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* * *

18. September
Jahresranking: Die Top 18 der Newcomer II

2019 kamen auf kath-info 35 Seiten neu hinzu. Ich gebe die 18 meistgelesenen bekannt, und zwar in zwei Schritten: heute im zweiten Schritt die Plätze 10 bis 18. Die rechte Spalte gibt den Platz im Gesamtranking der insgesamt 696 Seiten an.

Platz Jahresranking 2019
Die Top 18 unter den 35 Newcomern
Zweiter Teil: 10 bis 18
Platz im Gesamt
ranking
10

Genderkritik: Ist Papst Franziskus rechtspopulistisch?

246
11

Franz Prosinger: Striet vs. Benedikt

264
12

Postl: Gelungenes Debüt. Über Wollbolds Felapton

266
13

Recktenwald: Zeit, "danke" zu sagen

297
14

Franz Prosinger: Der Gnadenstuhl

301
15

Recktenwald: Über den Atheismus Thomas Nagels

302
16

Recktenwald: Who is Jesus Christ?

323
17

Oliver Maksan: Führung durch Stuhlkreise

331
18 Elisabeth Schmidt: Unplanned - Wie David gegen Goliath 334

Zu den Plätzen 1 bis 9


17. September
Angst und Schrecken

In einem Beitrag für den Cathwalk schreibe ich über das neue Evangelium der Hirnforscher:
“Da geht es nur mit Drohungen, Angst und Schrecken”, sagt der Hirnforscher Gerhard Roth. So äußerte er sich in einem Interview mit Dieter Sell vom Evangelischen Pressedienst. Es ging dabei um Maßnahmen, die die Bevölkerung dazu bringen sollen, die Corona-Regeln zu befolgen. Wir dürfen also nüchtern feststellen: Während die Kirche schon längst jede Drohbotschaft überwunden hat, kehrt diese in säkularem Umfeld wieder. “Drohungen, Angst und Schrecken” sind... weiterlesen


17. September
Michael Irwin FSSP

Vor einem Jahr, am 17. September 2019, starb im Alter von 81 Jahren P. Michael Irwin FSSP. Irwin wurde am 30. Mai 1964 für die Diözese Dallas (Texas) zum Priester geweiht. 1969 wechselte er in die neu gegründete Diözese Fort Worth. Bis 1986 war er an mehreren Orten in Texas tätig, dann für vier Jahre Pfarrer in Arteaga (Mexiko). 1990 wechselte er zur Priesterbruderschaft St. Petrus, in die er am 18. Oktober 1994 endgültig inkorporiert wurde. Nach einem Jahr in Wigratzbad (1990/91) war er in Dallas TX (1991/92), Rapid City SD (1992-1995 und 1997-2001), Vienna OH (1995-1997), Maple Hill KS (2001-2003) und Post Falls ID (2004-2008) tätig.


16. September
Die Jungfrau von Guadalupe und ihr Weg nach Mexiko

Von Carolin Holterhoff

5. Folge

In den nächsten Monaten zogen die Spanier, begleitet von etwa zweitausend Totonaken, kontinuierlich in Richtung der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan, wobei drei Orte von besonderer Bedeutung sind: Zocotlan, Tlaxcala und Cholula.

In Zocotlan (Zautla) bekamen sie vom Kaziken Olintetl einen ausführlichen Bericht über die politischen Verhältnisse des Reiches und die aztekische Hauptstadt Tenochtitlan mit ihrem Reichtum und ihren Befestigungsanlagen, die sie praktisch uneinnehmbar machten. Genau diese Aussage reizte die Spanier, einen Versuch zu wagen (Diaz del Castillo, Die Eroberung von Mexiko, S. 128). In Zocotlan sahen sie auch neben den Pyramidentempeln Gerüste, in denen ordentlich aufgereiht die Schädel der geopferten Menschen gelagert waren. Es sollen 100.000 gewesen sein (Diaz del Castillo, Die Eroberung von Mexiko, S. 131); vielfach wird bezweifelt, dass es wirklich so viele Schädel waren, aber wenn man bedenkt, dass es ein Gesetz gab, in dem alle Städte mit Tempel verpflichtet wurden, pro Jahr eintausend Menschen zu opfern und es 371 solcher Städte gab, kann die von Diaz del Castillo angegebene Zahl nicht so weit von der Wahrheit entfernt gewesen sein (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 8). Dieser Anblick muss die Spanier noch mehr darin bestärkt haben, dem satanischen Treiben dieses Opferkultes ein Ende zu setzen.

Danach ging es nach Tlaxcala, dessen Bewohner seit fast hundert Jahren mit den Azteken im Krieg waren und sie erbittert bekämpften, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Die Totonaken hatten Cortés geraten, sich im Kampf gegen die Azteken an sie zu wenden. Die Tlaxcalteken waren zwar verarmt, aber sie waren ausgezeichnete Kämpfer und sehr misstrauisch den Fremden gegenüber, denn sie waren der Meinung, die Spanier wären mit den Azteken verbündet. Deshalb waren die totonakischen Boten, die vorausgeschickt worden waren, festgenommen worden. An der Grenze zu Tlaxcala trafen die Spanier auf eine große, lange Steinmauer, die zum Schutz vor Angriffen von den Tlaxcalteken errichtet worden waren. Sie wirkte bedrohlich und Cortés ließ die Standarte mit dem Spruch des Kaisers Konstantin vorangehen und rief ihn laut vor seinen Soldaten aus, bevor sie weitergingen. In der Zeit zwischen dem 31. August und dem 5 September 1519 mussten sie sich gegen vier Angriffe wehren; die dreihundertfünfzig Spanier standen anfangs dreitausend, dann sechstausend, danach fünfzigtausend Kriegern und schließlich der gesamten Streitmacht von zweihunderttausend tlaxcaltekischen Kämpfern gegenüber (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 35), doch sie waren jedes Mal siegreich. Auch einen nächtlichen Angriff konnten sie abwehren. Ob die Zahlen tatsächlich stimmen, ist nicht zu klären, aber Tatsache ist, dass die Tlaxcalteken zahlenmäßig weit überlegen waren, selbst wenn man die Totonaken zu den Spaniern hinzuzählt. Insgesamt verloren sie fünfundvierzig Mann, aber die Verluste der Indianer waren ungleich höher. Schließlich waren die Tlaxcalteken bereit Frieden zu schließen, auch wenn manche anderer Meinung waren. Sie erwiesen sich unter ihren Anführern Xicotencatl und Maxaxtzin als treue Bündnispartner, die die Spanier auch in den dunkelsten Stunden tatkräftig unterstützten.

Die Spanier hatten von Anfang an in allen Orten, durch die sie kamen, von ihrem König und dem christlichen Glauben erzählt und die Indianer aufgefordert, von ihrem Götzenkult mit den grausamen Menschenopfern abzulassen. Sie feierten auch jeweils eine Hl. Messe und stellten einen Altar mit einem Kreuz und einem Bild der Gottesmutter auf, es sei denn, sie stießen auf große Ablehnung. Die Tlaxcalteken waren vorsichtig und sagten Cortés, dass sie den christlichen Glauben erst studieren müssten, bevor sie eine Entscheidung treffen könnten. Cortés und seine Spanier schlugen aber auf diese Weise gewissermaßen eine Schneise für die Gottesmutter durch das aztekische Reich bis nach Mexiko und die Stadt Tenochtitlan.

In Cholula schließlich hatten die Azteken mit den Einwohnern eine Falle für die Spanier geplant. Aztekische Botschafter, die Cortés im Namen Montezumas zu seinem Sieg über die Tlaxcalteken beglückwünscht hatten, rieten ihm, über Cholula nach Mexiko zu marschieren, da er sich nicht davon abbringen ließ, ihren Herrscher sehen zu wollen. Cortés war von den Tlaxcalteken eindringlich davor gewarnt worden und sie empfahlen ihm die mit ihnen befreundete Stadt Huexotzinco als nächstes Ziel, aber Cortés bestand auf Cholula; vielleicht, weil die Stadt mit dem Gott Quetzalcoatl in Verbindung gebracht wurde und ein Aufenthalt dort als symbolträchtig angesehen werden konnte. Bei ihrer Ankunft wurden sie höflich aber zurückhaltend empfangen und es dauerte nicht lange, bis Cortés die ersten Berichte über Barrikaden und verborgene Fallgruben auf den Straßen und versteckte aztekische Krieger im Umland Cholulas erhielt. Er befragte einige hohe Würdenträger, die ihm letztlich bestätigten, dass ein Angriff am Tag des Abmarschs nach Mexiko geplant war. An diesem Tag versammelten sich etwa dreitausend Cholulteken auf dem großen Platz, die angeblich die Spanier begleiten wollten. Cortés ließ den Platz abriegeln und konfrontierte sie mit seinen Erkenntnissen. Er verurteilte ihre Hinterlist und sagte, sie hätten offen und ehrlich wie die Tlaxcalteken auf dem Feld gegen ihn kämpfen können. Die folgende Schlacht breitete sich in die ganze Stadt aus, in die nach einiger Zeit die Tlaxcalteken eingriffen, die wegen ihrer Feindschaft mit Cholula außerhalb der Stadt ihr Lager hatten. Auch der Tempel Quetzalcoatls wurde in den Kampf einbezogen, die Götterstatute die Pyramide hinuntergestoßen und das Gebäude angezündet, wobei etliche Priester umkamen. Auf der Pyramidenplattform wurde ein großes Kreuz aus Stein errichtet. Der Angriff auf den Tempel war nichts Ungewöhnliches für die Indianer, denn im Krieg bedeutete die Einnahme des Marktplatzes und die Zerstörung des Tempels des Stammesgottes den Sieg (Rinke, Conquistadoren und Azteken, S. 107).

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


15. September
Spiritus Paraclitus

Vor 100 Jahren, am 15. September 1920, veröffentlichte Papst Benedikt XV. zum 1500. Todestag des hl. Hieronymus die Enzyklika Spiritus Paraclitus über die Inspiration und Zuverlässigkeit der Hl. Schrift.


14. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Artikel über Greta und den Synodalen Weg wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Predigt über das Banausentum des Modernismus habe ich auf der Modernismusseite, diejenige über das Wunder zu Kana auf der Seite mit dem Artikel von Beßmer über Offenbarung, Dogma und Glaube eingebettet. Die Zitate von Walter Kardinal Brandmüller und Hinrich E. Bues (Eisiges Schweigen und Das Waterloo der deutschen Kirche) finden sich auf der Themenseite zur Deutschen Bischofskonferenz.


14. September
Josef Blinzler

Vor 50 Jahren, am 13. September 1970, starb in Passau im Alter von 60 Jahren der Exeget Josef Blinzler. Er studierte u.a. bei Joseph Sickenberger und Friedrich Wilhelm Maier und lehrte seit 1949 in Passau. Sein Werk Der Prozess Jesu wurde von Theologen wie Franz Mußner, Paul Gaechter, Joseph Kürzinger und Joachim Jeremias als Standardwerk zum Thema anerkannt. In seinem Werk Die Brüder und Schwestern Jesu zeigte Blinzler, auf welch schwachen Füßen die Meinung steht, Jesus habe leibliche Geschwister gehabt (vgl. meinen Aufsatz zum Thema).


13. September
Nagels Perspektivendualismus

Auf AEMAET ist nun ein zweiter Artikel von mir über Thomas Nagel erschienen. Unter dem Titel Ist der Materialismus ein Idealismus? widme ich mich seinem Perspektivendualismus und stelle weiterführende Überlegungen an.


13. September
Das Zitat

Jene, die vom wahren Seeleneifer beseelt sind, werden von Gott gesegnet und behütet.

Hl. Don Bosco


12. September
Göttliche Aussaat

Für den morgigen 15. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Wir ernten, was wir säen und Ist Gott geizig?


12. September
Fataler Trugschluss der Theologen

Ganze Generationen junger Theologen wurden fortan in dem Irrglauben ausgebildet, es sei nicht so wichtig, auf welchen historischen Tatsachen der Glauben beruhe. Ein fataler Trugschluss, wie im 20. Jahrhundert der französische Philosoph Gabriel Marcel (1889–1973) bekräftigte: „Der Mensch, der sagt: ‚Es ist nicht wichtig, was du für wahr hältst, solange du ein christliches Leben lebst’, macht sich einer der schwersten Sünden schuldig an dem, der sagte ‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben’. Es geht um die Wahrheit! Auf dem Boden der Wahrheit schlagen wir unsere erste Schlacht für den Glauben. Nur auf diesem Boden kann der Glauben gewonnen und verloren werden.“

Aus: Markus Spieker, Hilfe, sie haben Jesus geschrumpft! Das böse Vermächtnis der radikalen Bibelkritik und wie wir uns davon befreien, in: IdeaSpektrum vom 26. August 2020. Von Spieker erschien gestern das Buch Jesus. Eine Weltgeschichte, 1.004 Seiten.

Scheffczyk über Entmythologisierung


11. September
Das Zitat

Was der Mensch an sich oder anderen nicht bessern kann, das muss er mit Geduld tragen, bis Gott es anders macht. Lerne die Fehler deiner Mitmenschen und all ihre Schwächen mit Geduld tragen, denn auch du hast viele, an denen die anderen tragen müssen. Du kannst nicht einmal aus dir selbst den Menschen schaffen, der du gerne sein möchtest. Wie wirst du dann einen anderen nach deinem Sinne und Gefallen ändern können?

Aus der “Nachfolge Christi”


11. September
Monatsranking August 2020

Platz Monatsranking August 2020
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von 713 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Zitatensammlung

+/- 0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+/- 0
3

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+ 3
10

Über Handkommunion

+ 4
20

Recktenwald: Hatte Jesus Brüder?

+ 3
30

Wandlungsworte: Das Blut des Bundes - vergossen für alle?

- 3
40

Miriam Schilling: Vergib mir Natascha. Eine Rezension

- 1
50

Lorenz Jäger: Die Achtundsechziger und die Pädophilie

- 5
60

Corona-Exerzitien

- 24
100

Der Vertuschungsskandal und das Zeugnis von Erzbischof Carlo Vigano

- 85

Zum Ranking der Vormonate


10. September
Das Leben des heiligen Franz Xaver

Von Wolfgang Reithmeier, bearbeitet von Joseph Firnstein und Paolo D'Angona

6. Folge

Diese Insel ist ein wüstes, unfruchtbares Land; die Einwohner nennen es ihr Paradies. Die Luft ist brennend heiß, die Erde trocken und unfruchtbar und bringt nur Aloefrüchte hervor. Die Einwohner nannten sich Christen, waren es aber in Wirklichkeit nicht; sie kannten die Taufe nicht; nur einzelne Spuren des Christentums waren noch vorhanden. Sie verehrten ganz besonders den heiligen Apostel Thomas. Xaver taufte mehrere Kinder auf dieser Insel und alle wollten das Sakrament empfangen, die Verpflichtungen erfüllen und nach ihnen leben, wenn er nur bei ihnen bleiben würde. Der Heilige, gerührt vom Elend dieser Bewohner und erbaut durch ihre bereitwillige Unterwürfigkeit, bat den Vizekönig, dableiben zu dürfen, bis die Schiffe von Mozambique ankommen würden, aber die Bitte wurden ihm nicht gewährt. Bei seiner Abreise erschienen die Neubekehrten am Ufer uns streckten sehnsuchtsvoll die Arme nach ihm aus.

Mit Wehmut entfernte er sich, gelobte aber dem Herrn, dieses Volk wieder aufzusuchen, wäre ihm dies aber nicht möglich, einen Lehrer des Evangeliums zu senden, um das von ihm begonnene Werk fortzusetzen.

Die Fahrt dauerte nur wenige Tage. Die Flotte landete, nachdem sie das arabische und einen Teil des indischen Meeres durchlaufen hatte, iam 6. Mai 1542 im dreizehnten Monat nach ihrer Abfahrt aus dem Hafen von Lissabon in Goa.

Goa liegt jenseits des Ganges auf einer Insel gleichen Namens und ist die Haupstadt von Indien, der Sitz des Vizekönigs und Bischofs, und der Mittelpunkt des portugiesischen Handels im Morgenland. Der Herzog Don Alphons von Albuquerque hatte sie im Jahre 1510 den Ungläubigen weggenommen.

Sobald Xaver in Goa ans Land gestiegen war, begab er sich in das Spital, wo er seine Wohnung nahm, obwohl ihn der Vizekönig bei sich behalten wollte. Ehe er aber sein Amt als Missionär beginnen wollte, ging er zuerst zum Bischof von Goa, wo damals Don Johann von Albuquerque aus dem Orden des heiligen Franziskus den Bischofsstuhl innehatte, ausgezeichnet durch Tugend und Frömmigkeit. Der heilige Franz Xaver übergab ihm die Breven des Statthalters Jesu Christi, und erklärte in tiefer Demut, daß er nur mit seiner Erlaubnis Gebrauch davon machen würde; er bat ihn kniend um den heiligen Segen zu seinem Werk.

Der Oberhirt, gerührt und erbaut durch die Bescheidenheit Xavers und betroffen durch eine gewisse Ausstrahlung von Heiligkeit in seinem Äußeren, hob ihn sogleich auf, umarmte ihn, küßte ehrfurchtsvoll die päpstlichen Breven und versprach, ihm mit seinem bischöflichen Segen beizustehen, wenn es notwendig sein sollte, ein Versprechen, das der edle Oberhirt in der Folge stets treu hielt.

Der Bischof freute sich wirklich über die Ankunft eines so ausgezeichneten und eifrigen Missionärs. Denn er selbst konnte mit den noch wenigen Patres seines Ordens dem gewaltigen Strom des sittlichen Verderbens keinen Einhalt tun. Xaver unternahm nichts ohne den Rat des Bischofs und dieser teilte ihm alle sein Pläne und Entwürfe mit.

Der Zustand der Religion war ein so trauriger, daß Xaver darüber weinte und ihn aufs Neue mit Eifer entflammte.

Die Einwohner waren dem Namen nach Christen; die Portugiesen waren nur darauf bedacht, ihre Eroberungen weiter auszudehnen und sich zu bereichern. Dieses gottlose Beispiel mußte natürlich auf die Heiden einen abstoßenden Eindruck machen. Die, welche den Glauben noch bekannten, wurden von den Mohammedanern grausam verfolgt, ohne daß ihnen die portugiesischen Behörden zu Hilfe kamen. Dieser hilflose Zustand schreckte die Neubekehrten davon ab, ihren Glauben an Jesus Christus zu bekennen, und die Ungläubigen wurden mit echter Abneigung gegen die christliche Religion erfüllt. Doch das schlechte Beispiel der Portugiesen schadete dem Aufkeimen des Christentums unendlich mehr als die Grausamkeit der Mohammedaner. Die Schilderung der Sittenlosigkeit der Portugiesen entnehmen wir einem Bericht, der von einem glaubwürdigen Mann einige Monate vor Xavers Ankunft an den König Johann III. gesandt wurde. Die Portugiesen hatten diesem Bericht zufolge so viele Beischläferinnen in ihrem Hause, wie sie wollten, und letzte erhielten gleiche Rechte wie die Ehefrauen. Man kaufte und raubte Frauen, um Dienst oder Geld daraus zu gewinnen; diese Sklavinnen mußten täglich eine gewisse Summe Geldes abliefern, und wenn sie nicht bezahlen konnten, so wurden sie grausam mißhandelt, so daß diese Unglücklichen sich Jedem hingaben, um den Geiz ihrer Herren zu befriedigen.

Die Gerechtigkeit war bei den Gerichten um Geld feil; die größten Verbrecher blieben ungestraft, wenn sie nur ihre Richter mit Geld bestechen konnten. Alle Wege, zu Geld zu gelangen, waren erlaubt, mochten sie auch noch so ungerecht sein. Es wurde öffentlich Wucher betrieben; der Meuchelmord war kein Verbrechen mehr; man rühmte sich desselben als einer Heldentat.

Der Bischof von Goa mochte mit dem Zorn des Himmels drohen und die Exkommunikation aussprechen - es war vergebens. Die Herzen waren so verhärtet, daß man seiner Drohungen spottete und die Exkommunikation verachtete; das Verbot, die Sakramente zu empfangen, war für die Gottlosen keine Strafe mehr, denn sie hatten den Sakramentenempfang ohnehin aufgegeben. Der Empfang der Sakramente der Buße und des Altares war ganz abgekommen, und wenn sich noch irgendjemand, von Gewissensbissen geplagt, mit Gott versöhnen wollte, so tat er es nur bei Nacht und heimlich, weil eine solche Handlung ganz gegen die allgemeine Gewohnheit war, und die meisten sich ihrer schämten.

Dieser sittenlose Zustand hatte mehrere Ursachen. Er begann durch die Freiheit, sich beliebig der Waffen zu bedienen. Eine solche Freiheit führt in einem eroberten Land die größten Unordnungen herauf. Die Üppigkeit Asiens und der Umgang mit Ungläubigen trug nicht wenig dazu bei, die Portugiesen zu verderben, die von Hause aus streng und ordnungsliebend sind. Der Mangel an geistlichem Beistand tat ebenso das Seine. In ganz Indien fand man keine vier Prediger, so daß in dem meisten Festungen das ganze Jahr hindurch weder eine Predigt gehört, noch eine Messe gelesen wurde.

So war die Christenheit der neuen Welt beschaffen, als Pater Xaver dort ankam.

Die Heiden waren auf die Stufe von Tieren herabgesunken, und ihre Verdorbenheit war auf das Höchste gestiegen; die am wenigsten Verdorbenen waren die, die gar keine Religion hatten, denn die Anderen beteten den Teufel unter einer abscheulichen Gestalt an, unter Zeremonien, die zu schildern der Anstand verbietet. Manche wechselten täglich ihren Gott, denn das erste Lebewesen, das ihnen am Morgen begegnete, mochte es ein Hund oder Schwein sein, war Gegenstand ihrer Verehrung. Jeder brachte seinen Götzen blutige Opfer dar und es war etwas ganz Gewöhnliches, daß Väter ihre eigenen Kinder vor ihren Götzen erwürgten.

So viele Abscheulichkeiten entflammten den Eifer des Pater Xaver. Er glaubte, daß er nach der Lehre des heiligen Paulus mit den Dienern des Glaubens, d.h. mit den Christen beginnen müsse, hier also mit den Portugiesen, weil ihr Beispiel so großen Einfluß auf die getauften Inder hatte. Wir wollen nun sehen, wie er dieses große und schwierige Werk anfing.

Um den Segen des Himmels auf eine so schwierige Unternehmung herabzuflehen, brachte er die meiste Zeit der Nacht im Gebet zu; er schlief nur drei bis vier Stunden, und zwar mit Unterbrechungen, denn weil er im Spital wohnte, stand er bei jedem Klageruf auf, um den Kranken zu helfen.

Bei Tagesanbruch betete er wieder, dann las er die heilige Messe. Danach ging er in die Spitäler, vor allem in das der Aussätzigen, und scheute sich nicht, diese Unglücklichen zu umarmen und ihnen die Almosen zu geben, die er von Tür zu Tür erbettelt hatte. Von dort ging er in die Gefängnisse und erwies den Gefangenen dieselben Liebesdienste. Auf dem Rückweg durch die Stadt zog er mit einem Glöckchen in der Hand durch die Straßen und rief den Familienvätern zu, sie mögen doch ihre Kinder und Sklaven zum Katechismusunterricht schicken. Der Heilige begriff, daß nur durch Erziehung und Bildung der Jugend die Hoffnung bestehen könne, das Christentum in Goa wieder aufblühen zu sehen.

Die Kinder versammelten sich scharenweise um ihn. Er führte sie dann in die Kirche, erklärte ihnen das Apostolische Glaubenbekenntnis und die Gebote Gottes und unterrichtete sie in der Frömmigkeit. Dem Heiligen gelang es in kurzer Zeit, diese jungen Menschen für die Frömmigkeit zu begeistern. Die Kinder, die ihm großes Vertrauen entgegenbrachten, wurden bescheidener und eingezogener, und alles erhielt in kurzer Zeit eine ganz andere Gestalt, so daß sich die ganze Stadt über diese Veränderung wunderte.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


9. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt über Meister Eckharts Kuh habe ich auf der Kritikseite, die Predigt Mache hell die Finsternisse unseres Geistes auf der Husserlseite eingebettet. Das wichtige Zitat von Michael Karger über Newman und das Gewissen ist auf der Gewissensseite untergebracht, die Podcastfolge Wir wollen dienen! beim verlorenen Schaf.


9. September
Gegner und Befürworter der Hexenverfolgungen

Als die Stadt Münster im 17. Jh. ihre Selbständigkeit verlor und unter die Herrschaft des Fürstbischofs von Galen kam, war dort sofort Schluss mit den Hexenprozessen. Und die viel gescholtene Inquisition sorgte fast überall wo sie konnte dafür, dass der Horror der Hexenverfolgung aufhörte. Die berüchtigte spanische Inquisition setzt dem Spuk schon 1526 ein Ende. Soviel nur zum verbreiteten “Wissen”, dass die Inquisition gerade der Hexenverfolgung diente. Dagegen waren etliche Aufklärer und Vorkämpfer moderner Staatlichkeit und kirchenferner Rechtsordnungen aktive Befürworter der Hexenverfolgungen, so etwa Jean Bodin oder Thomas Hobbes.

Aus: Martin Eberts, Die Kirche ging gegen den “Hexenwahn” vor, am 27. August 2020 in der Credo-Reihe der Tagespost, in der der Historiker Martin Eberts mit Schwarzen Legenden antikatholischer Geschichtsschreibung aufräumt.


8. September
Die Alternative zu Heideggers Sorge

Meine Predigt zum Evangelium des letzten Sonntags. “Seid nicht ängstlich besorgt...”, sagt der Herr in der Bergpredigt. Denn er will dein Herz verändern: es aus einer Rumpelkammer, die mit Sorgen angefüllt ist, verwandeln in einen Königspalast, in dem er selber wohnt.

Recktenwald-Predigten · 14. So n. Pf.: Die Berufung deines Herzens

Achtung: Falls hier nicht die Predigt vom 14. Sonntag nach Pfingsten erscheint, sondern eine ältere Predigt, dann schließen Sie bitte das Fenster, löschen das Cookie von kath-info in Ihrem Browsercache und gehen von Neuem auf kath-info! Wahlweise können Sie auch diesem Link folgen.


8. September
Petrus Casani

Vor 450 Jahren, am 8. September 1570, wurde in Lucca der Piarist Petrus Casani geboren. Er war in Rom ein Schüler des hl. Robert Bellarmin und ein Mitschüler des hl. Aloisius. Später lernte er den hl. Joseph von Calasanza (ca. 1556-1648) kennen, dessen treuester Mitarbeiter er wurde. Er starb am 13. Oktober 1647 in Rom. 1922 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet. Die Seligsprechung erfolgte am 1. Oktober 1995.


8. September
Fort Wayne

Vor zehn Jahren, am 8. September 2010, wurde die Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Petrus in Fort Wayne (im US-Bundesstaat Indiana), das Haus St. Theodora Guerin, kanonisch errichtet.


7. September
Nochmals "Rettende Schönheit"

Der in der Tagepost erschienene Artikel Rettende Schönheit (siehe Meldung vom 3. September) ist jetzt auch online. Hier trägt er den Titel Liturgie: Das Offenbarwerden der Herrlichkeit Gottes. Es geht allerdings nicht um die Liturgie, sondern um das heilige Messopfer.


6. September
Das Zitat

Wir dienen einem großen und erhabenen König, der seine Diener nicht königlich oder kaiserlich, sondern göttlich belohnt.

Hl. Arnold Janssen


6. September
Emilie Schneider

Vor 200 Jahren, am 6. September 1820, wurde in Haaren bei Heinsberg die Mystikerin Emilie Schneider geboren. Sie trat bei den Töchtern vom heiligen Kreuz ein, widmete sich der Armenfürsorge und Krankenpflege und leitete seit 1852 das Theresienhospital in Düsseldorf. Hier starb sie am 21. März 1859. Auf den Maler Carl Halfdan Schilling (1835-1907), der 1854 zum katholischen Glauben konvertierte, hatte sie großen Einfluss.


5. September
Mehr als Pflichtethik

Für den morgigen 14. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Das Evangelium, das den Konflikt zwischen Pflicht und Neigung löst und Seid nicht ängstlich besorgt um euer Leben!


5. September
Wider Kentlers Schatten

Morgen beginnt Demo für alle mit der dritten Deutschlandtour seines Busses der Meinungsfreiheit. Die Bustour ist der Auftakt für eine große Aufklärungskampagne über die pädokriminellen Wurzeln heutiger Sexualpädagogik und steht unter dem Motto Stoppt Kentlers Sex-Pädagogik!


4. September
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

8. Folge

Dass unserem Erkennen in der Tat ein solcher Aneignungs- und Ausdeutungsprozess zu Grunde liegt, können wir unaufhörlich an uns selbst konstatieren: Wie vieles wird von uns nur obenhin erfasst! Und wenn manches uns nicht nur mehr interessiert, sondern auch schärfer erkannt und vollständiger gewürdigt wird, so liegt es eben daran, dass unsere Aktivität gerade auf diesem Gebiete sich besonders leicht und gewandt äußert, und diese Leichtigkeit hinwiederum ist zum größten Teil bedingt durch unsere “Erfahrung” und “Übung” auf diesem Gebiete d. h. aber durch die Stärke der entsprechenden Dispositionen und ihre feste, vielseitige Assoziation, die eben ihre Erregbarkeit und Verfügbarkeit bedingen! Wenn endlich es bei einem an sich alltäglichen Gegenstande uns “wie Schuppen von den Augen fällt”, so dass wir neue Seiten an ihm erkennen, so erklärt sich diese plötzliche Neubeleuchtung nur dadurch, das bis dahin noch nicht erregte Dispositionen wirksam werden und dabei jenen scheinbar altbekannten Gegenstand meiner Betrachtung von einem neuen Gesichtspunkte aus zeigen.

Es liegt nahe aus dieser Feststellung die Folgerung zu ziehen, dass eine fortschreitende Beachtung des in mir Vorgehenden, eine stete Vertiefung in das eigene Innere also, mit der Entdeckung neuer Mannigfaltigkeiten im Eigenleben zugleich eine weitergehende Feinheit in der Aufnahme der “fremden” Eindrücke bedingt, und in der Tat belehrt uns die Geistesgeschichte der Menschheit, dass eine genauere Orientierung über das eigene Innere stets eine Erweiterung und Bereicherung unseres objektiven Gesichtskreises zur Folge hatte, wobei freilich schon hier darauf hingewiesen sein mag, dass auch umgekehrt unsere Geisteskraft durch Erforschung und Erfassung des Gegenständlichen geschärft und geschult wird für die Analyse und genauere Bestimmung unserer Ich-Zustände.

Ist indes durch Betonung der subjektiven Seite des Erkenntnisprozesses das Erkennen als ein lediglich “sachlich bedingtes” Erfassen des Erkenntnisgegenstandes nicht aufgegeben? Wie lässt sich Subjektivität und Sachlichkeit mit einander versöhnen? Das Bedenken erscheint so schwerwiegend, weil man mit dem Begriff der Subjektivität ohne weiteres den Nebengedanken des subjektiven Verfälschens des Aufzunehmenden verbindet. Unsere Analyse des Ich-Bewusstseins sollte uns aber zeigen, auf welchem Wege wir uns immer mehr aus den einengenden Fesseln der empirischen Anlage zu befreien vermögen: Die Aktivität, die ein wesentliches Moment der formalen Ich-Komponente bildet, setzt uns in den Stand, auch über unsere eigene Bedingtheit zu reflektieren und damit ihren Einfluss auf die Aufnahme der zu erkennenden Gegenstände zu kontrollieren, und gerade je mehr wir den Schatz unserer Erfahrungen selbständig durchgestaltend uns angeeignet haben, um so weniger werden wir eine “von selbst” erfolgende Apperzeption des Neuen einfach hinnehmen, um so mehr werden wir vielmehr bestrebt sein, unsere Erkenntnis immer genauer dem Objekt anzupassen. So liegt gerade in einer derartig gereinigten Subjektivität das nie rastende Streben nach ungetrübter Sachlichkeit unserer Erkenntnis und die einzig zuverlässige Bürgschaft ihrer Erreichbarkeit. Nur dem so selbständig zu stärkenden Wahrheitssinn erschließt die Welt der Erkenntnisgegenstände endlich ihre letzten Rätsel!

wird fortgesetzt.


3. September
Rettende Schönheit

Heute ist in der Tagespost mein Artikel Rettende Schönheit erschienen.


3. September
Morddrohungen und Cancel Culture

Doch offensichtlich regiert vor allem die Angst. Viele Kinobetreiber äußerten Befürchtungen vor linken Krawallmachern, namentlich der Antifa. Konkrete Drohungen gäbe es zwar keine. Aber im Zeitalter von „Cancel Culture“ und Denkmalstürzern hat der linke Mob an abschreckender Militanz gewonnen, die man nicht herausfordern will. [Regisseur Chuck] Konzelman habe der Stiftung [Stiftung Ja zum Leben] geschrieben, dass es in Frankreich „unmöglich war, auch nur ein Kino zu finden“, das den Film vorführen wollte. In Kanada haben es sogar Morddrohungen gegen Kinobetreiber gegeben, Premierminister Justin Trudeau warnte energisch vor dem Streifen.

Aus: Marco Gallina, Ein Film für das Leben wird zum Politikum. Der Film „Unplanned“ sollte nun in deutsche Kinos kommen. Doch „Cancel Culture“ und Denkmalstürzler üben auch hier Druck aus. JA zum Leben ist trotzdem optimistisch: „Der Zuspruch ist dennoch groß!“, Tagespost 29. August 2020. Weitere Infos über den Film Unplanned.


2. September
Lass uns lieben, was du befiehlst

In dieser Predigt vom letzten Sonntag stelle ich die göttliche Tugend der Liebe in den Zusammenhang der philosophischen Diskussion über Ethik von Platon bis Kant und erkläre, warum die Ethik Kants trotz ihres hohen Anspruchs einen Rückfall gegenüber der christlichen Ethik bedeutet.

Recktenwald-Predigten · 13. So. nach Pfingsten: Die Liebe als Vollendung

2. September
Kaiser Jiaqing

Vor 200 Jahren, am 2. September 1820, starb im Alter von 59 Jahren, im 24. Jahr seiner Regierung Kaiser Jiaqing (auch Chia Ch’ing, Kia-King, Jen-tsung) von China, der fünfte Kaiser der Qing-Dynastie. Er verantwortete seit 1810 eine blutige Christenverfolgung, der u.a. der hl. Johannes Lantrua von Triora 1816 zum Opfer fiel.


1. September
Übersehene Selbstsäkularisierung

Die Tendenz dieser Instruktion freilich will darauf aufmerksam machen, dass bei dem Prozess der Neugestaltung ein Defizit auftritt, das die Verantwortlichen offensichtlich nicht sehen oder sehen wollen: In einigen Bereichen findet eine Selbstsäkularisierung und eine Funktionalisierung des kirchlichen Handelns statt, die das Sakrale zurückdrängt, die Bedeutung der Weiheämter marginalisiert und damit die Sakramentalität der Kirche verblassen lässt.

Der Theologe Prof. Dr. Ludwig Mödl über die Kritik an der Instruktion der Kleruskongregation vom 29. Juni 2020, in: Neue Bildpost vom 29./30. August 2020, S. 8


31. August
Wir haben an die Liebe geglaubt

Von P. Engelbert Recktenwald

“Credidimus Caritati” - “Wir haben an die Liebe geglaubt”. So lautete der Wahlspruch im Wappen von Erzbischof Marcel Lefebvre. Ausgerechnet von ihm? “Der hatte es doch mehr mit dem Glauben als mit der Liebe!” So könnte der verwunderte Ausruf eines Katholiken lauten, der dem heute weitverbreiteten Narrativ aufgesessen ist, das einen Gegensatz zwischen Glaube und Liebe konstruiert, genauer gesagt: zwischen Rechtgläubigkeit einerseits und “großzügiger” Liebe andererseits. Rechtgläubigkeit wird mit Einengung und Bevormundung assoziiert, Liebe mit Befreiung davon. Auf der einen Seite haben wir demnach den engstirnigen Fundamentalisten, auf der anderen Seite den menschenfreundlichen Seelsorger, hier den lieblosen Pharisäer, dem der wahre Glaube wichtig ist, dort den modernen Barmherzigkeitsprediger, dem die Menschen wichtiger sind. Er nimmt es deshalb mit den Dogmen nicht so genau. Das ist ein Ausweis seiner Menschenliebe. Liebe als Gegeninstanz zum Glauben, Wahrheit als Einschränkung der Freiheit: Diese Konstruktion hat sich in den Köpfen vieler Zeitgenossen festgesetzt.

Dass Erzbischof Lefebvre, mein Weihebischof, Fehler machte und ich mich deshalb von ihm distanzierte, habe ich häufig - in den Augen mancher meiner Kritiker zu häufig - bekundet und begründet. Aber gegen den Vorwurf der Lieblosigkeit muss ich ihn in Schutz nehmen. Dabei geht es mir in diesen Überlegungen gar nicht in erster Linie um ihn persönlich, sondern vielmehr um die beschriebene Strategie der Verdächtigung von Glaubenstreue als liebesfeindlich. Auch Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt wurde ein Opfer dieser Strategie. “Panzerkardinal” wurde er genannt, sobald er hier oder dort seine Pflicht erfüllte, die unverfälschte Glaubensweitergabe in der Kirche sicherzustellen.

Angesichts des nahenden Todes bekannte Erzbischof Lefebvre einmal, was ihn all die Jahre hindurch bewegte ... weiterlesen


30. August
Das Zitat

Besiegt ist nur, wer den Mut verliert. Sieger ist jeder, der weiterkämpfen will.

Hl. Franz von Sales


30. August
Joaquín Camaño Bazán

Vor 200 Jahren, am 30. August 1820, starb in Valencia im Alter von 83 Jahren der Südamerika-Missionar Joaquín Camaño Bazán SJ. Er wirkte bis zur Vertreibung der Jesuiten im Jahr 1767 unter dem Indianervolk der Guarani, wo auch schon der hl. Roque Gonzalez de Santa Cruz SJ (1576-1628) gewirkt hatte.


29. August
Vom Segen der Dankbarkeit

Zum morgigen 13. Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt über die Dankbarkeit anbieten.


29. August
Flucht in eine Dogmatik der Moderne

So einfach macht es sich Essen mit seinen begriffsstrategischen Operationen nicht, die freilich im Ganzen einem erstaunlich gläubigen, schlechterdings essentialistischen Modernekonzept gehorchen. Den Begriff Moderne gibt es darin nur im Singular. Geradezu ehrfürchtig spricht Essen in seinem Schriftgut über Natur und Gnade von „den Geltungsansprüchen der Moderne“, vom „Autonomiebewusstsein der Moderne“, welches theologisch einzuholen sei, ohne „auf halber Strecke stecken“ zu bleiben, und zwar mit Kant, Fichte und Hermann Krings als philosophischen Säulenheiligen, wie sie Essens Lehrer Thomas Pröpper zur Verehrung empfahl. Warum aber flüchtet sich jemand, um der Dogmatik seiner Kirche zu entkommen, in eine Dogmatik der Moderne? Als sei noch nie über die Dialektik der Aufklärung, über die Schlagseiten einer auf Autonomie verkürzten Freiheit nachgedacht worden.

Aus: Christian Geyer, Moderne Dogmatik, einem Kommentar zur Kritik des Berliner Dogmatik-Professors Georg Essen an der römischen Instruktion übers Priestertum, in der FAZ, 5. August 2020. Essen ist ein enger Kollege von Striet, der mit ihm die tiefe Modernegläubigkeit teilt.

Beim Religionslehrer in diesem Video handelt es sich nicht um Georg Essen.


28. August
Synodaler Holzweg?

Der Direktor des Zentrums für Berufungspastoral in der Erzdiözese Freiburg, Michael Maas, hat in der Zeitschrift “miteinander” der österreichischen Berufungspastoral seine Erfahrungen in der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten beschrieben. Dort sei das Priesteramt wesentlich attraktiver als in Deutschland, es gebe wesentlich mehr Priesteramtskandidaten. Den Grund dafür sieht Maas in einer stärkeren Betonung der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus, während hierzulande im kirchlichen Leben der Fokus auf der Gemeinschaft liege. Er habe in Amerika auch einen größeren Mut zu klar umrissenen Standpunkten und zur eigenen “Identität” (eucharistisch, marianisch, katholisch) erlebt. Gerade in der Jugendarbeit dort hätten die eucharistische Anbetung, das Gebet und die Beichte hohe Bedeutung. Und aufgrund der Betonung der Gemeinschaft statt der Gottesbeziehung hätten in Deutschland viel mehr Menschen in der Folge der Missbrauchsskandale der Kirche den Rücken gekehrt als in den Vereinigen Staaten: Hier wie dort hätten Verantwortliche massiv versagt, aber wer sich an Christus festmache statt an den Amtsträgern oder deren Gemeinschaft, könne mit diesem Versagen anders umgehen. Wenn auf dem Synodalen Weg immer nur - auch aus bischöflichem Mund - von der “Macht” der Kleriker die Rede ist, so als sei Kirche zunächst etwas Soziologisches, ist man schon auf dem Holzweg, der nur im gedanklichen Gestrüpp enden kann.

Aus: Guido Horst, Auf dem Holzweg, dem Editorial zum Vatican-Magazin, Ausgabe August/September 2020.

Weitere Meldungen zum Synodalen Weg


25. August
Maria Petkovic

Vor 100 Jahren, am 25. August 1920, schrieb Maria Petkovic (1892-1966) die ersten Konstitutionen der von ihr gegründeten Kongregation der Töchter der Barmherzigkeit des hl. Franz. Von dieser Kongregation gründete sie im Laufe ihre Lebens 46 Niederlassungen. Am 6. Juni 2003 wurde sie seliggesprochen. Sie war die erste Kroatin, die seliggesprochen wurde.


25. August
Abt Bonifaz

Vor 100 Jahren, am 25. August 1920, wurde Abt Bonifaz zum Vikar des neu errichteten Apostolischen Vikariats Wonsan ernannt. Wonsan liegt im heutigen Nordkorea. Der aus Hessen stammende P. Bonifatius Sauer OSB war seit 1913 Abt der ersten Benediktinerabtei im Fernen Osten. Am 7. Februar 1950 starb er unter der kommunistischen Verfolgung an den Folgen einer qualvollen Einzelhaft in Pyengyang. Weitere Infos auf der Korea-Seite von kath-info.


25. August
Ludwig IX.

Vor 750 Jahren, am 25. August 1270, starb in Karthago im Alter von 56 Jahren der Kapetinger König Ludwig IX. von Frankreich. Am 11. August 1297 wurde er von Papst Bonifaz VIII. heiliggesprochen.

Aus seinem Brief an seinen Sohn, den Kronprinzen:
„Das erste, was ich dir, lieber Sohn, ans Herz lege, ist, daß du Gott liebest aus ganzem Herzen und aus allen Kräften; denn ohne dieses gibt es kein Heil. Sei so gesinnt, daß du um Nichts in der Welt eine Todsünde begehen möchtest, sondern lieber dir alle Glieder abhauen und unter den grausamsten Qualen das Leben nehmen lassest. Wenn dir Gott Trübsale oder Krankheiten schickt, so danke Ihm dafür und bedenke, daß Er es zu deinem Heile tut, und daß du weit Ärgeres verdienst, weil du Ihm schlecht gedient und oft seinem Willen entgegen gehandelst hast; schickt dir Gott Gutes, so danke Ihm dafür und hüte dich, deshalb durch Stolz oder ein anderes Laster schlechter zu werden; denn es ist eine große Sünde, mit den Wohltaten wider den Wohltäter zu streiten. Gewöhne dir an, oft deine Sünden zu beichten, und wähle nur heilige und gelehrte Männer zu deinen Beichtvätern; gehe gerne in den Gottesdienst und bete mit Herz und Mund bei der heiligen Messe. Sei liebevoll gegen alle Armen und hilf ihnen nach Kräften mit Rat und Tat..."


24. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Der Aufsatz über das Das Jesuskind und Schwester Faustyna wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Meine Predigt Die göttliche Perspektive habe ich auf der Sophie-Scholl-Seite eingebettet, die Predigt Ich denke Gedanken des Friedens auf der Jakob-Seite. Die Seite über Evangelisierung habe ich mit zwei Zitaten ergänzt: mit dem Ruf des Filmproduzenten Juan Manuel Cotelo zur Evangelisierung und dem Mangel an konservativen Katholiken in den Redaktionsstuben deutscher Medien.


24. August
Erich Przywara

Vor 100 Jahren, am 24. August 1920, wurde Erich Przywara SJ zum Priester geweiht. Przywara war ein bedeutender Theologe und Philosoph. Er wurde in Kattowitz geboren, und zwar am selben Tag wie die katholischen Gelehrten Dietrich von Hildebrand und Christopher Dawson, nämlich am 12. Oktober 1889, jener in Florenz, dieser in Wales. Am 28. September 1972 starb er in Hagen bei Murnau.


23. August
Das Zitat

Wegen Zerstreuungen oder Beunruhigungen des Geistes dürfen wir das Gebet nicht verlassen, selbst wenn es ohne irgendeinen Nutzen erscheint. Wer seine ganze gewohnte Gebetszeit ausharrt und seinen Geist immer wieder liebenswürdig zum Gegenstand seines Gebetes zurückruft, wird viel gewinnen.

Hl. Philipp Neri


22. August
Katholische Barmherzigkeit

Zum morgigen 12. Sonntag nach Pfingsten kann ich drei Predigten anbieten: Die Herrlichkeit des Neuen Bundes, Der barmherzige Samariter als katholische Antwort und Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.


21. August
Was den kirchlichen Apparatschiks Sorgen bereitet

Zugespitzt ausgedrückt verrät die Polemik gegen den "Retrokatholizismus" also letztlich nur das tiefe Unbehagen jener kirchlichen Apparatschiks, in deren Denken Gott bestenfalls als gedankliches Konstrukt vorkommt - als Metapher, als Personifikation irgendwelcher "Werte" oder "Haltungen", für die die Institution Kirche steht oder stehen sollte - gegenüber Gläubigen, die von oder womöglich sogar mit Gott sprechen, als gäbe es Ihn wirklich. Zum Teil mag dieses Unbehagen daher rühren, dass diese Leute den Gläubigen ihren Glauben, der ihnen selbst so zutiefst fremd ist, schlichtweg nicht abkaufen und daher argwöhnen, es müssten sich irgendwelche finsteren Absichten dahinter verbergen. Zum Teil mag es sich um die ehrliche Überzeugung handeln, ein solcher "unaufgeklärter", "fundamentalistischer" Glaube schade der Kirche und stehe ihrer eigentlichen Aufgabe im Wege (welche das auch immer sein mag; Immobilien verwalten vielleicht?). Aber meine persönliche Einschätzung ist, dass sich zuunterst, mehr oder weniger schlecht verborgen unter rational und intellektuell klingen sollenden Positionierungen, die nackte Angst regt, dass die geschmähten "Fundis" und "Retrokatholiken" Recht haben könnten. Dass es diesen Gott, den sich die liberale Theologie glücklich vom Hals geschafft zu haben wähnte, am Ende doch gibt.

Tobias Klein in seinem Blogbeitrag Horrendum est -- oder: Wer hat Angst vorm Retrokatholizismus?.


20. August
Petrus Vigne

Vor 350 Jahren, am 20. August 1670, wurde in Privas (Region Auvergne-Rhône-Alpes) Pierre Vigne geboren. 1694 zum Priester geweiht, trat er 1700 in die Kongregation der Lazaristen ein. Er wirkte als Volksmissionar, auch nachdem er einige Jahre später die Lazaristen wieder verlassen hatte. Boucieu-le-Roi in seiner Heimatregion machte er durch die Errichtung eines Kreuzwegs zu einem Pilgerort. Er starb am 8. Juli 1740 in Rencurel und wurde am 3. Oktober 2004 seliggesprochen.


19. August
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

72. Folge

Damit haben wir den distinkten und vollständigen Begriff des eigentlichen. Wesens der innern Sendungen der göttlichen Personen gewonnen; wir wissen, in welcher Weise die ausgehenden Personen der Gottheit als solche real, substantial und hypostatisch in die Kreatur mit der heiligmachenden Gnade einkehren und in derselben existieren können und sollen.

Aber um diese Sendungen allseitig nach ihrem ganzen Verlaufe zu charakterisieren und bis ins kleinste hinein die Anschauung der Heiligen Schrift zu verfolgen, müssen wir noch zwei Momente betrachten, ihre Ausführung und ihr letztes Ziel, wobei dann auch das Verhältnis der Sendung des Sohnes und der des Heiligen Geistes zueinander und bei der zum, Vater, der bloß sendet und nicht gesandt wird, zur Sprache kommen muß.

2. Ausgeführt wird die Sendung der göttlichen Personen oder vielmehr das Eintreten derselben in die Kreatur durch eine göttliche Tätigkeit. Je nachdem diese Tätigkeit der ausgehenden Person selbst oder derjenigen, von welcher sie ausgeht, beigelegt wird, sagt man, daß jene sich selbst in die Kreatur bringe, in sie komme, die letztere sende. Aber diese Tätigkeit selbst für sich betrachtet ist kein "proprium" der sendenden oder gesandten Person, sondern bloß ein „appropriatum“. Das hatten wir schon früher gesehen; hier wollen wir es nur des Zusammenhanges wegen wiederholen. Kraft dieser Appropriation erscheint die gesandte Person nur als den Willen des Sendenden erfüllend, obgleich sie in der Tat denselben Willen hat; ebenso erscheint sie oft als ihre Verbindung mit der Kreatur für sich allein bewerkstelligend, obgleich sie nur in und mit den andern Personen. wirken kann: Vorzüglich wird aber dem Heiligen Geiste die Ausführung sowohl seiner eigenen Sendung wieder des Sohnes zugeschrieben, aus dem einfachen Grunde; weil die Spendung der Gnade; womit jene Sendungen so innig verflochten sind, eine Wirkung der durch den Heiligen Geist repräsentierten göttlichen Liebe ist, weil er zudem als Abschluß der innern Ausgänge in Gott sich - als den natürlichen Konduktor: derselben nach außen darstellt. So wird selbst die Ausführung der Sendung des Sohnes durch die Inkarnation (conceptus de Spiritu Sancto), um so mehr die in der Gnade enthaltene; ihm zugeschrieben.

3. Wie aber den sendenden und gesandten Personen sowohl beim Ratschlusse als bei der Ausführung der Sendung die entsprechende Tätigkeit appropriiert wird: so wird den gesandten Personen in ihrer Existenz am Ziele ihrer Sendung eine Tätigkeit appropriiert, um ihr Auftreten nicht bloß als ein hypostatisches, sondern auch als persönliches erscheinen zu lassen. Insofern die gesandten Personen wirklich nach ihrer Besonderheit in uns sind, haben sie keine besondere Tätigkeit; sie sind bloß Typus für die Wirkung der göttlichen Tätigkeit sowie Objekt und Motiv für die Tätigkeit der Kreatur; und wenn wir den Heiligen Geist hypostatisch für sich allein, ohne Appropriation; den Tröster, den Paraklet nennen, so können wir das nur insofern tun, als er nicht durch eine Tätigkeit, sondern durch seine innige Gegenwart und seinen Besitz uns Trost gewährt. Aber wenn eine göttliche Person zu uns kommt, dann kommt sie auch wirklich mit ihrer Kraft und Tätigkeit, obgleich sie diese mit den andern Personen gemein hat; und da liegt es sehr nahe, daß wir gerade die Person, welche zu uns kommt, als vorzüglich und besonders tätig für uns denken. So denken wir uns namentlich den Heiligen Geist, der in diesem Leben vorzüglich zu uns kommt; auch als vorzüglich tätig in uns, als den vom Vater uns gesandten Tröster, Beleber, Beschützer und - Freund unserer Seele, und das mit um so größerem Rechte, da er ohnehin, als der Repräsentant der göttlichen Liebe, auch in vorzüglichem Sinne der Spender aller Gnaden Gottes an die Kreatur ist.

Wenn wir daher auch früher gesagt haben, die eigentliche Sendung einer göttlichen Person in die Kreatur habe strenggenommen nicht die Tätigkeit, welche dieselbe dort üben solle, zum Ziele, weil die Tätigkeit bloß ein "appropriatum", kein "proprium" sei; so kann doch diese Tätigkeit mit dem Ziele der eigentlichen Sendung in Verbindung gebracht werden. Die gesandte Person wird somit in doppelter Weise bei der Ausführung ihrer Sendung als allein tätig gedacht, einmal, insofern sie selbst ihre Verbindung mit der Kreatur herstellt, und wiederum, insofern sie, in die Kreatur eingekehrt; dort auch eine ihrer Verbindung entsprechende Tätigkeit, entfaltet; aber die Appropriation dieser Tätigkeit hebt die Proprietät der Sendung nicht auf ,solange man nur die in der Tat eigentümliche Existenz der gesandten Person zur Basis dieser Appropriation macht und sie als Zentrum des Sendungsprozesses betrachtet.

In der Darstellung der Heiligen Schrift und der Väter finden wir vielfach diese appropriierte Tätigkeit mit der wirklichen hypostatischen Gegenwart auf - ähnliche Weise wie die bei den Arten der 'letzteren untereinander so innig, verwoben, daß sie sich im Ausdruck oft gar nicht unterscheiden läßt, so z. B wenn der Heiland sagt, daß er uns den Heiligen Geist als Tröster senden werde. Analysiert man dann diese Ausdrücke mit behutsamer Sorgfalt in ihrer ganzen Bedeutung, so wird man alle Momente herausfinden und zu einem harmonischen Ganzen verbunden sehen. Sonst läuft man Gefahr, das eine über dem andern zu vergessen, und erhält nur eine entweder sehr einseitige oder ganz unklare Vorstellung von dem Geheimnisse, das die Heilige Schrift uns offenbaren will.

Wird fortgesetzt


17. August
Sind Wunder möglich?

Meine Predigt von gestern. Ich gehe der Frage nach, ob Wunder mit der Vollkommenheit Gottes vereinbar sind.

Recktenwald-Predigten · 11. So. nach Pfingsten: Sind Wunder möglich?

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17. August
Frédéric Janssoone

Vor 150 Jahren, am 17. August 1870, wurde in Bourges der Franziskaner Frédéric Janssoone (1838-1916) zum Priester geweiht. Er stammte aus Ghyvelde bei Lille. 1878 kam er nach Palästina, 1888 nach Kanada, wo er unter anderem das Marienheiligtum Notre-Dame du Cap betreute. Er war befreundet mit dem hl. André Bessette CSC (1845-1937). Am 25. September 1988 wurde er seliggesprochen.


16. August
Mundkommunion

Vor fünf Jahren, am 16. August 2015, verbot Bischof Krzystof Bialasik SVD von Oruro (Bolivien) in seiner Diözese die Handkommunion. “Erlaubt sei nur mehr die Mundkommunion. Bischof Bialasik reagierte damit auf Vorfälle, bei denen konsekrierte Hostien als Handkommunion empfangen und dann mitgenommen wurden. Es sei ‘unerträglich’, so der Bischof, daß man nicht wisse, was mit dem Leib Christi geschehen ist,” so in einem Bericht von kathnews.


15. August
Mariä Himmelfahrt

In meiner Predigt von heute erkläre ich, warum Gott Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hat und die Kirche sie in der Lesung mit Judith vergleicht.

Recktenwald-Predigten · Mariä Himmelfahrt

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15. August
Heilende Macht

Zum morgigen 11. Sonntag nach Pfingsten kann ich drei Predigten anbieten: Die Heilung des Taubstummen, Die Auferstehung Jesu und Er hat alles wohl gemacht.


14. August
Einflussreiche theologische Strömung

Macht man sich an die Deutung eines Phänomens, wie es der Ruf nach dem Weihepriestertum der Frau ist, muß man die Krise ins Auge fassen, in der sich die katholische Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil befindet. Sie kann hier selbstverständlich auch nicht annähernd in Ursachen und Ausdehnung beschrieben werden. Es sei nur auf folgendes hingewiesen. Es gibt in der katholischen Kirche eine einflußreiche theologische Strömung, die den sakramentalen, göttlich-rechtlichen Charakter des Priestertums bestreitet. Sodann ist auf das Faktum der immer stärker werdenden Anpassung der katholischen Kirche an den Protestantismus hinzuweisen. In der Evangelischen Kirche in Deutschland aber standen 1968 bereits 513 Theologinnen im kirchlichen Diensts). Wenn es zuträfe, wie vereinzelt behauptet wird, daß im Verständnis des Amtes keine wesentlichen Unterschiede zwischen katholischer Kirche und Protestantismus vorhanden seien [Reform und Anerkennung kirchlicher Ämter. Ein Memorandum der Arbeitsgemeinschaft Ökumenischer Universitätsinstitute, Mainz, München 1973], dann ist nicht einzusehen, weshalb die katholische Kirche nicht dem protestantischen Beispiel folgen soll.

Aus: Georg May, Zu der Frage der Weihefähigkeit der Frau, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, 91. Bd. Kanonistische Abteilung LX, S. 375- 393, Weimar 1974, wieder abgedruckt von Wilhelm Schamoni in Theologisches, Juni 1975.
Seit über vier Jahrzehnten gibt es also jene theologische Strömung, die die katholische Lehre über das Priestertum bekämpft. Aber statt dass die Bischöfe dieser Strömung Einhalt gebieten, lassen sie sich von ihr immer wieder die Themen vorgeben oder schließen sich sogar ihren Forderungen an.

Päpstliche Warnung vor Pseudotheologie


14. August
Veronica Giuliani

Vor 300 Jahren, am 14. August 1720, begann die Mystikerin Veronica Giuliani (1660-1727) mit ihrem Tagebuch, das von ihren reichen mystischen Erfahrungen zeugt. Es wurde seit 1825 in zehn Bänden veröffentlicht. Veronica war seit 1677 Kapuzinerin und seit 1697 stigmatisiert. 1804 wurde sie selig-, 1839 heiliggesprochen. Sie brannte vor Sehnsucht nach der Bekehrung der Sünder. Benedikt XVI. zitierte am 15. Dezember 2010 aus ihrem Tagebuch: “O Sünder, o Sünderinnen … kommt alle zum Herzen Jesu; kommt zur Reinigung durch sein kostbares Blut… Er erwartet euch mit offenen Armen, um euch darin einzuschließen” (Tagebuch II, S. 16-17).


13. August
Glaubenszerstörung

Besonders ärgerlich sind die herangezogenen Aussagen von Karlheinz Ruhstorfer: „Die Kirche zu gründen, lag Jesus selbst wohl fern.“ Ohne Stiftungswille Jesu wäre die Kirche ohne jede Legitimation und wäre die Rede von Kirche als Leib Christi reine Anmaßung. „Nach und nach bildete sich eine jüdische Sekte heraus, die Jesus als ihren Messias erkannte. Mehr noch, Jesus wurde im Glauben … schließlich zur Inkarnation Gottes. Er wurde selbst als Gott verehrt.“ Damit wird die Gottessohnschaft Jesu zum nachträglichen Interpretament ohne jeden Bezug zum historischen Jesus.

Aus dem Artikel Zwischen fünf und sechs. Warum das Material über den Synodalen Weg für den Religionsunterricht nicht einmal ein „Ausreichend“ verdient, von Michael Karger, in: Tagespost vom 6. August 2020. Karger rezensiert die Broschüre „Synodaler Weg“ (Sonderausgabe der Reihe „Themen im Religionsunterricht“ 2020) mit Unterrichtsmaterialien zum Synodalen Weg für Gymnasien (Auflage 12.000 Exemplare) herausgegeben vom Institut für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg, finanziert von der Deutschen Bischofskonferenz.

Weitere Beispiele


11. August
Das Zitat

Man stelle sich vor, jeder Christ lege die Hl. Schrift nach seinem Belieben aus, jeder glaube dann weiter seinen eigenen Auslegungen; er könnte sich ja damit in den schönsten Gegensatz zur Auffassung der heiligen Kirchenväter und Kirchenlehrer bringen. So hätte keiner von all unseren Glaubenssätzen lange noch Bestand.

Heiliger Thomas Morus


8. August
Der sichere Lottogewinn

Zum morgigen 10. Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten.


26. Juli
Zu lange geschwiegen

Zu lange ist in Deutschland von bischöflicher Seite geschwiegen worden, hat man das katholische Sakramentsverständnis nicht mehr gelehrt und nicht mehr erläutert, dass die Kirche eine göttliche Stiftung ist, deren Natur man nicht auf dem Altar einer säkularisierten Theologie opfern kann, die sich dank deutschem Idealismus, Relativismus und einem guten Schuss Luthertum längst von den Fleischtöpfen der Offenbarung abgewandt hat.

Aus: Guido Horst, Eine Strategie muss her, Tagespost vom 23. Juli 2020.


26. Juli
Liebe siegt immer

In der neuesten Ausgabe des Informationsblatts der Petrusbruderschaft vom August/September ist mein Artikel Liebe siegt immer veröffentlicht, in dem ich erkläre, wie es jedem möglich ist, segensreich für eine Wende zum Besseren zu wirken.


26. Juli
Theologischer Nullpunkt

Der theologische Nullpunkt ist erreicht. Die christlichen Kirchen haben den Menschen offenbar nichts mehr zu sagen, was diese aus anderen, nämlich grünen und sozialistischen Quellen, nicht sehr viel präziser erfahren könnten. Dafür sind die dramatischen Zahlen der Kirchenaustritte nur ein Symptom.

Aus: Norbert Bolz, Volkskirche ohne Volk, in der Tagespost vom 16. Juli 2020


26. Juli
Hilaire Belloc

Vor 150 Jahren, am 27. Juli 1870, wurde in La Celle-Saint-Cloud bei Paris der Schriftsteller Hilaire Belloc geboren, der zusammen mit seinem Freund G. K. Chesterton für den katholischen Glauben stritt. Er starb am 16. Juli 1953 in Guildford, Surrey. Seine Werke werden in Deutschland seit kurzem neu entdeckt und verlegt.


26. Juli
Bernhard Philbert

Vor zehn Jahren, am 8. August 2010, starb in Australien der Physiker und Theologe Bernhard Philbert. Am 26. März 1927 in Traunstein geboren, studierte er Physik und betätigte sich als Erfinder. Zusammen mit seinem um zwei Jahre jüngeren Bruder Karl war er Inhaber von über hundert Patenten. Mit 45 Jahren empfing er die Priesterweihe. Er war ein Brückenbauer “zwischen dem katholischen Lehramt und den gegenwärtigen Erkenntnissen der Wissenschaft” (Waltraud Uhlenbruch in Kirche heute, Dezember 2010). Seine theologischen Spekulationen haben auch Kritik hervorgerufen, etwa von John F. McCarthy. Sein berühmtestes Werk ist Der Dreieine.


25. Juli
Ruf zur Klugheit

Zum morgigen 8. Sonntag nach Pfingsten mit dem Gleichnis vom ungerechten Verwalter kann ich diese Predigt anbieten.


25. Juli
Herbert Madinger

Vor zehn Jahren, am 5. August 2010, starb in Tulln an der Donau im Alter von 88 Jahren der österreichische Heimatmissionar Dr. Herbert Madinger. Er gründete die “Katholische Glaubensinformation der Erzdiözese Wien”, engagierte sich für die Legion Mariens, trug zur Erneuerung des Familiengebetes bei, betrieb ein Schriftenapostolat und weckte viele Priesterberufungen.


25. Juli
Errichtungen

Vor zehn Jahren, am 1. August 2010, wurden sechs Niederlassungen der Priesterbruderschaft St. Petrus kanonisch errichtet:
Das Haus Sainte-Odile in Besançon, das Divine-Mercy-House in Vancouver, das Haus St. John Mary Vianney in Dayton (US-Bundesstaat Ohio, Diözese Cincinnati), das St. Francis Xavier House in Rockdale (US-Bundesstaat Illinois, Diözese Joliet), das Sacred Heart House in Edmond (US-Bundesstaat und Diözese Oklahoma) und das St. John Fisher House in Reading (Diözese Portsmouth in Großbritannien).


25. Juli
Sklaverei 2.0

So werden heute Denkmäler von Sklavenhändlern gestürzt. Deren Verhalten war verwerflich. Ungeschehen machen kann man es freilich nicht, nur lernen könnte man daraus. Gerade das tun die zeitgenössischen Ikonoklasten jedoch nicht. Sonst würden sie gegen die Sklaverei 2.0, die Leihmutterschaft, rebellieren. Gegenstand eines Leihmuttervertrages ist ja nichts anderes als die Lieferung eines Kindes gegen die Bezahlung einer vereinbarten Summe. In aufgeklärten Gesellschaften hat damit zum ersten Mal ein Mensch einen Preis.

Aus: Martin Grichting, Ist das Christentum entbehrlich geworden?, in der NZZ, 7. Juli 2020


23. Juli
Podcast-Ranking 2019 V

Bis Ende 2019 habe ich 37 Episoden meines Podcasts veröffentlicht. Welche Episoden wurden im letzten Jahr am häufigsten gehört? Auf dem neunten Platz steht die Episode über die Kritik der Moraltheologen Goertz und Breitsameter an Benedikt XVI. Wenn Kritik zum Bumerang wird, auf dem zehnten Platz meine Erinnerungen an Robert Spaemann.


23. Juli
Eine unterstützenswerte Petition

Diese Petition kann unterschreiben, wem der Schutz der Kinder vor einer bestimmten Art von Sexualaufklärung ein Anliegen ist, für die u.a. gilt:
“Im Vordergrund steht die aktive Bejahung (Akzeptanz) nicht-heterosexueller Lebensstile, während Ehe und Familie als rückständige, archaische Beziehungsformen unter Verdacht gestellt werden. Wohin die Reise geht, zeigt das Land Berlin. Dort sollen nicht nur Schulkinder, sondern auch kleine Kita-Kinder auf Akzeptanz der sogenannten sexuellen Vielfalt eingeschworen werden. Damit Kita-Erzieher die Gender-Erziehung umsetzen, finanzierte der Berliner Senat eine entsprechende pädagogische Handreichung, die unter Federführung einer schwul-lesbischen Initiative erstellt wurde.”


22. Juli
Das Zitat

Gebete sollten einfach, eifrig, ergeben, ausdauernd und begleitet von großer Ehrfurcht sein. Man muss sich bewusst machen, dass man in der Gegenwart Gottes steht und zu dem Herrn spricht, vor dem die Engel in Ehrfurcht erzittern.

Hl. Magdalena von Pazzi


22. Juli
Wegbewegt

Da hat sich über die Jahre etwas von der Weltkirche wegbewegt, zunächst in der alltäglichen Praxis, dann nach und nach in Verkündigung und angeordneten Seelsorgestrukturen. Bald ignoriert man einen Papstbrief, beginnt einen ‚Synodalen Weg‘ ohne die zeitgemäßen Schwerpunkte Evangelisierung und Ökologie, stellt alles Sakramentale unter ‚Machtverdacht‘, scheitert in einer Diözese mit einer Radikalreform und wundert sich jetzt, dass Rom ‚pastorale Umkehr‘ und altbewährte katholische Strukturen nicht als Widerspruch, sondern als Innen und Außen eines notwendigen missionarischen Aufbruchs sieht. Umkehr und Besinnung tun jetzt not. Sonst bricht etwas weg, was schon arg an den Rand gerutscht ist.

Der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs über die Kritik, die Felix Neumann auf katholisch.de an der römischen Instruktion Die pastorale Umkehr geübt hat.


20. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Kritik an den Moraltheologen, die selber von den Steinen getroffen werden, die sie auf Papst Benedikt werfen, ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Meine Predigt über das Kostbare Blut ist auf der Bundesblutseite eingebettet, meine Predigt Haltet Christus heilig in euren Herzen auf der Seite über Christozentrismus. Den Podcast mit meinen Erinnerungen an Robert Spaemann habe ich auf jener Seite eingebettet, die dem Tod des großen Philosophen gewidmet ist.


20. Juli
Thomas Molnar

Vor zehn Jahren, am 20. Juli 2010, starb in Richmond, Virginia, im Alter von 89 Jahren der aus Budapest stammende katholische Philosoph und Politikwissenschaftler Thomas Molnar.


19. Juli
Mein Podcast

Vor drei Jahren, am 19. Juli 2017, ging mein Podcast online. Bis jetzt sind 49 Episoden erschienen.


19. Juli
877 beschädigte Kirchen

Die Zahl der christlichen Kultstätten, die 2018 Opfer von Vandalismus wurden, beläuft sich [in Frankreich] nach Angaben des Innenministeriums auf 877, Tendenz steigend.

Aus: Michaela Wiegel, Und wieder brennt eine Kirche, in der FAZ


18. Juli
Sinnstabilität

Zum morgigen 7. Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten: über die Früchte der Heiligkeit und was wir von Viktor E. Frankl dabei lernen können.


18. Juli
Päpstliche Unfehlbarkeit

Vor 150 Jahren, am 18. Juli 1870, verkündete das Erste Vatikanische Konzil in der Dogmatischen Konstitution Pastor aeternus das Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit:
“Im treuen Anschluss also an die Überlieferung, wie Wir sie von der ersten Zeit des Christentums an überkommen haben, lehren Wir zur Ehre Gottes unsres Heilandes. zur Verherrlichung der katholischen Religion und zum Heil der christlichen Völker, unter Zustimmung des heiligen Konzils, und erklären es als von Gott geoffenbartes Dogma: Wenn der römische Papst „ex Cathedra“ spricht, - das heißt, wenn er in Ausübung seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen mit seiner höchsten Apostolischen Autorität erklärt, dass eine Lehre, die den Glauben oder das sittliche Leben betrifft, von der ganzen Kirche gläubig festzuhalten ist, - dann besitzt er kraft des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen wurde, eben jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei Entscheidungen in der Glaubens- und Sittenlehre ausgerüstet wissen wollte. Deshalb lassen solche Lehrentscheidungen des römischen Papstes keine Abänderung mehr zu, und zwar schon von sich aus, nicht erst infolge der Zustimmung der Kirche. Wer sich aber vermessen sollte, was Gott verhüte, dieser Unserer Glaubensentscheidung zu widersprechen: der sei im Bann.”

Das Zweite Vatikanische Konzil hat 1964 diese Lehre bekräftigt, und zwar in der Dogmatischen Konstitution Lumen gentium:
“18. Um Gottes Volk zu weiden und immerfort zu mehren, hat Christus der Herr in seiner Kirche verschiedene Dienstämter eingesetzt, die auf das Wohl des ganzen Leibes ausgerichtet sind. Denn die Amtsträger, die mit heiliger Vollmacht ausgestattet sind, stehen im Dienste ihrer Brüder, damit alle, die zum Volke Gottes gehören und sich daher der wahren Würde eines Christen erfreuen, in freier und geordneter Weise sich auf das nämliche Ziel hin ausstrecken und so zum Heile gelangen. Diese Heilige Synode setzt den Weg des ersten Vatikanischen Konzils fort und lehrt und erklärt feierlich mit ihm, daß der ewige Hirt Jesus Christus die heilige Kirche gebaut hat, indem er die Apostel sandte wie er selbst gesandt war vom Vater (vgl. Joh 20,21). Er wollte, daß deren Nachfolger, das heißt die Bischöfe, in seiner Kirche bis zur Vollendung der Weltzeit Hirten sein sollten. Damit aber der Episkopat selbst einer und ungeteilt sei, hat er den heiligen Petrus an die Spitze der übrigen Apostel gestellt und in ihm ein immerwährendes und sichtbares Prinzip und Fundament der Glaubenseinheit und der Gemeinschaft eingesetzt37. Diese Lehre über Einrichtung, Dauer, Gewalt und Sinn des dem Bischof von Rom zukommenden heiligen Primates sowie über dessen unfehlbares Lehramt legt die Heilige Synode abermals allen Gläubigen fest zu glauben vor. Das damals Begonnene fortführend, hat sie sich entschlossen, nun die Lehre von den Bischöfen, den Nachfolgern der Apostel, die mit dem Nachfolger Petri, dem Stellvertreter Christi38 und sichtbaren Haupt der ganzen Kirche, zusammen das Haus des lebendigen Gottes leiten, vor allen zu bekennen und zu erklären. (...)
25. (...) Diese Unfehlbarkeit, mit welcher der göttliche Erlöser seine Kirche bei der Definierung einer Glaubens- und Sittenlehre ausgestattet sehen wollte, reicht so weit wie die Hinterlage der göttlichen Offenbarung, welche rein bewahrt und getreulich ausgelegt werden muß, es erfordert. Dieser Unfehlbarkeit erfreut sich der Bischof von Rom, das Haupt des Bischofskollegiums, kraft seines Amtes, wenn er als oberster Hirt und Lehrer aller Christgläubigen, der seine Brüder im Glauben stärkt (vgl. Lk 22,32), eine Glaubens- oder Sittenlehre in einem endgültigen Akt verkündet78. Daher heißen seine Definitionen mit Recht aus sich und nicht erst aufgrund der Zustimmung der Kirche unanfechtbar, da sie ja unter dem Beistand des Heiligen Geistes vorgebracht sind, der ihm im heiligen Petrus verheißen wurde. Sie bedürfen daher keiner Bestätigung durch andere und dulden keine Berufung an ein anderes Urteil. In diesem Falle trägt nämlich der Bischof von Rom seine Entscheidung nicht als Privatperson vor, sondern legt die katholische Glaubenslehre aus und schützt sie in seiner Eigenschaft als oberster Lehrer der Gesamtkirche, in dem als einzelnem das Charisma der Unfehlbarkeit der Kirche selbst gegeben ist. Die der Kirche verheißene Unfehlbarkeit ist auch in der Körperschaft der Bischöfe gegeben, wenn sie das oberste Lehramt zusammen mit dem Nachfolger Petri ausübt. Diesen Definitionen kann aber die Beistimmung der Kirche niemals fehlen vermöge der Wirksamkeit desselben Heiligen Geistes, kraft deren die gesamte Herde Christi in der Einheit des Glaubens bewahrt wird und voranschreitet.”

Der Fundamentaltheologe Albert Lang über den Primat des Papstes


16. Juli
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

11. Folge

24. Treue Freunde beraten sich miteinander, wenn ihnen Zweifel vorkommen, du mußt ein Gleiches mit Gott tun, du mußt Ihn bitten, Er wolle dich erkennen lassen, was Er von dir wünscht: “Gib, o Herr, dein Wort in meinen Mund, rate meinem Herzen, was ich tun soll” (Jdt 9,18). Sage mir, was ich tun, was ich antworten soll, ich will Dir folgen: “Rede, o Herr, denn dein Knecht hört” (1 Kg 3,10).

25. Du mußt aber nicht nur die eigene, sondern auch die Not anderer vertrauensvoll Gott anempfehlen. Wie wohlgefällig muß es Gott sein, wenn Er sieht, daß du manchmal deinen eigenen Vorteil vergißt, um Ihm das Elend anderer, besonders derer, die schwer bedrängt sind, anzuempfehlen; wenn du Ihn bittest, Er wolle Mitleid haben mit Seinen geliebten Seelen im Fegfeuer, die nach dem Anschauen ihres Gottes seufzen, Er wolle Sich der armen Sünder erbarmen? O mein Gott! Du bist so liebenswürdig, Du verdienst unendliche Liebe, wie kannst Du gestatten, daß so viele Seelen in der Welt, denen Du so viel Gutes tust, Dich nicht kennen, nicht lieben wollen, Dich beleidigen und verachten! Bewirke, o liebenswürdiger Gott, daß alle Dich kennen und lieben: “Geheiligt werde Dein Name, zu uns komme Dein Reich": möchten doch alle Deinen heiligen Namen anbeten, möchte Deine Liebe in allen Herzen wohnen. Lasse mich nicht von Dir gehen, ohne daß Du mir eine Gnade für diese armen Seelen, für die ich jetzt bitte, gewährt hast.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


14. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

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Meine Predigt über den Gott über uns, mit uns und in uns habe ich auf der Seite mit Spaemanns berühmten Aufsatz über Rationalität und Gottesglaube, die Predigt Berufen in die Herrlichkeit auf der Wunderseite eingebettet. Mein Youtube-Video über die menschliche Handlung ist auf der Gewissensseite, mein Podcast über die Gretchenfrage unseres Glaubens auf der Kreuzseite eingebettet.


14. Juli
Quo primum

Vor 450 Jahren, am 14. Juli 1570, setzte der hl. Papst Pius V. mit der Bulle Quo primum das von ihm im Auftrag des Trienter Konzils herausgegebene Missale Romanum für den römischen Ritus in Kraft.
“... Nun hatten Wir gemäß den Beschlüssen des Heiligen Konzils von Trient über die Herausgabe und die Verbesserung der Heiligen Bücher, nämlich des Katechismus, des Missales und des Breviers zu verfügen. Nachdem mit Gottes Zustimmung der Katechismus zur Belehrung des Volkes herausgegeben und das Brevier zum schuldigen Gotteslob verbessert worden war , mußten Wir Uns, damit dem Brevier das Missale gebührend entspreche (da es sich gar sehr geziemt, daß in der Kirche Gott auf einheitliche Art gelobt und die Messe auf einheitliche Art gefeiert werde), der noch verbliebenen Aufgabe zuwenden: das Missale selbst herauszugeben. Wir hielten es darum für richtig, diese Bürde ausgesuchten Gelehrten zu übertragen. Nach sorgfältiger Untersuchung der alten Bücher Unserer Vatikanischen Bibliothek sowie anderer, von überall herbeigeholter, verbesserter und unverderbter Handschriften, ebenso auch der Überlegungen der Alten und der Schriften anerkannter Autoren, die Uns Aufzeichnungen über die heilige Einrichtung der Riten hinterlassen haben, stellten diese gelehrten Männer das Missale nach Vorschrift und Ritus der Heiligen Väter wieder her....”


13. Juli
Das Zitat

Wenn die Sünde bereut und gutgemacht ist, behindert sie unseren Herrn nicht. Was Ihn hindert, ist unser Mangel an Hoffnung.

Maria von Jesus Mercier, Gründerin des Karmels von Paray-le-Monial (1853-1917)


13. Juli
Clelia Barbieri

Vor 150 Jahren, am 13. Juli 1870, starb in Bologna im Alter von 23 Jahren die Mystikerin Clelia Barbieri. Prägend für ihre spirituelle Entwicklung war u.a. die Lektüre des Buches Die Liebe zu Jesus Christus vom hl. Alfons Maria von Liguori. Sie empfing die Wundmale Jesu und wurde zur jüngsten Ordensgründerin in der Geschichte der katholischen Kirche, als sie mit 21 Jahren die Kongregation der Minime dell’Addolorata (kleine Schwestern von der Schmerzensmutter) gründete. Am 27. Oktober 1967 wurde sie selig-, am 9. April 1989 heiliggesprochen.
Im Januar 1869 betete sie: “Du siehst, o großer Gott, den entschlossenen Willen, dich zu lieben, und ich möchte dir nie mißfallen. Aber mein Elend ist so groß, dass ich dich immer beleidige. Herr öffne dein Herz und sende das Feuer deiner Liebe, um mein Herz zu entflammen und mein Herz brennen zu lassen.” Als Antwort Jesu notiert Clelia: “Du kannst nicht wissen, vielgeliebte Tochter, wie sehr ich dich liebe, wie sehr ich dir zugetan bin, wie brennend ich wünsche, dass die Heiligkeit in dir leuchte. Hab also Mut, kämpfe weiter, denn alles wird gut gehen. Wenn du zu leiden haben wirst, dann vertraue dich meinem Herzen an. Ich werde dir in der Kraft Gottes Ruhe schenken!”


11. Juli
Das größere Wunder

Zum morgigen 6. Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt über die Brotvermehrung anbieten.


11. Juli
Nicht nur Koordinator

Der Bischof ist der erste Lehrer des Glaubens, nicht der Koordinator einer Vielfalt von gutgemeinten Meinungen. Theologen, die zwar disziplinär über profunde Kenntnisse verfügen und in der Wissenschaft anerkannt sein mögen, sind genauso wie einfach gläubige Katholiken zum kirchlichen Gehorsam verpflichtet.

Aus: Thorsten Paprotny, Vom Sinn des kirchlichen Gehorsams heute.


10. Juli
Podcast-Ranking 2019 IV

Bis Ende 2019 habe ich 37 Episoden meines Podcasts veröffentlicht. Welche Episoden wurden im letzten Jahr am häufigsten gehört? Auf dem siebten Platz steht die Episode Die Liebe - Wahrheit oder Schein?, auf dem achten Platz Wir wollen dienen!


10. Juli
Cordula Wöhler

Vor 150 Jahren, am 10. Juli 1870, konvertierte die aus Mecklenburg stammende Schriftstellerin Cordula Wöhler (1845-1916), Tochter eines evangelischen Theologen, zum katholischen Glauben. Den Weg dorthin fand sie durch die Begegnung mit der katholischen Liturgie in der außerordentlichen Form des römischen Ritus und durch die Bücher von Christoph von Schmid und Alban Stolz. Cordula Wöhler ist die Verfasserin des weitbekannten Liedes “Segne du Maria”.


10. Juli
Verschlossene Auster

Vor zehn Jahren, am 10. Juli 2010, wurde der katholischen Kirche die Verschlossene Auster verliehen.


8. Juli
Do we know the Language of Love?

By P. Engelbert Recktenwald

“This is My Body.” There have perhaps never before been any words spoken into which so much love has been placed as into these words: spoken by our Lord at that Supper, when, having loved His own, He loved them to the end (Jn 13:1).

“This is My Body”: This inconspicuous little piece of bread, this host, which you see before you, is my body. This is the extent to which my love for you drives me, that I enter for your sakes into the utmost form of humiliation and vulnerability. I relinquish the outward appearance of my humanity and present myself to you as food under the form of bread. The folly of love.

“This is My Body”: This small white disc does not merely signify my body. It is not merely a symbol. It is my body. My body is present: truly, actually and substantially. For I do not only love you symbolically, but ... weiterlesen


7. Juli
Christliche Jenseitsvertröstung

Der 5. Sonntag nach Pfingsten lehrt uns, dass die uns verheißenen Güter unsichtbar sind. Aber das ist gut so. Warum das so ist, erkläre ich in dieser Predigt, die ich vorgestern in Recklinghausen gehalten habe.

Recktenwald-Predigten · 5. So. nach Pfingsten: Unsichtbare Güter

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7. Juli
Ursulinen

Vor 100 Jahren, am 7. Juli 1920, schlug die Geburtsstunde der Kongregation der Ursulinen vom Herzen Jesu in Agonie, die sich um die Erziehung minderbemittelter junger Mädchen, um Arme, Alte und Kinder kümmern. Ihre Gründerin ist die hl. Ursula Ledóchowska (1865–1939). Deren Gründungsplan wurde von Papst Benedikt XV. zunächst abgelehnt. Doch bald änderte dieser seine Meinung, so dass er mit Dekret vom 7. Juli 1920 die Heilige ermächtigte, ihr autonomes Kloster in eine religiöse Kongregation umzuwandeln und so ihre Pläne zu verwirklichen. Ursula Ledóchowska wurde 1983 selig- und 2003 heiliggesprochen. Ihre um zwei Jahre ältere Schwester Maria Theresia Ledochowska wurde 1975 seliggesprochen.


6. Juli
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Der Beitrag Die Kirche steht Kopf! von P. Sven Conrad FSSP wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Meine Predigt über das Zeugnis des Heiligen Geistes ist nun auf der Geistbrausseite, jene über die Vision von Hellmut Laun auf der Evangelisierungsseite eingebettet. Die Meldungen und Stellungnahmen zum Synodalen Weg wurden durch neun weitere die Beiträge ergänzt: Die Unaufrichtigkeit geht weiter, Bitte etwas klimafreundlicher, liebe Reformer!, Komplette Neuauflage, Veräußerlichung statt Entweltlichung, Das neue Superkriterium, Synodale Parallelwelt, Kollektives Versagen und Stärker sein!


6. Juli
Fatales Urteil

Vor zehn Jahren, am 6. Juli 2010, ermöglichte der Bundesgerichtshof durch sein Urteil zur Erlaubnis der Präimplantationsdiagnostik de facto die Selektion von Menschen im Embryonalstadium. Die Juristen-Vereinigung Lebensrecht e. V. hatte das Urteil kritisiert.


3. Juli
Die vollkommene Gerechtigkeit

Zum kommenden 5. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener ist als die der Pharisäer... und Haltet Christus heilig in euren Herzen.


3. Juli
Selektive Barmherzigkeit

Bei der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten kennt man seit „Amoris laetitia“ Einzelfall-Lösungen – gerade auch in Deutschland. Warum ist man da barmherzig, während die deutschen Bischöfe als Gesetzesgeber bei Verweigerung der Kirchensteuer aber keine Einzelfälle und keine Barmherzigkeit kennen? Jene Minderheit, die katholisch bleiben, aber keine Kirchensteuer zahlen will, ist ja bereit, die Sendung der Kirche auf andere Weise finanziell zu unterstützen.

Aus: Guido Horst, Kirchenfinanzen: Ein Koloss auf tönernen Füßen, Tagespost vom 25. Juni 2020

Weitere Beiträge zum Thema Kirchensteuer


3. Juli
Darf der Staat öffentliche Gottesdienste verbieten?

P. Gabriel Baumann FSSP widmet sich in einem auf der Website der Petrusbruderschaft veröffentlichten Beitrag der Frage, ob der Staat öffentliche Gottesdienste verbieten darf. Es handelt sich um ein Problem, bei dem man die Prinzipienfrage von der Anwendungsfrage unterscheiden muss. Die Prinzipienfrage lautet in diesem Fall: Sind Fälle denkbar, in denen der Staat dazu das Recht hat? Oder kann man das a priori ausschließen? Wenn man es nicht ausschließen kann, stellt sich die Anwendungsfrage: Hatte die Corona-Pandemie das Verbot öffentlicher Gottesdienste gerechtfertigt? P. Baumann klärt auf der Basis der gesunden Theologie nur die Prinzipienfrage. Diese Klärung ist nötig, weil bei mancher “katholischer” Kritik beide Fragen vermischt wurden.


3. Juli
Denis Coiffet

Vor fünf Jahren, am 3. Juli 2015, starb nach schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren P. Denis Coiffet FSSP. Er gehörte zu den Gründern der Priesterbruderschaft St. Petrus. 1977 war er zusammen mit P. Josef Bisig FSSP, dem langjährigen Generaloberen der Petrusbruderschaft, in Ecône zum Priester geweiht worden.


2. Juli
Das Tier im Menschen

In der Juli-Ausgabe von Kirche heute ist mein Artikel Das Tier im Menschen erschienen, in der es u.a. um die Raubtier-Ethik Nietzsches geht.


2. Juli
Errichtungen

Vor zehn Jahren, am 2. Juli 2010, wurden vier Niederlassungen der Priesterbruderschaft St. Petrus kanonisch errichtet: das Haus Saint-Maurice (La Bergerie) in Annecy (das auch als Exerzitienhaus dient), das Haus Saint-Charles in Périgueux, das Haus Annunciation of the Blessed Virgin in Phoenix, Arizona (wo P. Kenneth Walker FSSP ermordet wurde) und das Haus St. Joachim in San Diego (Kalifornien).


1. Juli
Nur eines darf man nicht

Auf theologischen Lehrstühlen, in katholischen Akademien und Verbänden darf man heute alles sagen und fordern, was der Lehre und Disziplin der Kirche widerspricht. Nur aus der öffentlich-rechtlichen Körperschaft Kirche austreten, um die Kirchensteuer zu sparen und stattdessen wirklich katholische Werke finanziell zu unterstützen – das darf man nicht. Dann trifft einen die volle Härte des kirchlichen Gesetzgebers. Auch hier offenbart das System „deutsche Kirche“ seine innere Logik. Und die riecht ziemlich nach Geld.

Aus: Guido Horst, Zurück zum Kerngeschäft, Tagespost vom 25. Juni 2020

Weitere Beiträge zum Thema "Kirchensteuer"


1. Juli
Personalpfarreien

Vor zehn Jahren, am 1. Juli 2010, wurden zwei Personalpfarreien errichtet, die der Priesterbruderschaft St. Petrus anvertraut wurden: die Pfarrei St. Joan of Arc in Post Falls, Diözese Boise, im US-Bundesstaat Idaho, und die Pfarrei Holy Family in Dayton, Diözese Cincinnati, im US-Bundesstaat Ohio.
Weltweit betreut die Petrusbruderschaft 44 Personalpfarreien, davon aber - aufgrund eines Beschlusses der Bischofskonferenz - keine einzige in Deutschland.


30. Juni
Der Lösepreis unseres Heils

Eine Predigt von mir zum morgigen Fest des Kostbaren Blutes.


30. Juni
Der Herr ist mein Heil

Der Psalm 26 lehrt uns, dass wir nichts zu fürchten brauchen. Dürfen wir uns deshalb in absoluter Sicherheit wähnen? Darüber denke ich in meiner Predigt vom letzten Sonntag nach und erinnere an das Zeugnis eines saarländischen Philosophen, dessen Bild ich auch für die Soundcloud-Veröffentlichung ausgewählt habe.

Recktenwald-Predigten · 4. So. nach Pfingsten: Der Herr ist mein Heil..

30. Juni
Marc Kardinal Ouellet

Vor zehn Jahren, am 30. Juni 2010, wurde Marc Kardinal Ouellet Präfekt der Bischofskongregation. Auf die Frage, wie ein katholischer Bischof sein muss, antwortete er einmal: “Im Kontext unserer säkularisierten Gesellschaften brauchen wir Bischöfe, die die ersten Evangelisatoren einer Diözese sind und nicht bloße Verwalter derselben. Die also imstande sind, das Evangelium zu verkünden. Die nicht nur theologisch treu zum Lehramt und zum Papst stehen, sondern auch imstande sind, den Glauben darzulegen und notfalls auch öffentlich zu verteidigen.”
Am 8. Dezember 2007, als er noch Erzbischof von Québec war, weihte er seine Diözese dem Unbefleckten Herzen Mariens.


29. Juni
Das Zitat

Die Liebe Gottes beginnt darin, dass er dem Menschen gegeben hat, für Ihn wirklich etwas bedeuten zu können. In Gott muß ein geheimnisvolles Verlangen nach dem Menschen sein. In den Augen des Unendlich-Ewigen, des Herrn, der alles ist und besitzt, muß der Mensch sehr kostbar sein, und Er will an ihm Anteil haben.

Romano Guardini


29. Juni
Brief an die Frauen

Vor 25 Jahren, am 29. Juni 1995, schrieb der hl. Papst Johannes Paul II. seinen Brief an die Frauen, in dem es u.a. heißt: "Ihr seht also, liebe Schwestern, wie viele Beweggründe die Kirche für ihren Wunsch hat, daß auf der bevorstehenden, von den Vereinten Nationen in Peking ausgerichteten Konferenz die volle Wahrheit über die Frau zutage treten möge. Man möge wirklich den »Genius der Frau« gebührend hervorheben, indem nicht nur ... weiterlesen


28. Juni
Göttliches Erfolgsgeheimnis

Eine Predigt zum heutigen 4. Sonntag nach Pfingsten.


26. Juni
Verdrängte Ursprungsfrage

Soeben habe ich die 49. Folge meines Podcasts veröffentlicht. Anhand der philosophischen Streitschrift Unaufgeregter Realismus von Julian Nida-Rümelin zeige ich, wie unbefriedigend jeder Versuch ist, den Realismus unter Ausklammerung der Gottesfrage gegen jede naturalistische Umdeutung von Mensch und Moral verteidigen zu wollen.


26. Juni
Synodale Blase

Dass auch einer Theologieprofessorin Widerspruch zu einer kruden Wortmeldung etwas völlig Fremdes zu sein scheint, mag der mangelnden Relevanz von [Dorothea] Sattlers theologischen Thesen geschuldet sein. Zugleich zeigt sich aber auch, dass eine Vergewisserung darüber nottut, auf welcher Grundlage man auf dem Synodalen Weg unterwegs ist. Geht es hier um einen gemeinsamen Weg mit dem Glauben? Die Verwunderung über abweichende Meinungen junger Katholiken steht dabei exemplarisch für den Umgang des Synodalen Wegs und der ihn vorantreibenden Netzwerke. Abweichende Meinungen, kritische Anfragen, Minderheitenvoten dringen nicht mehr durch. Die Blase ist sich selbst genug.

Aus: Simon Kajan, Im Blickpunkt: Betreutes Denken?, Tagespost vom 25. Juni 2020


25. Juni
Das Zitat

Der Christ ist zum Kampfe geboren. Je heißer er ist, desto sicherer ist mit Gottes Hilfe der Sieg.

Papst Leo XIII.


25. Juni
Aloysius Winter

Vor zehn Jahren, in der Nacht zum 25. Juni 2010, wurde Prof. Dr. Aloysius Winter Opfer eines Raubüberfalls, an dessen Folgen er am 26. März 2011 starb. Ein 31jähriger Drogensüchtiger, dem Winter zuvor finanziell geholfen hatte, hatte ihn tödlich verletzt. Winter wurde am 29. Oktober 1931 im saarländischen Besch an der Mosel, Kreis Merzig, geboren. Er studierte in Trier, Rom, Münster und Mainz Philosophie und Theologie, wurde 1956 von Franz Kardinal König zum Priester geweiht und promovierte 1960 in Theologie mit einer Arbeit über den Hebräerbrief. Von 1975 bis 2000 lehrte er als ordentlicher Professor für Religionsphilosophie, Fundamentaltheologie und philosophisch-theologische Propädeutik an der Theologischen Fakultät Fulda. Prof. Dr. Christoph Gregor Müller, Rektor der Theologischen Fakultät Fulda, würdigte Winter, der auch ein Kantexperte war, als “akribischen Wissenschaftler, engagierten Hochschulprofessor, scharfsinnigen akademischen Lehrer und bis ins Alter mitsorgenden Kollegen”. Winter war einer der wenigen Priester des Bistums Fulda, die die hl. Messe im überlieferten Ritus feierten und dafür auch Verkennung auf sich nahmen.


24. Juni
Podcast-Ranking 2019 III

Bis Ende 2019 habe ich 37 Episoden meines Podcasts veröffentlicht. Welche Episoden wurden im letzten Jahr am häufigsten gehört? Auf dem fünften Platz steht die Episode Unfehlbares Konklave?, auf dem sechsten Platz Von Greta lernen.


24. Juni
Drewermanns Gesundheitslehre

Ich allein bin genug (ein Echo des „Gott allein ist genug“ der Teresa von Avila), in mir, in den Tiefenschichten meiner Psyche, gilt es, meine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Das ist die Gesundheitslehre des Religiösen, um die es Drewermann geht. Als symbolische Textur ist Gott eine Chiffre fürs Ich, eine therapeutische Ressource, die Drewermann zu heben sucht, wo er sie findet: bei Freud, den Brüdern Grimm, Kierkegaard, Saint-Exupérys kleinem Prinzen, bei Gandhi, Buddha, Dostojewski und in den eigenen Träumen zumal.

Aus: Christian Geyer, Und erlöse uns von dem Über-Ich. Drewermann wird 80, in der FAZ, online am 20. Juni 2020


22. Juni
Werden sie respektvoll wahrgenommen?

Die Mundkommunion drückt durch ihre Form aus, daß ich mich voller Erwartung ganz dem Herrn öffne, über den kein Mensch jemals verfügen kann. Diese Haltung gläubiger Offenheit kann als Ausdruck eucharistischer Kultur des Empfangens gesehen werden. Hierbei geht es nicht um ein rein technisches Entgegennehmen, sodaß man in den anderen Modus wechseln könnte. Gläubige, die in der außerordentlichen Form praktizieren, haben nun lange auf die sakramentale Kommunion verzichtet. Zu tadeln, daß sie nicht in die andere Form wechseln, verletzt ihr Empfinden. Sie vermissen, von ihren Oberhirten zumindest respektvoll wahrgenommen zu werden.

Aus: P. Sven Conrad FSSP, Kommunion: Eine Kultur des Empfangens, Tagespost-online von gestern.


22. Juni
Eugenio Pacelli

Vor 100 Jahren, am 22. Juni 1920, wurde Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., zum Nuntius für die Weimarer Republik ernannt. Er blieb es bis 1929.


20. Juni
Das Zitat

Zwischen Christentum und Weltgeist besteht allzeit ein unversöhnlicher Gegensatz. Wer es mit der Welt nicht verderben will, wird sicher Christus untreu werden.

Seliger Franz Jägerstätter

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