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* * *

25. Mai
Eine Chance für die Metaphysik

„Der Grundsatz ‚Gib einer Metaphysik eine ernsthafte und das heißt eine Chance über einen längeren Zeitraum, uns ihre welterschließende Kraft auch erfahren zu lassen‘ ist nicht dogmatisch, sondern letztlich klug und erfahrungsgesättigt.“

Der Philosoph Holm Tetens, ein ehemaliger Naturalist, der jetzt die Möglichkeit von Metaphysik verteidigt, in: Zur Erkenntnistheorie des religiöse Gottesglaubens, in: Information Philosophie 1/2018, S. 8-16, hier 14.


24. Mai
Sollen wir wirklich Kinder sein?

Die neueste Podcastfolge Kinder und Kritik: In ihr versuche ich zu erklären, was Jesus damit meint, wenn er uns die Einfalt der Kinder als Vorbild hinstellt, und wir meistens trotzdem nicht kritisch genug sind.


24. Mai
Jacques Bernard und die Rosen

Vor 100 Jahren, am 24. Mai 1918, wurde in Montréal, Kanada, Jacques Bernard geboren, der bereits am 16. Mai 1927 im Alter von nicht ganz neun Jahren wieder starb.
Bereits mit fünf Jahren empfing er zum ersten Mal die hl. Kommunion und zeigte ein tiefes Verständnis für die reale Gegenwart des Herrn in ihr und eine glühende Liebe zu Ihm. Er verehrte die kleine hl. Theresia von Lisieux und wollte ihr auf dem “kleinen Weg” zur Heiligkeit folgen. Er starb nach qualvoller Krankheit an einer Lungenentzündung.
Die hl. Theresia hatte zu ihren Lebzeiten versprochen, nach ihrem Tod Rosen regnen zu lassen. Über die letzten Tag Jacques’ lesen wir in dem Sammelband Gottes Kinder, Band 6 (hg. vom Freundeskreis Maria Goretti), über ihn: “In einer schrecklichen Nacht, in der das Fieber ihn verzehrte, sah man ihn plötzlich die Hände erheben. Seine Augenlider öffneten sich halb, seine Augen leuchteten auf, ein Lächeln kam auf seine Lippen und er rief: ‘Oh, die schönen Rosen, die sie mir bringt!’”


23. Mai
Freiheit und Unterwerfung

Von Jacques Philippe

Es bleibt eine unausgesprochene Frage von großer Bedeutung bestehen, welche alles durchzieht, was wir in diesem Buch gesagt haben: wie läßt sich die Freiheit des Menschen mit seiner Unterwerfung unter Gott in Einklang bringen? Wir haben häufig von der Notwendigkeit gesprochen, uns dem WillenGottes gegenüber gefügig zu zeigen und uns durch den Heiligen Geist führen zu lassen. Man könnte einwenden, daß der Mensch dann nichts anderes mehr wäre als eine Marionette in den Händen Gottes. Wo ist seine Verantwortung und seine Freiheit?

Diese Furcht ist unbegründet; sie ist sogar die gefährlichste Versuchung, durch die der Teufel versucht, den Menschen von Gott zu entfernen. Es muß aber im Gegenteil mit Nachdruck betont werden, daß der Mensch umso freier ist, je mehr er sich Gott unterwirft. Man kann sogar sagen, daß das einzige Mittel für den Menschen, seine Freiheit zu erlangen darin besteht, Gott gehorsam zu sein. Das ist schwierig zu verstehen, und es bleibt immer in etwa ein Geheimnis, aber wir wollen durch eine Reihe von Hinweisen zu erklären versuchen, warum es so ist.

1. Die Gefügigkeit gegenüber Gott macht aus dem Menschen keine Marionette. Sich durch die Gebote Gottes und die Einsprechungen des Heiligen Geistes leiten zu lassen, bedeutet nicht, sich automatisch, gleichsam “auf Knopfdruck” zu bewegen und selbst nichts mehr zu tun zu haben: Es ist hier vielmehr Raum für ein breites Spektrum von Freiheit, Verantwortung, Initiative usw.; aber dieses Spiel meiner Freiheit ist nicht chaotisch und nicht meinen oberflächlichen Antrieben unterworfen, es wird vielmehr von Gott so geleitet, wie es das Beste für mich ist. So kommt es zu einer Mitarbeit mit der göttlichen Gnade, zu einer Mitarbeit, die all meine menschlichen Fähigkeiten des Willens, des Verstandes, des Nachdenkens usw. nicht aufhebt, sondern sich ihrer bedient.

2. Gott ist unser Schöpfer, er ist es, der uns in jedem Augenblick als freie Wesen im Dasein erhält. Er ist die Ursache unserer Freiheit, und diese Freiheit bricht umso stärker hervor, je mehr wir uns in der Abhängigkeit von Gott befinden. Von einem Menschen abzuhängen, das kann eine Begrenzung sein, von Gott abzuhängen aber ist keine Begrenzung, denn es gibt keine Grenzen in Gott, welcher das unendlich Gute ist. Nur eine einzige Sache "verbietet" er uns, nämlich das, was uns daran hindert, frei zu sein und uns als Personen zu verwirklichen, die fähig sind, frei zu lieben und geliebt zu werden, und dabei ihr Glück zu finden in der Liebe. Die einzige Begrenzung, die Gott uns auferlegt, ist unsere Daseinsweise als Geschöpfe: Wir können nicht, ohne uns selbst unglücklich zu machen, aus unserem Leben etwas anderes machen als das, wozu wir geschaffen sind, nämlich die Liebe zu empfangen und zu geben.

3.Was ist es aber um die Freiheit? Nicht darin besteht sie, daß ich ungehemmt all meinen Launen folgen kann, sondern darin, das Beste, das Schönste und das Tiefste meiner selbst sich frei entfalten zu lassen, ohne von oberflächlicheren Dingen wie z.B. von Ängsten, egoistischen Anhänglichkeiten, Unaufrichtigkeit usw. erstickt zu werden. Wenn ich mich Gott unterwerfe, wird gerade diese Unterwerfung mich von der ganzen äußeren Schmutzschicht befreien, damit mein wahres Ich in Erscheinung treten kann.

Wenn ich mich dem Willen Gottes unterwerfe, wird dies ohne Zweifel in gewissen Bereichen meines Ichs auf Widerstand stoßen. Es ist jedoch gerade dieser negative Teil, der mich begrenzt und den ich nach und nach überwinden muß. Der Wille Gotte steht aber niemals in Widerspruch zu dem, was sich Gutes in mir findet: das Verlangen nach Wahrheit, Leben und Glück, nach der Fülle der Liebe usw. Die Unterwerfung unter Gott reinigt mein Inneres, erstickt aber niemals das, was das Beste in mir ist: nämlich die positiven Bestrebungen, von denen ich angetrieben werde; sie erweckt sie vielmehr, stärkt sie, leitet sie in die gute Richtung und befreit sie von den Hindernissen, die sich der Verwirklichung entgegenstellen.

4. Dies alles wird durch die Erfahrung bestätigt: Wer mit dem Herrn seinen Weg beschreitet und sich von ihm leiten läßt, wird ein immer stärkeres Bewußtsein der Freiheit erfahren, sein Herz fühlt sich nicht eingeengt, nicht erstickt, im Gegenteil, es weitet sich und vermag immer freier zu "atmen". Gott ist die unendliche Liebe, es gibt nichts Enges und Verkümmertes in ihm, sondern alles ist weit und frei. Die mit Gott vereinte Seele fühlt sich leicht und frei, sie spürt, daß sie nichts zu befürchten hat, daß sie von nichts unterdrückt wird, sondern daß ihr im Gegenteil alles unterworfen ist, weil alles ihr zum Guten dient, die angenehmen wie auch die unangenehmen Vorkommnisse, das Gute wie auch das Böse. Sie spürt, daß alles ihr gehört, da sie ein Kind Gottes ist, daß nichts sie begrenzen kann, da Gott ihr angehört. Durch nichts wird sie beherrscht, sie tut vielmehr immer das, was sie will, denn das, was sie will, ist die Liebe und zu lieben, das steht immer in ihrer Macht. Nichts vermag sie zu trennen von Gott, den sie liebt, sie weiß, daß sie auch dann glücklich wäre, wenn sie im Gefängnis schmachtete; denn keine Macht der Welt vermag ihr Gott zu entreißen.

5. Die wahre Lösung des Problems ist nicht philosophisch, sondern existentiell. Auf philosophischer Ebene könnten wir immer einen Widerspruch ausfindig machen zwischen unserer Freiheit und dem Willen Gottes. Alles hängt letzten Endes davon ab, wie wir selbst zu Gott stehen! Der Gegensatz zwischen unserer Freiheit und dem Willen Gottes löst sich vollkommen auf, wenn unsere Beziehung zu Gott eine Beziehung der Liebe wird, und eine andere Lösung gibt es nicht.

Diejenigen, die sich lieben, vereinigen ungezwungen und frei ihren beiderseitigen Willen, sie hängen voneinander ab, und je stärker ihre Gebundenheit und Abhängigkeit ist, um so glücklicher und freier sind sie. Der Heranwachsende fühlt sich unzufrieden, weil er von seinem Vater abhängt, denn diese Abhängigkeit empfindet er als etwas Bedrückendes, er würde lieber selbständig sein und von niemandem abhängen.

Das kleine Kind aber (und zu dem wir, dem Evangelium entsprechend, wieder werden sollen) leidet nicht darunter, in allen Dingen von seinen Eltern abzuhängen, im Gegenteil, denn dieses Band der Abhängigkeit ist gleichzeitig der Ort des Austausches der Liebe: denn da es alles von seinen Eltern erhält, ist es letzten Endes ihre Liebe, die es empfängt und entgegennimmt und auf die es antwortet, indem es auch liebt, und seine Ausdrucksform der Liebe ist die Freude des Empfangens und die Freude, das, was es empfängt, als Liebe zurückzugeben.

6. Dies besagt, daß die (scheinbaren) Widersprüche zwischen dem Willen Gottes und unserer Freiheit ihre Lösung finden, indem wir den Heiligen Geist um die Gnade bitten, Gott noch mehr zu lieben, und so löst das Problem sich ganz von selbst. Gott zu lieben, ist das Anspruchsvollste was es gibt (denn es erfordert eine vollständige Hingabe: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus allen deinen Kräften), gleichzeitig aber auch das, was den wenigsten Zwang ausübt: Gott zu lieben, ist nämlich kein Zwang, denn seine Herrlichkeit und Schönheit sind so groß, daß es ein unendliches Glück ist, ihn zu lieben, Gott ist das unendlich Gute, ihn zu lieben verengt das Herz nicht, sondern läßt es unendlich weit werden.

Wenn man sich aber von diesem Weg der Liebe entfernt, wenn die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen nichts weiter ist als eine Beziehung vom Schöpfer zum Geschöpf, vom Herrn zum Knecht usw., dann wird das Problem nicht zu lösen sein. Die Liebe allein ist es, die den Widerspruch aufheben kann, der zwischen den zwei Freiheiten besteht, und nur die Liebe ermöglicht es den beiden Freiheiten, sich frei zu vereinen.

Lieben, das heißt, frei seine Freiheit zu verlieren, aber dieser Verlust ist ein Gewinn, denn er gibt mir den anderen, und er gibt mich dem anderen. Gott lieben, das bedeutet, sich zu verlieren, um Gott zu finden und zu besitzen und letzten Endes sich selbst in IHM wiederzufinden. "Wer sein Leben retten will, wird es verlieren, wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen" (Mt. 10, 39).

Der Text ist mit freundlicher Genehmigung des Verlags dem Buch von Jacques Philipp, In der Schule des Heiligen Geistes entnommen, Hauteville: Parvis-Verlag 1996. Es handelt sich um den dritten Anhang, S. 118-125.


22. Mai
Das Zitat

“Im Herzen Mariens baut der Vater das Reich Seiner Liebe auf; der einzige Sohn bereitet sich darin eine Wohnung; und der Heilige Geist, die Fülle der Liebe, hat darin seinen Tempel errichtet: Das Herz Mariens ist die Arche, in der sich die Geheimnisse Gottes verbergen.”

Heiliger Johannes Eudes


22. Mai
Maria Domenica Brun Barbantini

Vor 150 Jahren, am 22. Mai 1868, starb in Lucca im Alter von 79 Jahren die selige Maria Domenica Brun Barbantini. Sie gründete als Witwe die Kongregation der Dienerinnen der Armen des hl. Kamillus. Am 7. Mai 1995 wurde sie seliggesprochen.


21. Mai
Nur nicht ängstlich sein

Der Katholikentag vollzog eine mentale Generalprobe für eine Spaltung der Katholiken: Fragen nach Lehre und Tradition der Kirche wurden teilweise apodiktisch vom Tisch gewischt und mit Selbstgesprächen übertönt. Die Strategie, den kirchenpolitischen Gegner zu überfahren, war nicht frei von psychologischem Druck: Marginalisierung durch Diffamierung lautete die Losung. Es dürfe nicht ängstlich gefragt werden, was nicht gehe, ließ sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx vernehmen. Wer will schon als Zauderer und Blockierer dastehen?

Aus: Regina Einig, Generalprobe für eine Spaltung (über den Katholikentag, der vom 9. bis 13. Mai in Münster stattfand), in der Tagespost.


20. Mai
Der Heilige der Landstraße

Von Alfred Betschart

Achter Teil

Über den Aufenthalt des Heiligen in der Innerschweiz berichtet Dr. Hans Koch, Zug, in "Christ und Kultur" vom 15. Oktober 1983: "Wir wissen von drei Besuchen bei der Gnadenstätte Maria-Einsiedeln im Finstern Walde in den Jahren 1775/76. Aus der Klosterküche holte er mit seiner kleinen Schüssel eine Suppe, und damit man sie nicht ganz füllen konnte, hatte er am Schüsselrand ein kleines Stück herausgebrochen. Tagsüber weilte er in der Klosterkirche in stillem Gebet und Betrachten der Leidensgeschichte des Henn."

P. Laurenz Hecht, Kapitular des Stiftes Einsiedeln, weiß dagegen in seiner Broschüre "Der selige Benedikt Joseph Labre" zu berichten, dass sich der Heilige fünfmal in Einsiedeln aufgehalten habe. Wir entnehmen daraus folgendes: "Im Jahre 1775 begab er sich in die Schweiz nach Maria-Einsiedeln, wo er den 13. März anlangte und ungefähr drei Wochen verblieb. Maria-Einsiedeln, dieser seit vielen Jahrhunderten durch viele Wunder und Gnaden weithin berühmte Wallfahrtsort, war nach Maria-Loretto dem Seligen einer seiner liebsten Wallfahrtsorte, deshalb er sich dorthin fünfmal begab, dort so gern und lange verweilte und so große Mühe hatte, sich von dieser heiligen Stätte zu trennen. Die letzte Reise nach Maria-Einsiedeln machte er im Jahre 1776, wo er ungefähr den 12. Juli sich verabschiedete ..." In der sogenannten Beichtkirche (der Eingang ist innerhalb der Klosterkirche, vorn links) erinnert heute noch eine sehr schöne, große Statue an die verschiedenen Aufenthalte des Heiligen in Einsiedeln.

"Auf seiner Pilgerreise nach Einsiedeln weilte er auch im Zugerland. So übernachtete er einmal im zugerischen Oberwil. Über diesen Zuger Aufenthalt haben wir aus einer Chronik genauen Bericht: Es war um 1775, als am späten Abend auf dem Hofe St. Karl ein französischer Pilger in abgenutztem Kleide, einen Strick um die Lenden, sich einfand und um ein Nachtlager im Stalle bat. Man wies ihn nicht ab, obwohl niemand genau wusste, ob ein ausgemachter Bettler oder ein Heiliger hier nächtigte. Am folgenden Morgen soll der Stallknecht schon zu früher Stunde in den Stall gekommen sein und habe den Fremdling hellumstrahlt kniend im Gebet gefunden und sei darauf, erschreckt ob der Helle, ins Bauernhaus gelaufen. Wie der Knecht mit Vater Melk zurückkam, war der Lagerplatz leer und der Pilgrim verschwunden.

In Menzingen nächtigte Labre in der Euw, und darum stellte Pfarrer J. J. Röllin die dort später gegründete Waisenhausanstalt unter das Patronat des heiligen Pilgers" (Dr. Hans Koch, a.a.O.).

Auf seinem Pilgerweg von Rom nach Maria Einsiedeln - oder in umgekehrter Richtung - wurde Benedikt Labre auch in Altdorf von den Vorfahren der Familie Lusser, die an der Gotthardstrasse wohnten, gastlich aufgenommen. Das "Lusser"-Haus, das noch steht, trägt heute die Nummer 9. Der fromme Pilger nächtigte dann jeweils im Knechtenhaus, das in der Erinnerung der Nachkommen der Familie Lusser als "Labre-Häuschen" weiterlebt.

Darüber gibt es im Familienbesitz eine kleine Dokumentation, darin folgendes aufgezeichnet ist: "Die folgenden Mitteilungen stammen von P. Dr. Hieronymus Haas aus Mariastein, der sie seinerseits von Dr. E. Wymann als zuverlässig erhielt: 'Später wurde dieses Häuschen (Die Eingangstüre wird zum Andenken an den Heiligen bis heute aufbewahrt. Anm. d. Verf.) anlässlich der Verbreiterung der Gotthardstrasse 1955 oder 1956 abgebrochen. Die Klosterchronik von St. Karl (Kapuzinerinnenkloster in Altdorf. Anm. d. Verf.) enthält die Abschrift eines leider nicht gezeichneten Artikels aus dem 'St. Martinsglocken, Kirchenanzeiger der Erzpfarrei St. Martin'. Es wird hier berichtet, dass während einigen Tagen ‘Benedikt Joseph Labre der glückliche Rivale des weltverachteten Franziskus ... im obern Hl. Kreuz (das erwähnte Kloster. Anm. d. Verf.) geweilt und gebetet' habe. Auch hatte der Heilige für Altdorf ein großes Unglück vorausgesagt und dies der Magd Veronika Scheiber, die zum Lusserhaus gehörte, anvertraut. Beim Brand von Altdorf 1799 'hätte man über diesem Knechtenhäuschen, wo Benedikt Unterkunft gefunden hatte, den Heiligen in Mannesgestalt gesehen, um das Unheil des Feuers abzuwenden. Tatsächlich wurde es mitsamt dem Lusserhaus vor dem Unglück bewahrt. Das Kloster besitzt ein schönes Gemälde (62x50) dieses Heiligen als Geschenk des Pfarrers J. Loretz, Bürglen." Gemäß Auskunft des Klosters hängt dieses Bild im Arbeitsraum der Schwestern.

Zum Dank für empfangene Gastfreundschaft schenkte der Heilige den Vorfahren der heutigen Besitzer-Familie Lusser ein kleines handgemachtes Kreuz (Originalgröße 9,5 cm), das auf je einer Seite folgende Inschriften trägt: "S PETRE ORA PRO N / S PAULE ORA PRO N." Diese Inschrift mit den Namen der beiden Apostelfürsten weist mit größter Wahrscheinlichkeit daraufhin, dass das Kreuz in Rom angefertigt worden ist. Am oberen Ende besitzt es eine kleine Öse zum Anbringen einer Kordel. Auf beiden Seiten ist es mit einer schlichten ornamentalen Ziselierung versehen. Die sechs(!) Kreuzesenden erweitern sich zu einem Halbkreis, der in einem angedeuteten Dreieck endet. Interessanterweise hat das Kreuz die Form des sogenannten "Romanos-Kreuzes" (Maastricht, 10. Jh.), das einen kleineren oberen und einen etwas längeren unteren Querbalken besitzt; oder die Form des sogenannten "Scheyrer-Kreuzes" (benannt nach der Benediktiner-Abtei Scheyem in Oberbayern; gegr. Anfang 12. Jh.). Nachbildungen dieses Kreuzes wurden gern zur Abwehr von Hagel und Unwetter im Freien aufgestellt.

So ist das Andenken an diesen so überaus liebenswürdigen Heiligen auch in der Schweiz noch da und dort erhalten geblieben.

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


19. Mai
Jahresranking 2017: Die Top 100

Fünfter Teil: Die Plätze 1 bis 20

Wie letztes Jahr gebe ich die 100 auf kath-info meistgelesenen Seiten des vorangegangenen Jahres in mehreren Schritten bekannt. Dieses Jahr begann ich mit den letzten 20 der Top 100, heute sind die 100 vollständig. In der rechten Spalte ist zu sehen, um wie viele Plätze der jeweilige Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder gefallen ist.

Platz Jahresranking 2017
Die Top 100 von über 640 Seiten

Die Plätze 1-20

Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+/- 0
3

In-Vitro-Fertilisation

+ 1
4

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

- 1
5

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+/- 0
6

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

+ 3
7

Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

- 1
8

Die Priesterbruderschaft St. Petrus

+/- 0
9

Über Handkommunion

+ 1
10

Katholische Kirche und Nationalsozialismus;
Geschichtsfälschung um den Löwen von Münster

+ 3
11

Der Streit um das Konzil

+ 3
12

Nebenwirkungen und Risiken der Pille

- 5
13

Raimund Klesse: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht

+ 6
14

Robert Spaemann

+ 3
15

Georg May: Falschlehrer der Kirche

- 3
16

Albert Lang: Der Primat Petri

+ 4
16

Das Hör-Erleben des ungeborenen Kindes

+/- 0
18

Recktenwald: Tolkiens christliche Botschaft

+ 4
19

Die Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem

+ 10
20

Bernward Deneke: Priesterkleidung

+ 10

Zu den Plätzen 21 bis 100


18. Mai
Gegen die theologische Zerstörung

“Von verschiedenen Seiten her umkreist sein [Josef Piepers] Denken die Frage, wie es dem modernen Menschen gelingen kann, sich der zivilisatorischen Surrogate einer uneingestandenen Herzenstraurigkeit zu entledigen, die ihn daran hindern, so groß zu sein, wie er in den Augen Gottes wirklich ist: als dessen Geschöpf dazu befähigt, den Spuren der Wahrheit zu folgen, die im geschaffenen Sein der Wirklichkeit seine Vernunft bewegt und in der Menschwerdung Gottes seine Liebe weckt. Philosophische Muße hat seither ihre tiefste Wurzel im religiösen Kult. Beides bedarf der Reinerhaltung, damit der gläubige Mitvollzug der kultischen Gottesverehrung innerlich möglich bleibt. Wo ihm dieser Zusammenhang verdeckt oder gar zerstört zu werden schien, vor allem durch die nachkonziliare Parole der Entsakralisierung, konnte Pieper auch gegenüber befreundeten Theologen und verantwortlichen Bischöfen deutliche Worte finden.”

Berthold Wald in seinem Artikel Das Hohelied der Liebe. Relecture eines Werks, das der deutsche Philosoph Josef Pieper fast vier Jahrzehnte lang vorbereitet hat, in: Vatican-Magazin Mai 2018, S. 24-28. Bei dem genannten Werk Piepers handelt es sich um sein Buch Über die Liebe.

Von Prof. Dr. Berthold Wald ist auf kath-info der Artikel Theologie des »als ob«. Das Dilemma nichtrealistischer Selbstdeutungen des christlichen Glaubens erschienen.


17. Mai
Mit Maria den Heiligen Geist erwarten

Meine Predigt vom Sonntag nach Christi Himmelfahrt mit einem Versuch zur Geschlechtertheologie: Maria ist das vollkommenste Geschöpf. Das vollkommenste Geschöpf konnte nur eine Frau sein. Aber als Gott Mensch wurde, wurde er ein Mann. Warum ist das so?


17. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das schöne Zitat Regina Einigs über den Rosenkranz als Symbol für einen widerstandsfähigen Glauben findet sich beim Rosenkranzzeugnis Kerstin Müller-Siegesmunds. Die lichtvolle Bemerkung Kardinal Woelkis zum Reformationsjahr ist auf der einschlägigen Themenseite zu finden, wenn man ganz nach unten scrollt, ebenso die Bemerkung Matusseks. Das interessante Zeugnis Walter Schweidlers über seinen philosophischen Lehrer habe ich auf der Spaemann-Seite untergebracht, wie auch das Zitat Jens Biskys über die wirklichkeitserschließende Kraft konservativen Denkens
.


16. Mai
Vinzenz Pallotti

Vor 200 Jahren, am 16. Mai 1818, wurde in der römischen Lateranbasilika der hl. Vinzenz Pallotti (1795-1850) von Erzbischof Candidus Maria Frattini zum Priester geweiht.


16. Mai
Florida Cevoli

Vor 25 Jahren, am 16. Mai 1993, wurde die aus Pisa stammende Klarissin Florida Cevoli (1685- 1767) seliggesprochen. Sie war 40 Jahre lang Priorin des Klosters in Città di Castello (Region Umbrien, Provinz Perugia) als Nachfolgerin der hl. Veronica Giuliani (1660-1720), die schon ihre Novizenmeisterin gewesen war. “Sie gestand einmal: Sobald sie auch nur von Gott und seiner Liebe sprechen hörte, war es ihr manchmal, wie wenn in ihr Herz wie von einer Druckerpresse Bilder oder Figuren eingepresst würden. Tatsächlich fand man bei der medizinischen Untersuchung ihres Körpers nach ihrem Tod Vernarbungen, in denen der Name Marie und ein Kreuz mit drei Nägeln dargestellt war” (Ferdinand Holböck, Die neuen Heiligen der katholischen Kirche, Band 4, S. 89).
Gleichzeitig mit ihr wurden auch Maria Louise Trichet (1684-1759), Colomba Gabriel (1858-1926) und Maurice Tornay (1910-1949) seliggesprochen. Der Schweizer Maurice Tornay trat bei den Augustiner-Chorherren am Großen St. Bernhard ein und kam 1936 als Missionar nach Hanoi, 1945 nach Tibet. Die Hauptstadt Tibets, Lhasa, ist der Sitz des Dalai-Lama. Die Lamas waren dem Christentum gegenüber äußerst feindselig eingestellt und schreckten auch vor Mordtaten nicht zurück. So wurde auch Tornay am 11. August 1949 umgebracht.


16. Mai
Maria Gaetana Agnesi

Vor 300 Jahren, am 16. Mai 1718, wurde in Mailand die hochbegabte Mathematikerin Maria Gaetana Agnesi geboren. Mit neun Jahren beherrschte sie schon aktiv das Latein, mit elf Jahren bereits sieben Sprachen, so dass die Poliglotta ambulante genannt wurde. Mit 21 Jahren wollte sie ins Kloster eintreten, aber sie gehorchte ihrem Vater, der sich dem Eintritt widersetzte. Stattdessen widmete sie sich mit solchem Erfolg der Mathematik und den Wissenschaften (wozu z.B. die Veröffentlichung der zweibändigen Instituzioni analitiche, Grundlagen der Analysis gehört, die auch ins Französische und Englische übersetzt wurden), dass Papst Benedikt XIV. sie 1748 zur Professorin der Universität Bologna ernannte. Sie trat diese Stelle aber nie an. Als sie 34 Jahre alt war, starb ihr Vater. Nun hatte sie freie Bahn, sich ganz den Werken der Nächstenliebe zu widmen. Sie studierte Katholische Theologie, trat in den Orden der italienischen Annunciaten oder blauen Schwestern ein und kümmerte sich vor allem um Obdachlose und alte Frauen. Sie starb am 4. August 1799.


15. Mai
Maria im Heilsplan Gottes

Was hat Maria mit Abraham zu tun? Die 18. Folge meines Podcasts.


15. Mai
Bernhard von Corleone

Vor 250 Jahren, am 15. Mai 1768, wurde Bernhard von Corleone OFMCap (1605-1667), genannt “der beste Haudegen Siziliens”, seliggesprochen. In seiner Jugend schlug er, von seinem hitzigen Temperament übermannt, in einem Duell seinem Gegner den Arm ab. Aus Bedürfnis nach Buße trat er mit 27 Jahren in den Orden der Kapuziner ein. Hier führte er ein Leben strengster Buße, lebte nur von Brot und Wasser und verbrachte oft ganze Nächte im Gebet vor dem Tabernakel. Im Sterben rief er aus: “Paradies! Paradies! Paradies! Oh, gesegnet sind die Übungen, selig die Nächte! Gesegnet sind die Bußen, die Opfer! Oh, der Segen des Fastens und die Übungen des Gehorsams! Wie großartig ist der Segen des Ordenslebens, wenn es gut gelebt wird!” Dann starb er mit den Worten: “Lasst uns gehen, lasst uns gehen!”


14. Mai
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

2. Folge

3. Du mußt häufig zu Gott sprechen: Warum liebst Du mich so sehr? Was findest Du Gutes an mir? Hast Du vergessen, wie oft ich Dich beleidigt habe? Wäre es möglich, daß ich in der Folge etwas anderes liebte als Dich, mein höchstes Gut, mein alles, der Du statt mich zur Hölle zu verdammen, wie ich es verdient habe, mich mit Gnaden überhäufest. Liebenswürdigster Gott! Am meisten betrübt es mich, daß ich durch meine früheren Sünden Dir, der Du eine unendliche Liebe verdienst, mißfallen habe, und dieser Gedanke schmerzt mich mehr, als wenn ich an die Strafe denke, die ich dafür verdient habe. “Aber ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst Du, o Gott nicht verachten” (Ps 50,19). O wenn ich doch in der Folge in diesem und in jenem Leben nichts wünschte als Dich allein: “Was habe ich im Himmel, und was liebe ich auf Erden außer Dir, Gott meines Herzens und mein Teil in Ewigkeit” (Ps 72,26). Du allein bist und bleibst der alleinige Herr meines Herzens, meines Willens, Du allein bist mein einziges Gut, mein Himmel, meine Hoffnung, meine Liebe, mein alles: “Gott meines Herzens, mein Teil in Ewigkeit!"

4. Um dein Vertrauen auf Gott, geliebte Seele, zu vermehren, so bedenke häufig, wie liebevoll Er dich bisher geleitet, welche Mittel Er angewandt hat, damit du der ungeordneten Lebensweise, die du früher geführt, und der Anhänglichkeit an irdische Dinge entsagen mögest, und damit Er dich bewege, Ihn zu lieben. Wenn du entschlossen bist, Gott zu lieben und Ihm so sehr zu gefallen, als du es nur vermagst, so mußt du fürchten, wenn du nur mit geringem Vertrauen dich deinem Gott nahest. Die Barmherzigkeit, die Gott an dir geübt hat, ist das sicherste Zeichen der Liebe, die Er zu dir trägt. Es mißfällt aber Gott, wenn Seelen, die Ihn wahrhaft lieben und die Er liebt, Ihm noch mißtrauen. Wenn du also Seinem liebevollen Herzen gefallen willst, so mußt du von heute an mit dem größten Vertrauen, mit all der Zärtlichkeit, deren du fähig bist, mit Gott umgehen: “Siehe, in meine Hände habe ich dich gezeichnet, deine Mauern sind immerdar vor meinen Augen” (Is 49,16). Warum fürchtest du dich, geliebte Seele? Warum bist du so zaghaft? Ich, dein Gott, habe dich in meine Hände gezeichnet, damit ich nie vergesse, dir Gutes zu erweisen. Fürchtest du etwa deine Feinde? Wisse, daß ich stets darauf bedacht bin, dich zu verteidigen, da es mir unmöglich ist, dich zu vergessen. Deshalb rief David jubelnd aus: “Herr, wie mit einem Schilde hast Du mit Deinem guten Willen uns gekrönt” (Ps 5,13). Wenn Du, o Herr, mit Deiner Güte und Liebe uns verteidigst und von allen Seiten beschützest, wer kann alsdann uns schaden? Aber vor allem mußt du dein Vertrauen stärken durch den Gedanken an das große Geschenk, das Gott gemacht, da Er uns Jesum Christum gegeben hat: “Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn dahingab” (Jo 3,16). Wie können wir auch nur fürchten, ruft der Apostel aus, daß Gott uns noch irgend ein Gut versagen werde, nachdem Er uns Seinen eigenen Sohn geschenkt hat: “Für uns alle hat er ihn gegeben, sollte er nicht auch mit ihm uns alles geschenkt haben?” (Röm 8,32).

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


13. Mai
Über die Raumfahrt des Herzens

Meine Predigt von Christi Himmelfahrt


13. Mai
Bernardin Gantin

Vor zehn Jahren, am 13. Mai 2008, starb in Paris im Alter von 86 Jahren der aus Benin stammende Bernardin Kardinal Gantin. Er war der erste farbige Erzbischof und der erste farbige Kurienkardinal: 1960 ernannte ihn Johannes XXIII. zum Erzbischof von Cotonou, 1977 Paul VI. zum Kardinal. Von 1984 bis 2002 war er Präfekt der Kongregation für die Bischöfe


12. Mai
Unsere Schwäche im Guten

Eine Predigt zum morgigen Sonntag


12. Mai
Irena Sendler

Vor zehn Jahren, am 12. Mai 2008, starb in Warschau im Alter von 98 Jahren Irena Sendler. Sie hatte unter Lebensgefahr 2500 jüdische Kinder aus dem Warschauer Ghetto gerettet. Von den Nazis verhaftet, gab sie selbst unter Folter die Namen der geretteten Kinder nicht preis. 1965 wurde die Katholikin von Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern" geehrt. Schon ihr Vater hatte als Arzt und gläubiger Katholik unter Armut leidende Menschen, darunter auch Juden, kostenlos behandelt.


12. Mai
Anastasia Guadalupe García Zavala

Vor fünf Jahren, am 12. Mai 2013, wurde die mexikanische Ordensfrau Anastasia Guadalupe García Zavala (1878-1963) heiliggesprochen. Sie gründete 1901 die Kongregation der Dienerinnen der hl. Margareta Maria und der Armen (SSMMP).


11. Mai
Das Zitat

“Die tägliche geistliche Lesung ist eines der Hauptmittel, um im Guten zu verharren und darin Fortschritte zu machen. Du kannst nicht jeden Tag die Worte Deines Seelenführers hören, der Dich zum Guten anspornt; aber in einem guten Buch hast Du einen Freund, der täglich zu Dir spricht, der Dich täglich ermuntert, in Trübsal Dich tröstet, in Zweifeln Dir rät, Dich fortwährend belehrt.”

Hl. Alfons Maria von Liguori


11. Mai
Monatsranking April 2018

Der Aufsteiger des Monats hat dieses Mal mit 191 Plätzen einen besonders großen Sprung gemacht.

Platz Monatsranking April 2018
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 640 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

+/- 0
2

In-vitro-Fertilisation

+/- 0
3

Spaemann: Wer hat wofür Verantwortung?

+/- 0
10

Raimund Klesse: Der Todeswunsch aus psychiatrischer Sicht

- 5
20

Recktenwald: Ist ohne Gott alles erlaubt?

+ 12
30

Spaemann: Rationalität und Gottesglaube

+ 35
40

Hintergründe und Opfer des Spanischen Bürgerkriegs

+ 191
50

Urs Keusch: Kein Strom für schlechtes Reden!

+ 4
60

Martin Ramm: Der Ritus der hl. Messe: Die Opferung

+ 8
100

711: Der Islam erobert Spanien

+ 37

Zum Ranking der Vormonate


10. Mai
Sich von der Welt rein bewahren?

Meine Predigt vom letzten Sonntag.


10. Mai
Wo die Neuevangelisierung beginnt

„Neuevangelisierung beginnt hier: am eucharistischen Herzen Gottes. In der Stille spricht er zu den Menschen, gibt Antworten auf unsere vielen Fragen und Anliegen. Gestärkt durch seine Gnade, die aus dem heiligen Messopfer und der Anbetung fließen, können wir hinaus zu den Menschen gehen, um auch ihnen zu verkünden, dass der Herr Jesus Christus Worte ewigen Lebens hat“, so Pater Fuisting.

Aus dem Tagespost-Artikel Neues Leben im alten Ritus, in dem Annalia Machuy die Niederlassung der Petrusbruderschaft in Saarlouis vorstellt.


9. Mai
Das Erwachen

Von Rod Dreher

Den größten Teil meines Erwachsenenlebens war ich ein gläubiger Christ und ein engagierter Konservativer. Ich sah keinen Konflikt zwischen diesen beiden Dingen – bis meine Frau und ich im Jahr 1999 unser erstgeborenes Kind auf dieser Welt willkommen hießen. Nichts verändert die Sicht eines Mannes auf das Leben so sehr wie die Notwendigkeit, sich Gedanken darüber zu machen, was für eine Welt seine Kinder erben werden. Und so erging es mir.

Während Matthew zum Krabbelkind heranwuchs, stellte ich fest, dass meine Sicht auf die Politik sich in dem Maße veränderte, wie ich danach strebte, mein Kind nach traditionell christlichen Maßstäben zu erziehen. Ich begann mich zu fragen, was genau der handelsübliche politische Konservatismus eigentlich bewahren wollte. Und dabei dämmerte mir, dass einige der bevorzugten Anliegen meiner Mit-Konservativen – und zwar an erster Stelle eine unkritische Begeisterung für die freie Marktwirtschaft – unter bestimmten Bedingungen geeignet sind, gerade diejenige Institution zu beschädigen, die mir aus meiner traditionsorientierten Sicht als die am dringendsten zu bewahrende erscheint: die Familie.

Gleichzeitig gelangte ich mehr und mehr zu der Auffassung, dass die Kirchen – einschließlich meiner eigenen – sich als weitgehend untauglich erwiesen, die Triebkräfte des kulturellen Niedergangs effektiv zu bekämpfen. Traditionelles, geschichtsbewusstes Christentum – ob katholisch, protestantisch oder orthodox – sollte eigentlich eine mächtige Gegenkraft gegen den radikalen Individualismus und Säkularismus der Moderne sein. Doch obwohl über konservative Christen oft gesagt wird, sie würden einen „Kulturkampf“ betreiben, war für mich – mit Ausnahme der Themen Abtreibung und Homo-Ehe – nicht viel davon zu erkennen, dass meine Leute irgendwie kämpften. Es schien mir, als wären wir zufrieden damit, lediglich die Seelsorgeabteilung für eine dem Konsum verfallene Kultur zu spielen – eine Kultur, die rapide das Verständnis dafür verliert, was es heißt, Christ zu sein.

Im Zuge solcher Überlegungen wurde ich auf die Werke des Philosophen Alasdair MacIntyre aufmerksam, der konstatiert, die westliche Zivilisation habe ihre Verankerung verloren. MacIntyre sagt eine Zeit voraus, in der tugendhafte Männer und Frauen begreifen werden, dass es für sie nicht länger möglich ist, in vollem Maße am Leben der Mehrheitsgesellschaft teilzuhaben, wenn sie ein Leben im Einklang mit traditionellen Tugenden führen wollen. Diese Menschen, so meint der Philosoph, werden daher neue Wege eines Lebens in Gemeinschaft entdecken – so wie der Heilige Benedikt, der Vater des westlichen Mönchtums im 6. Jh., auf den Zusammenbruch der antiken römischen Zivilisation mit der Gründung einer Ordengemeinschaft antwortete.

Ich habe den von MacIntyre prophezeiten strategischen Rückzug „die Benedikt-Option“ genannt. Der Grundgedanke ist, dass ernsthafte christliche Konservative in Amerika nicht länger ein Leben nach dem Motto „business as usual“ führen können; dass wir kreative, gemeinschaftsorientierte Lösungen entwickeln müssen, die uns helfen, an unserem Glauben und unseren Werten festzuhalten in einer Welt, die ihnen immer feindseliger gegenübersteht. Entweder entscheiden wir uns für einen entschlossenen Sprung in eine wirklich gegenkulturelle Weise, das Christentum zu leben, oder wir verurteilen unsere Kinder und Kindeskinder zur Assimilation.

Während der letzten zehn Jahre habe ich immer wieder über die „Benedikt-Option“ geschrieben, aber das Thema fand keine nennenswerte Resonanz außerhalb recht überschaubarer christlich-konservativer Zirkel. Gleichzeitig begann die Generation der „Millennials“ – also der Geburtsjahrgänge von etwa 1980 bis 2000 – sich in einem in der Geschichte der USA zuvor nicht gekannten Ausmaß von der Kirche abzuwenden. Und ziemlich sicher kannten diese jungen Leute das, was sie verwarfen, nicht einmal. Neuere sozialwissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass junge Erwachsene nahezu nichts über die Lehren und Praktiken des historischen christlichen Glaubens wissen.

Der stetige Niedergang des Christentums und die stetig zunehmende Feindseligkeit gegenüber traditionellen Werten spitzte sich zu, als der Bundesstaat Indiana im April 2015 ein Gesetz zum Schutz der Religionsfreiheit verabschiedete. Das Gesetz sollte lediglich gewährleisten, dass Personen, die wegen Diskriminierung verklagt würden, sich zu ihrer Verteidigung auf das Grundrecht auf Religionsfreiheit sollten berufen können. Es garantierte nicht, dass sie aufgrund dieser Verteidigung Recht bekommen würden. Aktivisten für Schwulenrechte protestierten lautstark, nannten das Gesetz bigott – und zum allerersten Mal ergriffen Großkonzerne Partei im Kulturkampf und schlugen sich mit Nachdruck auf die Seite der Schwulenrechte. Unter dem Druck der Wirtschaft knickte der Staat Indiana ein – und eine Woche später auch der Staat Arkansas.

Diese Vorgänge markierten einen Wendepunkt. Sie machten deutlich, dass, sobald Großkonzerne sich einmischen, selbst Republikaner in stark konservativ geprägten Staaten nicht für die Sache der Religionsfreiheit einstehen, nicht einmal in moderatem Ausmaß. Sich zu einem tradierten, biblisch fundierten christlichen Glauben zu bekennen, galt fortan als Ausweis unerträglicher Bigotterie. Konservative Christen standen auf der Verliererseite. Plötzlich lebten wir in einem ganz anderen Land.

Und dann, zwei Monate später, erklärte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten in seinem Urteil im Fall Obergefell vs. Hodges die gleichgeschlechtliche Ehe zu einem verfassungsmäßigen Recht. Diese Entscheidung fand hohe Zustimmungswerte in der amerikanischen Bevölkerung, die, was die Einstellung zu Schwulenrechten und gleichgeschlechtlicher Ehe betrifft, innerhalb eines Jahrzehnts einen verblüffenden Wandel vollzogen hatte. Kaum war das Ziel der rechtlichen Gleichstellung der „Homo-Ehe“ erreicht, begannen die Aktivisten und ihre politischen Verbündeten – die Demokratische Partei – damit, Forderungen nach Transgender-Rechten voranzutreiben.

In der Folge von Obergefell vs. Hodges stehen Christen, die an den biblisch fundierten Lehren über Sexualität und Ehe festhalten, kulturell und zunehmend auch rechtlich auf einer Stufe mit Rassisten. Der Kulturkampf, der mit der sexuellen Revolution der 1960er-Jahre begonnen hatte, ist mit einer Niederlage der christlichen Konservativen zu Ende gegangen. Und die kulturelle Linke – die zunehmend identisch ist mit dem Mainstream der amerikanischen Gesellschaft – hat kein Interesse an einem Verständigungsfrieden. Stattdessen betreibt sie eine harte, erbarmungslose Besatzungspolitik, in der sie noch unterstützt wird von der Planlosigkeit von Christen, die nicht begreifen, was um sie herum passiert.

Ich habe Die Benedikt-Option geschrieben, um die Kirche wachzurütteln und dazu zu ermutigen, aktiv zu werden, um sich zu kräftigen, solange noch Zeit dazu ist. Wenn wir überleben wollen, müssen wir zu den Wurzeln unseres Glaubens zurückkehren, im Denken wie auch im Handeln. Wir werden unser Leben – und unsere Sicht auf das Leben – radikal verändern müssen. Kurz gesagt, wir werden die Kirche sein müssen, ohne Kompromisse, koste es was es wolle.

Dieses Buch propagiert kein politisches Programm. Es ist auch kein spirituelles Praxishandbuch, und ebenso wenig eine handelsübliche Wehklage über den Untergang des Abendlandes. Zwar übt dieses Buch aus einem traditionell-christlichen Blickwinkel Kritik an der modernen Kultur, aber viel wichtiger ist, dass es die Geschichten konservativer Christen erzählt, die kreative Wege erkunden, den Glauben in diesen dunkler werdenden Zeiten freudig und gegenkulturell auszuleben. Meine Hoffnung ist, dass Du Dich von ihnen inspirieren lässt und Dich in Deinem lokalen Umfeld mit gleichgesinnten Christen zusammentust, um Antworten auf die Herausforderungen zu entwickeln, denen die Kirche sich in der realen Welt ausgesetzt sieht. Wenn das Salz nicht seine Würze verlieren soll, müssen wir handeln. Es ist höchste Zeit. Dies ist keine Übung.

Alasdair MacIntyre sagte, unsere Zeit warte auf „einen anderen, zweifelsohne völlig anderen heiligen Benedikt“1. Der Philosoph meinte damit einen inspirierten, kreativen Anführer, der einen Weg erkundet, die Tradition in Gemeinschaft zu leben, damit sie in einer Zeit großer Prüfungen überleben kann. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. sagt eine Welt voraus, in der die Kirche in Zirkeln von engagierten Gläubigen leben wird, die den Glauben intensiv leben und die in gewissem Sinne vom gesellschaftlichen Mainstream abgekoppelt sein müssen, um an der Wahrheit festzuhalten. Lies dieses Buch, lerne von den Menschen, die Dir darin begegnen, und lass Dich inspirieren vom Zeugnis der Mönche. Lass sie alle zu Deinem Herzen und Deinem Geist sprechen – und dann werde vor Ort aktiv, um Dich selbst, Deine Familie, Deine Kirche, Deine Schule und Deine Gemeinschaft zu kräftigen.

Im ersten Teil dieses Buches werde ich meine Sicht auf die Herausforderungen darlegen, die das Leben in einer nachchristlichen Gesellschaft an uns stellt. Ich werde nach den theologischen und philosophischen Wurzeln der Fragmentierung unserer Gesellschaft forschen. Und ich werde erläutern, wie jene christlichen Tugenden, die in der Benediktsregel aus dem 6. Jahrhundert – einem Leitfaden für mönchisches Leben, der eine machtvolle Rolle dabei gespielt hat, die christliche Kultur durch das sogenannte „Dunkle Zeitalter“ hindurch zu bewahren – zum Ausdruck kommen, eine Hilfestellung für die Gläubigen von heute bieten können.

Im zweiten Teil werde ich diskutieren, wie die christliche Lebensweise, die die Benediktsregel den Mönchen vorschreibt, für die Lebensumstände moderner konservativer Christen aller Kirchen und Konfessionen adaptiert werden kann. Die Benediktsregel bietet uns wichtige Erkenntnisse zu Themen wie Politik, Glaube, Familie, Gemeinschaft, Bildung und Arbeit. Ich werde ausführlich darauf eingehen, wie diese Lehren sich im Leben einer Reihe ganz unterschiedlicher Christen verwirklicht, von deren Beispiel die gesamte Kirche lernen kann. Und schließlich werde ich darauf eingehen, weshalb es von so entscheidender Wichtigkeit ist, wie Christen sich in ihrem Denken und Handeln den zwei mächtigsten Phänomenen gegenüber positionieren, die das gegenwärtige Leben steuern und die Fundamente der Kirche zu zerreiben drohen: Sex und Technologie.

Zu guter Letzt, so hoffe ich, wirst Du mir zustimmen, dass Christen heute in einer Zeit der Entscheidung leben. Die Entscheidungen, die wir heute treffen, haben Auswirkungen auf das Leben unserer Nachkommen, auf unsere Nation und unsere Zivilisation. Jesus Christus hat versprochen, dass die Pforten der Hölle Seine Kirche nicht überwinden werden – aber er hat nicht versprochen, dass die Hölle Seine Kirche im Westen nicht überwinden wird. Das hängt von uns ab – und von den Entscheidungen, die wir hier und jetzt treffen.

Ich lade Dich, Leser, ein, auf Deiner Reise durch die Seiten dieses Buches eines im Hinterkopf zu behalten: Vielleicht, nur vielleicht, könntest der neue und ganz andere Benedikt, den Gott beruft, Seine Kirche neu zu beleben und zu stärken... Du sein.

Es handelt sich bei diesem Text um die Einleitung zum Buch von Rod Dreher Die Benedikt-Option - Eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft, 400 Seiten, am 24. April im fe-Verlag erschienen.


8. Mai
Catherine Simon de Longpré

Vor 350 Jahren, am 8. Mai 1668, starb in Quebec im Alter von 36 Jahren die aus Frankreich stammende Augustinerin Catherine Simon de Longpré. Ihr Ordensname war Marie-Catherine vom hl. Augustinus. Am 23. April 1989 wurde sie seliggesprochen. Ihr Seelenführer war der große Kanadamissionar Paul Ragueneau SJ, den wir hier auf kath-info schon vorgestellt haben.


8. Mai
Wilhelm Chaminade

Vor 100 Jahren, am 8. Mai 1918, wurde der Seligsprechungsprozess des großen Marienverehrers Wilhelm Chaminade (1761-1850) eingeleitet. Zum Abschluss kam er schließlich mit der Seligsprechung am 3. September 2000.


7. Mai
Von Gott erkannt werden

Meine Predigt zum Sonntag vom Guten Hirten.


7. Mai
Prinz Kaspian

Vor zehn Jahren, am 7. Mai 2008, fand in New York die Weltpremiere des Kinofilms Prinz Kaspian von Narnia statt, des zweiten Teils der Verfilmung der Chroniken von Narnia des christlichen Autors C.S. Lewis.

Meine Infoseite über C. S. Lewis


6. Mai
Das Zitat

“Ja, so ist unsere himmlische Mutter immer, Tag und Nacht, für unser ewiges Heil besorgt, niemals vermag es eine menschliche Zunge auszusprechen. Oh, diese wunderbare Mutter! Wie hat sie doch durch und durch die volle Sanftmut, Güte und Liebe ihres allerheiligsten Sohnes nachgeahmt! So kann Maria gar nicht anders, als sich immer voll Liebe und Erbarmen zu uns herab zu neigen, so arm und sündhaft wir auch sind. - Lebt noch ein Fünkchen guten Willens und Vertrauens in einer noch so schwer belasteten Seele: So eile sie doch hin unter den Schutzmantel Mariens, in Mariens Mutterarme! Oh ja, sie wird bekehrt, sie wird gekräftigt, gereinigt und gerettet werden.”

Hl. Maria Bernarda Bütler


5. Mai
Symbolik
oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren Bekenntnisschriften

Von Johann Adam Möhler

137. Folge

In dieser Stelle wird angenommen, daß neben dem Glauben noch die größten Sünden begangen werden können; dieser ist doch wohl der Glaube nicht, den uns der heilige Paulus empfiehlt, obschon sich Luther immer auf diesen Apostel beruft; wohl aber ist er jenes irdene Gefäß Calvins, auf dessen Oberfläche Christus als Lamm Gottes sich befindet, ohne daß der Geist des Erlösers lebendig den ganzen Menschen durchdränge, die Sünde ertötete und wahrhaft neues Leben in ihm erzeugte. Wer, der je den paulinischen Begriff von dem Glauben beherzigt hat, könnte sich auch einfallen lassen, die These zu verteidigen; “Wenn im Glauben ein Ehebruch begangen werden könnte, er wäre keine Sünde” (Luther. disput. Tom. I. p. 523. Si in fide fieri posset adulterium, peccatum non esset). Auch bei Melanchthon finden wir ähnliche Stellen, von welchen nur eine dargeboten werden soll: “Was du auch immer tust, essen, trinken, mit der Hand arbeiten, lehren, ich füge noch hinzu: solltest du auch offenbar dabei sündigen, schaue nicht auf deine Werke, erwäge die Verheißung Gottes, zweifle im Vertrauen auf dieselbe nicht, daß du nun keinen Richter mehr im Himmel, sondern einen Vater habest, dem du am Herzen liegst, nicht anders wie Eltern ihre Söhne” [174]. Diese Stelle sagt mit andern Worten: gesetzt, du berauschest dich und schlemmest, lasse dir keine grauen Haare wachsen; nur vergiß nicht, daß Gott ein guter Alter ist, der schon weit früher das Verzeihen gelernt hat, als du das Sündigen.

[174] Melancht. l. c. p. 92. Qualiacunque sint opera, comedere, bibere, laborare manu, docere, addo etiam, ut sint palam peccata etc. Ich gestehe, eher könnte ich Tag und Nacht zugleich mir denken, als einen Mann mit der paulinischen pistis und der von Melanchton beschriebenen Sinnes- und Handlungsweise. Und was hindert, ihn sich auch als unkeusch, zornmüthig usw. vorzustellen, wenn man einmal Obiges mit dem Glauben verträglich findet? Worin ist die gula von der libido innerlich verschieden?

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


4. Mai
Maria Rosa Flesch

Vor zehn Jahren, am 4. Mai 2008, wurde in Trier Maria Rosa Flesch FBMVA (1826-1906) seliggesprochen. Sie gründete die Waldbreitbacher Franziskanerinnen, die 1863 vom Trierer Bischof approbiert wurden. Den Ruf zur Gründung dieser Kongregation hatte Margaretha - wie sie mit bürgerlichem Namen hieß - 1844 auf der Heilig-Rock-Wallfahrt zu Trier empfangen.


4. Mai
Notre-Dame-du-Laus

Vor zehn Jahren, am 4. Mai 2008, wurden die Erscheinungen von Notre-Dame-du-Laus aus dem Jahre 1664 von Bischof Jean-Michel di Falco von Gap und Embrun offiziell als übernatürlich anerkannt.


3. Mai
Agatha Phutta

Vor 100 Jahren, am 3. Mai 1918, wurde in Thailand im Alter von etwa 37 Jahren die selige Agatha Phutta getauft und gefirmt. Sie erlitt am 26. Dezember 1940 mit fünf weiteren Frauen das Martyrium und wurde zu Tode gemartert. Am 22. Oktober 1989 wurde sie seliggesprochen.


1. Mai
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

62. Folge

Das Hinüberschlagen der im Heiligen Geiste auflodernden göttlichen Liebesflamme in die Kreatur durch Entzündung einer ähnlichen Flamme und das Hinüberstrahlen der im Sohne erglänzenden göttlichen Herrlichkeit in die Kreatur durch Verbreitung eines ähnlichen Abglanzes - diese beiden Bilder geben uns eine lebendige Anschauung der beiden göttlichen Sendungen, als der Fortsetzungen der ewigen Ausgänge und des Eintretens dieser letzteren in die Kreatur. Noch lebendiger werden diese Bilder, wenn wir sie mit dem Bilde der Ausprägung des eingedrückten Siegels verbinden in dem geistigen Kusse der Seele durch Gott, worin er ihr das Licht seines Angesichtes und den Odem seines Herzens so eingießt, daß sie von seinem Lichte erleuchtet und verklärt, von seinem Odem durchglüht und belebt wird.

Beim Heiligen Geiste insbesondere wird der äußere Ausgang als Fortsetzung des innern am geeignetsten ausgedrückt, wenn gesagt wird, daß der Vater und der Sohn ihn der Kreatur einhauchen, wie die Väter in höherem Sinne die Worte der Genesis: “und Gott hauchte in sein Angesicht den Odem des Lebens”, auslegen.

Das eben Gesagte würde allein schon genügen, uns in der Mitteilung der Gnade eine wirkliche Sendung der göttlichen Personen erblicken zu lassen. Kraft derselben sind nämlich der Sohn und der Heilige Geist in ihrem Unterschiede vom Vater und voneinander in der Kreatur gegenwärtig durch ein aus jedem von ihnen besonders ausgeprägtes Bild, aber durch ein so lebendiges, so vollkommenes Bild, daß es unendlich über das bloße Symbol erhaben ist. Mit diesem Bilde sind sie zugleich so innig verbunden, daß sie nicht bloß für unsere Gedanken durch die Beziehung der Ähnlichkeit, sondern wirklich mit ihrer Substanz und Persönlichkeit in ihm wohnen; und auch das nicht bloß aus dem allgemeinen Grunde, weil sie als Gott überall gegenwärtig sind, sondern weil sie in einem so vollkommenen Abdrucke und Ausflusse ihrer innersten, eigentümlichsten Vollkommenheiten und Ursprünge, wie das Siegel in seinem Abdrucke, gegenwärtig sein müssen, auch wenn sie nicht sonst schon aus einem allgemeinen Grunde überall der Substanz nach gegenwärtig wären; ja sie können nicht einmal, wie das materielle Siegel nach einmal geschehenem Abdrucke, aus dem unmittelbaren Kontakte des Abbildes entfernt gedacht werden, weil dasselbe, wie nur aus ihnen, so auch nur in ihnen Bestand hat.

Indessen haben wir, um dem Sinne der Schriftlehre und den Anschauungen der heiligen Väter und der Theologen vollkommen zu entsprechen und die ganze Wahrheit darzulegen, in der Mitteilung der heiligmachenden Gnade noch eine weitere Rücksicht hervorzuheben, die uns noch eine andere Art der innern Sendung der göttlichen Personen darstellen wird. Die letztere ist aber mit der ersten wesentlich verbunden und so innig verwoben, daß sie in den Ausdrücken der Heiligen Schrift und der heiligen Väter oft nur mit Mühe oder gar nicht von der ersteren zu unterscheiden ist. In der Tat bildet sie mit derselben ein unteilbares organisches Ganze. Aber um dasselbe in seiner ganzen Größe und Schönheit zu verstehen, müssen wir die einzelnen Glieder, ohne sie aus ihrer engen Verbindung zu lösen, vielmehr auf den Grund derselben eingehend, in ihren Unterschieden genau ins Auge fassen.

Wird fortgesetzt


30. April
Brannte nicht unser Herz?

Mit vier Wochen Verspätung habe ich meine Osterpredigt veröffentlicht.


30. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Episode über den rettenden Rosenkranz, die P. Bernhard Gerstle erzählt, und die neueste Statistik über die Petrusbruderschaft findet sich jeweils auf der einschlägigen Seite. Meine Aufklärung über Aufklärer Entzauberung der Werte? wurde auf einer eigenen Seite untergebracht.


29. April
Sünde, Gerechtigkeit, Gericht

Predigt zum heutigen 4. Sonntag nach Ostern.


29. April
Das Zitat

"Alles Gute, was andere, durch uns veranlasst, tun, vermehrt den Glanz unserer Herrlichkeit im Himmel."

Hl. Don Bosco


16. April
Die Liebe in Zeiten der Gesetzesethik

Die neueste Folge meines Podcasts


16. April
Die berühmte kleine Weile

Meine Predigt zum nächsten Sonntag, dem 3. Sonntag nach Ostern.


15. April
Das Wichtigste

Das Wichtigste ist, daß ihr eine persönliche Beziehung zu Gott entwickelt. Diese Beziehung drückt sich im Gebet aus. Es liegt in Gottes eigenstem Wesen, daß er spricht, hört und antwortet. Tatsächlich ruft uns der hl. Paulus in Erinnerung: wir können und sollten »ohne Unterlaß« beten (1 Thess 5,17). Weit davon entfernt, uns in uns selbst zurückzuziehen oder uns den Höhen und Tiefen des Lebens zu entziehen, wenden wir uns durch das Gebet Gott und durch ihn einander zu, einschließlich den Ausgegrenzten und denen, die anderen Wegen als dem Weg Gottes folgen (vgl. Spe salvi, 33). Wie die Heiligen uns auf so lebendige Weise lehren, wird das Gebet so zu praktizierter Hoffnung. Christus war ihr ständiger Gefährte, mit dem sie auf jedem Schritt ihres Weges im Dienst an den anderen gesprochen haben.
Es gibt einen weiteren Aspekt des Gebets, den wir uns in Erinnerung rufen müssen: die Betrachtung in der Stille. Der hl. Johannes zum Beispiel sagt uns, daß wir, um die Offenbarung Gottes zu erfassen, erst hören und dann antworten müssen, indem wir das verkünden, was wir gehört und gesehen haben (vgl. 1 Joh 1,2-3; Konzilskonstitution Dei Verbum, 1). Haben wir vielleicht etwas von der Kunst des Hörens verlernt? Laßt ihr noch etwas Raum, um auf die Stimme Gottes zu hören, die euch aufruft, zur Güte zu gelangen? Freunde, fürchtet euch nicht vor der Stille oder der Ruhe, hört auf Gott, betet ihn in der Eucharistie an. Laßt zu, daß sein Wort euren Weg als ein Fortschreiten in der Heiligkeit formt.

Papst Benedikt XVI. vor zehn Jahren, am 19. April 2018, während seiner Amerikareise in seiner Ansprache an die Jugendlichen in New York.


15. April
Horst Mittenentzwei

Vor fünf Jahren, am 28. April 2013, starb im Alter von 81 Jahren der aus Halle stammende Pfarrer Horst Mittenentzwei. 1957 zum Priester geweiht, setzte er sich seit den 90er Jahren für den Wiederaufbau des Klosters Helfta ein. Mit Pfadfindern organisierte er seit 1995 in der Ruine von Helfta eucharistische Gebetsabende.


14. April
Eduard Kamenicky

Vor zehn Jahren, am 28. April 2008, starb im niederösterreichischen Sigmundsherberg Eduard Kamenicky. Von ihm sind einige Artikel auf kath-info veröffentlicht, z.B. Gold außer Kurs.


14. April
Susana Paz-Castillo Ramirez

Vor zehn Jahren, am 27. April 2008, wurde Susana Paz-Castillo Ramirez (1863-1940) seliggesprochen. Sie wurde in Venezuela geboren, gründete eine Kongregation zur Krankenpflege, erhielt zur Einkleidung den Namen Candelaria vom heiligen Joseph HCMC und leitete die Gemeinschaft 35 Jahre lang. Außerdem gründete sie dringend notwendige Krankenhäuser.


13. April
Horst Bürkle

Vor drei Jahren, am 24. April 2015, starb im Alter von 89 Jahren der Missionswissenschaftler Horst Bürkle. 1987 konvertierte er von der evangelischen zur katholischen Kirche. “Damit protestierte er gegen ‘geistliche Dürre und Verfremdungserscheinungen’ im deutschen Protestantismus. Bei den Katholiken habe er ein klareres Heilsverständnis vorgefunden, sagte er später” (IdeaSpektrum vom 6. Mai 2015, S. 24). Benedikt XVI. würdigte ihn in einem Grußwort zu seinem Begräbnis als einen großen Theologen, dem er sich sehr nahe gefühlt habe.


13. April
Nicolo Rusca

Vor fünf Jahren, am 21. April 2013, wurde der in Bedano bei Lugano geborene Nicolo Rusca (1563-1618) seliggesprochen. 1587 zum Priester geweiht, setzte er sich für die konziliaren Reformen ein, wurde von den reformierten Bündner Behörden in Thusis vor Gericht gestellt und zu Tode gefoltert. Am 19. Dezember 2011 wurde er vom Heiligen Stuhl als Märtyrer anerkannt. Durch seine Seligsprechung fühlten sich viele Protestanten beleidigt.


13. April
Joseph Maria von Jesus Cuartero Gascón

Vor 100 Jahren, am 21. April 1918, wurde der Spanier Joseph Maria von Jesus Cuartero Gascón geboren. Er trat in den Passionistenorden ein und erlitt 1936 während des Spanischen Bürgerkriegs ein qualvolles Martyrium. Am 1. Oktober 1989 wurde er mit 24 weiteren Passionisten-Märtyrer seliggesprochen.


12. April
Isa Vermehren

Vor 100 Jahren, am 21. April 1918, wurde Isa Vermehren geboren, die wir hier bereits vorgestellt haben.


12. April
Ludwig von Casoria

Vor 25 Jahren, am 18. April 1993, wurde der Neapolitaner Ludwig von Casoria (1814-1885) seliggesprochen. Seine Lebensaufgabe war die Befreiung von Kindersklaven.


12. April
Adam Schall

Vor 400 Jahren, am 17. April 1618, trat der Chinamissionar Adam Schall (1592-1666) seine Reise nach China an. Er war Wissenschaftler und brachte die westliche Astronomie nach Peking an den kaiserlichen Hof.


11. April
Francis Kardinal George

Vor drei Jahren, am 17. April 2015, starb in Chicago im Alter von 78 Jahren Francis Kardinal George, genannt der “amerikanische Ratzinger”. 1997 wurde er Erzbischof von Chicago.
Seine übernatürlich motivierte Loyalität zu Papst Franziskus hinderte ihn nicht daran, freimütig zu bekennen, dass er unter dessem Regierungsstil leide: “Er sendet so viele unterschiedliche Signale, das geht manchmal etwas wild durcheinander. Ich denke, er selbst ist nicht verwirrt, aber viele Leute verwirrt er mit dem, was er sagt, manchmal auch mich. Mir wäre es lieber, manches wäre etwas klarer, so dass ich ihn besser unterstützen kann.”
Im Original: “He sends out so many signals it gets a bit jumbled at times, I'm sure he's not confused, himself. It's confusing for a lot of people, including myself at times. For someone who appreciates clarity I would like to get a few things clear so I can cooperate.”


11. April
Elias Facchini

Vor 150 Jahren, im April 1868, kam der italienische Chinamissionar Elias Facchini (1839-1900) nach Tayuanfu. Er erlitt am 9. Juli 1900 zusammen mit dem hl. Theodor Balat das Martyrium und wurde 1946 selig-, 2000 heiliggesprochen.


10. April
Wird der Albtraum jemals enden?

In der Nacht vom 14. zum 15. April 2014 wurden in Chibok, Nigeria, 276 überwiegend christliche Schülerinnen von Mitgliedern der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram aus ihrer Schule entführt und verschleppt. Ihnen drohte die Zwangsverheiratung und der erzwungene Übertritt zum Islam. Etlichen Schülerinnen gelang es in der Folgezeit, ihren Entführern zu entkommen. Im Mai 2017 erlangten 82 Mädchen nach langen Verhandlungen ihre Freiheit wieder. Doch noch immer ist das Schicksal von etwa 100 Schülerinnen ungeklärt. Damit sie und die zahlreichen von Boko Haram verschleppten Frauen und Mädchen nicht dem Vergessen anheimfallen, hat die katholische englische Autorin Corinna Turner das Buch „Eines Tages“ geschrieben, worin sie die Geschehnisse um die Entführung in Romanform aus Sicht der betroffenen Mädchen beschreibt. Dabei hat sie den Schauplatz der Ereignisse nach Europa verlegt, um ihren Lesern die Vorgänge besser vor Augen zu führen. Das Buch erschien jetzt in deutscher Sprache. Der Erlös geht an KIRCHE IN NOT.

Corinna Turner: Eines Tages. Wird der Albtraum jemals enden? ISBN 978-3-930883-89-9, € 8,90


7. April
Albert Hauck

Vor 100 Jahren, am 7. April 1918, starb in Leipzig im Alter von 72 Jahren der evangelische Kirchenhistoriker Albert Hauck. Sein Hauptwerk ist die fünfbändige “Kirchengeschichte Deutschlands”, die bis zum Jahr 1437 geht, “ausgezeichnet durch umfassende Quellenforschung, tiefdringende Kritik, durchsichtige Darstellung und Kunst der Zusammenschau und Charakteristik, gegen das mittelalterliche Papsttum freilich sehr von seinem protestantischen Standpunkt beeinflußt” (LThK, 1. Auflage).


3. April
Der mündige Christ und die Kirche

Die neueste Folge meines Podcasts


3. April
Andreas Schönberger

Vor fünf Jahren, am 5. April 2013, starb im Saarland im Alter von 90 Jahren der im Kampf gegen die nachkonziliare Glaubenskrise sehr engagierte Dr. Andreas Schönberger. Vor allem betätigte er sich über viele Jahre als Übersetzer für den FELS und die Una-Voce-Korrespondenz und brachte auf diese Weise dem deutschen Leser die französischen Verhältnisse und Ereignisse näher.


3. April
Jacques Ozanam

Vor 300 Jahren, am 3. April 1718, starb in Paris im Alter von 77 Jahren der Mathematiker Jacques Ozanam. Er war ein Verwandter des seligen Frédéric Ozanam (1813-1853).


2. April
Rudolf Acquaviva

Vor 450 Jahren, am 2. April 1568, trat der selige Rudolf Acquaviva SJ (1550-1583) ins Jesuitennoviziat St Andreä zu Rom ein.


2. April
Francesco Maria Grimaldi

Vor 400 Jahren, am 2. April 1618, wurde in Bologna der Physiker und Astronom Francesco Maria Grimaldi SJ geboren. Er beschrieb als erster das Licht als Welle. Wegen seiner Verdienste um die Mondkartierung ist der Grimaldi-Krater nach ihm benannt. Grimaldi, der seit 1651 Priester war, starb am 28. Dezember 1663.


1. April
Konversion

Vor zehn Jahren wurde der evangelische Pastor Fernando Casanova auf Grund des Rosenkranzes und einer eucharistischen Erfahrung katholisch.


31. März
Die doppelte Auferstehung

Meine Predigt zur Osternacht.


30. März
Das Zitat

"Betrachte aufmerksam mit deinem geistigen Auge, wie ich am Kreuz hänge. Ich hänge da mit ausgestreckten Armen, um dich umarmen zu können, so oft du zu mir kommen willst.
Meine Füße sind fest genagelt, damit du begreifst, dass ich nicht von dir fortgehen will und dies auch gar nicht kann.
Meine Hände sind durchbohrt, damit du weißt, dass ich dir nichts verweigern will, um das ich gebeten werde, und damit du auch verstehst, dass mich nicht die Nägel am Kreuz festhalten, sondern eine Liebe, die seit ewigen Zeiten dir gehört, wenn nur du in meiner Liebe bleibst.
Siehe also, mit welcher Kraft und mit welcher Liebe ich dich in meine Hände und Füße geschrieben habe, um dich nie mehr zu vergessen.
Doch damit war ich noch nicht zufrieden; ich habe noch etwas viel Größeres für dich getan. Ich habe mir von einem Soldaten die Brust aufreißen lassen, um dir den Weg zu meinem Herzen zu öffnen. Erkenne auch daraus meine große Liebe, dich mich angetrieben hat, für dich zu sterben."

Dionysius der Kartäuser


28. März
Ein Lackmustest für die zeitgenössische Theologie

Für die Frage, wieweit zeitgenössische Theologie dem Evangelium standhalten kann, sind die Märtyrer ein wunderbarer Maßstab: Man muss sich bei jeder Dekonstruktion des biblischen Textes, bei jeder Entmythologisierung, Symbolisierung und Allegorisierung nur immer fragen: Wäre ein Mensch bereit, dafür zu sterben?

Martin Mosebach im Interview mit Karsten Huhn, IdeaSpektrum 13/2018 von heute, S. 19.


27. März
“Wir haben nicht den Mut gehabt”

Heute vor zehn Jahren, am 27. März 2008, hielt Christoph Kardinal Schönborn in Jerusalem jene bemerkenswerte, viel Staub aufwirbelnde Predigt, in der er den Widerstand gegen die Enzyklika Humanae vitae und die Haltung der Bischöfe 1968, im Erscheinungsjahr der Enzyklika, beklagte:

“Es gibt in meinem Herzen folgendes zu sagen: gerade dies ist der Ort, wo Jesus uns gesagt hat, dass wir die Vergebung unserer Sünden empfangen, denn ich denke, dass dies auch eine Sünde von uns Bischöfen ist, auch wenn niemand von uns im Jahre 1968 Bischof war. (...) Wir waren nicht Bischöfe, aber es waren unsere Mitbrüder. Wir haben nicht den Mut gehabt, ein klares "Ja" zu Humanae Vitae zu sagen. Es gibt Ausnahmen: der damalige Kardinal von Berlin, Kardinal Bengsch (...) Aber wir Bischöfe, verschlossen hinter den Türen wegen der Angst, nicht wegen der Angst vor den Hebräern, sondern wegen der Presse, und auch wegen des Unverständnisses unserer Gläubigen. Wir hatten nicht den Mut! In Österreich hatten wir "Die Mariatroster Erklärung" - wie in Deutschland "Die Königsteiner Erklärung". Das hat den Sinn des Lebens im Volke Gottes geschwächt, dies hat entmutigt, sich für das Leben zu öffnen. Wie dann die Welle der Abtreibung gekommen ist, war die Kirche geschwächt, da sie nicht gelernt hatte, diesen Mut des Widerstands, den wir in Krakau gesehen haben, den Papst Johannes Paul II. während seines ganzen Pontifikates gezeigt hat, diesen Mut, JA zu sagen zu Gott, zu Jesus, auch um den Preis der Verachtung. Wir waren hinter den verschlossenen Türen, aus Angst. Ich denke, auch wenn wir damals nicht Bischöfe waren, so müssen wir diese Sünde des europäischen Episkopats bereuen, des Episkopats, der nicht den Mut hatte, Paul VI. mit Kraft zu unterstützen, denn heute tragen wir alle in unseren Kirchen und in unseren Diözesen die Last der Konsequenzen dieser Sünde.”
Zur vollständigen Predigt


27. März
Rupert von Salzburg

Vor 1300 Jahren, am 27. März 718, starb der aus Worms stammende hl. Rupertus, Schutzpatron und erster Bischof von Salzburg. Auf der Website des Erzbistums sucht man vergeblich nach einem Hinweis auf dieses Jubiläum.


26. März
Predigten

Im Monat Februar überstieg die Zahl meiner gehörten Predigten auf soundcloud erstmals die 1000. Der bisherige Rekord lag bei 683 im November.


26. März
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Auf den folgenden verlinkten Seiten findet man jeweils die treffende Bemerkung Benjamin Hasselhorns über den Konstruktivismus, die Haunerlands über den Zölibat und die Bischof Anba Damians über die Reform des Islams.


21. März
Zwölf Jahre

Heute vor zwölf Jahren ging kath-info online.


21. März
Das Zitat

"Das Gebet der Todesangst hat die Welt gerettet. Unsere Gebete, selbst die aus großer Not heraus, lassen uns niemals ohne eine göttliche Kraft. Niemals nahen wir uns Gott, ohne dass Er uns beschenkt, so trocken und so schmerzvoll das Gebet auch sein mag. Lasst uns zu Ihm hineilen wie Verdurstete und Erschöpfte, als ganz Arme. Wenn es uns auch scheint, dass wir nichts gegeben haben, so haben wir doch ganz gewiss empfangen, denn man kann sich dem Feuer nicht nähern, ohne von ihm erwärmt zu werden."

Maria von Jesus Mercier OCD (1853-1917)


20. März
Dina Bélanger

Vor 25 Jahren, am 20. März 1993, wurde die Mystikerin Dina Bélanger seliggesprochen.

20. März
Saskatchewan

Vor 150 Jahren, am 20. März 1868, wurde das Missionsvikariat von Saskatchewan gegründet und Vital-Justin Grandin OMI anvertraut, der vom hl. Eugène de Mazenod OMI die Bischofsweihe empfangen hatte und dessen Seligsprechungsprozess bereits bis zur Feststellung des heroischen Tugendgrades fortgeschritten ist.


20. März
Burchard der Rote

Vor 900 Jahren, am 19. März 1118, starb auf der Rückreise von Konstantinopel Burchard der Rote, Bischof von Münster. Er gehörte zu den engsten Ratgebern Heinrichs IV. und Heinrichs V., nahm an dessen Italienzügen teil, war 1110 bis 1117 Kanzler für Italien und war 1111 maßgeblich an der Gefangennahme Paschalis II. beteiligt.


18. März
Die göttliche Logik der Liebe

Meine Predigt von heute


18. März
Kein Gedanke an Rache

Sein Buch ist frei von dem, was man sich mit einem zweifelhaften Begriff gewöhnt hat, „Islamophobie“ zu nennen, obwohl es den medienaffinen Mördern darum ging, Furcht und Schrecken (Phobos) vor dem Islam zu verbreiten. Zwar weist er einmal darauf hin, dass als Märtyrer in der muslimischen Welt all jene gefeiert würden, die das eigene Leben drangeben, um möglichst viele „Ungläubige“ mit in den Tod zu reißen, während im christlichen Verständnis als Märtyrer nur jene Menschen gelten, die sich für ihren Glauben töten lassen. Ansonsten geht es ihm so wenig um die Täter, dass es für diese fast so kränkend sein muss wie die Haltung der koptischen Familien, die keinen Gedanken an Rache verschwenden. Die Getöteten sind für sie keine „Opfer des Terrorismus“, sondern Heilige: eine Transformation, mit der niemand rechnen konnte, als sie als arme Arbeiter loszogen.

Wolfgang Schneider im Tagesspiegel (Sehnsucht nach dem Mysterium) über das Buch von Martin Mosebach Die 21. Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer über die 21 Kopten, die 2015 in Libyen von IS-Schergen enthauptet wurden.


17. März
Zum wem machst du dich selbst?

Meine Predigt zum morgigen Passionssonntag


17. März
Das Zitat

"Jesus erhört die Bitten der Gläubigen in seiner eucharistischen Gegenwart schneller als auf irgendeinem anderen Weg. Die Heiligen haben das verstanden, und in all ihren Versuchungen und Leiden flüchteten sie stets zu Jesus im Allerheiligsten."

Ehrw. Lukas Etlin


16. März
Neu im Personenregister:
Gerard Manley Hopkins, Konrad I.


14. März
Florentina Nicol Goni

Vor 150 Jahren, am 14. März 1868, wurde im spanischen Tafalla, Navarra, die selige Florentina Nicol Goni geboren. Mit 17 Jahren trat sie bei den Dominikanerinnen ein und erhielt den Namen Schwester Ascension vom Herzen Jesu. 1913 folgte sie einem Ruf des Dominikanerbischofs Ramón Zubieta y Les, des Apostolischen Vikars für Puerto Maldonado, und zog mit vier weiteren Missionarinnen nach Peru, um im peruanischen Regenwald den Ärmsten zu dienen und ihnen das Evangelium zu bringen. Sie starb am 24. Februar 1940 in Pamplona. Am 14. Mai 2005 wurde sie im Rahmen der ersten Seligsprechung unter Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.


14. März
Königin Mathilde

Vor 1050 Jahren, am 14. März 968, starb in Quedlinburg im Alter von über 70 Jahren die hl. Mathilde, die Frau von König Heinrich dem Vogler.


12. März
Paulos Faraj Rahho

Vor zehn Jahren, am 12. März 2008, wurde Paulos Faraj Rahho, Erzbischof der Chaldäisch-Katholischen Kirche im Irak, ermordet.


12. März
St. Clemens in Hannover

Vor 20 Jahren, am 12. März 1998, hat Papst Johannes Paul II. die Kirche St. Clemens, die Hauptkirche von Hannover, in der ich jeden Sonntag die hl. Messe feiere, zur Basilica minor erhoben. In der Diözese Hildesheim gibt es drei Basiliken.


11. März
Welche Freiheit hat uns Christus geschenkt?

Meine Predigt von heute


11. März
Das Zitat

"Gutsein ist ein weit gewaltigeres und kühneres Abenteuer als eine Weltumsegelung."

G. K. Chesterton


10. März
Wir sollen uns satt trinken!

Meine Predigt zum morgigen Sonntag


10. März
Aloysius von Gonzaga

Vor 450 Jahren, am 9. März 1568, wurde in Castiglione delle Stiviere (bei Mantua) der hl. Aloysius von Gonzaga geboren.


7. März
Interkommunion als Rückschritt

“Überzeugend ist er nicht. Künftig soll eine Teilnahme von Protestanten an der Kommunion in ‘Einzelfällen’ möglich sein. Mein Mann ist katholisch, ich evangelisch - wir könnten also so ein 'Fall' sein. Zur Kommunion werde ich aber auch in Zukunft nicht gehen. Was unterscheidet mich denn von den vielen Millionen Protestanten, die weiterhin ausgeschlossen sind? Macht mein katholischer Partner mich zu einer ‘würdigeren’ Person?”

So Daniela Städter in ihrem Kommentar zum Beschluss der katholischen Bischöfe, konfessionsverschiedenen Ehepaaren im Einzelfall eine gemeinsame Teilnahme am Kommunionempfang ermöglichen zu wollen (ideaSpektrum von heute, S. 9). Zur Aussage der geplanten Leitlinien, dass der Glaube der katholischen Kirche bejaht werden müsse, meint Städter: “Das kann doch nur bedeuten, dass Protestanten, die an der Kommunion teilnehmen, damit gleichzeitig alles anerkennen, wofür die katholische Kirche steht: Papsttreue, Amts- und Heiligenverständnis, Stellenwert von Tradition und Kirche. Jede Eucharistiefeier ist eine Feier der ganzen katholischen Kirche, die in Einheit mit dem Papst und den Bischöfen stattfindet - dann könnte ich auch gleich katholisch werden.”

Mit dem letzten Satz beweist Städter, dass sie mehr von der katholischen Eucharistie verstanden hat als manch oberflächlicher Befürworter der Interkommunion auf katholischer Seite. Es war gerade eine der theologischen Errungenschaften von Henri de Lubac, die Eucharistie als "Sakrament der Einheit" der Kirche neu entdeckt und gewürdigt zu haben. Dabei war Henri de Lubac ein Vertreter der nouvelle théologie, die sich rühmte, von der Neuscholastik verschüttete Einsichten wiederzuentdecken. In diesem Fall bestand der Anspruch zu Recht. Doch all das wird jetzt von den angeblich fortschrittlichen Befürwortern der Interkommunion vom Tisch gewischt.


6. März
Predigten online

Vor zwei Jahren, am 6. März 2016, begann ich mit der Veröffentlichung meiner Predigten auf Soundcloud. Ich hatte lange gezögert, aber gute Freunde konnten mich schließlich überzeugen. Ich freue mich, dass sie auf guten Zuspruch stoßen, und danke allen, die mich ermuntern und unterstützen.


4. März
Die Austreibung des stummen Teufels

Meine Predigt von heute.


4. März
Das Zitat

"Ohne Versuchung wird die Sorgfalt Gottes für uns nicht empfunden, das Vertrauen zu Ihm nicht erworben, die Weisheit des Geistes nicht gelernt und die Liebe Gottes nicht in der Seele befestigt."

Isaak v. Ninive


3. März
Demut vertreibt den Teufel

Meine Predigt zum morgigen Sonntag.


1. März
Leben und Lehre

Ziel muss die Übereinstimmung mit dem Willen Gottes in Bezug auf die Ehe sein und nicht die Angleichung der christlichen Ehe an die gesellschaftlichen Standards. Mit anderen Worten: Die Kirche muss leben, was sie lehrt (die Unauflöslichkeit der Ehe), nicht lehren, was gelebt wird (Scheidung und Wiederverheiratung; die viel beschworene "Lebenswirklichkeit").

Aus dem sehr sachlichen und erhellenden Artikel von Weihbischof Marian Eleganti OSB, Wider die Spaltung. Über die Rechtmäßigkeit einer zweiten Ehe kann nicht das subjektive Gewissen entscheiden, in der Tagespost vom 8. Februar, S. 10.


28. Februar
Hans Lubsczyk

Vor 10 Jahren, am 29. Februar 2008, starb in Zwochau bei Leipzig im Alter von fast 97 Jahren der Exeget Hans Lubsczyk. Er war ein engagiertes Mitglied der Fokolar-Bewegung, lehrte lange Jahre in Erfurt und war ein Freund der Priesterbruderschaft St. Petrus, in deren Priesterseminar er eine Zeitlang Vorlesungen gab.


28. Februar
Gérard Calvet

Vor 10 Jahren, am 28. Februar 2008, starb in Le Barroux im Alter von 80 Jahren Dom Gérard Calvet, der Gründer des Benediktinerklosters in Le Barroux (zuerst in Bédoin; bei Carpentras). Wegen der überlieferten Liturgie war die Klostergemeinschaft zunächst mit Erzbischof Marcel Lefebvre verbunden, schlug aber 1988 den Weg der Versöhnung ein, so dass die Situation kirchenrechtlich geregelt wurde und Dom Gérard am 2. Juli 1989 von Augustin Kardinal Mayer zum Abt geweiht wurde. Dom Gérard machte in Frankreich auch die Werke des deutschen Liturgiewissenschaftlers Klaus Gamber bekannt.


27. Februar
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Der Artikel von Emma Lindle An den Freund, der nicht mehr an die Liebe glaubt wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Das Lob Jörg Spletts auf meine Anselm-Arbeit findet sich nun im Anschluss an die Wiedergabe ihrer Zusammenfassung auf kath-info, der Bericht über die Rehabilitierung des Fürstbischofs Julius Echter von Würzburg Ende einer Legende: Der Hexenbrenner wird zum Hexenretter bei Friedrich Spee


26. Februar
Der Fehler westlicher Liturgiewissenschaftler

Besonders groteskes Beispiel [für Arroganz gegenüber den orientalischen Christen]: die westliche Reform der Liturgie. Bei den Kopten hätte man studieren können, was frühchristliche Liturgie ist – und zwar nicht als archäologische Rekonstruktion, sondern als lebendigen Vollzug. Hätten die westlichen Liturgiewissenschaftler das getan, dann hätte die Liturgiereform völlig anders aussehen müssen – nicht weniger Sakralität, sondern mehr davon wäre das Ergebnis gewesen.

Martin Mosebach im Gespräch mit Regina Einig; aus “Gott ist Dir näher als Deine Halschlagader”, in der Tagespost vom 22. Februar.


25. Februar
Das Zitat

"Gütigster Jesus, bewahre mich davor, dass ich je einen Menschen, und mag er mich noch so hassen und verfolgen, verachte, gering schätze, ihn herabsetze oder mich von ihm abwende. Lass in mir niemals Hass oder auch nur eine bittere Empfindung gegen ihn aufkommen, und lass nicht zu, dass ich an seiner Besserung verzweifle, solange er lebt."

Hl. Fidelis von Sigmaringen


25. Februar
Die missverstandene Verklärung

Meine Predigt von heute

Themen

Engel
Englandreise
Entmytholog.
Entweltlichung
Erbsünde
Erlösung
Erneuerung
Evangelien
Evangelisierung
Evangelisierung II
Evangelium
Evolution
Exegese
Exerzitien
Exkommunikation
Falschlehrer
Familie
Familiensynode
Fasten
Fegefeuer
Fellay B.
Felix culpa
Flüchtlinge
Frau
Frauendiakonat
Freiheit u. Gnade
Fremde Sünden
Freundschaft
FSSP
FSSPX
Fundamentalismus
Gebet
Geburt Jesu
Gehsteigberatung
Geistbraus
geistliches Leben
Gender
Genderideologie
Gender Mainstr.
Generalkapitel 06
Geschlecht
Glaube
Glauben
Glaubensjahr
Glaubensregel
Glaubensschild
Glossen
Gnadenvorschuss
Goa
Gold
Gott
Gott II
Gottesbegegnung
Gottesknecht
Gotteskrise
Grabeskirche
Guadalupe

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