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* * *

3. Juli
Die vollkommene Gerechtigkeit

Zum kommenden 5. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Wenn eure Gerechtigkeit nicht vollkommener ist als die der Pharisäer... und Haltet Christus heilig in euren Herzen.


3. Juli
Selektive Barmherzigkeit

Bei der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten kennt man seit „Amoris laetitia“ Einzelfall-Lösungen – gerade auch in Deutschland. Warum ist man da barmherzig, während die deutschen Bischöfe als Gesetzesgeber bei Verweigerung der Kirchensteuer aber keine Einzelfälle und keine Barmherzigkeit kennen? Jene Minderheit, die katholisch bleiben, aber keine Kirchensteuer zahlen will, ist ja bereit, die Sendung der Kirche auf andere Weise finanziell zu unterstützen.

Aus: Guido Horst, Kirchenfinanzen: Ein Koloss auf tönernen Füßen, Tagespost vom 25. Juni 2020

Weitere Beiträge zum Thema Kirchensteuer


3. Juli
Darf der Staat öffentliche Gottesdienste verbieten?

P. Gabriel Baumann FSSP widmet sich in einem auf der Website der Petrusbruderschaft veröffentlichten Beitrag der Frage, ob der Staat öffentliche Gottesdienste verbieten darf. Es handelt sich um ein Problem, bei dem man die Prinzipienfrage von der Anwendungsfrage unterscheiden muss. Die Prinzipienfrage lautet in diesem Fall: Sind Fälle denkbar, in denen der Staat dazu das Recht hat? Oder kann man das a priori ausschließen? Wenn man es nicht ausschließen kann, stellt sich die Anwendungsfrage: Hatte die Corona-Pandemie das Verbot öffentlicher Gottesdienste gerechtfertigt? P. Baumann klärt auf der Basis der gesunden Theologie nur die Prinzipienfrage. Diese Klärung ist nötig, weil bei mancher “katholischer” Kritik beide Fragen vermischt wurden.


3. Juli
Denis Coiffet

Vor fünf Jahren, am 3. Juli 2015, starb nach schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren P. Denis Coiffet FSSP. Er gehörte zu den Gründern der Priesterbruderschaft St. Petrus. 1977 war er zusammen mit P. Josef Bisig FSSP, dem langjährigen Generaloberen der Petrusbruderschaft, in Ecône zum Priester geweiht worden.


2. Juli
Das Tier im Menschen

In der Juli-Ausgabe von Kirche heute ist mein Artikel Das Tier im Menschen erschienen, in der es u.a. um die Raubtier-Ethik Nietzsches geht.


2. Juli
Errichtungen

Vor zehn Jahren, am 2. Juli 2010, wurden vier Niederlassungen der Priesterbruderschaft St. Petrus kanonisch errichtet: das Haus Saint-Maurice (La Bergerie) in Annecy (das auch als Exerzitienhaus dient), das Haus Saint-Charles in Périgueux, das Haus Annunciation of the Blessed Virgin in Phoenix, Arizona (wo P. Kenneth Walker FSSP ermordet wurde) und das Haus St. Joachim in San Diego (Kalifornien).


1. Juli
Nur eines darf man nicht

Auf theologischen Lehrstühlen, in katholischen Akademien und Verbänden darf man heute alles sagen und fordern, was der Lehre und Disziplin der Kirche widerspricht. Nur aus der öffentlich-rechtlichen Körperschaft Kirche austreten, um die Kirchensteuer zu sparen und stattdessen wirklich katholische Werke finanziell zu unterstützen – das darf man nicht. Dann trifft einen die volle Härte des kirchlichen Gesetzgebers. Auch hier offenbart das System „deutsche Kirche“ seine innere Logik. Und die riecht ziemlich nach Geld.

Aus: Guido Horst, Zurück zum Kerngeschäft, Tagespost vom 25. Juni 2020

Weitere Beiträge zum Thema "Kirchensteuer"


1. Juli
Personalpfarreien

Vor zehn Jahren, am 1. Juli 2010, wurden zwei Personalpfarreien errichtet, die der Priesterbruderschaft St. Petrus anvertraut wurden: die Pfarrei St. Joan of Arc in Post Falls, Diözese Boise, im US-Bundesstaat Idaho, und die Pfarrei Holy Family in Dayton, Diözese Cincinnati, im US-Bundesstaat Ohio.
Weltweit betreut die Petrusbruderschaft 44 Personalpfarreien, davon aber - aufgrund eines Beschlusses der Bischofskonferenz - keine einzige in Deutschland.


30. Juni
Der Lösepreis unseres Heils

Eine Predigt von mir zum morgigen Fest des Kostbaren Blutes.


30. Juni
Der Herr ist mein Heil

Der Psalm 26 lehrt uns, dass wir nichts zu fürchten brauchen. Dürfen wir uns deshalb in absoluter Sicherheit wähnen? Darüber denke ich in meiner Predigt vom letzten Sonntag nach und erinnere an das Zeugnis eines saarländischen Philosophen, dessen Bild ich auch für die Soundcloud-Veröffentlichung ausgewählt habe.


30. Juni
Marc Kardinal Ouelle

Vor zehn Jahren, am 30. Juni 2010, wurde Marc Kardinal Ouelle Präfekt der Bischofskongregation. Auf die Frage, wie ein katholischer Bischof sein muss, antwortete er einmal: “Im Kontext unserer säkularisierten Gesellschaften brauchen wir Bischöfe, die die ersten Evangelisatoren einer Diözese sind und nicht bloße Verwalter derselben. Die also imstande sind, das Evangelium zu verkünden. Die nicht nur theologisch treu zum Lehramt und zum Papst stehen, sondern auch imstande sind, den Glauben darzulegen und notfalls auch öffentlich zu verteidigen.”
Am 8. Dezember 2007, als er noch Erzbischof von Québec war, weihte er seine Diözese dem Unbefleckten Herzen Mariens.


29. Juni
Das Zitat

Die Liebe Gottes beginnt darin, dass er dem Menschen gegeben hat, für Ihn wirklich etwas bedeuten zu können. In Gott muß ein geheimnisvolles Verlangen nach dem Menschen sein. In den Augen des Unendlich-Ewigen, des Herrn, der alles ist und besitzt, muß der Mensch sehr kostbar sein, und Er will an ihm Anteil haben.

Romano Guardini


29. Juni
Brief an die Frauen

Vor 25 Jahren, am 29. Juni 1995, schrieb der hl. Papst Johannes Paul II. seinen Brief an die Frauen, in dem es u.a. heißt: "Ihr seht also, liebe Schwestern, wie viele Beweggründe die Kirche für ihren Wunsch hat, daß auf der bevorstehenden, von den Vereinten Nationen in Peking ausgerichteten Konferenz die volle Wahrheit über die Frau zutage treten möge. Man möge wirklich den »Genius der Frau« gebührend hervorheben, indem nicht nur ... weiterlesen


28. Juni
Göttliches Erfolgsgeheimnis

Eine Predigt zum heutigen 4. Sonntag nach Pfingsten.


27. Juni
Das Leben des heiligen Franz Xaver

Von Wolfgang Reithmeier, bearbeitet von Joseph Firnstein und Paolo D'Angona

Dritte Folge

Während dieser Beschäftigungen wurde Xaver von Pater Ignatius, der bereits dem Heiligen Vater seine und seiner Gesellschaft Dienste angeboten hatte, nach Rom berufen. Paul III. nahm diese neuen Arbeiter gerne an und wollte, daß sie in Rom unter der Autorität des Heiligen Stuhles ihre Predigten beginnen sollten. Die wichtigsten Kirchen wurden ihnen als als ihr Arbeitsfeld zugewiesen; Xaver erhielt die Kirche des heiligen Laurentius in Damaso.

Sobald ihn das viertägige Fieber verlassen hatte und er wieder zu Kräften gekommen war, begann er mit neuem Eifer und mitreißender Beredsamkeit seine Predigten. Der Tod, das Gericht und die Hölle waren die gewöhnlichen Gegenstände seiner Vorträge. Diese schrecklichen Wahrheiten trug er er einfach, aber auf eine so ergreifende Weise vor, daß das Volk, das in großer Zahl hinzuströmte, um ihn zu hören, immer in tiefem Stillschweigen die Kirche verließ, und mehr daran dachte, sich zu Gott zu bekehren, als den Prediger zu loben.

Die Hungersnot, die damals Rom heimsuchte, gab den zehn Patres Gelegenheit, das Elend einer großen Menge Unglücklicher, die ohne Hilfe auf den öffentlichen Plätzen der Stadt dahindarbte, zu lindern. Xaver war der Eifrigste, wenn es darum ging, die entlegensten Orte aufzusuchen und Almosen zu erbitten, um sie zu unterstützen. Er nahm sie auf seine Schultern und trug sie in die für sie bestimmten Häuser und erwies ihnen jeden möglichen Dienst.

Govea, ein Portugiese, ehemaliger Vorsteher des Kollegiums zur heiligen Barbara in Paris, war unterdessen mit wichtigen Aufträgen des Königs Johann III. nach Rom gekommen, und hatte sich von den großen Erfolgen überzeugt, die die Patres in der Haupstadt der Christenheit durch ihren Eifer, ihr Gebet und ihr Beispiel zuwege brachten. Er schrieb seinem König, daß so wohlunterrichtete, demütige, liebevolle, eifrige, unermüdliche, leidensbereite Männer, die nichts als die Ehre Gottes suchten, völlig geeignet seien, den Glauben nach Ostindien zu tragen; er merkte aber auch an, daß man sich, um diesen Zweck zu erreichen, an das Oberhaupt der Kirche wenden müsse, dem sie sich bedingungeslos zur Verfügung gestellt hätten.

König Johann III., ein gottesfürchtiger Monarch, war über diese Nachricht sehr erfreut. Er beauftragte sogleich seinen Gesandten, Don Pedro Mascarenhas, sich an den Heiligen Vater zu wenden, um wenigstens sechs dieser Männer zu erhalten. Sobald der Heilige Vater den Vorschlag Mascarenhas vernommen hatte, überließ er die Entscheidung dem heiligen Ignatius, der bei ihm in hohem Ansehen stand. Ignatius antwortete Mascarenhas, daß er ihm von den zehn Männern nur zwei geben könnte; und er nannte den Portugiesen Simon Rodriguez und den Spanier Nikolaus Bobadilla. Rodriguez machte sich sofort auf den Weg nach Lissabon. Bobadilla, der erst mit dem Gesandten abreisen sollte, wurde aber bald nach seiner Ankunft in Rom von einem Fieber befallen, so daß er nicht imstande war, die Reise anzutreten. Der heilige Ignatius wollte ihn nun durch jemand anderen ersetzen, und er erkannte, von Gott erleuchtet, daß Franz Xaver das auserwählte Werkzeug Gottes sei. Sogleich ließ er ihn zu sich kommen und sagte ihm, vom Geist Gottes erleuchtet: "Xaver, ich habe Bobadilla für Indien ernannt - aber heute ernennt der Himmel dich, und dies verkündige ich dir im Namen des Statthalters Jesu Christi. Nimm das Amt, mit dem dich Seine Heiligkeit durch mich betraut, so auf dich, als wenn es Jesus Christus selbst es dir gäbe, und freue dich, daß du die Gelegenheit hast, dem großen Verlangen zu genügen, das wir alle hegen, den Glauben über die Meere zu tragen. Es ist nicht nur Palästina, nicht eine Provinz Asiens, sondern es sind unermeßliche Länder, unzählige Reiche, es ist eine ganze Welt; nur ein so weites Feld entspricht deinem Eifer und deinem Mut. Gehe dorthin, mein Bruder, wohin dich die Stimme Gottes ruft, wohin dich der Heilige Stuhl schickt, und entzünde alles mit dem Feuer, das in dir brennt."

Wegen dieser Worte des Ignatius war Xaver tief beschämt und gerührt; und mit Tränen in den Augen sagte er demütig zu ihm, es wundere ihn sehr, wie man einen so schwachen Menschen dafür in Erwägung ziehen konnte, und ihm ein Amt anvertraue, für das man ein Apostel sein müsse. Er sei aber bereit, den Befehlen des Himmels zu gehorchen und alles zu tun und zu leiden, was dem Heil der Inder förderlich sei. Dann aber ließ er der Freude Raum, die er tief in seiner Seele empfand, und sagte voll Vertrauen zu Pater Ignatius, daß seine Wünsche erfüllt seien, denn schon lange hätte er sich nach Indien gesehnt, und er hoffe nun dort die Gnade zu erlangen, die ihm für das Heilige Land verweigert wurde: nämlich für Jesus Christus zu sterben.

Voll Freude fügte er hinzu, daß ihm jetzt alles deutlich sei, was ihm Gott bisher unter verschiedenen geheimnisvollen Bildern gezeigt habe. Xaver hatte nämlich nachts öfter geträumt, er trage auf seinen Schultern einen großen Mohr, und diese Träume hätten ihn so ermüdet, daß er im Schlaf große Pein erlitt und außer Atem kam, so daß jene, die bei ihm in selben Zimmer schliefen, durch sein Seufzen aufwachten. Als einmal in einer Nacht Peter Laynez aufwachte, fragte er ihn nach der Ursache seiner Klagen, woraufhin Xaver ihm den Traum erzählte. Ein anderes Mal sah er in einem Traumgesicht unermeßliche Meere mit schroffen Felsen und sturmbewegten Wellen, wüste Inseln, von wilden Menschen bewohnte Länder, und überall Hunger, Durst und Not, dazu unendlich viel Arbeit, blutige Verfolgungen und Todesgefahren. Bei diesem Anblick rief er aus:"Noch mehr, o Herr, noch mehr!" Pater Simon Rodriguez, der diese Worte deutlich hörte, fragte ihn, was sie bedeuten sollten, aber erst als er nach Indien einschiffte, beantwortete er ihm seine Frage.

Xaver hatte die Sendung nach Indien erst einen Tag vor der Abreise des Gesandten Mascarenhas erfahren; nur soviel Zeit blieb ihm übrig, sein Unterkleid ausbessern zu lassen, seinen Freunden Lebewohl zu sagen und sich vom Heiligen Vater den Segen zu erbitten.

Paul III. war hocherfreut, zu sehen, daß sich unter seinem Pontifikat die Tore Indiens öffneten; er empfing Xaver mit seiner ganzen väterlichen Güte und ermahnte ihn, sich einer so hohen Bestimmung würdig zu machen und mutig der ewigen Weisheit zu vertrauen, die uns immer Kraft gibt, die uns anvertrauten Ämter zu erfüllen, selbst wenn sie über die menschlichen Kräfte zu gehen scheinen; er werde viele Leiden erdulden müssen, sagte er, weil Gottes Sache nur auf dem Weg des Kreuzes gedeihen könne, und wolle man die Ehre des Apostelamtes übernehmen, so müssen man auch den Spuren der Apostel folgen, deren Leben fortwährendes Kreuz und Leiden gewesen sei. Der Himmel sende ihn auf den Spuren des heiligen Apostels Thomas zur Eroberung der Seelen; er solle mutig arbeiten, den Glauben in jenen Ländern, wo ihn dieser große Apostel gepflanzt hatte, wieder zu beleben, und sollte er sein Blut für die Ehre Jesu Christi vergießen müssen, so solle er sich glücklich schätzen, als Martyrer sterben zu können.

Diese Worte aus dem Mund des Statthalters Jesus Christi machten auf den Geist und das Herz Franz Xavers einen solchen Eindruck, als wenn Gott selbst gesprochen hätte. Diese Worte erfüllten ihn mit göttlicher Kraft; und in seinen in tiefster Demut gegebenen Antworten zeigte er eine solche Seelengröße, daß Paul III. schon damals ein sicheres Vorzeichen all der wunderbaren Ereignisse zu sehen meinte, die in der Folge eintraten. Der Heilige Vater wünschte ihm den besonderen Schutz Gottes, umarmte ihn mehr als einmal und erteilte ihm den Apostolischen Segen.

Xaver verließ nun Rom mit dem portugiesischen Gesandten Mascarenhas am 16. März 1540. Sein Besitz bestand in einem Brevier. Er warf sich dem heiligen Ignatius zu Füßen und bat ihn um seinen Segen. Als er danach Abschied von Laynez nahm, übergab er ihm eine kleine Schrift, die er selbst aufgezeichnet und unterschrieben hatte. Diese Schrift wird noch in Rom aufbewahrt. Darin heißt es, daß er die Regel und die Konstitutionen billige, welche Ignatius und seine Gefährten entwerfen würden, daß er Ignatius und im Fall, daß dieser verhindert wäre, Peter Faber zum Generaloberen wähle; daß er sich durch die drei Gelübde des beständigen Gehorsams, der Armut und der Keuschheit Gott als Mitglied der Gesesllschaft Jesu weihe für die Zukunft, wenn sie durch Apostolische Vollmacht zu einem geistlichen Orden erhoben werden würde. Letzeres geschah noch vor Ende des Jahres (27. September) auf eine wunderbare Weise, wie in der Lebensbeschreibung des heiligen Ignatius ausführlich erzählt wird.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


26. Juni
Verdrängte Ursprungsfrage

Soeben habe ich die 49. Folge meines Podcasts veröffentlicht. Anhand der philosophischen Streitschrift Unaufgeregter Realismus von Julian Nida-Rümelin zeige ich, wie unbefriedigend jeder Versuch ist, den Realismus unter Ausklammerung der Gottesfrage gegen jede naturalistische Umdeutung von Mensch und Moral verteidigen zu wollen.


26. Juni
Synodale Blase

Dass auch einer Theologieprofessorin Widerspruch zu einer kruden Wortmeldung etwas völlig Fremdes zu sein scheint, mag der mangelnden Relevanz von [Dorothea] Sattlers theologischen Thesen geschuldet sein. Zugleich zeigt sich aber auch, dass eine Vergewisserung darüber nottut, auf welcher Grundlage man auf dem Synodalen Weg unterwegs ist. Geht es hier um einen gemeinsamen Weg mit dem Glauben? Die Verwunderung über abweichende Meinungen junger Katholiken steht dabei exemplarisch für den Umgang des Synodalen Wegs und der ihn vorantreibenden Netzwerke. Abweichende Meinungen, kritische Anfragen, Minderheitenvoten dringen nicht mehr durch. Die Blase ist sich selbst genug.

Aus: Simon Kajan, Im Blickpunkt: Betreutes Denken?, Tagespost vom 25. Juni 2020


25. Juni
Das Zitat

Der Christ ist zum Kampfe geboren. Je heißer er ist, desto sicherer ist mit Gottes Hilfe der Sieg.

Papst Leo XIII.


25. Juni
Aloysius Winter

Vor zehn Jahren, in der Nacht zum 25. Juni 2010, wurde Prof. Dr. Aloysius Winter Opfer eines Raubüberfalls, an dessen Folgen er am 26. März 2011 starb. Ein 31jähriger Drogensüchtiger, dem Winter zuvor finanziell geholfen hatte, hatte ihn tödlich verletzt. Winter wurde am 29. Oktober 1931 im saarländischen Besch an der Mosel, Kreis Merzig, geboren. Er studierte in Trier, Rom, Münster und Mainz Philosophie und Theologie, wurde 1956 von Franz Kardinal König zum Priester geweiht und promovierte 1960 in Theologie mit einer Arbeit über den Hebräerbrief. Von 1975 bis 2000 lehrte er als ordentlicher Professor für Religionsphilosophie, Fundamentaltheologie und philosophisch-theologische Propädeutik an der Theologischen Fakultät Fulda. Prof. Dr. Christoph Gregor Müller, Rektor der Theologischen Fakultät Fulda, würdigte Winter, der auch ein Kantexperte war, als “akribischen Wissenschaftler, engagierten Hochschulprofessor, scharfsinnigen akademischen Lehrer und bis ins Alter mitsorgenden Kollegen”. Winter war einer der wenigen Priester des Bistums Fulda, die die hl. Messe im überlieferten Ritus feierten und dafür auch Verkennung auf sich nahmen.


24. Juni
Podcast-Ranking 2019 III

Bis Ende 2019 habe ich 37 Episoden meines Podcasts veröffentlicht. Welche Episoden wurden im letzten Jahr am häufigsten gehört? Auf dem fünften Platz steht die Episode Unfehlbares Konklave?, auf dem sechsten Platz Von Greta lernen.


24. Juni
Drewermanns Gesundheitslehre

Ich allein bin genug (ein Echo des „Gott allein ist genug“ der Teresa von Avila), in mir, in den Tiefenschichten meiner Psyche, gilt es, meine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Das ist die Gesundheitslehre des Religiösen, um die es Drewermann geht. Als symbolische Textur ist Gott eine Chiffre fürs Ich, eine therapeutische Ressource, die Drewermann zu heben sucht, wo er sie findet: bei Freud, den Brüdern Grimm, Kierkegaard, Saint-Exupérys kleinem Prinzen, bei Gandhi, Buddha, Dostojewski und in den eigenen Träumen zumal.

Aus: Christian Geyer, Und erlöse uns von dem Über-Ich. Drewermann wird 80, in der FAZ, online am 20. Juni 2020


23. Juni
Jahresranking 2019: Die Top 100

Fünfter Teil: Die Plätze 81 bis 100

Wie im letzten Jahr gebe ich die 100 auf kath-info meistgelesenen Seiten des vorangegangenen Jahres in mehreren Schritten bekannt. In der rechten Spalte ist zu sehen, um wie viele Plätze der jeweilige Beitrag im Vergleich zum Vorjahr gestiegen oder gefallen ist.

Platz Jahresranking 2019
Die Top 100 von über 660 Seiten
5. Teil: Die Plätze 81-101
Verän-derung gegen-über dem Vorjahr
81

Bischof Morlino: Brief über den sexuellen Missbrauch

neu
82

Richard Wurmbrand: Gefoltert für Christus / Rahho / Trcka

- 2
83

Recktenwald: Moral ohne Gott?

- 20
84

Petra Kehl: St. Brendan der Seefahrer

+ 71
84

Hesse: Das Evangelium im Widerstreit der Theologen II

+ 6
86

Klaus Gamber und der Zusammenbruch eines Tabus

+ 113
87

Baumann: Wie die Engel im Himmel / Hl. Alfons: Die Seele im Himmel

- 16
87

Miriam Schilling: Vergib mir Natascha. Eine Rezension

- 18
89

Über Christ in der Gegenwart

- 7
89

Scheeben: Das Mysterium der hl. Dreifaltigkeit, 2. Seite

- 8
91

Spaemann: Die europäische Kultur und der banale Nihilismus

+ 17
92

Urs Keusch: «Ich bin nicht zornig, weil ich Gott habe»

+ 191
93

Renate Krüger: die „Hymnen an die Kirche“ Gertruds v. le Fort

+ 9
94

Sophie Scholl. Die letzten Tage

- 2
95

Die Geburt Jesu aus der Jungfrau Maria

+ 9
96

Georges Bernanos

+ 5
97

Josef Bordat: Peter Wusts Ungewißheit und Wagnis

- 13
98

Beiträge zur Unauflöslichkeit der Ehe

+ 2
99

Der synodale Weg

neu
99

Kamenicky: Die auf dich warten

+ 27
101

Prosinger: Du sendest Deinen Geistbraus

+ 67

Zu den Plätzen 1 bis 80


22. Juni
Werden sie respektvoll wahrgenommen?

Die Mundkommunion drückt durch ihre Form aus, daß ich mich voller Erwartung ganz dem Herrn öffne, über den kein Mensch jemals verfügen kann. Diese Haltung gläubiger Offenheit kann als Ausdruck eucharistischer Kultur des Empfangens gesehen werden. Hierbei geht es nicht um ein rein technisches Entgegennehmen, sodaß man in den anderen Modus wechseln könnte. Gläubige, die in der außerordentlichen Form praktizieren, haben nun lange auf die sakramentale Kommunion verzichtet. Zu tadeln, daß sie nicht in die andere Form wechseln, verletzt ihr Empfinden. Sie vermissen, von ihren Oberhirten zumindest respektvoll wahrgenommen zu werden.

Aus: P. Sven Conrad FSSP, Kommunion: Eine Kultur des Empfangens, Tagespost-online von gestern.


22. Juni
Eugenio Pacelli

Vor 100 Jahren, am 22. Juni 1920, wurde Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., zum Nuntius für die Weimarer Republik ernannt. Er blieb es bis 1929.


21. Juni
Der Kulturrelativismus zwischen Fluch und Segen

Von P. Engelbert Recktenwald

Zweiter Teil

Der konsequente Relativismus lässt sich auch in der Praxis, nämlich in der ethnologischen Feldforschung, kaum durchhalten. Wenn der Ethnologe etwa mit häuslicher Gewalt, Hexerei, Frauenbeschneidung, Kannibalismus konfrontiert wird, steht er vor der Frage, wie er sich dazu stellt. Es geht in erster Linie nicht einmal um die Frage unmittelbarer Intervention - obwohl auch das vorkommen kann: die Ethnologin Susanne Rodemeier erzählt von einem Fall auf der ostindonesischen Insel Alor, in dem vor ihren Augen eine Mutter ihre Tochter fast bewusstlos schlug [7] -, sondern darum, ob er verpflichtet ist, diese Praktiken als Kulturwerte zu billigen. Es geht in erster Linie nicht darum, wie er handeln, sondern wie er überhaupt urteilen soll. Wenn er Kannibalismus für schlecht hält, ist das dann nur seine westlich geprägte Überzeugung, die er aus Respekt vor dem kannibalistischen Normensystem relativieren müsste?

Eine weitere Frage, die auftaucht, ist die, wie weit solche Praktiken überhaupt als Kulturphänomene betrachtet werden müssen. Der Mensch ist nicht durch seine Kultur determiniert. Diese ist nur einer von vielen Faktoren, die sein Handeln beeinflussen. Selbst wenn etwa in einer Gesellschaft eine Praxis wie häusliche Gewalt gegen Frauen kulturbedingt nicht als anstößig gilt, bedeutet das nicht, dass im individuellen Fall solche Gewalt bereits als kulturelle Praxis betrachtet werden muss, sondern vielmehr einfach Ausdruck von egoistischen Machtinteressen sein kann. Handlungen können aber auch beides gleichzeitig sein. Ritualisierte Gewalt wie etwa die Menschenopfer bei den Azteken kann als kulturelle Nische für das Ausleben niederer Instinkte dienen. Oder umgekehrt formuliert: Kultur kann zum Deckmantel und Rechtfertigungsgrund von Machtinteressen missbraucht werden. Und gewöhnlich hält dann nur die herrschende Schicht diese Kultur für bewahrenswert.

Der Kulturalismus, der den einzelnen Menschen auf die Repräsentanz seiner Kultur reduziert und seiner moralischen Verantwortlichkeit enthebt, verkennt auch die Dynamik der Kultur selber. Jede Kultur ist im Fluss, sowohl zeitlich wie räumlich: Es gibt in jeder Kultur traditionelle und moderne Strömungen, Reformbestrebungen und Beharrungskräfte, und jede Kultur steht - mehr oder weniger - im Austausch mit anderen Kulturen. Keine Kultur ist eine isolierte Insel.

Auch ist keine Kultur ein monolithischer Block. Es gibt in jeder Kultur und in jeder Gesellschaft verschiedene soziale Schichten, Interessen und Wertvorstellungen. Es kann sogar verschiedene kulturelle Traditionen und Institutionen geben, die miteinander konkurrieren und konfligieren. Es gibt Subkulturen. Das neuzeitliche Europa ist multikulturell. Keine Kulturepoche Europas hat die Werte der vorherigen verdrängt: die Aufklärung hat den christlichen Glauben nicht verdrängt, die Romantik nicht das aufgeklärte Denken usw. Vielmehr existieren diese kulturellen Strömungen teils nebeneinander, teils ineinander - sich vermischend - weiter. Während man im Mittelalter noch einigermaßen von einer christlichen Kultur im Singular sprechen konnte - und selbst das nur mit großen Einschränkungen -, hat sich in der Neuzeit diese eine Kultur aufgelöst in eine Mehrzahl kulturell unterschiedlich geprägter Milieus. Und diese wiederum sind in der Gegenwart daran, sich weiter aufzulösen, weil der Einzelne durch die Medien mit einer Gleichzeitigkeit einer kaum noch klassifizierbaren Unmenge von kulturellen Erscheinungen und Normsystemen konfrontiert ist, zwischen denen er sich entscheiden kann. Aus dieser Perspektive erscheinen fremde Kulturen von Ferne wie homogene Gruppen, was leicht dazu führt, die Heterogenität, die es bei näherem Zusehen auch dort gibt, zu übersehen.

Nicht nur Kulturen beeinflussen die Menschen, sondern auch Menschen beeinflussen Kulturen. Kulturen können ebenso wie Menschen gut oder weniger gut sein. Rodemeier spricht im Nachhinein von ihrer Naivität, mit der sie vor Beginn ihrer Feldforschung glaubte, “dass jeder Mensch eigentlich gut ist” (a.a.O.). Oft steht das verklärende Bild vom “edlen Wilden” hinter der Meinung, alles an alten Kulturen sei bewahrenswert.

Kulturelle Traditionen, die für bestimmte Menschengruppen innerhalb einer Kultur diskriminierend sind, z.B. Frauendiskriminierung bis hin zur weiblichen Genitalverstümmelung, zwingen zu einer Unterscheidung zwischen Tätern und Opfern. Das ist meistens mit einer unterschiedlichen moralischen Bewertung dieser Tradition durch Täter und Opfer verbunden, so dass der Wert dieser Tradition auch innerhalb der Kultur umstritten ist. Und selbst wenn sie nicht umstritten ist und sogar von den Opfer gutgeheißen wird, hat doch die Entmythologisierung dieser Tradition nicht den Charakter der Zerstörung eines kulturellen Eigenwerts, sondern der Aufklärung der Opfer über ihre Rechte, die durch die Diskriminierung beschnitten werden. Als 2001 die Frauenbeschneidung unter den ägyptischen Kopten zurückzugehen begann, weil die koptische Kirche sie für unchristlich erklärte, war das sicherlich keine Entwicklung, die heute noch irgendein Relativist bedauert. So sehr der Kulturrelativismus im Recht war, als er sich gegen die Kulturverachtung des Kolonialismus wandte, so sehr ist er im Unrecht, wenn er sich zum Komplizen sozialer Ungerechtigkeiten macht. Wenn die Anerkennung kultureller Eigenwerte eine universale Norm ist, dann a fortiori auch die Anerkennung unveräußerlicher Menschenrechte.

Anmerkungen:

[7] Susanne Rodemeier, Ethnologie, eine besonders gefährliche Sportart? Oder: Feldforschung und die Komplexität ethischer Probleme, in: Ethnoscripts 15,2 (2013), Schwerpunktheft: Ethnologie und Ethik, Hamburg S. 86-109.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


20. Juni
Das Zitat

Zwischen Christentum und Weltgeist besteht allzeit ein unversöhnlicher Gegensatz. Wer es mit der Welt nicht verderben will, wird sicher Christus untreu werden.

Seliger Franz Jägerstätter


20. Juni
Podcast-Ranking 2019 II

Bis Ende 2019 habe ich 37 Episoden meines Podcasts veröffentlicht. Welche Episoden wurden im letzten Jahr am häufigsten gehört? Auf dem dritten Platz steht die Episode Jesus Christus, auf dem vierten Platz Hat Magnus Striet Kant wirklich verstanden?


20. Juni
Christliche Hoffnung in schwerer Zeit

Vor 10 Jahren, am 20. Juni 2010, hielt ich in Trier meinen Vortrag über die christliche Hoffnung in schwerer Zeit. Der Vortrag war vom dortigen Initiativkreis organisiert worden.


19. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt über das Nahtoderlebnis des Vaters von Weihbischof Laun habe ich auf der Todesstunde-Seite eingebettet, meine Predigt Bewahre sie vor dem Bösen! auf der Tolkienseite, das Video mit den Ausführungen von Prof. Josef Seifert über Amoris laetitia auf der einschlägigen Themenseite. Die Meldungen über die neueste Statistik der Petrusbruderschaft und über deren Neubeginn in Teschechien finden Sie auf der Bruderschaftsseite.


19. Juni
Archangelus Tadini

Vor 150 Jahren, am 19. Juni 1870, wurde der heilige Archangelus Tadini (1846-1912) zum Priester geweiht. Er stammte aus der Provinz Brescia, wirkte im Geist der Sozialenzyklika Rerum Novarum und gründete die Kongregation der Arbeiterinnen des Heiligen Hauses von Nazareth. Am 3. Oktober 1999 wurde er selig-, am 26. April 2009 heiliggesprochen.


18. Juni
Einschreitende Bischöfe?

Meiner Ansicht müssen auch die Bischöfe einschreiten. Als Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes repräsentiert Frau Flachsbarth ja eine bedeutende Organisation des deutschen Laienkatholizismus und gehört dem ZdK an. Meiner Meinung nach müssen die Bischöfe hier auch mal ein deutliches Wort sprechen. Sonst werden sie unglaubwürdig.

CDU-Politiker Hubert Hüppe im Interview mit Stefan Rehder, in der Tagespost vom 11. Juni 2020. Maria Flachsbarth hatte sich für zentrale Forderungen der internationalen Abtreibungslobby eingesetzt.


17. Juni
Kentlers Horrorkrimi

Es klingt, als stamme es aus einem Horrorkrimi und es war über dreißig Jahre bittere Wirklichkeit in Berlin: das sogenannte Kentler-Experiment. Der umstrittene Sexualwissenschaftler Helmut Kentler, gegen den es nie irgendein Verfahren gab, hat in den siebziger Jahren Kinder und Jugendliche ganz bewusst an pädophile Pflegeväter vermittelt. Er war der festen Überzeugung, dass „sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen nicht schädlich sind“. So wurden Findelkinder und Straßenkinder aus Westberlin in die Obhut meist alleinstehender Pflegeväter gegeben, die oft wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft waren.

Aus: Heike Schmoll, Wie Berlin 30 Jahre lang Kinder an Pädophile vermittelte, FAZ online vom 16. Juni 2020.
Helmut Kentler (1928-2008) genoss in der EKD hohes Ansehen. Er war regelmäßig Mitwirkender auf Deutschen Evangelischen Kirchentagen: 1979 in Nürnberg, 1985 in Düsseldorf, 1987 in Frankfurt am Main, 1989 in Berlin. Sein Einfluss, zusammen mit dem Einfluss weiterer pädosexuellenfreundlicher Personen wie Gerold Becker (Odenwaldschule) und Hartmut von Hentig, führte “zu einem Klima des vermeintlich liberalen Umgangs mit Sexualität in Kirche und Jugendarbeit” (Geschichten, die zählen, Band I, hg. von Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Wiesbaden 2020, S. 39). Die katholische Kirche erwies sich in ihrer Lehre resistenter gegenüber diesem Einfluss, doch gab es moderne und liberale Geistliche, denen die Kirche zu konservativ war, die sich diesem Einfluss öffneten und so dem Missbrauch auch in der katholischen Kirchen breiteren Zugang gewährten. Dies wird heute von modernen Theologen (etwa Stephan Goertz) verdrängt, und wenn jemand wie Benedikt an diese Wunde rührt, wird er heftig angegriffen, cf. meine Analyse.


16. Juni
Podcast-Ranking 2019

Bis Ende 2019 habe ich 37 Episoden meines Podcasts veröffentlicht. Welche Episoden wurden im letzten Jahr am häufigsten gehört? An erster Stelle steht mit weitem Abstand Kann ein Katholik noch an die Kirche glauben? Er hatte 49,9% mehr Hörer als der Podcast auf dem 2. Platz. Das war die Episode Kritischer Verstand.


16. Juni
Entführt und zwangskonvertiert

“Allein im Jahr 2019 wurden rund 1.000 minderjährige Mädchen religiöser Minderheiten in Pakistan von Muslimen entführt, verheiratet und zwangskonvertiert”, erklärte die Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony (Lahore). Der letzte aufsehenerregende Fall war die Entführung der 14jährigen Katholikin Maira Shahbaz aus Faisalaba (Provinz Punjab). Sie wurde am 28. April von drei Männern auf offener Straße in ein Auto gezerrt und entführt.


15. Juni
Gott ist kein Erpresser

Den Charakter der Zehn Gebote können wir nur verstehen, wenn wir die Einladung erkennen, die dahintersteht. Meine Predigt von gestern.

Recktenwald-Predigten · 2. So. nach Pfingsten: Das Geheimnis der göttlichen Einladung

15. Juni
Das Zitat

Eine Not kann dir mehr nützen als tausend Freuden.

Hl. Bonaventura


14. Juni
Die Jungfrau von Guadalupe und ihr Weg nach Mexiko

Von Carolin Holterhoff

3. Folge

Am 18. November 1518 verließ Cortés Santiago de Cuba, um in Havanna und Trinidad noch weitere Vorräte aufzunehmen und Männer zu rekrutieren, von denen die meisten gerade mit Grijalva von der zweiten Expedition zurückgekehrt waren; unter ihnen waren Pedro de Alvarado, Gonzalo de Sandoval und Bernal Diaz del Castillo, der an allen drei Expeditionen teilgenommen und einen ausführlichen Bericht hinterlassen hat. Von ihnen wird er einen ersten, oberflächlichen Eindruck über die Verhältnisse in Mexiko erhalten haben. Seine Flotte bestand nun aus elf Schiffen, 508 Soldaten, 100 Seeleuten, 16 Pferden, 32 Bogen, 13 Musketen, 4 Falkonetten und einigen Bronzekanonen. Auch zwei Priester, der Mercedarier Pater Bartolomé de Olmedo und Juan Diaz waren dabei, da es seit 1503 Vorschrift war, bei solchen Unternehmungen einen Feldgeistlichen mitzunehmen (Rinke, Conquistadoren und Azteken, S. 64). Auf dem Weg nach Mexiko machte er noch auf der Yucatán vorgelagerten Insel Cozumel Halt, wo er Gerónimo de Aguilar ausfindig machte. Dieser hatte acht Jahre zuvor einen Schiffbruch überlebt und lebte seitdem als Sklave bei den Indianern; die übrigen Überlebenden waren den Göttern geopfert worden. Er war dem Glauben treu geblieben und sprach inzwischen fließend yucatekisches Maya. Er war sofort bereit, Cortés als Dolmetscher zu begleiten. Der nächste Halt war der Ort, an dem bereits Córdoba und Grijalva von den Indianern angegriffen worden waren, San Juan de Ullua.

Cortés erging es nicht viel besser als seinen Vorgängern, und am 25. März 1519, dem Fest Mariä Verkündigung, kam es zum Kampf bei dem Ort Cintla, in dem die Chontal-Indianer im Verhältnis 300:1 überlegen waren. Dennoch siegten die Spanier, die nur 70 Verletzte zu beklagen hatten, während die Indianer 220 Tote zählten. Die Spanier dankten der allerseligsten Jungfrau für ihren Sieg. Als Zeichen des Friedens schenkten ihnen die Chontal mehrere Mädchen, von denen eine auf den Namen Marina getauft wurde. Diese sollte sich als wahres Gottesgeschenk erweisen, denn sie entstammte der aztekischen Adelsschicht, war aber von ihrem Stiefvater in die Sklaverei gegeben worden. Sie sprach neben ihrer Muttersprache Nahuatl fließend Chontal-Maya und yucatekisches Maya, so dass Cortés sie gemeinsam mit Aguilar als Dolmetscherin einsetzte. Da sie keinerlei Verpflichtungen mehr gegenüber ihrem Volk verspürte, ließ sie sich ganz auf die Sache der Spanier ein, die sie Donna Marina nannten.

An Gründonnerstag, den 21. April 1519, kamen die Spanier in Mexiko an; an Karfreitag gingen sie an Land, wobei Cortés schwarz gekleidet war. Sie stellten die Standarte auf, feierten die hl. Messe und schlugen ihr Lager auf. An Ostersonntag lud Cortés eine Gesandtschaft des aztekischen Herrschers Montezuma II, die ihnen schon am ersten Tag Grüße Montezumas übermittelt und wertvolle Geschenke überbracht hatte, zum Essen ein. Dabei bekamen sie einen ersten Eindruck von dem, was sie erwartete, denn nachdem Cortés ihnen von seinem König in Spanien erzählt hatte, der sich Freundschaft und Handel mit Montezuma wünsche, besprengten die Azteken das Essen mit Blut, um es zu würzen (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 25). Die Spanier waren angewidert und schockiert. Einige Tage später beteten die Spanier das Angelus-Gebet, wie es damals üblich war; Montezumas Botschafter, der anwesend war, äußerte Unverständnis darüber, wie man vor so einem Kreuz auf die Knie gehen und sich demütigen konnte. Cortés nutzte die Gelegenheit und ließ Pater Olmedo vom christlichen Glauben erzählen. Der Botschafter muss Montezuma darüber berichtet haben, denn kurz darauf brach Montezuma den Kontakt zu den Spaniern ab, da seine Götter ihm verboten hatten, sich weitere Reden über das Kreuz Christi anzuhören (Diaz del Castillo, Die Eroberung von Mexiko, S. 92).

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


13. Juni
Die Prioritätenfrage

Zum morgigen 2. Sonntag nach Pfingsten kann ich die Predigt Das tägliche Gastmahl des Herrn anbieten.


13. Juni
Was den Sektor aufatmen lässt

Geburtsort des “Synodalen Weges” ist das deutschdiözesane System. Man kann kaum falsch liegen mit dem Urteil, dass der vorherbestimmte Horizont der Ziele dieses Weges identisch ist mit dem Wohlbehagen des konfessionellen Beschäftigungssektors. Der “Sektor” atmet auf, wenn Bischöfe ihre Amtsgewalt an denselben “abtreten”, anstatt - unbequem - zu führen. Der Sektor entspannt sich, wenn die Ehemoral über Bord geht. Der Sektor will Frauen und speziell nichtzölibatäre Pastoralreferenten mit der “Ordination” ausstatten, umso dringender übrigens, je geringschätziger man vom überlieferten “Priestermodell” denkt.

Aus: Franz Norbert Otterbeck, Kirchliche Weggemeinschaft oder “Synodalismus”?, in: Theologisches Mai/Juni 2020, Spalten 269-276

Weitere Stimmen zum Synodalen Weg


12. Juni
Als Paul VI. die Handkommunion einführte

(...) Den nächsten Satz sollte man zweimal lesen: „Es steht auch zu befürchten, daß die neue Form der Kommunionspendung Gefahren nach sich zieht: Minderung der Ehrfurcht vor dem allerheiligsten Altarsakrament, Profanierung eben dieses Sakramentes und Verfälschung der rechten Lehre.“ – Was hier befürchtet wird, sind keine Peanuts! Die ‚Minderung der Ehrfurcht‘ und die ‚Profanierung‘ des allerheiligsten Altarsakramentes fällt in den Bereich des ‚Sakrilegs‘; die Verfälschung der rechten Lehre hingegen unter ‚Häresie‘ mit der zu befürchtenden Folge der ‚Apostasie‘.Mit anderen Worten: Von allem Anfang an bestand die ausdrückliche Befürchtung, der ‚neuartige‘ Modus könne für die Kirche tödlich sein!

Nach dieser so klar geäußerten Befürchtung wird in basisdemokratischer Manier das Ergebnis der oben genannten Befragung kundgetan und wie folgt kommentiert: „Nach den vorliegenden Antworten ist also offenkundig die weitaus größte Zahl der Bischöfe keineswegs der Ansicht, die gegenwärtige Praxis solle geändert werden. Ein Gefühl des Unbehagens, zumal im gottesdienstlichen Bereich, wäre bei diesen Bischöfen und sehr vielen Gläubigen die Folge, falls diese Änderung dennoch geschähe.“

Nächster Abschnitt: „In Anbetracht der Meinungsäußerung und Beratung seitens derer, die der Heilige Geist bestellt hat zu Bischöfen, um die (Orts-)Kirchen zu leiten, im Hinblick auf die Bedeutung der anstehenden Frage und auf das Gewicht der Argumente, schien es daher dem Heiligen Vater nicht angezeigt, die seit langem herkömmliche Form der Kommunionspendung zu ändern. Bischöfe und Priester und die Gläubigen ermahnt daher der Apostolische Stuhl, der geltenden und erneut bestätigten Ordnung zu folgen.“

Alles klar? – Man könnte meinen, das verhängnisvolle Dokument sei nun glücklich beendet. Doch Fehlanzeige. Leider geht es weiter, und es folgt genau das Gegenteil vom soeben Gesagten. Den nächsten Absatz möchte man in blutroten Lettern schreiben: „Um jedoch den Bischofskonferenzen zu helfen in der Erfüllung ihres Hirtendienstes, der bei den heutigen Verhältnissen oft genug allzu schwer ist, überträgt der Apostolische Stuhl dort, wo der entgegenstehende Brauch, die Handkommunion nämlich, bereits Eingang gefunden hat, diesen Konferenzen die schwere Last, gegebenenfalls die besonderen Umstände zu prüfen. Voraussetzung ist jedoch: Jegliche Gefahr einer Minderung der Ehrfurcht oder falscher Auffassungen über die allerheiligste Eucharistie ist abzuwenden.“Die Beschlüsse seien in den Bischofskonferenzen in geheimer Abstimmung mit Zweidrittel-Mehrheit zu fassen und dann dem Heiligen Stuhl vorzulegen, der „sodann die einzelnen Fälle einer sorgfältigen Prüfung unterziehen“ werde.

So endet das Dokument. Doch es folgt ein weiteres.

Hat eine Bischofskonferenz formell die Einführung des ‚neuartigen‘Modus erbeten, erhielt sie als Antwort auf den „gestellten Antrag bezüglich der Genehmigung zur Austeilung der Kommunion in die Hand der Gläubigen “den Bescheid, der Heilige Vater gestatte, dass im Gebiet der jeweiligen Bischofskonferenz „jeder Bischof nach seinem Ermessen und Gewissen die Einführung des neuen Ritus der Kommunionausteilung in seiner Diözese “genehmige, „und zwar unter der Bedingung, daß jede Möglichkeit der Überraschung auf Seiten der Gläubigen und jegliche Gefahr der Ehrfurchtslosigkeit gegenüber der Eucharistie vermieden werde“. Weiter werden zur Bewahrung dieserBedingung, folgende Regeln aufgestellt: ...

Aus: P. Martin Ramm, Kommunionhygiene. Lesen Sie den ganzen Text!


12. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meinen Artikel God’s Love as the Source of Morality habe ich auf einer eigenen Seite untergebracht. Meine Predigt über Christi Himmelfahrt habe ich auf der Peter-Kreeft-Seite, meinen Podcast über Kinder und Kritik auf der Museumswärterseite eingebettet. Die drei teils erschütternden Zitate von Birgit Kelle, Stefan Rehder und Stephan Baier (Lebensfähige Kinder zum Tode verurteilt, Schutzbedürftige Frauen?, Resolution gegen Polen) sind jetzt auf der Themenseite zur Abtreibung zu finden.


11. Juni
Kirchengeschichte für Kinder

Zu allen Zeiten hat die von Christus gegründete Kirche Großartiges geleistet: Sie hat eine unzählbare Schar von Helden und Heiligen hervorgebracht und sich in schwieriger Zeit bewährt! Das vorliegende Religionsbuch von P. Michael Ramm FSSP will Kindern ab 12 Jahren die Kirchengeschichte näherbringen, ohne dabei kritische Ereignisse auszuklammern oder zu beschönigen. Die Broschüre bietet auf 50 Seiten einen Streifzug durch 2000 Jahre Kirchengeschichte. Dabei wird mit historischen Quelltexten gearbeitet, die kindgerecht aufbereitet wurden. Beispiele von Heiligen verdeutlichen das segensreiche Wirken der Kirche in den jeweiligen Epochen. Aufgabenteile dienen der Vertiefung.

Die Broschüre kann gegen Spende bei der Petrusbruderschaft bestellt werden.


10. Juni
Vergiften ist kein Zeichen von Liebe

Die 48. Episode meines Podcasts trägt den Titel Credidimus Caritati. So lautete der Wahlspruch von Erzbischof Marcel Lefebvre. Es geht in dieser Episode aber grundsätzlich um die Frage, was Rechtgläubigkeit und Modernismus mit Liebe zu tun haben.


10. Juni
Unredlich

Von einer „Weiterentwicklung der katholischen Sexuallehre“ kann also keine Rede sein, wenn der Gehalt dessen, was weiterentwickelt werden soll, verloren geht. Der Hinweis [im Arbeitspapier “Zur Weiterentwicklung katholischer Sexuallehre” des Synodalforums “Sexualmoral”] darauf, dass „viele Aspekte der kirchlichen Sexualmoral“ „von einer Mehrheit der Gläubigen nicht verstanden“, „nicht als sündhaft betrachtet wird und folgerichtig auch nicht Gegenstand des Beichtgespräches“ sind, ist unredlich. Man hat bei uns diese Sexualmoral Generationen junger Menschen vorenthalten und will nun das Ergebnis dieses Versäumnisses zur Grundlage ihrer Abschaffung machen.

Aus: Christian Spaemann, Ideologie der „Vielfalt“. Auch der Synodale Weg träumt mit vom „Neuen Menschen“. Doch was bedeutet das für das christliche Menschenbild?, welt&Kirche 04, S. 7. Es handelt sich bei welt&Kirche um die 4. Beilage der Tagespost zum Synodalen Weg. Sie widmet sich dem Thema “Sexualität - braucht die Kirche Nachhilfe?” Exemplare zum Verteilen wie auch die früheren Ausgaben 1 bis 3 kann man bei der Tagespost bestellen.


9. Juni
We have already survived the more toxic epidemic

By P. Engelbert Recktenwald FSSP

It is impressive to witness the scrupulosity with which the Church does it utmost to protect people from contracting coronavirus disease. In some dioceses, not only are all public Masses suspended, but priests are forbidden from administering the sacraments even in individual cases, be it the Sacrament of Penance, Baptism, Anointing of the Sick or Holy Communion. The only exceptions are in cases of mortal danger.

But it is precisely such scrupulosity which I have found lacking for decades in the Church’s efforts to protect the faithful from contracting the virus of heresy. The one virus leads to physical death, the other to spiritual death. The one is invisible, the other is ... weiterlesen


9. Juni
Francesco Albertini

Vor 250 Jahren, am 9. Juni 1770, wurde in Rom Francesco Albertini geboren. Er war der geistliche Begleiter des hl. Kaspar del Bufalo (1786-1837) und gründete 1808 mit diesem zusammen die Bruderschaft vom Kostbaren Blut, deren Ziel die Erneuerung des Glaubens und der Kirche durch die Schulung geistlich gebildeter Laien-Missionare war. Am 29. März 1819 wurde er zum Bischof von Terracina ernannt und am 18. April geweiht. Er starb aber bereits im selben Jahr am 24. November.


8. Juni
Christenverfolgung in Nigeria

Wie die nigerianische Menschenrechtsorganisation “International Society for Civil Liberties & Rule of Law” berichtet, wurden von Jahresbeginn 2020 bis Mitte Mai mindestens 620 Christen durch Angriffe radikaler Islamisten und Fulani-Nomaden getötet. Die Angreifer hätten Hunderte Häuser und Dutzende Kirchen zerstört. 150 Tote gingen auf das Konto der radikal-islamischen Terrormiliz Boko Haram und ihrer Verbündeten, mehr als 470 auf das Konto der muslimischen Fulani-Hirten.

Aus dem PUR-Magazin, Juni 2020


8. Juni
Der Heilige Geist, der Vollender

Meine gestrige Predigt zum Dreifaltigkeitsfest (mir Gregor von Nyssa und Friedrich Nietzsche).

Recktenwald-Predigten · Dreifaltigkeit: Der Heilige Geist, der Vollender

7. Juni
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

71. Folge

§ 31. Organischer Zusammenhang der beiden Arten der Sendung als Momente einer Totalsendung. Erklärung der noch übrigen Momente

1. Aus dem Gesagten ergibt sich von selbst der Unterschied der beiden Arten der innern Sendung. Es ist klar, daß die letztere Art, für sich genommen, vollkommener die Idee der Sendung erfüllt als die erste. In der ersten nämlich werden die ewigen Ausgänge eigentlich bloß nachgebildet und nur insofern weitergeführt, als ein anderer, analoger Ausgang einer Wirkung von Gott aus in die Geschöpfe, wenn auch in noch so inniger Weise, sich an dieselben anschließt. Hier hingegen wird der Terminus des ewigen Ausganges, die prozedierende Person als solche, in Rapport mit der Kreatur gesetzt, um gerade als das, was sie durch ihren ewigen Ausgang ist, in derselben zu wohnen und sich darzustellen.

Aber in Wahrheit lassen sich diese bei den Arten der Sendung nur der Idee nach unterscheiden. Wir haben es bereits gesagt, diese beiden Arten bilden einen unzertrennlichen lebendigen Organismus, der als die eine volle Sendung betrachtet werden muß, zu welcher beide zusammenfließen. Wie das? Die Erklärung liegt schon im Vorhergehenden. Nur dadurch können wir den Heiligen Geist, der in Gott zugleich der Ausfluß der väterlichen Liebe des Vaters und der kindlichen Liebe des Sohnes ist, als das Pfand der väterlichen Liebe Gottes zu uns erfassen, daß die übernatürliche kindliche Liebe zu Gott in uns ausgegossen wird als ein Ausfluß derselben Liebe, aus welcher der Heilige Geist hervorgeht; und ebenso wird die Liebe des Heiligen Geistes nur dazu in unsere Herzen ausgegossen, daß wir durch sie das im Heiligen Geiste von Gott dargebotene Pfand seiner Liebe umfangen. Ja in gewisser Beziehung wird die übernatürliche Liebe auch eben durch den Heiligen Geist als ihr Objekt entzündet und entflammt; der Beweggrund der Liebe ist nämlich auch ein Zündstoff, ein Ferment für dieselbe, und das ist der Heilige Geist ganz vorzüglich, als der lebendige Ausdruck, die Anhauchung der göttlichen Liebe zu uns. So haben wir im Grunde nur einen Strom, einen Prozeß, in welchem der Heilige Geist zugleich als Urtypus, als Objekt und Ferment unserer Liebe in uns ausgegossen, in uns gesandt wird. Gerade in dieser dreifachen Bedeutung kann das unaussprechlich tiefe und reiche Wort des Apostels verstanden werden, wenn er sagt: “Die Liebe Gottes (die Liebe zu Gott oder auch die Gott eigene Liebe) ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.” [68]

Ähnlich beim Sohne Gottes, Nur dadurch wird der Sohn Gottes (im zukünftigen Leben und im Verhältnis auch im gegenwärtigen) als solcher der Gegenstand unseres Genusses, daß das Licht, aus dem er selbst geboren worden, das Licht der göttlichen Natur und Erkenntniskraft, wie in ihn, so auch in uns ausgestrahlt wird und in uns, ähnlich wie in ihm, einen Abglanz der Natur des Vaters hervorbringt: und umgekehrt, nur dazu wird dieses Licht in uns ausgestrahlt, daß wir den Sohn als den Spiegel des Vaters und in ihm den Vater selbst erkennen und schauen. Da aber das Objekt, wie bei der Liebe als Ferment, so bei der Erkenntnis als leuchtend und durch sein Licht das Auge anregend gedacht werden muß, so wird in gewisser Beziehung auch gerade durch das Einleuchten des Objektes die Erkenntnis hervorgebracht, so muß also der Sohn Gottes auch als ein uns entgegenstrahlendes Objekt erscheinen, das unsere Erkenntnis sollizitiert. Hier haben wir somit eine unteilbare Einstrahlung des Sohnes Gottes in unsere Seele in seinem dreifachen Auftreten als Urtypus, als Objekt und Motiv unserer übernatürlichen Erkenntnis; und dieser unteilbare und doch so reiche Prozeß, diese Sendung des Sohnes Gottes in unsere Seele hat der Apostel mit lebendigen Zügen dargestellt in den bereits erwähnten herrlichen Worten: “Gott leuchtet in unsere Herzen hinein zur hellen Erkenntnis seiner Herrlichkeit im Angesichte Christi Jesu” (2 Kor 4,6).

Die beiden Arten der Sendung bedingen sich also und durchdringen sich wesentlich und sind so enge zu einem Ganzen verschmolzen, daß sich die einzelnen Teile des Organismus kaum auseinanderhalten lassen. Der allgemeine Ausdruck für das Ganze ist der: die Sendung einer göttlichen Person geschehe darin und dadurch, daß die vernünftige Kreatur dieselbe partizipiere (die metoxé, koinonía bei den griechischen Vätern). Aber um diese Partizipation gehörig zu verstehen, muß man in derselben die Assimilation und die Verbindung mit der partizipierten Person genau unterscheiden. Ohne eine Assimilation mit der gesandten Person ist die Sendung überhaupt nicht zu denken; aber formell darin, daß die göttliche Person in der Kreatur ein Bild ihrer selbst findet, kann die Sendung oder der reale Eintritt derselben in die Kreatur nicht enthalten sein. Der reale Eintritt der göttlichen Person in die Kreatur liegt vielmehr darin, daß sie in der Assimilation und durch dieselbe mit der Kreatur sich verbindet, daß sie nämlich der Kreatur als Siegel wunderbar nahe tritt, um dieselbe mit sich zu assimilieren und durch die Assimilation sich der Kreatur als deren Eigentum zum Besitze und Genusse darzubieten. Je nachdem der Eintritt als Prinzip oder als Ziel der Assimilation gedacht wird, haben wir die Sendung der ersten oder die der zweiten Art. Da aber der erstere Eintritt durch die aus ihm resultierende Assimilation eben zum zweiten führt, so fügen sich beide Arten des Eintrittes in unlösbarer Einheit zu einer gnadenvollen Einkehr und Einwohnung zusammen.

Anmerkungen:

[68] Röm 5, 5. Zunächst will der Apostel sagen, daß die “caritas creata” durch den in uns ausgegossenen Heiligen Geist, die persönliche “caritas increata”, uns zuteil werde; aber das “gegeben werden” des Heiligen Geistes kann auch auf den durch die “caritas creata” uns zuteil werdenden Besitz desselben bezogen werden.

Wird fortgesetzt


6. Juni
Der Himmel in uns

Zum morgigen Dreifaltigkeitsfest kann ich zwei Predigten anbieten: Wir feiern den Himmel und Gott über uns - Gott mit uns - Gott in uns.


6. Juni
Bischof Andrew Francis

Vor drei Jahren, am 6. Juni 2017, starb in Lahore im Alter von 70 Jahren Bischof Andrew Francis von Multan, Pakistan. Obwohl selber Opfer mehrerer islamistischer Anschläge, arbeitete er unter schwierigsten Bedingungen aus tiefem katholischen Glauben heraus an einer Aussöhnung zwischen Christen, Muslimen und Hindus. Am 8. Dezember 2012 weihte er seine Diözese dem Unbefleckten Herzen Mariens.


6. Juni
Die Märtyrer von Uganda

Vor 100 Jahren, am 6. Juni 1920, wurden die Märtyrer von Uganda seliggesprochen. Es handelt sich um den hl. Karl Langwa (1865-1886) und 21 Gefährten. Durch die Missionare des Kardinals Lavigerie waren sie zum Glauben gekommen. Wegen ihres Glaubens wurden sie unter Mwanga II. (1884–1903) bei lebendigem Leib zerstückelt und verbrannt. Am 8. Oktober 1964 wurden sie heiliggesprochen.


5. Juni
Den Sündern gnädig

Von P. Engelbert Recktenwald

Dieser Text ist als fünfter meiner Beiträge (von sieben) zu den Corona-Exerzitien der Tagespost erschienen. Die ersten vier finden Sie hier.

In seinen “Betrachtungen über die christliche Lehre” fragt der hl. John Henry Newman, woher es komme, dass wir in einer so elenden Welt leben. Von diesem Elend gibt er eine ausführliche Schilderung, in der es unter anderem heißt: “Welch schreckliche Plagen ziehen hin über die Erde: Krieg, Hungersnot und Seuchen! Warum das alles, o mein Gott!” Seine Antwort ist eindeutig: Alle diese Übel sind eine Frucht der Sünde, “sie sind nur die erste Rate der Sündenstrafe.”

Newman schildert drastisch alle möglichen Leiden, “Schmerzen in jedem Glied, Durst, Ruhelosigkeit und Fieberwahn”, um dann zu sagen, dass dies alles nichts im Vergleich sei zu der “furchtbaren Krankheit der Seele, die wir Sünde nennen.” Sie sind nur ein schwaches Bild der Sünde, ihr Schatten. “Lehre mich, was die Sünde ist!”, bittet Newman den Herrn in diesem Gebet, das sich an den “unendlich barmherzigen Gott” richtet. Es geht darum, zu erkennen, dass die Sünde “ein unendlich größeres Übel als Pest, Hunger und Krieg” sei.

Es ist interessant zu sehen, wie sehr selbst fromme Christen diese Sichtweise verlernt haben. Statt angesichts des Elends in der Welt eine klarere Erkenntnis über den Charakter der Sünde zu gewinnen, verdunkelt sich eher ihr Bild von Gottes Güte. Sie schieben Gott den Schwarzen Peter zu: “Wie kannst du das zulassen? Warum hast du das getan?”

Die richtige Sichtweise geht genau in die umgekehrte Richtung und wird uns in den Improperien, den Heilandsklagen des Karfreitags gelehrt. Da ist es der geschundene Herr, der uns fragt: “Mein Volk, was habe ich dir getan, womit nur habe ich dich betrübt? Antworte mir.” So lautet der Refrain nach jeder Aufzählung dessen, was der Herr für sein Volk getan hat, z.B.: “Vierzig Jahre habe ich dich geleitet durch die Wüste. Ich habe dich mit Manna gespeist und dich hineingeführt in das Land der Verheißung. Du aber bereitest das Kreuz deinem Erlöser.”

Newman hatte das verstanden: “Ich habe Dich ans Kreuz geschlagen, meine Sünde hat es getan”, schreibt er in seiner Betrachtung über die Hässlichkeit der Sünde. Er bekennt in vielen Wendungen vor dem Herrn seine Strafwürdigkeit. Und gerade deshalb ist die Barmherzigkeit des Herrn seine große Hoffnung, und wird er nicht müde, den Herrn zu loben: “Du bist überaus schön in Deiner ewigen Natur, o Herr. Du bist auch schön in Deinen Leiden.”

Was für ein Gegensatz zur heutigen Mentalität, die glaubt, dass erfahrenes Leid irgendeine Richterkompetenz über Gott verleihe! Als Seelsorger begegne ich immer wieder Menschen, die unter einem schweren Kreuz stöhnen. Diese meine ich nicht. Sie haben alles Recht auf Ernstgenommenwerden, Hilfe und Trost. Ich meine eher jene Betroffenheitsrhetorik und das Pseudopathos, mit dem selbst manche Theologen Gott anklagen, aber auch manche Fälle von Weinerlichkeit, mit der fromme Christen in Coronazeiten mehr sich selbst als den leidenden Herrn beklagen und bejammern!

Sind wir unzufrieden mit Gott? Bei vielen Heiligen können wir erkennen, dass sie nicht ein Problem damit hatten, dass Gott zu wenig, sondern dass er zu viel liebt. Seine kostbare Liebe verschwendet er an ein undankbares, widerspenstiges Geschlecht, dem er immer und immer wieder verzeiht. Deshalb wollte die kleine hl. Theresia sich als ein Ganz-Brandopfer der barmherzigen Liebe weihen, damit diese eine Herz findet, wo sie angenommen wird.

Wenn Christus im Gleichnis uns das Gebet des Zöllners „Sei mir Sünder gnädig“ als Vorbild hinstellt, dann bedeutet dies eine Absage an jede Anspruchsmentalität Gott gegenüber. Die Betrachtungen des hl. John Henry Newman sind nichts anderes als eine ausführliche Entfaltung dieses Gebets. Sie sind für uns ein kostbarer Wegführer, um uns auch in diesen schweren Zeiten dankbar als von Gottes Liebe Beschenkte zu wissen.

Diesen Text können Sie auch hören.


4. Juni
Monatsranking Mai 2020

Platz Monatsranking Mai 2020
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 670 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Zitatensammlung

+ 6
2

Beiträge zum Islam im Unterschied zum Christentum

- 1
3

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+ 5
10

Recktenwald: Der Gottesbeweis Anselms v. Canterbury

- 5
20

Recktenwald: Die menschliche Handlung

- 2
30

Katholische Kirche und Nationalsozialismus

- 11
40

Swinburne: Gibt es einen Gott?

+ 18
50

Robert Spaemann

- 7
60

Maria Pinsker: Pater Pio und die geordnete Liebe

+ 28
100

Leo Kardinal Scheffczyk:
Entmythologisierung und Glaubenswahrheit in mythenloser Zeit

+ 89

Zum Ranking der Vormonate


4. Juni
Maria Elisabeth Hesselblad

Vor 150 Jahren, am 4. Juni 1870, wurde im schwedischen Herrljunga-Fåglavik Maria Elisabeth Hesselblad geboren. Mit 18 Jahren zog sie nach Amerika, lernte dort Katholiken kennen und konvertierte 1902 bei P. Giovanni Giorgio Hagen SJ zur katholischen Kirche. In Rom gründete sie ein Kloster der Birgittinnen, das während des Zweiten Weltkriegs Juden und andere Verfolgte aufnahm und rettete. Sie starb am 24. April 1957 in Rom. Im Jahr 2000 wurde sie seliggesprochen, 2005 wurde sie von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt und 2016 heiliggesprochen.


3. Juni
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt über die Rose, von der wir leben, habe ich auf der Seite über Freiheit und Unterwerfung eingebettet, die über das unterschätzte Geschenk auf der Gebetsseite. Meine Podcastepisode über die Kirche finden Sie auf der Seite über den mündigen Christen, Bischof Voderholzers Kritik an der Themenauswahl des Synodalen Wegs (Worum geht es?) auf der Statistikseite.


3. Juni
Luigi Padovese

Vor zehn Jahren, am 3. Juni 2010, wurde im türkischen Iskenderun Luigi Padovese, Apostolischer Vikar von Anatolien und Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz, von seinem Chauffeur erstochen. Dieser schnitt ihm von hinten mit dem Ruf Allahu Akbar (Allah ist groß) den Hals durch. Dass der Chauffeur, ein Muslim, einige Jahre zuvor katholisch geworden sei, wurde von seinem Anwalt wie auch von Erzbischof Ruggero Franceschini von Smyrne zurückgewiesen. Dieser war der Vorgänger Padoveses in Anatolien und kannte den Chauffeur, der der Neffe eines früheren Bürgermeisters Iskenderuns war, persönlich.


31. Mai
So schnell kann’s gehen

Vor 100 Jahren, am 31. Mai 1920, wurde die hl. Ursula Ledóchowska (1865–1939) von Papst Benedikt XV. empfangen. Die Heilige wollte ihm ihren Plan der Gründung einer Gemeinschaft vorlegen, die ihr bereits erfolgreich begonnenes Apostolat unter Waisenkindern fortsetzen sollte. Diese Audienz wurde ein Fehlschlag, weil der Papst nur lückenhaft informiert war. Der Rückschlag war für Ursula so schlimm, dass sie eine heftige Fieberattacke bekam, so dass sie von ihrer Schwester, der seligen Maria Theresia Ledóchowska, gepflegt werden musste. Doch der Papst wurde nachträglich über den wahren Sachverhalt informiert und zögerte nicht, seine Entscheidung zu revidieren. Am 7. Juli 1920 ermächtige er sie, “ihr autonomes Kloster in eine religiöse Kongregation umzuwandeln. Dies war die Geburtsstunde der Kongregation der Ursulinen vom Herzen Jesu in Agonie, die sich um die Erziehung minderbemittelter junger Mädchen, um Arme, Alte und Kinder kümmern sollte” (Quelle).
Ursula Ledóchowska wurde 1983 selig- 2003 heiliggesprochen.


31. Mai
Texas

Vor 10 Jahren, am 31. Mai 2010, wurde die Niederlassung der Petrusbruderschaft in Tyler (Texas), das Haus St. Pedro Maldonado, kanonisch errichtet.


31. Mai
Wien

Vor 25 Jahren, am 31. Mai 1995, wurde die Niederlassung der Petrusbruderschaft in Wien, das Haus St. Leopold, kanonisch errichtet.


30. Mai
Die Seele der Kirche

Eine Predigt von mir zum Pfingstfest.


30. Mai
Chesterton-Video

Vor zehn Jahren habe ich mein erstes, selbstgebasteltes Video auf Youtube veröffentlicht. Es ging über Chesterton.


30. Mai
Pierina de Micheli

Vor zehn Jahren, am 30. Mai 2010, wurde Pierina de Micheli (1890-1945) seliggesprochen. Durch ein mystisches Erlebnis im Alter von elf Jahren wurde die Mailänderin zu einer großen Verehrerin des heiligsten Antlitzes Jesu.


29. Mai
Wir brauchen standhafte Christen!

Mein neuester Podcast: Die hl. Edith Stein zeigt uns, was Standhaftigkeit in Krisenzeiten bedeutet.


29. Mai
Mary Elizabeth Lancaster

Vor einem Jahr, am 29. Mai 2019, starb im Alter von 95 Jahren Mary Elizabeth Lancaster. Sie trat in den Benediktinerinnenorden ein und legte als Schwester Mary Wilhelmina mit 20 Jahren ihre Gelübde ab. 1995 gründete sie in der Diöese Scranton zusammen mit P. Arnauld Devillers FSSP die Benediktinerinnen von Maria, der Königin der Apostel, die sich dem Gebet für die Priester widmen.


28. Mai
Fenster in die Zeitlosigkeit

Die traditionelle Liturgie ist ein wunderbarer Ausdruck unseres Glaubens - reich an Symbolen, Handlungen und Ästhetik. Ich sehe, dass sich zunehmend junge Menschen für diese Liturgie interessieren, weil sie ein Fenster in die Zeitlosigkeit öffnet, während die Zeit immer schneller rennt. Sie bietet auch einen Gegenpol zu uns selbst, indem sie das Heilige, Ewige und Vollkommene in den Fokus rückt.

Aus: Kristina Bullova, In den Sinuskurven des religiösen Lebens, in: Vatican-Magazin Mai 2020, S. 67.

Weitere Zeugnisse über die traditionelle Liturgie


27. Mai
Das Zitat

Nichts darf Ihnen als Hindernis auf dem Weg zu Ihm erscheinen. Achten Sie nicht so sehr darauf, ob Sie begeistert oder mutlos sind; es gehört zum Gesetz der Verbannung, dass man so von einer Verfassung in die andere wechselt. Glauben Sie dann, dass er sich niemals verändert, dass Er in Seiner Güte sich immer über Sie neigt, um Sie mitzunehmen und in Sich zu bergen.

Hl. Elisabeth von der Dreifaltigkeit


27. Mai
Sklerotische Ortskirche

Schon bei seinem [Johannes Pauls II.] ersten Deutschland-Besuch 1980 trat ihm eine Vertreterin des BDKJ gegenüber und forderte nach Ton und Inhalt, was nach Ton und Inhalt auf dem Synodalen Weg bis heute nachhallt. Einem kraftstrotzenden Inspirator der Weltkirche auf dem Weg ins dritte Jahrtausend stand zunehmend eine in Abwehrkämpfen organisierte sklerotische Ortskirche gegenüber. Die Liste der Auseinandersetzung ist lang: die Weltjugendtage störten die Kreise der kirchensteuerfinanzierten Verbandsjugend. Der Weltkatechismus wurde als Rückfall in die schwarze Pädagogik entsorgt...

Aus: Oliver Maksan, Die verpasste Chance, in der Tagespost vom 22. Mai 2020.

Weitere Schlaglichter auf den Zustand der deutschen Kirche


26. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Das Zeugnis von Pfr. Andreas Palocsay über seine Erfahrung mit den Brigittagebeten ist auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Predigt Christus in der Gewalt seiner Feinde ist auf der Christkönigtumsseite eingebettet, die Predigt Erlösung ist wie Fußball auf der Erbsündeseite. Das erhellende Schlaglicht, das Hedwig von Beverfoerde auf Kentlers pädophiles Netzwerk wirft, finden Sie auf der einschlägigen Themenseite (Genderideologie: Welches Netzwerk?).


26. Mai
Eisiges Schweigen

Erinnert man sich noch an den ebenso wütenden wie pöbelhaften Proteststurm, mit dem der Essener Katholikentag von 1968 auf Pauls VI. längst als prophetisch erkannte „Pillenenzyklika“ Humanae vitae geantwortet hat? Damals hatten sich nur zwei der deutschen Moraltheologen - Gustav Ermecke und Bernhard Schöpf – auf die Seite des Papstes geschlagen. Sie wurden gnadenlos dafür abgestraft. Weiß man noch, dass Kardinal Döpfner, Vorsitzender der DBK, jenen Brief des Berliner Kardinals Bengsch an die DBK, in dem die Bischöfe der DDR sich zur Enzyklika des Papstes bekannten, einfach unterschlagen hat? Nur so konnte es zu jener „Königsteiner Erklärung“ kommen, in welcher die DBK den Gebrauch von Antikonzeptiva dem individuellen Gewissensurteil überließ. Damit war ein Dammbruch geschehen. Johannes Pauls II. wiederholte Aufforderung, die fatale Erklärung zu revidieren, wurde seitens der DBK mit eisigem Schweigen beantwortet.

Aus: Walter Kardinal Brandmüller, Wer im Glashaus sitzt, in der Tagespost vom 7. Mai 2020


25. Mai
Das Zeugnis des Heiligen Geistes

Christus sagt voraus, dass der Heilige Geist Zeugnis von ihm ablegen wird. Worin besteht dieses Zeugnis? Nach dem hl. Thomas von Aquin ist es ein dreifaches. Das habe ich gestern in der Predigt zum Sonntag nach Christi Himmelfahrt erklärt.

Recktenwald-Predigten · Sonntag nach Himmelfahrt: Das Zeugnis des Heiligen Geistes

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25. Mai
Christopher Dawson

Vor 50 Jahren, am 25. Mai 1970, starb in Budleigh Salterton, Devon, England, Christopher Dawson, einer der bedeutendsten Historiker des 20. Jahrhunderts. Er wurde am selben Tag geboren wie Dietrich von Hildebrand, am 12. Oktober 1889. Beide wurden auch im selben Jahr katholisch, 1914. Seine Werke trugen dazu bei, dass der Philosoph Michael Dummett zum Glauben an Gott fand. Sein berühmtestes Werk ist Die Gestaltung des Abendlandes, ebenso lesenswert ist Die wahre Einheit der europäischen Kultur.


23. Mai
Trost und Hoffnung

Morgen feiern wir den Sonntag nach Christi Himmelfahrt. Dazu kann ich drei verschiedene Predigten anbieten, die ich 2016, 2017 und letztes Jahr gehalten habe.


23. Mai
Albert Christian Sellner

Vor 75 Jahren, am 23. Mai 1945, wurde in Litoměřice, Tschechoslowakei, der Publizist Albert Christian Sellner geboren. Zunächst überzeugter Kommunist, fand er schließlich zum katholischen Glauben. Als der emeritierte Papst Benedikt letztes Jahr wegen seiner Ursachenanalyse der kirchlichen Missbrauchsskandale heftig kritisiert wurde, gab ihm Sellner als ehemaliger 68er ausdrücklich recht. Sein Artikel Die "Sexuelle Revolution" und ihr Scheitern erschien im Vatican-Magazin, auf CNADeutsch und als Vorwort in dem Buch Ja, es gibt Sünde in der Kirche – Zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche, fe-medienverlag.


23. Mai
Oliver Plunkett

Vor 100 Jahren, am 23. Mai 1920, wurde Oliver Plunkett (1625-1681), ein Märtyrer der anglikanischen Katholikenverfolgung unter Karl II., seliggesprochen. Die Heiligsprechung folgte am 12. Oktober 1975.


22. Mai
Hat Er uns verlassen?

Meine Predigt zu Christi Himmelfahrt: verstehen, welchen Vertrauensbeweis der Herr uns entgegengebracht hat.

Recktenwald-Predigten · Christi Himmelfahrt: Hat Er uns verlassen?

22. Mai
Über den Sprachgenderismus

Redewendungen wie "Übung macht den Meister" oder "Der Klügere gibt nach" dürften nicht mehr gebraucht werden, weil die geschlechtsübergreifende Bedeutung nicht mehr gedacht werden darf. Sätze wie "Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer" könnten überhaupt nicht mehr formuliert werden, da die sprachfeministisch korrekten Versionen "Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen" oder "Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen und Zuhörer" ad absurdum führen würden. (...) Der Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie ...

Der Dichter Reiner Kunze in den Passauer Neuen Nachrichten. Der Text ist zwar schon zwei Jahre alt, aber aktueller denn je und überaus lesenswert.


21. Mai
Das Zitat

Eine sorgfältige Hausmutter tut alle Tage den Staub von ihrem Hausgerät, damit er sich nicht zu dick und fest ansetzt. Ein sorgfältiger, kluger Schiffer schöpft alle Tage das Wasser aus, das unbemerkt und allmählich in das Schiff dringt. Will der Mensch ein reines Herz behalten, so ist es nötig, dass er alle Tage den Schmutz wieder auskehre und das Gewissen durch tägliche Prüfung sauber halte. Sonst wird es mit Schmutz dermaßen gefüllt, dass er sich endlich selbst scheut und schämt, hineinzugehen und den Greuel der Verwüstung anzuschauen.

Hl. Bernhard von Clairvaux


21. Mai
Das Erlebnis von Hellmut Laun

Eine Predigt zu Christi Himmelfahrt. Hellmut Laun war der Vater von Weihbischof Andreas Laun.


20. Mai
Zum Vater

Eine Predigt von Franz Prosinger über Joh 16, 28 zum fünften Sonntag nach Ostern.


20. Mai
Bücher mit Wirkung

Bücher wirken. Wenn es gut läuft, wirken sie in der Tiefe. Diese Erfahrung habe ich mehrfach mit Seewald-Ratzinger-Büchern gemacht. Nur ein Beispiel: “Salz der Erde” faszinierte einen Geschichts-Lehrer meiner früheren Schule - ein ziemlich kritischer Geist - derart, dass er begann, sich intensiv mit der Theologie Ratzingers zu befassen. Schließlich konvertierte er und wurde mit Freude katholisch. Warum ich das erwähne? Weil ich Ihrer Benedikt-Biografie genau solche Tiefenwirkung wünsche.

Markus Reder in seinem Offenen Brief an Peter Seewald in der Mai-Ausgabe des Vatican-Magazins, anlässlich der Publikation von Seewalds monumentaler Ratzinger-Biographie.


19. Mai
Was ist entscheidend?

Bitte schieben wir nicht immer alles auf die Bischöfe! Entscheidend ist doch, dass sich nun die wahren Christen zeigen, die Liebe, Hoffnung, Glaube, Zuversicht und Gottvertrauen ausstrahlen. Es gibt im Augenblick so viele Möglichkeiten, im eigenen Umfeld ein Zeugnis für Christus abzulegen, apostolisch und missionarisch zu sein, dass einem der Röhrenblick, mit dem manche einzig und allein auf die Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste schauen, schon verdächtig vorkommen muss.

Aus dem Editorial von Guido Horst Spiritualisierung der Herzen in der Mai-Ausgabe des Vatican Magazins.


18. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt über die Glaubensprobe der Jünger habe ich auf der Glaubensjahrseite eingebettet, die Predigt Wer von euch kann mich einer Sünde beschuldigen? auf der Seite mit dem Artikel von P. Conrad über Jesu Tod. Der Hinweis Stefan Meetschens auf die erstmalige deutschsprachige Erscheinung von Bellocs Werk über die Häresien Mit Stil und Analysekraft findet sich auf der Chesterton-Seite (ganz unten), das Schlaglicht (Kinsey, Kentler, Sielert) auf ein pädophiles Netzwerk auf der einschlägigen Themenseite.


18. Mai
Karol Józef Wojtyła

Vor 100 Jahren, am 18. Mai 1920, wurde in Wadowice Karol Józef Wojtyła geboren. Als Papst Johannes Paul II. regierte er die Kirche ab dem 22. Oktober 1978. Er starb am 2. April 2005 und wurde am 1. Mai 2011 selig-, am 27. April 2014 heiliggesprochen. Die Wirkung seines Pontifikats wurde zu einem großen Teil blockiert durch die Gegnerschaft vieler Vertreter einer von ihm so benannten pseudotheologischen Kultur.


16. Mai
Unsere Wunderwaffe

Morgen feiern wir den 5. Sonntag nach Ostern. Dazu kann ich meine Predigt über das Geschenk des Gebetes anbieten.


16. Mai
Kruzifixurteil

Vor 25 Jahren, am 16. Mai 1995, verkündete das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe das berühmte Kruzifixurteil: Das Anbringen eines Kreuzes oder Kruzifixes in den Unterrichtsräumen einer staatlichen Pflichtschule verstoße gegen die Religionsfreiheit. Dazu schrieb ich einen Kommentar, der in der italienischen Zweimonatszeitschrift La Nuova Europa (Ausgabe vom März/April 1996) unter dem Titel Non è solo una questione di valori umani erschienen ist. Die deutsche Fassung kann man auf kath-info lesen.


16. Mai
Johanna von Orleans

Vor 100 Jahren, am 16. Mai 1920, wurde Jeanne d’Arc (1412-1431) heiliggesprochen. Drei Tage zuvor wurden Margareta Maria Alacoque (1647-1690) und Gabriel von der schmerzhaften Mutter (1838-1862) heiliggesprochen. Diese drei Heiligsprechungen waren die einzigen Heiligsprechungen im Pontifikat Benedikts XV. (1914-1922).


15. Mai
José Alves Correia da Silva

Vor 100 Jahren, am 15. Mai 1920, wurde José Alves Correia da Silva (1872-1957) zum ersten Bischof der neu errichteten Diözese Leiria ernannt. In dieser Diözese liegt Fatima. Am 13. September 1939 approbierte Bischof José die Übung der fünf Herz-Mariä-Sühnesamstage, die auf die Fatimaseherin Schwester Maria Lucia von Jesus zurückgeht. Diese hatte am 10. Dezember 1925 in Pontevedra als Novizin im Institut der hl. Dorothea eine Erscheinung der Muttergottes, die zu ihr sprach:
“Meine Tochter, siehe mein Herz, umgeben von Dornen, mit denen es die undankbaren Menschen durch Lästerungen und Undankbarkeiten ständig durchbohren. Bemühe wenigstens du dich, mich zu trösten und mache bekannt, dass ich verspreche, all jenen in der Todesstunde mit allen Gnaden, die für das Heil dieser Seelen notwendig sind, beizustehen, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mit mir eine Viertelstunde Gesellschaft leisten, indem sie die Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten, in der Absicht, mir dadurch Sühne zu leisten.”


14. Mai
Louise-Thérèse Montaignac de Chauvance

Vor 200 Jahren, am 14. Mai 1820, wurde in Le Havre-de-Grâce Louise-Thérèse Montaignac de Chauvance geboren. Sie war eine glühende Verehrerin des Heiligsten Herzens Jesu, gründete die Kongregation der Oblatinnen des Heiligsten Herzens Jesu und starb am 27. Juni 1885 in Montluçon. Am 4. November 1990 wurde sie seliggesprochen.


13. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

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Die Osterpredigt, in der ich die ehrenvolle Aufgabe erwähne, die der Herr den Frauen anvertraut hat, habe ich auf der Seite über das Frauendiakonat eingebettet. Dort findet man auch das Zitat des Theologen Karl-Heinz Menke über das Zweite Vatikanische Konzil, über dessen Lehre sich die Befürworter des Frauendiakonats hinwegsetzen. Wer ist frauenfreundlich? Die Antwort von Stefan Rehder findet sich auf der Seite über den Marsch für das Leben. Die Predigt über das Wunder der Brotvermehrung ist auf der Kapharnaumsseite eingebettet.


13. Mai
Robert Bellarmin

Vor 20 Jahren, am 13. Mai 2000, hielt ich im Rahmen der Hauptversammlung der Vereinigung Pro Missa Tridentina die Predigt. Sie ging über den Tagesheiligen. Unter den Zuhörern waren die Philosophen Walter Hoeres und Robert Spaemann. Jener kritisierte im Anschluss, ich hätte die kirchliche Krise verharmlost, dieser widersprach. Liebenswürdige Erinnerungen...


13. Mai
Heiligsprechung

Vor 100 Jahren, am 13. Mai 1920, wurden Margareta Maria Alacoque (1647-1690) und Gabriel von der schmerzhaften Mutter (1838-1862) heiliggesprochen.


12. Mai
Marienweihe der Priester

Vor zehn Jahren, am 12. Mai 2010, weihte Papst Benedikt XVI. in Fatima die Priester dem Unbefleckten Herzen Mariens. Unter anderem betete er:

“Als Nachfolger Petri, dem die Sendung anvertraut wurde, in der Kirche Christi den Vorsitz in der Liebe zu führen und alle im Glauben und in der Hoffnung zu stärken, will ich zu deinem Unbefleckten Herzen die Freuden und Hoffnungen, die Schwierigkeiten und Leiden eines jeden dieser deiner Kinder bringen, die hier in der Cova da Iria zugegen sind oder uns aus der Ferne begleiten. O liebenswerte Mutter, du kennst jeden bei seinem Namen, kennst sein Gesicht und seine Geschichte, du hast alle lieb in mütterlicher Güte, die vom Herzen Gottes selbst kommt, der die Liebe ist. Alle vertraue ich dir an und weihe sie dir, heilige Maria, Mutter Gottes und unsere Mutter.”


10. Mai
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

10. Folge

22. Gott selbst erklärt uns, dass, wenn eine Seele es bereut, Ihn beleidigt zu haben, Er alle ihre Sünden vergisst: “Ich will aller seiner Missetaten nicht mehr gedenken” (Ez 18,22). Wende also, sobald du einen Fehler begangen hast, sogleich deine Augen auf Gott, erwecke einen Liebesakt, bekenne deine Schuld, hoffe stets, dass Er dir verzeihen werde, und sage Ihm: “Herr, siehe, den du liebst, der ist krank” (Jo 11,3), dies Herz, das Du liebst, ist krank, ist voll Wunden, heile mich, denn ich habe vor Dir gesündigt. Du selbst suchst die reumütigen Sünder auf, siehe hier einen großen Sünder, der Dich sucht, um Dir zu Füßen zu fallen; das Übel ist geschehen, was soll ich jetzt tun? Du willst nicht, dass ich verzage; selbst nachdem ich gesündigt habe, willst Du noch mein Bestes. Ich liebe Dich, ja mein Gott, ich liebe Dich von ganzem Herzen, es reut mich, dass ich Dir missfallen habe, ich nehme mir fest vor, es nie wieder zu tun, Du bist ja mein süßer, mein sanftmütiger, mein barmherziger Gott! Lasse mich, wie früher Magdalena, jene trostreichen Worte vernehmen: “Deine Sünden sind dir vergeben”, und stärke mich, damit ich Dir in der Folge treu bleibe.

23. Hast du einen Fehler begangen, so musst du auch, um nicht den Mut zu verlieren, alsbald auf Jesus am Kreuz blicken, du musst dem himmlischen Vater Seine Verdienste aufopfern und auf Verzeihung hoffen, da Gott, um dir deine Sünden zu vergeben, Seinen eigenen Sohn nicht verschont hat. Du musst mit Vertrauen zu Ihm sagen: “Blicke auf Deinen Gesalbten.” Bedenke, o mein Gott, dass Dein eigener Sohn für mich gestorben ist, aus Liebe zu Ihm vergib mir. Vergiss nie, geliebte Seele, die Lehre, die dir alle geistlichen Seelenführer geben, jedesmal, nachdem du einen Fehler begangen hast, sollte dies auch hundertmal am Tage geschehen, schnell zu Gott deine Zuflucht zu nehmen, und darauf dich alsbald zufrieden zu geben; tust du das nicht, so wirst du mutlos und unruhig werden wegen des begangenen Fehlers, du wirst dich immer weniger mit Gott unterhalten, der Wunsch, Ihn zu lieben, wird immer mehr in dir erkalten, dein Vertrauen wird abnehmen, und du wirst geringe Fortschritte auf dem Weg des Heils machen. Wenn du hingegen dich als bald an Gott wendest, wenn du Ihn um Verzeihung bittest, wenn du Ihm versprichst, dich zu bessern, so werden deine Fehler sogar dazu beitragen, deine Liebe zu Gott zu vermehren. Die Freundschaft zwischen Menschen wird oft weit enger, wenn, nachdem einer den andern beleidigt hat, der Fehlende sich demütigt und um Verzeihung bittet. So musst du es mit Gott machen, du musst machen, dass deine Fehler dazu beitragen, dich immer mehr in der Liebe zu Gott zu befestigen.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


9. Mai
UnpopuläreThemen

Morgen feiern wir den 4. Sonntag nach Ostern. Dazu kann ich meine Predigt über Sünde, Gerechtigkeit, Gericht anbieten.


9. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

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Meine Predigt über den hl. Joseph als den Verwalter des eucharistischen Brotes wurde auf der Opferungsseite eingebettet, die Predigt Von diesem Augenblick an auf der Glaubensseite mit der wunderschönen Betrachtung des seligen Charles de Foucauld. Die Bemerkungen Barbara Stühlmeyers über das Leiden von Sr. Isa Vermehren an der Liturgiereform sind sich auf der Freigabeseite untergebracht(ganz unten: Was ist der Maßstab?). Der Bericht Kubys über die totalitären Durchsetzungsmethoden der Genderideologien findet sich unter meinem Artikel über die Verächter der Wissenschaft.


8. Mai
Totgesagte leben länger

Mitten in die gegenwärtige Corona-Krise hinein hat die Glaubenskongregation am Fest des hl. Joseph in zwei Dekreten für die Feier des Römischen Ritus in seiner außerordentlichen Form verfügt, dass sieben weitere Präfationen zu besonderen Anlässen verwendet und neue Heiligenfeste gefeiert werden können, die nach dem Messbuch von 1962 hinzugekommen sind und künftig hinzukommen werden. Besonders Letzteres entspricht dem Wunsch zahlreicher Priester und Laien. Die beiden Dekrete dürfen als Zeichen gewertet werden, dass der überlieferte Ritus entgegen einem von gewisser Seite gepflegten Vorurteil eben doch ein „lebendiger Ritus“ ist, dem die organische Weiterentwicklung innewohnt und der darum nicht bei einem bestimmten Jahr stehen geblieben und erstarrt ist. In einem eigenen Beitrag würdigt unser Mitbruder, Pater Conrad, die neuen vatikanischen Bestimmungen. Dass diese „Lebendigkeit“ den Gegnern des „außerordentlichen Römischen Ritus“ nicht gefällt, ist für uns keine Überraschung. So haben über 130 Theologen, unter ihnen der bekannte deutsche Liturgiewissenschaftler Prof. Albert Gerhards, gegen die Verfügung der Römischen Glaubenskongregation protestiert und sich an Papst Franziskus gewandt, die neuen Optionen wieder zurückzunehmen. Je offensichtlicher die Krise des Glaubens und der Liturgie wird, umso mehr gewinnt die überlieferte Liturgie an Bedeutung, gerade auch bei jungen Menschen. Sie wird von Jahr zu Jahr mehr als „verborgener Schatz im Acker“ entdeckt. Das sollte doch den Kritikern zu denken geben ...

P. Bernhard Gerstle FSSP im Editorial der Maiausgabe des Informationsblatts der Priesterbruderschaft St. Petrus


7. Mai
Wer schützt die Wehrlosen?

Wie kann es sein, Deutschland, dass Du im Kampf gegen das Virus SARS-CoV-2 einerseits alles dafür tust, um vulnerable Personen vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen, andererseits aber zusiehst, wie Jahr für Jahr hunderttausende wehrlose Menschen auf Verlangen Dritter vor ihrer Geburt getötet werden? Wie kann es sein, dass Du Deine ganze Wirtschaft herunterfährst, damit aus Pflege- und Seniorenheimen keine Sterbebunker werden, aber keinen Finger krümmst, damit der Mutterleib nicht für Hunderttausende zur Todeszelle wird? Wie soll jemand verstehen können, Deutschland, dass Du mit deiner einen Hand Milliarden Schulden aufnimmst, um Dein Gesundheitssystem fit für den Kampf um das Leben von COVID-19-Kranken zu machen, während Du mit deiner anderen Millionen ausgibst, um schwangeren Müttern, die sich ihrer Kinder entledigen wollen, die Kosten vorgeburtlicher Kindstötungen zu erstatten?

Aus: Deutschland, wir müssen reden!, einem offenen Brief von Stefan Rehder an das deutsche Vaterland, in der Tagespost vom 30. April 2020.


7. Mai
Selige

Vor 25 Jahren, am 7. Mai 1995, wurde Maria Barbantini (1789-1868) seliggesprochen. Maria Domenica Brun stammte aus Lucca und heiratete 1811 Salvatore Barbantini. Nach einem halben Jahr verstarb ihr Mann. Ihr Sohn Lorenzo starb mit acht Jahren. Daraufhin entschloss sie sich, nur noch Christus in den Armen zu dienen. Sie gründete die Kongregation der Dienerinnen der Armen des hl. Kamillus, die 1852 päpstlich anerkannt wurde.

Am selben Tag wurde Laura Alvarado Cardozo (1875-1967) seliggesprochen. Sie wurde in Choroni, Venezuela, geboren, legte mit 17 Jahren das private Gelübde der Jungfräulichkeit ab und begann im Alter von 18 Jahren mit vier Freundinnen, neun Jahre lang in einem von Pfr. López Aveledo gegründeten Spital unentgeltlich die Kranken zu pflegen. “Mein Jesus, Du bist mein Ideal und nur Dir folge ich, nichts macht mir Angst. Ich will heilig sein, wirklich heilig,” lautete ihr Grundsatz. 1901 gründete sie eine Kongregation, die 1954 die päpstliche Approbation und den Namen Augustiner-Rekollektinnen des Herzens Jesu erhielt.

Ebenso wurde Agostino Rocelli (1878-1902) seliggesprochen. Er wurde in Bargone di Casarza Ligure geboren, empfing am 19. September 1846 die Priesterweihe und wurde ein begnadeter Beichtvater. Am 15. Oktober 1876 gründete er die Immakulata-Schwestern von Genua. In Genua starb er am 7. Mai 1902. 2001 wurde er heiliggesprochen.

Ebenso seliggesprochen wurden Helena Stollenwerk, Giuseppina Bonino, Petrus Ruiz de los Panos, Vinzenz Vilar David, Dionysius Pamplona und Angela Lloret Marti mit ihren 16 Gefährtinnen im Martyrium.


6. Mai
Das Zitat

Was das Vertrauen betrifft, so genügt es, seine eigene Schwäche zu kennen und dem Herrn zu sagen, dass man sein ganzes Vertrauen auf ihn setzen will. Der Maßstab der göttlichen Vorsehung an uns ist das Vertrauen, das wir auf sie setzen. O Gott, verlassen wir uns doch ganz auf diese heilige Vorsehung und bleiben wir in ihren Armen, wie ein kleines Kind auf dem Schoß seiner Mutter!

Hl. Franz von Sales in einem Brief an die hl. Johanna Franziska von Chantal


5 Mai
Plädoyer für mehr Humor

In meinem siebten Beitrag zu den Corona-Exerzitien der Tagespost schaue ich auf Chesterton, um von ihm zu lernen: diskutieren statt streiten.


5. Mai
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Predigt In den Himmel entrückt wurde auf der Bernanosseite eingebettet, die Predigt Was Gott von uns will auf der Erlösungsseite. Auf der Viganoseite finden Sie eingebettet meinen Podcast Unfehlbares Konklave? und außerdem die Kurzmeldungen von Guido Horst Römische Aufklärungsverweigung und Schweigen statt Untersuchung?


5. Mai
Schmerzlicher Mangel

So sehr ich die geistliche Kommunion schätze: Der gegenwärtige Mangel setzt mir persönlich zu, natürlich nicht in einem pathologischen, sondern in einem römisch-katholischen Sinne. Wer diesen Mangel, wer diesen Schmerz nicht spürt, den verstehe ich nicht. Mit Hoffnung und Zuversicht freue ich mich auf den Empfang des Allerheiligsten Sakraments. Wer das "Brot der Engel" anbetet, liebt und empfangen möchte, scheint mir, ist darauf nicht fixiert. Warum nicht? Weil Liebende bloß lieben – und nicht von einem pathologischen Begehren beherrscht sind. Der Begriff "Fixierung" ist gegenwärtig in liturgietheologischen Diskussionen sehr präsent. Warum das so ist, verstehe ich nicht. Der Erfurter Theologe Benedikt Kranemann sprach jüngst von der "Eucharistie-Fixiertheit" in Zusammenhang mit den Bestrebungen der Bistümer, möglichst schnell wieder öffentliche heilige Messen feiern zu können.

Aus: Thorsten Parotny, Johannes Paul II.: "Die Kirche lebt von der Eucharistie", auf CNA Deutsch.


4. Mai
Cornelio Fabro

Vor 25 Jahren, am 4. Mai 1995, starb in Rom im Alter von 83 Jahren der aus Udine stammende Philosoph Cornelio Fabro. Er gilt als einer der Erneuerer des Thomismus im 20. Jahrhundert. Er beschäftigte sich viel mit Kierkegaard und kritisierte Karl Rahner als einen Verfälscher des Thomismus.


4. Mai
Alfred Häußler

Vor zehn Jahren, am 4. Mai 2010, starb der Lebensrechtler Dr. med. Alfred Häußler. Der 1917 geborene Internist in Neckarsulm war lange Jahre Zweiter Vorsitzender der von Dr. Siegfried Ernst gegründeten Europäischen Ärzteaktion und ein großer Verteidiger der Enzyklika Humanae vitae.


3. Mai
Die geistige Kommunion, bloß eine Vertröstung?

Ein Zeugnis von N. L.

Seit vielen Wochen ist es uns Katholiken kaum oder nicht mehr möglich, Jesus Christus in der heiligen Kommunion zu empfangen. Dieses Privileg des regelmäßigen Empfanges ist uns derzeit genommen.

Privilegien haben immer zwei Dimensionen. Zum einen zeigen sie uns, dass es einmal anders war, und zum Zweiten, dass es für uns nicht zur Selbstverständlichkeit werden sollte.

Noch bis vor einigen Jahrzehnten war es so, dass die wenigsten regelmäßig zur hl. Kommunion gingen. In einer Kirchenchronik las ich einmal, dass das Ordinariat einen Pfarrer in den späten 60er Jahren ermahnte, dass die Gläubigen häufiger zur hl. Kommunion gehen sollten. Heute ist es eher die Ausnahme, dass wir sie nicht empfangen. Auch große Heilige gingen nicht so oft zur hl. Kommunion, wie wir heute.

Eine Praxis, die die Kirche nie aufgab und seit langem pflegt, ist die geistige Kommunion. Für viele, auch für mich war diese geistige Übung bis vor wenigen Wochen ungewohnt, und es fühlte sich an wie ein Trostpflaster.

Ist das aber wirklich so? Dass es nicht so ist, kann ich nur bezeugen. Seit Wochen feiere ich per Livestream die hl. Messen im außerordentlichen Ritus mit, die die Petrusbruderschaft anbietet. Ich konnte mich noch mehr in die Texte der hl. Messe vertiefen. Und gerade das Praktizieren der geistigen Kommunion hat mich sehrerfüllt und bereichert.

Ich habe Jesus Christus immer wieder eingeladen, mich ganz auszufüllen: meine Gedanken, meine Worte, meineWerke, meineVergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft. In all das sollte Er kommen. Ja, ich bat Ihn, zu allen zu kommen, die mir auf dem Herzen lagen.“Ach zieh mit Deiner Gnade ein, Dein Freundlichkeit auch uns erschein” (aus dem Adventslied Macht hoch die Tür). Ich durfte erfahren, wie Er alte Wunden aufdeckte und mir neu ins Bewusstsein rief. Was ich schon vergessen hatte, brachte Er neu ans Tageslicht. Heilung und Vergebung zogen ganz neuin viele Bereiche meines Lebens ein.

Diese Krise, in der wir derzeit leben, ist furchtbar und furchtbar anstrengend. Aber ich durfte indieser Krise Jesus Christus ganz neu entdecken. Es war ein anderes Ostern als sonst. Aber es warfür mich nicht weniger mit Gnade erfüllt, und das verdanke ich der geistigen Kommunion. Er zog ein in mein Herz, und ich war so erfüllt mit Osterjubel und Freude, dass ich am Ostersonntagnachmittag in einem Hausflur so laut das Osterhalleluja sang, dass es bis auf die Straße zu hören war.

Ich freue mich sehr, dass wir schon bald wieder in die hl. Messe gehen können. Aber die geistige Kommunion werde ich weiter praktizieren. Nicht nur, weil es wahrscheinlich verboten sein wird, die Mundkommunion zu empfangen, sondern auch, weil ich erfahren durfte, dass die geistige Kommunion eine ganz tiefe Dimension besitzt. Es ist nicht dasselbe, wie Ihn in der heiligen Hostie zu empfangen, aber es ist derselbe Herr, der zu mir kommt.

N.L., männlich, 31 Jahre alt.


2. Mai
Noch eine kleine Weile

Zum morgigen 3. Sonntag nach Ostern kann ich diese Predigt anbieten mit einem Titel, der aufgrund unseres Wartens auf die Rückkehr zur eucharistischen Normalität neue Aktualität gewinnt. Ob ihr Inhalt darauf anwendbar ist?


2. Mai
Lebensschutz wird cool

Christliche Aktivisten, die jährlich 100.000 Schwangerschaftsabbrüche für eine Tragödie halten, trauen sich nur einmal im Jahr zur Demo ins Regierungsviertel und werden dabei von Gegendemonstranten verhöhnt und bespuckt. In diesem Jahr sollten sie vielleicht T-Shirts tagen: ‚Ich war schon für Lebensschutz, als es noch nicht cool war.‘

Robin Alexander, stellvertretender Chefredakteur der Welt, in seinem Artikel Wo waren die Verteidiger des Lebens, als man sie brauchte? angesichts der neu erwachten Sensibilität für den Lebensschutz aufgrund von Corona und Boris Palmer. Kath.net hat reagiert.


2. Mai
Wissenschaftlich unredlich

Um [Hubert] Wolf hier eines Besseren zu belehren, muss man nicht einmal in die Vatikanischen Archive. Sogar die vielen liberalen Historiker aus Italien haben die Tätigkeit Pius' XII. seriöser und ausgewogener gewürdigt als Wolf, der dem Papst faktenfrei Versagen vorwirft. Wolfs Vorgehen ist ebenso bedauerlich wie wissenschaftlich unredlich, wobei er auch noch gegen seine eigenen Grundsätze verstößt, nämlich, sich nicht wegen eines möglicherweise bemerkenswerten Einzelfundes gleich mit einer vermeintlichen Neubewertung hervorzutun.

Aus: Michael Feldkamp, Pius XII.: Kirchenhistoriker Wolf kämpft gegen Attrappen, erschienen in der Tagespost.

Weitere Infos zum Streit über Pius XII.


30. April
Auferstehung jetzt!

Mein Corona-Exerzitien-Beitrag Auferstehung jetzt! ist nun auch als Podcast erschienen.


30. April
Augustin Kardinal Mayer

Vor zehn Jahren, am 30. April 2010, starb im Alter von 99 Jahren Augustin Kardinal Mayer. Der aus Altötting stammende Benediktiner wurde 1988 Präsident der neu errichteten Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. In dieser Eigenschaft errichtete er am 18. Oktober 1988 die Priesterbruderschaft St. Petrus als Klerikergemeinschaft des Apostolischen Lebens Päpstlichen Rechtes.
Am 10. Dezember 1988 spendete er für dieselbe in Rom die erste Priesterweihe. Darüber schrieb er zehn Jahre später: “Vor fast 10 Jahren, am 10. Dezember 1988, durfte ich in der Kirche der Anima in Rom den ersten Kandidaten aus der Bruderschaft St. Petrus zum Priester weihen. Unterdessen sind viele Priester in eifrigem Einsatz, und eine große Schar froher junger Menschen bereitet sich auf die Weihe und Sendung als Priester vor. Gegenüber der heutigen Gefahr, den Sinn für das Sakrale zu verlieren, wird die Liturgie in der Bruderschaft mit der dem Mysterium geschuldeten Ehrfurcht gefeiert und so in vielen Menschen durch Vorbild und Lehre der Glaube vertieft, die Gabe des Betens erneuert und die Liebe zur Kirche gefestigt.”


29. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meinen englischsprachigen Artikel Of Roman Days and Florentine Nights kann man auf einer eigenen Seite nachlesen. Meine Predigt über das Mutmachergleichnis vom Sämann ist auf der Seite eingebettet, die die beiden Artikel von Kamenicky In Christo Jesu und Die Heilsrepublik enthält. Der Bericht Ralph Weimanns über die Warnung von Prof. Dr. Ludger Schwienhorst-Schönberger, Exegese auf eine Methode zu reduzieren, wurde auf der Exegeseseite untergebracht.


29. April
Paul Devos

Vor 25 Jahren, am 29. April 1995, starb in Brüssel im Alter von fast 82 Jahren der Orientalist Paul Devos. 1930 trat er in die Gesellschaft Jesu ein und empfing 1943 die Priesterweihe. Seit 1946 gehörte er zu den Bollandisten. Schwerpunkt seiner Arbeit war die syrische, koptische, ägyptische und slawische Hagiographie.


28. April
Predigtranking 2019 X

An 19. Stelle der im Jahr 2019 am häufigsten gehörten Predigten steht die Predigt Die DNA des Christentums. An 20. Stelle von insgesamt 120 Predigten kommt die Predigt Freude aus der Herrlichkeit.


28. April
Standhaftigkeit, die überzeugt

In meinem sechsten Beitrag zu den Corona-Exerzitien der Tagespost mache ich mir Gedanken darüber, was wir brauchen, um Menschen von der Wichtigkeit der Eucharistie zu überzeugen.


27. April
Ich kenne die Meinen

Eine schöne Predigt zum Guten-Hirten-Sonntag, die Franz Prosinger gestern auf einer Alm gehalten hat, können Sie hier hören.


27. April
Québec

Vor zehn Jahren, am 27. April 2010, wurde die Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Petrus in Québec errichtet. Sie ist benannt nach dem hl. Isaac Jogues. Die ihr anvertraute Kirche ist die Église St-Zéphirin-de-Stadacona.


25. April
Über die Heilsrelevanz der Rosen

Zum morgigen Guten-Hirten-Sonntag kann ich zwei Predigten anbieten: Wir leben von seinen Rosen und Das Kennen des Hirten.


25. April
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meinen englischsprachigen Artikel Is Morality without God an Illusion? kann man auf einer eigenen Seite nachlesen. Meine Predigt Was wir von der Präfation lernen können ist auf der Gutenrufseite eingebettet. Die Vorstellung des neuen Büchleins von P. Martin Ramm Gaben des Geistes wurde auf der Seite über unser Medienapostolat untergebracht.


24. April
Die richtige Frage stellen

Wir müssen acht geben, dass Unmut nicht in Wut umschlägt und uns am Ende den Seelenfrieden raubt. Denn in ein Herz ohne Frieden kehrt auch der eucharistische Herr nur widerwillig ein. Beten wir lieber für unsere Hirten um die rechte Entscheidung und fragen wir uns, welche Gnade die jetzige Stunde für uns bereit halten mag, die Gottes Wille nun so und nicht anders für uns bestimmt hat.

Aus: Nina Heereman, Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.


24. April
Johann Baptist Lüft

Vor 150 Jahren, am 23. April 1870, starb in Darmstadt im Alter von 69 Jahren der Theologe Johann Baptist Lüft. Er war in Gießen Professor für Homiletik, Liturgik und Moraltheologie und schrieb mit seiner zweibändigen Liturgik oder wissenschaftliche Darstellung des katholischen Cultus eines der ersten liturgiewissenschaftlichen Werke.


24. April
Horst Bürkle

Vor fünf Jahren, am 24. April 2015, starb im Alter von 89 Jahren der Missionswissenschaftler Horst Bürkle. 1987 konvertierte er von der evangelischen zur katholischen Kirche. “Damit protestierte er gegen ‘geistliche Dürre und Verfremdungserscheinungen’ im deutschen Protestantismus. Bei den Katholiken habe er ein klareres Heilsverständnis vorgefunden, sagte er später” (IdeaSpektrum vom 6. Mai 2015, S. 24). Benedikt XVI. würdigte ihn in einem Grußwort zu seinem Begräbnis als einen großen Theologen, dem er sich sehr nahe gefühlt habe.


22. April
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

6. Folge

Eine kurze Vergegenwärtigung von Zuständen, in denen das Ich-Bewusstsein sei es vollständig fehlt, sei es krankhaft verändert ist, mag zur Bekräftigung unserer Ausführungen dienen! Im frühesten Kindesalter fehlt jedes Selbstbewusstsein, weil die selbständigen Regungen noch nicht stark genug sind, um eine Accentuierung in Ich und Nicht-Ich anzuregen. Im Traume ist es für gewöhnlich ebenfalls nicht vorhanden, weil die Lockerung der Vorstellungsbeziehungen, wie sie mit der Herabsetzung des seelischen Lebens im Schlafe gegeben ist, das vereinheitlichende Moment völlig zurücktreten, wenn nicht ganz verschwinden last. Aus dieser Dissoziation der einzelnen dispositionellen Verknüpfungen und zwar aus einer eigenartigen Auflösung in einzelne, in sich abgeschlossene Komplexe von Dispositionen erklärt sich auch die krankhafte Erscheinung der sog. “Spaltung der Persönlichkeit” und das alternierende Auftreten verschiedener “Persönlichkeiten” in einem Subjekt. Gerade diese Anomalien sind besonders lehrreich, da in ihnen die formale Ichkomponente augenscheinlich wirksam ist. Wegen der vollständigen Loslösung einzelner Komplexe der materialen Ich-Komponente erscheint sie sich aber, weil sie jeden einzelnen Komplex als Stützpunkt benutzt, in den einzelnen Stadien als “nicht dieselbe” Persönlichkeit. Aber auch im normalen entwickelten Bewusstseinsleben kommen Trübungen des Ich-Bewusstseins vor: Wer “in den Tag” hineinlebt und heute um das sich nicht kümmert, was gestern war, bei dem ist das Identitätsbewusstsein des Ich zum mindesten sehr schwach. In die früheste Kindheit kann sich kaum einer von uns zurückversetzen, weil die allmähliche Umwandlung der materialen Ich-Komponente im Laufe der Jahre einen solchen Umfang angenommen hat, dass die Beziehungsfäden zu jenem ersten Stadium fast gänzlich für unser Bewusstsein verloren sind: wir sagen “fast gänzlich”, denn es kann vorkommen, das bei etwas günstigeren Bedingungen, bei einem mit der Kindheitsstimmung verwandten Gesamtgefühlszustand z. B., auch von weit entfernten Erlebnissen sich gleichsam der Schleier lüftet. Zum Schluss sei noch auf die gewaltsamen Erschütterungen des Seelenlebens — nach Krankheiten, Trauerfällen u. ähnl. — hingewiesen, die unter Umständen derartig revolutionierend auf das Ichbewusstsein einwirken, das “ich” “mich selbst”, wie “ich” unmittelbar vor dem Vorfall war, nicht mehr wiedererkenne! — Das “Ich”-Bewusstsein ist also einer Vervollkommnung ebenso fähig, wie es jederzeit der Gefahr einer Herabsetzung ausgesetzt ist. Wollen wir dieser Gefahr begegnen und jene Vervollkommnung immer mehr realisieren, dann gilt es eben, durch selbständige, vielseitige Vereinheitlichung und Ordnung des in der materialen Ich-Komponente aufgespeicherten Materials das “Ich” in seiner einheitbildenden Bedeutung für unser Bewusstsein im “Querschnitt” und im “Längsschnitt” scharf zu entwickeln.

Das “Ich”, so können wir sagen, “ist” nicht, es “wird”, und es wird um so bestimmter zur Geltung kommen, je mehr ich mir einerseits die Identität der formalen Ich-Komponente im Wechsel der Bewusstseinsstadien vergegenwärtige und anderseits diese Stadien selbst genau auseinanderhalte und ihnen jeweils die entsprechende Entwicklungsstufe der materialen Ich-Komponente zuordne. Eine besondere Hilfe für diese Vervollkommnung des Ich-Bewusstseins bietet die Ausbildung des Zeitbewusstseins. Je genauer mein Begriff von einem stetigen Nacheinander ist, je mehr ich imstande bin, konkrete zeitliche Verhältnisse sorgfältig in ihrer Aufeinanderfolge zu bestimmen, um so mehr werde ich auch in der Lage sein, mir über die Phasen meiner Entwicklung Rechenschaft abzulegen, ja, wir können geradezu sagen, dass wir nur so viel von unseren früheren Erlebnissen in sichern Eigenbesitz geborgen haben, als wir in eine übersichtliche zeitliche Ordnung einzureihen vermögen. Indem wir vom Standpunkt der Gegenwart auf das Vergangene zurückblicken, suchen wir unser früheres Leben zu rekonstruieren, und nur soweit lässt es sich eben rekonstruieren, als wir es zeitlich wenigstens annähernd genau bestimmen können.

Wir haben nun noch die Resultate unserer Analyse des Ich-Bewusstseins nach ihrer Bedeutung für den Erkenntnisprozess zu würdigen. Zunächst, ein negatives Ergebnis: Wegen der Wandelbarkeit des Ich-Bewusstseins und wegen der nur allmählich fortschreitenden Aktualisierung des Bewusstseinssubjekts im Ich-Bewusstsein darf das erkennende Ich einer Phase nicht ohne weiteres als gleichwertig mit dem Ich einer anderen Phase meines Bewusstseins betrachtet werden. Die in den verschiedenen Entwicklungsstadien gewonnenen

Erkenntnisse sollen also nicht bloß sachlich miteinander verglichen werden; will man vielmehr ihnen vollkommen gerecht werden und zugleich ihren Sinn möglichst adäquat erfassen, so muss man sie auf den Zustand des Ich-Bewusstseins beziehen, von dem aus sie gebildet sind. Jeder Versuch einer unterschiedslosen Gleichsetzung der einzelnen Ich-Stadien oder gar einer Verabsolutierung eines unter ihnen führt zu einem Begriffsrealismus schlimmster Art und verwickelt in unheilvolle Widersprüche. Wir ersehen daraus, wie logisch widersinnig es ist, bei seinen Entscheidungen auf sein Ich zu pochen, als wäre es eine unwandelbare, in jedem Augenblicke klar umrissene Größe!

wird fortgesetzt.

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