+4
4

In-Vitro-Fertilisation

-2
5

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+ 3
6

Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

-2
7

Nebenwirkungen und Risiken der Pille

-4
8

Die Priesterbruderschaft St. Petrus

-2
9

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

+9
10

Über Handkommunion

+/-0
11

Recktenwald: Darf man im Katastrophenfall Passagierflugzeuge abschießen?

+28
12

Georg May: Falschlehrer der Kirche

+2
13

Katholische Kirche und Nationalsozialismus;
Geschichtsfälschung um den Löwen von Münster

-4
14

Der Streit um das Konzil

-2
15

Bernward Deneke: Die Unterscheidung der Geister

+1
16

Das Hör-Erleben des ungeborenen Kindes

-5
17

Robert Spaemann

-4
18

Recktenwald / Bordat: Fasten

-3
19

Raimund Klesse: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht

-2
20

Albert Lang: Der Primat Petri

-1

Zum Jahresranking 2015


18. Januar
Katholisches Schriftprinzip?
Josef Rupert Geiselmanns These der materialen Schriftsuffizienz

Von P. Daniel Eichhorn

Dritter Teil

4.4 Die Lebendigkeit der Überlieferung

Wie Geiselmann betont, ist Tradition ein lebendiger, kein statischer Vorgang – belebt durch die Wechselfälle der Geschichte und das Wirken des Heiligen Geistes. Auffällig ist in diesem Kontext jedoch: Die Lehre von der Inspiration der Schrift durch den Geist, ja generell das Wirken des Heiligen Geistes in der Geschichte und die Rolle der Kirche werden von Geiselmann in seinen Texten ab 1956 selten und meist eher beiläufig thematisiert. (Eine Ausnahme stellt der Text Schrift und Tradition dar, wo Geiselmann den katholischen Inspirationsbegriff ausführlich erläutert.) Sein Konzept ist auf Schrift und Tradition fokussiert – auch in Reaktion auf Bultmanns aktualistisches Konzept. Recht große Bedeutung kommt jedoch dem christlichen Glaubensbewußtsein (sensus fidelium) als einem subjektiven Element zu.

5. Theologische Wahrnehmung, Rezeption und verkürzte Rezeption

Die allgemeine theologische Wahrnehmung sah in Geiselmanns Konzeption zunächst einen durchschlagenden Neuansatz. Nun entstand der Eindruck: Thomas von Aquin und viele andere lehren im Grunde das Gleiche wie die Reformatoren, ein sola scriptura – nur ins Katholische gewendet, d. h. (nur) als materialer Befund, nicht als Formalprinzip des Glaubens. Die herkömmliche Zwei-Quellen-Theorie schien überwunden. Mit diesem dynamischen Konzept, dieser Stärkung der Schrift und Schwächung der Tradition, sah man die kontroverstheologische Gegenüberstellung katholischer und evangelischer Theologie in den vorausgehenden vier Jahrhunderten endlich durch einen neuen Ansatz abgelöst. Der Gordische Knoten schien gelöst – und Geiselmann war der Alexander, der ihn zerschlagen hatte. Katholiken konnten nun bestätigen, das biblische Gotteswort ebenfalls als die eine Quelle ihres Glaubens zu haben [5].

Andere, wie Hans Küng und Otto Hermann Pesch, gingen sehr schnell über Geiselmann hinaus. Aus Geiselmanns Schriftsuffizienz wurde eine angebliche Schriftvollständigkeit, und aus der Bibel als Materialprinzip wurde im Grunde die Bibel als Formalprinzip des Glaubens: Die Schrift bzw. die wissenschaftliche Schriftauslegung entsprechend der historischen Vernunft des Experten wurde mehr oder weniger ausdrücklich zur eigentlichen Entscheidungsinstanz in Glaubensfragen – eine Position, die Geiselmanns Denken diametral entgegensteht. Damit nochmals zurück zu Bultmann.

6. Geiselmanns These als Sicherung von Bibel, Glaube und Heilsgeschichte gegen Bultmann

Geiselmann hat starke Vorbehalte gegenüber Bultmanns Theologie, die die Mythentheorie des Tübingers David Friedrich Strauß aus dem 19. Jahrhundert aufgreift, den Geiselmann polemisch als ,großen Ketzer’ [6] kritisiert. Laut Geiselmann berichten die Apostel und folglich die Bibel gerade keine Mythen, sondern geschichtliche Wahrheit (facta historica); allenfalls kleiden sie dabei das geschichtliche Handeln Gottes in die äußere Form des Mythos.

Scharf kritisiert Geiselmann Bultmanns erklärte Interesselosigkeit gegenüber der erfolgten heiligen Geschichte und dessen Abwendung von der Bibel. In ausdrücklicher Reaktion auf Bultmann wendet er sich der Heilsgeschichte und der Bibel zu, und folglich stärkt seine These der Schriftsuffizienz die Bedeutung der Bibel. Geiselmanns Konzeption entsteht somit also nicht zuletzt als Widerstand gegen Bultmann, um gegen Bultmanns Entwertung der Geschichte das überlieferte Verständnis von Heiliger Schrift, Heilsgeschichte und Glaubenslehre zu sichern. Insofern hat Bultmann indirekt die Entstehung der These der Schriftsuffizienz begünstigt.

Generell wendet sich Geiselmann gegen jede Denkform, die nicht mit einem Wirken Gottes in der Geschichte rechnet. Eine solche Trennung des göttlichen Bereichs vom Natürlich-Irdischen bezeichnet er als „Naturismus“. Für Geiselmann beweist Israels Geschichte als Zeugnis für Gottes Handeln die Geschichtsmächtigkeit Gottes überhaupt. Umgekehrt begründet die Tatsache der göttlichen Selbstmitteilung die theologische Bedeutung der Geschichte. Das Faktum des Sprechens und Handelns Gottes in einem konkret benennbaren geschichtlichen Rahmen – dokumentiert in der material suffizienten Bibel – garantiert die geschichtliche Zugänglichkeit des Heils: Wo Gott sichtbar in die Geschichte eingegriffen hat – gemäß dem biblischen Zeugnis des auserwählten Volkes –, da ist erwiesen, daß Gott geschichtsmächtig ist bzw. daß Geschichte capax Dei ist und den Raum für Gottes Offenbarung und für den Glauben der Kirche darstellt. Geiselmann will begründen, was in unüberbietbarer Weise durch die Inkarnation geschah und sichtbar wurde: „Heilige Geschichte ist möglich, d. h. das Ewige kann sich verzeitlichen, erstens, ohne in seinem Wesen angetastet zu werden, und – was das größere Geheimnis ist – zweitens, ohne die Maße des Zeitlichen zu sprengen” (Erwin Iserloh, Kirchengeschichte – Eine theologische Wissenschaft, 12).

Anmerkungen:

[5] Auch Geiselmann sieht in diesem erneuerten Verständnis der Schrift „eine Plattform geschaffen, die ein Gespräch zwischen den Konfessionen ermöglicht“: Josef Rupert Geiselmann, Schrift – Tradition – Kirche, ein ökumenisches Problem, in: Maximilian Roesle / Otto Cullmann (Hrsg.), Begegnung der Christen. Studien evangelischer und katholischer Theologen, Stuttgart / Frankfurt a. M. 1959, 131-159, hier 158.

[6] Josef Rupert Geiselmann, Die lebendige Überlieferung als Norm des christlichen Glaubens. Die apostolische Tradition in der Form der kirchlichen Verkündigung – das Formalprinzip des Katholizismus dargestellt im Geiste der Traditionslehre von Johannes Evangelist Kuhn (Reihe Die Überlieferung in der neueren Theologie, Bd. 3), Freiburg i. Br. 1959, 44.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


17. Januar
Das Zitat

Niemand hat sichere Freude, als der das Zeugnis des guten Gewissens für sich hat. Und selbst diese Sicherheit war bei den größten Heiligen immer mit einer Fülle von Gottesfurcht vereint.
Nachfolge Christi


17. Januar
Gerold Schmitz

Vor fünf Jahren, am 17. Januar 2012, starb in Fulda im Alter von fast 86 Jahren der in Euskirchen geborene Franziskaner P. Gerold Schmitz OFM. P. Gerold komponierte Lieder, schrieb Bücher und war ein begeisternder Jugendseelsorger vor allem als Pfadfinderkurat. “Die Katholischen Pfadfinder Europas des Andreas Hönisch, denen er 1984 beitrat und die er förderte, schien ihm weit eher geeignet, den kirchlichen Pfadfindergeist in die Zukunft zu tragen als andere, wenn auch ältere. Er ging aber auch hier Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg, wenn es nach seinem Urteil im Sinne des Glaubens, der innerkirchlichen Gerechtigkeit und des geschwisterlichen Friedens erforderlich schien” (P. Robert Jauch OFM im pur-Magazin März 2012).


15. Januar
Eustachius Kugler

Vor 150 Jahren, am 15. Januar 1867, wurde in Neuhaus in der Oberpfalz Eustachius Kugler OH, der “Apostel des Sozialstaats”, geboren. 1893 trat er in Reichenbach bei den Barmherzigen Brüdern des hl. Johannes von Gott ein. Ab 1925 leitete er als Provinzial die Bayerische Provinz seines Ordens. 1929 baute er das Doppelkrankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Von den Nazis schikaniert, brach er 1937 nach einem besonders langen Verhör zusammen. 1943 überstand das Krankenhaus wie durch ein Wunder das Bombardement der Amerikaner. Während alle anderen im Luftschutzkeller ihre Zuflucht gesucht hatten, harrte Eustachius in der Kapelle aus. Er starb am 10. Juni 1946 an Krebs. Am 4. Oktober 2009 wurde er seliggesprochen. Seine tiefste Überzeugung war: “Der schnellste und sicherste Weg zur Vollkommenheit ist der Weg der Liebe.”


14. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer je eigenen Seite wurden untergebracht meine moderne Auslegung des Gleichnisses vom verlorenen Schaf und die gesammelten Beiträge zu Amoris laetitia. Das Zitat “Vergeben ist gesund” des Psychotherapeuten Klaus Hettmer findet man auf der einschlägigen Themenseite.


14. Januar
Walter Hoeres

Vor einem Jahr, am 14. Januar 2016, starb im Alter von 87 Jahren der Philosoph Walter Hoeres, der viele Jahre im Priesterseminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad Vorlesungen gab. Neben seiner umfangreichen philosophischen Publikationstätigkeit engagierte er sich auch leidenschaftlich im kirchlichen Bereich, z.B. durch die Gründung der Bewegung für Papst und Kirche im Jahre 1969. Auf kath-info ist von ihm sein Text über Adorno oder der zweideutige Fortschritt erschienen. Bei Theodor Adorno wurde er 1951 mit einer Arbeit über Husserls Phänomenologie promoviert.


13. Januar
Neues aus der Petrusbruderschaft

Über 20 Jahre nach Beginn unseres Kölner Apostolates konnte nun unser Haus in Köln-Lindenthal kanonisch errichtet werden.
Die Petrusbruderschaft bietet auch dieses Jahr wieder einen schönen Fotokalender an.


13. Januar
Guido Dessauer

Vor fünf Jahren, am 13. Januar 2012, starb in Tutzing im Alter von 96 Jahren der aus Aschaffenburg stammende Physiker und Honorarprofessor Guido Dessauer, Neffe von Friedrich Dessauer (1881-1963), Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Ursprünglich dem sog. Linkskatholizismus zugehörig, durchschaute er bald die nachkonziliare Entwicklung als Niedergang, unterstützte den Kurs des Papstes etwa in der Forderung nach dem Ausstieg aus der das Zeugnis der Kirche verdunkelnden Schwangerschaftskonfliktberatung und wurde ein Freund des FELS und der Initiativkreise.


12. Januar
Bernhard von Corleone

Vor 350 Jahren, am 12. Januar 1667, starb in Palermo im Alter von fast 62 Jahren der hl. Bernhard von Corleone OFMCap. Als er in seiner Jugend, von seinem hitzigen Temperament übermannt, in einem Duell seinem Gegner den Arm abschlug, fühlte er das Bedürfnis nach Buße und trat mit 27 Jahren in den Orden der Kapuziner ein. Hier führte er ein Leben der Buße, lebte nur von Brot und Wasser und verbrachte oft ganze Nächte im Gebet vor dem Tabernakel. Im Sterben rief er aus: “Paradies! Paradies! Paradies! Oh, gesegnet sind die Übungen, selig die Nächte! Gesegnet sind die Bußen, die Opfer! Oh, der Segen des Fastens und die Übungen des Gehorsams! Wie großartig ist der Segen des Ordenslebens, wenn es gut gelebt wird!” Dann starb er mit den Worten: “Lasst uns gehen, lasst uns gehen!” 1768 wurde er selig-, 2001 heiliggesprochen.


12. Januar
Aelred von Rievaulx

Vor 850 Jahren, am 12. Januar 1167, starb in Rievaulx im Alter von etwa 57 Jahren der hl. Aelred von Rievaulx. 1133 trat er bei den Zisterziensern in Rievaulx ein und wurde dort 1146 Abt. Bedeutend wurde er als geistlicher Schriftsteller. In seinen Schriften “vereint sich das Studium göttlicher Liebe in der psychologischen Sicht jener Zeit, gepaart mit reicher Lebenserfahrung, beeinflußt von Augustins Confessiones, vom Johannes-Evangelium, Bernhards De gradibus humilitatis, der Regel der hl. Benedikt” (LThK 2. Auflage).


12. Januar
Charles Lavigerie

Vor 150 Jahren, am 12. Januar 1867, wurde der berühmte Afrikamissionar Charles Martial Allemand Lavigerie zum Erzbischof von Algier ernannt.


10. Januar
Zum Gefäß für Gottes Gaben werden

Wir können Gottes Gaben nur empfangen, wenn wir uns Gott gegenüber in die Haltung des Empfangenden begeben haben. Und zwar ganz und gar. Es muss Leere sein, damit Gottes Fülle Raum findet. Gottes Reichtum kommt nur in der Armut, Seine Kraft in der Schwäche zu Erscheinung, wie Paulus sagt. Die gelegentlich einmal geäußerte Bitte aber, die innerhalb unserer vielen Worte nur eine Beiläufigkeit ist, ist nicht von der Art, dass wir unser ganzes Wesen in sie hineinlegen. Dazu bedarf es der Wiederholung, des “Wieder und wieder”, in welchem der Mensch sich allmählich ganz in eine einzige Bitte verwandelt, ganz zum Gefäß für Gottes Gabe wird.

Robert Spaemann in der Behandlung der Frage, warum Gott sich oft so lange bitten lässt; in seiner Auslegung von Psalm 17, aus: Robert Spaemann, Meditationen eines Christen. Über die Psalmen 1-51, Stuttgart: Klett-Cotta 2014, S. 130.


9. Januar
Durch den Rosenkranz gerettet

Als Fernando Casanova – ein puertoricanischer Pastor einer Pfingstgemeinde – im April 2008 zur katholischen Kirche übertrat, sorgte das für Aufsehen.

Heute ist Fernando Casanova ein großer Verteidiger des katholischen Glaubens mit einem beeindruckenden biblischen Wissen, der seine Überzeugung mit großer Begeisterung und Leidenschaft vorträgt. In Interviews und auf Vortragsreisen berichtet er über seinen fünf Jahre langen schmerzhaften Bekehrungsprozess, den er nach vielen Jahren des Dienstes und hohen Ansehens in seiner evangelischen Kirche durchmachte. Weil ihn die Entstehung immer neuer protestantischer Gruppen und Kirchen verunsicherte, begab er sich auf die Suche nach der von Jesus Christus tatsächlich gegründeten Kirche. Ursprünglich trieb ihn dabei die Hoffnung an, beweisen zu können, dass es die katholische Kirche nicht sein könne. Doch es kam anders.

Bei seinen Nachforschungen besuchte er auch eine katholische Kirche und machte dort eine eucharistische Erfahrung, die in seinem Herzen die Bekehrung auslöste. Er erkannte im Sakrament des Altars die wirkliche Gegenwart Christi und entschloss sich, Katholik zu werden. Doch seine Frau, eine überzeugte Protestantin, konnte diesen Weg nicht mitgehen. Zusammen mit den gemeinsamen drei Kindern verließ sie ihn.

Als liebender Ehemann und Vater hatte Fernando sehr große Schwierigkeiten zu verstehen, wie Gott ihm dieses Leiden auferlegen konnte, wo er Ihm doch auf dem rechten Weg nachgefolgt war.

So betrat er eine Kapelle, um bei Gott Hilfe und Trost in seiner traurigen Situation zu suchen. Dabei sah er in einem der Bänke einen herrenlosen Rosenkranz liegen und verstand das als Zeichen Gottes, diesen auch zu beten. Obwohl seine Bekehrung zum Katholizismus gefestigt war, machte sein evangelischer Hintergrund es ihm schwer, den Rosenkranz zu beten. Dennoch nahm er ihn, wandte sich an die Gottesmutter und sagte zu ihr: „Unter zwei Bedingungen möchte ich den Rosenkranz beten: erstens, dass meine Frau und ich uns versöhnen. Und zweitens, dass meine Frau, meine Kinder und ich in die volle Gemeinschaft mit der Kirche deines Sohnes eintreten können.“

Dann betete er den Rosenkranz, ungeschickt und stümperhaft, aber mit der Bitte an Gott, ihm zu verzeihen, wenn Ihm nicht gefalle, was er tue. Doch es schien Gott zu gefallen. Noch am selben Tag kam Fernando wieder mit seiner Familie zusammen. Denn fast zeitgleich wollte seine Frau eine protestantische Kirche besuchen, trat jedoch „versehentlich“ in eine katholische ein und hatte dort vor dem eucharistischen Herrn ebenfalls ein Bekehrungserlebnis.

Nur ein Jahr nach diesem „schlecht gebeteten Rosenkranz“ wurde Fernando Casanova zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern in der Kathedrale von Puerto Rico in die katholische Kirche aufgenommen. Sie heirateten kirchlich und empfingen ihre erste heilige Kommunion.

Übrigens bedauert Fernando Casanova heute, dass er jenen Rosenkranz nicht behalten hat, den er damals in der Kirchenbank fand, und der, obwohl so schlecht gebetet, doch das Wunder der Rückkehr seiner Familie bewirkt hatte. „Mit diesem Rosenkranz in Händen würde ich nämlich gerne einmal begraben werden“, meint Fernando.

Aus der empfehlenswerten Zeitschrift Fatima ruft, 4/2016. Abdruck mit freundlicher Erlaubnis.


8. Januar
Jacob Vaet

Vor 450 Jahren, am 8. Januar 1567, starb in Wien im Alter von etwa 36 Jahren der niederländische Komponist und Kapellsänger Jakob Vaet. Seit 1564 war er Kapellmeister in Wien. Er “schrieb viele Messen und Motetten im strengen polyphonen Stil” (LThK, 1. Auflage).


7. Januar
Vernunft

Ein altes Märchen macht uns weis, der Beginn der Wissenschaft falle mit der Absage an den Aberglauben zusammen. Tatsächlich wurde die Geburt wissenschaftlicher Forschung mit der Absage an den Vernunftglauben eingeleitet. Die Denker der Antike und des Mittelalters glaubten noch, die Welt sei mit Hilfe erster Prinzipien zu erklären.

John Gray, Wir werden sein wie Gott. Die Wissenschaft und die bizarre Suche nach Unsterblichkeit, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2012, S. 16

Zum Thema:
Spaemann: Die Rationalität des Gottesglaubens


6. Januar
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

50. Folge

Obgleich nämlich alle göttlichen Eigenschaften und Tätigkeiten den drei Personen gemeinschaftlich sind, so haben doch einzelne derselben eine besondere Ähnlichkeit und Verwandtschaft mit dem eigentümlichen Charakter der einzelnen Personen und finden daher in denselben ihren persönlichen Ausdruck, ihren besondern Repräsentanten. So sahen wir früher, daß der Sohn als das Wort, als der Ausdruck der Weisheit des Vaters, auch der persönliche Repräsentant derselben, und der Heilige Geist ebenso als Ausfluß der Liebe der Repräsentant der Liebe ist. Auf analoge Weise ist der Vater als das ursprüngliche Prinzip in der Gottheit, als der erste Inhaber des göttlichen Seins, durch dessen geistige Aussprache er den Sohn zeugt, der Repräsentant der göttlichen Macht. Ist es also zu verwundern, wenn auch die Betätigung der göttlichen Macht sowie die der Weisheit und Liebe je einer Person als der Repräsentantin der betreffenden Eigenschaft durchgängig zugeschrieben wird? [51]

Werden nicht zunächst die Personen selbst, indem sie als Repräsentanten einer bestimmten Eigenschaft und als Träger bestimmter Tätigkeiten hervortreten, lebendiger und deutlicher in ihren Unterschieden vorgestellt? Für uns, die wir die Personen nicht in sich selbst schauen, die wir überhaupt die Dinge nur nach ihren Tätigkeiten zu beurteilen pflegen, ist diese Scheidung und Verteilung der Tätigkeiten fast eine Notwendigkeit, um die Personen voneinander zu unterscheiden und für jede von ihnen ein lebendiges Interesse in uns zu erwecken. Diese Notwendigkeit wird noch dadurch gesteigert, daß die zweite Person durch die Menschwerdung eine ihr wirklich ausschließlich eigentümliche Tätigkeit vor unsern Augen entfaltet hat. Würde nun dem Vater und dem Heiligen Geiste nicht ebenfalls eine besondere Tätigkeit zugeschrieben, so träten diese beiden Personen für unsere Anschauung ganz in den Hintergrund. Das ist hauptsächlich die Ursache, weshalb im Symbolum die gesamte Tätigkeit Gottes nach außen nach verschiedenen Momenten an die drei göttlichen Personen verteilt wird, damit eine jede als tätig erscheine und in der Tätigkeit einer jeden zugleich ihr persönlicher Charakter hervorleuchte.

Anderseits aber erscheint auch die Tätigkeit Gottes in einem schöneren Lichte, wenn die verschiedenen Arten und Momente derselben bestimmten Personen angeeignet werden. Jede Tätigkeit Gottes nach außen ist die Ausprägung, Offenbarung einer göttlichen Vollkommenheit. Wie nun die göttlichen Vollkommenheiten fester, klarer und großartiger hervortreten, wenn ich sie in ihrem persönlichen Repräsentanten, als wenn ich sie in sich selbst betrachte: so tritt auch die Ausprägung oder Offenbarung jener Vollkommenheiten kräftiger und lebendiger vor unsere Augen, wenn wir sie als von dem Repräsentanten der letzteren ausgehend betrachten. Oder ist es nicht ungleich erhabener und lebendiger, wenn ich sage: Gott der Vater, die Urquelle des göttlichen Seins, hat die Welt erschaffen, der Welt das Dasein gegeben, als wenn ich sage: Gott hat die Welt erschaffen? Ist es nicht etwas anderes: das ewige Wort hat uns die Weisheit gegeben, das Ebenbild des Vaters hat uns gebildet, der Abglanz des ewigen Lichtes hat uns erleuchtet, als: Gott hat uns die Weisheit gegeben, uns gebildet und erleuchtet? Gibt es keine lebendigere Vorstellung, wenn es heißt: der Geist Gottes schwebte über den Wassern, der Geist Gottes belebt alles, was da lebt, der Heilige Geist heiligt und reinigt die Kreatur, der Geist der göttlichen Liebe träufelt seinen Gnadentau auf uns herab, als wenn gesagt wird: Gott schwebte über den Wassern, Gott gab uns das Leben, die Heiligkeit und die Gnade?

Aus denselben Gründen geschieht es, wenn häufig in der Schrift- und Kirchensprache ein und dieselbe Wirksamkeit den einzelnen Personen auf verschiedene Weise beigelegt wird. Gewöhnlich geschieht das in der Form: der Vater wirkt durch den Sohn im Heiligen Geiste. Hier werden nämlich die verschiedenen göttlichen Eigenschaften, die bei jeder göttlichen Wirksamkeit beteiligt sind, an ihre Repräsentanten verteilt. Man will sagen: Gott äußert seine Macht durch seine Weisheit in seiner Liebe. Wird das aber nicht unendlich prägnanter und lebendiger ausgedrückt, wenn es heißt: der Vater, als der Repräsentant der göttlichen Macht, wirkt durch sein Wort, den Ausdruck seiner Weisheit, und im Heiligen Geiste, dem Ergusse seiner Liebe? Indessen hat diese Redeweise ihre eigentliche und tiefste Bedeutung darin, daß sie anzeigen soll, wie die eine und gemeinsame göttliche Tätigkeit den einzelnen Personen wirklich eigentümlich ist. Denn wie die Natur aus dem Vater durch den Sohn in den Heiligen Geist übergeht, so geht auch die durch die Natur vollzogene Tätigkeit aus dem Vater durch den Sohn in den Heiligen Geist über, und diese Ordnung, nach welcher die göttliche Tätigkeit den einzelnen Personen zukommt und ohne Aufhebung ihrer Gemeinsamkeit an dieselben verteilt wird, läßt sich auf keine Weise kürzer und bündiger bezeichnen als durch den Ausdruck: der Vater wirkt durch den Sohn im Heiligen Geiste. Keineswegs soll also damit gesagt sein, daß die einzelnen Personen auch nur auf eine andere Weise nach außen wirken. Vielmehr folgt eben aus der gegebenen Erklärung des Ausdrucks, daß alle drei Personen dieselbe Wirksamkeit und Wirkungsweise nach außen haben und nur auf verschiedene Weise in den Besitz derselben gelangen.

Obgleich demnach die Appropriation, die Aneignung der göttlichen Tätigkeiten und Wirkungsweisen nach außen an die einzelnen Personen ihren guten Grund und ihre hohe Bedeutung für unsere Erkenntnis hat: so bleibt es doch immer wahr, was wir oben ausgesprochen, daß die Personen durch ihre Wirksamkeit nicht nach ihren innern Unterschieden und Beziehungen nach außen hervortreten oder eine reale Bedeutung für die Außenwelt gewinnen.

Anmerkungen:

[51] Über das Prinzip und die Klassifikation der einzelnen Appropriationen vgl. Bonavent., Brevil. p. I, c. 6; S. Thom., Summa I, q. 39, a. 7 et 8. Die Appropriationen des Heiligen Geistes, bei dem sie in der Heiligen Schrift am häufigsten und in der mannigfaltigsten Weise vorkommen, werden wir am Schlusse dieses Hauptstückes ausführlich aus dem heiligen Thomas darlegen.

Wird fortgesetzt

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4. Januar
Edmund Husserl

Meinen Artikel über den Philosophen Edmund Husserl gibt es auch als Audiodatei.


4. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Video mit dem Philosophen Holm Tetens finden Sie auf der Themenseite zum Naturalismus (runterscrollen). Das Zitat aus den scharfsichtigen Beobachtungen Bertold Walds über das theologische Kneifen gegenüber dem ID als Herausforderung einer atheistisch konzipierten Evolutionstheorie ist meiner Rezension des einschlägigen Films hinzugefügt. Für die Rezension des Buches Alice von Hildebrands The Privilege of Being a Woman wurde eine eigene Seite erstellt.


3. Januar
Das Zitat

Wer mit Liebe predigt, predigt schon genug gegen die Irrlehrer, auch wenn er nicht ein einziges Streitwort gegen sie sagt.

Hl. Franz von Sales


3. Januar
Stephan Dargas

Vor 50 Jahren, am 3. Januar 1967, starb in Vunapope, Papua Neuguinea, im Alter von 68 Jahren der polnische Missionar Stephan Dargas MSC. 1924 zum Priester geweiht, wurde er bereits 1925 nach Neuguinea gesandt.


3. Januar
Tolkien

Vor 125 Jahren wurde in Bloemfontein John Ronald Reuel Tolkien geboren. Über ihn habe ich vor über 14 Jahren eine meiner ersten Websites erstellt.


2. Januar
Monatsranking Dezember 2016

Der Aufsteiger des Monats ist der Artikel Verschollen in der Südsee. Wahrscheinlich gab es eine Fernsehsendung zu diesem Thema.

Platz Monatsranking Dezember 2016
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 610 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+ 6
2

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

- 1
3

In-vitro-Fertilisation

+/- 0
10

Verschollen in der Südsee

+ 296
20

Bernward Deneke: Die Unterscheidung der Geister

+ 15
30

Grisar: Luther und der Ablassstreit

- 10
40

Prosinger: Was heißt glauben? Ein biblischer Streifzug

- 9
50

Beiträge zur Hirntoddebatte

- 16
60

Über die Beichte

+ 1
100

Kirche 1111: Gescheiterte Reform

- 8

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2. Januar
Franck Quoëx

Vor zehn Jahren, am 2. Januar 2007, starb im Alter von 39 Jahren der Priester Franck Quoëx.


1. Januar
Versuch einer Theodizee

Von Theodor Haecker

Elfte Folge

Unser Haderer führt uns auf eine Unterscheidung im Menschen, die für die Möglichkeit einer existentiellen Theodizee von kapitaler Bedeutung ist, auf die Unterscheidung zwischen dem Menschen bonae voluntatis, eines guten Willens, der trotz aller Lamentationen, ja vielleicht bitteren Haders mit Gott mit fließenden Tränen doch bald wieder Gott rechtfertigt, und dem Menschen des Trotzes, der nahe ist dem Mysterium des Bösen. Das mysterium iniquitatis, das Geheimnis des Bösen, ist ein Wort des Apostels Paulus. Es ist also nicht analogisch oder gar literarisch mißzuverstehen, sondern es ist absolut gesagt. Nun ist es aber für einen modernen Menschen schwer, die rechte Stellung einzunehmen gegenüber einem Mysterium: nämlich alle Denkkraft, die er hat, bis zum äußersten anzustrengen, und dann doch zu gestehen, aber nicht vorher, daß er nichts weiß. Das geht prinzipiell weiter bis zur absoluten Grenze der Ordnung selber. Die Forderung ist nicht relativ, daß nämlich der zufällige individuelle Mensch bis zur Grenze seiner zufälligen individuellen Denkkraft gehe, sondern absolut, nämlich: daß das menschliche Denken als solches transzendental sich ganz und gar erschöpfe, ehe es sich in siegreicher Niederlage dem Nichtwissen ergibt. Das Geheimnis des Bösen muß uns offenbart werden, aber - soweit reicht die Denkkraft des Menschen - es wird uns nicht offenbart werden durch es selber, denn es selber ist finster und undurchsichtig, sondern durch Gott, der vorher ewig ist, der gut ist und das Licht, in dem keine Finsternis ist. Himmel und Erde hat Gott erschaffen, der Schöpfer, die Hölle hat sozusagen ein Engel erschaffen, also ein Geschöpf, das Geheimnis der Finsternis, das Geheimnis des Nichts, wird offenbart werden durch das Geheimnis des Lichts - ein abgründiger Reim natürlicher Offenbarung, glückselige Sprache -, des Lichts, das vorher ist und ewig. - Er unterbricht mich hier wieder und beschwört mich, doch zu bedenken, daß beide Menschen, der Nachgiebige und der Trotzige, von Gott erschaffen worden sind und daß Trotz oft nur die Folge eines anormalen Blutdrucks im Gehirn ist und durch eine Operation beseitigt werden kann. Was ist es dann mit den »Sünden«, die ein solcher Mensch begangen hat? Aber das sage ich nur nebenbei: Am Schlusse komme ich wieder, und ich habe einen durchaus normalen Blutdruck. Ich bin auch nicht wie Iwan Karamasow; ich stehe nicht vor einem Nervenfieber. Ich habe keine Halluzinationen. - Wir wollen ihn also seinem Trotz überlassen und auf das Ende warten. -

Wer oder was in uns leistet die Theodizee? Die Natur draußen mit ihrer überwältigenden Schönheit und ihren Wundern, ohne Zahl? Sie tut das und würde es sozusagen restlos tun, wären da nicht die Leiden. und Qualen ohne Zahl der lebendigen Kreaturen und - der Tod. Es ist wohl zu beachten, daß die Natur heute diese allgemeine Theodizee für den Schöpfergott in gesteigertem Maße leistet. Dank den großen Leistungen und Entdeckungen genialer Physiker ist das Bild der physischen Welt sehr viel reicher und im letzten von einer unergründlichen Tiefe geworden. Die rationale Einfachheit einer mechanistischen Welt von Galilei und Newton an bis zu Kant und Laplace hat heute Platz gemacht einem fast spielerischen Reichtum kompliziertester Ordnung, der die Ehre Gottes, des Schöpfers, noch höher preist denn zuvor. Das Atom, wie es wirklich ist, ist wahrlich wunderbarer und des Schöpfers würdiger als die Vorstellungen Demokrits und seiner Schüler. Aber das alles ist doch nur die Unendlichkeit einer bestimmten Ordnung, die an unser Problem nicht heranreicht. Es ist sozusagen die Theodizee des Paradieses und der Unschuldigen und der Engel. Etwas davon kündet in erhabenen Versen der Prolog des Faust:

Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Die Sphären sind einander nah, und es können falsche Gleichungen genug gemacht werden. Einer schrieb: »Vergessen wir nicht über Schuld und Sünde die Seligkeit, die in der Schönheit ist, und die Glorie selber, da sie allein uns erlösen kann aus Schuld und Sünde. Nichts als die Seligkeit, nichts sonst. Nichts, nichts als die gloria. Siehst du ein Stäubchen glänzen im Licht deiner Lampe und sich bewegen im vorgeschriebenen Sternenkreise - wirf dich in diesen Glanz, in diese Bewegung im Licht - und du wirst nicht Schuld und Sünde begehen und wirst begangene bereut haben, schmelzend in der Glut der Schönheit, welche Seligkeit ist. Auch in der Hölle nicht könnte Gott mir die Freude nehmen an der Vollkommenheit eines Vergilischen Verses.« Es ist ein falscher Weg der Abstraktion von der Trinität des Seins, ein Weg des Rausches; und der Rausch ist gerade der größte Verächter des distinguo, der falsche Einiger durch Verwischung und Vermischung.

Wer oder was also leistet die Theodizee? Die Geschichte?! Gestatten Sie mir, daß ich Ihnen dazu einige berühmte Sätze des Kardinals Newman zitiere, die die pessimistischen Worte Jacob Burckhardts, daß immer wieder nur das Gemeine siege, ergänzen: »Diese etablierte Ordnung der Dinge, in der wir uns befinden, muß, wenn sie einen Schöpfer hat, sicherlich in ihren großen Umrissen und ihren Hauptergebnissen von Seinem Willen sprechen. Steht die Gewißheit dieses Prinzips fest, dann ist, wenn wir zu seiner Anwendung auf die Dinge, wie sie sind, übergehen, unser erstes Gefühl das der Überraschung und (ich darf sagen) der Bestürzung, daß Seine Oberaufsicht über diese lebendige Welt eine so indirekte und Sein Handeln ein so verborgenes ist. Das ist die erste Lektion, die wir aus dem Gang der menschlichen Geschäfte gewinnen. Was dem Geist so stark und so peinlich auffällt, ist Gottes Abwesenheit (wenn ich so sagen darf) von Seiner eigenen Welt. Es ist ein Schweigen, das redet. Es ist, wie wenn andere von Seinem Werk Besitz ergriffen hätten. Warum gibt Er, unser Schöpfer und Herr, nicht irgendeine unmittelbare Kenntnis von Sich Selbst? Warum schreibt Er nicht Seine sittliche Natur mit großen Buchstaben auf die Stirne der Geschichte und bringt den blinden tumultuarischen Sturz ihrer Ereignisse nicht in eine himmlische hierarchische Ordnung? Warum billigt Er uns in der Struktur der Gesellschaft nicht wenigstens so viel von Offenbarung Seiner Selbst zu, wie die Religionen der Heiden darzureichen versuchten? Warum hat vom Anfang der Zeiten nicht ein einziges gleichförmiges stetes Licht allen Familien auf der Erde und allen individuellen Menschen den Weg gezeigt, wie Ihm zugefallen? Warum geht Er nicht mit uns einzeln, wie da gesagt wird, daß Er in alten Tagen mit Seinen Erwählten ging? Warum ist es möglich, Seinen Willen, Seine Attribute, Seine Existenz ohne Absurdität zu leugnen? Wir sehen einander sowohl, wie wir von uns wissen, warum haben wir, wenn wir den Anblick von Ihm nicht haben können, nicht wenigstens das Wissen? Er ist aber im Gegenteil ,ein verborgener Gott'; und mit allen unseren Anstrengungen können wir an der Oberfläche der Welt nur einige wenige blasse und fragmentarische Ansichten von Ihm zusammenlesen. Ich sehe für die Erklärung einer so kritischen Tatsache nur zwischen einem Entweder - Oder die Wahl: entweder es gibt keinen Schöpfer, oder Er hat Seine Geschöpfe enteignet. Sind also die undeutlichen Schatten Seiner Gegenwart in den menschlichen Geschäften nur eine Phantasie von uns, oder hat Er anderseits Sein Gesicht und das Licht Seines Antlitzes verhüllt, weil wir in irgendeiner besonderen Weise Ihm Unehre gemacht haben? Mein wahrhafter Berichterstatter, mein belastetes Gewissen, gibt mir die wahre Antwort auf jede dieser gegensätzlichen Fragen zumal: es sagt aus ohne jede Besorgnis, daß Gott existiert, und es sagt ebenso gewiß aus, daß ich Ihm entfremdet bin; daß ‘Seine Hand nicht kürzer geworden ist, daß aber unsere Ungerechtigkeiten uns von unserem Gott geschieden haben'. So löst es das Geheimnis der Welt und sieht in diesem Geheimnis nur eine Bestätigung seines eigenen ursprünglichen Unterrichts«.

wird fortgesetzt

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31. Dezember
Abba, lieber Vater!

Von Robert Mäder

Gott, der den Menschen gemacht, versteht ihn auch am besten. Er setzte in den Mittelpunkt seines Wesens das Herz. Das Herz spielt eine größere Rolle als der Kopf. Deswegen richtet sich das Hauptgebot des Christentums nicht an den Kopf, sondern an das Herz. Es heißt nicht: Du sollst den Herrn deinen Gott verstehen, sondern: Du sollst den Herrn deinen Gott lieben. Das Zentralgebot richtet sich an das Zentralorgan. Der Mensch ist vor allem das, was er liebt, wie es auch geschrieben steht: Gott ist die Liebe.

Zwar ist der Vater aller guten Werke immer ein guter Gedanke, aber auf der anderen Seite ist die Mutter, die das Werk in die Welt setzt, immer das Herz. Herzkultur geht über Kopfkultur, Liebe über Verstand, Wollen über Denken. Dieses ist unentbehrlich, aber jenes entscheidet. Nun ist zwischen Liebe und Liebe ein Unterschied. Die Liebe hat Grade wie jedes Thermometer. Die Temperatur ist höher, je näher man dem Herzen steht und nimmt ab mit dem Masse der Entfernung. Eltern, Gatten, Geschwister liebt man ganz anders als Fremde. Am Herd ist's wärmer als auf der Straße. Das ist natürlich.

Auf diesem Gesetz baut die Religion auf. Sie versetzt den Menschen, bevor sie ihm das große Gebot gibt, in die Familiengemeinschaft mit Gott. Das Wesen des Christentums besteht darin, dass es uns der göttlichen Natur teilhaftig macht. «Denen, die an ihn glauben, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.» Wir werden, soweit es bei einem Geschöpf der Fall sein kann, vergöttlicht. Das Weitere versteht sich dann von selbst. Wenn wir durch die Gnade Kinder Gottes geworden, ist Gott unser Vater.

Und nun verstehen wir auch, welcher Art unser Verhältnis zu Gott sein muss. Es ist nicht nur die gewöhnliche Form der Liebe. Unsere Liebe muss einen besonderen Grad und Charakter besitzen. Sie muss familiär, kindlich sein. Unter den sieben Gaben des Heiligen Geistes, welche die Vervollkommnung unseres Tugendlebens zur Aufgabe haben, gibt es eine, welche die Heilige Schrift als Pietas bezeichnet. Wir besitzen leider in der deutschen Sprache keinen Ausdruck, welcher den Sinn dieses Wortes Pietas deutlich wiedergibt. Wir sagen Frömmigkeit, aber wir dürfen darunter nicht bloß Eifer und Andacht im Gebete verstehen. Besser ist der Ausdruck Gottseligkeit.

Die Gabe der Pietas oder Gottseligkeit besteht in einer herzlichen Zuneigung zu Gott und zu der göttlichen Familie. Sie unterscheidet sich von der sogenannten Religionsübung. Die Religionsübung wendet sich an Gott als den höchsten Herrn und Schöpfer aller Dinge. Sie ist ernster. Die Pietät aber, die Gabe der Frömmigkeit, wendet sich an Gott als Vater. Sie ist inniger. Das große Gebot der Gottesverehrung oder Religionsübung ist das erste Gebot des Zweitafelgesetzes: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine fremden Götter neben mir haben. Das große Gebot der Pietät aber ist das Hauptgebot: Du sollst den Herrn deinen Gott lieben. Beide Gebote gehören zum Wesen des Christentums. Wir dürfen die unendliche Majestät des ewigen Königs im Gebetsverkehr nicht vergessen, aber auch die unendliche Liebenswürdigkeit des Vaters nicht.

Wir können vielen sonst eifrigen Christen unserer Tage den Vorwurf nicht ersparen, dass sie die Gaben des Heiligen Geistes, ohne welche ein vollkommenes, christliches Leben nach dem Urteil aller erfahrenen Asketen und Mystiker undenkbar ist, oft kaum dem Namen nach wissen. Darum haben sie auch von der Gottseligkeit im Sinne der Theologie, vom familiären Gottesverkehr, kein richtiges Verständnis. Sie kennen den Herrgott, aber sie vergessen den Vater. Man muss das eine tun, aber das andere nicht unterlassen.

Familiarität ist die Eigenart der aus Gott geborenen Brüder Jesu. Alle großen Christen waren vor Gott große Kinder. Sie redeten mit dem Vater die Sprache der Familie, die Sprache der Herzlichkeit, kunstlos, wahr und einfach, wie es unter Kindern Brauch ist, aber aus der Tiefe der Seele. Man macht vielleicht gegen diesen familiären Gottesverkehr geltend, dass es weichlich, süßlich, unmännlich sei. Darauf ist folgendes zu erwidern: Die echte Hingabe an Gott den Vater ist nichts Weichliches, sondern Starkes. Sie macht opferbereit bis zur vollständigen Verzichtleistung auf eigenen Vorteil und eigenen Willen. Weichlich, opferscheu, feig und lau, nachgiebig in der Versuchung sind jene, die nicht lieben.

Was die inneren Tröstungen, die Süßigkeiten anbetrifft, die Gott seinen Kindern hie und da austeilt, so sind das Dinge, die jeder Vater von Zeit zu Zeit seinen Lieblingen zukommen lässt, um anzulocken, zu trösten und Mut zu machen. Man soll darüber nicht spotten. Wenn man das harte Brot der Leiden und der Opfer gegessen mit dem bitteren Salz der Tränen der Trübsal, dann sind die Tränen der Freude im Verkehr mit dem Vater einem wohl zu gönnen.

Was den Vorwurf betrifft, dass Familiarität nicht zu Männlichkeit passe, so steht er in offenbarem Gegensatz zum Evangelium, das verlangt, dass wir wie die Kindlein werden, wenn wir ins Himmelreich eingehen wollen. Übrigens beweist die Erfahrung, dass die Herren der Schöpfung sehr unmännlich, sentimental sein können, sentimental bis zum Wegwerfen ihrer Menschenwürde. So sentimental, rein gefühlsmäßig, sind die Frommen nie. Die Modernen haben deswegen kein Recht, den Frommen unmännliche Süßigkeit in der Andacht vorzuwerfen.

Auch der früher oft erhobene Vorwurf französischer Frömmigkeit ist ungerechtfertigt. Die wahre, herzliche Familiarität im Verkehr des Menschen mit Gott ist nicht nur französisch. Sie ist auch deutsch. Sie ist katholisch. Sie gehört zu den sieben Gaben des Heiligen Geistes und findet sich bei allen Völkern und zu allen Zeiten der Kirchengeschichte. Sagen wir es heraus: Unsere Frömmigkeit ist im allgemeinen eher zu trocken, zu nüchtern, zu verstandesmäßig, zu ledern, zu unnahbar, dann wieder zu unnatürlich, zu gekünstelt, zu gemacht. Sie vergisst so gern die Grundwahrheit unseres Glaubens: Gott unser Vater!

Darum die Forderung: Mehr Familiarität! Mehr Kindlichkeit! Mehr herzliche Liebe zum Vater in unserem Gebetsverkehr! Es ist unaussprechlich rührend, zu sehen, mit welcher Verehrung, Hingabe und Zartheit Jesus immer vom Vater redet. Man fühlt es aus dem Evangelium heraus, welche Freude es ihm macht, sagen zu können: Mein Vater! Der Vater ist ihm alles.

Die Kirche ist bei Jesus in die Schule gegangen. Fast sämtliche Gebete der Kirche richten sich an den Vater. Alles im Heiligen Geist! Alles durch Jesus! Aber auch alles dem Vater! Wenn wir den katholischen Gebetsgeist besitzen, werden wir auch den ausgesprochenen Familiengeist der Kindschaft haben, in welchem wir rufen: Abba, Vater! (Röm. 8, 15). Wir werden wie Kinder an den Vater denken und wie Kinder mit dem Vater reden, herzlich und innig. Das Alter spielt hier keine Rolle. Alt oder jung, vor dem Vater bleibt man immer Kind. Soll's also auch immer sein und wollen.

Die Geheime Offenbarung spricht von solchen, die den Namen des Vaters an der Stirne tragen (14,1). Wir haben ungezählte Male beim Kreuzzeichen unsere Stirne im Namen des Vaters gezeichnet. Das darf keine leere Zeremonie bleiben. Wir wollen damit unsere ganze Gedankenwelt, alles, was hinter unserer Stirne lebt, dem Vater weihen. Wir wollen mehr, als wir es bisher getan, bewusst uns der kindlichen Familiarität und der familiären Kindlichkeit im Gebetsverkehr befleißen. Unser Lieblingswort, das Lieblingswort Jesu: Abba, Vater!

Der höchste Ausdruck der kindlichen Gottseligkeit ist die katholische Liturgie. Die katholische Liturgie ist ernst und heiter zugleich. Sie hat nichts Finsteres und Trockenes. Alles atmet im Gegenteil Lieblichkeit und herzliches Vertrauen. Die katholische Liturgie singt. Sie singt immer. Sie singt immer, weil sie immer glaubt und hofft und liebt. Sie singt immer, weil sie singen muss, und sie muss singen, weil sie voll des Heiligen Geistes ist, der da ruft mit unaussprechlichen Seufzern (Röm. 8, 26). Die katholische Liturgie ist gottselig.

Aus: Robert Mäder, Der Heilige Geist. Der dämonische Geist, Goldach 1969, S. 26-30.

Ein weiterer Artikel von Robert Mäder.


30. Dezember
Rupert Mayer

Vor 100 Jahren, am 30. Dezember 1916, wurde der selige P. Rupert Mayer (1876-1945) im rumänischen Sultatal schwer verwundet. Er war dort während des Ersten Weltkriegs als Militärseelsorger im Einsatz, und zwar als Feldgeistlicher der 8. bayerischen Reservedivision, und geriet ins Feuer russischer Truppen. Sein linkes Bein wurde vom Knie abwärts zerschmettert und musste amputiert werden.


27. Dezember
Das Zitat

Habt keine Angst vor mir, kommt zu mir, nehmt mich in eure Arme, betet mich an! Doch, wenn ihr mich anbetet, gebt mir, was kleine Kinder wünschen: Umarmungen und Küsse; habt keine Angst, fürchtet euch doch nicht so vor einem so kleinen und lieblichen Kindlein, welches euch zulächelt und die Arme entgegenstreckt. Er ist euer Gott, aber er ist voller Güte und Freundlichkeit, fürchtet euch nicht. Seid voller Zärtlichkeit, Liebe und Vertrauen...

Worte, die der selige Charles de Foucauld in einer Meditation dem Jesuskind in den Mund legt.


27. Dezember
Alfonsus Vargas Toletanus

Vor 650 Jahren, am 27. Dezember 1366, starb der Theologe Alfonsus Vargas Toletanus. Er war ein Vertreter der neuen positiven Augustinerschule und lehrte in Paris. 1353 wurde er Bischof von Badajoz, 1354 von Osam, 1361 Erzbischof von Sevilla.


26. Dezember
William Henry Anderdon

Vor 200 Jahren, am 26. Dezember 1816, wurde in London der Theologe und Schriftsteller William Henry Anderdon SJ geboren. Er studierte in Oxford, wurde anglikanischer Geistlicher, ging nach Paris und konvertierte dort 1850 beim berühmten Kanzelredner Gustav-Xavier de la Croix Ravignan SJ. 1853 empfing er die Priesterweihe, 1856 wurde er Sekretär seines Onkels Kardinal Mannings, bis er sich 1872 der Gesellschaft Jesu anschloss. Von 1858 bis 1864 war er Professor in Dublin. Er verfasste Erzählungen und apologetische Werke. Am 28. Juli 1890 starb er in London.


25. Dezember
Albert Chmielowski

Vor 100 Jahren, am 25. Dezember 1916, starb in Krakau im Alter von 71 Jahren der hl. Albert Chmielowski. Mit 17 Jahren beteiligte er sich am polnischen Aufstand gegen die Russen und wurde dabei schwer verwundet, so dass er ein Bein verlor. Nach wechselvollen Jahren als Leben als Künstler vor allem in Paris und München kehrte er 1884 nach Krakau zurück und lernte dort den hl. Raphael Kalinowski kennen, der ihn seine Berufung entdecken ließ, sich Gott in Armut zum Dienst an den Armen zu weihen. Zu diesem Zweck gründete er die Kongregation der Brüder im Dritten Orden des hl. Franziskus. Seine Liebe zum Allerheiligsten Altarsakrament kommt in seiner Aussage zum Ausdruck: “Ich schaue auf Jesus in seiner Eucharistie. Hat seine Liebe je etwas Schöneres ersonnen? Hier ist Er Brot geworden für uns. So wollen auch wir Brot sein und uns ganz hingeben für die anderen.” 1983 wurde er, zusammen mit Raphael Kalinowski, selig-, 1989 heiliggesprochen.


25. Dezember
Das eucharistische Wunder von Liegnitz

Vor drei Jahren, am 25. Dezember 2013, ereignete sich das eucharistische Wunder von Liegnitz (Legnica), das vom Heiligen Stuhl anerkannt wurde.


24. Dezember
Cäcilia Schelingová

Vor 100 Jahren, am 24. Dezember 1916, wurde in Krivá, Slowakei, die selige Cäcilia Schelingová geboren. Mit zwanzig Jahren trat sie in die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Kreuz ein, die von der seligen Maria Theresia Scherer gegründet worden war. Sie erhielt den Namen Zdenka und war als Krankenschwester tätig.
Nachdem sie 1952 unter der kommunistischen Verfolgung einem Priester zur Flucht verholfen hatte, wurde sie verhaftet: “Tagelang wurde sie gefoltert, immer wieder unter Wasser getaucht, an der Kerkerdecke aufgehängt, später ihre rechte Hand zertrümmert. Ihre rechte Brust wurde von den Tritten der Polizisten regelrecht zerfetzt. Als sie einmal fast zu Tode geprügelt wurde, sagte sie: ‘Die Vergebung ist das Größte im Leben.’” (Stefan Wirth, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 7, S. 56).
Am 31. Juli 1955 starb sie an den Folgen der Misshandlungen im Krankenhaus von Tyrnau. Sie wurde am 14. September 2003 seliggesprochen.


24. Dezember
Elvira Moragas Cantarero

Vor 100 Jahren, am 24. Dezember 1916, legte die selige Elvira Moragas Cantarero (1881-1936; Ordensname: Maria Sagrario von hl. Aloisius Gonzaga OCD) in Madrid im Karmel der hl. Anna und des hl. Joseph ihre ersten Gelübde ab. Elf Jahre zuvor hatte sie als erste Frau Spaniens das Doktorat in Pharmazie gemacht. Im Spanischen Bürgerkrieg erlitt sie das Martyrium: Sie wurde am 15. August 1936 in Madrid erschossen. Am 10. Mai 1998 wurde sie seliggesprochen.


23. Dezember
Der selige Rudolf Aquaviva S. J.
Missionär und Märtyrer in Indien

Von Anton Huonder S.J.

18. Folge

P. Peter Berno, geboren am 2. Juli 1552 zu Ascona am Locarnosee im heutigen Schweizerkanton Tessin, trat nach Vollendung seiner Studien im Deutschen Kolleg zu Rom als neugeweihter Priester 1577 in die Gesellschaft Jesu und wurde vom Ordensgeneral Mercurian im selben Jahre noch der für Indien bestimmen Schar beigesellt. Er war eine außerordentlich feurige, tatkräftige Natur. Rasch lernte er die Landessprachen und wirkte seit mehreren Jahren schon auf Salsette mit rastlosem Eifer. Auf seinen Wanderungen setzte er gewöhnlich schwimmend über die Flüsse. Keinen hassten die Heiden so wie ihn, da er an der Zerstörung ihrer Götzentempel am eifrigsten mitgeholfen und einen göttlich verehrten riesigen Ameisenhaufen unbarmherzig zerwühlt hatte. Wie prophetisch äußerte er von Coculin, einem Hauptneste des Heidentums, dort sei der Boden noch zu hart und müsse erst durch Märtyrerblut befeuchtet werden. Sein eigenes Blut sollte bald als fruchtbarer Tau dort niederfallen.

P. Anton Francisco, ein Portugiese, wurde noch als Universitätsstudent zu Coimbra durch das Martyrium des seligen Azevedo und Genossen für die Mission begeistert. Seit jener Zeit hatte er täglich im Augenblick der heiligen Wandlung um die Gnade des Martyriums gebeten. Er war unter den 13, die Pacheco nach Indien mitgebracht, vollendete in Goa seine Studien, wurde Priester und ward dann für die so schwierige Mission auf den Molukken bestimmt, als ein furchtbarer Sturm ihn wieder zurücktrieb. Er wirkte erst seit drei Monaten auf Salsette in der Christengemeinde von Orlim, als er die Märtyrerkrone erlangte.

Der fünfte im heiligen Bunde war der portugiesische Laienbruder Franz Aranha, Neffe des früheren Erzbischofs von Goa, Don Gaspar Aranha, dem er nach Goa gefolgt war. Obgleich er Studien gemacht hatte, wollte er aus Demut in den Stand der Laienbrüder aufgenommen werden. P. Aquaviva hatte ihn als Begleiter verlangt, da der Bruder als geschickter Baumeister die Plätze für die neu zu errichtenden Kirchen auswählen und deren Bau leiten sollte.

10. Der Tod des Bekenners.

Coculin, der Hauptherd der Empörung, sollte zuerst besucht werden. War hier die Sache gewonnen, so dachte man, würde der übrige Teil der Insel leicht nachfolgen. P. Anton Francisco, der Coculin zunächst wohnte, hatte die Ankunft der Patres in einem auf Palmblatt geschriebenen Briefe den Vornehmen des Ortes angezeigt. Ein Mann von großer Tugend und Fähigkeit, der kürzlich erst von einer Reise zum Großmogul zurückgekehrt, sei Oberer von Salsette geworden. Er komme, um alle Streitigkeiten beizulegen, den angerichteten Schaden nach Kräften gutzumachen und Frieden und Trost zu bringen. Man möge ihn also gut aufnehmen; der Vizekönig werde dies als eine Genugtuung für die neuliche Empörung ansehen. Die mündliche Antwort lautete kurz und kalt: Man sei in Coculin nicht in der Lage, die Patres nach Gebühr zu empfangen, da die Einwohnerschaft wegen eines kürzlich geschehenen Mordes aufgeregt und entzweit sei. Doch stehe es den Patres frei, zu tun, was sie wollten, da ja Coculin und ganz Salsette im Besitz des Königs von Portugal sei. Diese Antwort zeigte deutlich die feindselige, drohende Stimmung. Allein der feurige P. Berno rief aus: „Was liegt uns daran, wie wir empfangen werden? Gehen wir, errichten wir das Kreuz und die Kirche, und wenn sie uns am Bauen sehen, werden sie selbst mit Hand anlegen!“

P. Francisco hatte über den Fluss eine Brücke schlagen und in der Nähe von Coculin eine Nothütte errichten lassen, wo man gegen den tropischen Regen – es war gerade die Regenzeit – Schutz finden konnte.

So brach der denkwürdige 15. Juli an, der Gedächtnistag des seligen Ignatius de Azevedo und Genossen. (Nach dem gregorianischen Kalender war es der 26.) Die Patres lasen in der Kirche von Orlim der Reihe nach die heilige Messe und machten sich bei schon vorgerückter Tageszeit auf den Weg nach Coculin. In ihrer Begleitung waren zwei Portugiesen, darunter der Schreiber des Kommandanten von Rachol, und etwa 50 eingeborne Christen. Auf dem Wege unterhielten sich die Missionäre von ihren Hoffnungen, zeigten fröhlich auf die Ruinen der zerstörten Pagoden und sahen sich nach einem günstigen Platze um, wo die Tempel des wahren Gottes sich erheben sollten. In der Nähe von Coculin herrschte eine unheimliche Stille. Niemand kam ihnen entgegen, sie zu begrüßen. Da plötzlich sahen sie einen ungeordneten Haufen von halbnackten schreienden Weibern und Kindern aus dem Dorfe kommen, unter Anführung eines Götzendieners, der wild mit Armen und Beinen um sich schlug und mit den Händen Erde und Staub in die Luft warf. Drohende Rufe wie: „Auf, da sind sie, der Augenblick der Rache ist nahe!“ drangen an das Ohr der Missionäre. Diese wussten nicht, was das bedeuten sollte, zogen sich in die für sie bereitete Hütte zurück und schickten einen Boten in das Dorf, der ihre Grüße überbringen und um die Erlaubnis bitten sollte, an Stelle jener Hütte ein Haus zu errichten. Der Bote fand unfreundliche, drohende Mienen. Man wisse sehr gut, was die Patres vorhätten, und werde sich danach richten. Doch kam nun einer der Gazari (Vornehmen) zu den Missionären hinaus und gab heuchlerisch seinem Bedauern Ausdruck, dass man sie so wenig gastfreundlich empfangen. Auf die Frage, was jener drohende Lärm bedeuten sollte, gestand er, dass Pondu, ein berühmter Götzenpriester, die Menge gegen die Patres aufgehetzt. Doch werde es ihm gelingen, das Volk zu beruhigen. Sie sollten inzwischen ruhig ihre Mahlzeit einnehmen. Auf das Anerbieten Aquavivas, zwischen den streitenden Parteien vermitteln zu wollen, gab der Gazari zur Antwort, er wolle darüber mit seinen Stammesgenossen reden.

Nach seinem Weggang wurde der Lärm im Dorfe immer bedrohlicher und ließ das Schlimmste befürchten. Man beschloss also, nach Hause zurückzukehren und das Vorhaben zu verschieben, bis die Aufregung sich etwas gelegt habe. Da aber ein Platzregen niederrauschte, suchten die Missionäre wieder Schutz in der Hütte, nahmen hier ihr einfaches Mahl und besprachen den Plan, an der Stelle einer nahen Tempelruine die Kirche zu bauen. Einige ihrer Begleiter gingen auch gleich dahin, um den Platz auszumessen. Spione aus dem Dorf hatten das Gespräch der Missionäre belauscht. Ihr Bericht verursachte im Dorf eine furchtbare Aufregung. Wüster Lärm drang in die Hütte herüber. „Was ist das?“ fragten die Missionäre. Scherzend rief einer der christlichen Indier, der den wegeilenden Spionen zum Trotz das Zeichen der Erlösung auf das Dach gepflanzt hatte: „Das ist der Teufel, der merkt, dass er weichen muss!“ Allein bereits brachte ein anderer indischer Begleiter der Patres, der ins Dorf auf Kundschaft gegangen war, die Nachricht, man habe dort auf Anstiften der Zauberers soeben den Tod der Missionäre beschlossen. „Man müsse die fünf Hähne (d.h. die fünf Patres)“, so habe der Götzenpriester wie besessen geschrien, „schlachten; bloß ihr Blut könne die Götter besänftigen.“ Im selben Augenblick kam auch ein wohlgesinnter Heide, der am Morde keinen Anteil haben wollte, herbeigestürzt und rief den Patres zu, sich rasch zu flüchten. Dieselben beschlossen denn auch, der Gewalt zu weichen. Allein es war bereits zu spät.

wird fortgesetzt

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20. Dezember
Was Naturgesetze leisten

Wenn die Entstehung des Universums ein physikalischer Vorgang ist, dann brauchen wir physikalische Gesetze. Das ist so weit einleuchtend. Aber ein physikalisches Gesetz beschreibt und erklärt nur ein Ereignis, es erzeugt es nicht, auch nicht in den ersten Millionstelsekunden der Welt. Selbst eine Theorie »von allem« erklärt vielleicht alles, aber sie erzeugt nichts.

Aus dem Artikel von Eduard Kaeser über Stephen Hawking Physik aus der Gottesperspektive, in: Die Zeit 1/2011

Zum Thema: Neuland in der Wissenschaftstheorie


20. Dezember
Julio Alvarez Mendoza

Vor 150 Jahren, am 20. Dezember 1866, wurde im mexikanischen Guadalajara der hl. Julio Alvarez Mendoza geboren. 1894 zum Priester geweiht, wirkte er während der mexikanischen Katholikenverfolgung im Untergrund, wurde am 26. März 1927 gefasst und vier Tage später nach schlimmen Folterungen erschossen. Am 22. November 1992 wurde er selig-, am 21. Mai 2000 heiliggesprochen.


19. Dezember
Das Zitat

Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry

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