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* * *

27. November
Zur Analyse des Subjektsbegriffs

Von Bronislaw Wladislaus Switalski

9. Folge

Ein Streben, wie es hier angedeutet ist, erfordert allerdings ein bestimmtes Ziel, und, wenn es von aller beengenden Fessel befreit sein soll, dann muss das ihm vorschwebende Ziel über die Zufälligkeiten und den Wechsel des empirischen Daseins erhaben sein. So sehen wir als das notwendige Korrelat der zu erstrebenden subjektiven Selbständigkeit die Anerkennung eines überindividuellen und überempirischen Zieles des Erkenntnisstrebens! Das Ich-Bewusstsein kann sich nur dann voll entfalten, wenn es an einem solchem Ziele sich orientiert, und von diesem Ziele, der absoluten Autonomie her, nimmt das Erkenntnissubjekt dann auch die unveränderlichen Masstäbe zur eindeutigen Fixierung und allseitigen Bestimmung des Erkenntnisgegenstandes.

II. Bewusstseinssubjekt und Wirklichkeit

Quis porro nos docet
nisi stabilis veritas, quia
et per creaturam mutabilem
cum admonemur,
ad veritatem stabilem
ducimur?
S. Aug. Conf., XI. 8.

Bei der Analyse des „Ich-Bewusstseins" und seiner erkenntnistheoretischen Bedeutung suchten wir uns strenge an das unmittelbar Gegebene zu halten, um vermittelst einer einfachen Beschreibung die konstituierenden Merkmale des Ich-Begriffs, die Phasen der „Ich"-Entfaltung und die Richtungen einer zu erstrebenden Vervollkommnung des Ich-Bewusstseins zu ermitteln.

Wir kamen allerdings bereits dort mit den Mitteln einer bloßen Deskription nicht aus: Der Hinweis auf die Dispositionen und auf die mit ihrer Hilfe vollziehbare Rekonstruktion unseres vergangenen Lebens führte uns schon aus dem Rahmen des unmittelbar Gegebenen heraus. Aber wir mussten noch weiter gehen: das Ich-Bewusstsein erschien eins nur als eine Form, in der das reale Bewusstseinssubjekt sich auswirkt; und dieser Begriff des Realen und des realen Zusammenhanges, dem wir die ideelle Zusammenordnung gegenüberstellten, eröffnete uns eine Perspektive, die wir dort nicht weiter verfolgen konnten. Wenn wir nämlich erwägen, dass die Ordnung unserer Erkenntnisse nur gleichsam ein Oberbau ist auf dem Fundamente einer andersartigen Ordnung, der Wirklichkeitsordnung, von der sie abhängt, auf die sie aber auch selbst einwirkt, dann tritt uns die Verwicklung des Erkenntnisproblems erst recht klar vor Augen: Wir haben eben nicht zu tun mit zwei parallel laufenden Reihen, der Seinsreihe auf der einen, der Erkenntnisreihe auf der anderen Seite, von denen jede für sich abgeschlossen wäre, — in Wahrheit schießen vielmehr Beziehungsfäden zwischen den beiden Reihen hin und her! Ist durch diese enge Wechselbeziehung einer Wirklichkeitsfremdheit der Erkenntnis nach Möglichkeit vorgebeugt, so ist doch anderseits eben dadurch die ungestörte Betrachtung einer der Reihen für sich überaus erschwert. Der Analyse eröffnet sich somit ein neues Arbeitsfeld: Es gilt die Hauptfäden der wechselseitigen Verknüpfung der beiden Reihen sorgfaltig zu entwirren und so das Erkenntnisproblem von einer neuen Seite seiner endgültigen Lösung näher zu bringen.

wird fortgesetzt.


26. November
Sinnfreie Infamie

Das infamste Etikett (das Wort selbst mag älter sein) hat der Vorsteher des schon genannten Seminars im sonnigen Baden, Magnus Striet, 2019 auf den Salzburger Hochschulwochen erfunden. Es stammt direkt aus der Giftküche des Ressentiments: „Religionspopulismus“. Auf die Phänomene bezogen, die es beschreiben will [sc. katholische Neuaufbrüche wie das Mission Manifest], ist es relativ sinnfrei. Man merkt überdies, dass sein Erfinder die politologischen Diskurse um den Begriff „Populismus“, etwa den brillanten Essay von Jan-Werner Müller „Was ist Populismus?“, kaum zur Kenntnis genommen, jedenfalls nicht begriffen hat – vorsichtig gesagt. Aber das Etikett erfüllt seinen Zweck. Es ist vage genug, dass viele meinen, etwas unter ihm zu verstehen. Es enthält genügend pejoratives Gift, um das Ressentiment derer zu bedienen, die durch die religiöse Intensität der Aufbruchsszene sich infrage gestellt fühlen, auf dass die eigene Welt wieder in Ordnung kommt.

Aus: Martin Brüske, Die Kirche erwacht in der Schmuddelecke, in der Tagespostbeilage welt & kirche Nr. 6

Über Magnus Striet


26. November
Die große Drangsal

Meine Predigt vom letzten Sonntag.


24. November
Das Gute und der Imperativ

Heute ist auf CNA die vierte Folge meiner Serie zur Philosophie des Guten erschienen.


24. November
Das Zitat

Kleinmut und Ängstlichkeit hindern einen Menschen oft, das Gute zu tun, zu dem er fähig wäre, wenn er im Vertrauen auf Gottes Hilfe Mut fassen würde.

Hl. Thomas Morus


23. November
Worum es letztlich geht

Bei der Frage nach der Frauenordination steckt im Übrigen dieselbe Denkweise dahinter, wie ich in den verschiedenen Diskussionen mit den einschlägigen Gruppierungen feststellen konnte. Irgendwann kam nämlich immer das ‚Argument‘, Jesus habe schließlich überhaupt keine Priester geweiht. Letztlich geht es also wohl vor allem darum, das Weihepriestertum an sich abschaffen zu wollen. Die Marginalisierung des Zölibats und die Forderung nach Weiheämtern für Frauen sind lediglich Zwischenstationen dazu.

Aus: Zölibatsdebatte und ‚Frauenfrage‘ – man spürt die Absicht und ist verstimmt, Henrica Hannah am 26. Januar 2020 auf ihrem Blog Weihrausch und Gnadenvergiftung.


22. November
Welchem König folgen wir?

Ich mochte die Kirche sehr. Das war unter Katholiken schon in der Nachkonzilszeit nicht mehr üblich. Ich mochte den Papst. Das war unter modernen Katholiken unvorstellbar. Ich ging gern zur heiligen Messe, nicht weil ich musste, sondern weil ich durfte. Das war sehr vielen aufgeklärten Christenmenschen sogar vollkommen unverständlich. Etliche Katholiken begannen damals, sich zu rechtfertigen oder zu entschuldigen, dass sie noch immer nicht aus der Kirche ausgetreten sind... Viele hatten ihre eigenen Königinnen und Könige gesucht und gefunden – und sie folgten in trotzigem Gehorsam den Lehrmeinungen dieser Welt. Sie huldigten ihren eigenen Propheten, so wie heute. Ob sie wissen, was sie tun? Ich weiß es nicht. Die Weisen aus dem Morgenland hätten auch Herodes oder dem römischen Kaiser ihre Gaben bringen können.

Aus: Thorsten Paprotny, Unser König ist Christus, heute auf Cathwalk.


21. November
Angst und Schrecken

In meiner neuen Podcastfolge spreche ich über das neue Evangelium der Hirnforscher und erkläre, in welcher Tradition sie stehen.


21. November
Unsere apokalyptische Perspektive

Morgen feiern wir den letzten Sonntag nach Pfingsten. Dazu kann ich vier Predigten anbieten:

- Apokalypse und ein Gott des Friedens?

- Das jüngste Gericht

- Der Macht der Finsternis entrissen

- ... so glaubet es nicht!


20. November
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Meine Glosse We have already survived the more toxic epidemic wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Predigt über den ungerechten Verwalter ist auf dieser Maritainseite, jene über den sicheren Lottogewinn auf der Rosenkranzseite eingebettet. Auf der Benediktseite findet man die vier Kurzmeldungen Brutale Geschichtsfälschung, Realismus seiner Theologie, Ein tiefer Denker und Bücher mit Wirkung.


19. November
Gender als Störfaktor des Materialismus

Von P. Engelbert Recktenwald

Wir sollten dankbarer sein! Nicht immer nur besorgt. Angesichts der Genderideologie sind wir zurecht besorgt. Sie stellt die naturgegebene Zweigeschlechtlichkeit des Menschen in Frage. Aber sie bietet uns auch herrliche Steilvorlagen für Argumente in unvermutetem Zusammenhang.

Ich denke an das Phänomen der Existenz von Transgender-Personen. Diese fühlen sich im falschen Körper geboren. Sie fühlen sich als Frauen, obwohl ihr Körper männlich ist, oder als Männer, obwohl ihr Körper weiblich ist. Das ist ein starkes Argument gegen jene Richtung des Materialismus, die die Existenz eines Ichs mit Bewusstsein und Willensfreiheit leugnet. Eine Vertreterin dieser Richtung ist z.B. Susan Blackmore. Für sie ist es eine Täuschung zu “glauben, es gebe ein bewusstes Ich.” Unser Selbst sei eine Illusion. Solche Anschauungen sind die Folge eines konsequenten Materialismus. Demzufolge kann es gar nichts anderes geben als Materie, und beim Menschen mithin nichts anderes als den Körper. Dann aber gibt es auch kein Ich, das im falschen Körper stecken könnte.

Die Rede vom Ich, das im falschen Körper steckt, setzt gerade jenen Dualismus zwischen Geist und Materie voraus, den der Materialismus so erbittert bekämpft. Eine Geschlechtsumwandlung betrifft dem Materialismus zufolge die einzige Realität des Menschen, die es in ihm gibt, zugunsten einer Täuschung. Das Ich, das diesen Eingriff in den Körper will, ist ja in Wirklichkeit bloß ein “illusorisches Selbst” (Blackmore). Die Illusion gebietet also über die Wirklichkeit.

Natürlich kann man fragen, wer das Subjekt dieser Täuschung sei. Wer täuscht sich da eigentlich? Das Ich kann es nicht sein, denn es ist ja selber die Täuschung. Der Körper kann es auch nicht sein, denn der ist ja gerade das Gegenüber des illusorischen Bewusstseins und Opfer von dessen Ideen, wenn das Bewusstsein unzufrieden mit ihm ist. Eine beliebte Methode, solche Fragen loszuwerden, besteht darin, sie als eine Falle der Grammatik unserer Sprache hinzustellen. So schnell wie diese Fragen wird man aber Transgender-Personen, die über ihren eigenen Körper unglücklich sind, nicht abwimmeln können. Sie bestehen hartnäckig nicht nur auf der Dualität, sondern sogar auf der mangelnden und deshalb herzustellenden Kongruenz zwischen ihrem Körper und ihrem Selbst.

Ein weiterer Bewusstseinsillusionist ist Daniel Dennett. Er ist bekannter als Blackmore, ist neben Dawkins ein Vorreiter des Neuen Atheismus und prominentes Mitglied der Brights. Für ihn ist das Bewusstsein die Benutzerillusion des Gehirns. Das Gehirn, so meint er, ist ein Computer, das Bewusstsein dessen Benutzeroberfläche, die der Komplexitätsreduktion der milliardenfachen neuronalen Vernetzung dient. Ob Roboter Bewusstsein haben können, hängt seiner Meinung nach nur vom Grad ihrer Komplexität ab. Im Umkehrschluss ergibt sich daraus, dass wir selber im Grunde nichts anderes sind als Roboter, ein Schluss, den Dennett selber ausdrücklich zieht. In diesem Modell könnte man die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper als eine Dysfunktionalität des Gehirns interpretieren, wodurch der Roboter eine ihm selber unzuträgliche Täuschung produziert. Das Transgenderphänomen wäre ein Fehler in der Software, also etwas, das in medizinischer Sprache eine Störung genannt werden kann, nämlich eine Störung der Geschlechtsidentität. Aber gerade eine solche Interpretation wollen die Genderaktivisten zugunsten einer Entpathologisierung der Transsexualität überwinden.

Wie man es also auch dreht und wendet: Genderideologie und Materialismus sind nicht unter einen Hut zu bringen. Atheisten verschiedener Richtungen widerlegen sich oft gegenseitig. Das ist doch etwas Feines. Für diesen Dienst sollten wir dankbar sein, für dieses Phänomen unser Auge schärfen.


18. November
Die Absteiger des Jahres 2019 II

Die Aufsteiger des Jahres 2019 unter den kath-info-Artikeln habe ich schon bekanntgegeben. Es gibt natürlich auch das Umgekehrte. Welche Artikel haben die meisten Leser verloren? Das sagt natürlich nichts über die Qualität des Artikels aus, denn dieses Ranking ist kein Wertungsranking. Da die meisten Leser über Suchmaschinen auf kath-info kommen, sagt es lediglich etwas darüber aus, nach welchen Themen und Namen weniger gesucht wird und damit auch darüber, welche Regionen von kath-info mehr oder weniger unentdecktes Land sind, das zu entdecken sich aber trotzdem lohnen kann. Ich gebe die Top 30 unter den Absteigern in drei Schritten bekannt; hier nun der zweite Teil. In der rechten Spalte wird die Anzahl der Plätze angegeben, um die die Seite im Vergleich zum Vorjahr gefallen ist.

Platz Die Absteiger des Jahres 2019
II. Die Plätze 11 bis 20
gefallene Plätze
11

Das Kruzifixurteil des Bundesverfassungsgerichts

195
12

Kurzbeiträge über Papst Franziskus

191
12

Weinand: Jaime Balmes

191
14

Claudia McAdam: Erwachen. Countdown in Jerusalem

183
15

Nachruf auf Eduard Kamenicky / Ruinen im Licht

178
16

Trochu: Vianneys Kampf gg. die religiöse Unwissenheit

173
17

Harald Seubert: Wort ohne Begriff?

163
18

Recktenwald: Demagogische Mission

162
18

Borromäusverein und Ärgernis Weltbild

162
20

Charles René Billuart / Fulbert von Chartres

161

Zu den Plätzen 1 bis 10


17. November
Viganò als Systemkritiker

Moynihan fügt hinzu: "Mit anderen Worten, dieses 'Zeugnis' ist eine institutionelle Anklage, mehr als eine Anklage gegen Papst Franziskus allein." Zwar hätten "die meisten Kommentatoren dieses 'Zeugnis' als einen radikal fehlerhaften 'Angriff auf Franziskus'" abgetan. Dies zeige jedoch, dass sie nicht sorgfältig gelesen hätten – "oder, wenn der Text sorgfältig gelesen wurde, wurde er missverstanden. Dies ist nicht Viganò, der 'verbitterte Rechte', gegen Franziskus, den 'barmherzigen Reformer', wie so oft gesagt wird. Vielmehr ist es Viganò, der einsame, alleinige 'Erzähler der Wahrheit', gegen ein ganzes kirchliches System, dem er selbst angehört und das nichts gegen McCarrick unternommen hatte, außer ihn 20 Jahre lang zu immer höheren Ehren zu befördern."

Aus: Martin Bürger, Ein Journalist auf der Suche nach Erzbischof Viganò, einer Besprechung des Buches Finding Viganò von Robert Moynihan.

Weitere Meldungen über Erzbischof Carlo Maria Viganò.


17. November
Lothar Groppe

Vor einem Jahr, am 17. November 2019, starb in Berlin im Alter von 92 Jahren Lothar Groppe SJ, der Sohn des Widerstandkämpfers Theodor Groppe. Er war publizistisch äußerst engagiert. Zuletzt erschien von ihm das Buch Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich.


16. November
Das Gesetz göttlichen Wachstums

Meine Predigt von gestern zum 6. nachgeholten Sonntag nach Erscheinung: Über das Gleichnis vom Senfkörnlein.

Achtung: Falls hier nicht die aktuelle Predigt (sofort erkennbar am Bild des hl. Don Bosco) erscheint, sondern eine ältere Predigt, dann schließen Sie bitte das Fenster, löschen das Cookie von kath-info in Ihrem Browsercache und gehen von Neuem auf kath-info! Wahlweise können Sie auch diesem Link folgen.


16. November
Das Zitat

Es ist unmöglich, dass ein Christ, der oft und andächtig dem heiligen Messopfer beiwohnt, eines bösen Todes sterbe.

Hl. Bernhard von Clairvaux


15. November
Das Mysterium der heiligsten Dreifaltigkeit

Von Matthias Joseph Scheeben

73. und letzte Folge

Nimmt man nun in der eben angegebenen Weise auch die appropriierte Tätigkeit in den Begriff der Sendung mit auf, dann erscheint die gesandte Person als von der sendenden nicht nur gegeben, sondern als selbst kommend und in uns kommend, nicht nur um dort zu sein und zu bleiben, sondern auch um dort zu wirken.

Aber die göttlichen Ausgänge nach außen können nicht abschließen mit dem Ziele, wohin sich die gesandte Person begibt. Der Eintritt einer göttlichen Person in die Kreatur kann nur zu dem Ende stattfinden, daß sie mit der Person, wozu sie gesandt wird, zu derjenigen, welche sie gesandt hat, zurückkehre, oder vielmehr, daß sie die geschaffene Person, zu welcher sie gesandt wird, in die Einheit mit der sendenden, aus welcher sie selbst niemals heraustritt, hinaufführe und aufnehme. -

Kraft der perichoresis, der "circumincessio", der Durchdringung der einzelnen Personen kann nämlich eine von ihnen mit uns nicht in Verbindung treten, ohne daß damit die andern ebenfalls mit uns in Verbindung kommen. Das wird nun schon in etwa dadurch ausgedrückt, daß wir sagen, die sendende Person steige mit der gesandten in unsere Seele herab: aber alsdann stellt sich unsere Verbindung mit der sendenden nicht so eigentlich als eine Wirkung der gesandten Person oder als Resultat und Ziel ihrer Sendung dar. Die gesandte Person erscheint dann bloß als vorausgesandt, als Vorläuferin der sendenden, als zuerst in uns eintretend, ohne eigentlich durch eine besondere Funktion die Verbindung mit der sendenden zu bewerkstelligen und als Mittlerin zwischen den beiden, die sie verbinden soll, aufzutreten.

Das ist aber eben die Anschauungsweise, welche wir gewöhnlich mit dem Namen der Gesandten verbinden und welche die Schrift und die Väter namentlich auf die Sendung des Heiligen Geistes anwenden. Nach den Vätern entspricht der ausgehenden Bewegung der göttlichen Personen eine rückläufige, indem der Heilige Geist durch seinen Eintritt, sein Bleiben und Wirken in unserer Seele uns zur Vereinigung mit dem Sohne und durch den Sohn zum Vater hinaufführt. Durch die Sendung, die Mitteilung des Heiligen Geistes werden wir der göttlichen Natur teilhaft gemacht, gelangen dadurch zur Gemeinschaft des Sohnes Gottes, der in uns wiedergeboren wird, und treten hiermit in Beziehung zu seinem Vater, der dann auch unser Vater wird [69]. Wenn aber der Sohn gesandt wird durch die Wiedergeburt, dann wird in ihm auch der Heilige Geist gesandt, und so erscheinen dann beide als solche, die zum Vater, der als der bloß sendende, nicht gesandte, wie das erste Prinzip, so auch das letzte Ziel ist, uns hinführen und mit ihm als seine Kinder vereinigen. Die volle Einkehr in den Schoß des Vaters, die volle Vereinigung mit dem Vater, in der wir denselben mit dem von Natur in seinem Schoße wohnenden Sohne von Angesicht zu Angesicht schauen und genießen, findet erst dann statt, wenn der Sohn Gottes in seiner ganzen Herrlichkeit in uns wiedergeboren sein wird - in der Ewigkeit. In der Ewigkeit, in der ewigen Ruhe im Schoße Gottes, liegt darum auch das letzte Ziel, wie aller Bewegung, so insbesondere der zeitlichen Sendungen und Ausgänge der göttlichen Personen. Dort wohnen sie in uns nicht mehr, um uns zur Einheit mit Dem, der sie gesandt hat, zu führen, sondern in Gemeinschaft mit dem Vater als Gegenstand des seligsten Genusses, den göttlichen Frieden ihrer Einheit uns mitteilend.

Wie also im innern trinitarischen Leben die Entfaltung desselben in den Produktionen und den Ausgängen der Personen wesentlich auf die Einheit derselben in dem Besitze der einen göttlichen Natur hinausläuft und die Dreifaltigkeit in der Dreieinigkeit abschließt: so läuft auch die äußere Entfaltung jener Prozessionen in den Sendungen darauf hinaus, daß die Kreatur, in welche sie münden, in die Einheit der göttlichen Natur aufgenommen wird, um mit den göttlichen Personen und durch sie in ähnlicher Weise eins zu werden, wie sie untereinander eins sind. Somit wird durch die Sendung sowohl die Dreieinigkeit als die Dreifaltigkeit Gottes in der Kreatur zur Geltung gebracht.

Noch manches andere ließe sich über die Sendungen der göttlichen Personen sagen; indes liegt das übrige nicht so sehr in unserem Bereiche, und verweisen wir für dasselbe auf die Theologen, welche sich insbesondere damit befaßt haben [70].

Was wir zeigen wollten, ist durch das Gesagte hinlänglich dargetan, daß nämlich das Geheimnis der Dreifaltigkeit in seinen charakteristischen Momenten, in den ewigen Ausgängen, welche in den Sendungen nach außen fortgeführt werden, die innigste und lebendigste Beziehung zu den Geheimnissen der übernatürlichen Gnade besitzt, daß es die lebendige Wurzel ist, welche die Gnadenordnung aus sich hervorgehen läßt und mit ihren Verzweigungen in dieselbe verflochten wird, daß es endlich durch die Gnadenordnung und in derselben die größte Bedeutung und das lebendigste Interesse gewinnt. -

Aber außer der Sendung der göttlichen Personen nach außen, von welcher bisher die Rede war, gibt es noch eine andere, ungleich großartigere, die des Sohnes (und in ihm auch des Heiligen Geistes) durch die Inkarnation, eine Sendung, durch welche eine Person nicht bloß in ihrer hypostatischen Besonderheit der Kreatur gegenwärtig wird, sondern durch Aufnahme einer geschaffenen Natur in ihre Hypostase zur hypostatischen Einheit wahrhaft eins wird mit der Kreatur, und vermittelst der angenommenen Natur nicht bloß appropriierte, sondern wirklich eigentümliche Tätigkeiten und Funktionen ausübt. Es ist das die Sendung "per excellentiam".

In dieser Sendung gewinnt natürlich das Geheimnis der innern trinitarischen Ausgänge noch eine weit größere Bedeutung für die Außenwelt, aber zum Teil gerade dadurch, daß sie mit der andern Art der Sendung aufs innigste verflochten ist und dieselbe sowohl vermittelt als vollendet. Sie ist der Knotenpunkt einer überaus wundervollen, geheimnisreichen Ordnung der Dinge, die sich nach dem Plane Gottes auf der Basis der Trinität aufbaut, aus ihr wie aus lebendiger Wurzel in der herrlichsten Harmonie sich entfaltet, eines Systems, das, wie es die reale Offenbarung und Entwicklung des trinitarischen Systems ist, so auch nur in ihm und aus ihm seine Erklärung finden kann. Doch das können wir erst dann nachweisen, wenn wir die ganze Lehre von dem Geheimnisse der Inkarnation im Zusammenhang darstellen werden.

Anmerkungen:

[69] Vgl. Cyrill. Al., De Trin. 1. 4, p. 530; 1. 7, p. 644.

[70] S. Thom. I. p., q. 43. Unter den Kommentaren siehe bes. F. Suarez und Ruiz zu dieser Stelle.

Ende.


14. November
Die Macht des Senfkorns

Morgen feiern wir den 6. nachgeholten Sonntag nach Erscheinung. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: Du bist ein Senfkorn! und Die Gleichnisse vom Senfkorn und vom Sauerteig.


14. November
Ein Geschenk des Himmels

Bald beginnt die Adventszeit: ein Anlass, an das schöne, bebilderte Büchlein von P. Martin Ramm Ein Geschenk des Himmels zu erinnern, durch welches Kinder in das Geheimnis der Advents- und Weihnachtszeit eingeführt werden.
Bestellen Sie es bei der Petrusbruderschaft. Bestellen Sie es ruhig in größerer Anzahl: für sich selbst, für Ihre Kinder, Großkinder, Nichten, Neffen, für die Kinderarbeit in der Pfarrei, in der Schule, in Kindergruppen, zum Weiterverschenken. Ein Beitrag zur Neuevangelisierung, die bei den Kindern beginnt!


12. November
Der Betrug mit den Messstipendien

Wenn Messstipendien für Wortgottesdienste verwendet werden

Von P. Walthard Zimmer

Eine Frau hatte mich um einen Gesprächstermin gebeten. Sie kommt und ist sehr aufgebracht. „Ich habe bei uns in der Pfarre für meinen verstorbenen Vater eine Messe bezahlt. Die ist auch in dieses Buch eingetragen worden. Am Sterbetag dann hat aber die Frau vom Diakon einen Wortgottesdienst gehalten. Ich bin dann in die Pfarrkanzlei gegangen. Dort hat mir die Pfarrsekretärin gesagt, es sei eben kein Priester da und wenn ein Wortgottesdienst statt der Messe ist, wird dann das Stipendium als Spende verbucht. Aber ich habe nicht eine Spende für einen bestimmten Tag gegeben, sondern ich wollte eine heilige Messe haben. Spenden werden auch nicht in dieses Buch eingetragen, wo die Messen aufgeschrieben sind. Die Sekretärin hat mir aber gesagt, wenn ich unbedingt eine Messe will, dann muss ich das vorher sagen, dann schicken sie das Stipendium weiter, wenn kein Priester da ist; dann steht aber mein Vater nicht auf der Gottesdienstordnung. Wenn ich will, dass im Ort die Leute wissen, dass das der Sterbetag meines Vater ist und die zum Beten kommen können, die ihn gekannt haben, dann zwingen mich die, für einen Wortgottesdienst ein Messstipendium zu bezahlen. Darf denn das sein? Das würden die anderen Pfarren auch so machen, hat die Sekretärin gesagt.“

Diese, mir nahezu wörtlich so vorgetragene Beschwerde, wirft in der Tat einige schwerwiegende Fragen auf.

Vorweg eines: Messstipendien dürfen nie (!) für einen Wortgottesdienst verwendet oder zur Spende uminterpretiert werden. Das ist nicht nur im Kirchenrecht klar so geregelt, sondern kann auch aus dem inneren Verständnis des Messstipendiums nicht anders sein. Alles andere ist Betrug mit den Messstipendien und wiedergutmachungspflichtig!

Im Canon 948 des Kirchenrechts ist ausdrücklich festgehalten, dass für jedes angenommene und akzeptierte Messstipendium je eine heilige Messe zu zelebrieren ist.

Weiters bestimmt das Kirchenrecht, dass ein Priester (oder auch ein Pfarrbüro, stellvertretend für Priester) nicht mehr Stipendien für heilige Messen annehmen darf, als der oder die zur Verfügung stehenden Priester innerhalb eines Jahres zelebriert können. Eine darüber hinausgehende Anzahl von Stipendien muss an die dafür vorgesehenen diözesanen Stellen weitergegeben werden. Messstipendien dürfen aber auch - sofern der Stifter des Messstipendiums es nicht ausdrücklich anders verlangt - einem anderen Priester übergeben werden, der über „über jeden Einwand erhaben“ ist (Can. 953-955).

Was aber ist genau ein Messstipendium und wieso wird überhaupt für die heilige Messe Geld gegeben?

Aus dem Verständnis heraus, dass für Katholiken die heilige Messe etwas ist, an dem alle beteiligt sind und mitwirken, hat sich im 2. bis 3. Jahrhundert der Brauch entwickelt, dass alle Mitfeiernden (auch Laien) materielle Gaben mitbringen. Die Gaben, die von den Gläubigen zum Priester gebracht wurden, waren der Ausdruck der inneren Opfergesinnung und der Vollzug der tätigen Teilnahme am Opfer selbst. Diese Gaben wurden am Beginn der Opferung (Gabenbereitung) zum Priester gebracht. Dieser Brauch setzte naturgemäß voraus, dass man bei der heiligen Messe persönlich anwesend ist.

Das Messstipendium hat sich daraus als eine aus Geld bestehende Gabe entwickelt, die dem Priester dann außerhalb der heiligen Messe gereicht wird und diesen verpflichtet, ein Messopfer in der Meinung des Gebers darzubringen. Obwohl außerhalb der Messe gegeben, hat diese Gabe eine innere Hinordnung auf das Messopfer. Das Messstipendium ist daher, seiner wesentlichen Zweckbestimmung nach, nicht Beitrag zum Lebensunterhalt des Priesters, sondern Gabe für ein Messopfer. Der Geber bemüht sich um einen Anteil am Opfer, den er nur als Glied der Opfergemeinschaft erlangen kann. Der Priester reiht den Geber, mag dieser anwesend sein oder nicht, als Gabenbringer in das bestimmte Opfer ein. Bis zu dieser Zuordnung ist das Messstipendium eine dem Priester treuhänderisch anvertraute Gabe. Nach der heiligen Messe geht die Gabe in den Besitz des Priesters über und dient erst dann zu seinem Lebensunterhalt.

Die Kirche hat das Geben und Annehmen von Messstipendien als rechtmäßigen Brauch anerkannt und ist bemüht, jedem Missbrauch zu wehren (CIC can. 945-947).

Ich muss also meiner Besucherin recht geben. Messstipendien können und dürfen weder vom kirchenrechtlichen Standpunkt noch aus inneren Gründen für einen Wortgottesdienst verwendet werden.

Meine Besucherin ist immer noch aufgebracht. Sie macht den Missbrauch ihres Stipendiums allerdings an einem mehr äußerlichen Grund fest: „Die Pfarrsekretärin hat das ja auch in dieses Buch eingetragen, in dem die Messen aufgeschrieben werden. Dort werden aber keine Spenden eingetragen. Ich habe auch keine Spende für einen bestimmten Tag gegeben, sondern ich wollte, dass eine heilige Messe für meinen Vater gefeiert wird.“

Dieses Buch? Alle angenommenen und akzeptierten Messstipendien sind in ein Intentionenbuch einzutragen. Can 958 legt fest, dass in einem Intentionenbuch die genaue Zahl der heiligen Messen, die Intentionen und die Höhe der Stipendien einzutragen sind. Das ist aus mehreren Gründen wichtig: Die Höhe des Messstipendiums wird normalerweise durch einen Beschluss der Bischofskonferenz festgelegt. Seit dem 01.01.2014 beträgt in Österreich das Messstipendium für eine stille heilige Messe 9,- Euro. (Von 2002 bis 2014 waren es 7,- Euro). Für heilige Messen mit musikalischer Begleitung darf noch ein zusätzlicher Betrag von maximal 7,- Euro eingehoben werden.

Ein Priester darf ein Stipendium auch in geringerer Höhe annehmen, darf aber niemals mehr verlangen. Die Gläubigen dürfen allerdings freiwillig auch ein höheres Stipendium geben.

Wird ein Geldbetrag für Messintentionen gegeben, ohne dass eine bestimmte Anzahl von Messen bestimmt wird, sind so viele Messen zu feiern, wie sich aus der festgelegten Höhe der Stipendien ergibt. Gibt jemand zum Beispiel 100,- Euro und nennt keine bestimmte Anzahl von Messen, so sind dafür 11 heilige Messen zu feiern. Würde er dieselben 100,- Euro geben mit der Bitte, er möchte dafür zwei heilige Messen gefeiert wissen, wäre das Stipendium mit 50,- € pro Messe einzutragen. Wenn nun Messintentionen weiter gegeben werden, muss auch das ganze Stipendium weitergegeben werden. (Außer es wäre eindeutig, dass der höhere Betrag persönlich für den Priester gemeint war).

Da es also rund um die Messstipendien verschiedene Möglichkeiten gibt, und ein angenommenes Stipendium den Priester verpflichtet, muss diese Gabe genau nach Messanzahl, Intentionen und Stipendienhöhe festgehalten werden. Die Verpflichtung, die heilige Messe auch wirklich zu feiern, bleibt, selbst wenn das Stipendium verloren ginge oder der Priester stirbt. Daher muss auch ein Priester immer über so viel Geld verfügen, dass alle Stipendien, die er angenommen hat, auch gedeckt sind (vgl. Can. 949-952).

Um allen Anschein von Geschäftemacherei zu vermeiden (Can 947) darf auch ein Priester - selbst wenn er an einem Tag mehrere heilige Messen zu feiern hätte - nur für eine Messe pro Tag ein Stipendium für sich persönlich nehmen. Alle anderen Stipendien gehen an die Pfarre bzw. Ordensgemeinschaft.

Kopfschüttelnd sitzt meine Besucherin immer noch vor mir. „Wenn ich nicht einverstanden bin, dass für mein Stipendium auch nur ein Wortgottesdienst gefeiert wird, dann wird mein Vater auch nicht auf der Gottesdienstordnung genannt. Die zwingen mich also für einen Wortgottesdienst ein Messstipendium zu zahlen, sonst erfährt niemand im Ort, dass dieser Tag der Sterbetag meines Vaters ist, und es kann auch niemand kommen, um zu beten. Die Pfarrsekretärin hat gesagt, das machen andere Pfarren auch so.“

Mit einem Wortgottesdienst lässt sich natürlich problemlos ein Gebetsgedenken verbinden, das man auch in einer Gottesdienstordnung anführen könnte. So etwas nicht zu tun, ist pastoral einfach unklug und nicht sehr „kundenorientiert“.

In diesem Zusammenhang fällt mir allerdings ein, auch von einer andern Person gehört zu haben, dass ihr bei der Bitte um eine Messe gesagt wurde, „für manche passt es auch, wenn es nur ein Wortgottesdienst ist“.

Aber auch das wirft Fragen auf. Wird hier nicht die Unwissenheit von Gläubigen ausgenützt, um sich „Einnahmen“ zu verschaffen, die so nicht vorgesehen sind. Wenn der „Stifter einer heiligen Messe“ zwar weiß, dass keine heilige Messe gefeiert, sondern nur ein Wortgottesdienst gehalten wird, kann man zwar nicht von Betrug im strengen Sinn des Wortes sprechen, aber in Ordnung ist das auch nicht.

Pfarrsekretärinnen hätten bei solchen Gelegenheiten die Chance über den Wert der heiligen Messe aufzuklären und den Unterschied zum Wortgottesdienst darzulegen. Das wäre echte und wertvolle Mitarbeit von Laien am Dienst der Priester.

Die schwerwiegendste Frage in diesem Zusammenhang bleibt allerdings offen: „Wie sieht es aus mit der Aufsichtspflicht des Ordinarius?“ Im Can 957 heißt es „Pflicht und Recht darüber zu wachen, dass die Messverpflichtungen eingehalten werden, haben Ortsordinarius bzw. die Ordensoberen.“ Und Can 958§2 verlangt, dass die Intentionenbücher jährlich vom Ordinarius „selbst oder durch andere“ zu überprüfen sind. Wird das gemacht? Messstipendien, die in Spenden uminterpretiert wurden, sind restitutionspflichtig oder die heiligen Messen müssen nachgeholt werden? Wer kümmert sich darum?


11. November
Steyler Missionare

Vor 100 Jahren kamen die vom hl. Arnold Janssen gegründeten Steyler Missionare in die Schweiz: Am 11. November 1920 erwarben P. Brodmühler und Br. Burkard das Haus Mariahilf in Steinhausen ZG, das zur ersten Niederlassung des Ordens in der Schweiz wurde.


11. November
Maurus Xaverius Herbst

Vor 300 Jahren, am 11. November 1720, legte Maurus Xaverius Herbst (1701-1757) im Benediktinerkloster Plankstetten die ewigen Gelübde ab. 1742 wurde er zum 46. Abt des Klosters gewählt.
Er besaß prophetische Charismen, die Gabe der Seelenschau und starb im Ruf der Heiligkeit. Mit welcher Gesinnung er sein Amt versah, geht aus folgenden Worten hervor: “Es muß mehr die Liebe, als die Furcht regieren, ohne daß jedoch die gute Zucht gelockert werden darf - zumal in wichtigen Dingen. Ferner muß eine autoritative Demut sonderlich das Szepter führen in Worten und Werken. Mit der nämlichen Demut müssen gute Herzen aufgemuntert, schwache getröstet, harte in aller Liebe auf einige Zeit strenger behandelt werden. Auch solchen, die größere Fehler begehen, darf die Liebe niemals versagt werden. In seinen Reden muß sich der Obere vor Hitze und Geringschätzung hüten.”


10. November
Hermann Cohen

Vor 200 Jahren, am 10. November 1820, wurde in Hamburg der jüdische Musiker Hermann Cohen geboren. Er war ein Schüler von Franz Liszt, erfolgreicher Pianist, befreundet u.a. mit George Sand und führte ein ausschweifendes Leben. Im Mai 1847 wurde ihm durch die nicht geplante Begegnung mit dem Allerheiligsten Altarsakrament plötzlich die Bekehrung geschenkt. Von Theodor Ratisbonne wurde er auf die Taufe vorbereitet, die er am 28. August 1847 empfing. Er trat bei den Unbeschuhten Karmeliten ein, bekam den Namen Augustin Maria vom heiligsten Sakrament, empfing die Priesterweihe und wurde ein Apostel der Eucharistie. Er gründete die Bruderschaft der Danksagung (nämlich der Danksagung für das göttliche Geschenk der Eucharistie), die am 10. Februar 1860 vom Papst approbiert wurde. Am 20. Januar 1871 starb er in Spandau. 2016 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet.
“Ich habe die Welt gesehen, ich habe sie geliebt, und ich habe gelernt, dass das wahre Glück dort nicht zu finden ist. Da offenbarte mir Maria das Geheimnis der Eucharistie. Und ich erkannte: die Eucharistie ist das Leben, das Glück!”


10. November
André Glucksmann

Vor fünf Jahren, am 10. November 2015, starb in Paris im Alter von 78 Jahren der Philosoph André Glucksmann. Er gehörte zu jenen linken Intellektuellen, denen durch Alexander Solschenizyn die Augen über den real existierenden Marxismus geöffnet wurden.


9. November
Mein Sohn lässt sich rühren

In meiner Predigt von gestern zum 23. Sonntag nach Pfingsten ging ich auf die Heilung der blutflüssigen Frau ein, deren Glaube vom Herrn gelobt wird, weil sie dachte: "Wenn ich auch nur sein Kleid berühre, so werde ich gesund." Durch unser vertrauensvolles Gebet berühren wir nicht nur sein Kleid, sondern sogar sein Herz. Das ist auch die Botschaft der Muttergottes in Pontmain: "Mein Sohn lässt sich rühren." Weiteres darüber in der Predigt.

Achtung: Falls hier nicht die Predigt vom 23. Sonntag nach Pfingsten erscheint, sondern eine ältere Predigt, dann schließen Sie bitte das Fenster, löschen das Cookie von kath-info in Ihrem Browsercache und gehen von Neuem auf kath-info! Wahlweise können Sie auch diesem Link folgen.


9. November
Eine theologische Katastrophe

CNA: Ihre eigene Forderung steht zumindest klar formuliert im öffentlichen Raum: Die Zurücknahme der synodalen Entwürfe zu einer "neuen Sexualmoral".

Bernhard Meuser: Ich wüsste nicht, warum ich sie zurücknehmen sollte. Die Entwürfe sind Populismus pur – zudem eine theologische Katastrophe. Sie durchbrechen ganz klar die Hermeneutik der Kontinuität, sind ebenso schriftfern, wie fern von den realen Beziehungs- und Sexkatastrophen der Gegenwart, dabei einseitig auf die kirchliche Etablierung homosexueller Verhaltensweisen bedacht. Ein Wort wie "Sünde" gibt es im Kontext der "neuen Sexualmoral" nicht mehr. Es wurde 1:1 durch "Wertschätzung" ersetzt. Noch ist Zeit für die deutsche Kirche, sich nicht endgültig vor der Weltkirche zu blamieren. Bin mir sicher: Rom wird dieser ideologische Farce am Ende genauso das Wasser abgraben, wie es bei anderen Kernanliegen des Synodalen Weges bereits geschehen ist.

Aus einem Interview von CNA mit Bernhard Meuser über sein Buch Freie Liebe – Über neue Sexualmoral.

Weitere Meldungen zum Synodalen Weg


8. November
Schlacht am Weißen Berg

Vor 400 Jahren, am 8. November 1620, besiegte Tilly (1559-1632), der oberste Heerführer der katholischen Liga im Dreißigjährigen Krieg, in der Schlacht am Weißen Berg (vor Prag) Friedrich V. von der Pfalz. Daraufhin konnte Herzog Maximilian I. von Bayern die Oberpfalz rekatholisieren.


8. November
Asia Bibi

Vor zehn Jahren, am 8. November 2010, wurde die christliche fünffache Mutter Asia Bibi in Pakistan wegen Blasphemie gegen den Islam zum Tode verurteilt. Sie verbrachte acht Jahre im Gefängnis, bis sie am 31. Oktober 2018 vom Obersten Gerichtshof Pakistans freigesprochen wurde. Am 8. Mai 2019 konnte sie nach Kanada ausreisen. Der christliche pakistanische Minister Shahbaz Bhatti, der sich für sie eingesetzt hatte, wurde am 2. März 2011 von den Taliban ermordet.


7. November
Göttliche Perspektive

Zum morgigen 23. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Hineingenommen in die göttliche Perspektive und So spricht der Herr: Ich denke Gedanken des Friedens, nicht des Verderbens.


7. November
Wie groß darf Gott sein?

Gestern habe ich die 50. Episode meines Podcasts veröffentlicht: Wie groß darf Gott sein? Mit Hiob über Striets Gottesbegriff nachdenken.


7. November
Moralfreies Christentum?

In der aktuellen November-Ausgabe des Informationsblatts der Priesterbruderschaft St. Petrus habe ich einen Aufsatz zum Thema Moralfreies Christentum? veröffentlicht.


6. November
Das Leben des heiligen Franz Xaver

Von Wolfgang Reithmeier, bearbeitet von Joseph Firnstein und Paolo D'Angona

8. Folge

Eines Tages, als Xaver gerade Unterricht gab, kamen einige Leute aus Manopor und bericheten ihm, daß einer der Angesehensten des Landes vom Teufel besessen sei; er möge diesem armen Menschen doch zu Hilfe kommen. Um den begonnenen Unterricht nicht abbrechen zu müssen, schickte er einige junge Christen dorthin, indem er ihnen das Kreuz gab, das er auf der Brust trug, mit dem Auftrag, den bösen Geist auszutreiben. Kaum waren sie dort angekommen, als der Besessene Zeichen seiner Besessenheit zeigte, indem er sich aufgeregter und wütender gebärdete denn je und ein fürchterliches Geschrei erhob. Die Knaben beteten daraufhin die Kirchengebete und zwangen ihn, das Kreuz zu küssen, Sogleich entwich der böse Geist. Mehrere anwesende Heiden bekehrten sich auf der Stelle und wurden vorbildliche Christen.

Diese Knaben waren dem Heiligen außerordentlich lieb und er schreibt selbst in einem Brief an die Gesellschaft Jesu in Rom, er hoffe, diese würden mit Gottes Hilfe besser als ihre Eltern, denn sie zeigten eine besondere Liebe zum göttlichen Gesetz und ein brennendes Verlangen, die chritliche Religion sowohl selbst kennen zu lernen, als auch anderen lehren. Sie haßten die Abgötterei außerordentlich, so daß sie deswegen mit den Heiden in Streit gerieten, die Götzenbilder zerschlügen, die Reste verbrännten und die Asche in den Wind streuten. Wüßten sie um ein irgendwo verborgenes Götzenbild, so würden sie es schnell melden, und sie suchten überall die Macht und den Einfluß des Teufels zu brechen und zu vernichten.

Im oben angeführten Brief an die Gesellschaft Jesu erzählt uns Xaver von einem besonderen Volk, Brahmanen genannt, die bei den Indern sowohl wegen ihrer Geburt als auch wegen ihres Amtes in hohem Ansehen stehen. Sie geben sich den Schein der Heiligkeit, und doch gibt es, sagt der Heilige, vielleicht kein gottloseres Volk auf Erden als dieses. Sie fasten zwar und machen sich zum Gesetz, kein Fleisch, noch irgendetwas, das Leben hatte, zu essen. Sie entschädigen sich aber für die strengen Abtötungen dadurch, daß sie sich dann wieder den schändlichsten Lüsten überlassen und sich jeder Abscheulichkeit hingeben. Sie sind verlogene und betrügerische Menschen, die nur darauf ausgehen, das einfache Volk zu betrügen. Sie spiegeln ihm vor, die Götzen äßen wie die Menschen. Bleiben daher Speiseopfer für die Götzen aus, die die Brahmanen mit ihren Frauen verzehren, so drohen sie dem Volk mit dem Zorn der Götter, und versuchen die Götzen vor dem Volk zu verbergen, um zu zeigen, die Götter wollten das Land verlassen. Ihre Lehre entspricht ihrem Leben. Als der Heilige, da er ihre Pagoden (Bezeichnung für Götze und Götzentempel) besuchte, nach der Lehre ihrer Götter in Bezug auf das ewige Leben befragte, zankten sie sich lange Zeit herum, wer von den vielen Versammelten antworten solle.

Endlich nahm ein achtzigjähriger Greis das Wort und sagte in ernstem Ton: Die Götter befehlen denen, die zu ihnen kommen wollen, zwei Dinge: das erste: keine Kuh zu schlachten, das zweite: zu spenden. Bei dieser Antwort traten Tränen in die Augen des Heiligen, so tief schmerzte ihn die Blindheit und Torheit der Menschen, die den Teufel verehren. Plötzlich, von Mitleid bewegt, stand er von seinem Sitz auf un bat sie, ihn anzuhören. Er sprach mit lauter Stimme das Apostolische Glaubensbekenntnis und verkündete den hauptsächlichen Inhalt der Zehn Gebote. Danach gab er ihnen eine kurze Erklärung von Himmel und Hölle; wie man ewig selig oder ewig verdammt werden könne.

Sobald der Heilige seine Rede vollendet hatte, standen sie alle plötzlich auf, umarmten ihn und bekannten, der Gott der Christen sei der wahre Gott, da seine Gesetze so sehr der Vernunft gemäß seien. Nun folgten Fragen über Fragen: ob die Seele unsterblich sei oder mit dem Körper zugrunde gehe; wohin sie, falls sie den Leib überlebe, ihren Ausgang nehmen würde; ob sie während des Schlafes, wenn sie sich im Traum in einem fremden Land befinde, wirklich außerhalb des Körpers sei; ob Gott weiß oder schwarz sei. Xaver beantwortete mit Geduld alle diese Fragen in einer dieser so wenig gebildeten Menschenklasse angemessenen Weise. Als er sie aufforderte, den Glauben an Jesus Christus öffentlich zu bekennen, antworteten sie dem Heiligen: "Was würde die Welt von uns denken, wenn sie uns den Glauben wechseln sähe? Und was würde aus unseren Frauen und Kindern werden, die nur von den Opfern leben, die den Pagoden dargebracht werden?"

Der heilige Apostel hatte noch eine weitere Zusammenkunft mit einem anderen Brahmanen, der als das Orakel der Gegend galt; der Heilige konnte ihn ebenfalls nicht bekehren, ungeachtet seiner Bemühungen, wie er uns in demselben Brief berichtet.

Trotz der Wunder, die Xaver in ihrer Gegenwart wirkte, konnte er nur einen einzigen gewinnen. Als der Apostel sah, daß alle seine Bemühungen vergeblich seien, deckte er ohne Rücksicht die Betrügereien der Brahmanen auf, so daß sie bald alles Ansehen beim Volk verloren, mochten sie auch noch so sehr mit dem Zorn der Götter drohen.

Bei diesen sehr vielen und sehr beschwerlichen Arbeiten führte der Heilige doch auch noch ein sehr strenges Bußleben. Seine Nahrung bestand aus Reis und Wasser; er schlief nachts höchstens drei Stunden in einer ärmlichen Fischerhütte auf der bloßen Erde, und wollte die ihm vom Vizekönig übersandten Matratzen und Deckbetten durchaus nicht verwenden. Die übrige Zeit der Nacht brachte er im Gebet oder im Dienst der christlichen Liebe zu. Er selbst sagte, daß sein Leben mühevoll sei und daß die Beschwerden so groß und ununterbrochen fortdauerten, daß er unter der Last erliegen müßte, wenn er nicht auf übernatürliche Weise gestärkt und erhalten würde. Neben seinem Predigtamt mußte er auch Streitigkeiten schlichten, wozu er eigene Stunden bestimmte.

Als Belohnung empfand er schon auf dieser Erde eine solche Freude und Süßigkeit in seinem Herzen, daß er Gott bat, seiner zu schonen. Den schon oft angeführten Brief schließt er mit folgenden schönen Worten: "Diesem Bericht weiß ich nichts mehr hinzuzufügen, außer: die Freude, die Gott den fleißigen Arbeitern bei der Obsorge für diese wilde Gegend in die Seele legt, ist so groß und mannigfaltig, daß, wenn es eine wahre Freude auf Erden gibt, dies die einzig wahre sei. Ich höre öfter einen dieser Arbeiter seufzen: Halt ein, o Herr, halt ein, und überschütte mich in diesem Leben nicht mit einem solchen Übermaß an Freuden, oder wenn du solche Freuden über mich ausgießen willst, so nimm mich lieber in den Himmel. Denn wer einmal in seinem Innern deine Süße und Lieblichkeit verkostet hat, kann dieses Leben ohne Anschauung deines Angesichts nicht anders als bitter finden."

Der heilige Apostel hatte schon lange auf die zwei Gefährten, Paul von Camerino und Franz Mansilla, die in Mozambique zurückgeblieben waren, gewartet. Da die Zahl der Christen täglich zunahm, die Arbeiten immer mehr wurden, so konnte ein einziger Priester für die vielen Anstrengungen nicht mehr hinreichend sein. Xaver mußte also Hilfe suchen. Er verfügte nämlich über einige gute junge Leute, die Lehrer des Volkes werden sollten. Diese führte er nun nach Goa, wo sie im Seminar vom heiligen Paulus im Dienst Gottes unterrichtet werden sollten. In diesem Seminar waren Paul von Camerino und Franz Mansilla mit Erlaubnis des Vizekönigs zurückbehalten worden. Dies war die Ursache, warum sie Xaver nicht auf die Fischerküste folgen konnten. Diesem Seminar in Goa übergab nun Xaver seine jungen Inder, und ließ auf Bitte des Vorstands des Seminars, Jakob von Borba, Paul von Camerino zur Erziehung und zum Unterricht der Seminaristen zurück.

Nach dem Tod Borbas im Jahre 1548 ging dieses Seminar in den Besitz der Jesuiten über, weswegen sie in diesen Ländern die Väter vom heiligen Paulus oder Paulisten genannt wurden.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Goa kehrte der heilige Apostel wieder zu seinen Paravas zurück. Außer Mansilla, der noch nicht Priester war, nahm er noch zwei Priester, geborene Inder, und einen dritten aus Biscaya, Johann Dortiaga, auf die Fischerküste mit. Er wies jedem einen bestimmten Wirkungskreis zu und ging dann allein tiefer ins Land hinein, wo er zu einem Volk gelangte, dessen Sprache ihm völlig unbekannt war.

Wir wissen nicht, wie dieses Volk geheißen hat; der Heilige hat es in seinem Brief an Mansilla nicht angegeben. Da er die Sprache nicht verstand, mußte er sich darauf beschränken, die Kinder zu taufen und den Kranken beizustehen, die ihm ihr Elend und ihre Not ohne Dolmetscher zu verstehen gaben.

wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


5. November
Todesmutige Freude

Jens Hartner: Wie kann man an den Tod denken, ohne dass man die Freude am Leben verliert?

P. Bernward Deneke: Da frage ich zurück: Welchen Wert kann eine Lebensfreude haben, die auf Verdrängung beruht? Sie steht auf wackligem Fundament. Eine Lebensfreude aber, die auch den ernsten Tatsachen ins Auge blickt, ist echt. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Tod der große Desillusionierer und Entmythologisierer ist. An ihm zerschellen ebenso trügerische Hoffnungen wie unnötige Ängste. Es sind aber genau diese beiden Dinge, die der wahren Freude im Wege stehen.

Aus einem Interview der Tagespost mit P. Bernward Deneke FSSP über die Frage Wie mit dem Tod leben?, in der Tagespost vom 29. Oktober 2020.


5. November
Jutta Burggraf

Vor zehn Jahren, am 5. November 2010, starb in Pamplona die Theologin Jutta Burggraf. 1952 in Hildesheim geboren, studierte sie in Köln und Navarra und erhielt dort 1996 einen Lehrstuhl u.a. für feministische und ökumenische Theologie. Die Autorin zahlreicher Bücher war Mitglied des Opus Dei und 1987 Teilnehmerin an der 7. Ordentlichen Bischofssynode über die “Berufung und Mission der Laien in Kirche und Welt”.


4. November
Statistik der Petrusbruderschaft

Wie jedes Jahr hat die Priesterbruderschaft St. Petrus die neueste Statistik mit Stand vom 1. November 2020 veröffentlicht:

Sie hat 504 Mitglieder, davon 330 Priester.

Sie ist in 146 Diözesen tätig, davon 30 im deutschsprachigen, 43 im französischen und 49 im nordamerikanischen Distrikt.

An 260 Orten feiern ihre Priester regelmäßig die hl. Messe, davon 79 im deutschsprachigen, 71 im französischen und 63 im nordamerikanischen Distrikt.

Sie betreut weltweit 46 Personalpfarreien, und zwar in den USA, in der Schweiz, in den Niederlanden, in Nigeria, Italien, Australien, Mexiko, Großbritannien, Tschechien und Kanada. In Deutschland konnte bis jetzt keine Personalpfarrei errichtet werden, und zwar aufgrund eines Beschlusses, den die Bischofskonferenz seinerzeit unter ihrem Vorsitzenden Karl Lehmann gefasst hatte.

Die Petrusbruderschaft hat 131 Niederlassungen, davon sind 93 kanonisch errichtet.

Die Konfraternität St. Petrus umfasst 7390 Mitglieder, davon 974 im deutschen Sprachraum.


4. November
René Girard

Vor fünf Jahren, am 4. November 2015, starb im kalifornischen Stanford im Alter von 91 Jahren der aus Avignon stammende Religionsphilosoph René Girard.


3. November
Monatsranking Oktober 2020

Platz Monatsranking Oktober 2020
Ausschnitt aus der Platzbelegung
von über 713 Seiten
Verän-derung ggü. dem Vormonat
1

Zitatensammlung

+ 1
2

Bernward Deneke: Liebe, und dann tue was du willst

+ 4
3

Das Bild von Guadalupe: Der wissenschaftliche Befund

+ 1
10

Die Haltung der Kirche zur Homosexualität

- 1
20

Der Vertuschungsskandal und das Zeugnis von Erzbischof Carlo Vigano

+ 6
30

Urs Keusch: Kein Strom für schlechtes Reden!

- 6
40

C. S. Lewis und Narnia

+ 2
50

Die Würde des Menschen und die Pornographie

- 5
60

Recktenwald: Das Gewissen zwischen Vision u. Illusion

+ 141
100

Robert Mäder: Abba, lieber Vater!

+ 16

Zum Ranking der Vormonate


2. November
Was ist vorüber?

Eine Glosse von P. Engelbert Recktenwald

“Die nachkonziliare Zeit ist vorüber”, so äußern sich manche Reformer in der Kirche.

Hoppla, ich muss mich korrigieren! In Wirklichkeit sprechen sie von der “alten” Zeit. Aber damit kann doch eigentlich nur die nachkonziliare Zeit gemeint sein, oder nicht? Die vorkonziliare Zeit ist ja bereits mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu Ende gegangen. Wie oft haben wir aus berufenem oder unberufenem Mund gehört, dass mit dem Konzil eine neue Zeit begonnen habe, eine Zeit des Frühlings und des Aufbruchs, eine neue Ära. Und die soll jetzt auch schon wieder zu Ende sein? Immerhin hat diese Zeit mit über 50 Jahren auch schon ein gewisses Alter erreicht. Also kann, wenn von der alten Zeit die Rede ist, die jetzt vorüber sei, nur die nachkonziliare Zeit gemeint sein, oder? Ich kenne eine Menge Leute (“Traditionalisten” genannt), die sich wirklich freuen würden, wenn dem so wäre.

Aber so meinen es die Reformer dann wohl doch nicht. Es geht ja um Themen wie Zölibat und kirchliche Morallehre. Und da müssen wir feststellen, dass das Konzil noch viel zu vorkonziliar war. Der Zölibat sei im Geheimnis Christi und seiner Sendung begründet, hat das Konzil gelehrt, durch die Jungfräulichkeit und die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen seien die Priester in neuer und vorzüglicher Weise Christus geweiht.

Der Priester sei in vorzüglicher Weise Christus geweiht? Mit Leichtigkeit erkennen wir hier ganz klar jenen vorkonziliaren Klerikalismus, der schuld am tausendfachen sexuellen Missbrauch in der Kirche ist. Diese Konzilsaussage ist eine Beleidigung der Laien und eine Gefahr für unschuldige Kinder. Das Konzil ist schuld am Missbrauch, weil es die vorkonziliare Zeit nicht radikal genug beendet hat. Das Konzil war einfach zu wenig konzilsgemäß. Wir müssen das Konzil um des Konzils willen überwinden! Wir müssen es retten, indem wir seine Texte entsorgen. Dann beginnt endlich der echte und wahre Aufbruch...

Weitere Glossen


1. November
David Jones

Vor 125 Jahren, am 1. November 1895, wurde in Brockley, Kent, der Maler und Dichter David Jones geboren. An seinem Hauptwerk The Anathémata arbeitete er jahrzehntelang. Es erschien schließlich 1952 unter dem Lektorat von T. S. Eliot. Am 28. Oktober 1974 starb Jones, der u.a. mit Christopher Dawson befreundet war, in Harrow, Middlesex. In deutscher Sprache erschienen die Anathémata 1988, übersetzt von Cordelia Spaemann, der Frau des Philosophen Robert Spaemann.


1. November
Noël Tibur

Vor zehn Jahren, am 1. November 2010, starb in Clermont im Alter von 92 Jahren Abbé Noël Tibur, Priester der Diözese Dax und assoziiertes Mitglied der Priesterbruderschaft St. Petrus. Seine Überzeugung, dass der von ihm hochgeschätzte überlieferte Messritus nie abgeschafft sei, wurde durch das Motu proprio Summorum Pontificum bestätigt.


1. November
Piusbruderschaft

Vor 50 Jahren, am 1. November 1970, errichtete Bischof François Charrière von Lausanne, Genf und Freiburg die von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. als pio unio. Am 18. Februar 1971 folgte von Kardinal Wright, dem Präfekten der Kleruskongregation in Rom, ein lobendes Ermutigungsschreiben.


31. Oktober
Das Drei-Punkte-Programm

Zum morgigen Fest Allerheiligen kann ich eine Predigt anbieten. Sie geht über das Drei-Punkte-Programm, das der hl. Don Bosco für den hl. Domenico Savio zusammengestellt hatte, um heilig zu werden.


31. Oktober
Terroranschlag

Vor zehn Jahren, am 31. Oktober 2010, verübte der IS (damals noch unter dem Namen Islamischer Staat Irak) während des Abendgottesdienstes einen Terroranschlag auf die Kathedrale Sayidat al-Najat (Unsere Liebe Frau von der Erlösung) in Bagdad, bei dem 68 Menschen getötet wurden. Nachdem bereits 2008 Bischof Paulos Faraj Rahho von Mossul ermordet worden war, löste dieses Ereignis die Massenflucht der Christen aus dem Irak aus. 2011 nahm der Pfarrer der Kathedrale an der traditionellen Pfingstwallfahrt von Paris nach Chartres teil.


30. Oktober
Der ursprüngliche Statthalter Christi

Mir scheint indessen, dass der Begriff des Gewissens, auf den Bischof Dr. Feige sich beruft, eher dem protestantischen Verständnis nahe zu sein. Was lehrt die Kirche des Herrn über das Gewissen? Wer als Katholik seinem Gewissen folgt, orientiert sich nicht an einem subjektiven Verständnis, sondern am kirchlich gebildeten Gewissen. So ist es auch im Katechismus der katholischen Kirche nachzulesen, Abschnitt 1778: "Das Gewissen ist ein Urteil der Vernunft, in welchem der Mensch erkennt, ob eine konkrete Handlung, die er beabsichtigt, gerade ausführt oder schon getan hat, sittlich gut oder schlecht ist. Bei allem, was er sagt und tut, ist der Mensch verpflichtet, sich genau an das zu halten, wovon er weiß, daß es recht und richtig ist. Durch das Gewissensurteil vernimmt und erkennt der Mensch die Anordnungen des göttlichen Gesetzes. Das Gewissen ist »ein Gesetz des Geistes« und ist darüber hinaus »eine unmittelbare Einsprechung«, die »auch den Begriff der Verantwortlichkeit, der Pflicht, einer Drohung und einer Verheißung in sich schließt. Es ist ein Bote dessen, der sowohl in der Natur als auch in der Gnade hinter einem Schleier zu uns spricht und uns durch seine Stellvertreter lehrt und regiert. Das Gewissen ist der ursprüngliche Statthalter Christi« (J. H. Newman, Brief an den Herzog von Norfolk 5)."

Aus: Thorsten Paprotny, Gewissensentscheidungen. Was Bischof Dr. Feige sagt und was die Kirche lehrt.


30. Oktober
Szilárd Bogdánffy

Vor zehn Jahren, am 30. Oktober 2010, wurde der Theologie, Märtyrer und Weihbischof von Satu Mare und Oradea (Rumänien) Szilárd Bogdánffy (1911-1953) seliggesprochen. Während des Zweiten Weltkriegs rettete er Juden, indem er sie vor dem Zugriff der Nazis in der Theologischen Fakultät von Großwardein versteckte. Von den Kommunisten wurde er 1949 zu zwölf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Am 3. Oktober 1953 starb an den Folgen der Misshandlungen, die er im Gefängnis erlitt.


29. Oktober
Drei Schweizerinnen

Vor 25 Jahren, am 29. Oktober 1995, wurden drei Schweizerinnen seliggesprochen: die Ordensschwester Maria Theresia Scherer (1825-1888), die Mystikerin Marguerite Bays (1815-1879) und die Mystikerin Bernarda Bütler (1848-1924). Deren Tagebuchaufzeichnungen hat Urs Keusch 2014 unter dem Titel Nimm und schreibe! Ich aber werde die Flammen hineinlegen im Christiana-Verlag herausgegeben. Bernarda Bütler wurden tiefe Einblicke in die Wahrheiten unseres Glaubens geschenkt. So schreibt sie über Maria:
“Ja, so ist unsere himmlische Mutter immer, Tag und Nacht, für unser ewiges Heil besorgt, niemals vermag es eine menschliche Zunge auszusprechen. Oh, diese wunderbare Mutter! Wie hat sie doch durch und durch die volle Sanftmut, Güte und Liebe ihres Allerheiligsten Sohnes nachgeahmt! So kann Maria gar nicht anders, als sich immer voll Liebe und Erbarmen zu uns herab zu neigen, so arm und sündhaft wir auch sind. - Lebt noch ein Fünkchen guten Willens und Vertrauens in einer noch so schwer belasteten Seele: So eile sie doch hin unter den Schutzmantel Mariens, in Mariens Mutterarme! Oh ja, sie wird bekehrt, sie wird gekräftigt, gereinigt und gerettet werden.”

Artikel von Urs Keusch auf kath-info


28. Oktober
Instrumentalisierung der Bildungslosigkeit

Oliver Maksan: Viele Seelsorger sagen, dass die kirchliche Morallehre jungen Leuten kaum vermittelbar ist, junge Katholiken inbegriffen.

Bernhard Meuser: Wie bitte? Ich mache die gegenteilige Erfahrung. Unter gläubigen jungen Leuten gibt es kein faszinierenderes Thema als die "Theologie des Leibes". Wir sind doch selbst dran schuld, dass mittlerweile mehrere Generationen junger Menschen im Ganzen nicht mehr von einem christlichen Konzept von Liebe und Sexualität berührt wurden, ja dass selbst innerhalb kirchlicher Welten die jungen Leute nur noch mit unzusammenhängenden Versatzstücken einer kirchlichen Sexualmoral konfrontiert wurden. Sie teilen die Denke der Welt und nehmen an allgemeinen Handlungsweisen teil, ohne ihre Dissonanz zu kirchlichen Vorstellungen von Sexualität und Liebe überhaupt noch wahrzunehmen. Ihr Liebesleben ereignet sich längst auf einem anderen Planeten. Nun werden sie, die keine Katechese zu Liebe, Ehe und Sexualität erfuhren, die auch nur entfernt den Namen verdient, dafür instrumentalisiert, das abzuschaffen, was sie nicht kennen und das herbeizuführen, was sie schon haben: einen gebrochenen Zustand.

Aus: Moral ist Flankenschutz für die Liebe, einem Interview von Oliver Maksan mit Bernhard Meuser und dessem Buch Freie Liebe. Über neue Sexualmoral und über den Synodalen Weg, Tagespost online 14. Oktober 2020.

Weitere Kritiken des Synodalen Wegs


28. Oktober
Ladislaus Batthyány-Strattmann

Vor 150 Jahren, am 28. Oktober 1870, wurde in Dunakiliti, Ungarn, der Chirurg und Augenarzt Ladislaus Fürst Batthyány-Strattmann geboren. Aus christlicher Nächstenliebe behandelte er die Armen unentgeltlich und verschenkte den größten Teil seines ererbten Vermögens. Am 22. Januar 1931 starb er in Wien, am 23. März 2003 wurde er seliggesprochen. “Durch die Liebe wird erst das Leben schön, und endlich ist Gott die Liebe, und jede edle Liebe also ein Widerstrahl von Gottes Wesen.”


27. Oktober
Aufgeklärter Eudämonismus

Bereits heute ist der dritte Teil meiner Philosophieserie auf CNA erschienen. Unter einem aufgeklärten Eudämonismus verstehe ich einen solchen, der sich selber überwindet, weil er auf der Suche nach dem Glück das Gute findet, dessen Wert nicht in der Glückstauglichkeit aufgeht. An der Interpretation des Aristoteles bzw. an der Einschätzung des so interpretierten Aristoteles scheiden sich die Geister.


26. Oktober
Helmut Kentler und das Glück der Erdenkinder

Gabriele Kuby streift zwar auf Seite 183 meine damals bereits pointierte Öffentlichkeitsarbeit (ich war dem Protagonisten Kentler 1968 im Rahmen der EKD zum ersten Mal begegnet und hatte unverzüglich ein Gegenbuch geschrieben, um der drohenden Schändung von Kindern „als höchstes Glück der Erdenkinder“ warnend zu begegnen). Aber jetzt erst scheint die Zeit zum einhelligen Widerstand von Menschen mit gesundem Verstand und einer verantwortungsbewussten Gesinnung eingetreten zu sein. Jetzt erst – nach längst eingetretenem Unglück – kann von Gabriele Kuby mit trauriger Ernsthaftigkeit und fleißigster Recherche mit dem notwendigen Entsetzen – hoffentlich erfolgreich – darauf reagiert werden. Jetzt erst scheint die Zeit zu vielzähligem Widerstand der Menschen mit gesundem Menschenverstand da! Erst wenn der Zahnschmerz übermächtig wird, kann die Wahrheit ans Licht: Dieser Zahn muss raus! Nach Kubys Buch kann es kein Ausweichen mehr geben.

Aus einer Rezension Christa Meves’ über das Buch von Gabriele Kuby Die verlassene Generation.

Über Helmut Kentler


26. Oktober
Vicenta Rosal Vasquez

Vor 200 Jahren, am 26. Oktober 1820, wurde in Quetzaltenango, Guatemala, die Mystikerin Vicenta Rosal Vasquez geboren. Sie wurde Ordensschwester bei den Bethlehemitinnen und erhielt den Namen María Encarnación (Maria von der Menschwerdung). Mehrmals musste sie vor einer Katholikenverfolgung fliehen: 1877 von Guatemala nach Costa Rica, 1884 von dort nach Kolumbien. Am 24. August 1886 starb sie in Tulcán, Ecuador. Am 4. Mai 1997 wurde sie seliggesprochen.


25. Oktober
Das Zitat

Lernt in eurer Seele stärker zu sein als mit euren Muskeln. Wenn euch das gelingt, werdet ihr die wahren Apostel des Glaubens an Gott sein.

Seliger Pier Giorgio Frassati


25. Oktober
Heinrich von Segusia

Vor 750 Jahren, am 25. Oktober 1270, starb in Lyon im Alter von über 70 Jahren der berühmte Dekretalist Heinrich von Segusia, auch Hostiensis und monarcha iuris utriusque genannt.


25. Oktober
Edmund Campion

Vor 50 Jahren, am 25. Oktober 1970, wurden Edmund Campion (1540-1581) und 39 weitere Märtyrer der anglikanischen Katholikenverfolgung heiliggesprochen. Vom monumentalen mehrbändigen Werk Joseph Spillmanns über diese Epoche haben wir hier auf kath-info den letzten Band wiedergegeben.


24. Oktober
Ein König wie kein anderer

Nach dem Alten Kalender feiern wir morgen das Christkönigfest. Dazu kann ich zwei Predigten anbieten: König meines Herzens und Ein Königtum der Liebe.


24. Oktober
Antonius Maria Claret

Vor 150 Jahren, am 24. Oktober 1870, starb in Frontfroide im Alter von 62 Jahren der aus Katalonien stammende Bischof Antonius Maria Claret. Am 7. Mai 1950 wurde er heiliggesprochen.
Ein Zitat von ihm: “Die notwendigste Tugend ist die Liebe. Ja, das sage ich, und ich werde es noch tausendmal sagen: Die Tugend, die ein apostolischer Missionar am dringendsten braucht, ist die Liebe. Er muss Gott lieben, Jesus Christus, Maria und die Mitmenschen. Wenn er diese Liebe nicht hat, sind alle seine schönen Talente nutzlos. Verbindet sich bei ihm jedoch mit seinen natürlichen Talenten eine große Liebe, dann hat er alles.”


22. Oktober
Das traurigste Kapitel katholischer Selbstzerstörung

Tatsächlich haben es die Organisatoren des Synodalen Weges in anderthalb Jahren geschafft, dass niemand mehr vom Missbrauch redet. Dabei ist die Instrumentalisierung des Missbrauchs zu strategischen Zwecken das traurigste Kapitel katholischer Selbstzerstörung. Wer immer Ohren hat, hört die Zwischentöne jener Kleriker, die – sich und der gewählten Lebensform zerfallen – längst zu neuen Ufern unterwegs sind, und die Zwischentöne jener theologischen Laien, die für ihr jahrzehntealtes Ressentiment gegen den Typus «Priester» endlich die offene Flanke gefunden haben, ihn endgültig aus dem Spiel zu nehmen. Sie träumen von einer priesterfreien Kirche – mit sich als der Lösung. Der Diskurs um «Klerikalismus» und «Macht in der Kirche» hat genau diesen Hintergrund.

Aus dem Offenen Brief von Bernhard Meuser an die deutschen Bischöfe. Dieser Brief bildet das Schlusskapitel seines neuen Buches Freie Liebe. Über neue Sexualmoral. Den Offenen Brief kann man vollständig auf der Website der Tagespost nachlesen.

Weitere Beiträge zum Thema.


22. Oktober
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die sieben Folgen meiner Corona-Exerzitien sind jetzt alle auf einer Seite versammelt. Die Predigt über das übersehene Wunder bei der Brotvermehrung ist auf dieser exegetischen Seite eingebettet, jene über die Früchte der Heiligkeit auf der Seite über Viktor E. Frankl. Auf der Sammelseite mit Meldungen über die Kirchenkrise finden Sie nun die Notizen Wider den Alarmismus und Gemeindeleitung nur durch Priester.


20. Oktober
Der Begriff des Guten im Eudämonismus

Heute ist auf CNA die zweite Folge meiner Philosophie-Serie erschienen.


20. Oktober
Jubel in bösen Tagen

Meine Predigt, die ich vorgestern in Recklinghausen gehalten habe: über die Lesung zum 20. Sonntag nach Pfingsten, Eph 5, 15-21.

Recktenwald-Predigten · 20. So. nach Pfingsten: Der Jubel des Hl. Geistes

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19. Oktober
Jakob Kern

Vor 100 Jahren, am 18. Oktober 1920, wurde der in Wien geborene Prämonstratenser Jakob Kern (1897-1924) eingekleidet. 1922 empfing er die Priesterweihe. Ganz vom Sühnegedanken durchdrungen, bot er sich Gott zum Sühnopfer an und starb am 20. Oktober 1924 nach schwerem Leber- und Lungenleiden. Am 21. Juni 1998 wurde er seliggesprochen.


19. Oktober
Heiligsprechung

Vor fünf Jahren, am 18. Oktober 2015, wurden Luis Martin und Celia Guérin, die Eltern der hl. Therese von Lisieux, heiliggesprochen, außerdem auch Vincenzo Grossi (1845-1917) und María de la Purísima Salvat Romero (1926-1998).


19. Oktober
Heiliger Gallus

Vor 1400 Jahren, am 16. Oktober 620, starb der aus Irland stammenden hl. Gallus, der Gründer des Klosters St. Gallen.


19. Oktober
Um eine Philosophie des Guten

CNA hat am Dienstag, den 6. Oktober, mit mir eine Philosophieserie begonnen, deren Folgen alle 14 Tage erscheinen. In der ersten Folge dieser Serie, die um einen adäquaten Begriff des Guten ringt, geht es um die Frage, ob wir in Zusammenhang mit einer Theorie menschlichen Handelns, das immer auf ein Ziel gerichtet ist, einen Zieldualismus oder einen Zielmonismus etablieren müssen. Die zweite Folge erscheint planmäßig morgen.


18. Oktober
Die Jungfrau von Guadalupe und ihr Weg nach Mexiko

Von Carolin Holterhoff

6. Folge

Die Cholulteken behaupteten nach ihrer Niederlage, sie seien von Montezuma dazu gezwungen worden. Da die aztekischen Krieger, die sich im Umland versteckt hatten, nicht in den Kampf eingriffen, ist es wahrscheinlich, dass sie nach Tenochtitlan zurückkehrten und Montezuma Bericht erstatteten, doch auch Cortés ließ ihm eine Nachricht zukommen, in der er ihm vorwarf, an dem Komplott in Cholula beteiligt gewesen zu sein; da er ihm nicht trauen könne, würde er nun in Kriegsabsicht zu ihm nach Tenochtitlan kommen. Montezuma soll so geschockt gewesen sein, dass er sich für mehrere Tage mit einigen Priestern zurückzog, seinen Göttern Menschenopfer darbrachte und darauf wartete, dass sie ihm eine Antwort gaben. Da Montezuma so lange handlungsunfähig war, sprachen schließlich seine Berater eine Einladung an Cortés aus (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 40). Nachdem er mit seiner Truppe den Pass zwischen den beiden Vulkanen Popocatepetl und Iztaccihuatl bewältigt hatte, von dem sie einen ersten Blick auf die majestätische Stadt im See von Texcoco werfen konnten, marschierten sie am 8. November 1519 über den südlichen Dammweg über Itzapalapa in Tenochtitlan ein. Von Montezuma wurde Cortés freundlich begrüßt und reich beschenkt. Untergebracht wurden die Spanier gemeinsam mit den Tlaxcalteken (die Totonaken waren nach Hause zurückgekehrt) im Palast des Axayacatl, des verstorbenen Vaters Montezumas. Dieser stand neben dem großen Pyramidentempel, der dem Huitzilopochtli geweiht war. Sie bekamen während ihres Aufenthalts hautnah die täglichen Menschenopfer mit den Trommeln, dem Blut, den herausgerissenen Herzen und dem Gebrüll der wilden Tiere mit, die im Zoo auf der anderen Seite ihrer Unterkunft schon auf ihr tägliches Futter warteten.

Cortés unterhielt sich mit Montezuma wiederholt über den spanischen König und den christlichen Glauben und forderte ihn auf, von dem Götzenkult mit den Menschenopfern abzulassen, da es Dämonen seien. Montezuma antwortete, dass es gute Götter wären, die für sie sorgten. Im Verlauf der ersten Woche besichtigten die Spanier begleitet von Montezuma den großen Marktplatz und erhielten auf Bitten die Erlaubnis, den Tempel betreten zu dürfen, was sonst nur den Priestern vorbehalten war. Sie mussten 114 Stufen hinaufsteigen; im Innern des Tempels waren die Statuen des Huitzilopchtli, des Kriegsgottes, und des Tezcatlipoca, des Gottes der Hölle, aufgestellt. Beide waren über und über mit Gold und Edelsteinen geschmückt und so hässlich und grauenerregend, dass Cortés mit Nachdruck darum bat, ein Kreuz und ein Bild der Gottesmutter aufstellen zu dürfen, dann würden Montezuma und seine Priester sehen, welche Angst ihre beiden Götter davor hätten (Diaz del Castillo, Die Eroberung von Mexiko, S. 221). Diese waren empört, da ihre Götter damit beleidigt worden wären; dennoch durften die Spanier am Fuße der Pyramide den Raum besichtigen, in dem die vom Tempel heruntergeworfenen Leichen zerteilt und die Gliedmaßen als Speisen für die Priester zubereitet wurden.

Auch wenn Cortés mit seinem Ansinnen keinen Erfolg gehabt hatte, erhielt er immerhin die Erlaubnis, im Palast eine Kapelle mit Altar, Kreuz und Bild der Gottesmutter zu errichten, um dort die Hl. Messe feiern zu können. Bei dieser Gelegenheit entdeckten die Spanier einen Goldschatz des früheren Herrschers Axayacatl, den sie aber vorerst unangetastet ließen.

Für die Spanier war die Situation in Tenochtitlan sehr gefährlich, denn sie konnten jederzeit von den Azteken angegriffen werden. In so einem Fall wären ihre Chancen lebend davonzukommen sehr gering gewesen. Außerdem hatte Cortés eine Nachricht aus Vera Cruz erhalten, in der stand, dass ein Trupp aztekischer Krieger unter dem Anführer Quauhpopoca in einem Gefecht mit den Spaniern den Kommandanten Juan de Escalante getötet hatte. Aus diesen Gründen nahm Cortés Montezuma am 15. November 1519 als Geisel; er musste zu den Spaniern in den Palast des Axayacatl ziehen und wurde rund um die Uhr bewacht. Ansonsten behandelte man ihn respektvoll und ließ ihn seiner Aufgabe als Herrscher weiter nachkommen. Er war sozusagen ein Unterpfand für die Sicherheit der Spanier in Mexiko, aber so klug dieser Schachzug auch war, er konnte die Pattsituation nicht beenden. Montezuma ließ die Krieger, die die Spanier an der Küste angegriffen hatten, mit ihrem Kommandanten kommen und übergab sie Cortés, dem sie sagten, sie hätten auf Befehl ihres Herrschers gehandelt. Vermutlich bezogen sie sich auf einen alten Befehl, aber das war für Cortés der Beweis, dass Montzuma ihnen von Anfang an Schaden zufügen wollte (Carroll, Our Lady of Guadalupe and the Conquest of Darkness, S. 51). Cortés verurteilte sie zum Tode und ließ sie öffentlich verbrennen.

Wird fortgesetzt.

Zum bisher Erschienenen


5. Oktober
Was denkt ihr Böses?

Meine Predigt von gestern zum Evangelium des 18. Sonntags nach Pfingsten: so kurz wie noch nie!

Recktenwald: 18. So. n. Pfingsten: Das Gute erkennen und anerkennen


5. Oktober
Eine Sonnenmeditation

In der neuesten Ausgabe des Informationsblatts der Priesterbruderschaft St. Petrus ist mein Artikel Sonne genießen oder Sonne sein? erschienen.


5. Oktober
Das Vehikel der Pädophilie

Kinder sind die echten Opfer von Gendermainstreaming. Sexuelle Vielfalt ist das Werkzeug. Der Einzug der Sexuellen Vielfalt in die Schule ist das Vehikel der Pädophilie hin zu denen, nach denen sie sich verzehren. Gender macht es möglich. Birgit Kelle erklärt den Weg, den dies nimmt, zeigt personelle Verknüpfungen auf und empfiehlt das Dossier von Alice Schwarzer, welches die Zusammenhänge zwischen einer Pädagogik der sexuellen Vielfalt und Pädophilie dokumentiert.

Aus: Peter Winnemöller, "Ein totalitärer Dunst weht über das Land", eine Besprechung des Buches von Birgit Kelle Noch Normal? Das lässt sich gendern!

Weitere Infos über Gendermainstreaming


4. Oktober
Federico Albert

Vor 200 Jahren, am 16. Oktober 1820, wurde in Turin Federico Albert geboren. 1843 zum Priester geweiht, schloss er sich wenige Jahre später dem hl. Don Bosco an. 1869 gründete er die Kongregation der Vinzentinerinnen der Immaculata. Er starb am 30. September 1876 und wurde am 30. September 1984 seliggesprochen.


4. Oktober
Leo Elders

Vor einem Jahr, am 14. Oktober 2019, starb in Teteringen im Alter von 93 Jahren der Theologe Leo Elders S.V.P. Kardinal Ratzinger nannte ihn einen Thomisten im besten Sinne des Wortes.


4. Oktober
Tadeusz Styczen

Vor zehn Jahren, am 14. Oktober 2010, starb in Trzebnica der Theologe und Philosoph Prof. Dr. Tadeusz Styczen SDS. Am 21. Dezember 1931 in Wolowice bei Krakau geboren, studierte er in Krakau und Lublin Philosophie und Theologie. Sein bedeutendster Lehrer war Karol Woytila, dessen Lehrstuhl für Ethik er 1978 in Lublin übernahm. Wie er war er ein Vertreter der personalistischen Ethik in der Tradition eines Max Scheler und Dietrich von Hildebrand.


4. Oktober
John Henry Newman

Vor einem Jahr, 13. Oktober 2019, wurde John Henry Newman heiliggesprochen. An jenem Sonntag ging ich in der Predigt auf Newman ein. Sein Leben ist eine Bewahrheitung der Zusage des hl. Paulus in der Lesung, dass es uns an keiner Gnade fehlen werde.


3. Oktober
Mildes Licht

Für den morgigen 18. Sonntag nach Pfingsten kann ich drei Predigten anbieten: Lead, Kindly Light, Die Gicht der Seele und Lenkendes Erbarmen.


3. Oktober
Kirsten Powers

Vor fünf Jahren, am 10. Oktober 2015, ist die Atheistin und Journalistin Kirsten Powers unter Begleitung des Priesters und Fernsehkommentators Jonathan Morris katholisch geworden.


3. Oktober
Alexander Solschenizyn

Vor 50 Jahren, am 8. Oktober 1970, wurde Alexander Solschenizyn (1918-2008) mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Sein bedeutendstes Werk ist der Archipel Gulag, in dem er die stalinistischen Verbrechen darstellt. Dadurch hatte er wesentlichen Anteil am Zusammensturz des Lügengebäudes über die Segnungen des Kommunismus.
“Wenn es nur so einfach wäre! - daß irgendwo schwarze Menschen mit böser Absicht schwarze Werke vollbringen und es nur darauf ankäme, sie unter den übrigen zu erkennen und zu vernichten. Aber der Strich, der das Gute vom Bösen trennt, durchkreuzt das Herz eines jeden Menschen. Und wer mag von seinem Herzen ein Stück vernichten? Während der Lebensdauer eines Herzens bleibt dieser Strich nicht unbeweglich, bedrängt einmal vom frohlockenden Bösen, gibt er dann wieder dem aufkommenden Guten freien Raum. Ein neues Lebensalter, eine neue Lebenslage - und ein und derselbe Mensch wird ein sehr anderer. Einmal dem Teufel näher und dann wieder einem Heiligen. Der Name, ja, der bleibt, und dem wird alles zugeschrieben” (Der Archipel Gulag).


3. Oktober
Apostleship of the Sea

Vor 100 Jahren, am 4. Oktober 1920, wurde in Glasgow die Apostleship of the Sea zur katholischen Seelsorge an Seeleuten unter dem Patronat der Stella maris (Star of the Sea) gegründet.


3. Oktober
Maria Petkovic

Vor 100 Jahren, am 4. Oktober 1920, gründete Maria Petkovic (1892-1966) die Kongregation der Töchter der Barmherzigkeit des hl. Franz. Am 6. Juni 2003 wurde sie seliggesprochen. Sie ist die erste Kroatin, die seliggesprochen wurde.


3. Oktober
Josef Rötzer

Vor zehn Jahren, am 4. Oktober 2010, starb im Alter von 90 Jahren Josef Rötzer, der Pionier der natürlichen Empfängnisregelung und Gründer des “Instituts für Natürliche Empfängnisregelung” (INER).


1. Oktober
Charles Caruana

Vor zehn Jahren, am 1. Oktober 2010, starb im Alter von 78 Jahren Bischof Charles Caruana. Er war seit 1998 Bischof von Gibraltar. Am 5. Mai 2009 hatte er anläßlich der 700-Jahr-Feier des Heiligtums Unserer Lieben Frau von Europa mit P. Notker Hiegl OSB und Pfarrer Erich Maria Fink die Gebetsgemeinschaft Maria Mutter Europas besiegelt.


1. Oktober
Petrus Ruiz

Vor 25 Jahren, am 1. Oktober 1995, wurde Petrus Ruiz de los Paños (1881-1936), ein Märtyrer aus dem Spanischen Bürgerkrieg, seliggesprochen.


29. September
Wenn Selbstbestimmung über alles geht...

Meine Predigt zum heutigen Fest des hl. Erzengels Michael.


29. September
Wilhelm Gier

Vor 100 Jahren, am 29. September 1920, wurde Wilhelm Gier (1867-1951) in Steyl zum 3. Generalsuperior der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) gewählt, die vom hl. Arnold Janssen (1837-1909) gegründet worden war. Seine Vorgänger waren Arnold Janssen und Nikolaus Blum. Gier ist der Autor des weit verbreiteten Buches Wie lernt man gut beten? Kurze Anleitung zur guten Verrichtung der wichtigsten geistlichen Übungen.


28. September
Der hl. Lorenzo Ruiz

Von Petra Kehl

Der Heilige, dessen Gedenktag der 28. September ist, ist gleich in zweifacher Weise etwas Besonderes: Er ist der erste Philippino, der heilig gesprochen wurde, und daher Patron der Philippinen, und seine Seligsprechung war die erste, die außerhalb des Vatikans stattfand. Er ist jedoch in Europa weitgehend unbekannt.

Um das Jahr 1600 wurde Lorenzo Ruiz auf der Insel Luzon am nördlichen Ende der Philippinen geboren als Sohn eines Chinesen und einer Philippina. Seine frommen Eltern waren ihm ein gutes Vorbild und erzogen ihn im katholischen Glauben. Besonders der Vater erweckte im Sohn eine lebendige Marienverehrung. So trat Lorenzo bald der Rosenkranzbruderschaft bei, die die Dominikaner-Missionare als Tradition ihres Ordens mitgebracht hatten. Mit den Dominikanern verband Lorenzo viel: Zunächst war er bei ihnen Messdiener, dann Schüler und schließlich arbeitete er für sie als Schreiber. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern führt Lorenzo ein friedvolles Leben. Lorenzo erfüllt vorbildlich sein Pflichten, gegen seinen Arbeitsgeber, die Dominikaner, ebenso wie gegen seine Familie.

Eines Abends im Juni 1636 erfuhr sein Leben eine dramatische Wendung. Auf dem Rückweg von einem Krankenbesuch stößt er auf einen Mann, der reglos auf dem Boden liegt. In selbstverständlicher Hilfsbereitschaft beugt Lorenzo sich über den Ermordeten – und gerät selbst unter Mordverdacht.

Lorenzo weiß, was der Verdacht für ihn bedeutet: er ist im Grunde schon verurteilt. Die Spanier machen sich in jener Zeit nicht viel Mühe mit Nachforschungen, noch dazu wenn der Verdächtige ein Einheimischer ist. In seine Wohnung kann Lorenzo nicht. Dort würde man ihn zuerst suchen. So sucht er Zuflucht im Dominikanerkloster. Dort sind die Padres sofort zur Hilfe bereit und vermitteln Lorenzo einen Platz auf einem Schiff, das am kommenden Tag in See sticht, offiziell mit dem Ziel Macao.

Lorenzo befindet sich erst einmal in Sicherheit. Doch zu welchem Preis! Wie lange er von seiner Familie getrennt sein wird, ist für ihn nicht absehbar. Er bleibt ihm nur die Hoffnung, dass sich vielleicht alles noch aufklären wird.

Doch es kommt anders. Nach einigen Tagen auf See erfährt Lorenzo das wahre Ziel der Reise: Japan, das verbotene Land. Die Ordensgeistlichen an Bord wollen heimlich dort den verfolgten christlichen Brüdern und Schwestern beistehen. Dies ist jedoch zu jener Zeit ein gefährliches Unterfangen. Nach anfänglichen Missionserfolgen hat sich das Blatt gewendet. Eine Christenverfolgung hat den Missionsbemühungen der verschiedenen Orden – Jesuiten, Dominikaner, Franziskaner – ein Ende bereitet. Kein Fremder darf Japan betreten, schon gar kein Missionar. Auf ihn wartet unweigerlich der Tod. So ist Lorenzo Ruiz vom Regen in die Traufe geraten.

Am 10. Juli 1636 geht die kleine Missionsexpedition in Okinawa (Japan) an Land. Bei einer christlichen Frau finden sie gastliche Aufnahme. Doch es sind ihnen nur wenige Monate des Wirkens vergönnt. Schon bald werden sie gefangen genommen, in den Kerker gebracht, auf grausamste Weise gefoltert und schließlich nach langen Leiden am 29. September 1637 enthauptet.

Gedenktag des hl. Lorenzo Ruiz ist der 28. September. Paul Baldauf hat in seinem Büchlein Lorenzo Ruiz das ungewöhnliche Leben dieses Heiligen in erzählender Weise beschrieben.

Ein weiteres spannendes Buch: Die Madonna von Puig


27. September
Union with Christ is key

Our FSSP European seminary in Wigratzbad is located in Bavaria, not far from the concentration camp of Dachau. It brought Karl’s virtues closer to us. Karl was an ordinary young man. Nazi persecution tested his priestly vocation to its utmost limit. By God’s grace, he triumphed. I think his traditional formation had given him a very clear grasp of what the priesthood is about. Union with Christ is key, especially in times of trial. This applies to all men, but especially to priests, empowered and mandated by Christ and His Church to be models of the flock and shepherds of souls. Karl persevered in answering his priestly call even amidst the horror of Dachau (the largest priestly cemetery in the world). His example proves fidelity possible for any priest, even though parish life is difficult at times; and despite the opposition from the world to priestly sanctity.

Aus einem Interview mit P. Armand de Malleray FSSP über sein neu erschienenes Buch X-Ray of the Priest in a Field Hospital. P. Armand de Malleray, 2001 in Wigratzbad geweiht, leitet er das Haus der Petrusbruderschaft in Reading.


26. September
Wider die Banalisierung des Christentums

Für den morgigen 17. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Die Würde unserer Berufung und Welche Einheit?


26. September
Kirche ohne Strahlkraft

Eine Kirche, die Jesus nicht mehr um Wegweisung bittet und deren Gläubige nicht mehr für Jesus brennen, hat keine Strahlkraft. Eine Kirche ohne Jesus im Zentrum verweltlicht. Eine weltliche Kirche ist keine Weltkirche. Eine Kirche, in der Jesus in der Eucharistie nur Nebensache sein soll, in der man Kardinäle in Rot grundsätzlich der Machtdemonstration bezichtigt, in der Heiligkeit keinen Platz hat und Lebensformen der Welt nicht mehr hinterfragt werden müssen, ist glanzlos. Langweilig.

Aus: Dorothea Schmidt, Gott will eine Reform der Herzen, über den Synodalen Weg, Tagespost vom 17. September 2020. Dorothea Schmidt gehört zu Maria 1.0.


24. September
Die Art und Weise, vertraulich mit Gott umzugehen

Vom hl. Alfons Maria von Liguori

12. Folge

26. Man sagt, daß im Fegfeuer eine besondere Strafe jene erwartet, die hier auf Erden nur geringe Begierde gehabt haben, in den Himmel zu kommen, und das mit Recht, denn sie geben dadurch zu erkennen, daß sie wenig Wert auf das unschätzbarste Glück: das ewige Leben setzten, das Jesus Christus uns durch Seinen Tod erworben hat. Deshalb mußt du denn auch häufig, geliebte Seele, nach dem Himmel seufzen und vor Gott bekennen, daß die Zeit, in der du Ihn nicht von Angesicht zu Angesicht sehen kannst, dir entsetzlich lang vorkomme; Du mußt dich danach sehnen, diesen Ort der Verbannung, wo die Sünde herrscht und wo wir stets in Gefahr sind, Gott zu verlieren, verlassen zu können, um in deiner wahren Heimat, wo die Liebe herrscht und wo du deinen Gott aus allen deinen Kräften lieben wirst, anzugelangen. O mein Gott, solange ich hier auf Erden lebe, bin ich immer in Gefahr, Dich zu verleugnen, Deine Liebe zu verlieren; wann wird die selige Stunde schlagen, da ich diese Welt, auf der ich Dich doch immer beleidige, verlassen kann, um mich ganz mit Dir zu ver-einigen, ohne Furcht, mich je wieder von Dir zu trennen? Auf solche Weise sehnte sich die heilige Theresia nach ihrer Vereinigung mit Gott, sie freute sich, wenn sie die Glocke schlagen hörte, und dachte alsdann, daß wieder eine Stunde vorüberge-gangen sei, in der sie Gott hätte beleidigen können. Ihre Sehnsucht nach dem Tode und nach dem Anschauen ihres Gottes war so groß, daß sie aus Sehnsucht nach dem Tode starb, weshalb sie denn auch in einem ihrer Lieder ausrief: Ich sterbe, weil ich nicht sterben kann!

27. Aus allem, was ich bis jetzt gesagt habe, geliebte Seele, geht hervor, daß, wenn du dem liebevollen Herzen deines Gottes gefallen willst, du suchen mußt, so gut du es vermagst, dich unausgesetzt und voll Vertrauen mit Ihm zu unterhalten; alsdann wird der Herr nicht ermangeln, dir zu antworten und auf gleiche Weise mit dir zu reden. Die Ohren deines Leibes werden zwar nicht die Stimme Gottes vernehmen, aber wenn du der Unterhaltung mit den Geschöpfen entsagst, wenn du ganz allein mit Gott redest, so wird Er auf sehr verständliche Weise deinem Herzen antworten: “Ich will sie in die Wüste führen und zu ihrem Herzen reden” (Oseas 2,14). Gott wird dich belohnen, und - durch Einsprechungen, durch innere Erleuchtungen, durch Er-kenntnis Seiner Güte, durch süße Rührungen des Herzens, durch Versicherung, daß dir deine Sünden vergeben seien, durch Vorgeschmack des himmlischen Friedens, durch die Hoffnung, bald in den Himmel zu kommen, durch innere Seligkeit, durch jene Süßigkeit, die nur eine Frucht der Gnade sein kann, durch liebevolle Vereini-gung mit dir, - dein Vertrauen auf Ihn vergelten. Er wird jene Liebessprache reden, die nur jene verstehen, die der Herr liebt, und die nichts anderes als Gott suchen.

wird fortgesetzt

Zum bisher Erschienenen


23. September
Das Zitat

Nichts kann mir die Waffe der Liebe nehmen. Kein Kummer kann das wohlwollende Lächeln auslöschen, das ich in meinem abgemagerten Gesicht trage. Und für wen ist mein Lächeln, wenn nicht für Jesus? Ich bin das Opfer der Liebe, und die Liebe ist all mein Glück, ein unzerstörbares Glück.

Der Diener Gottes Marcel Van (1928-1959I in einem Brief an seine Schwester


23. September
Ratzinger-Predigt: Marianische Geduld

Vor 25 Jahren, am 23. und 24. September 1995, besuchte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Kardinal Ratzinger auf Einladung von Abt Dom Gérard Calvet Le Barroux. Am 23. September feierte er in der Benediktinerinnenabtei Unserer Lieben Frau von der Verkündigung das feierliche Konventamt im überlieferten Ritus. Die Predigt, die er bei dieser Gelegenheit hielt, finden Sie hier auf kath-info.


22. September
Ignatius von Santhià

Vor 250 Jahren, am 22. September 1770, starb in Turin im Alter 84 Jahren der Novizen- und Exerzitienmeister, Militär- und Krankenseelsorger, Katechet und Beichtvater Ignatius von Santhià OFMCap. Bereits 1782 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet. 1827 wurde sein heroischer Tugendgrad anerkannt. 1966 wurde er selig-, 2002 heiliggesprochen.


21. September
Der letzte Platz

Der selige Charles de Foucauld zeigt uns, warum der Rat Jesu, den letzten Platz einzunehmen, mehr ist als ein Tipp, der einem harmlosen Ratgeberbuch entnommen sein könnte.

Recktenwald-Predigten · 16. So. nach Pfingsten: Der letzte Platz

21. September
Recherchenresistenter Glaube

Während ich am Anfang meiner Recherche noch insgeheim die Befürchtung hatte, mich im Angesicht der Tatsachen von liebgewordenen Glaubensinhalten verabschieden zu müssen, kann ich nun feststellen, dass das Gegenteil eingetreten ist. Ich bin aus dem Staunen über das Wunder der Menschwerdung Gottes nicht herausgekommen. Mehr denn je ist Jesus für mich weit mehr als nur die faszinierendste Figur der Welt. Er ist, so durchgeknallt das klingt, die Lösung aller ihrer Probleme. Präziser formuliert: die Erlösung. Wenn ich aus den mehr als 1.000 Seiten, die mein Buch nun umfasst, eine Essenz destillieren müsste, dann wäre es der Ausruf des römischen Hauptmannes am Kreuz: „Tatsächlich – dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen.“ Nur das „gewesen“ würde ich streichen. Jesus lebt, regiert, rettet. Das ist das Ergebnis meiner Nachforschungen. Mehr Reporterglück geht nicht.

Aus: Neues Buch von Markus Spieker: Über Jesus ist noch nicht alles gesagt. Reporterglück: Wie ich eine kurze Jesusbiographie schreiben wollte und die größte Geschichte aller Zeiten ganz neu entdeckt habe. Von Markus Spieker.


20. September
Der große Aufbruch

Vor 10 Jahren, am 20. September 2010, hielt Erzbischof Robert Zollitsch, damals Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, zur Eröffnung der Herbstvollversammlung derselben seine programmatische Rede Zukunft der Kirche – Kirche für die Zukunft. Plädoyer für eine pilgernde, hörende und dienende Kirche, mit der er den Dialogprozess eröffnete, der einige Jahre dauerte und einen großen Aufbruch in der Kirche bewirken sollte. Weil dieser Prozess so schön und toll war, wiederholt man ihn jetzt unter dem Namen Synodaler Weg. Eine grundsätzliche Kritik an solchen Versuchen, die Krise der Kirche in eine Erneuerung zu verwandeln, habe ich damals in meinem Aufsatz Dialog als Heilmittel für die Kirche? vorgebracht. Leider ist er heute immer noch aktuell.


19. September
Mehr, als wir erdenken können

Zum morgigen 16. Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt anbieten. Die Lesung ist eine der tröstlichsten im ganzen Kirchenjahr.


19. September
Für eine spirituelle Revolution

Wenn Bischöfe eine spirituelle Revolution fordern, mache ich mir Gedanken, wie so eine Revolution aussehen könnte. Auf CNA habe ich sie veröffentlicht.


19. September
Nikolaus Lobkowicz

Vor einem Jahr, am 19. September 2019, starb im Alter von 88 Jahren der Philosoph Nikolaus Lobkowicz. Von 1984 bis 1996 war er Präsident der Katholischen Universität Eichstätt. Mit seinem Programm, ihr ein spannendes katholisches Profil zu verleihen, scheiterte er an der Konformitätssucht katholischer Intellektueller, die sich lieber mit dem Papst als mit dem Zeitgeist anlegen. Das, was jetzt am Synodalen Weg und an den deutschen Reaktionen auf die römische Instruktion Die pastorale Umkehr sichtbar wird, hatte er schon damals kritisiert: “Außerdem leidet der deutsche katholische Intellektuelle an einer deutschen Nabelschau: Er glaubt immer, wenn Rom etwas sagt, sei das an die Deutschen gerichtet. Aber das gilt doch genauso für Peru wie für Rußland oder Japan. Ein bißchen mehr undeutsche Demut täte vielleicht den deutschen katholischen Intellektuellen und Theologen ganz gut” (so 1998 im Bayerischen Rundfunk).


17. September
Angst und Schrecken

In einem Beitrag für den Cathwalk schreibe ich über das neue Evangelium der Hirnforscher:
“Da geht es nur mit Drohungen, Angst und Schrecken”, sagt der Hirnforscher Gerhard Roth. So äußerte er sich in einem Interview mit Dieter Sell vom Evangelischen Pressedienst. Es ging dabei um Maßnahmen, die die Bevölkerung dazu bringen sollen, die Corona-Regeln zu befolgen. Wir dürfen also nüchtern feststellen: Während die Kirche schon längst jede Drohbotschaft überwunden hat, kehrt diese in säkularem Umfeld wieder. “Drohungen, Angst und Schrecken” sind... weiterlesen


17. September
Michael Irwin FSSP

Vor einem Jahr, am 17. September 2019, starb im Alter von 81 Jahren P. Michael Irwin FSSP. Irwin wurde am 30. Mai 1964 für die Diözese Dallas (Texas) zum Priester geweiht. 1969 wechselte er in die neu gegründete Diözese Fort Worth. Bis 1986 war er an mehreren Orten in Texas tätig, dann für vier Jahre Pfarrer in Arteaga (Mexiko). 1990 wechselte er zur Priesterbruderschaft St. Petrus, in die er am 18. Oktober 1994 endgültig inkorporiert wurde. Nach einem Jahr in Wigratzbad (1990/91) war er in Dallas TX (1991/92), Rapid City SD (1992-1995 und 1997-2001), Vienna OH (1995-1997), Maple Hill KS (2001-2003) und Post Falls ID (2004-2008) tätig.


15. September
Spiritus Paraclitus

Vor 100 Jahren, am 15. September 1920, veröffentlichte Papst Benedikt XV. zum 1500. Todestag des hl. Hieronymus die Enzyklika Spiritus Paraclitus über die Inspiration und Zuverlässigkeit der Hl. Schrift.


14. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Mein Artikel über Greta und den Synodalen Weg wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Die Predigt über das Banausentum des Modernismus habe ich auf der Modernismusseite, diejenige über das Wunder zu Kana auf der Seite mit dem Artikel von Beßmer über Offenbarung, Dogma und Glaube eingebettet. Die Zitate von Walter Kardinal Brandmüller und Hinrich E. Bues (Eisiges Schweigen und Das Waterloo der deutschen Kirche) finden sich auf der Themenseite zur Deutschen Bischofskonferenz.


14. September
Josef Blinzler

Vor 50 Jahren, am 13. September 1970, starb in Passau im Alter von 60 Jahren der Exeget Josef Blinzler. Er studierte u.a. bei Joseph Sickenberger und Friedrich Wilhelm Maier und lehrte seit 1949 in Passau. Sein Werk Der Prozess Jesu wurde von Theologen wie Franz Mußner, Paul Gaechter, Joseph Kürzinger und Joachim Jeremias als Standardwerk zum Thema anerkannt. In seinem Werk Die Brüder und Schwestern Jesu zeigte Blinzler, auf welch schwachen Füßen die Meinung steht, Jesus habe leibliche Geschwister gehabt (vgl. meinen Aufsatz zum Thema).


13. September
Nagels Perspektivendualismus

Auf AEMAET ist nun ein zweiter Artikel von mir über Thomas Nagel erschienen. Unter dem Titel Ist der Materialismus ein Idealismus? widme ich mich seinem Perspektivendualismus und stelle weiterführende Überlegungen an.


13. September
Das Zitat

Jene, die vom wahren Seeleneifer beseelt sind, werden von Gott gesegnet und behütet.

Hl. Don Bosco


12. September
Göttliche Aussaat

Für den morgigen 15. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Wir ernten, was wir säen und Ist Gott geizig?


12. September
Fataler Trugschluss der Theologen

Ganze Generationen junger Theologen wurden fortan in dem Irrglauben ausgebildet, es sei nicht so wichtig, auf welchen historischen Tatsachen der Glauben beruhe. Ein fataler Trugschluss, wie im 20. Jahrhundert der französische Philosoph Gabriel Marcel (1889–1973) bekräftigte: „Der Mensch, der sagt: ‚Es ist nicht wichtig, was du für wahr hältst, solange du ein christliches Leben lebst’, macht sich einer der schwersten Sünden schuldig an dem, der sagte ‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben’. Es geht um die Wahrheit! Auf dem Boden der Wahrheit schlagen wir unsere erste Schlacht für den Glauben. Nur auf diesem Boden kann der Glauben gewonnen und verloren werden.“

Aus: Markus Spieker, Hilfe, sie haben Jesus geschrumpft! Das böse Vermächtnis der radikalen Bibelkritik und wie wir uns davon befreien, in: IdeaSpektrum vom 26. August 2020. Von Spieker erschien gestern das Buch Jesus. Eine Weltgeschichte, 1.004 Seiten.

Scheffczyk über Entmythologisierung


11. September
Das Zitat

Was der Mensch an sich oder anderen nicht bessern kann, das muss er mit Geduld tragen, bis Gott es anders macht. Lerne die Fehler deiner Mitmenschen und all ihre Schwächen mit Geduld tragen, denn auch du hast viele, an denen die anderen tragen müssen. Du kannst nicht einmal aus dir selbst den Menschen schaffen, der du gerne sein möchtest. Wie wirst du dann einen anderen nach deinem Sinne und Gefallen ändern können?

Aus der “Nachfolge Christi”


9. September
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Die Predigt über Meister Eckharts Kuh habe ich auf der Kritikseite, die Predigt Mache hell die Finsternisse unseres Geistes auf der Husserlseite eingebettet. Das wichtige Zitat von Michael Karger über Newman und das Gewissen ist auf der Gewissensseite untergebracht, die Podcastfolge Wir wollen dienen! beim verlorenen Schaf.


9. September
Gegner und Befürworter der Hexenverfolgungen

Als die Stadt Münster im 17. Jh. ihre Selbständigkeit verlor und unter die Herrschaft des Fürstbischofs von Galen kam, war dort sofort Schluss mit den Hexenprozessen. Und die viel gescholtene Inquisition sorgte fast überall wo sie konnte dafür, dass der Horror der Hexenverfolgung aufhörte. Die berüchtigte spanische Inquisition setzt dem Spuk schon 1526 ein Ende. Soviel nur zum verbreiteten “Wissen”, dass die Inquisition gerade der Hexenverfolgung diente. Dagegen waren etliche Aufklärer und Vorkämpfer moderner Staatlichkeit und kirchenferner Rechtsordnungen aktive Befürworter der Hexenverfolgungen, so etwa Jean Bodin oder Thomas Hobbes.

Aus: Martin Eberts, Die Kirche ging gegen den “Hexenwahn” vor, am 27. August 2020 in der Credo-Reihe der Tagespost, in der der Historiker Martin Eberts mit Schwarzen Legenden antikatholischer Geschichtsschreibung aufräumt.


8. September
Die Alternative zu Heideggers Sorge

Meine Predigt zum Evangelium des letzten Sonntags. “Seid nicht ängstlich besorgt...”, sagt der Herr in der Bergpredigt. Denn er will dein Herz verändern: es aus einer Rumpelkammer, die mit Sorgen angefüllt ist, verwandeln in einen Königspalast, in dem er selber wohnt.

Recktenwald-Predigten · 14. So n. Pf.: Die Berufung deines Herzens


8. September
Petrus Casani

Vor 450 Jahren, am 8. September 1570, wurde in Lucca der Piarist Petrus Casani geboren. Er war in Rom ein Schüler des hl. Robert Bellarmin und ein Mitschüler des hl. Aloisius. Später lernte er den hl. Joseph von Calasanza (ca. 1556-1648) kennen, dessen treuester Mitarbeiter er wurde. Er starb am 13. Oktober 1647 in Rom. 1922 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet. Die Seligsprechung erfolgte am 1. Oktober 1995.


8. September
Fort Wayne

Vor zehn Jahren, am 8. September 2010, wurde die Niederlassung der Priesterbruderschaft St. Petrus in Fort Wayne (im US-Bundesstaat Indiana), das Haus St. Theodora Guerin, kanonisch errichtet.


7. September
Nochmals "Rettende Schönheit"

Der in der Tagepost erschienene Artikel Rettende Schönheit (siehe Meldung vom 3. September) ist jetzt auch online. Hier trägt er den Titel Liturgie: Das Offenbarwerden der Herrlichkeit Gottes. Es geht allerdings nicht um die Liturgie, sondern um das heilige Messopfer.


6. September
Das Zitat

Wir dienen einem großen und erhabenen König, der seine Diener nicht königlich oder kaiserlich, sondern göttlich belohnt.

Hl. Arnold Janssen


6. September
Emilie Schneider

Vor 200 Jahren, am 6. September 1820, wurde in Haaren bei Heinsberg die Mystikerin Emilie Schneider geboren. Sie trat bei den Töchtern vom heiligen Kreuz ein, widmete sich der Armenfürsorge und Krankenpflege und leitete seit 1852 das Theresienhospital in Düsseldorf. Hier starb sie am 21. März 1859. Auf den Maler Carl Halfdan Schilling (1835-1907), der 1854 zum katholischen Glauben konvertierte, hatte sie großen Einfluss.


5. September
Mehr als Pflichtethik

Für den morgigen 14. Sonntag nach Pfingsten kann ich zwei Predigten anbieten: Das Evangelium, das den Konflikt zwischen Pflicht und Neigung löst und Seid nicht ängstlich besorgt um euer Leben!


5. September
Wider Kentlers Schatten

Morgen beginnt Demo für alle mit der dritten Deutschlandtour seines Busses der Meinungsfreiheit. Die Bustour ist der Auftakt für eine große Aufklärungskampagne über die pädokriminellen Wurzeln heutiger Sexualpädagogik und steht unter dem Motto Stoppt Kentlers Sex-Pädagogik!


3. September
Rettende Schönheit

Heute ist in der Tagespost mein Artikel Rettende Schönheit erschienen.


3. September
Morddrohungen und Cancel Culture

Doch offensichtlich regiert vor allem die Angst. Viele Kinobetreiber äußerten Befürchtungen vor linken Krawallmachern, namentlich der Antifa. Konkrete Drohungen gäbe es zwar keine. Aber im Zeitalter von „Cancel Culture“ und Denkmalstürzern hat der linke Mob an abschreckender Militanz gewonnen, die man nicht herausfordern will. [Regisseur Chuck] Konzelman habe der Stiftung [Stiftung Ja zum Leben] geschrieben, dass es in Frankreich „unmöglich war, auch nur ein Kino zu finden“, das den Film vorführen wollte. In Kanada haben es sogar Morddrohungen gegen Kinobetreiber gegeben, Premierminister Justin Trudeau warnte energisch vor dem Streifen.

Aus: Marco Gallina, Ein Film für das Leben wird zum Politikum. Der Film „Unplanned“ sollte nun in deutsche Kinos kommen. Doch „Cancel Culture“ und Denkmalstürzler üben auch hier Druck aus. JA zum Leben ist trotzdem optimistisch: „Der Zuspruch ist dennoch groß!“, Tagespost 29. August 2020. Weitere Infos über den Film Unplanned.


2. September
Lass uns lieben, was du befiehlst

In dieser Predigt vom letzten Sonntag stelle ich die göttliche Tugend der Liebe in den Zusammenhang der philosophischen Diskussion über Ethik von Platon bis Kant und erkläre, warum die Ethik Kants trotz ihres hohen Anspruchs einen Rückfall gegenüber der christlichen Ethik bedeutet.

Recktenwald-Predigten · 13. So. nach Pfingsten: Die Liebe als Vollendung

2. September
Kaiser Jiaqing

Vor 200 Jahren, am 2. September 1820, starb im Alter von 59 Jahren, im 24. Jahr seiner Regierung Kaiser Jiaqing (auch Chia Ch’ing, Kia-King, Jen-tsung) von China, der fünfte Kaiser der Qing-Dynastie. Er verantwortete seit 1810 eine blutige Christenverfolgung, der u.a. der hl. Johannes Lantrua von Triora 1816 zum Opfer fiel.


1. September
Übersehene Selbstsäkularisierung

Die Tendenz dieser Instruktion freilich will darauf aufmerksam machen, dass bei dem Prozess der Neugestaltung ein Defizit auftritt, das die Verantwortlichen offensichtlich nicht sehen oder sehen wollen: In einigen Bereichen findet eine Selbstsäkularisierung und eine Funktionalisierung des kirchlichen Handelns statt, die das Sakrale zurückdrängt, die Bedeutung der Weiheämter marginalisiert und damit die Sakramentalität der Kirche verblassen lässt.

Der Theologe Prof. Dr. Ludwig Mödl über die Kritik an der Instruktion der Kleruskongregation vom 29. Juni 2020, in: Neue Bildpost vom 29./30. August 2020, S. 8


31. August
Wir haben an die Liebe geglaubt

Von P. Engelbert Recktenwald

“Credidimus Caritati” - “Wir haben an die Liebe geglaubt”. So lautete der Wahlspruch im Wappen von Erzbischof Marcel Lefebvre. Ausgerechnet von ihm? “Der hatte es doch mehr mit dem Glauben als mit der Liebe!” So könnte der verwunderte Ausruf eines Katholiken lauten, der dem heute weitverbreiteten Narrativ aufgesessen ist, das einen Gegensatz zwischen Glaube und Liebe konstruiert, genauer gesagt: zwischen Rechtgläubigkeit einerseits und “großzügiger” Liebe andererseits. Rechtgläubigkeit wird mit Einengung und Bevormundung assoziiert, Liebe mit Befreiung davon. Auf der einen Seite haben wir demnach den engstirnigen Fundamentalisten, auf der anderen Seite den menschenfreundlichen Seelsorger, hier den lieblosen Pharisäer, dem der wahre Glaube wichtig ist, dort den modernen Barmherzigkeitsprediger, dem die Menschen wichtiger sind. Er nimmt es deshalb mit den Dogmen nicht so genau. Das ist ein Ausweis seiner Menschenliebe. Liebe als Gegeninstanz zum Glauben, Wahrheit als Einschränkung der Freiheit: Diese Konstruktion hat sich in den Köpfen vieler Zeitgenossen festgesetzt.

Dass Erzbischof Lefebvre, mein Weihebischof, Fehler machte und ich mich deshalb von ihm distanzierte, habe ich häufig - in den Augen mancher meiner Kritiker zu häufig - bekundet und begründet. Aber gegen den Vorwurf der Lieblosigkeit muss ich ihn in Schutz nehmen. Dabei geht es mir in diesen Überlegungen gar nicht in erster Linie um ihn persönlich, sondern vielmehr um die beschriebene Strategie der Verdächtigung von Glaubenstreue als liebesfeindlich. Auch Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt wurde ein Opfer dieser Strategie. “Panzerkardinal” wurde er genannt, sobald er hier oder dort seine Pflicht erfüllte, die unverfälschte Glaubensweitergabe in der Kirche sicherzustellen.

Angesichts des nahenden Todes bekannte Erzbischof Lefebvre einmal, was ihn all die Jahre hindurch bewegte ... weiterlesen


30. August
Das Zitat

Besiegt ist nur, wer den Mut verliert. Sieger ist jeder, der weiterkämpfen will.

Hl. Franz von Sales


30. August
Joaquín Camaño Bazán

Vor 200 Jahren, am 30. August 1820, starb in Valencia im Alter von 83 Jahren der Südamerika-Missionar Joaquín Camaño Bazán SJ. Er wirkte bis zur Vertreibung der Jesuiten im Jahr 1767 unter dem Indianervolk der Guarani, wo auch schon der hl. Roque Gonzalez de Santa Cruz SJ (1576-1628) gewirkt hatte.


29. August
Vom Segen der Dankbarkeit

Zum morgigen 13. Sonntag nach Pfingsten kann ich diese Predigt über die Dankbarkeit anbieten.


29. August
Flucht in eine Dogmatik der Moderne

So einfach macht es sich Essen mit seinen begriffsstrategischen Operationen nicht, die freilich im Ganzen einem erstaunlich gläubigen, schlechterdings essentialistischen Modernekonzept gehorchen. Den Begriff Moderne gibt es darin nur im Singular. Geradezu ehrfürchtig spricht Essen in seinem Schriftgut über Natur und Gnade von „den Geltungsansprüchen der Moderne“, vom „Autonomiebewusstsein der Moderne“, welches theologisch einzuholen sei, ohne „auf halber Strecke stecken“ zu bleiben, und zwar mit Kant, Fichte und Hermann Krings als philosophischen Säulenheiligen, wie sie Essens Lehrer Thomas Pröpper zur Verehrung empfahl. Warum aber flüchtet sich jemand, um der Dogmatik seiner Kirche zu entkommen, in eine Dogmatik der Moderne? Als sei noch nie über die Dialektik der Aufklärung, über die Schlagseiten einer auf Autonomie verkürzten Freiheit nachgedacht worden.

Aus: Christian Geyer, Moderne Dogmatik, einem Kommentar zur Kritik des Berliner Dogmatik-Professors Georg Essen an der römischen Instruktion übers Priestertum, in der FAZ, 5. August 2020. Essen ist ein enger Kollege von Striet, der mit ihm die tiefe Modernegläubigkeit teilt.

Beim Religionslehrer in diesem Video handelt es sich nicht um Georg Essen.


28. August
Synodaler Holzweg?

Der Direktor des Zentrums für Berufungspastoral in der Erzdiözese Freiburg, Michael Maas, hat in der Zeitschrift “miteinander” der österreichischen Berufungspastoral seine Erfahrungen in der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten beschrieben. Dort sei das Priesteramt wesentlich attraktiver als in Deutschland, es gebe wesentlich mehr Priesteramtskandidaten. Den Grund dafür sieht Maas in einer stärkeren Betonung der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus, während hierzulande im kirchlichen Leben der Fokus auf der Gemeinschaft liege. Er habe in Amerika auch einen größeren Mut zu klar umrissenen Standpunkten und zur eigenen “Identität” (eucharistisch, marianisch, katholisch) erlebt. Gerade in der Jugendarbeit dort hätten die eucharistische Anbetung, das Gebet und die Beichte hohe Bedeutung. Und aufgrund der Betonung der Gemeinschaft statt der Gottesbeziehung hätten in Deutschland viel mehr Menschen in der Folge der Missbrauchsskandale der Kirche den Rücken gekehrt als in den Vereinigen Staaten: Hier wie dort hätten Verantwortliche massiv versagt, aber wer sich an Christus festmache statt an den Amtsträgern oder deren Gemeinschaft, könne mit diesem Versagen anders umgehen. Wenn auf dem Synodalen Weg immer nur - auch aus bischöflichem Mund - von der “Macht” der Kleriker die Rede ist, so als sei Kirche zunächst etwas Soziologisches, ist man schon auf dem Holzweg, der nur im gedanklichen Gestrüpp enden kann.

Aus: Guido Horst, Auf dem Holzweg, dem Editorial zum Vatican-Magazin, Ausgabe August/September 2020.

Weitere Meldungen zum Synodalen Weg


25. August
Maria Petkovic

Vor 100 Jahren, am 25. August 1920, schrieb Maria Petkovic (1892-1966) die ersten Konstitutionen der von ihr gegründeten Kongregation der Töchter der Barmherzigkeit des hl. Franz. Von dieser Kongregation gründete sie im Laufe ihre Lebens 46 Niederlassungen. Am 6. Juni 2003 wurde sie seliggesprochen. Sie war die erste Kroatin, die seliggesprochen wurde.


25. August
Abt Bonifaz

Vor 100 Jahren, am 25. August 1920, wurde Abt Bonifaz zum Vikar des neu errichteten Apostolischen Vikariats Wonsan ernannt. Wonsan liegt im heutigen Nordkorea. Der aus Hessen stammende P. Bonifatius Sauer OSB war seit 1913 Abt der ersten Benediktinerabtei im Fernen Osten. Am 7. Februar 1950 starb er unter der kommunistischen Verfolgung an den Folgen einer qualvollen Einzelhaft in Pyengyang. Weitere Infos auf der Korea-Seite von kath-info.


25. August
Ludwig IX.

Vor 750 Jahren, am 25. August 1270, starb in Karthago im Alter von 56 Jahren der Kapetinger König Ludwig IX. von Frankreich. Am 11. August 1297 wurde er von Papst Bonifaz VIII. heiliggesprochen.

Aus seinem Brief an seinen Sohn, den Kronprinzen:
„Das erste, was ich dir, lieber Sohn, ans Herz lege, ist, daß du Gott liebest aus ganzem Herzen und aus allen Kräften; denn ohne dieses gibt es kein Heil. Sei so gesinnt, daß du um Nichts in der Welt eine Todsünde begehen möchtest, sondern lieber dir alle Glieder abhauen und unter den grausamsten Qualen das Leben nehmen lassest. Wenn dir Gott Trübsale oder Krankheiten schickt, so danke Ihm dafür und bedenke, daß Er es zu deinem Heile tut, und daß du weit Ärgeres verdienst, weil du Ihm schlecht gedient und oft seinem Willen entgegen gehandelst hast; schickt dir Gott Gutes, so danke Ihm dafür und hüte dich, deshalb durch Stolz oder ein anderes Laster schlechter zu werden; denn es ist eine große Sünde, mit den Wohltaten wider den Wohltäter zu streiten. Gewöhne dir an, oft deine Sünden zu beichten, und wähle nur heilige und gelehrte Männer zu deinen Beichtvätern; gehe gerne in den Gottesdienst und bete mit Herz und Mund bei der heiligen Messe. Sei liebevoll gegen alle Armen und hilf ihnen nach Kräften mit Rat und Tat..."


24. August
Kathinfo-Orientierungsservice

Wo sind die Beiträge von der Startseite hingekommen?
Der Aufsatz über das Das Jesuskind und Schwester Faustyna wurde auf einer eigenen Seite untergebracht. Meine Predigt Die göttliche Perspektive habe ich auf der Sophie-Scholl-Seite eingebettet, die Predigt Ich denke Gedanken des Friedens auf der Jakob-Seite. Die Seite über Evangelisierung habe ich mit zwei Zitaten ergänzt: mit dem Ruf des Filmproduzenten Juan Manuel Cotelo zur Evangelisierung und dem Mangel an konservativen Katholiken in den Redaktionsstuben deutscher Medien.


24. August
Erich Przywara

Vor 100 Jahren, am 24. August 1920, wurde Erich Przywara SJ zum Priester geweiht. Przywara war ein bedeutender Theologe und Philosoph. Er wurde in Kattowitz geboren, und zwar am selben Tag wie die katholischen Gelehrten Dietrich von Hildebrand und Christopher Dawson, nämlich am 12. Oktober 1889, jener in Florenz, dieser in Wales. Am 28. September 1972 starb er in Hagen bei Murnau.


23. August
Das Zitat

Wegen Zerstreuungen oder Beunruhigungen des Geistes dürfen wir das Gebet nicht verlassen, selbst wenn es ohne irgendeinen Nutzen erscheint. Wer seine ganze gewohnte Gebetszeit ausharrt und seinen Geist immer wieder liebenswürdig zum Gegenstand seines Gebetes zurückruft, wird viel gewinnen.

Hl. Philipp Neri


22. August
Katholische Barmherzigkeit

Zum morgigen 12. Sonntag nach Pfingsten kann ich drei Predigten anbieten: Die Herrlichkeit des Neuen Bundes, Der barmherzige Samariter als katholische Antwort und Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.


21. August
Was den kirchlichen Apparatschiks Sorgen bereitet

Zugespitzt ausgedrückt verrät die Polemik gegen den "Retrokatholizismus" also letztlich nur das tiefe Unbehagen jener kirchlichen Apparatschiks, in deren Denken Gott bestenfalls als gedankliches Konstrukt vorkommt - als Metapher, als Personifikation irgendwelcher "Werte" oder "Haltungen", für die die Institution Kirche steht oder stehen sollte - gegenüber Gläubigen, die von oder womöglich sogar mit Gott sprechen, als gäbe es Ihn wirklich. Zum Teil mag dieses Unbehagen daher rühren, dass diese Leute den Gläubigen ihren Glauben, der ihnen selbst so zutiefst fremd ist, schlichtweg nicht abkaufen und daher argwöhnen, es müssten sich irgendwelche finsteren Absichten dahinter verbergen. Zum Teil mag es sich um die ehrliche Überzeugung handeln, ein solcher "unaufgeklärter", "fundamentalistischer" Glaube schade der Kirche und stehe ihrer eigentlichen Aufgabe im Wege (welche das auch immer sein mag; Immobilien verwalten vielleicht?). Aber meine persönliche Einschätzung ist, dass sich zuunterst, mehr oder weniger schlecht verborgen unter rational und intellektuell klingen sollenden Positionierungen, die nackte Angst regt, dass die geschmähten "Fundis" und "Retrokatholiken" Recht haben könnten. Dass es diesen Gott, den sich die liberale Theologie glücklich vom Hals geschafft zu haben wähnte, am Ende doch gibt.

Tobias Klein in seinem Blogbeitrag Horrendum est -- oder: Wer hat Angst vorm Retrokatholizismus?.


20. August
Petrus Vigne

Vor 350 Jahren, am 20. August 1670, wurde in Privas (Region Auvergne-Rhône-Alpes) Pierre Vigne geboren. 1694 zum Priester geweiht, trat er 1700 in die Kongregation der Lazaristen ein. Er wirkte als Volksmissionar, auch nachdem er einige Jahre später die Lazaristen wieder verlassen hatte. Boucieu-le-Roi in seiner Heimatregion machte er durch die Errichtung eines Kreuzwegs zu einem Pilgerort. Er starb am 8. Juli 1740 in Rencurel und wurde am 3. Oktober 2004 seliggesprochen.


17. August
Sind Wunder möglich?

Meine Predigt von gestern. Ich gehe der Frage nach, ob Wunder mit der Vollkommenheit Gottes vereinbar sind.

Recktenwald-Predigten · 11. So. nach Pfingsten: Sind Wunder möglich?


17. August
Frédéric Janssoone

Vor 150 Jahren, am 17. August 1870, wurde in Bourges der Franziskaner Frédéric Janssoone (1838-1916) zum Priester geweiht. Er stammte aus Ghyvelde bei Lille. 1878 kam er nach Palästina, 1888 nach Kanada, wo er unter anderem das Marienheiligtum Notre-Dame du Cap betreute. Er war befreundet mit dem hl. André Bessette CSC (1845-1937). Am 25. September 1988 wurde er seliggesprochen.


16. August
Mundkommunion

Vor fünf Jahren, am 16. August 2015, verbot Bischof Krzystof Bialasik SVD von Oruro (Bolivien) in seiner Diözese die Handkommunion. “Erlaubt sei nur mehr die Mundkommunion. Bischof Bialasik reagierte damit auf Vorfälle, bei denen konsekrierte Hostien als Handkommunion empfangen und dann mitgenommen wurden. Es sei ‘unerträglich’, so der Bischof, daß man nicht wisse, was mit dem Leib Christi geschehen ist,” so in einem Bericht von kathnews.


15. August
Mariä Himmelfahrt

In meiner Predigt von heute erkläre ich, warum Gott Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen hat und die Kirche sie in der Lesung mit Judith vergleicht.

Recktenwald-Predigten · Mariä Himmelfahrt


15. August
Heilende Macht

Zum morgigen 11. Sonntag nach Pfingsten kann ich drei Predigten anbieten: Die Heilung des Taubstummen, Die Auferstehung Jesu und Er hat alles wohl gemacht.


14. August
Einflussreiche theologische Strömung

Macht man sich an die Deutung eines Phänomens, wie es der Ruf nach dem Weihepriestertum der Frau ist, muß man die Krise ins Auge fassen, in der sich die katholische Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil befindet. Sie kann hier selbstverständlich auch nicht annähernd in Ursachen und Ausdehnung beschrieben werden. Es sei nur auf folgendes hingewiesen. Es gibt in der katholischen Kirche eine einflußreiche theologische Strömung, die den sakramentalen, göttlich-rechtlichen Charakter des Priestertums bestreitet. Sodann ist auf das Faktum der immer stärker werdenden Anpassung der katholischen Kirche an den Protestantismus hinzuweisen. In der Evangelischen Kirche in Deutschland aber standen 1968 bereits 513 Theologinnen im kirchlichen Diensts). Wenn es zuträfe, wie vereinzelt behauptet wird, daß im Verständnis des Amtes keine wesentlichen Unterschiede zwischen katholischer Kirche und Protestantismus vorhanden seien [Reform und Anerkennung kirchlicher Ämter. Ein Memorandum der Arbeitsgemeinschaft Ökumenischer Universitätsinstitute, Mainz, München 1973], dann ist nicht einzusehen, weshalb die katholische Kirche nicht dem protestantischen Beispiel folgen soll.

Aus: Georg May, Zu der Frage der Weihefähigkeit der Frau, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, 91. Bd. Kanonistische Abteilung LX, S. 375- 393, Weimar 1974, wieder abgedruckt von Wilhelm Schamoni in Theologisches, Juni 1975.
Seit über vier Jahrzehnten gibt es also jene theologische Strömung, die die katholische Lehre über das Priestertum bekämpft. Aber statt dass die Bischöfe dieser Strömung Einhalt gebieten, lassen sie sich von ihr immer wieder die Themen vorgeben oder schließen sich sogar ihren Forderungen an.

Päpstliche Warnung vor Pseudotheologie


14. August
Veronica Giuliani

Vor 300 Jahren, am 14. August 1720, begann die Mystikerin Veronica Giuliani (1660-1727) mit ihrem Tagebuch, das von ihren reichen mystischen Erfahrungen zeugt. Es wurde seit 1825 in zehn Bänden veröffentlicht. Veronica war seit 1677 Kapuzinerin und seit 1697 stigmatisiert. 1804 wurde sie selig-, 1839 heiliggesprochen. Sie brannte vor Sehnsucht nach der Bekehrung der Sünder. Benedikt XVI. zitierte am 15. Dezember 2010 aus ihrem Tagebuch: “O Sünder, o Sünderinnen … kommt alle zum Herzen Jesu; kommt zur Reinigung durch sein kostbares Blut… Er erwartet euch mit offenen Armen, um euch darin einzuschließen” (Tagebuch II, S. 16-17).


13. August
Glaubenszerstörung

Besonders ärgerlich sind die herangezogenen Aussagen von Karlheinz Ruhstorfer: „Die Kirche zu gründen, lag Jesus selbst wohl fern.“ Ohne Stiftungswille Jesu wäre die Kirche ohne jede Legitimation und wäre die Rede von Kirche als Leib Christi reine Anmaßung. „Nach und nach bildete sich eine jüdische Sekte heraus, die Jesus als ihren Messias erkannte. Mehr noch, Jesus wurde im Glauben … schließlich zur Inkarnation Gottes. Er wurde selbst als Gott verehrt.“ Damit wird die Gottessohnschaft Jesu zum nachträglichen Interpretament ohne jeden Bezug zum historischen Jesus.

Aus dem Artikel Zwischen fünf und sechs. Warum das Material über den Synodalen Weg für den Religionsunterricht nicht einmal ein „Ausreichend“ verdient, von Michael Karger, in: Tagespost vom 6. August 2020. Karger rezensiert die Broschüre „Synodaler Weg“ (Sonderausgabe der Reihe „Themen im Religionsunterricht“ 2020) mit Unterrichtsmaterialien zum Synodalen Weg für Gymnasien (Auflage 12.000 Exemplare) herausgegeben vom Institut für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg, finanziert von der Deutschen Bischofskonferenz.

Weitere Beispiele


11. August
Das Zitat

Man stelle sich vor, jeder Christ lege die Hl. Schrift nach seinem Belieben aus, jeder glaube dann weiter seinen eigenen Auslegungen; er könnte sich ja damit in den schönsten Gegensatz zur Auffassung der heiligen Kirchenväter und Kirchenlehrer bringen. So hätte keiner von all unseren Glaubenssätzen lange noch Bestand.

Heiliger Thomas Morus

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