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* * *

14. Februar
Ungerechte Barmherzigkeit?

Am Sonntag feiern wir nach dem alten Kalender den Sonntag Septuagesima, den ersten Sonntag der Vorfastenzeit. Das Evangelium von den Arbeitern der elften Stunde, die denselben Lohn erhalten wie jene, die die Mühe und Hitze des Tages getragen haben, bereitet manchem Bibelleser Schwierigkeiten, weil ein solches Lohnsystem unserem spontanen Gerechtigkeitsgefühl zu widersprechen scheint. Wie sollen wir also dieses Gleichnis verstehen? Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Die Arbeiter der elften Stunde und Der Wettkampf aus Gnade.


14. Februar
Kyrillos

Vor 1150 Jahren, am 14. Februar 869, starb in Rom im Alter von etwa 42 Jahren der hl. Kyrillos. Geboren in Thessalonike, wurde er ab 862 zusammen mit dem hl. Methodius zum Apostel der Slawen.


13. Februar
Zwischen Evolutionskritik und Atheismus

Ein Blick auf die Philosophie Thomas Nagels

Von P. Engelbert Recktenwald

Vierte Folge

Allerdings müssen wir hier zwei Strukturebenen der Wirklichkeit unterscheiden: einerseits die durch Induktion gefundenen Naturgesetze, andererseits und noch grundlegender die notwendigen Wesenssachverhalte. Beide machen die Ordnung der Natur und der gesamten Wirklichkeit aus. Zu den notwendigen Wesenssachverhalten, um deren Erforschung sich die realistische Phänomenologie verdient gemacht hat, gehören etwa die mathematischen und logischen Gesetze, die Wahrheiten des Geistes, also etwa der Zusammenhang zwischen Willens- und Erkenntnisakt, zwischen Freiheit und Verantwortung, und die ethischen Wahrheiten. Sie sind es, die einen starken Vernunftbegriff etablieren, der synthetische Urteile a priori erlaubt: Ich brauche nur einmal beispielsweise das mathematische Kommutativ- oder Distributivgesetz verstanden zu haben, um zu wissen, dass es für alle möglichen Gegenstände in allen möglichen Welten gilt. Wenn Kant den kategorischen Imperativ ein “Faktum der Vernunft” nennt, will er damit nicht zuletzt seine universale Geltung herausstellen, die nicht auf einen bestimmten Kulturkreis, ja nicht einmal auf die Menschheit beschränkt ist, sondern alle möglichen Vernunftwesen betrifft - eine Wahrheit übrigens, die selbst von solchen Naturalisten wie Dawkins vorausgesetzt wird, wenn sie Gott moralischen Urteilen unterwerfen [8].

Die durch Induktion gefundenen Naturgesetze dagegen sind nicht notwendig. Wir beobachten, dass fallende Gegenstände de facto so schnell beschleunigt werden, dass Newtons Gravitationsgesetz gilt. Wenn wir dasselbe verallgemeinern, dann nicht, weil wir von der Vernunft dazu gezwungen werden, sondern aus der optimistischen Hoffnung heraus, dass die Newtonschen Gesetze an allen Ecken und Enden des Universums gelten. Streng genommen haben wir nicht einmal die Garantie, dass sie zeitlich invariant sind. Trotz ihrer Kontingenz begründen die Naturgesetze eine Ordnung, die so komplex ist, dass ihre wissenschaftliche Erforschung seit Jahrhunderten andauert und ein Ende nicht in Sicht ist.

Die notwendigen Wesenssachverhalte bilden die grundlegendere Ordnungsstruktur. Diese ist es, die wissenschaftliche Methodik und damit die Erschließung der sekundären, kontingenten Ordungsstruktur erst ermöglicht. Beide Strukturen legen auf ihre je eigene Weise Zeugnis von der Rationalität der Welt ab. An dieser Stelle darzulegen, inwiefern die erste die Notwendigkeit einer absoluten, die zweite die Freiheit einer schöpferischen Vernunft bezeugt, würde zu weit führen. Hier soll es darum gehen, diese Erkenntnisse mit dem Panpsychismus Thomas Nagels zu konfrontieren.

Ohne ihn klar auszusprechen, spürt Nagel den inneren Zusammenhang zwischen Intelligibilität und Notwendigkeit. Das führt ihn dazu, in den Evolutionsprozess, um ihn verständlich zu machen, eine Notwendigkeit einzuführen: “Das Universum muss elementare Qualitäten besitzen, die im Verlauf der physikalischen und biologischen Evolution unvermeidlich komplexe Organismen erzeugen, die imstande sind, Theorien über sich selbst und über dieses Universum hervorzubringen” (Der Blick von nirgendwo, S. 142). Sowohl der darwinistische Zufall als auch die göttliche Freiheit sind ihm ein Feind der Intelligibilität. In dem Moment, in dem er die Freiheit einer schöpferischen Vernunft leugnet, kann er die Unterscheidung zwischen den beiden Strukturebenen, also zwischen notwendigen und kontingenten Gesetzen nicht mehr konsequent aufrechterhalten. Sie wird zu einer Unterscheidung nur noch quoad nos, verbunden mit der Hoffnung, dass irgendwann dieser Unterschied fortfallen wird, und sei es in einer Theorie, die “erst in ein paar Jahrhunderten” (S. 93) entstehen wird - so als ob die Geschichte der Philosophie Anlass zur Hoffnung gäbe, dass ihr jemals das Glück eines solch linearen Fortschritts beschieden sein werde, wie ihn die Naturwissenschaften durchgemacht haben. Nagel hofft auf einen Fortschritt, dem es gelingt, jene verborgene Notwendigkeit ans Licht zu bringen, die für die Evolution verantwortlich ist, und damit jene Intelligibilität für uns sichtbar zu machen, an die Nagel bis jetzt bloß glaubt.

Im Blick von nirgendwo schreibt Nagel: “Jede grundlegende Entdeckung hinsichtlich der Frage, warum wir über Bewusstsein verfügen und was wir eigentlich sind, wird uns auch fundamental neue Wahrheiten über den Baustoff des ganzen Universums gewinnen lassen” (S. 95). Hier wird deutlich, wo Nagel die eigentliche Quelle der universalen Intelligibilität verortet. Es ist der “Baustoff des ganzen Universums”, dessen Entschlüsselung uns sowohl die Natur der Materie wie die des Bewußtseins plausibel machen wird. Nagel zieht ausdrücklich die Parallele zu Maxwell, der durch die Elektrodynamik und deren neue Begrifflichkeit die Physik revolutionierte, und zu Einstein, der Energie und Materie als verschiedene Erscheinungsformen derselben Wirklichkeit identifizierte. Analog hofft Nagel auf einen psychologischen Maxwell und einen psychologischen Einstein, die eine Theorie etablieren, “nach der das Psychische und das Materielle in Wirklichkeit ein und dasselbe sind” (ebd.).

Solche Spekulationen sind es, die in Geist und Kosmos einen noch breiteren Raum einnehmen und Nagel die Kritik eintragen, die darwinistische Spekulation bloß durch eine andere, im Grunde noch gewagtere Spekulation zu ersetzen. Denn erstere arbeitet immerhin mit hinreichend klaren Begriffen wie Mutation und Selektion, während Nagels Spekulation von der Hoffnung lebt, irgendwann einmal die neuen Begriffe zu finden, mit deren Hilfe die Theorie überhaupt erst formuliert werden kann. Doch für unser Thema noch wichtiger ist die Einsicht, dass hier die Quelle der Nagelschen Intelligibilität ins Kryptische eines postulierten Grundbaustoffs des Universums jenseits der Unterscheidung von Geist und Materie versenkt wird. Die Quelle aller Verständlichkeit soll etwas bislang völlig Unverständliches sein.

Lewis dagegen hat die Intelligibilität nicht bloß postuliert, sondern offensichtlich erfahren. Die Metapher des Sonnenaufgangs macht deutlich, wie er in dem neuen Licht die Dinge nun an ihrem Platz und die zuvor getrennten Einzelerkenntnisse nun in ihrem Zusammenhang sieht. Dies ist deshalb möglich, weil nicht ein unbekanntes, grundstoffartiges X die Quelle aller Intelligibilität ist, sondern gerade das, was wir selber am besten, weil aus eigener Erfahrung kennen, nämlich die Vernunft, dieselbe aber nicht in ihrer kontingenten und begrenzten Instantiierung, die meine Vernunft darstellt, sondern die absolute Vernunft. Natürlich können wir uns von derselben keinen adäquaten Begriff machen. Aber der Unterschied zum Nagelschen X besteht darin, dass wir genau den Ausgangspunkt und die Richtung kennen, die wir einschlagen müssen, um zu ihm zu gelangen. Ausgangspunkt ist unsere eigene Vernunft, in deren Erfahrung wir auch erkennen, was Vernunft überhaupt ist, Richtung ist ihre Entgrenzung.

Wenn Nagel in dem schon gebrachten Zitat (Das letzte Wort, S. 205) die Gültigkeit rationalen Denkens unabhängig macht von der Kontingenz, ja sogar von der Existenz der Menschheit und sie stattdessen in der “allgemeineren Kategorie von Geist” verankert, dann setzt er damit voraus, dass in der Erfahrung des Geistes, der wir selber sind, und seiner Rationalität uns das Wesen von Geist und Rationalität selber aufgeht. Und gerade wegen dieser Einsicht in das Wesen von Geist und Rationalität sind uns Urteile a priori erlaubt, die wir auf jede Wirklichkeit, sei sie materiell oder nicht, anwenden dürfen. Wenn wir darauf vertrauen dürfen, dass es keine materielle Welt geben kann, die nicht den logischen Gesetzen gehorcht, dann deshalb, weil Rationalität die Art von Wirklichkeit ist, nach der sich die materielle Wirklichkeit richtet, die derselben also vor- und übergeordnet ist. Hier zeigt sich eine Parallelität in der epistemologischen und ontischen Hierarchisierung der Wirklichkeit: Das, was für uns die Quelle der Intelligibilität ist, nämlich die Vernunft, ist gleichzeitig auch die Quelle für die rationale Verfassung der Wirklichkeit selber.

Anmerkungen:

[8] Vgl. Engelbert Recktenwald, Gut und böse. Über die Unmöglichkeit ihrer naturalistischen Erklärung, in: Internationale Katholische Zeitschrift Communio, März/April 2014, S. 183-186.


12. Februar
Mein Podcast 2018

Welche der 25 Folgen meines Podcasts wurden im Jahr 2018 am häufigsten gehört? Die zwei häufigsten habe ich schon erwähnt (siehe unter dem Datum vom 11. Januar). Auf Platz 3 liegt Wurzeln (2115 mal gehört), auf Platz 4 Der mündige Christ und die Kirche (1929).


12. Februar
Konstantin Rösch

Vor 150 Jahren, am 12. Februar 1869, wurde in Eisenhart, Allgäu, der Exeget Konstantin Rösch OFMCap geboren. Von 1895 bis 1941 dozierte er an der Ordenshochschule der Kapuziner in Münster in Westfalen. Dort starb er am 23. Februar 1944. Seine Übersetzung des Neuen Testaments fand weite Verbreitung.


11. Februar
Die kostbare Perle in Indien

Christoph von Schmids "Josaphat"

Eine CD-Besprechung von Petra Kehl

Der Geistliche und Lehrer Christoph von Schmid hatte viel Geschick darin, katechetisches Wissen in spannende Erzählungen für Jung und Alt zu packen.

In die exotische Welt des fernen Indien der Vergangenheit führt die Erzählung „Josaphat“. Schmid greift hier einen Stoff auf, der einer Parabel ähnelt, und erweitert ihn um eine Christenlehre. König Abenner lässt seinen Sohn Josaphat abseits der Welt aufwachsen, in einem eigens für den Prinzen bestimmten Palast, der von einer hohen Mauer umgeben ist. Auf diese Weise will der König dem Sohn den Anblick von Leid und Tod ersparen, denn er möchte, dass Josaphat glücklich ist. Keiner seiner Lehrer und Diener darf mit ihm über diese Themen sprechen. Doch eines Tages findet Josaphat die Zugbrücke heruntergelassen und verlässt heimlich den Palast. Kurz darauf begegnet er einem Greis, der zu ihm vom Sterben spricht. Völlig verwirrt kehrt der Jüngling zurück und stellte seinen vertrautesten Lehrer zur Rede. Dieser muss ihm bestätigen, dass alle Menschen dem Tod unterworfen sind, ja dass alle Menschen von Krankheiten befallen werden können. Da der Prinz nun schon mal die Außenwelt gesehen hat und um die Vergänglichkeit des Menschen weiß, lässt ihm König Abenner von da an mehr Freiheit. In Begleitung eines Leibjägers erkundet nun Josaphat die nähere und fernere Umgebung. Auf diesen Ausflügen entdeckt er so manches, was ihn in Erstaunen versetzt: Er begegnet Lahmen, Blinden und Tauben, aber auch Herzlosen und Trinkern; er entdeckt, dass es neben körperlichen Mängeln und Krankheiten auch solche charakterlicher Art gibt, selbst in seiner engsten Umgebung, ja sogar in sich selbst. Da verfällt der Prinz in große Traurigkeit, von der ihn niemand zu befreien vermag, bis ein reisender Kaufmann kommt, der ihm eine kostbare Perle verkaufen will. Dieser reisende Kaufmann ist Christ und Eremit, der einst als Hofbeamter an König Abenners Hof in höchstem Ansehen stand, doch wegen seines christlichen Glaubens vom Hof verwiesen wurde. Er hatte von dem Kummer des Prinzen gehört und brachte ihm nun eine besondere Perle, nämlich die kostbare Perle, mit der schon Jesus im Gleichnis vom reichen Kaufmann die Wahrheit des Glaubens verglichen hat. Der Jüngling lauscht gebannt seinem Unterricht und lässt sich schließlich taufen. Doch damit ruft er die heidnischen Priester auf den Plan. Sie haben ohnehin bei König Abenner das Christentum schon schlecht gemacht. So befiehlt der Herrscher, der fremde Kaufmann sei festzunehmen. Doch der Eremit entkommt. Abenner ist mit dem Glaubenswechsel des Sohnes nicht einverstanden. Aber gegen den einzigen Sohn will er nicht vorgehen. So trifft Abenner mit Josaphat ein Abkommen: Der Sohn erhält einen Teil des Reiches zur Verwaltung und darf dort auch den christlichen Glauben fördern. Doch nur, wenn er sich bewährt und Erfolg hat, wird er das gesamte Reich erben. Josaphat errichtet daraufhin einen christlichen Musterstaat.

Christoph von Schmid hat in diese Erzählung sehr viel hineingepackt: Neben die Katechese tritt eine Art Fürstenspiegel. Hierin zeigt Schmid, dass der vollkommene christliche Staat auch in weltlicher Hinsicht erfolgreich ist und nicht nur das ewige Heil der Menschen, sondern auch ihr irdisches Glück begründet. Der Text wurde in dieser Einspielung behutsam modernisiert und viele Längen herausgekürzt.

Im gleichen Album befinden sich noch weitere Erzählungen von Christoph von Schmid – Das alte Raubschloss und eine Auswahl aus seinen lehrreichen Geschichten für Kinder, die verschiedenen Lebensweisheiten illustrieren.

Christoph von Schmid, Die schönsten Geschichten 3
Josaphat – Das alte Raubschloss – Lehrreiche Geschichten
mp3-CD, ca. 3 h Spielzeit, 14,90 €
Sprecher: Jürgen Bittrich und Hede Beck


10. Februar
Glaubensmanifest

Das Glaubensmanifest von Kardinal Müller, das so viel Staub aufwirbelt, trägt das Datum des heutigen Tages. Hier kann man es sich als PDF-Dokument herunterladen.


10. Februar
Was wir von der Präfation lernen können

Meine Predigt von heute.


9. Februar
Wie mit dieser Plage umgehen?

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den 5. Sonntag nach Erscheinung. Im Evangelium mahnt uns der Herr, das Unkraut wachsen zu lassen. Wie meint er das? Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Das Unkraut wachsen lassen! und Vom Fluch des Unkrautsammelns.


9. Februar
Noch ein Missbrauch

Auf einen Missbrauch eigener Art, nämlich den Missbrauch des Bischofsamtes, hat Gerhard Kardinal Müller in einem Artikel für die Tagespost aufmerksam gemacht: Es sein “ein Missbrauch des Bischofsamtes, die rechtmäßigen, das heißt in Schrift und Tradition begründeten Weisungen des Papstes und der zuständigen Kardinalskongregationen, die in seinem Auftrag und als Vertreter der römischen Kirche der universalen Kirche dienen, beiseite zu schieben. Bischof zu sein heißt nicht, machen zu können, was man gerade selbst für richtig hält, oder seine Mitarbeiter besonders im sensiblen Feld der Priesterausbildung machen zu lassen, was gerade im Mainstream liegt, um sich von kirchenfeindlichen Medien schmeicheln zu lassen.”

Zum Thema: Johannes Paul II. über die Verantwortung des Bischofs


8. Februar
Kirchenpolitik mit der Brechstange

Wie man das Trauma der Missbrauchs-Studie derzeit nutzt, um eine ganz andere innerkirchliche Agenda zu betreiben.

Von Guido Horst

Ein Theologe, der das Publizieren von Büchern eingestellt hat, ein Ruhestandsphilosoph, der mit seiner Frau per Unterschrift dem Sankt Georgener Kollegen zu Hilfe kommt, ein Stadtdekan, ein Jesuit und Schulrektor, eine Politikerin der Grünen, die sich an der Lebensrechtsbewegung abarbeitet, eine Funktionärin des Zentralkomitees der Katholiken und eine Caritas-Direktorin: Das Listchen derer, die den Offenen Brief an Kardinal Reinhard Marx vom vergangenen Wochenende unterzeichnet haben, liest sich wie der Volkssturm, den die Alt-68er in der Kirche nochmals aufbieten, um im Geiste der alten „Kirche von unten“-Bewegung gegen das Katholische anzurennen. Es ist völlig unverständlich, warum sich die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ mit dieser Aktion blamiert hat. Das waren noch Zeiten, als das angesehene Blatt die „Kölner Erklärung“ veröffentlichte, die 1989 von mehr als 220 Theologen unterzeichnet wurde. Was da jetzt als „Aufstand von prominenten Katholiken“ durch die Medien geisterte, sieht eher wie das Mosern eines kleinen Clübchens aus. Was hat das in einem intelligenten Blatt zu suchen?

Dennoch: Wer böswillig ist, könnte vermuten, dass sich Kardinal Marx diesen Brief bestellt hat. Denn er passt in den Kurs, den das halboffiziöse Nachrichtenportal der Bischofskonferenz, „katholisch.de“, seit Wochen steuert. Die Brechstange, mit der die Sakramentenpraxis, die Weihetheologie, die Sexualmoral und die Verfasstheit der Kirche ausgehebelt werden sollen, ist die Missbrauchs-Studie. „Es muss alles anders werden“, ist der Schlachtruf, mit dem man dabei zu Werke gehen will. Ohne den Gleichklang und den Gleichschritt mit der Weltkirche oder gar Rom zu suchen, plädiert man für einen deutschen Sonderweg: Beauftragung oder gar Weihe von Diakoninnen, Abschaffung des Pflichtzölibats, priesterlose Gottesdienste, die auch von Frauen geleitet werden können, Tolerierung von homosexuellen Partnerschaften und einen „Neuanfang“ der katholischen Sexualmoral. Das Böse liege eben in der DNA der Kirche, darum müsse man diese DNA jetzt ändern. Seitdem Papst Franziskus sich entschieden hat, den deutschen Kommunionstreit eben nicht zu entscheiden, scheint für viele deutsche Bischöfe der Moment gekommen zu sein, das als Freibrief für alle möglichen nationalkirchlichen Partikularlösungen zu sehen. Auf dem Missbrauchs-Gipfel Ende Februar im Vatikan soll Kardinal Marx diese Positionen in Rom vertreten – mal sehen, ob er das tut – und viele warten schon ungeduldig auf die Amazonas-Synode: Denn egal, was diese an Vorschlägen produziert, es wird den deutschen DNA-Klempnern dazu dienen, am Zölibat zu rütteln und nach den „viri probati“ zu rufen – damit sich so etwas wie der Missbrauch Schutzbefohlener nicht mehr wiederholt. Das entbehrt zwar jeder Logik, hat aber Methode.

Das Szenario, vor dessen Hintergrund sich dieses ideologische Tauziehen abspielt, ist tatsächlich bedrohlich. Der Kirche laufen die Leute weg, die Austrittszahlen schnellen nach oben, das Priesterbild hat Dellen bekommen, religiöse Berufungen verlieren an Attraktivität, das Glaubenswissen zerbröselt und wird der beliebigen Definition durch den Einzelnen überlassen. Gewisse Lebensabschnitte darf die Kirche noch begleiten, aber bitte ohne etwas zu fordern oder zu lehren. Es läge auf der Hand, was in diesen Zeiten des Verfalls zu tun wäre: Katechese und Unterweisung im Glauben, Stärkung des sakramentalen Lebens, Initiative der Neuevangeliserung und Bildung von geistlichen Zentren, die auf eine glaubenslos gewordene Umgebung ausstrahlen. Für diakonisches Wirken gäbe es Aufgaben genug: In einer Gesellschaft, in der sich viele nach Gemeinschaft, nach geistiger Orientierung und materieller Begleitung sehnen, hätte die Kirche ein weites Betätigungsfeld. Stattdessen haben die Ideologen das Wort. Es fehlen die wahren Hirten.

Dieser Artikel erschien in der Tagespost von gestern, hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung. Die wöchentlich erscheinende Tagespost ist in meinen Augen ein unentbehrlicher Leuchtturm und Informationslieferant für kirchliche Themen. Sehr zu empfehlen.


7. Februar
Joseph-Désiré Varin d’Ainville

Vor 250 Jahren, am 7. Februar 1769, wurde in Besançon Joseph-Désiré Varin d’Ainville geboren. Er trat der Gesellschaft des heiligsten Herzens Jesu bei, wurde 1796 Priester und ein Jahr später Superior der Gesellschaft. Als 1814 die Gesellschaf Jesu wieder errichtet wurde, trat er ihr bei und “trug zur Beseitigung der religiösen Schäden der Französischen Revolution viel bei durch Volksmission, Katechese und Weckung apostolischer Berufe” (LThK, 1. Auflage). Er unterstützte die hl. Magdalena Sophie Barat, die selige Julie Billiart, Jeanne-Claude Jacoulet und Marie Madeleine de Bengy in der Gründung ihrer jeweiligen Kongregationen. Am 19. April 1850 starb er in Paris.


7. Februar
Marguerite Parigot

Vor 400 Jahren, am 7. Februar 1619, wurde in Beaune die Mystikerin Marguerite Parigot geboren. Sie trat in den Karmel von Beaune ein und wurde die Begründerin der Verehrung der Kindheit Jesu, die sich im ganzen Karmel ausbreitete. Ihr Ordensname war Margareta vom heiligsten Sakrament. Sie starb am 26. Mai 1648. Am 10. Dezember 1905 stellte Papst Pius X. ihren heroischen Tugendgrad fest.


6. Februar
Vorkonziliare Eindeutigkeit

Auf katholisch.de sang kürzlich mal wieder eine Standpunkt-Kommentatorin das Loblied auf die Mehrdeutigkeit in Sachen Glauben und bestätigte ungewollt die Aussage Kardinal Ratzingers vom 18. April 2005: “Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft als Fundamentalismus abgestempelt.” So auch unsere Kommentatorin: Eindeutigkeit führe zu Fundamentalismus. Die Kirche solle sich nicht an absolute Wahrheiten binden, sondern an wahrscheinliche Deutungen. Tatsächlich ist das ja die oft praktizierte Wirklichkeit in Deutschlands Kirche: Um dazu zu gehören, kommt es nicht so sehr darauf an, woran du glaubst. Da begnügen wir uns mit einer vagen Vieldeutigkeit. Nur in einem Punkt gehts eindeutig zu: bei der Kirchensteuer. Dieses Kriterium ist eindeutig, da gibts nur ein striktes Entweder-Oder.
Wenns um den Glauben geht, feiert Deutschlands Kirche die postmoderne Vieldeutigkeit, wenns ums Geld geht, kehrt sie zur vorkonziliaren Eindeutigkeit zurück. Genau mein Humor!


6. Februar
Colin Lindsay

Vor 200 Jahren, am 6. Februar 1819, wurde in Muncaster Castle der Anglikaner Colin Lindsay, der Gründer der Manchester Church Society, geboren. Er konvertierte und wurde am 28. November 1868 vom seligen John Henry Newman in die katholische Kirche aufgenommen. Am 28. Januar 1892 starb er in London.


5. Februar
Monatsranking Januar 2019

Platz Monatsranking Januar 2019
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 650 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

+ 1
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

- 1
3

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
10

Recktenwald: Tolkiens christliche Botschaft

+/- 0
20

G. K. Chesterton

+ 24
30

Wie seriös ist Dawkins?

- 3
40

Martin Ramm: Der Ritus der hl. Messe: Die Opferung

+ 22
50

Recktenwald: Die menschliche Handlung

+ 15
60

Michael Hesemann: Was die TAZ verschwieg

+ 414
100

Holden: Benedikt XVI. und die Reform der biblischen Exegese

+ 103

Zum Ranking der Vormonate


4. Februar
Kritischer Verstand

Mein neuester Podcast


4. Februar
Ein Manöver

Das Manöver, die Missbrauchsproblematik als Verstärker für das Gebrüll nach Reform und Veränderung zu nehmen, ist offensichtlich und schäbig. Diese Forderungen zielen auf eine andere Kirche, die nicht mehr die Kirche Christi ist. Es ist eine "Kirche," die den weltlichen Begierden des Menschen nach dem Mund redet und die Sünde und den sündigen Menschen und nicht mehr Jesus Christus zum Maß aller Dinge macht.

Aus: René Udwari, Aufritt der Hilfstruppen. Ein Kommentar zum "Offenen Brief" an Kardinal Marx, CNA vom 3. Februar 2019


3. Februar
Das Zitat

Das Pferd macht den Mist im Stall, und obgleich der Mist einen Unflat und Stank an sich hat, so zieht dasselbe Pferd doch den Mist mit großer Mühe auf das Feld, und daraus wächst sodann schöner Weizen und der edle, süße Wein, der niemals wüchse, wäre der Mist nicht da. Also trage deinen Mist – das sind deine Gebrechen, die du nicht abtun, ablegen noch überwinden kannst – mit Mühe und mit Fleiß auf den Acker des liebreichen Willens Gottes in rechter Gelassenheit deiner selbst. Es wächst ohne allen Zweifel in einer demütigen Gelassenheit köstliche, wohlschmeckende Frucht daraus.

Johannes Tauler


2. Februar
Seenot

Morgen feiern wir nach dem alten Kalender den 4. Sonntag nach Erscheinung. Im Evangelium rettet uns der Herr aus der Seenot und ruft uns zu: “Warum seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?” Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Jesus rettet und Der Sturm auf dem See.


2. Februar
Barmherzigkeit als getarnter Pessimismus

Ross Douthat hält für problematisch, dass die Überzeugung, dass es Umstände gibt, unter denen Jesu Weisung dem Menschen nicht abverlangt werden könne, auf einem pessimistischen Menschenbild und einer noch pessimistischeren Gottesvorstellung beruhe. Zudem sei in den Evangelien Barmherzigkeit und Vergebung immer mit Reue und Umkehr verbunden. Unter den Aussagen Jesu gebe es kein Äquivalent für „Geh in Frieden, denn deine Situation ist komplex“; immer gelte: „Geh, und sündige nicht wieder.“

Aus: Raphaela Schmid, Abschied von der Sünderkirche, in: FAZ April 2018

Zum Thema Barmherzigkeit


1. Februar
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

2. Folge

Quaerens... quid mihi praesto esset
integre de mutabilibus judicanti et dicenti
„hoc ita esse debet, illud non ita",...
inveneram incommutabilem et veram veritatis aeternitatem
supra mentem meam commutabilem.
S. Aug. Conf. VII 17

I. Erkenntnissubjekt und Ich-Bewußtsein

„Subjekt" im logischen Sinne ist der Gegenstand der Urteilsaussage. So angewendet bezeichnet dieses Wort jeden Gegenstand der Erkenntnis, die ja stets in Urteilen sich vollzieht. Wenn wir indes hier von einem „Erkenntnissubjekt" sprechen, so meinen wir damit nicht jeden beliebigen durch einen Erkenntnisakt bestimmbaren Gegenstand; wir verwenden vielmehr das Wort in einem einzigartigen Sinne, in dem es niemals auf das Erkannte, sondern auf den Erkennenden, nicht auf das Beurteilte, sondern auf den jeweils Urteilenden Anwendung findet. Erkenntnisakte werden nun im wesentlichen innerhalb eines Bewußtseins vollzogen; „Erkenntnissubjekt" in dem soeben angedeuteten Sinne kann somit nur ein mit Bewußtsein ausgestattetes Wesen sein. So führt uns das „Erkenntnissubjekt" auf die allgemeinere Bezeichnung „Bewußtseinssubjekt".

Die Bedeutung des Wortes „Subjekt" war ursprünglich nicht auf den Bereich der Bewußtseinswesen eingeengt; „Subjectum" heißt wörtlich das „zu Grunde Gelegte"; es kann deshalb dem Wortsinne nach mit dem metaphysischen Terminus „Substantia" (= Seinsgrundlage) gleichwertig gebraucht werden. Die Verwendung von „subjective" im Mittelalter für die reale, unabhängige Daseinsform, für das also, was wir heute allgemein als „objektiv" bezeichnen, ist nur aus einem solchen Sprachgebrauche erklärlich. Erst die Forderung Descartes', das letzte Fundament aller Gewißheit im Einzelbewußtsein zu suchen, hat die Wandlung des Wortsinnes angebahnt, die zu dem heute allgemein üblichen Sprachgebrauch führte. „Subjektivität” bedeutet fortan die Fähigkeit, die von der Wirklichkeit herrührenden Strahlen in sich auf eine andern unmittelbar nicht mitteilbare Weise zu sammeln und auf Grund der so gewonnenen Erfahrungen individuell-selbständig auf die Reize der Umgebung zu reagieren. Einem jeden von uns ist nur ein Subjekt, nämlich er selbst, unmittelbar gegenwärtig, da die Eigentümlichkeit, Brennpunkt der Erlebnisse und individueller Betätigungsgrund zu sein, jeder nur an sich selbst konstatieren kann.

Wir haben das „Bewußtseinssubjekt" als die allgemeinere Bezeichnung vom „Erkenntnissubjekt" unterschieden. Diese Unterscheidung wird gerechtfertigt durch eine Vergleichung der Begriffe „Bewußtsein" und „Erkennen". „Bewußtsein" bedeutet nun allerdings wörtlich ein „Wissen um etwas", also ein „Erkennen"; aber gleichwohl muß das „Erkennen" als eine von vielen Bewußtseinsfunktionen von diesem genau unterschieden werden. Wenn nämlich auch die Form des „Habens von Bewußtseinsinhalten", die „Bewußtheit", als Wissen gedeutet werden kann, so verstehen wir doch dem psychologischen Sprachgebrauch zufolge unter „Bewußtsein" den Inbegriff alles dessen, was in jener Form gegenwärtig ist. Und dazu gehört sehr Verschiedenartiges: Vom Erleben (Empfinden, Fühlen und Streben) zum Vorstellen (Sich-Erinnern und Phantasieren) bis zum Denken (Erkennen), Wollen und künstlerischen Gestalten! — Von den einfachen Erlebnissen unterscheidet sich nun das Erkennen durch die Selbständigkeit, die in der erkenntnismäßigen Aufnahme der Inhalte sich stets kundgibt; von den übrigen, durch Selbständigkeit ausgezeichneten Bewußtseinsfunktionen aber (dem Wollen und künstlerischen Gestalten) durch die Gebundenheit an ein fest bestimmtes Ziel: Ist doch das Erkennen ein sachlich bedingtes Ordnen und Erfassen der betrachteten Gegenstände! Als „Erkenntnissubjekte" haben wir uns frei zu machen von allen individuellen Beschränkungen und alles auszuschalten, was den Erkenntnisgehalt verfälschen konnte. Nur auf diesem Wege können wir unsere Erkenntnis zum Range der Allgemeingiltigkeit erheben! Das ideale Erkenntnissubjekt wäre somit der zwar selbständige, aber durchaus unparteiische Betrachter der Gegenstände, vergleichbar dem räumlich unausgedehnten Mittelpunkte des Kreises, in den alle Radien einmünden, ohne ihre Eigenart zu verlieren und ohne ihn selbst räumlich zu erweitern.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


31. Januar
Meine Predigten 2018

An dritter Stelle der im Jahr 2018 meist gehörten Predigten meiner 85 Predigten auf Soundcloud steht die Predigt zum Passionssonntag: "Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen?", an vierter Stelle die Predigt zu Septuagesima Der Wettkampf aus Gnade. Die eine wurde 220 mal, die andere 210 mal gehört.


31. Januar
Kirche neu erfinden?

Kirche neu erfinden? Seit Jahrzehnten erfinden Theologen den Glauben neu. Da ist es doch nur logisch, wenn nun Bischöfe die Kirche neu erfinden wollen. Oder nicht?


30. Januar
Der Fall Zanchetta

Auch im Fall des argentinischen Bischofs Gustavo Zanchetta, dessen Rücktritt als Ordinarius von Orán Papst Franziskus im August 2017 angenommen, ihm aber dann einen Posten als Assessor in der Vatikanischen Güterverwaltung APSA verschafft hatte, muss sich der Vatikan noch erklären. So hat der frühere Generalvikar von Bischof Zanchetta, Juan Jose Manzano, jetzt der „Washington Post“ zufolge erklärt, dass er 2015 persönlich den Vatikan über digitale Nacktselfies seines Vorgesetzten und dessen unangemessenes Verhalten gegenüber Seminaristen informiert habe. Manzano erläuterte außerdem, dass Papst Franziskus in seiner Zeit als Kardinal in Buenos Aires der Beichtvater von Zanchetta gewesen sei und ihn als seinen geistlichen Sohn behandelt habe. Noch Anfang Januar hatte der kommissarische Vatikansprecher Alessandro Gisotti erklärt, die Anklagen des sexuellen Missbrauchs gegen Zanchetta hätten den Vatikan erst im Oktober vergangenen Jahres erreicht.

Aus: Guido Horst, Eine Schere tut sich auf. Skepsis vor dem Missbrauchs-Gipfel: Der Vatikan zwischen Anspruch und Wirklichkeit, in der Tagespost vom 24. Januar 2019


29. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Zitat aus dem leidenschaftlichen Appell von Robert Kardinal Sarah zum Gebet (Entscheidung jetzt!) finden Sie auf der Meditationsseite von P. Deneke. Meine Predigt über Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist auf der Seite über die Letzten Dinge eingebettet. Mein Beitrag Moderne Theologie? über den Rückfall auf vorkonziliares Niveau ist auf einer eigenen Seite untergebracht.


29. Januar
Liberius von Jesus

Vor 300 Jahren, am 29. Januar 1719, starb in Rom im Alter von fast 73 Jahren der aus Bellinzago stammende Theologe Liberius von Jesus OCD (mit bürgerlichem Namen Stephano de Milli). Er war ein exzellenter Kenner der Kontroverstheologie, ein vorbildlicher Ordensmann und wurde von Papst Innozenz XII. zum Präfekten des Propagandakollegs berufen.


27. Januar
Die letzte Chance vor der hl. Kommunion

Meine Predigt von heute


27. Januar
Das Zitat

Nicht siegen, sondern heilen! Wie oft wird ein Herz, das keine Macht und kein Verstand hat besiegen können, durch Güte und Wohlwollen gewonnen.

Hl. Ambrosius


26. Januar
Die Heilung des Aussätzigen

Eine Predigt zum morgigen 3. Sonntag nach Erscheinung


26. Januar
Jahresranking 2018: Die Top 100

Erster Teil: Die Plätze 1 bis 20

Wie letztes Jahr gebe ich die 100 auf kath-info meistgelesenen Seiten des vorangegangenen Jahres in mehreren Schritten bekannt. In der rechten Spalte ist zu sehen, um wie viele Plätze der jeweilige Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder gefallen ist.

Platz Jahresranking 2018
Die Top 100 von über 650 Seiten
Erster Teil: Die Plätze 1 bis 20
Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+/- 0
3

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

+ 1
4

In-Vitro-Fertilisation

- 1
5

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+/- 0
6

Zitatensammlung

+ 17
7

Raimund Klesse: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht

+ 6
8

Katholische Kirche und Nationalsozialismus;
Geschichtsfälschung um den Löwen von Münster

+ 2
9

Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

- 2
10

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

- 4
11

Die Priesterbruderschaft St. Petrus

- 3
12

Der Streit um das Konzil

- 1
13

Über Handkommunion

- 4
14

Bernward Deneke: Priesterkleidung

+ 6
15

Das Hör-Erleben des ungeborenen Kindes

+ 1
16

Recktenwald: Demagogische Mission

neu
17

Albert Lang: Der Primat Petri

- 1
18

Recktenwald: Tolkiens christliche Botschaft

+/- 0
19

Johannes Paul II.: Was bedeutet Schöpfung?

+ 2
20

Georg May: Falschlehrer der Kirche

- 5

Zum Jahresranking 2017


25. Januar
Johannes Adalbert Balicki

Vor 150 Jahren, am 25. Januar 1869, wurde im polnischen Staromieście (heute Rzeszów) Johannes Adalbert Balicki geboren. 1892 zum Priester geweiht, wurde er ein eifriger Seelsorger, begnadeter Beichtvater, überzeugender Prediger, Apostel der Nächstenliebe und beliebter Theologieprofessor. “Als solcher war er davon überzeugt, dass die Dogmatik nicht nur die Wissenschaft ist, die sich mit Gott befasst, sondern auch jene, welche die Wege zu ihm aufzeigt. Seine Vorlesungen waren daher gut vorbereitet, absolut verständlich, echte Meditationen über die Geheimnisse Gottes und hatten einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das moralische Verhalten der Studenten” (Andreas Resch). Er starb am 15. März 1948 und wurde am 18. August 2002 seliggesprochen.


25. Januar
Es ist etwas geschehen

Uwe Postl, Rezitator, Regisseur und auch Autor bei kath-info, hat einen eigenen Soundcloud-Kanal eröffnet, der z.B. die Gelegenheit bietet, Gedanken Chestertons über das Weihnachtsfest zu genießen.


23. Januar
Papstausstellung

Vor zehn Jahren, am 23. Januar 2009, wurde im Berliner Schloss Charlottenburg die Ausstellung über Papst Pius XII. eröffnet. Sie wurde vom Päpstlichen Komitee für Geschichtswissenschaften unter ihrem Präsidenten Prof. Dr. Walter Brandmüller veranstaltet. Da sie geeignet war, die von Rolf Hochhuth geschürten Vorurteile gegen Papst Pius XII. zu erschüttern, war sie einigen Medien ein Dorn im Auge. Auf einen Artikel von Philipp Gessler in der TAZ antwortete Michael Hesemann auf kath-info.


22. Januar
Gottes Barmherzigkeit

Vor 15 Jahren, am 22. Januar 2004, ging meine kleine Infoseite über die Barmherzigkeit Gottes online.


20 Januar
Age quod agis

Meine Predigt von heute


20. Januar
Das Zitat

Nicht nur der lichte Tag, auch die Nacht hat ihre Wunder. Es gibt Blumen, die nur in der Wildnis gedeihen, Sterne, die nur am Horizont der Wüste erscheinen. Es gibt Erfahrungen der göttlichen Liebe, die uns nur in der äußersten Verlassenheit, ja am Rande der Verzweiflung, geschenkt werden.

Gertrud von Le Fort


19. Januar
Das Geheimnis der Verwandlung

Zum morgigen 2. Sonntag nach Erscheinung kann ich zwei Predigten anbieten: Die Hochzeit zu Kana und die Verwandlung von Wasser in Wein.


19. Januar
Leo Allatius

Vor 350 Jahren, am 19. Januar 1669, starb in Rom im Alter von 82 Jahren der Theologe und Literarhistoriker Leo Allatius. Im Auftrag Gregors XV. überführte er die bedeutende Heidelberger Bibliothek nach Rom. Zur Ermöglichung einer Union der orientalischen und abendländischen Kirche suchte er mit großer Gewissenhaftigkeit und Gelehrsamkeit die wesentliche Übereinstimmung im Glauben nachzuweisen. Seine “vielfach bahnbrechenden literargeschichtlichen Werke erweisen sich noch heute als wahre Fundgrube für die Forschung” (LThK, 1. Auflage).


18. Januar
Adolf Schurr

Vor einem Jahr, am 18. Januar 2018, starb in Regensburg im Alter von fast 88 Jahren der Philosoph Adolf Schurr. Er stammt aus der Schule von Reinhard Lauth und schrieb ein Buch über Anselm Die Begründung der Philosophie durch Anselm von Canterbury, das ich natürlich in meiner Arbeit über Anselm berücksichtigte. Dort rechnete ich Schurr zu den drei Anselm-Interpreten, die meiner Interpretation am nächsten kommen. Im Nachruf der Regensburger Universität heißt es über Schurr: “Anselms Wahrheitsbegriff, aber auch die Inspiration durch den ontologischen Gottesbeweis blieben für Adolf Schurr maßgebliche Anknüpfungspunkte. In Schurrs Augen musste sich das philosophische Denken als ein uneingeschränkt universales Denken artikulieren und konnte dabei die Frage nach seinem ultimativen Gründen im Absoluten niemals aussparen. Für Schurr bildeten Erkenntnis-, Seins- und Gottesfrage daher eine untrennbare Einheit. Jeder Art von philosophischer Strömung, die sich anheischig machte, diesen Zusammenhang zu zerbrechen, begegnete Adolf Schurr mit großer Skepsis, aber auch mit feinsinnigem Spott.”


17. Januar
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

66. Folge

Vollkommen wird natürlich diese Sendung der göttlichen Personen in unsere Seele erst dann sein, wenn auch der Genuß derselben vollkommen sein wird, wenn nämlich die göttlichen Personen wirklich, so wie sie sind, uns in ihrer realen Gegenwart unmittelbar erscheinen; denn dann verkosten wir vollkommen den Heiligen Geist in seiner ganzen Süßigkeit, dann schauen wir wahrhaft das ewige Wort und in ihm den Vater von Angesicht zu Angesicht. Hier auf Erden sind uns die Personen nur im Dunkel des Glaubens gegenwärtig; nur durch den Glauben zeigt sich uns der übrigens in der realsten Weise gegenwärtige Heilige Geist als das in uns wohnende Pfand der göttlichen Liebe zu uns, durch dessen geheimnisvolle' Nähe sich unsere Liebe zu Gott entzündet, an dessen Besitz sich dieselbe labt und erfreut. Nur im Glauben erkennen wir ferner den uns gegenwärtigen Sohn als das Ebenbild des Vaters. So bestimmt und sicher nun auch diese Glaubenserkenntnis ist, obgleich man ferner mit dem Apostel sagen darf, daß Christus durch den Glauben in unsern Herzen wohnt: so kann sie doch im Vergleich mit der wirklichen Anschauung kaum ein Besitz und Genuß ihres Gegenstandes genannt werden, und so finden wir auch selten Andeutungen in der Heiligen Schrift, daß der Sohn in der Rücksicht, in der wir an dieser Stelle die Sendung auffassen, auf Erden in uns gesandt werde. Um so öfter und entschiedener wird dagegen die Sendung des Heiligen Geistes betont. Denn obgleich auch das Pfand der Liebe nur dann vollkommen besessen und genossen wird, wenn man es vollkommen erkennt, so ist doch bei ihm die vollkommene Erkenntnis nicht so wesentlich. Die Liebe kann ihren Gegenstand umfangen und sich an seinem Besitze freuen, auch dann, wenn sie ihn nicht sieht, wenn sie nur weiß, daß er da ist. Und so können wir schon hienieden das in unsere Herzen niedergelegte Pfand der göttlichen Liebe zu uns mit unserer Liebe umfangen und uns an ihm erfreuen. Ja gerade der diesseitige Besitz und Genuß dieses Pfandes der göttlichen Liebe ist uns zugleich die Bürgschaft für den Vollbesitz und Vollgenuß des Heiligen Geistes mit dem Sohne und dem Vater, den die in ihm verpfändete göttliche Liebe uns in der Ewigkeit schenken will; und der Heilige Geist selbst, als der von uns jetzt liebend umfangene, ist nach dem Apostel der arrabon [griech.: Unterpfand] seiner selbst und der beiden andern Personen, insofern sie in der Ewigkeit gänzlich uns angehören sollen [61]. In diesem Sinne nennt der Apostel. den uns geschenkten Heiligen Geist den, "Geist der Verheißung, der das Unterpfand unserer Erbschaft ist" (Eph 1, 14).

§ 30. Besondere Eigentümlichkeiten der zweiten Art von Sendung beim Heiligen Geiste. Ihr Verhältnis zur Heiligung und Adoption der Kreatur sowie zur Einheit derselben mit Gott

In Bezug auf den Heiligen Geist insbesondere, der uns ohnehin hienieden ganz vorzüglich gesandt wird, spricht aber die Heilige Schrift und sprechen ebenso die heiligen Väter noch von einer der erklärten scheinbar gegenübergesetzten, aber im Grunde wesentlich mit derselben verwachsenen Art und Bedeutung seiner Gegenwart in unsern Herzen. Der Heilige Geist wird nämlich nach der Heiligen Schrift [62] auch in uns gesandt als in seinen ihm angehörigen, ihm geweihten Tempel, um also nicht bloß uns anzugehören, sondern um uns selbst uu besitzen als sein Eigentum. Ist diese Art seiner Sendung auch eine reale, substantiale und hypostatische?

Real und substantial ist diese seine Gegenwart jedenfalls, denn in der Gnade sind wir in ihm, wie er mit uns ist, in realer Weise, durch ein reales Band verbunden - die Angehörigkeit, der Besitz ist wesentlich ein wechselseitiger -, und wenn der Heilige Geist durch die Gnade mit seiner göttlichen Substanz in uns wohnt als der Gegenstand unseres Besitzes, wohnt er auch auf dieselbe Weise in uns als der Eigentümer unserer Seele und unseres ganzen Wesens. Dieser Besitz unserer Seele ist ihm aber eben deshalb, in gewisser Beziehung wenigstens, offenbar mit den beiden andern Personen gemeinschaftlich; denn wir sind Tempel Gottes schlechthin, nicht bloß des Heiligen Geistes allein. Daß der Besitz dem Heiligen Geiste appropriiert, angeeignet werde, hat gar keine Schwierigkeit, ist vielmehr sehr natürlich; denn wenn er die Umarmung des Vaters und des Sohnes ist, in welcher beide gegenseitig sich nicht nur hingeben, sondern auch auffangen, was ist dann natürlicher, als daß Vater und Sohn im Heiligen Geiste wie an die Kreatur sich hingebend so auch die Hingabe der Kreatur aufnehmend, die Kreatur selbst in Besitz nehmend vorgestellt werden?

Anmerkungen:

[61] August., Serm. 13 de verbis Apostoli, sagt vom Heiligen Geiste: “Qualis res est, si pignus tale est? Nec pignus sed arrha dicendus est. Pignus enim quando ponitur, quum fuerit res ipsa reddita, pignus aufertur. Arrha autem de ipsa re datur, quae danda promittitur, ut, res quando redditur, impleatur quod datum est, non mutetur.”

[62] “Nescitis, quia templum Dei estis, et Spiritus Dei habitat in vobis?” (1 Kor 3, 16). - “An nescitis, quoniam membra vestra templum sunt Spiritus sancti, qui in vobis est, quem habetis a Deo, et non estis vestri?” (1 Kor 6, 19).

Wird fortgesetzt


15. Januar
Mein Podcast 2018

Von den 25 Folgen meines Podcasts wurde im Jahr 2018 am seltensten die Episode Fata Morgana angehört, nämlich nur 63 mal. An der zweiter Stelle mit 67 Anhörungen folgt Das Gewissen zwischen Vision und Illusion.


15. Januar
Nicht konservativ, sondern kritisch

Die Philosophie “darf aber auch nicht - wie zum Beispiel in einer bürgerlich orientierten Philosophie - den gerade geltenden Vorstellungen, Vorlieben, Gesetzen oder Ordnungen untergeordnet werden, sondern hat diese kritisch zu prüfen. Insofern ist Spaemann viel radikaler und weit weniger konservativ als Habermas. Wer ihn einfach nur ‘konservativ’ nennt (wie in diesen Tagen oft zu lesen ist), tut ihm Unrecht. Denn er ruft die Möglichkeit eines Denkens in Erinnerung, das jenseits des modernen Gegensatzes von links oder rechts, progressiv oder konservativ liegt.”

Aus: Holger Zaborowski, Ein zeitgenössischer Sokrates. Von der Unbürgerlichkeit der Philosophie. Zum Tod von Robert Spaemann, in: Vatican-Magazin, Januar 2019, S. 14 f.


14. Januar
Das antiutilitaristische Fest

Meine Predigt über die philosophische Botschaft des Festes der Heiligen Familie.


14. Januar
Walter Hoeres

Vor drei Jahren, am 14. Januar 2016, starb im Alter von 87 Jahren der Philosoph Walter Hoeres. Hoeres gab viele Jahre Vorlesungen im Priesterseminar der Petrusbruderschaft in Wigratzbad. Neben seiner umfangreichen philosophischen Publikationstätigkeit engagierte er sich auch leidenschaftlich im kirchlichen Bereich, z.B. durch die Gründung der Bewegung für Papst und Kirche im Jahre 1969. Auf kath-info ist von ihm sein Text über Adorno oder der zweideutige Fortschritt erschienen. Bei Theodor Adorno wurde er 1951 mit einer Arbeit über Husserls Phänomenologie promoviert.


12. Januar
Gut oder böse?

Eine Predigt von mir zum morgigen Fest der heiligen Familie.


12. Januar
Die Identität der Kirche

Jesus hat die katholische Kirche begründet, es ist seine Kirche. Und die ist zurzeit in großer Unordnung. Die Kirche hatte immer Probleme, von Anfang an. Aber wie Stevie Wonder bei der Beerdigung von Aretha Franklin gesagt hat: „Only Love will save us.“ (engl. „Nur die Liebe wird uns retten“, Anm. d. Red.) Nur die Liebe macht die Kirche zu dem, was sie eigentlich sein soll. Denn sie gießt Liebe aus. Das ist ihre Mission, ihre Identität, ihre Realität. Jesus hat die Kirche gegründet und Jesus ist Gott und Gott ist Liebe.

Der Franziskaner Stan Fortuna im Interview mit der Tagespost, Ausgabe vom 10. Januar 2019.


11. Januar
Mein Podcast 2018

Von den 25 Folgen meines Podcasts wurde im Jahr 2018 am häufigsten angehört die Episode Facetten der Liebe, nämlich 2743 mal. An der zweiter Stelle mit 2288 Anhörungen folgt Die geschändete Barmherzigkeit.


11. Januar
Franz Xaver Seelos

Vor 200 Jahren, am 11. Januar 1819, wurde in Füssen der selige Franz Xaver Seelos geboren. Er trat in die Kongregation der Redemptoristen ein und wurde 1844 in den USA zum Priester geweiht. Er wirkte u.a. als Kaplan des hl. Johannes Neumann und später vor allem als ungemein erfolgreicher Prediger von Volksmissionen. Am 5. Oktober 1867 starb er in New Orleans, am 9. April 2000 wurde er seliggesprochen.


10. Januar
Das Argumentationspotenzial der Langeweile

Von P. Engelbert Recktenwald

Manchmal hört man die Meinung, eine Welt mit lauter guten Menschen müsste, wenn es sie gäbe, eine langweilige Welt sein. Das Gute wird als langweilig, das Böse als spannend und interessant hingestellt. So hörte ich es beispielsweise wieder kürzlich in der an sich sympathischen Sendereihe “Das philosophische Radio” des WDR5: Auf die entsprechende Frage meinte der als Studiogast eingeladene Philosoph, dass wir uns doch einig seien, nicht in einer solchen Welt leben zu wollen, nämlich in einer Welt, in der alle Menschen die Gebote Gottes halten, in einem “Reich der Tugend”, das Kant als Ideal vorschwebte, in dem die Menschen autonom, aus innerer Überzeugung, das Gute tun. Das ist, wie der Interviewpartner in seiner Frage formulierte, eine Welt “ohne Brüche, ohne die moralischen Risse.” Mit anderen Worten: Erst durch “die moralischen Risse” wird eine Welt interessant und lebenswert.

Davon mag man überzeugt sein, solange man selber von diesen Rissen nicht betroffen ist, also nicht selber Opfer von Betrug, Vergewaltigung oder anderen Verbrechen wird, in denen Menschen das Gute eben nicht tun, sondern das Böse wählen. Angesichts der Opfer des Unrechts läuft es auf Zynismus hinaus, eine Welt des Guten als langweilig hinzustellen, weil in ihr das Unrecht fehlt.

Dennoch verdient jene Äußerung eine tiefere Erwägung, denn sie stammt ja nicht von Menschen, die das Böse verherrlichen wollen. Würde man dieselben mit der eben gezogenen Konsequenz konfrontieren, wiesen sie sie weit von sich: So hätten sie das nicht gemeint. Die Opfer von Unrecht zu verhöhnen, davon seien sie weit entfernt.

Gibt es also ein Körnchen Wahrheit, einen legitimen Sinn hinter dieser Tendenz, eine Welt des Guten, ein Reich der Tugend als langweilig zu empfinden?

Der hl. Thomas von Aquin schreibt, dass es gewisse Güter nur geben kann, wenn es auch gewisse Übel gibt. Und er hat Recht. Heldenhafte Standhaftigkeit kann es nur geben, wenn es auch Verfolgung gibt. Vergebung und Versöhnung kann es nur geben, wenn es auch Streit, Verletzung und Ungerechtigkeiten gibt. Sofort erkennen wir nun den wahren Kern, das legitime Anliegen hinter jener Tendenz: Jeder Mensch, der großherzig nach dem Guten strebt, liebt die sittliche Bewährung. Freundschaft zeigt sich in der Not, Liebe im Opfer und im Verzeihen, Treue in der Versuchung. Das Heldentum des Martyriums kann es nur geben, wenn es auch grausame Verfolgung gibt. Erst im geistlichen Kampf wird die Tugend kostbar. Das Gute, das uns in den Schoß fällt, das uns nichts kostet, entbehrt dieser besonderen Kostbarkeit. Der großherzig nach dem Guten Strebende will als Sieger aus Kämpfen und Versuchungen hervorgehen. Er will seine Liebe zu Gott oder zum geliebten Menschen unter Beweis stellen, indem er Widerstände überwindet. Diese Widerstände gegen das Gute, an denen das Gute wächst, sind jene moralischen Risse, die legitimerweise auf eine bestimmte Weise befürwortet werden können: nicht in sich, denn das Böse darf niemals in sich gewollt werden, sondern in ihrer Rolle und Funktion zur Ermöglichung einer Art von moralischer Güte, die sonst nicht verwirklicht werden könnte. Kurz: Es gibt moralische Güter, die nur in der sittlichen Bewährung angesichts des Bösen möglich sind.

Unversehens haben wir aber damit die Wahrheit einer bestimmten Strategie der Theodizee anerkannt. Thomas von Aquin bringt den geschilderten Gedanken im Rahmen seiner Frage, warum Gott das Böse zulässt. Die Antwort haben wir gerade gehört. Damit wendet sich das Argument der Langeweile gegen die Gottesankläger. Um den Ansprüchen derer, die die Eingangsmeinung teilen, zu genügen, ist Gott geradezu verpflichtet, das Böse zuzulassen: damit es ihnen in der Welt nicht langweilig wird. Muss sich zum Schluss Gott gar noch dafür rechtfertigen, dass es den Himmel gibt, in dem alle moralischen Risse fehlen?

Dieser Artikel erschien im Juni 2017 in der Tagespost.

Sie können ihn auch hören.


9. Januar
Gelungenes Debüt

Eine Rezension von Uwe Postl

Andreas Wollbold, Felapton oder Das letzte Glück, Freiburg/München: Verlag Karl Alber 2018

Logic is not necessarily an instrument for finding truth;
on the contrary, truth is necessarily an instrument for using logic —
for using it, that is, for the discovery of further truth...
Briefly, you can only find truth with logic
if you have already found truth without it.
G. K. Chesterton

Fünf leblos aufgefundene Jünglinge. „Das Lächeln ruhte auf ihnen, unvergänglich gemacht durch den Tod“. Eine Photographie bannt den Nachhall ihres allerletzten Glückes im zeitlichen Wortsinne. Unfall, Mord oder gar ritueller Freitod - was führte zum plötzlichen Ableben der jungen Männer? Robert Schönherr, Gründer und Spiritus Rektor der kleinen klösterlichen Gemeinschaft, der die fünf mysteriös Verstorbenen angehörten, ist spurlos verschwunden. Hat er mit dem Unglück zu tun? Diese Fragen entfachen Jagdfieber. Stilles Faszinosum letzter Dinge und geschäftige, mitunter rastlose Betriebsamkeit, sind von Anfang an Antipoden in Andreas Wollbolds Debütroman.

Reporter der Yellow Press erheischen schrille Schlagzeilen um finsteres Treiben im Dunstkreis der Kirche; unengagiert routiniert der Kommissar; er ermittelt kontrastierend in Grauzonen der Sachverhalte, fragt anfangs jedoch vergebens gegen ordensschwesterliche Schweigegelübde an; Jens Deschwitz, Photograph des rätselhaft anrührenden Leichenbildes schnüffelt nach Hintergründen im akademischen Milieu und wird dort der Studentin Julia Obersieder ansichtig; das kann nicht folgenlos bleiben, denn marmorne Treppen dulden selbst in einem Institut für logische Grundlagenforschung nichts Flüchtiges; sogleich finden die beiden zusammen, sich wie beiläufig auserkoren wähnend, fortan die Guten im Plot zu sein. Ein Hauch von Abenteuer und Detektivfilm beflügelt die eher melancholisch beschwerte junge Frau sowie den ernüchtert vierschrötigen Jens. Gelegentlich gelingt es den beiden beinahe, im anderen erotisches Knistern zu entfachen. Ihre Recherchen dagegen werden konkret und kommen anderen in die Quere, das odd couple gerät selbst in Visiere. Nicht nur den akademischen Karrieristen Frederik Brescher stört die Wahrheit, verdankt er doch seinen Ruhm einem zwar echten aber verschwiegenen alten Schotten; unter anderem dem kam der nun allseits gesuchte ehemalige Exzellenzlogiker Schönherr auf die Schliche; der setzt sich nun ins Ausland ab, man bleibt ihm auf den Fersen, wenige in guten, andere in sehr schlechten Absichten. Weitere klandestine Player gesellen sich auf das Spielfeld. Viele Rechnungen scheinen offen, zügig entwickelt sich ein weitverzweigter Plot; wer ihm ganz folgen möchte, dem sei kontinuierliche Lektüre empfohlen. Doch weglegen wird man „Felapton“ ohnehin kaum lange, weiß der Autor doch den Spannungsbogen der Handlung über die 400 Seiten hoch zu halten auf einen dramatischen Showdown hin. Das Genre mäandert dabei bitte recht frei zwischen Krimi, Thriller und Roadmovie.

Die einzelnen Kapitel indes lassen dem Detail Raum und der Betrachtung Muße. Die Grundperspektive führt den Leser nahe an die je agierenden Personen heran, weist ihm aber einen Platz ein paar Tische im Café oder Sitzreihen in Bus oder Kino oder Kirchenbänke und Wegbiegungen weiter an, gebührender Abstand wird gewährt. In etlichen der Episoden, eingehegt von moritatenhaften Überschriften, erweist sich Wollbold als Könner des Atmosphärischen, visuelle Stringenz läßt im Auge des Betrachters Filmszenen entstehen. Und plastisch konkret werden...
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8. Januar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Zitat aus dem Plädoyer des ehemaligen Naturalisten Holm Tetens für Eine Chance für die Metaphysik findet sich bei Peter Wusts Rückkehr der Philosophie zum Objekt. Meine Osterpredigt Brannte nicht unser Herz? ist auf der Emmaus-Seite, mein Podcast über das Verhältnis von biblischem Kindesideal und Kritik auf der entsprechenden Textseite eingebettet.


8. Januar
Richard John Neuhaus

Vor zehn Jahren, am 8. Januar 2009, starb in New York im Alter von 72 Jahren der amerikanische Priester, Konvertit und Publizist Richard John Neuhaus. Er war Gründer der Zeitschrift First Things.


7. Januar
Meine Predigten 2018

2018 war von 85 Predigten, die ich auf Soundcloud veröffentlicht habe, die Predigt zum Fest der heiligen Familie Ist der Mensch gut oder böse? die meistgehörte: 526 mal wurde sie angehört. An zweiter Stelle folgt mit 230 Anhörungen die Predigt zum 19. Sonntag nach Pfingsten Gebt dem Teufel nicht Raum! Die meisten Likes, nämlich neun, bekam die Predigt zum 20. Sonntag nach Pfingsten Maria: nicht Vorzimmerdame, sondern unser Coach.


7. Januar
Katharina von Cardona

Vor 500 Jahren wurde in Neapel Katharina von Cardona geboren. Sie stammte aus dem königlichen Geschlecht von Aragón, übte aber am spanischen Hof strengste Buße. 1562 zog sie sich in die Einsamkeit zurück, zunächst in Andalusien, dann in Guadalajara. Sie besaß die Charismen der Krankenheilung und der Prophezeiung. Von der hl. Theresa von Avila wurde sie sehr geschätzt. Am 11. Mai 1577 starb sie in Pastrana.


6. Januar
Das Zitat

Wenn sich das Christentum in unserer Zeit vor allem durch die 'Kunst des Gebetes' auszeichnen soll, wie könnte man dann nicht ein erneuertes Verlangen spüren, lange im geistlichen Zwiegespräch, in stiller Anbetung, in einer Haltung der Liebe bei Christus zu verweilen, der im Allerheiligsten gegenwärtig ist? Wie oft, meine lieben Brüder und Schwestern, habe ich diese Erfahrung gemacht, und daraus Kraft, Trost und Stärkung geschöpft!

Hl. Johannes-Paul II., Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" vom 17. April 2003, Nr. 25.


6. Januar
Georges Salleron

Vor einem Jahr, am 7. Januar 2018, starb im Alter von 75 Jahren P. Georges Salleron FSSP, ein Sohn des Schriftstellers und Mitbegründers der Zeitschrift Itinéraires Louis Salleron (1905-1992). 1965 trat Georges Salleron in den Karmel ein, schloss sich aber 1970, im Gründungsjahr, der Priesterbruderschaft St. Pius X. an. 1972 empfing er von Erzbischof Marcel Lefebvre die Priesterweihe und wurde in der Diözese La Réunion inkardiniert. Damals war die Piusbruderschaft noch anerkannt, hatte aber kein Inkardinationsrecht. 1976, nach der Suspension des Erzbischofs und nach dessen öffentlicher hl. Messe und Predigt in Lille am 4. August 1976, die viel Aufmerksamkeit erregte wegen des entschlossenen Widerstands des Erzbischofs gegen die ihn verhängten Maßnahmen, verließ Salleron die Piusbruderschaft und wirkte als Priester in der Nähe von Le Mans. 1989 schloss er sich der im Jahr zuvor gegründeten Priesterpruderschaft St. Petrus an. Im Internationalen Priesterseminar St. Petrus in Wigratzbad gab er regelmäßig Vorlesungen in Theologie und Philosophie.


5. Januar
Brandmüller: Leidenschaft für die Wahrheit

Kardinal Walter Brandmüller wird heute 90 Jahre alt. Dr. Thorsten Paprotny würdigt ihn auf CNA u.a. als Intellektuellen und wortmächtigen Zeugen, der sich auch mit Jürgen Habermas auseinandergesetzt habe: “Mit Ingo Langner führte Kardinal Walter Brandmüller 2010 ein Gespräch über den Atheismus, in dem er auf den Frankfurter Philosophen zu sprechen kommt: ‘Denkende Ungläubige wie Jürgen Habermas haben inzwischen erkannt, dass Religion eine menschliche Grundkonstante ist und absolut nichts mit mangelnder Aufklärung zu tun hat.’ Ebenso anerkennt er dessen ‘gewisse Skepsis gegenüber einer allzu selbstsicheren – also unaufgeklärten – Aufklärung’. Brandmüller aber kritisiert Habermas’ Ausweichen vor der Wahrheitsfrage. Interessanterweise korrespondiert dies mit dem jüngst vorgelegten Beitrag Recktenwalds, der präzise ‘Das Dilemma der nachmetaphysischen Vernunft’ vorstellt”, nämlich in der Zeitschrift "Theologie und Philosophie" (3/2018).


2. Januar
Die Liebe auf Englisch

Meinen Artikel über die Liebe als Schlüssel zur Erkenntnis gibt es jetzt auch in englischer Übersetzung:

Amongst those who take their convictions seriously, a person’s picture of God inevitably forms his picture of man and his own spirituality. For the ancient Greeks, wisdom was the highest ideal. According to Aristotle, God was the “thinking of thinking” and the perfection of man consisted in the “theoria”, the vision of truth. In Islam it is power which takes... weiterlesen


2. Januar
Totalausfall

Paul VI. versuchte mit seiner Enzyklika "Humanae Vitae", veröffentlicht im schicksalshaften Jahr 1968, noch einen Pflock einzuschlagen, um das Schiff der Kirche daran festzubinden. Nach ihm setzte Johannes Paul II. alles daran, mit einer Fülle von Lehrschreiben und der tiefschürfenden Theologie des Leibes die Schönheit von Sexualität, Ehe und Familie im Plan Gottes aufleuchten zu lassen – aber vergeblich. Der Glanz der Wahrheit hatte keine Macht mehr, die Strukturen der Sünde in der Kirche aufzubrechen. Sie hatten sich bereits so festgesetzt, dass sie die Transmission der päpstlichen Lehre bis hinein in die theologischen Fakultäten, Priesterseminare, Religionsunterricht und Gemeinden systematisch verhindern konnten. Verkündigung der kirchlichen Lehre über Sexualität – ein Totalausfall seit den siebziger Jahren.

Aus einem Auszug aus dem Buch von Gabriele Kuby Missbrauch - Euer Herz lasse sich nicht verwirren, veröffentlicht in der Tagespost vom 6. Dezember 2018. Das Buch erschien mit einem Vorwort von Kardinal Gerhard Ludwig Müller im fe-medien-Verlag.


31. Dezember
Kathinfo-Orientierungsservice

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Meine Predigt über die berühmte kleine Weile vom 3. Sonntag nach Ostern habe ich auf der Heiligkeitsseite eingebettet, den Podcast über die Liebesethik auf der Seite mit seinem Text. Die Katholikentagskritik von Regina Einig Nur nicht ängstlich sein finden Sie auf der Seite zu den gesammelten Katholikentagsbeobachtungen.


31. Dezember
Nicolas-Sylvestre Bergier

Vor 300 Jahren, am 31. Dezember 1718, wurde in Darney (zwischen Straßburg und Dijon) der Theologe Nicolas-Sylvestre Bergier geboren. Er war einer der bedeutendsten Apologeten des 18. Jahrhunderts. Er verteidigte den Glauben gegen Voltaire, Holbach u.a. “Obschon an wissenschaftlicher Kraft und Bedeutung seinen Gegnern überlegen, vermochte er doch deren zerstörendem Einfluß wegen der damaligen revolutionären Zeitströmung nicht ausgiebig entgegenzuwirken” (LThK, 1. Auflage). Sein Hauptwerk, das auch ins Deutsche übersetzt wurde, ist der zwölfbändige Traité historique et dogmatique de la vraie religion. Bergier starb am 9. April 1790 in Verailles.


30. Dezember
Du bist der Mittelpunkt seiner Liebe

Meine Predigt von heute


30. Dezember
Michel Menot

Vor 500 Jahren, am 30. Dezember 1518, starb in Chartres im Alter von etwa 78 Jahren der Prediger Michel Menot OFMConv. Seine Predigten waren “volkstümlich packend, derb, anschaulich mit vielen treffenden französischen und lateinischen Sprichwörtern durchsetzt im damaligen Zeitgeschmack; sie wurden später einseitig und überstreng kritisiert, während seine Zeitgenossen ihn ‘os aureum’ nannten” (LThK, 1. Auflage).


29. Dezember
Tiefstes Schweigen hielt alles umfangen

Eine Predigt zum Sonntag in der Weihnachtsoktav.


29. Dezember
Das Zitat

Gottes Liebe ist wie ein Schiff, das seit Jahrtausenden durch die Welt fuhr, bis es an der Krippe von Bethlehem Anker warf.

Johannes Tauler


27. Dezember
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über die doppelte Auferstehung ist auf der Emmaus-Seite, jene über die göttliche Logik der Liebe auf der Schlüssel-Seite eingebettet, der Podcast über Maria im Heilsplan Gottes auf der einschlägigen Seite.


27. Dezember
Gegen totalitäre Zumutungen

Das Absolute, so war er [Spaemann] überzeugt, biete den einzigen zuverlässigen Schutz gegen die Zumutungen totalitärer Herrschaft. Unter Linksliberalen machte sich Spaemann zudem wenig Freunde, indem er das permanente Hinterfragenmüssen geißelte: „In einem Zeitalter, das im Wesentlichen bestimmt ist durch Kritik und in dem Affirmation fast ein Schimpfwort geworden ist, wendet sich meine kritische Mentalität gegen die Kritik als herrschende Daseinsform.“

Aus dem Nachruf Die Taube in der Hand von Gregor Dotzauer im Tagesspiegel vom 11. Dezember.


26. Dezember
Max Thürkauf

Vor 25 Jahren, am 26. Dezember 1993, starb in Weil am Rhein im Alter von 68 Jahren der Naturwissenschaftler Max Thürkauf. Katholisch getauft, verlor er bald den Glauben an Gott, hielt die naturwissenschaftliche Erkenntnis für die einzig mögliche und trat aus der Kirche aus. Sein Damaskuserlebnis war die Zündung der französischen Plutoniumbombe in der Sahara, deren Entwicklung durch die Gewinnung von schwerem Wasser möglich wurde. Thürkauf aber war der Miterfinder einer Anlage zur Gewinnung von schwerem Wasser. Ihm wurde klar, dass es keine wertfreie Wissenschaft gibt. Konsequentes Nachdenken führte ihn dann 1981 in die katholische Kirche zurück. Darüber schrieb er einmal: “In meinem 56. Lebensjahr empfing ich aus der Hand dieses Priesters nach dreieinhalb Jahrzehnten zum ersten mal wieder das eucharistische Sakrament. Der Geschmack der Hostie versetzte mich in die Welt meiner Kindheit zurück, und die Sekunden standen still: Der Tag meiner Erstkommunion wurde Gegenwart, die Zeit versank im Meer der Ewigkeit. Ich dankte meinen verstorbenen Eltern für meine Erziehung und bat sie um Verzeihung für den Hochmut meiner Jugend und die Schmerzen, die ich ihnen durch diese Sünde bereitet hatte. Das Geheimnis der Gnade ist unergründlich, aber sie wird allen gewährt, die sich um Gott bemühen.”


26. Dezember
Frédéric Janssoone

Vor 150 Jahren, am 26. Dezember 1868, legte der Franziskaner Frédéric Janssoone (1838-1916) seine ewige Profess ab. Er stammte aus Ghyvelde bei Lille, wurde 1870 zum Priester geweiht, kam 1878 nach Palästina und 1888 nach Kanada, wo er unter anderem das Marienheiligtum Notre-Dame du Cap betreute. Er war befreundet mit dem hl. André Bessette CSC (1845-1937). Am 25. September 1988 wurde er seliggesprochen.


25. Dezember
Die DNA des Christentums

Meine Predigt von heute zum Geheimnis der Menschwerdung.


25. Dezember
Das eucharistische Wunder von Liegnitz

Vor fünf Jahren, am 25. Dezember 2013, ereignete sich das eucharistische Wunder von Liegnitz (Legnica), das vom Heiligen Stuhl anerkannt wurde.


25. Dezember
Der Gammablitz von Bethlehem

Eine Weihnachtspredigt von mir.


24. Dezember
Stille Nacht, heilige Nacht

Vor 200 Jahren, am 24. Dezember 1818, wurde das kurz zuvor komponierte Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht zum ersten Mal aufgeführt, und zwar in der Schifferkirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg.


23. Dezember
Das Zitat

Geht der dunklen Zukunft ruhig entgegen! Ihr wandelt in dieser finstern Nacht an der Hand eines liebenden Gottes.

Hl. Arnold Janssen


23. Dezember
Robert Spaemann

Mein Nachruf auf Robert Spaemann, den ich für die CNA verfasst habe, ist nun von der Monatszeitschrift Kirche heute übernommen und in der Januarausgabe veröffentlicht worden.


23. Dezember
Konrad I.

Vor 1100 Jahren, am 23. Dezember 918, starb in Weilburg König Konrad I., den Petra Kehl auf kath-info als einen zu Unrecht vergessenen Herrscher vorgestellt hat.


22. Dezember
Ist das noch die Kirche Christi?

Mein Artikel in der Tagespost ist zur Zeit der meistgeklickte in der Onlineausgabe.


22. Dezember
Das Gute in Person

Glaube an den Schöpfergeist ist ein wesentlicher Inhalt des christlichen Credo. Dass die Materie mathematische Struktur in sich trägt, geisterfüllt ist, ist die Grundlage, auf der die moderne Naturwissenschaft beruht. Nur weil Materie geistig strukturiert ist, kann unser Geist sie nachdenken und selbst gestalten. Dass diese geistige Struktur von dem gleichen Schöpfergeist kommt, der auch uns Geist geschenkt hat, bedeutet Auftrag und Verantwortung zugleich. Im Schöpfungsglauben liegt der letzte Grund unserer Verantwortung für die Erde. Sie ist nicht einfach unser Eigentum, das wir ausnützen können nach unseren Interessen und Wünschen. Sie ist Gabe des Schöpfers, der ihre inneren Ordnungen vorgezeichnet und uns damit Wegweisungen als Treuhänder seiner Schöpfung gegeben hat. Dass die Erde, der Kosmos, den Schöpfergeist spiegeln, bedeutet auch, dass ihre geistigen Strukturen, die über die mathematische Ordnung hinaus im Experiment gleichsam greifbar werden, auch sittliche Weisung in sich tragen. Der Geist, der sie geformt hat, ist mehr als Mathematik – er ist das Gute in Person, das uns durch die Sprache der Schöpfung den Weg des rechten Lebens zeigt.

Papst Benedikt XVI. heute vor 10 Jahren in seiner Ansprache an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der Römischen Kurie.

Weitere Zitate Papst Benedikts über Vernunft und Glaube


22. Dezember
Konrad von Parzham

Heute vor 200 Jahren, am 22. Dezember 1818, wurde in Parzham bei Bad Griesbach im Rottal der heilige Konrad von Parzham geboren.
Als er 1934 heiliggesprochen wurde, sagte der damalige Nuntius Eugen Kardinal Pacelli, der spätere Papst Pius XII.: “Glücklich das Bayerland, glücklich das Deutschland, dem in schwerer, von düsteren Wolken überschatteter Zeit ein neuer Fürbitter an Gottes Thron ersteht. Ein neues Vorbild christlichen Lebens in einer Zeit, wo laute und aufdringliche Diesseitspropheten versuchen, den Völkern die trügerische Fata Morgana einer Zukunft zu zeigen, die ihr Glück und ihre Größe nicht in Christus, sondern fern von ihm und gegen ihn suchen und finden soll …”


21. Dezember
Sündige Kirche?

Zum gestern verlinkten Tagespost-Artikel möchte ich noch Folgendes anmerken: Der Vorspann, der aus folgendem Satz besteht: “Wie die Lichtspur der Liebe der Heiligen über die Schatten einer sündigen Kirche hinwegtröstet”, stammt nicht von mir. Man wird es nicht erleben, dass ich die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche eine sündige Kirche nenne. Die Aussage des Artikels besteht gerade darin, dass Sünde das ist, was wir der Kirche antun, und Heiligkeit, das, was wir von der Kirche empfangen. Außerdem geht es nicht ums Hinwegtrösten. Sich über etwas hinwegtrösten kann man auch mit Drogen und Alkohol. Vielmehr geht es um Erkenntnis, nämlich um eine Erkenntnis, die die Psyche gegen Glaubensanfechtungen immunisiert.


21. Dezember
Der Wahrheit ohne Abstriche gedient

Vorgestern wurde in Stuttgart-Botnang der Philosoph Robert Spaemann beerdigt. Die Predigt von P. Bernhard Gerstle hat die Tagespost online veröffentlicht.


21. Dezember
Peter Geach

Vor fünf Jahren, am 21. Dezember 2013, starb in Cambridge im Alter von 97 Jahren der Philosoph Peter Geach. Er war befreundet mit Robert Spaemann, in dessen Haus ich ihn einst kennen lernen durfte.


20. Dezember
Ist das noch die Kirche Christi?

Eine Antwort auf diese Frage angesichts der Krise versuche ich in diesem Artikel der Tagespost.


20. Dezember
Einfühlsamer Freund

Robert Spaemann war ein großer Philosoph, ein konsequenter Verteidiger des Lebensrechts und ein einfühlsamer und hilfreicher Freund. Nicht erst im Streit um den Schein in der Schwangerschaftskonfliktberatung Ende der 90er Jahre war er mir eine große Stütze. Schon in den 80er Jahren halfen mir seine 1982 veröffentlichten "Moralischen Grundbegriffe", Studenten der katholischen Theologie und der Wirtschaftswissenschaften die Grundlagen der Ethik zu vermitteln. Am Anfang dieser Grundlagen steht, wie schon in der aristotelischen Ethik, die Frage nach dem Guten. Vor dieser Frage drücken sich viele mit einem Verweis auf die vielen gegensätzlichen Antworten, weshalb man besser von Interessen als von dem Guten und der Wahrheit sprechen solle. Spaemann hielt dem entgegen, dass unterschiedliche Interessen, ja Gegensätze dem antiken Denken nicht unbekannt waren, vielmehr erst den Anstoß gegeben hätten, nach dem Guten zu fragen.

Aus: Prof. Dr. Manfred Spieker, Den Stimmlosen eine Stimme geben. Ad memoriam Robert Spaemann, CNA vom 19. Dezember 2018


18. Dezember
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

5. Folge

10. Weil Gott unermeßlich ist, so ist Er allenthalben gegenwärtig; aber Er befindet sich an zwei Orten auf eine ganz besondere Weise, nämlich im Himmel, wo Er in Seiner Glorie, die Er den Heiligen mitteilt, thront - und auf Erden, in einer demütigen Seele, die Ihn liebt: “Denn er wohnt bei denen, die zerknirscht und demütigen Geistes sind” (Is 57,15). Obschon Gott in Seiner Herrlichkeit im Himmel wohnt, so verschmäht Er es dennoch nicht, Tag und Nacht Sich mit Seinen treuen Dienern in Einöden und stillen Kammern zu unterhalten, um ihnen daselbst jene göttlichen Tröstungen zukommen zu lassen, deren einzige alle Freuden der Welt weit übertrifft, und die man nur deshalb nicht wünscht, weil man sie nicht kennt: “Verkostet und seht, denn der Herr ist süß” (Ps 33,9).

11. Freunde kommen an festgesetzten Stunden zusammen, um sich miteinander zu unterhalten, müssen sich aber wieder trennen; allein wenn du willst, brauchst du dich nie von Gott zu trennen: “Du wirst ruhen, und dein Schlaf wird süß sein, denn der Herr ist zu deiner Rechten” (Spr 4). Gott wacht an deiner Seite, wenn du schläfst, Er verläßt dich nicht, Er denkt unausgesetzt an dich, damit wenn du in der Nacht erwachst, Er durch Seine Einsprechungen mit dir reden, von dir einige Akte der Liebe, der Hingabe in Seinen Willen und der Danksagung empfangen könne, und damit Er auf solche Weise Seine süße und liebevolle Unterhaltung mit dir nie unterbreche. Ja, manchmal läßt dich Gott sogar, während du schläfst, Seine Stimme vernehmen, damit, nachdem du erwacht bist, du sogleich Seinen Willen erfüllen könnest: “Im Traum will ich zu ihm reden” (Nm 12,6).

12. Früh Morgens, wenn du erwachst, erwartet dich der Herr, um einige Worte der Liebe und des Vertrauens von dir zu vernehmen, Er wartet, um deine ersten Gedanken und alle Handlungen, die du den Tag über aus Liebe zu Ihm verrichten, um alle Leiden, die du, um Ihn zu verherrlichen, erdulden willst, in Empfang zu nehmen. Aber gleichwie Er alsdann nie ermangelt, Sich einzustellen und dich zu wecken, so darfst auch du nie unterlassen, Ihn sogleich liebevoll anzublicken und dich zu freuen über die fröhliche Nachricht, daß dein Gott nicht mehr, gleich wie zu jener Zeit, da die Sünde dich von Ihm trennte, fern ist, du mußt dich alsbald freudig daran erinnern, daß Er dich liebt, daß Er deine Liebe begehrt, daß Er Selbst dir zuruft: “Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, aus deinem ganzen Herzen” (Nm 6,5).

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


17. Dezember
Kritiker der Utopie

Spaemann wendet sich auch gegen den von der Kritischen Theorie unter dem Stichwort der Herrschaftsfreiheit favorisierten Gedanken der radikalen Vernunftherrschaft, da sie «doch meistens nur die eigene Herrschaft meint». In einem der «10 Kapitel politischer Philosophie» im Buch «Zur Kritik der politischen Utopie» lehnt Spaemann die Emanzipation als Bildungsziel ab. Ihr Modell sei nämlich die «Psychoanalyse Kranker». «Nicht sehen will sie lehren, sondern durchschauen, nicht fragen, sondern ‹hinterfragen›, nicht wissen, sondern besser wissen.»

Aus dem Nachruf des Philosophen Otfried Höffe Wahre Freiheit liegt im Denken – der Philosoph Robert Spaemann ist gestorben in der NZZ.


16. Dezember
Freuen wir uns wirklich auf den Herrn?

Meine Predigt zum heutigen Sonntag Gaudete


16. Dezember
Das Zitat

Die Freude fängt genau in dem Augenblick an, in dem du die Suche nach dem eigenen Glück aufgibst und versuchst, es dem anderen zu schenken.

Fulton Sheen


15. Dezember
Sonntag Gaudete

Morgen feiern wir den Sonntag Gaudete. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Mach hell die Finsternisse unseres Geistes und Lasst alle Menschen eure Güte erfahren.


15. Dezember
Joseph Ludwig Colmar

Vor 200 Jahren, am 15. Dezember 1818, starb in Mainz im Alter von 58 Jahren der aus Straßburg stammende Bischof Joseph Ludwig Colmar. 1802, als Mainz von Frankreich annektiert war, wurde er auf Betreiben des französischen Kultusministers Bischof von Mainz. Über sein Wirken heißt es im Lexikon für Theologie und Kirche (1. Auflage) unter anderem: “In 8 Monaten stellte Colmar die äußere Ordnung her, eröffnete 13.1.1804 das Klerikalseminar und ein bischöfliches Gymnasium, beide unter seinem elsässischen Freund Bruno Liebermann. Auf der Kanzel und auf Visitationsreisen erneuerte er das religiöse Leben von Klerus und Volk, regelte die Liturgie im Geiste der Kirche, stellte den Mainzer Dom wieder her und bewahrte auch den Speyerer Dom vor dem Untergang. Sein apostolischer Eifer und seine Nächstenliebe glänzten besonders im Seuchenjahr 1813/14; auf halbvermodertem Stroh hörte er sterbenden Typhuskranken Beicht...”


14. Dezember
Spaemann und Franziskus: Die fehlende Antwort

In diesem ausführlichen Gespräch mit Silke Arning (45 Minuten Länge) aus dem Jahr 2016 erwähnt Robert Spaemann einen langen Brief, den er an Papst Franziskus geschrieben hatte: Der Papst habe durch seine unklare Ausdrucksweise z.B. in Bezug auf die wiederverheirateten Geschiedenen große Verwirrung und Ratlosigkeit erzeugt. Papst Franziskus antwortete ihm mit einem noch längeren Brief. Darin entfaltete der Papst einige seiner Gesichtspunkte, aber zum größten Teil ging er wie die Katze um den heißen Brei herum. Auf die entscheidenden Punkte ging er nicht ein.
Ansonsten bringt das Interview viele Stationen des Spaemann-Lebens zur Sprache, z.B. seine Kindheit unter der Nazi-Diktatur, sein Studium bei Joachim Ritter, wo es kein philosophisches Tabuthema gab außer Fichte, seine Lehrtätigkeit in Stuttgart, Heidelberg und München u.v.m.

Zum Thema: Spaemann über die wiederverheirateten Geschiedenen


13. Dezember
Unschätzbares geleistet

Wer diese komplizierten Zusammenhänge mit der Hilfe dieses großen Denkers einmal durchdacht hat, der wird das innere Band der gesamten Breite seiner Stellungnahmen zu ethischen und politischen Brennpunkten der neueren Zeit und die innere Logik und Konsequenz seines Einsatzes für die Verteidigung der Unteilbarkeit der Menschenwürde ganz von selbst, mit rein vernünftigen Argumenten und ohne „weltanschauliche“ Dezisionen, nachvollziehen können. Darin hat Spaemann Unschätzbares zur Verteidigung von Humanität und Rationalität in einer der geistigen Orientierung immer mehr entbehrenden Zeit und in einer zutiefst den Quellen ihrer Legitimität entfremdeten politischen und gesellschaftlichen Ordnung geleistet.

Dieses Zitat entstammt der großartigen Würdigung Spaemanns aus der Hand von dessem Schüler Walter Schweidler. Tatsächlich ist es so: So verständlich und klar Spaemann in seinen Aufsätzen zu argumentieren wusste: Die ganze Tiefe vieler Argumente kann man nur ermessen, wenn man sich in die “komplizierten Zusammenhänge” hineingedacht hat, die er in seinen systematischen Werken entfaltete. Da ist außer dem von Schweidler erwähnten Werk “Personen” noch “Glück und Wohlwollen” zu erwähnen. Für jemanden, der sich der Philosophie Spaemanns nähern will, empfehle ich als Einstieg “Moralische Grundbegriffe” und dann “Glück und Wohlwollen”.


12. Dezember
Mensch der Wahrheitsliebe

Mein Nachruf auf Robert Spaemann in der Tagespost.


12. Dezember
Adventszeit ist Wüstenzeit

Meine Predigt vom letzten Sonntag


12. Dezember
Warnung vor dem naturalistischen Fehlschluss

Eine der praktischen Lektionen [von Spaemanns Buch Moralische Grundbegriffe]: eine Warnung vor Surrogaten. Wo „gut“ durch ein anderes Eigenschaftswort bestimmt und dann ersetzt wird, verliert das Gute seine Qualität eines Maßstabs, der von außen herangetragen wird. Beispiele für solche trügerischen, zeitgemäß erscheinenden Definitionen von „gut“ waren „fortschrittlich“ und „emanzipatorisch“.

Patrick Bahners in seiner Spaemann-Würdigung Individualist aus dem Unterholz, FAZ von heute.


11. Dezember
Robert Spaemann

Gestern ist in Stuttgart im Alter von 91 Jahren der Philosoph Robert Spaemann verstorben. Für CNA habe ich einen Nachruf verfasst.


11. Dezember
Alexander Solschenizyn

Vor 100 Jahren, am 11. Dezember 1918, wurde in Kislovodsk der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn geboren. Unter Stalin verbrachte er elf Jahre in Haft, Spezialgefängnissen und Verbannung. Berühmt wurde er durch sein dreibändiges Werk Der Archipel Gulag, in dem er seine Erfahrungen verarbeitete und das den kommunistischen Illusionen im Westen einen vernichtenden Schlag versetzte. 1970 wurde Solschenizyn der Literatur-Nobelpreis verliehen. Er starb am 3. August 2008 in Moskau.


11. Dezember
Remigius Bäumer

Vor 100 Jahren, am 11. Dezember 1918, wurde in Grevelsberg der Kirchenhistoriker Remigius Bäumer geboren. Ab 1968 lehrte er in Paderborn, von 1974 bis 1986 in Freiburg im Breisgau. 1989 wurde er Rektor der Gustav-Siewerth-Akademie. Der Spezialist für Reformationsgeschichte starb am 26. Dezember 1998 in Freiburg.


10. Dezember
Die unentdeckten Seiten von kath-info (27)

An 27. Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen gleich sieben Seiten:

1. Jakob Knab, Der nichts von Bitterkeit wusste;

2. Bernward Deneke, Franziskus interreligiös;

3. Pierre-Marie Bataillon;

4. die Biographien über Franz Joseph Rudigier, Ignatius Choukrallah Maloyan und José Sanchez del Rio;

5. die Biographien über Niklaus Wolf von Rippertschwand, Johannes Ertlin, Felix Ridel und Josef Cai-Tà;

6. die Biographien über Caesar Baronius, Guerricus von Igny, Pietro Sforza Pallavicino und Franz Stadlin;

7. der Bericht von Marlene Frölich über die Kundgebung 1000 Kreuze für das Leben in Münster.


10. Dezember
Die Rolle der Progressisten

Wo liegt die Ursache der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche?
Im Glaubensmangel der sich selbst so titulierenden Progressisten der 1970er Jahre und in der sträflichen Naivität der Verantwortlichen, die aus einem falschen Barmherzigkeitsverständnis und in unmännlicher Konfliktscheu über Missstände hinweggesehen haben – ohne die Konsequenzen zu bedenken. Ich habe als Präfekt der Glaubenskongregation mit den Mitarbeitern weit über tausend dokumentierte Fälle studiert, die die Dramen missbrauchter Personen dokumentierten: lebenslange Traumata, oft mit den Folgen Alkohol, Drogen, Eheunfähigkeit – bis zum Suizid. Nicht die Sexualethik der Kirche oder gar die zölibatäre Lebensform ist verantwortlich für dieses Elend, sondern gerade ihre sträfliche Missachtung.

Aus dem Interview mit Kardinal Gerhard Müller in der Tagespost vom 6. Dezember 2018


9. Dezember
Das Zitat

Jeden Morgen beim Aufwachen und jeden Abend vor dem Schlafengehen soll der Verehrer Mariens drei Ave Maria zu Ehren ihrer unbefleckten Reinheit beten, ihr seine Sinne und alle Gaben seiner Seele darbringen, damit sie sie als einen ihr geweihten Besitz behüte, und sie um die Gnade bitten, an diesem Tag (bzw. in dieser Nacht) nicht der Sünde zu verfallen.

Hl. Leonhard von Porto Maurizio


9. Dezember
Bratislawa

Vor fünf Jahren, am 9. Dezember 2013, haben die slowakischen Bischöfe unter Leitung von Erzbischof Stanislav Zvolensky Bratislawa, die Hauptstadt der Slowakischen Republik, der Muttergottes geweiht.


8. Dezember
Der zweifelnde Johannes

Meine Predigt zum Zweiten Adventssonntag


8. Dezember
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt Zu wem machst du dich selbst? ist auf der Seite Jesus, unser Gott eingebettet, der Podcast Der mündige Christ und die Kirche auf der Seite Göttliches und Menschliches in der Kirche. Die Rezension Wird der Albtraum jemals enden? findet sich bei der Rezension Einmal Kreuzigung und zurück.


7. Dezember
Luise Hensel

Heute vor 200 Jahren, am 7. Dezember 1818, konvertierte die Dichterin Luise Hensel (1798-1876) bei Propst Johannes Ambrosius Taube vom Luthertum zur katholischen Kirche. Die Begegnung mit ihr zwei Jahre zuvor hatte bei Clemens Brentano zu einer inneren Hinwendung zu Gott geführt.


7. Dezember
Kirchliche Selbstzerstörung

Heute vor 50 Jahren, am 7. Dezember 1968, machte Papst Paul VI. in einer Ansprache folgende Aussage: “Die Kirche macht eine Stunde der Unruhe durch. Manche üben sich in Selbstkritik, die man fast Selbstzerstörung nennen könnte. Es ist wie ein innerer Umbruch, den sich niemand nach dem Konzil erwartet hätte.”

Im italienischen Original: “La Chiesa attraversa, oggi, un momento di inquietudine. Taluni si esercitano nell’autocritica, si direbbe perfino nell’autodemolizione. È come un rivolgimento interiore acuto e complesso, che nessuno si sarebbe atteso dopo il Concilio. Si pensava a una fioritura, a un’espansione serena dei concetti maturati nella grande assise conciliare.”

Bis heute hält diese Selbstzerstörung an.


6. Dezember
Die Nebel von Avalon in der Theologie

Vor einigen Jahren hatte ich die Geisteswissenschaftler vor dem Vorwurf des Biologen Ulrich Kutschera in Schutz genommen. Dieser bezeichnete sie abwertend als Verbalwissenschaftler, die sich bloß mit dem beschäftigen, was andere gedacht und geäußert haben. Der Naturwissenschaftler dagegen sei Realwissenschaftler, der es mit der harten Wirklichkeit zu tun habe. Was Kutschera von beiden hält, wird aus seiner Aussage klar: “Das Experiment ist dem Realwissenschaftler der Halt im geistigen Chaos, der Verbalwissenschaftler dagegen rudert in den Nebeln von Avalon, ohne je ein Ufer zu erreichen.”

Damals bedachte ich nicht, dass es Geisteswissenschaftler gibt, die sich in Kutscheras Beschreibung müssten wiedererkennen können. Zu ihnen gehören der katholische Theologe David Tracy und der evangelische Exeget Ulrich Luz. Nach ihnen bezieht sich die Sprache auf keine außersprachliche Wirklichkeit. Theologische Aussagen seien sprachliche Konstruktionen von Wirklichkeit, ihr Gegenstand seien immer andere Sätze, nie die außersprachliche Geschichte. “Es gibt keinen direkten Weg von den bezeichnenden Zeichen und vom Zeichensystem eines Textes zu einer bezeichneten außersprachlichen Wirklichkeit”, so Luz, zitiert von Karl-Heinz Menke in seiner bemerkenswerten Streitschrift Macht die Wahrheit frei oder die Freiheit wahr? Hinter diesem Konstruktivismus steht der linguistic turn in der Philosophie, den Luz & Co. in die Theologie einschleusen. Er reduziert Philosophie und Theologie auf Sprachanalyse. Luz macht sich Sorgen, dass “unsere deutschsprachige Exegese die Tragweite dieser Wende” nicht erkannt habe.

Von dieser Sorge kann ihn der katholische Exeget Alois Stimpfle ein Stück weit befreien. Er rühmt sich, mit seinem “konstruktionsgeschichtlichen Ansatz” ein Novum in der Bibelwissenschaft zu vertreten. Sein Konstruktivismus hebt weniger auf die Sprache als vielmehr auf ein Phänomen ab, das er mit dem Bild der Brille erklärt: Was wir sehen, ist immer auch das Produkt der Brillen, die wir tragen, so dass gilt: “Ich sehe, was ich glaube.” Er erläutert das am Beispiel der biblischen Erzählung des Gangs Jesu auf dem Wasser (Joh 6, 16-21). Die “frühjüdischen Jesusanhänger sahen, was sie im Rahmen ihrer Konstruktionsbrille glaubten”, und dazu gehörte u.a. der Glaube an den Schöpfergott, dessen Macht durch seinen apokalyptischen Gesandten offenbar wird. Mit anderen Worten: Die Jünger glaubten nicht an Jesus, weil sie seine Wunder sahen, sondern sie “sahen” sie, weil sie glaubten. Was sie sahen, war “ihre Wirklichkeitskonstruktion” auf der Basis ihrer Überzeugungen. “Wir modernen BrillenträgerInnen sehen hingegen blankes Wasser oder das Oster-Kerygma aufstrahlen.”

Vielleicht war es doch gut, dass die Jünger Jesu keine Geisteswissenschaftler waren, die aufgrund ihrer ideologischen Brille in den Nebeln von Avalon auf Wasser gehende Gespenster sahen. Sie waren Realisten genug, um zu wissen, dass ein konstruierter Gottessohn sie nicht retten kann. Im Gegensatz zu den Schriftgelehrten, den Ideologen ihrer Zeit, legten sie die Brille ihrer Voreingenommenheit ab und ließen das nicht antizipierbare Licht des Logos (Joh 1, 9) in sich herein, um mit realistischer Aufrichtigkeit bekennen zu können: “Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit” (Joh 1, 14).

Dieser Beitrag erschien vor zwei Monaten auf dem MeinungsMacherBlog der Tagespost.


4. Dezember
Neu im Personenregister:
Benigna Consolata Ferrero, Jean-Paul Sartre


4. Dezember
Wer unterminiert?

Der Primat des Papstes wird von den Schmeichlern und Karrieristen am päpstlichen Hof unterminiert - so sagte es schon der berühmte Theologie Melchior Cano im 16. Jahrhundert

Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Interview mit LifeSiteNews am 21. November.


3. Dezember
Es wird gut sowieso

Warum Mark Forster in einem Falle recht hat: Meine Predigt von gestern.


3. Dezember
Irmgard Schmidt-Sommer

Vor fünf Jahren, am 3. Dezember 2013, starb im Alter von 86 Jahren die aus Dresden stammende Schriftstellerin Dr. Irmgard Schmidt-Sommer. Sie hatte von 1966 bis 1969 bei Ratzinger in Tübingen studiert, war Oblatin der Erzabtei der Missionsbenediktiner von St. Ottilien und hat viel über kirchliche und hagiographische Themen publiziert. Mit der Priesterbruderschaft St. Petrus war sie freundschaftlich verbunden. Einen Tag vor ihrem Tod erschien in den Stuttgarter Nachrichten ein Artikel, in dem die Krebskranke zitiert wird: “Ich weiß, dass ich sterben werde. Trotzdem muss ich nicht immer traurig sein. Hier [im Stuttgarter Marienhospital] wird auch mal gelacht.“


2. Dezember
Kruips abenteuerliche Theologie

Auf CNA habe ich ein prüfendes Auge auf die Argumentation von Gerhard Kruip in seiner Polemik gegen Kardinal Müller geworfen und dabei Abenteuerliches entdeckt.


2. Dezember
Die unentdeckten Seiten von kath-info (25)

An 25. Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) stehen zwei Seiten: die Biographien über Ezechiel Moreno, Julian Maunoir und Melchior Garcia Sampedro OP und die Biographien über Candidus Sierro, Petrus Claver und Peter Donders.


1. Dezember
Das Zitat

Immer wieder schärfe ich euch ein, Vertrauen zu haben, denn nichts braucht eine Seele zu fürchten, die auf ihren Herrn vertraut und in Ihn all ihre Hoffnung setzt. Aber auch der Feind unseres Heils streicht immer um uns herum, um unserem Herzen den Anker zu entreißen, der uns zur Rettung führen soll, ich meine das Vertrauen in Gott, unseren Vater. Wir müssen diesen Anker ganz, ganz fest halten und dürfen niemals zulassen, dass er uns auch nur einen Augenblick lang verlässt, sonst wäre alles verloren.

Hl. Pater Pio von Pietrelcina


1. Dezember
Thietmar von Merseburg

Vor 1000 Jahren, am 1. Dezember 1018, starb im Alter von 43 Jahren der Geschichtsschreiber Thietmar von Merseburg. 1004 zum Priester geweiht, wurde er 1009 Bischof von Merseburg. Seine Chronik umfasst acht Bände und gilt als eine der wichtigsten Quellen für die Ottonenzeit.


30. November
Zwischen Heuchelei und Marketing

Mein neuester Podcast widmet sich dieses Mal keinem spektakulären Thema. Dennoch hoffe ich, dass er interessant ist, zumindest für jene, die Lust an der Erkenntnis haben. Er zeigt übrigens auch, wie nützlich die Wertethik sein kann, die Dietrich von Hildebrand gelehrt hat.


30. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf einer eigenen Seite wurde der hervorragende Artikel von Ulrich Filler Die Geisterdebatte untergebracht. Der Kurzbeitrag Interkommunion als Rückschritt findet sich auf der Ökumeneseite. Die Predigt über die Frage, welche Freiheit uns Christus geschenkt hat, ist auf der Rezensionsseite zu Pinckaes Buch Christus und das Glück eingebettet.


29. November
Anthony Sumich

Vor zehn Jahren, am 29. November 2008, wurde Anthony Sumich in Auckland von John Meeking, dem emeritierten Bischof von Christchurch, zum Priester geweiht. Der Neuseeländer kroatischer Abstammung gehört zur Petrusbruderschaft und wirkte einige Jahre in Nigeria.


29. November
Heinrich Frauenlob

Vor 700 Jahren, am 29. November 1318 starb in Mainz Heinrich Frauenlob, einer der bedeutendsten Dichter des 14. Jahrhunderts. Sein Vorbild war Konrad von Würzburg, sein Gönner der Erzbischof von Mainz Peter von Aspelt.


29. November
Balduin Schwarz

Vor 25 Jahren, am 25. November 1993, starb in Ainring bei Salzburg im Alter von 91 Jahren der Philosoph Balduin Schwarz. Er war ein Schüler Dietrichs von Hildebrand. Habilitiert hatte er sich bei Peter Wust.


28. November
Vorbereitung auf die Todesstunde

Der November ist die Zeit, in der wir des Todes gedenken sollen. Wie wir uns jetzt schon auf unseren eigenen Tod vorbereiten sollen, lehrt uns der hl. Alfons Maria von Liguori in zwei Gebeten.


27. November
Gespür für die Herausforderungen

“Je länger ich mich mit dem Werk befasse, desto aktueller empfinde ich die Grundaussage von Joseph Ratzinger, der schon vor 50 Jahren mit seiner “Einführung in das Christentum” ein ganz feines Gespür für die Herausforderungen von Glaube in unserer Gegenwart hatte. Deswegen denke ich auch, dass die Studenten Recht haben, die zu mir kommen und sagen, sie möchten gerne eine Arbeit über einen Aspekt im Denken von Joseph Ratzinger schreiben. Wohlgemerkt, es handelt sich um Studenten aus ganz unterschiedlichen Kulturen. Ich hatte im vergangenen Jahr jemanden aus Polen, es gab auch schon jemanden aus Indien.”

Die in Wien lehrende Theologin Marianne Schlosser im Interview mit Mario Galgano, in der Neuen Bildpost vom 24./25. November 2018. Sie wurde dieses Jahr von der Stiftung “Joseph Ratzinger - Benedikt XVI.” mit dem Ratzinger-Preis ausgezeichnet.


26. November
Unfehlbares Konklave?

In diesem Artikel versuche ich, ein paar katholische, hoffentlich hilfreiche Prinzipien für einen nüchternen Umgang mit der derzeitigen kirchlichen Situation an die Hand zu geben.


26. November
Willkommenskultur

Intuitiv mag es schwer fallen, zu erfassen, dass unser aller Leben mit der Vereinigung von Samen- und Eizelle beginnt. Aber wir alle haben nun einmal unser Leben als Embryo begonnen und wurden von unseren Eltern schon vor der Geburt willkommen geheißen. Nur so konnten wir das Licht der Welt erblicken. Daher sollte es in einer solidarischen Gesellschaft eigentlich selbstverständlich sein, dass auch wir unsere Mitmenschen schon als Embryo, vom ersten Tag ihres Lebens an, mit einem herzlichen „One of Us“ begrüßen.

Aus: Professor Christoph von Ritter, Plädoyer für eine solidarische Willkommenskultur, in: Tagespost vom 22. November

Zum Thema: Der Hör-Erleben des ungeborenen Kindes


25. November
Die Frankfurter Schule und das jüngste Gericht

Meine Predigt von heute.


25. November
Was ist die bischöfliche Aufgabe?

Und vielleicht auch davon [wird der Papst überrascht sein], dass Diözesanbischöfe selbst nach jahrzehntelanger Vorlaufzeit nicht in der Lage sind, sie aus eigener Kompetenz theologisch trittsicher zu beantworten. Genau das wäre bischöfliche Aufgabe: ebenso geduldig wie verstehbar zu erklären, warum die Kirche für ihre Priester an der Lebensform Jesu festhält, warum sie sich nicht in der Lage sieht, Frauen die sakramentale Weihe zu spenden, warum der berechtigte Wunsch nach der Eucharistie als Quelle, Mitte und Höhepunkt kirchlichen Lebens beantwortet werden könnte durch einen Gebetssturm um Priesterberufungen, durch eine Intensivierung der Anbetung und der eucharistischen Frömmigkeit.

Aus: Stephan Baier, Ein “Schwarzer Peter” für den Papst, in: Tagepost vom 22. November 2018. Es geht in diesem Artikel um die Entscheidung des Bischofs von Linz, die umstrittenen Wünsche seiner Diözesanen an den Papst weiterzuleiten, statt sie als Bischof im Sinne der Kirche zu beantworten.

Kardinal Ratzinger über die Aufgabe der Bischöfe


24. November
Apokalyptischer Sonntag

Morgen feiern wir den letzten Sonntag nach Pfingsten. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Trotz Apokalypse ein Gott des Friedens? und Der Macht der Finsternis entrissen.


24. November
Japanische Märtyrer

Vor zehn Jahren, am 24. November 2008, wurden in Nagasaki 188 japanische Märtyrer seliggesprochen. Sie wurden zwischen 1603 und 1639 wegen ihres Glaubens ermordet, viele von ihnen nach grausamer Folterung. Unter ihnen waren auch Frauen und Kinder, 18 von ihnen waren jünger als fünf Jahre.


23. November
Resonanz

Mein doch sehr spezieller Aufsatz über den philosophischen Missbrauch, den Striet mit Kant verübt, ist auf überraschend große und positive Resonanz gestoßen, sowohl von philosophischer wie auch nichtphilosophischer Seite. Das freut mich sehr!
Ein Wermutstropfen, der auch öffentlich kritisiert wurde, ist die mangelhafte Darstellung der Umlaute auf vielen (nicht allen) Bildschirmen. Wie mir CNA versicherte, arbeitet man an einer Lösung dieses technischen Problems.


23. November
Gender Mainstreaming (50)

Die Fachgesellschaft Geschlechterstudien – der akademische Zusammenschluss aller, die an deutschen Hochschulen in den Gender Studies arbeiten – versteht das eigene Tun beispielsweise als wissenschaftlichen Ausdruck einer dem „Nichtanerkannten und Prekären verpflichteten Gesellschaft“. Die geistige Offenheit und kritische Distanz, die mit dieser Formel suggeriert werden, sind eine Farce: im Gender-Clan herrscht kein Dialog zwischen widerstreitenden Standpunkten, sondern einzig ein Judith-Butler-Monolog. Und der verhält sich – wie die Vordenkerin – bemerkenswert still, wenn es um die Entwürdigung, Misshandlung und Entrechtung von Frauen weltweit geht.

Aus: Vojin Saša Vukadinović, Butler erhebt "Rassismus"-Vorwurf, in: EMMA. Der Artikel stammt zwar vom 28. Juni 2017, hat aber bleibende Bedeutung, weil er aufzeigt, wie durch Judith Butlers Gendertheorien das eigentliche Anliegen der Frauenbewegung verraten wird. Sehr lesenswert!

Weitere Infos zum Thema


21. November
Noch nie so wichtig!

Zu behaupten, der Zölibat sei im Mittelalter ausschließlich aus ökonomischen Gründen eingeführt worden, entbehrt jeder historischen Vernunft. Grundlage, ich wiederhole es, ist die Lebensform Jesu und der Apostel; ein Charisma, das auf die anbrechende Gottesherrschaft verweist. Und jeder Priesteramtskandidat weiß, dass die Kirche die freiwillige Annahme dieser Lebensform als Berufung zur Christusnachfolge zum Kriterium der Berufung in den geistlichen Dienst gemacht hat. Und jeder Weihekandidat bekundet ausdrücklich diese Freiwilligkeit. Dass diese Lebensform in einer übersexualisierten Gesellschaft ein Skandalon darstellt und deshalb angefochten, verlacht und bespuckt wird, ist noch lange kein Grund, von dieser biblisch begründeten Tradition abzugehen. Vielleicht war sie noch nie so wichtig wie heute!

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt am 31. Oktober 2018 zum Wolfgangsfest in der Basilika St. Emmeram zu Regensburg.

Weitere Infos zum Thema


21. November
Die unentdeckten Seiten von kath-info (24)

An 24. Stelle der im Jahr 2017 am seltensten aufgerufenen Seiten (von 629) steht die Seite mit den Biographien über Hermann Döring, Prosper Delpech und Joseph Tieffentaller.


20. November
Der missbrauchte Kant

In einem Aufsatz für CNA setze ich mich mit dem Freiburger Theologieprofessor Magnus Striet auseinander, der Ratzinger unter Berufung auf Kant vorwirft, die Moderne nicht zu verstehen, sich dabei aber selber eine mehr als fragwürdige Kantinterpretation leistet.


20. November
Kirche als Wunscherfüller

Die katholische Kirche ist kein Supermarkt. Sie wird und darf nie die “Wünsche der Kunden” erfüllen. Unsere katholische Kirche fordert den Respekt vor allen Menschen - und zugleich den Respekt vor unserem Herrn und dem, der uns erschaffen hat! Wer danach trachtet, die Wünsche der “Kunden” zu erfüllen, läuft in die Irre! Die heilige Kirche verlangt von den Gläubigen etwas: Armut, Gehorsam unter dem Willen Gottes, Ausrichtung auf sein Reich, Bereitschaft, die Armen und Nicht-Gläubigen zu ihm zu führen.

Aus: Msgr. Joachim Schroedel, Kirche und Kirchen..., in: Vatican-Magazin Juni/Juli 2018, S. 64


19. November
Die Zukunft der Kirche

Ein Tweet von Weihbischof Richard Umbers von Sydney.


18. November
Das Senfkorn des hl. Josef Cottolengo

Meine Predigt von heute

Themen

Engel
Englandreise
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Erbsünde
Erlösung
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Evangelisierung
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Familiensynode
Fasten
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Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit
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